Alles nur eine Frage des Bewusstseins

Sie öffnete die Tür. DIE Tür in ihrem Bewusstsein, die bisher verschlossen gewesen sein musste. Wie sonst konnte es zu erklären sein, dass sie seit Jahren im Rollstuhl saß.

Das Gewitter, das der Wetterbericht für heute vorhergesagt hatte, würde helfen, hatte er gesagt. Die hochfrequenten Blitze reinigten die Atmosphäre und – wie Außen so Innen -, würden daher auch ihren Körper reinigen helfen. Hatte er gesagt.

Jeder erschaffe sich sein Leben und seine Lebensumstände selbst, hatte er gesagt. Es sei alles nur eine Frage ihres Bewusstseins und ihrer Betrachtungsweise. Sie habe die Freiheit, ihre bisher offenbar zu negative Betrachtungsweise jederzeit zu ändern. Ihr Bewusstsein neu zu programmieren. Energie nach ihren Wünschen und ihrem Willen zu lenken.
Alles, was sie tun müsse, sei, sich für die richtige Tür zu entscheiden. Sich zu entscheiden, aus der von anderen erschaffenen Matrix auszusteigen und selber zur Schöpferin ihres Lebens zu werden.
Dann werde das Universum ihr jeden Wunsch erfüllen. Selbstverständlich auch ihre Heilung. Es sei alles ganz einfach. Sie brauche nur ihren Geist einzusetzen und mit ihrer Vorstellungskraft zu arbeiten.
Hatte er gesagt.

Sie sah auf die dampfende Tasse heiße Schokolade vor sich. Und in ihrer Vorstellung wurde der rote Kopf vorne auf der Tasse zu einem kleinen Wesen, das in leuchtenden Farben zu irisieren begann. Einem Wesen, das das Getränk in ihrer Tasse auf wundersame Art verwandelte. Es mit den heilenden Farben des Regenbogens, mit Licht und Energie auflud.

Sie nahm einen ordentlichen Schluck des so erschaffenen Heil-Elixiers. Stellte sich vor, fühlte, wie das Licht dabei aus diesem Getränk ausströmte und jede Zelle ihres Körpers durchflutete. Fühlte, wie mit jedem Schluck, den sie nahm, alles Dunkle, Schadhafte, Kranke aus ihrem Körper vertrieben wurde.

Voller Dankbarkeit stellte sie die leere Tasse zurück auf das Tablett.

Dann ging sie.

Sie versuchte es jedenfalls … .


Ein Beitrag zu den von Christiane betreuten abc-Etüden, deren aktuelle Schreibeinladung hier https://365tageasatzaday.wordpress.com/2022/05/15/schreibeinladung-fuer-die-textwochen-20-21-22-wortspende-von-puzzleblume/ zu finden ist.

Und gleichzeitig ein Beitrag zu der von Myriade betreuten Impulswerkstatt, deren aktuelle Schreibeinladung hier https://laparoleaetedonneealhomme.wordpress.com/2022/05/03/einladung-zur-impulswerkstatt-mai-juni/ zu finden ist. Wobei ich zusätzlich zu dem Bild den von ihr gegebenen Impuls aufgenommen habe, die Geschichte mit „Sie öffnete die Tür“ beginnen und mit „Dann ging sie.“ (fast…) enden zu lassen.

Veröffentlicht von lachmitmaren

Ich bin voller Lebensfreude. Manchmal albern, manchmal ernst. Gute Zuhörerin. Vielseitig interessiert. Ich bin kritisch und hinterfrage die Dinge. Bin Volljuristin, staatlich geprüfte Heilpraktikerin, zertifizierte Lachyoga-Leiterin - Und Rheumatikerin seit gut 30 Jahren.

