Sehnsucht nach grenzenloser Freiheit

Künstlerin: Dörte Müller

„Über den Wolken, da muss die Freiheit wohl grenzenlos sein…“. Ich mag dieses Lied von Reinhard Mey. Es lässt für mich eine tiefe urmenschliche Sehnsucht nach Freiheit anklingen. Nach Grenzenlosigkeit, Sorgenlosigkeit und Angstfreiheit. Die wir Menschen verzweifelt irgendwo suchen … . Irgendwo anders … : Über den Wolken, im nächsten Jahr, im Urlaub, auf dem Meer… . Nur nicht jetzt und hier.

Echte Freiheit, das muss etwas Wunderbares sein!

Echte Freiheit kennt keinen Ort, auf den sie sich beschränkt, keine Grenzen oder Mauern. Sie grenzt niemanden aus und sich auch nicht ab. All das wäre wider ihre Natur.

Wer wirklich innerlich frei ist, zwingt niemandem seine oder ihre Vorstellung von Freiheit oder gar vom Leben auf. Wer wirklich frei ist, muss niemandem etwas beweisen. Auch sich nicht. Freiheit zwingt niemals irgendjemanden zu irgendetwas. Freiheit lässt jedem Menschen den Raum, den dieser braucht. Und jede Person so sein, wie sie ist. Freiheit vergleicht nicht und hält sich nicht für besser oder schlechter, als andere. Freiheit will niemanden „erziehen“. Sie ist niemals übergriffig. Sie stellt keine Forderungen an andere. Sie beschränkt niemanden und kennt keine Strafen, keine Bußen, keine „Schuldigen“ oder „Sünder“.

Freiheit bestimmt nicht. Und schon gar nicht über andere. Freiheit lügt nicht. Sie überredet und überzeugt auch nicht. Freiheit IST. Ich glaube, sie ist das Paradies.

Wir WISSEN meiner Ansicht nach tief im Innern, dass es dieses Paradies irgendwo geben muss. Aber hier auf der Erde scheint es nicht zu sein. Warum eigentlich nicht? Warum können wir uns als Menschen nicht einfach entscheiden, dieses Paradies genau hier zu erschaffen??

Freiheit wird nicht von jedem / jeder gerne gesehen:

Wer wirklich „frei wie ein Vogel“ ist, ist für jeden Menschen, der Macht über andere ausüben möchte, eine Bedrohung. Er wurde (und wird) deshalb „vogelfrei“: Verfolgt und zum Abschuss freigegeben. Menschen, die Macht ausüben wollen, können innerlich „freie“ Menschen nicht tolerieren. Denn über diese haben sie keine Macht. Menschen, die Macht über andere ausüben wollen, sind selbst nicht frei, denn sie brauchen diese anderen. Sie brauchen Menschen, die ihnen folgen, die sie bewundern, oder die Angst vor ihnen haben. Und damit ein großes Stück ihrer Freiheit diesen „Mächtigen“ opfern.

Warum sollte man irgendjemand diesen Gefallen eigentlich tun? Warum tun wir das seit Jahrtausenden? Ist das nicht eigentlich widersinnig?

Vielleicht, aber: Menschen lieben emotionale Dramen. Und – Personen, die Macht über andere ausüben wollen, haben ihre Tricks. Seit Jahrtausenden erprobt…:

„Die Gedanken sind frei …“. Das ist weit gefehlt. Es gibt kaum etwas, was so manipulierbar ist – und in so großem Stil manipuliert wird, wie unsere Gedanken. Jede Werbeagentur, jeder Lobby-Verein, jeder, der irgendetwas verkaufen oder für sich erreichen möchte auf dieser Welt, lebt genau davon. Ebenso wie früher die Kirche. Erfolgreicher Lobbyismus ist nicht sichtbar. Aber, wenn es einer Branche oder einem Interessenverband gelungen ist, Journalist*innen und andere als „Verstärker“ wirkende Personen (Ärzt*innen, Apotheker*innen, Lehrer*innen, Wissenschaftler*innen, Eltern etc.) auf die eigene Seite zu ziehen, hat diese Branche / dieser Verband normalerweise „gewonnen“ in unserer heutigen Welt.

„Unsere“ Gedanken sind selten wirklich „unsere“. Jede*r, der oder die schon einmal versucht hat zu meditieren, merkt sofort, wie wenig Kontrolle wir über diese Gedanken tatsächlich haben. Den gedanklichen Affenzirkus auszuschalten, ihm die Beachtung zu entziehen, ist wahnsinnig schwierig.

