abc-Etüde 16./17.21 – Redewendungen

Jemanden in die Pfanne hauen, das scheint mir ein beliebter Volkssport zu sein. Niedermachen, was einem nicht passt. Das macht Spaß, das gibt den Kick.  

Warum haut man eigentlich niemanden in den Topf? Der Volksmund trennt da feinsäuberlich: Das siedende Fett in der Pfanne wird als zerstörerischer für das zu Garende angesehen, als das kochende Wasser im Topf. Manche mögen´s heiß? Nee nee.
Vom zerstörerischen Akt des Garens in der Pfanne komme dieser Spruch. 

Beliebt ist es auch noch, jemanden zu grillen. Aber da geht man meist davon aus, dass dieser jemand wieder runter hüpfen darf vom Grill, wenn er nur erst die Wahrheit gesagt hat. Wer hingegen in die Pfanne gehauen wurde, erholt sich nicht mehr so schnell. 

In der Pfanne und auf dem Grill ist also nicht so schön.

Wenn hingegen jemand was auf der Pfanne hat, ist das gut, dachte ich. Aber weit gefehlt. Ich lerne, wer einem solchen Menschen gegenüber stand, konnte sich alles andere als glücklich schätzen, damals: Denn wer Schießpulver auf seiner Gewehrpfanne hatte, der konnte gleich los schießen. Also besser in Deckung gehen, wenn einer was auf der Pfanne hat!

Vom verrückten Hund in der Pfanne haben wir schon gelesen*, wobei eigentlich wohl der Geselle verrückt war – und den armen Hund in die Pfanne gehauen hat. 

Und dann kann man mit dem Ding auch noch jemandem eins überbraten. Oh weh!

So eine Pfanne scheint etwas sehr Gefährliches und Zerstörerisches zu sein.  

Aber vielleicht sollte ich mir da einfach ein Ei drauf backen? Im Sinne von „was interessiert`s mich“:
Ein Hoch auf die Pfanne!

Pfannkuchen machen nämlich glücklich. Jedenfalls mich :-).

_______________________________

*vgl: Etüde bei Christian (Wortverdreher):abc-Etüde, Frisch gehopft – wortverdreher (wordpress.com)

Wie immer mit Dank an Christiane für ihre Mühe mit den Etüden, deren Regeln hier Schreibeinladung für die Textwochen 16.17.21 | Wortspende von DORO|ART | Irgendwas ist immer (wordpress.com) zu finden sind und an Doro von DoroArt für die diesmalige Wortspende.

Veröffentlicht von lachmitmaren

Ich bin voller Lebensfreude. Manchmal albern, manchmal ernst. Gute Zuhörerin. Vielseitig interessiert. Ich bin kritisch und hinterfrage die Dinge. Bin Volljuristin, staatlich geprüfte Heilpraktikerin, zertifizierte Lachyoga-Leiterin - Und Rheumatikerin seit gut 30 Jahren.

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21 Kommentare

  1. Liebe Maren, das ist eine hochspannende Sache, den Redewendungen nachzugehen. Und den Hintergrund zu erfahren, die Begebenheit, die Sitte, die Zeit … die dahintersteckt. Und vielleicht auch, immer wieder, die Redewendung nicht mehr zu benutzen. So geht es mir ! Ein wunderfriedliches und entspannendes Wochenende, wünscht dir Elli. P.S. Kennst du die Geschichte mit dem dicken, fetten Pfannkuchen ?

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    1. Irgendetwas läutet in meinem Hinterkopf bei dem Stichwort „dicker fetter Pfannkuchen“ :-), ich schaue mal nach, was es damit auf sich hat… . Danke für deinen schönen Kommentar, liebe Elli, und dir auch ein wunderschönes glücklich entspanntes Wochenende!

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  2. Pfannkuchen machen glücklich? 😉 Das probiere ich aus! 😀
    Mir ist noch eingefallen, dass im Mittelalter die Strafe für Geiz war, „in siedendes Öl gelassen“ zu werden (Geiz galt/gilt als eine Todsünde). Ob die Hölle so große Pfannen hat/te, ist mir allerdings nicht bekannt.
    Dir ein schönes Wochenende und danke! 😀
    Mittagskaffeegrüße, ja, auch heute 😀

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      1. Ja, zum Lachen ist das eigentlich nicht, sondern eigentlich sehr schlimm, daß es solche Redewendungen überhaupt gibt und daß sie auch angewendet werden, um jemanden „fertig zu machen“. Und dann auch noch Spaß daran zu haben, ist ja noch schlimmer.
        Dennoch machte es anscheinend Spaß, diese Redewendungen in einer Geschichte einmal zusammenzutragen, damit wir einmal darüber nachdenken.

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      2. Das stimmt! Aber es ist ja zumindest in diesen Fällen nicht die Redewendung selbst, die den anderen verletzt, sondern sie beschreibt ein Verhalten, das andere verletzt. Aber klar, solche Redewendungen können dazu führen, dass ein verletzendes Verhalten als harmloser wahrgenommen wird, weil die Redewendung es irgendwie verniedlicht.
        Beim in die Pfanne hauen ist das sicherlich so.

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      3. Ja, die Redewendungen, die man eigentlich vermeiden sollte, ist das eine, das andere aber das Verhalten, das diese Redewendungen beschreiben und uns somit auf rohes Verhalten aufmerksam machen. (Manches Schlimme muß wohl auch mal beim Namen genannt werden, damit es überhaupt wahrgenommen wird.) Nun, in diesem Falle war es ein Wortspiel.

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