Definitionen, Zitate, Nachdenklichkeiten

gemalt von Dörte Müller

Ja ja, blödes Thema. Ich weiß … Erst recht zu Ostern … . Aber manche Wörter begegnen mir in letzter Zeit so oft, dass sie eben einfach etwas auslösen – und m.E. eines genaueren Blickes lohnen. Also:

Exponentielles Wachstum = Ein mathematisches Modell, bei dem sich die Bestandsgröße in jeweils gleichen Zeiträumen immer um denselben Faktor vervielfacht.

„Infektion = Aufnahme eines Krankheitserregers und seine nachfolgende Entwicklung oder Vermehrung im menschlichen Organismus.
Infektionskrankheit (übertragbare Krankheit) = Durch Krankheitserreger oder deren toxische Produkte, die unmittelbar oder mittelbar auf den Menschen übertragen werden, verursachte Krankheit.“
(§ 2 Infektionsschutzgesetz)

Diese Definitionen entsprechen auch heute noch der „Keimtheorie“ Louis Pasteurs. Dieser hatte sein Wissen über Keime wohl zumindest teilweise über sehr „großzügige Auslegungen des Urheberrechts“ gewonnen von Antoine Béchamp, der allerdings zur Entstehung von Krankheiten eine andere Theorie vertrat:

Wenn ein Mensch erkrankt, müssen bereits zelluläre Dysfunktionen, totes Gewebe und Dinge im Körper vorhanden sein, die bereits „krank“ waren. Der Keim dringt in den Körper ein und vermehrt sich dort, weil dieser ihm einen idealen Nährboden liefert. Keime sind danach nur die natürliche „Müllabfuhr“ für totes und krankes Gewebe. (Sichtweise Béchamp)

„Könnte ich mein Leben noch einmal leben, würde ich mich dem Beweis widmen, dass Keime nur krankes Gewebe als ihr natürliches Umfeld aufsuchen, anstatt es zu verursachen. Vergleichbar mit Moskitos, die stehende Gewässer aufsuchen, Wasser aber nicht in solche verwandeln.“ (angeblich Rudolf Virchow im Alter).

Seltene Erkrankung = „In der EU gilt eine Erkrankung als selten, wenn nicht mehr als 5 von 10.000 Menschen in der EU von ihr betroffen sind. Da es mehr als 6.000 unterschiedliche Seltene Erkrankungen gibt, ist die Gesamtzahl der Betroffenen trotz der Seltenheit der einzelnen Erkrankungen hoch.“ (Bundesgesundheitsministerium)

FFP-2 Maskenpflicht: „Nur in gut belüfteten Räumen mit ausreichender Sauerstoffzufuhr tragen. Vor dem Tragen sprechen Sie bitte mit ihrem Industriehygieniker oder dem Betriebsarzt.“ (Nur mit Lupe zu lesende Hinweise auf der Packung unserer FFP2-Masken)

Meine Fragen dazu ????:

Ständig höre ich irgendwas von „exponentiellem Wachstum“. Was genau wächst denn da angeblich exponentiell? Was ist die Bezugsgröße? Die Gesamtzahl der Tests, die gemacht werden? Das käme mir plausibel vor. Aber diese Zahl wird leider nicht veröffentlicht, jedenfalls nicht so, dass es für mich ohne weiteres nachvollziehbar wäre. Je mehr Tests gemacht werden, desto mehr sind logischerweise „positiv“, auch „falsch positiv“:
„In einer Population mit niedriger Prävalenz, z.B. 3 %, wie bevölkerungsweit bei COVID-19 anzunehmen …, ist der positive Vorhersagewert äußerst schwach. …
Der positive Vorhersagewert errechnet sich als Quotient aus der Zahl der richtig positiv Getesteten und der Summe aller Personen mit positivem Testergebnis (bei Prävalenz von 3 %: richtig positiv 21 von 30, falsch negativ=9; richtig negativ: 921 von 970, falsch positiv=49): 21 plus 49 = 70. Er ist mit 0,30 erschreckend gering – 70 % der als positiv getesteten Personen sind also gar nicht positiv.“ (Die Aussagen sind entnommen aus dem Dt. Ärzteblatt 2020, 117 (24), Schlenger, Ralf.L)