Unser tägliches Gedankenkarussell, all das, was uns ständig einfällt, was wir vermeintlich gerade jetzt oder morgen oder diese Woche oder nächsten Monat unbedingt noch machen und beachten „müssen“, steht unserer Freiheit entgegen. Noch schlimmer sind all die Kritik und all die Ängste und Sorgen, die wir uns täglich machen, und die andere uns oft noch zusätzlich machen. Dass wir ständig meinen, wir „müssten“ irgendwelche „Pflichten“ erfüllen, uns (oder andere) kritisieren, uns ängstigen und sorgen, kommt Menschen, die uns etwas „verkaufen“ wollen, sehr entgegen. Dass solche Gedankenkarussells um Vergleiche mit anderen, um „Pflichten“ und Ängste medial massiv gefördert werden, auch.

In unserem kollektiven und meist auch dem individuellen Unterbewusstsein sind schon seit Generationen Sorgen und Ängste verankert vor dem, was uns alles passieren kann. Und je öfter diese ohnehin latent präsenten Ängste in unserem Leben getriggert werden, desto stärker werden sie normalerweise.

Für Menschen, die Macht über andere ausüben wollen, ist es wichtig, dass diese Angst haben. Denn nur dann sind Menschen bereit, „freiwillig“ eine Einschränkung ihrer eigentlich doch „göttlichen“ Freiheit hinzunehmen. Wer Angst hat, sehnt sich nach Sicherheit – und nicht nach Freiheit. Und wer Angst hat, ist deshalb meist nur zu bereit, dem Versprechen zu glauben, dass er oder sie im Gegenzug zu der Beschränkung der Freiheit Sicherheit durch die „Mächtigen“ erhält.

Der Wunsch oder gar die Forderung nach allumfassender Sicherheit ist vielen inzwischen zur zweiten Natur geworden. Zumal uns in unserer Zeit mehr und mehr suggeriert wurde und wird, dass es so etwas gebe wie allumfassende Sicherheit. Dass wir Menschen alles kontrollieren (und zur Not bekämpfen) könnten – und müssten – mit unseren unglaublichen technischen und wissenschaftlichen Möglichkeiten. Gleichzeitig hat die Angst vor dem nun einmal unausweichlichen Tod erheblich zugenommen, seit die meisten Menschen nicht mehr an so etwas wie eine unsterbliche Seele, Wiedergeburt oder zumindest etwas Göttliches glauben. Viele fordern daher von den „Mächtigen“, alle Anstrengungen dahin zu richten, einen als „verfrüht“ angesehenen Tod um jeden Preis zu verhindern.

Aber der Wunsch, dass mir jemand im Außen Sicherheit und Schutz vor jeder Gefahr geben möge, die Forderung nach „Kontrolle“ oder gar „Kampf“, das ist das Gegenteil von Freiheit!

Echte Freiheit kann meines Erachtens nur mit dem inneren Eingeständnis beginnen, dass äußere Sicherheit eine Illusion ist.

Der Einfluss einer Staatsmacht darauf, dass uns nichts zustößt, wir krank werden oder sterben, liegt bei nahe Null. Eine Staatsmacht kann durch ungünstige Entscheidungen die Wahrscheinlichkeit (deutlich) erhöhen, dass uns etwas zustößt (z.B. durch Krieg). Aber nur in sehr begrenztem Umfang dafür vorsorgen, dass uns nichts Unangenehmes geschieht. Die nach bestimmten Ereignissen immer wieder gern gestellte Frage von Journalist*innen „Hätte man das nicht verhindern können?“ ist sehr einfach zu beantworten: „Nein, hätte man nicht.“ Auch nicht mit „schärferen Sicherheitsmaßnahmen und mehr Überwachung“. Aber unser Glück und unsere Freiheit als Menschen würden wir uns selbst noch mehr einschränken mit solchen Maßnahmen.

