Lachen und Autoimmun-erkrankung oder: Meine etwas andere Theorie zur Entstehung von „Autoimmun-erkrankungen“

Was heißt das eigentlich: „Sie haben eine Autoimmunerkrankung.“?

Das ist ein Satz, den in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer mehr Menschen von ihren Ärzten hören. Es handele sich um eine Erkrankung, bei der das eigene Immunsystem aus „unerfindlichen Gründen“ beginnt, körpereigenes Gewebe anzugreifen und zu zerstören. („Auto“ hat in dem Fall nichts mit einem Kraftfahrzeug zu tun, sondern bedeutet „selbst“ und bezieht sich darauf, dass es sich um körpereigenes Gewebe handelt.) Ein solcher „Angriff“ kann sich auf die unterschiedlichsten körpereigenen Gewebe beziehen. Bei mir sind es die Gelenke. Die Erkrankung kann sich aber prinzipiell jederzeit auch auf weitere Bereiche bzw. innere Organe ausdehnen.

Autoimmunerkrankungen gelten in der Schulmedizin als unheilbar. Die Ursache dieser Erkrankungen ist unbekannt. Auch die Gründe, warum diese Erkrankungen immer mehr zunehmen, sind unbekannt. Ziemlich viele Dinge, die mit dem Immunsystem zusammenhängen, sind aus schulmedizinischer Sicht „unbekannt“.

Was man weiß, bezieht sich fast nur auf die biochemisch im Blut nachweisbaren Faktoren des Immunsystems. Das führt dazu, dass die schulmedizinische Behandlung auch ausschließlich dort ansetzt: Die modernsten Mittel für die Behandlung sind gentechnisch hergestellte Medikamente, mit denen jeweils bestimmte Entzündungsbotenstoffe unterdrückt werden. Das gilt als state of the art. Als Goldstandard. Die entsprechenden Medikamente, sogenannte Biologicals sind wegen des aufwendigen Herstellungsprozesses sauteuer. Sie helfen meist eine Zeitlang, die Entzündung zu unterdrücken, weil sie die „Boten ausschalten“.

Wie man bereits an dieser Wortwahl erkennt, kann das aus meiner Sicht keine gute Lösung sein. Denn die Boten sind ja nicht das eigentliche Problem. (Tatsächlich habe ich diese „Lösung“ natürlich trotzdem viele Jahre lang gewählt, mit relativ verheerenden Folgen…).

Über die Gesamtzusammenhänge des Immunsystems weiß man in der Schulmedizin bis heute im Grunde herzlich wenig. Man weiß, dass Immunsystem und Nervensystem eng zusammenhängen. Man weiß, dass die Darmflora (und damit auch die Ernährung) ganz erheblichen Einfluss auf das Immunsystem hat und umgekehrt. Man weiß, dass negativer Stress starke Auswirkungen hat. Nur wie das alles genau zusammenhängt, das weiß bisher tatsächlich kein Mensch. Also beschränkt sich unsere Medikamentenmedizin auf das, was im Blut sichtbar und messbar ist, und blendet den Rest weitgehend aus.

Dass das nicht die beste aller Herangehensweisen ist, habe ich an meinem Körper eindrücklich zu spüren bekommen … .

Tja, und dann fiel mir vor einiger Zeit das Buch „Der Selbstheilungsnerv“ von Stanley Rosenberg in die Hände. Es geht in dem Buch um den Vagusnerv, also um den Nerv, der maßgeblich für unsere Entspannung zuständig ist.

Ich wusste ja längst, dass ich dauer-angespannt bin. Seit frühester Kindheit, also seit ich mich erinnern kann, laufe ich in diesem Modus herum. Ich war immer der Meinung, dass ich diesen Modus sozusagen epigenetisch von meinem Papa übernommen habe. Mein Papa hat als Jugendlicher den Zweiten Weltkrieg erlebt mit allem damit zusammenhängenden Schrecken und Leid, inklusive dem Verlust der Heimat. Er hat nie viel darüber gesprochen, aber ich könnte mir gut vorstellen, dass die damals erlebten Traumata bei ihm zu einer dauerhaften Anspannung geführt haben. Kinder nehmen so etwas natürlich wahr und auf. Das habe ich getan – mich selbst angespannt und diese Anspannung nach innen gerichtet.