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30 Kommentare

  1. O ja, das Bewusstsein bestimmt das Sein, da ist was dran, ebenso wie umgekehrt , dass das Sein das Bewusstsein bestimmt. Und verändern kann man immer etwas.
    So weit, so gut. Der Rest allerdings ist meist Scharlatanerie und die Auswirkungen in jeglicher Hinsicht meist ziemlich furchtbar, speziell die Abkürzungen. „Du musst nur … dann passiert …“ (vor allem „nur“) funktioniert in der Regel nicht so wie gewünscht, leider.
    Gute Etüde, bietet viel Stoff zum Nachdenken. Vielen lieben Dank! 👍
    Sonntagmittagkaffeegrüße ⛅🌳☕🍪🌼👍

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    1. Ich bin ja im Grundsatz ein großer Fan von „mit dem Geist / Bewusstsein den Körper heilen“. Aber, genauso, wie ich es nicht leiden kann, wenn die Schulmedizin „Wundermittel“ anpreist (bei denen man sich dann nicht zuletzt vor allem darüber „wundert“, dass im Körper plötzlich lauter neue Beschwerden auftreten …), finde ich es auch eher unglücklich, wenn für alternative Methoden das „Blaue vom Himmel“ versprochen wird. Solche Methoden haben zwar meist keine unerwünschten körperlichen Schadwirkungen. Aber oft werden so hohe Erwartungen geweckt, dass das nur zu Enttäuschungen führen kann. Was die Leute dann frustriert und wütend macht, weil sie sich getäuscht fühlen. So dass sie sich dann komplett abwenden. Was schade ist. Denn in solchen Methoden steckt großes Potential. Das in guten Schmerz- oder auch Tumortherapien heutzutage ja auch von der Schulmedizin durchaus angewendet wird. Für mich ist das die Medizin der Zukunft. Und ich wünsche mir sehr, dass in DER Richtung noch deutlich mehr geforscht wird! Zu vollmundige Versprechungen scheinen mir da aber eher hinderlich.
      Herzlichen Dank für deinen lieben Kommentar! Es ist immer wieder schön für mich zu sehen, wie sehr du auf jede Etüde inhaltlich eingehst – und dir trotz der vielen Etüden die Mühe machst, wirklich jede ausführlich zu lesen und zu kommentieren. ☕☕☕🦋🌈

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      1. Gerade wenn mit dem „Bewusstsein“ gearbeitet wird, hängt viel von den Betroffenen ab, und ich denke, dass da vieles im Argen liegt – so viel, dass man Seiten damit füllen könnte, nicht nur Kommentarspalten. Ich unterstütze dich darin, dass die Schulmedizin gut beraten wäre, sich an den Grundsatz „So wenig Apparatemedizin wie möglich, so viel wie nötig“ zu halten, wobei „nötig“ das Wohl des zu Behandelnden bezeichnen sollte, und wie du weiß ich, dass es nicht so ist.

        Ich interessiere mich für die Menschen hinter den Etüden. Je mehr diese von sich zeigen, desto „besser“/tiefer/detaillierter werden/empfinde ich meine Kommentare – ich habe durchaus auch „Standardkommentare“, allerdings bemühe ich mich, irgendwas zu schreiben, wie die Etüde auf mich wirkt.
        Ich bin öfter nicht wirklich auf deiner Linie, aber wie ich bemühst du dich um eine/deine persönliche Wahrheit, und deswegen würde ich jederzeit mit dir irgendwo einen Kaffee trinken gehen – und vermutlich viel diskutieren 😉

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      2. Genau das ist es, was mir so gut gefällt an der Art, wie du die Etüden betreust. Man muss ja nicht wirklich immer und überall derselben Meinung sein. Wer ist das schon ..? Aber immer den Menschen hinter der Meinung zu sehen und als solchen selbst dann wertzuschätzen, wenn man gerade ganz anderer Meinung ist, als dieser, das finde ich wichtig. 💖🙏☕

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  2. Also, Maren dieser Text verblüfft mich wirklich Hätte ich ihn geschrieben, würde ich ihn als eine Kritik an den oft gefährlichen Scharlatanen im Esoterik-Business sehen, ist das aber für dich auch so? Oder geht sie am Ende womöglich doch? Die Geschichte erinnert mich auch an einen großartigen Film namens „Lourdes“.
    Auf jeden Fall hast du sehr elegant, drei verschiedene Vorgaben unter einen Hut äh…. in einen Text gebracht 😉 Die Blitze erinnern mich an Frankensteins Labor und das Lebendigwerden des kleinen Meinl-Kopfs ist auch sehr geschickt gemacht . Kurz gesagt, der Text gefällt mir sehr und es freut mich, dass du wieder einmal bei der Impulswerkstatt mitmachst !