Einer der Hauptnutznießer von unserem illusionären Wunsch nach Sicherheit im Außen ist aus meiner Sicht – neben der Waffenlobby und der wehrtechnischen Industrie – die Pharma- und Medizinbranche. Vermeintliche Sicherheit zu verkaufen, ist ein großer Teil ihres Geschäftsmodells. Ob bei Impfungen, sogenannten Vorsorgeuntersuchungen oder Medikamenten wie Blutdrucksenkern oder Cholesterinsenkern. Man redet uns ein, dass wir uns damit ein Stück Sicherheit erkaufen, nicht an einer fiesen Erkrankung leiden oder gar „verfrüht“ sterben zu müssen. Und ein großer Teil der Menschen klammert sich an diese „Sicherheiten“. Vielleicht auch, weil die meisten gerne alles „richtig“ machen möchten, und uns ja gleichzeitig immer wieder suggeriert wird, dass man bloß nicht auf die eigene innere Stimme vertrauen dürfe, sondern um Himmelswillen bei Allem rund um die eigene Gesundheit immer „Experten“ zu Rate ziehen müsse.

Wer frei ist, VERTRAUT auf seine eigene innere Stimme und seine Intuition. Worauf denn sonst? Er oder sie ist für all solche Suggestionen damit wenig bis gar nicht anfällig. Das wiederum stellt eine erhebliche Gefahr für bestimmte Macht- und Kapitalinteressen dar. Und wird entsprechend vehement bekämpft und verunglimpft.

Aus meiner Sicht ist trotz des immensen Drucks, der derzeit aufgebaut wird, zu spüren, dass die Sehnsucht vieler Menschen nach echter Freiheit insgesamt zunimmt.

Nach echter Freiheit, die m.E. nur im Innen zu erlangen ist. Nach echter Freiheit, die deshalb weniger im Handeln zu suchen ist, als in der Fähigkeit zur Hingabe an das, was IST.

Echte Freiheit, wie ich sie meine, ist in unserer Welt (noch) eine Utopie. Solange wir unser Heil im Aktionismus im Außen suchen, werden wir weder Freiheit noch Frieden in dieser Welt wirklich hinbekommen. Denn beides beginnt im eigenen Innern. Und es ist harte Arbeit, wenigstens etwas von dieser Freiheit für sich zu erlangen. Aber ich glaube, es könnte sich lohnen.

Veröffentlicht von lachmitmaren

Ich bin voller Lebensfreude. Manchmal albern, manchmal ernst. Gute Zuhörerin. Vielseitig interessiert. Ich bin kritisch und hinterfrage die Dinge. Bin Volljuristin, staatlich geprüfte Heilpraktikerin, zertifizierte Lachyoga-Leiterin - Und Rheumatikerin seit gut 30 Jahren.

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13 Kommentare

  1. …die Menschen werden mittels Schuld, Angst und künstlich erzeugtem Mangel klein gemacht und unterdrückt, für unfähig erklärt, selbstbestimmt leben zu können…

    …man hat ihnen beigebracht zu glauben, Vater Staat und Mutter Kirche würden schon für ihre Sicherheit sorgen und sie mit diesem Versprechen abhängig gemacht…so bleiben sie ewige „Kinder“…

    …wer jedoch in Angst, schuldbeladen und abhängig lebt, KANN nicht frei sein…

    …also entweder, er entzieht sich den materiellen Verstrickungen, verlässt die Strukturen der Gesellschaft und geht in die Berge…oder er wählt die innere Freiheit…oder er macht beides…(es lohnt sich auf jeden Fall!) …nur wer sich frei fühlt, fühlt sich lebendig und Lebendigkeit ist immer gefährlich, Lebendigkeit ist die Schwester vom Tod…eines nicht ohne das andere…

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    1. Danke für den Kommentar! Du gehörst ja zu den Wenigen, die beides machen nach meinem Eindruck: Sich auf den Weg zu innerer und zu äußerer Freiheit zu begeben.
      Das finde ich bewundernswert! Schon eines von beiden ist in unserer Gesellschaft schwer genug.
      Lebendigkeit und Freiheit nicht zu leben, heißt ja nicht, dem Tod zu entrinnen. Nur vielleicht das Leben zu verpassen…

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      1. …genau, das Leben verpassen, obwohl es sicherlich Menschen gibt, geben muss, für die solch ein angepasstes Leben in der Gesellschaft genau das Richtige ist, weil es sie glücklich macht…

        …nunja, ich bin sehr unvollkommen, den Weg der inneren Freiheit zu gehen, bringt normalerweise keine Schwierigkeiten mit sich, es ist ja ein weitgehend unsichtbarer Weg, auch wenn man sich dadurch verändert…und den Weg einer äußeren Abhängigkeit zu gehen…ist für mich nur unvollkommen möglich, jedenfalls bin ich noch nicht wirklich unabhängig und will es auch nicht sein…Du siehst ja, Internet, Computer…

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      2. Im Vergleich zu den meisten bist du aber sehr unabhängig- auch im Außen, finde ich! Ansonsten heißt Freiheit ja, dass jede*r leben können sollte, wie er oder sie möchte. Mich stört nur, wenn der eigene Weg oder die eigenen Wünsche nach Sicherheit oder was auch immer, auch anderen zwangsweise aufgedrückt werden. Obwohl diese vielleicht ganz andere Bedürfnisse / Wünsche haben.