Natürlich habe ich schon Tausend Sachen probiert, um mich zu ENT-SPANNEN (über das ein oder andere werde ich sicher noch berichten.). Aber egal, was ich gemacht habe, mein Körper blieb fest wie ein Korsett. Erst mit den Übungen aus dem Buch zum Vagusnerv habe ich plötzlich gespürt, tatsächlich, da tut sich was! Und das, was sich da tut, dieses Gefühl der Entspannung, wirkt sich auch unmittelbar positiv auf meine Gelenke aus!

Auch, wenn der Effekt mit den Übungen nicht von Dauer ist, hat mich das Thema Vagusnerv und Entspannung so fasziniert, dass ich von da an mein Hauptaugenmerk darauf gerichtet habe. Und so kam ich dann auch zum Lachyoga. Und das „Wunder“ geschah: Die Entzündungswerte gingen genauso stark zurück wie damals, als ich das Biological neu bekam und meine Ärzte ganz begeistert waren, wie toll dieses „Wundermittel“ anschlägt! Anders, als es bei diesem Biological der Fall war, hat das Lachyoga bei mir aber keine äußerst unangenehmen Neben- und Langzeitwirkungen.

Super, oder? Tja, und dann erschien es mir plötzlich ganz offensichtlich: Meine „Autoimmunerkrankung“ ist überhaupt keine „Autoimmunerkrankung“! Es ist überhaupt keine Erkrankung des Immunsystems! Das Immunsystem reagiert nur. Und das mit durchaus tiefer Körperweisheit. Denn wo eine Daueranspannung ist, scheint irgendetwas nicht zu stimmen. Irgendetwas scheint bekämpft werden zu müssen, sonst wäre das Wesen, um das es geht (in dem Fall also ich) ja nicht ständig überangespannt. Also fährt der Körper das Immunsystem hoch. Komplett folgerichtig. Und eben die Folge eines ganz anderen Problems.

Statt meinem Immunsystem für diesen Hinweis, dass es in meinem Leben ein gravierendes Problem zu geben scheint, im Prinzip dankbar zu sein, habe ich es dann aber leider fast 30 Jahre lang mit verschiedenen schulmedizinischen Medikamenten unterdrückt. Damit habe ich das Ursprungsproblem nicht gelöst, sondern mein armes Immunsystem völlig aus dem Tritt gebracht. Und so dem ursprünglichen Problem weitere Probleme hinzugefügt. Ärgerlich!

Und dabei ist mir völlig klar: Unterdrückung ist nie eine gute Idee!!! Und das oft hinter der Medikamenteneinnahme stehende Thema: „Ich muss (so schnell wie möglich wieder) funktionieren.“ auch nicht!

[Um nicht falsch verstanden zu werden: Es gibt Erkrankungen, wo das Immunsystem in einer Weise überreagiert, dass es unmittelbar lebensbedrohend für die betreffende Person sein kann. In diesen Fällen ist es natürlich sehr sinnvoll, erstmal mit schulmedizinischen Maßnahmen (in der Regel Cortisongaben) die heftige Entzündung einzudämmen. Aber aus meiner Sicht ist es sehr lohnenswert, immer zu schauen: Gibt es noch etwas, was hinter den in den Blutwerten sichtbaren Veränderungen des Immunsystems stehen könnte?]

Veröffentlicht von lachmitmaren

Ich bin voller Lebensfreude. Manchmal albern, manchmal ernst. Gute Zuhörerin. Vielseitig interessiert. Ich bin kritisch und hinterfrage die Dinge. Bin Volljuristin, staatlich geprüfte Heilpraktikerin, zertifizierte Lachyoga-Leiterin - Und Rheumatikerin seit gut 30 Jahren.

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