Gedanken einer Kinderseele (Beitrag zu Myriades Impulswerkstatt)

Ich habe eine Faszination für Religionen. Ich mag es, wenn mir Menschen von ihrer Religion erzählen, und ich mag es, Texte über die Inhalte der unterschiedlichsten Religionen zu lesen: Judentum, Christentum, Islam, Buddhismus, Hinduismus, „Schamanismus“, Daoismus, vedische Texte und manchmal sogar Texte über Quantenphysik.

Alles finde ich interessant. Und dann pflege ich alles in meinem Kopf zu vermischen und zu schauen: „Wo ist das Gemeinsame?“

Denn das Gemeinsame zwischen all den Unterschieden, das finde ich spannend. DAS scheint mir das Eigentliche zu sein. Das Echte. Die Essenz.

Und dann sehe ich mir Bilder wie diese beiden an, und das Kind in mir fragt, warum Menschen stattdessen so oft auf das schauen, was sie trennt in ihren Vorstellungen.

„Ja“, seufzt die Erwachsene, „Je dichter bestimmte Vorstellungen eigentlich beieinander liegen, desto wichtiger scheint das Trennende, die Abgrenzung zu werden. Oft zeigen Menschen diese sogar gerne nach Außen durch bestimmte Kleidervorschriften, Rituale und Symbole, mit denen man sich von anderen zu unterscheiden sucht. Das Befolgen gerade der trennend wirkenden religiösen Vorschriften wird zu einer Art Identität.

Aber auch anders herum haben wir es erlebt: Sich selbst religiös überhöht Habende, die anderen gewaltsam die Abgrenzung aufdrängen. Die diese zwingen, Symbole zu tragen. Symbole, die ausdrücken sollen „Ihr gehört nicht zu uns. Ihr seid „schlechter“ als wir, „wertloser“.“ Die gleichzeitig versuchen, Symbole und Versammlungsmöglichkeiten der anderen Religion zu zerstören. Die gar so weit gingen, zu versuchen, die anderen ganz zu vernichten – und nicht verstanden, dass sie die Wunden, die sie dabei verursach(t)en, den anderen UND sich selbst zufügen. Und zwar auf viele Generationen.“

„Aber bestimmt haben die Menschen daraus gelernt?“, fragt das Kind.

Die Erwachsene windet sich etwas: „Nun ja, ich glaube, sie sind dabei, zu lernen. Jedenfalls viele. Tief im Inneren suchen die meisten Menschen das Einigende, glaube ich.“

„Warum ist es so schwierig, das zu finden?“, fragt das Kind.

„Das weiß ich auch nicht so genau. Manchmal denke ich, es liegt an den „Schöpfungen“ der Menschen. Menschen haben Gedankengebäude erschaffen und Institutionen. Sie haben sogar ihre Religionen zu Institutionen gemacht. Sie haben Geld erschaffen, Unternehmen und Börsen. Sie haben „Eigentum“ erschaffen und Waffen, um dieses „Eigentum“ zu „sichern“.
Sie lieben es, zu erschaffen.
Und das sie das Erschaffen lieben, ist eigentlich auch gut,… glaube ich.  

Sie versuchen dabei, von der Natur abzuschauen. Auch das finde ich gut.

Aber mir scheint, ein großer Teil von uns Menschen hat noch nicht wirklich gelernt, dass es in der Natur einen ausgewogenen Zyklus von Leben / Wachstum und Begrenzung / Sterben gibt.

Menschen geben ihren Schöpfungen oft viel zu viel und viel zu lange Energie. Sie wollen nicht gerne zulassen, dass diese wie in einem natürlichen Zyklus sterben und junge neue Schöpfungen entstehen. Und je mehr Energie sie hineingeben, desto stärker entwickeln diese Schöpfungen ein Eigenleben.
So lange die Menschen es nicht schaffen, ihnen die Energie zu entziehen, wachsen solche Schöpfungen ungebremst immer weiter.

Dann werden Organisationen und Institutionen immer größer, wachsen ineinander, wuchern – und haben die Tendenz, alles andere zu verdrängen. Manche werden zu Weltorganisationen oder -konzernen. Und sie wollen dann bestimmen, welche neuen Organisationen entstehen und „leben“ dürfen, und welche nicht.
Solch ungebremstes Wachstum von einigen Organisationen und Institutionen macht das Gesamtwesen Menschheit / Erde aber zwingend krank. Denn es führt zu einer erheblichen Störung der natürlichen Zyklen der Natur.

Manche solcher menschlicher Schöpfungen ziehen ihre Energie sogar gerade aus Spaltung und Uneinigkeit, Wut und Angst der Menschheit. Sie versuchen daher, diese Energien zu befeuern. Geheimdienste und „Waffenschmieden“ jeglicher Art, aber auch Finanzkonzerne sind nur einige Beispiele. Solche Schöpfungen säen Spaltung und Uneinigkeit. Sie fördern Abgrenzung, Angst, Wut und Misstrauen. Denn das ist ihr Lebenselixier, das ihnen zum weiteren Wachstum verhilft.
So versuchen sie stets, die Menschen von der Suche nach dem Einigenden abzuhalten.
Und es gab und gibt viele solcher Institutionen auf dieser Welt… .“

„Aber das klingt gar nicht gut.“, sagt das Kind erschrocken. „Kann man da nichts machen?“

„Ich weiß es nicht, Kleines. Aber irgendwie glaube ich daran, dass die natürlichen Zyklen der Natur von Menschen letztendlich nur ge-stört, aber nicht völlig zerstört werden können. Und dass das auch für die Menschheit an sich gilt.
In jeder Bewegung ist die Gegenbewegung bereits enthalten.
Alles in dieser Welt durchläuft Zyklen. Keine Organisation oder Institution kann sich dem dauerhaft entziehen.  

