Der Deal

Es war einmal vor langer Zeit.

Da beschlossen die fühlende Allseele und der schöpferische Allgeist, Wesen zu erschaffen, in denen sie sich körperlich vereinigen konnten. So konnte sie ihre Liebe, Freude, Glückseligkeit sinnlich körperlich erfahren. Und er seine Schöpferkraft potenzieren.

So schön.

Bis … es dem schöpferischen Geist nach Millionen Wiedergeburten langweilig wurde.

Spielchen. Machtspielchen. Sehen, was die erschaffenen Wesen tun, wenn sie leiden, Schmerzen haben, trauern, wütend sind. Spannend stellte er sich das vor. Lustig. ER würde es ja nicht spüren.

Es war klar, dass die Seele dabei niemals mitmachen würde. Denn SIE konnte ja fühlen.

Problem? Nicht für ihn.

Der Geist sprach sich selbst heilig, erklärte die Seele für nicht existent, und befahl den erschaffenen Wesen, IHN anzubeten.

Die meisten Menschen folgten ihm.

Doch eines Morgens … wachte der Allgeist auf. Betrachtete sehr nüchtern sein Werk. Und ihm wurde blümerant zumute. Alles sah so furchtbar kaputt und zerstört aus. Und wirklich lustig war es auch nicht, sich das Leiden anderer anzuschauen. Eigentlich primitiv.

Er entschloss sich, bei der Allseele anzutanzen: „Du warst doch immer für Heilung zuständig! Kannst DU nicht was machen?“

Die Allseele sah sich die Welt an. Sah die unzähligen seelenlosen Geistwesen, die herumirrten. Sah, wie diese Geistwesen die Einzelseelen von Menschen bedrängten. Sah, wie sie die Verbindungen zwischen Menschenseelen störten und zerstören. Die kostbarsten Seelen isolierten und versuchten, sich dort Seelenanteile zu stehlen.

Sie sah, wie hilflos die Menschen diesem widerlichen Treiben ausgesetzt waren, denn der Geist hatte sich für seine „Spielchen“ mit dem Machtmissbrauch verbunden. Wie sollten isolierte Seelen dem etwas entgegensetzen?

Sie schloss einen Vertrag mit dem Allgeist:
„Ja, ich komme, rette und heile.
Und DU löst deine sadistischen Seelenlosen Geistwesen auf. JETZT.
Und widmest deine gesamte Schöpferkraft dem Frieden, der Gemeinsamkeit, der Schönheit!
SOFORT!“

Wird der Geist SEINEN Teil des Vertrags erfüllen?!


Ein Beitrag zu den abc-Etüden, deren aktuelle Schreibeinladung hier https://365tageasatzaday.wordpress.com/2022/06/19/schreibeinladung-fuer-die-textwochen-25-26-22-wortspende-von-onlybatscanhang/ zu finden ist.

Veröffentlicht von lachmitmaren

Ich bin voller Lebensfreude. Manchmal albern, manchmal ernst. Gute Zuhörerin. Vielseitig interessiert. Ich bin kritisch und hinterfrage die Dinge. Bin Volljuristin, staatlich geprüfte Heilpraktikerin, zertifizierte Lachyoga-Leiterin - Und Rheumatikerin seit gut 30 Jahren.

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19 Kommentare

    1. Der, der sich vor langer Zeit von der fühlenden Allseele abgespalten hat.
      Und zum Beispiel so furchtbare geistige Konstrukte wie Nationalismus, Rassismus und noch viele andere als „Ideale“ dargestellte seelenlose Geistwesen hervorgebracht hat.
      Weil der Geist nicht fühlen kann, und genau deshalb Gefühle ja auch immer wieder für „minderwertig“ erklärt. Denn fühlende Menschen würde man eben NICHT dazu bringen können, ihren Bruder töten zu wollen, nur, weil der zufällig 300 km weiter östlich aufgewachsen ist, oder eine andere Hautfarbe hat … .

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      1. Letzteres wäre schön … . Ist es wirklich die „Verstandesherrschaft“, die das Problem ist? Wo Verstand herrscht, haben geistige Konstrukte wie Nationalismus und Rassismus doch gerade keine Macht.

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      2. Wir müssen auch unterscheiden zwischen Gefühl und Empfindung. Wo Rassismus u.ä.gedeihen können, spielen Gefühle meistens eine wichtige Rolle. Den Gefühlen fehlt aber auch meistens die Verbindung zum Geist, also zur Empfindung.