Vielleicht ist die Prävalenz inzwischen deutlich höher? Nicht auszuschließen. Aber auch nicht zwingend. Das Ganze ist verwirrend. Muss das so sein? Könnte man nicht Darstellungen wählen, die ein klares Bild ergeben?
Die Anzahl der positiven Tests an sich ist nichtssagend (erst recht, ohne die Anzahl aller Tests dazu zu sagen.). Die Anzahl der tatsächlichen Erkrankungen wird nicht veröffentlicht. Kennt man sie überhaupt?
Keine Ahnung. In jedem Fall dürfte sie deutlich niedriger sein, als die Zahl der täglich veröffentlichten „Fälle“, deren hauptsächlicher Sinn es zu sein scheint, Angst zu erzeugen.
Wenn es so viele Menschen gibt mit „Seltenen Erkrankungen“, wie oben dargestellt – und zig Millionen Menschen mit „häufigen Erkrankungen“, warum reden wir dann seit über einem Jahr so ausschließlich von einer? Weil das Risiko so viel höher ist, diese eine zu bekommen, als eine der vielen anderen? Rein mathematisch gesehen erscheint mir das zweifelhaft…. .

Was mir aber viel problematischer erscheint: Folgt nicht das ganze Infektionsschutzgesetz einer veralteten Sichtweise auf Viren und Bakterien? Einer Sichtweise, die schon zu Pasteurs Zeit umstritten war, aber inzwischen doch eigentlich längst als widerlegt gelten sollte?
Wir WISSEN doch inzwischen, dass wir alle, jeder Mensch, Millionen von Bakterien und Viren beherbergen. Und ohne auch gar nicht leben würden.
Wir WISSEN, dass viele davon wichtige Funktionen haben, nur welche im Einzelnen, das wissen wir noch nicht so genau.
Wir WISSEN, dass unser Mikrobiom auch für unser Immunsystem eine wichtige Rolle spielt. Nur welche, das wissen wir noch nicht so genau.

Und wir wissen, dass unter den uns besiedelnden Mikroorganismen auch solche sind, die uns potentiell krank machen können – aber wohl nur, wenn das Gleichgewicht verloren geht, sie also aus irgendeinem Grund überhand nehmen.

Wir WISSEN NICHT, was genau passiert, wenn wir einfach mal unbedarft (bei mehr oder weniger gesunden Menschen) in das Gleichgewicht eingreifen. Aber genau das tun wir immer wieder gerne. Mit Impfungen, Antibiotika, sonstigen Medikamenten im Menschen (vielleicht sogar mit FFP2-Masken, deren längeres Tragen definitiv nicht gesund ist); mit Pestiziden, Insektiziden und sonstigen Giften in der Natur. Wir führen Krieg, weil wir etwas, was wir nicht genau kennen, zum Gegner erklärt haben. Und wenn die Natur es dann wagt, sich zu wehren, oder einfach nur trotz unserer Eingriffe zum Weiterleben tendiert, z.B. durch Mutationen, dann reagieren wir noch aggressiver.

Ist das wirklich sinnvoll? Ist die kriegerische Sichtweise, die dem Infektionsschutzgesetz zugrunde liegt, nicht einer alten Denkweise geschuldet? Einer, die nur 0 oder 1 kennt, „gut“ oder „böse“ und kein „dazwischen“ oder „sowohl, als auch“?

Mit dieser Sichtweise haben wir Menschen schon unglaublich viel Schaden angerichtet bei dem Versuch, irgendwelche Krankheiten zu bekämpfen. Eindrucksvoll in dem sehr lesenswerten, hier Keimtheorie | Medizinisches Coaching (medizinisches-coaching.net) verlinkten, Beitrag beschrieben.
Haben wir daraus irgendetwas gelernt?

„It´s the economy, stupid.“ (Bill Clinton). Ja, DAS wussten wir freilich schon vorher. „Gesundheitsschutz“ ist längst ein anderes Wort für „Wirtschaftswachstum“ und auch Kollateralschäden können dem „Wachstum“ dienen. Kleine und mittlere Unternehmen sind global gesehen wenig relevant. Die kann man opfern, so scheint es. Es wird wieder neue geben, denkt man vermutlich. Echtes „Wachstum“ spielt sich woanders ab. Das ist so. Aber wollen wir das?

Dass so viele Menschen, von denen ich angenommen hätte, dass sie „links“ seien – und die Globalisierung und ihre Folgen eher kritisch sehen -, sich ausgerechnet vor den Karren spannen lassen von Unternehmen wie Pfizer, billionenschweren Finanzunternehmen und -stiftungen und den großen Digitalkonzernen, das irritiert mich immer noch… .

Ich wünsche allen meinen Leser*innen frohe Ostertage, viel Spaß und Freude und ein gesundes Gleichgewicht!!!

