Lachen und Wertschätzung

Wertschätzung ist gerade eines meiner Lieblingsthemen! Wertschätzung von sich selbst und von anderen. Ich beschäftige mich ja auch viel mit positiver Psychologie und mit den spirituellen Werten alter Kulturen. Wertschätzung und Dankbarkeit kommen in all diesen Bereichen Schlüsselfunktionen zu.

Jeder Mensch wünscht sich, wert geschätzt zu werden von seiner Umgebung. Das Gefühl, dass der Chef, die Chefin einen nicht genug wert schätzt, ist wahrscheinlich der häufigste Grund für eine innere (oder auch äußere) Kündigung. Mangelnde Wertschätzung von Partner oder Partnerin vermutlich der häufigste Scheidungsgrund. Von Menschen, die einem nahe stehen, will man „gesehen“ und wert geschätzt werden.

Wir alle haben da ein gewisses Anspruchsdenken. Ich auch!

Sehr viel seltener fängt man mit diesen Überlegungen bei sich selbst an. Wie sehr schätze ich eigentlich meine Umgebung wert? Wieviel Dankbarkeit empfinde ich gegenüber Vorgesetzten, Partner/in, Eltern, Kindern etc.?

Die alten spirituellen Kulturen (auch das Christentum) und die moderne positive Psychologie lehren uns, dass genau das der Weg ist. Und ich muss sagen, seit ich übe, diesen Weg zu gehen, bin ich begeistert von der Wirkung!

Denn, mein Anspruch, von meiner Umgebung gesehen und wert geschätzt zu werden, kam immer aus einem Mangeldenken heraus. Ich war der Meinung, nicht genug gesehen zu werden, wert geschätzt zu werden. Weil ich so in diesem Mangeldenken verhaftet war, habe ich dann die vorhandene Wertschätzung auch gar nicht wirklich wahr genommen. Sie entsprach ja nicht meinem Konzept.

Erst seit ich begonnen habe, gezielt danach zu schauen, wofür ICH eigentlich dankbar sein und andere Menschen wert schätzen kann, habe ich auch mir selbst gegenüber mehr Wertschätzung. Seit ich meine positiven Gefühle anderen gegenüber stärker pflege, kann ich auch deren positiven Gefühle mir gegenüber besser wahrnehmen und das wiederum steigert natürlich auch das eigene Selbstwertgefühl.

Mein Wunschtraum ist es, genau dieses Konzept möglichst vielen Menschen zu vermitteln, und in die Gesellschaft hineinzutragen. Denn ich bin überzeugt, dass die meisten unserer derzeitigen weltweiten Probleme mit mangelnder Wertschätzung zu tun haben. Mangelnder Wertschätzung sich selbst gegenüber, anderen Menschen gegenüber und insbesondere gegenüber der Natur, „Mutter Erde“ und all ihren Geschöpfen!

Lachen und Wertschätzung Teil 2

Leider ist das mit der Wertschätzung aber gar nicht so einfach. (vgl. auch meinen Beitrag „Krankheit als Makel???“)

Oft genug meinen wir ja sogar so eine Art Verbundenheit zu spüren, wenn wir gemeinsam über Dritte lästern oder uns gar empören. Aber diese Art des Verbundenheitsgefühls ist sehr kurzlebig. Sie mag sich in dem Moment gut anfühlen und Spaß machen, ein langweiliges Gespräch beleben. Hinterher verspüre ich aber meist einen schalen Nachgeschmack und frage mich, was die Läster-Runde vielleicht bei nächster Gelegenheit über mich sagen wird.

Lästern und sich zu empören ist einfach. Wertschätzung muss man tatsächlich üben. Immer und immer wieder.

Was hat das mit Lachen zu tun? Wie die meisten Dinge auf dieser Welt, kann auch das Lachen zwei Seiten haben. Wir Menschen können uns aussuchen, welche dieser beiden Seiten wir wählen: Die Seite, die uns und anderen gut tut, oder die andere. Sprich: Wir können uns für Wertschätzung entscheiden oder dagegen.