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    1. Mein Wunsch wäre natürlich, dass sie am Ende geht … .😊, aber – wie ich schon gerade bei Christiane geschrieben habe -, halte ich das (noch….?) leider für eher unrealistisch … . Vielleicht wird so etwas irgendwann Realität? Wer weiß … .
      Ich freue mich jedenfalls aufrichtig über dein schönes Kompliment zu dem Text!!! 💝🎩👒

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  3. Das ist ja wieder voller Power und fordert heraus, so friedlich es auch klingt. Und das muß man erst einmal in sich arbeiten lassen.
    Es spricht daraus die intensive Beschäftigung mit Prophezeiungen im Internet, die sich jetzt ja häufen.
    Zuerst aber ist es natürlich wieder eine spannende und gute Verarbeitung der 3 vorgegebenen Worte.

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    1. Ich selbst beschäftige mich sehr wenig mit solchen Prophezeiungen im Internet. Dass das zuzunehmen scheint, fällt mir allerdings auch auf. Mir persönlich geben solche Prophezeiungen nichts. Ich weiß aber, dass sie vielen Menschen Hoffnungen machen. Aber auch da habe ich den Verdacht, dass manches etwas zu vollmundig daherkommt. Und der ein oder andere dieser „Propheten“ vielleicht auch sich selbst etwas zu wichtig nimmt. Denn wenn ich mir mal ein Video angeschaut habe, habe ich mich gefragt, wo da jetzt die spektakuläre Erkenntnis sein soll. Zitate, Vermutungen, Verweisungen auf geistige Botschaften /Bruderschaften / Kommitees (und was es da sonst noch so alles gibt). Und ich fragte mich, ob der „Prophet“ da nicht selber nur in einem geistigen Denkkonstrukt festhängt. Und / oder, ob der ein oder andere vielleicht auch hier nur zeigen will, wie toll er ist (und mit was für „wichtigen“ Wesen er in „persönlichem“ Kontakt steht , – also vergleichbar dem, wie das Prinzip Davos funktioniert …).

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      1. Ich möchte dazu im Moment nichts sagen. Das kann alles sein, kann aber auch nicht sein. Ich lasse es erst einmal auf mich wirken, bevor ich mir ein Urteil bilde. Wir müssen, glaube ich, feiner differenzieren und unterscheiden lernen und noch mehr: Auf die „innere Stimme“ lauschen lernen.

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    1. Die meisten meiner Texte haben viele verschiedene Aspekte. Du warst also hier keineswegs „zu schnell“. Ganz im Gegenteil freue ich mich, wenn Leser*innen mehrere Aspekte von meinen Texten auffallen! 🌈🍀💐

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  4. Sehr anregend Text und Kommentare! Zwischen der Überzeugung, „Jeder erschaffe sich sein Leben und seine Lebensumstände selbst“ und dem Irrglauben, eine lebhafte Einbildung könne chronische Krankheiten auf der Stelle beseitigen, spannt sich der ganze Bogen des uns wohl alle bewegenden Themas: wie sind Geist, Seele und Körper miteinander verbunden, wie beeinflusst eine Veränderung des einen die anderen beiden? Die Zuführung einer chemischen Substanz (Arznei, Impfstoff, Droge, Nahrungsmittel) wirkt, das weiß jeder, nicht nur auf den physischen Leib, sondern auch auf das seelische Befinden und die geistigen Erfahrungen und Überzeugungen. Und wenn eine große Freude oder ein großer Kummer die Seele berührt, wirkt sich das manchmal direkt auf Körper und Geist aus (über Nacht weißes Haar, Wunderheilung). Geistige Haltungen wirken ihrerseits sehr subtil auf den physischen Leib und die Seele des Menschen. Aber natürlich ist es nicht mit ein paar Meditationen und Beschwörungen getan. Die Automatik, die wir beim Einwerfen von Aspirin gegen Kopfschmerzen erwarten, können wir hier nicht erwarten. Denn „sein Leben und seine Lebensumstände“, auch seine Krankheiten, schafft sich jeder ja auch nicht im Nu, sondern langsam und stetig,durch sein Tun über diese und viele frühere Inkarnationen hinweg. Das zu verstehen und anzunehmen ist dann auch der Weg zur Umwandlung der unerwünschten Folgen. Was für den Einzelmenschen gilt, gilt auch für Kollektive (zB Familien, Völker) bishin zur ganzen Menschheit. .