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      3. …stimmt schon, wenn die Umstände so wären, könnte ich so gut wie unabhängig leben, auch, weil es hier in der Natur viel zu essen gibt…aber es wäre dann doch ziemlich hart…

        …jeder sollte so leben können, wie es ihn glücklich macht!

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  2. Liebe Maren,
    ich habe dich für den https://gedankenmusik.com/2020/12/13/13-12-20-sunshine-blogger-award/ ausgewählt. Der Sunshine Blogger Award wird Bloggern von anderen Bloggern verliehen, die kreativ, positiv und inspirierend sind. Du und deine Seite beinhalten all diese Eigenschaften. Daher würde ich mich sehr freuen, wenn du die Nominierung annimmst. Fühl dich allerdings absolut zu nichts verpflichtet. Ich freue mich sehr, wenn du aus eigenen Wünschen an die Beantwortung der Fragen und Aufgaben herangehst. Wenn du dies nicht möchtest, so fühl dich frei, es nicht zu tun ❤

    Des Weiteren wünsche ich dir einen gesegneten und entspannten 3. Advent!
    Liebe Grüße
    Heike

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    1. Liebe Heike, vielen Dank! Ich freue mich sehr, dass du meinen Blog als kreativ, positiv und inspirierend empfindest! Bevor ich die Nominierung annehme, wollte ich aber nochmal nachfragen: Ich habe deinen link angeschaut, und bin dort unter der Liste der Nominierten nicht aufgezählt. Ich will mich natürlich nicht mit für jemand anderen gedachten Federn schmücken ;-).
      Dir auch einen wunderschönen und gesegneten 3. Advent!
      Liebe Grüße Maren

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      1. Liebe Maren 😉
        Ganz sicher hatte ich deinen Blog auch ausgewählt… Nun weiß ich auch, warum mir da beim Nachzählen stets einer fehlte. War der Meinung, dass ich den Link zu deiner Seite bereits hinzugefügt habe und hab mich gewundert, warum ich nur auf zehn Nominierungen kam. Oh jeh… das Alter lässt wohl langsam grüßen! Habe dann, nachdem ich nicht hinter des Schlüssels Lösung kam, wer denn nun fehlt, einen passenden, weiteren Blog ausgewählt, damit die Anzahl der „zu nominierenden“ wieder bei 11 liegt. *lächel* Dann habe ich nun 12 an der Zahl 😉 Macht auch nix! Denn es haben auch alle zwölf verdient 😉
        Vielen lieben Dank an dich für die Aufklärung meines Gedankenwirrwarrs ❤
        Liebe Grüße
        Heike

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      2. Liebe Heike,
        12 ist ja auch eine Glückszahl, oder :-)? Dann nehme ich die Nominierung natürlich gerne an – und fühle mich sehr geehrt!!! Wie lange Zeit habe ich denn, um die Aufgaben zu erfüllen? Darf ich auch Blogs auswählen, die schon mal benannt waren? Ich bin ja noch nicht so lange dabei, und weiß das entsprechend bei den meisten gar nicht … . Deinen Blog, den ich als sehr positiv und inspirierend empfinde, darf ich ja vermutlich schon mal nicht benennen ;-). …
        Liebe Grüße
        Maren

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      3. Liebe Maren,
        lass dir bitte soviel Zeit, wie du dir selbst auswählst und fühle dich absolut nicht unter Druck gesetzt damit 😉 Ich selbst habe auch seit Oktober diese Nominierung auf meiner To-Do-Liste gehabt 😉 Es sollten möglichst nur Blogs gewählt werden, die in der Liste nicht genannt wurden.
        Es freut und ehrt mich sehr, dass du meinen Blog so positiv bewertest ❤ Ein ganz liebes Dankeschön dafür!!
        Ach ja, und stimmt *lächel* Auch die 12 ist eine Glückszahl! Dann hat mein verwirrter Gedankenapparat ja doch mal etwas richtig gemacht! 😉
        Liebe Grüße
        Heike

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