Die Gedanken der Menschen hingegen, so sagen es manche alten Schriften, die sind unsterblich. Und vielleicht ist das sogar der Hauptzweck unserer Leben hier auf der Erde:
Zu üben, worauf man die eigenen Gedanken ausrichten möchte?

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Mit Dank an Myriade für Eröffnung und Betreuung der Impulswerkstatt, und ihre Juli-August-Einladung, die hier Einladung zur Sommer-Impulswerkstatt – Juli und August – MYRIADE – La parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée (wordpress.com) zu finden ist.

Veröffentlicht von lachmitmaren

Ich bin voller Lebensfreude. Manchmal albern, manchmal ernst. Gute Zuhörerin. Vielseitig interessiert. Ich bin kritisch und hinterfrage die Dinge. Bin Volljuristin, staatlich geprüfte Heilpraktikerin, zertifizierte Lachyoga-Leiterin - Und Rheumatikerin seit gut 30 Jahren.

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22 Kommentare

    1. Die Quantenphysik wird sich natürlich auch beschweren, dass ich sie einfach mal dazu geworfen habe …😉😇. Aber mir erscheinen tatsächlich auch diese Art Abgrenzungen nicht wirklich erforderlich.

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    2. Der Buddhismus wird von vielen wohl als Religion betrachtet, es gibt nur keinen Gott. Allerdings kann man buddhistische Meditation praktizieren und buddhistische Philosophie studieren ohne mit anderen Religionen „zusammenzustoßen“. Es gibt zB gar nicht so wenige christliche Theologen mit einem Nahverhältnis zum Buddhismus. Herzliche Grüße

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  1. …. und wenn die Wut und die Frustration sich nicht mehr öffentlich kund machen darf … z B. durch Verbote und Repressalien, untedrückt werten, kehrt sie sich destkrutiv nach innen und wird zu Wahnsinn und Krankheit. Vermutlich ist sogar Sport und Spiele, und Kunst so wieso, ein gutes Ventil dafür. Nur Kunst und Bildung sind jener unterdrückenden Macht eben subversiv, Konzerte, Theater und so weiter …. kontrolliert, Sport aber eher weniger. Ja!

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  2. Oh, erst jetzt, – soooo spät🕜 komme ich dazu, diesen Beiteg wenigstens anzuschauen. Von einem Lesen kann noch gar keine Rede sein. Erst recht werde ich jetzt nicht zum Kommentieren kommen. Die Uhr zeigt bereits 1.45 Uhr, also nach Mitternacht, und langsam werde ich müde und muß erst mal schlafen.

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  3. Die natürlichen Zyklen der Natur können letztendlich von Menschen nur gestört, aber nicht völlig zerstört werden, – ja, das glaubenich auch. Unsere menschlichen Eingriffe schlagen letztlich immer auf die Verursacher, also uns zurück, wenn wir nach solch einem Grundmuster tätig sind. Wer nur sich selbst zu erhöhen und zu „retten“ versucht, andere aber mit Füßen tritt und ihnen sämtlichen Boden zum Überleben entzieht, kann nicht auf „Gerechtigkeit“ hoffen. Er muß die „Früchte“ solch unbarmherzigen Tun ernten, früher oder später, und darf es nicht anderen zuschieben oder anlasten, was er selbst verursacht hat. Das ist eben ein Grundgesetz in der Schöpfung: Daß alles einen gerechten Ausgleich empfängt, damit das gestörte Gleichgewicht wieder hergestellt werden kann und die Balance der Waage wieder stimmt. – Das ist der eine „Arm“: Di1e ausgleichende Gerechtigkeit, Der andere „Arm“ der Waage ist die selbstlose Liebe. „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“ gab JESUS uns mit auf den Weg. Damit können wir einen Ausgleich schaffen.

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  4. Diese Welt mut den Augen eines Kindes zu betrachten, gefällt mir auch. Das erinnert ein wenig an den „kleinen Prinzen“ von Saint-Exuperie, vom Stil und von der Sprache her und von der Schlichtheit der Gedanken .“Werdet wie die Kinder“ sagte JESUS zu uns. „So Ihr nicht werdet wie die Kinder, werdet Ihr nicht in das Himmelreich kommen“. Mit Sentimentalität hat das nichts zu tun, sondern mit der Reinheit, Klarheit, Schlichtheit, Wahrheit der Aussagen. Hoch über uns Menschengeistern auf Erden lebt aber die Welt der Ideale. Die dort leben, brauchen nicht auf diese Erde zu kommen, um hier etwas gutzumachen. Sie wachen aber liebevoll über uns und kennen uns und unsere innere Gedankenwelt besser als wir selbst. Von dort her kommen Rat und Hilfe, auch beim Formulieren unserer Worte. Denn von der Art unserer Worte und Gedanken hängt sehr viel mehr ab als wir vermuten.🙏💖💕

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  5. Buddhisten schmunzeln meist, wenn sich Christen darüber „streiten“, ob der Buddhismus eine Religion ist oder nicht. Mit ist es gleich, wie ihr Buddhismus seht. Ich bin schließlich eine Anhängerin der Quantenphysik. Das musste ich jetzt einfach schreiben! 😊

    Ich mag den Text. Ohnehin mag ich philosophische Gedanken sehr gern. Danke dafür, dass du mich daran erinnert hast.

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