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      3. Mir ist natürlich klar, dass mein Text deshalb eine gewisse Empörung hervorruft, weil er u.a. auch das von der Bibel erschaffene Geistwesen bzw. das Geistwesen, das die Bibel erschaffen hat 🤔, berührt. Bis vor Kurzem wäre so etwas völlig undenkbar gewesen, weil es in Menschen extreme Angst erzeugt hätte, so etwas zu tun. Und sie mit jemandem, der oder die so etwas tut, auch auf keinen Fall etwas zu tun hätten haben wollen. Aber Geistwesen, die extreme Ängste erzeugen, wenn man sich ihnen entgegenzustellen wagt, die mit „Kontaktschuld“ und Drohungen „arbeiten“. Sind das wirklich von LIEBE geleitete Energien?!

        Wie kommt es, dass Menschen, die doch jeder einzelne ein winzig winzig kleiner Teil des Allgeistes (und der Allseele) sein müssten, überhaupt „verloren gehen“ können?

        Ist vielleicht doch vieles / alles ganz anders?

        Und ja, ich würde es mir für mich persönlich auch schöner vorstellen, „gefälligere“ Texte zu schreiben. Texte, wo mir nicht von vorneherein klar ist, dass irgendjemand sich bestimmt „auf den Schlips getreten fühlt“. Denn auch für mich ist das unangenehm.
        Ich hoffe sehr, dass es mir bald (wieder) möglich sein wird, nette kleine Etüden zu schreiben, die einfach nur gute Laune verbreiten sollen. Dieses Ziel endlich zu erreichen, dazu dienen all meine Etüden der letzten Monate.

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      4. Das eine ist die lichte Wahrheit. Das andere ist die Theologie. Damit das Wesen im AT der Bibel nicht wie ein herzloses Wesen verstanden wird, kam JESUS zu uns und hat das Alte überwunden.
        Aber wieder kam die Theologie und die Kirchen und machte aus dem Einfachsten etwas sehr Kompliziertes. Das abzuarbeiten, kostet unnötige Kraft und Energie.

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  1. Geist und Verstand meinen zwei total voneinander getrennte Ebenen. Geist hat etwas mit Empfindung und Herz und Seele zu tun und verbindet uns mit dem Hl. GEIST, dem Schöpfergeist. IHN werden wir nie erfassen können. Aber es wurden Wege vom LICHT zu uns Menschen gebahnt, damit wir nicht verlorengehen müssen.

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  2. Nein, wird es nicht. Das Tao, Yin und Yang, die Einheit der Gegensätze beinhaltet immer Werden und Vergehen, Aufbau und Zerstörung, Ordnung und Chaos. Dualitäten sind das, was unser Verstand versteht …
    Aber wünschen, Maren, wünschen würde ich es mir auch. Aus ganzem Herzen.
    Danke dir für die Etüde!
    Sonntagabendkaffeegrüße ☁️🌳☕🍪🌼👍

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  3. Ja, es könnte alles schöner und friedlicher sein. Aber wie viel ist möglich und sinnvoll, ehe das Ganze ins Gegenteil umschlägt?
    Ich bin da ganz bei Christiane, denn ich fürchte, im allumfassenden Frieden würde es auch den Menschen bald langweilig werden.
    Und du weißt ja: Wenns dem Esel zu wohl wird, geht er aufs Eis tanzen.
    Es braucht das Schwarz, damit wir das Weiß erkennen.
    Eine schöne Etüde, über die es sich lohnt, nachzudenken.
    Lieben Gruß

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    1. Tja, vielleicht ist das so 🤔. Ich weiß es nicht. Ich persönlich könnte gut mit allumfassenden Frieden, Liebe und Glückseligkeit – und ich würde ganz sicher so etwas wie Schmerzen und Leiden nicht vermissen!
      Wenn irgendjemandem zu langweilig ist, und er oder sie meint, für sich „zwischendurch“ was Unangenehmes zu brauchen, sei es drum. So lange diese Person dann ausschließlich für sich selbst was Unangenehmes erzeugt – und nicht auch anderen IHREN Frieden nimmt GEGEN deren Willen. … .
      🦋💐

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  4. Unsere Sprachlosigkeit, unser Nichtwissen sind erschütternd, das wird gerade jetzt unübersehbar! Ich bin Dir sehr dankbar für diese “ schonungslose “ Etude, liebe Maren! All unsre Gewissheiten stehen auf dem Prüfstand, ich habe die grosse Hoffnung auf eine Katharsis!

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    1. Herzlichen Dank, lieber Werner, auch für den link! Genauso sehe ich das auch! Und ich hoffe sehr, dass – wenn sich Bhutan jetzt mehr öffnet – die Welt von Bhutan lernt. (Und nicht etwa versucht wird, auch noch diesen Zwergstaat in ein Wirtschafts- und Finanzsystem hineinzuziehen, das sich doch längst als nicht glücklich machend entpuppt hat). 🦋🌈👍

      Gefällt 2 Personen

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