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  5. Sehr schön hast du das Geschwurbel, das so manch selbsternannter „Heilkundiger“ von sich gibt, auf den Punkt gebracht. Die Message, man könne wirklich alles schaffen, wenn man es nur wirklich wolle, geht mir schon bei Disneyfilmen auf den Zeiger. Klingt hart, aber manche Reden mag ich einfach nicht mehr hören und manche Weisheiten nicht mehr glauben.

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    1. Ja, bei sogenannten „alternativen“ Methoden wird oft vermittelt, dass man an Wunder glauben solle. Die natürlich nur in den wenigsten Fällen wirklich eintreten (es gibt ja durchaus „Spontanheilungen“, und auch nicht ganz so selten, wie man meistens denkt; aber eben auch nicht wirklich oft). Und wenn einem dann wohlmöglich noch gesagt wird, es liege nur an einem selber, wenn das Wunder nicht eingetreten ist (man habe vielleicht einfach nur irgendetwas nicht „losgelassen“ …), dann kann das schon ziemlich nerven! 💝🦋

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      1. Ich würde so etwas ja nicht mal ausschließen. Wie sollte man es auch ausschließen können? Man weiß es schlicht nicht. Allerdings hilft es einem in der derzeitigen Existenz natürlich nicht. Und die Annahme, jemand habe sicherlich mal irgendwann etwas Schlechtes getan und sein Leiden deshalb verdient, ist manchmal vielleicht eher eine Ausrede für eigene Hartherzigkeit dem Leiden anderer gegenüber. Gleichzeitig steckt da ja auch noch die Vorstellung dahinter, dass man selber wohl in allen Inkarnationen immer ein unglaublich guter Mensch gewesen sein muss, weil man selbst so gesund ist … . Also vielleicht ist diese Vorstellung nur dadurch entstanden, dass manche Menschen sich eben selber gerne als „heilig“ wähnen … ?

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      2. Manch ein „Therapeut“, der mit seinen Heilungsbemühungen scheitert, sucht dann eine*n Schuldige*n … . Wer würde schon zugeben, dass die „Medizin“, die man erst so angepriesen hatte, wohl doch nicht so toll war …? Und wem nichts Besseres einfällt, der greift dann vielleicht schon mal zu etwas merkwürdigen Schuldzuweisungen … . Aber immerhin eine Königin … 😉

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  6. Es soll seltene Fälle psychosomatischer Lähmung geben, und man kaum vorhersagen, ob nicht selbst ein dubioser Scharlatan einmal den richtigen Hebel findet, um der betroffenen Person zu helfen, aber davon abgesehen tat mir am Ende des letzten Satzes dieser Etüde die Protagonistin schon leid, weil sie mit ihrer Gurugläubigkeit wahrscheinlicher im doppelten Sinne auf die Nase fallen würde. Persönliche Abhängigkeit, wie es das wiederholte „Hat er gesagt“ nahelegt, kann und will vermutlich gar nicht wirklich heilsam sein.

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    1. Ach, toll, dass dir das mit dem „Hat er gesagt“ aufgefallen ist! 💕😃 Ja, wenn der Therapeut idealisiert wird als DER Vater (also der ideale Vater, den man so gerne in der eigenen Familie tatsächlich gehabt hätte), dann ist das meist eher nicht heilsam. Sondern führt, wie du auch schreibst, leicht in eine Art Abhängigkeit von einer Person, in die man die Erfüllung eines Bedürfnisses nach heiler Welt hinein projiziert hat. Wenn Therapeuten so etwas fördern, halte ich das für bedenklich. Es ist allerdings in gewissem Sinne auch wieder verständlich. Denn Therapeuten sind ja auch nur Menschen – und Menschen freuen sich eben über Anerkennung. Gerade im medizinischen Bereich gehen Anerkennung und Wertschätzung, die ja gesund für alle wären, aber leider oft über in so etwas wie Bewunderung oder gar Ehrfurcht. Was dann für beide Seiten eher ungesund ist… .

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