Veröffentlicht von lachmitmaren

Ich bin voller Lebensfreude. Manchmal albern, manchmal ernst. Gute Zuhörerin. Vielseitig interessiert. Ich bin kritisch und hinterfrage die Dinge. Bin Volljuristin, staatlich geprüfte Heilpraktikerin, zertifizierte Lachyoga-Leiterin - Und Rheumatikerin seit gut 30 Jahren.

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8 Kommentare

  1. Guten Morgen, liebe Maren,
    magst du mal dieses Interview mit Aya Velasquez ansehen… ?
    Das passt ganz gut zu deinem heutigen Thema, denke ich.
    Ich habe es mir gestern abend angesehen und fand es sehr spannend.

    Viele liebe und sonnige Grüße, Hannah

    Gefällt 3 Personen

  2. Guten Mittag, liebe Maren,
    wieder ein sehr wertvoller Beitrag ! Das mit der „Keimtheorie“ Louis Pasteurs habe ich vor ein paar Monaten erfahren. Und auch „die Behauptung“, daß er damals schon von gewissen im Hintergrund wirkenden Kräften, genau aufgrund dieser Aussage, unterstützt und ins Rampenlicht gehoben wurde. Und wenn ich mich noch richtig erinnere, auf dieser Grundlage die Schulmedizin entstanden und traditionelle Heilmethoden nicht mehr gewünscht waren. Hinsichtlich politischer Gesinnung und einer Erwartungshaltung, die damit verbunden ist: dies wird in so einem großen Umfang benutzt um die Menschen zu spalten und ihnen Dinge zuzuschieben. Es ist ein Instrument und für mich letztendlich nichtsaussagend im Allgemeinen. Sind die Linken, sind die Grünen, sind die Rechten, … für den eigenbestimmten, selbst denkenden Mensch, dessen Wohl an erster steht ? Friedliche und freudige Ostern wünscht dir Elli

    Gefällt 2 Personen

    1. Du hast schon recht, „links“, „rechts“ etc. sind Zuschreibungen. Im Grunde nicht wirklich wichtig. Nur irgendwie derzeit sehr präsent.
      Sowohl bei Darwin wie auch bei Pasteur gibt es dieses Muster, dass ihre Vorstellungen schon zu Lebzeiten umstritten waren. Es jeweils „Kontrahenten“ gab, die andere Theorien vertreten haben, Theorien, die sich heute als vermutlich näher „an der Wahrheit“, (was auch immer die „Wahrheit“ ist) darstellen. Bei beiden gibt es den Vorwurf, dass sie gegenüber ihren Kontrahenten teilweise „Plagiat“ betrieben haben. Bei beiden wurden die Kontrahenten lächerlich gemacht, sie selbst hingegen „gepusht“. Und beide haben heute immer noch große Bedeutung, – und ihre Thesen zu hinterfragen, wird immer noch bekämpft. Und bei beiden dürfte das erheblich mehr mit gewissen wirtschaftlichen Interessen zu tun haben, als mit so etwas wie „Wissenschaft“…. . Aber bei beiden bricht das zum Glück auch mehr und mehr auf. Vor zehn Jahren hätte man noch nicht damit kommen brauchen, einen von beiden kritisch zu sehen. Heutzutage tun das hingegen auch mehr und mehr „wissenschaftlich orientierte“ Menschen.
      Dir auch friedliche und freudige Ostern!
      Liebe Grüße
      Maren

      Gefällt 2 Personen

  3. Ja, liebe Maren, Du bist auch noch immer dabei „Erklärungen“ für all den Hyp, den man uns da antut zu suchen und zu finden. Ein gesundes Immunsystem wäre die Lösung um nicht krank zu werden in vielfältiger Hinsicht (vor Jahren habe ich mich ausgiebig mit dem Säure-Basen-Gleichgewicht in unserem Körper beschäftigt – wir sind alle übersäuert – jedenfalls die meisten) Es gibt soviele Möglichkeiten krank zu werden, wenn man da nicht recherchiert….Auch die Psyche ist ein wesentlicher Teil, die einen Beitrag dazu leistet und Angst ist einer der größten.

    Gefällt 3 Personen

  4. „Links“ mit diesen Anführungszeichen geschrieben ist ja auch kein Zufall, sondern ein Symptom unserer Zeit. Was soll „links“ heute noch heissen? Eigenverantwortung ist mir ein Fremdwort? Bin moralisch überlegen? Zahlen sollen mal die anderen?

    Früher hatte man linkerseits noch Konzepte, Analyse und Utopien. Das scheint alles weg… Tja, Frohe Ostern.

    Gefällt 1 Person

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