Todesangst – Unsere Urangst

Foto von Aleksey Sokolenko von Pexels

Ich bin einmal von einer Ärztin gefragt worden, wovor ich mehr Angst hätte:
Vor dem Prozess des Sterbens oder vor dem Tod an sich (also dem, was nach dem Sterbeprozess kommt).
Wahrheitsgemäß antwortete ich, dass ich keine sonderliche Angst vor dem Sterben habe, aber große Angst vor dem, was danach kommen könnte.

Sie antwortete mir, dass das irrational sei, denn die meisten Menschen würden genau anders herum empfinden.

Ängste als „Mehrheitsentscheidungen“? Kann auf Ängste überhaupt irgendeine Form von „Rationalität“ anwendbar sein?

Irgendeine Angst, die mit Sterben und Tod zusammenhängt, ist aus meiner Sicht jedenfalls tief in uns Menschen verankert.

Es ist diese Angst, die uns irgendwie nach Halt suchen lässt. Aneinander, oder auch an irgendwelchen Ideen oder „Idealen“.

Es ist diese Angst, die dazu führt, dass wir „gut“ sein wollen.
Und das, was wir an uns ablehnen, lieber nach Außen projizieren. Auf irgendwelche anderen, die wir dann bekämpfen und uns einreden, damit wären wir „gut“. Denn wir bekämpfen ja „die Bösen“.
Irgendjemanden im Außen zu bekämpfen, macht uns jedoch wohl kaum „gut“. Überhaupt irgendwie im Außen „rummachen“ zu wollen (auch in bester Absicht), ist wohl meist nur eine Ablenkung von uns selber.

Unsere Angst wurde schon immer von „Priestern“ ausgenutzt, die uns erzählt haben: „Wenn du tust, was wir dir sagen, dann bist du gerettet!“

Ich persönlich glaube kaum, dass die Kirche den Menschen Angst vor der „Hölle“ machen musste, damit diese ihr „gefügig“ sind. Die Angst war bereits da, den Menschen irgendwie immanent. Und die Kirche bot ein Erlösungsversprechen von dieser Angst: „Wenn Du uns folgst, tust, was WIR dir sagen, dann bist Du vor der Hölle bewahrt und kommst stattdessen ins Paradies.“

Heute scheinen viele in ihrem Innern zu spüren, dass dieses Erlösungsversprechen trügerisch war.
Dass sie einer Institution gedient haben und von sich selbst (und damit vielleicht dem Näherkommen an eine tatsächliche Erlösung von dieser Angst) eher abgelenkt wurden.

Viele haben sich daher enttäuscht von der Kirche abgewandt. – Allerdings oftmals nur, um sich anderen „Priestern“ zuzuwenden, die auch wiederum Erlösung von der Urangst versprechen.

Diese heutigen „Priester“ nennen sich „Wissenschaftler“ und die Institution, die sie vertreten „DIE Wissenschaft“.

Sie haben sich auf das von der vorherigen Kirche insoweit umgekehrte Geschäftsmodell verlegt, als sie behaupten, man müsse vor dem, was nach dem Tod kommt, keine Angst haben. Denn da „gebe es NICHTS“.

Würden die meisten Menschen diese Aussage tatsächlich tief in ihrem Innern glauben, dann würden wohl nur noch wenige Angst vor Sterben oder Tod verspüren. Es wäre ein Einschlafen – und weg. Was sollte daran furchterregend sein?

Irgendetwas lässt uns aber vermuten, vielleicht sogar tief im Innern WISSEN, dass es nicht so ist. Und irgendetwas muss daran so schrecklich für uns sein, dass wir dieses Wissen unbedingt verdrängen wollen.

Wir uns lieber permanent ablenken mit allem möglichen Zeug, mit dem wir vor uns selbst behaupten, es würde uns „glücklich“ machen.

Wir fürchten kaum etwas mehr als Einsamkeit, weil wir ahnen, dass dann das Verdrängte auftauchen wird. Dann, wenn wir mit uns alleine sind. Ohne Ablenkung. Ohne „Arbeit“, ohne Fernseher, Radio, Bücher, Besuche etc..

Wir fürchten Schmerzen. Weil sie weh tun. Weil sie uns zum Innehalten zwingen. Weil sie uns an etwas erinnern, an was wir nicht erinnert werden wollen.

Also rennen wir im Fall von Schmerzen oder sonstiger „Krankheit“ zu DER Wissenschaft und bitten um „Erlösung“:
Bloß schnell weghaben dieses Ärgernis… . Bloß schnell wieder „funktionieren“. Bloß schnell sich wieder ablenken können von dem, was wir nicht wahrnehmen wollen.

Seit einiger Zeit nun fließen starke heilsame Energien ein. Sie zeigen sich bei vielen Menschen:
Schmerzen nehmen zu. Körperliche und seelische.

Es ist ein Geschenk. Es wird der Beginn von etwas Wunderbarem sein.

Veröffentlicht von lachmitmaren

Ich bin voller Lebensfreude. Manchmal albern, manchmal ernst. Gute Zuhörerin. Vielseitig interessiert. Ich bin kritisch und hinterfrage die Dinge. Bin Volljuristin, staatlich geprüfte Heilpraktikerin, zertifizierte Lachyoga-Leiterin - Und Rheumatikerin seit gut 30 Jahren.

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8 Kommentare

      1. ich sehe schon, du bist auch Optimistin und ich hoffe ihr behaltet Recht. Selbst bin ich von Natur aus eine ungläubige Thomas*in und weiß nur, was ich sehe. Ich versuche aber, die spezielle derzeitige Energie zu nutzen, indem ich tue, was mir möglich ist. Im Innen und im Außen. Im Außen aktiv. Im Innen suche ich Gleichgewicht und Entspannung vor allem auch in der Sprache. Es ist eine sehr intensive Erfahrung.

        Gefällt 1 Person

  1. Wir transformieren und ja, das schmerzt tatsächlich. Ich erinnere mich täglich daran, dass ich schon in der neuen Welt bin und das alte Leben loslassen kann. Es klappt nicht immer, ich arbeite daran. und ich freue mich auf das Wunderbare das kommt!
    Liebe Grüße an dich.

    Gefällt 3 Personen

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