Echtes Lachen verbinde ich mit Fröhlichkeit. Mit Lebensfreude. Mit sprudelnder Leichtigkeit. Mit einem freudig glucksenden Baby. Mit gemeinsamem fröhlich kindlichem Spiel, bei dem es nicht um Wettkampf oder Konkurrenz geht. Es ist ein Lachen, das unmittelbar positive Gefühle vermittelt. Ein Lachen, das verbindet und nicht trennt. In diese Kategorie fällt auch Lachyoga.

Diese Art Lachen macht gesund. Biochemisch gesehen schüttet der Körper Glückshormone aus. Oft fühlt man sich lange danach noch richtig gut. Je öfter man das praktiziert, desto mehr wird es zum Grundmodus. Desto leichter fällt alles. Und desto weniger Schmerzen spürt man (ich weiß, wovon ich spreche…).

Dabei übt man auch, über sich selbst zu lachen. Und diese Fähigkeit ist eine wichtige Ressource. Wer viel lacht, nimmt die Dinge (und eben auch sich selbst) nicht zu ernst. Auch das hat aus meiner Sicht ganz viel mit Wertschätzung der eigenen Person zu tun: Erst seit ich weiß, dass ich liebenswert bin, sind kleine Patzer kein Drama mehr. Ich muss nicht jedesmal Angst davor haben, was andere Leute jetzt denken könnten. Für jede Person, die sich selbst nicht ausreichend wert schätzt, ist das das wichtigste Thema überhaupt: Was denken die anderen von mir?

Und genau hier kommt auch die andere Form des Lachens ins Spiel. Die, bei der man sich gegen Wertschätzung entschieden hat: Das Auslachen. Das hämische Lachen. Das über das Ungeschick oder gar Unglück eines anderen Menschen Lachen (Schadenfreude). Das lästern. Das sich über andere lustig machen. Also ein Lachen, dessen Zweck es ist, sich über andere zu erheben. Jemand anderen klein zu machen. Ein Lachen, das zu Mobbing werden kann, gerade für diejenigen, die sich selbst eben nicht ausreichend wert schätzen. Und – ganz ehrlich – wer tut das schon? (Der bei einigen im öffentlichen Leben stehenden Menschen nach meinem Eindruck anzutreffende Narzissmus hat nichts zu tun mit einem gesunden Selbstwertgefühl!)

Auslachen produziert weder Fröhlichkeit noch Lebensfreude. Sondern schlechte Gefühle. Bei dem oder der Ausgelachten ohnehin. Aber auch die Auslachenden wird ihr Handeln kaum glücklich machen. Und dass sie denken, es nötig zu haben, andere Menschen zu beschämen (bzw. sich von diesen abzugrenzen, um sich selbst als etwas „Besseres“ darzustellen), zeigt, dass sie sich ihres eigenen Wertes lange nicht so sicher sind, wie sie tun.

Leider ist genau dieses Lachen in unserer Gesellschaft sehr verbreitet und in unseren Medien äußerst präsent. Viele Medien leben geradezu davon. Andere Menschen klein zu machen, scheint eine unglaubliche Anziehungskraft auszuüben. Wahrscheinlich, weil es einen selbst vermeintlich größer macht. Aber eben nur vermeintlich. Denn, wenn man das braucht, um sich größer zu fühlen, ist es doch eigentlich um die eigene Größe ziemlich schlecht bestellt, oder?!

Veröffentlicht von lachmitmaren

Voller Lebensfreude. Manchmal albern, manchmal ernst. Gute Zuhörerin. Spirituell. Vielseitig interessiert. Volljuristin, staatlich geprüfte Heilpraktikerin, zertifizierte Lachyoga-Leiterin. Rheumatikerin seit gut 30 Jahren.

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2 Kommentare

  1. Hallo Maren… wow ich bin begeistert !!! Fühlen dich gedrückt von mir und ich sende lachende Grüße… Die Jess

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