Mit der Natur …

Künstlerin: Dörte Müller

Ich habe die Schmetterlinge vermisst dieses Jahr. Unser Schmetterlingsflieder, der Salbeistrauch und manch anderes wirkten dieses Jahr so seltsam leer. Sonst tummelten sich da viele bunte Schönheiten. Doch diesen Sommer glänzten sie weitgehend durch Abwesenheit.

Wenigstens bekommen wir noch Besuch von verhältnismäßig vielen Vögel. „Unsere“ Vögel, wie ich sie zu nennen pflege, weil sie uns oft schon lange treu sind: Das Starenpaar, das bereits seit mehreren Jahren regelmäßig zum Brüten wieder kommt. Die verschiedenen Meisenarten, die sich auch gerade jetzt wieder in unseren Vögelbädern putzen und dabei auch richtig putzig aussehen. Die Rotkehlchen; die Buntspechte, die sich immer mal wieder laut bemerkbar machen. Der oder die Kleiber. Die klugen Elstern und einige mehr. Nachdem ich bei dem informativen Blog von Linsenfutter gesehen habe, wie ein Grünspecht aussieht, bin ich mir ziemlich sicher, sogar ein solches Exemplar schon einmal hier gesehen zu haben.

Eine „unserer“ Tauben muss im Frühsommer gerissen worden sein, die Federn inklusive all der inneren Flaumfedern lagen verteilt auf unserer kleinen Wiese. Ich war erst ein wenig traurig ob des Dramas, das sich abgespielt haben musste. Aber dann rückte „unsere“ gut zehnköpfige Spatzenbrigade an … – und fein säuberlich wurde Feder für Feder in kleinen Schnäbeln abtransportiert. Wohl, um damit die eigenen Nester schön zu polstern. Süß sah das aus und ich war wieder versöhnt :-). Ja, und jetzt ist die Spatzenbrigade noch etwas größer und unsere Vogelfutterstellen sind noch schneller leer gefressen … .

Die Natur gab mir in diesem Jahr noch mehr Gelegenheiten, ihr Recyclingkonzept zu bewundern: Vermutlich war es ein Fuchs, der nachts recht dicht bei der Terassentür eine nicht gerade hübsch anzusehende Hinterlassenschaft abgelegt hatte. Reste von einer Maus waren noch in dem Haufen zu erkennen. Ich war wenig begeistert. Aber: Wie aus dem Nichts kam der Entsorgungstrupp angeflogen. Schmeißfliegen, die den Haufen innerhalb von zwei Tagen restlos beseitigten. Seitdem sehe ich diese Art Fliegen mit ganz anderen Augen ;-). Was für arbeitsame Tierchen! :-).

Es gab Verluste. Das Nest der Drosseln mit den vier Eiern darin war zu sichtbar, zu gut zu erreichen für Eichhörnchen oder „unsere“ Eichelhäherfamilie. Auch der Nachwuchs der Rotschwänzchen vor einigen Jahren, von den Eltern damals treu umsorgt, hat es möglicherweise nicht geschafft. Denn die Eichelhäher, die auch damals selbst Nachwuchs zu versorgen hatten, hatten den Nistkasten entdeckt…. . Nun ja, auch das ist Natur.

Wir füttern bisher nicht das ganze Jahr zu für die Vögel. Aber wir versuchen, den Vögeln ansonsten viel zu bieten: Es gibt eine Wildbeerenhecke und einige andere Leckereien an Strauch, Baum und Busch. Wir haben keinen Rasen, sondern eine kleine Wiese, in der alles wachsen darf, was will (und teilweise auf unserem Speiseplan landet). Verblühte Blumen von Rosen etc. schneiden wir nicht ab. Sie werden gerne von Insekten besucht und damit auch von den Vögeln. Und auch unsere Ecken mit Totholz sind alles andere als tot.

Klingt nach viel Natur? Ist es aber nicht … . Das Grundstück ist klein. Und vollständig umgeben von Nachbarn, die alle sehr viel Wert legen auf einen gepflegten grünen Rasen als Garten. Sie betreiben viel Aufwand dafür. Da wird vertikutiert und ab Blätterfall den gesamten Herbst laubgepustet und – gesaugt. In den immer regenärmeren Sommern jeden Abend gewässert. Fast jede Woche gemäht, immer mal wieder gedüngt und wohl leider manchmal auch gespritzt. Und keine Ahnung, was sonst noch alles. Irgendwas scheint für so einen grünen Rasen immer zu tun zu sein. Komischerweise macht ihnen das gar keinen Spaß, aber es ist ihnen wichtig.

Während mir völlig unverständlich ist, warum man sich so viel ungeliebte Arbeit macht und so viel Aufwand betreibt, um die Natur vor seiner Tür „zu bekämpfen“, ist den Nachbarn völlig unverständlich, wie man sich in unserem Chaos wohl fühlen kann. Zum Glück sind sie tolerant genug, sich nicht über unser „Unkraut“ zu beschweren. Jedenfalls nicht uns gegenüber … .

Wo sind nur die schönen bunten Schmetterlinge geblieben?!

Veröffentlicht von lachmitmaren

Ich bin voller Lebensfreude. Manchmal albern, manchmal ernst. Gute Zuhörerin. Vielseitig interessiert. Ich bin kritisch und hinterfrage die Dinge. Bin Volljuristin, staatlich geprüfte Heilpraktikerin, zertifizierte Lachyoga-Leiterin - Und Rheumatikerin seit gut 30 Jahren.

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