Auf ein Wort, liebe Mediziner*innen

Nebel auf dem Weg; Künstlerin: Dörte Müller

Dieser Beitrag ist inspiriert durch einen Bericht, in dem eine Ärztin ihr Buch vorstellte, mit dem sie eine bessere Arzt-Patient*innen- Kommunikation anregen wollte. Ich habe das Buch nicht gelesen, mich aber direkt gefragt, ob es nicht an der Zeit wäre, dass Patient*innen darlegen, was SIE sich wünschen von ihrem Arzt / ihrer Ärztin. Denn bisher wird mir zu oft eher das beschrieben, von dem Ärzt*innen DENKEN, dass Patient*innen es sich wünschten. Daher nunmehr meine ganz persönlichen Gedanken dazu (ohne Anspruch auf Verallgemeinerung):

Liebe Mediziner*innen, ich habe kein Problem mit dem, was Ihr so gern als Euer „Fachchinesisch“ bezeichnet. Ich habe „meine“ Autoimmunerkrankung seit gut über 30 Jahren und kenne die meisten der medizinischen Fachbegriffe zu meinem Krankheitsbild recht gut. Ich kenne auch die meisten Eurer Therapievorstellungen zu meiner Erkrankung recht gut. Ich habe (heute würde ich sagen: leider) sehr viele davon ausprobiert. – Und sie als nicht wirklich hilfreich empfunden, ganz im Gegenteil. Ich habe in all diesen Jahren viele Erfahrungen gesammelt. Und ich möchte, dass Ihr meine Erfahrungen und meine Wünsche respektiert!

Denn genau da liegt mein Problem mit Euch: Ich verstehe etwas Anderes unter KOOPERATION, als Ihr. Für Euch heißt Kooperation: Ich habe brav genau das zu tun, was Ihr mir „vorschlagt“ (Medikamenteneinnahme in vorgeschriebener Dosis zum vorgeschriebenen Zeitpunkt) und Euch möglichst dankbar zu sein. Für mich heißt Kooperation: Wir überlegen gemeinsam, was für mich hilfreich sein könnte. Ihr beratet mich nach bestem Wissen – und ich entscheide.

Liebe Mediziner*innen, ich würde mir wünschen, dass Ihr nicht so oft so furchtbar beleidigt reagiert, wenn ich Euch sage, dass ICH die Therapieentscheidung treffe, nicht IHR, denn es geht um MEINEN Körper. Mein Leben. Und dafür bin ICH die Expertin, nicht Ihr. Ich bin ein Mensch, liebe Mediziner*innen, und kein zu behandelndes Objekt, oder irgendwie dumm, nur weil ich zufällig eine Erkrankung habe.

„Sie sind hier in einer renommierten Klinik …“

Ich würde mir wünschen, dass Ihr meine Fragen ehrlich beantwortet, also zugebt, was Ihr wisst – und was nicht. Dass Ihr aufhören würdet, zu versuchen, Nichtwissen mit Arroganz zu kaschieren. Ich reagiere nicht ehrerbietig, sondern äußerst ungehalten, wenn Ihr mir auf meine Frage nach möglichen Nebenwirkungen der von Euch empfohlenen medikamentösen Therapie antwortet: „Sie sind hier in einer renommierten Klinik, also verlassen Sie sich auf das, was Ihnen gesagt wird.“

Gut, diese Aussage ist jetzt ein Vierteljahrhundert her. Aber die Haltung, die dahinter steht, die begegnet mir immer noch. Die eine sagt mir, all ihre anderen Patient*innen wären dankbar für das, was sie ihnen anbiete, und mein Wunsch nach einer anderen Herangehensweise sei anmaßend und undankbar. Was ich überhaupt bei ihr wolle. Der andere unterstellt mir, ich WOLLE ja gar nicht gesund werden, wenn ich „die Schulmedizin ablehne“, weil ich etwas anderes wünsche, als Medikamente. Und nimmt sich erstaunliche 45 Minuten Zeit (die ihm niemand bezahlt) – … nur um mir alles Mögliche an den Kopf zu werfen und sich mit mir zu streiten.

Liebe Mediziner*innen, Ihr kennt den Nocebo-Effekt. Und Menschen wie ich, die mit Medikamenten und Operationen in ihrem bisherigen Leben eher schlechte Erfahrungen gemacht haben, reagieren auf diesen Effekt besonders stark. Warum also meint Ihr, Druck ausüben zu müssen, damit wir trotzdem unbedingt ein bestimmtes Medikament einnehmen? Und / oder uns operieren lassen?

Warum wollt Ihr alle, egal wo ich hingehe, mir immer unbedingt irgendetwas verschreiben? „Wenigstens ein Schmerzmittel! Ich verschreibe Ihnen alles. ALLES!“ Das war ein Zitat. Bei jeder Krankschreibung wegen eines Infekts hieß es: „Wollen Sie nicht doch ein Antibiotikum?“ NEIN! WILL ICH NICHT! Und ich will auch nicht, dass Ihr mir mit irgendeiner Impfung, „etwas Gutes tut“. Auch, wenn Ihr mir damit pflichtgemäß immer wieder kommt. Tatsächlich finde ich nämlich nicht, dass Ihr mir und meinem ja ohnehin aufgeputschten Immunsystem damit „etwas Gutes“ tätet.

Eine andere Herangehensweise?

Ich will eine andere Herangehensweise. Eine ganz andere. Und damit beiße ich bei Euch leider immer noch auf Granit. Und werde in Euren Augen zur „Querulantin“ und „Feindin“. Und das lasst Ihr mich durchaus auch spüren.

Ich will nicht Symptome unterdrücken, Schmerzen wegdrücken, mein Immunsystem supprimieren, um „zu funktionieren“. Ich sehe mein Immunsystem nicht als zu bekämpfenden Gegner an, wie Ihr es tut. Für mich sind meine Immunzellen keine Aufständischen, die ich unterdrücken muss, indem ich ihre Boten ausschalte. Das ist Euer Bild des Immunsystems: Beim Tumor schwingt sich eine „bösartige“ Zelle sozusagen zum Diktator des Gesamtsystems auf. Sie muss daher mit allen Waffen, die uns zur Verfügung stehen, aggressiv bekämpft werden. So wie man einen Diktator eben bekämpft: Mit Stahl und mit Chemie oder Strahlen. Bei der Autoimmunerkrankung sind es „aufständische Immunkrieger“, die plötzlich körpereigenes Gewebe angreifen. Die werden ebenfalls mit chemischen Waffen unterdrückt. Als „modern“ gilt es heutzutage, mit sogenannten Biologicals (gentechnisch hergestellte Medikamente mit „lebendem“ Zellmaterial) die Botenstoffe auszuschalten. Da es eine Menge Entzündungsbotenstoffe gibt, gibt es auch immer neue Medikamente in diesem finanziell sehr lukrativen Bereich.

Kollateralschäden sind bei all diesen „Kriegen“ selbstverständlich in Kauf zu nehmen. Das empfindet Ihr als normal. So geht Ihr immer vor. Für Euch ist alles Krieg. Ob gegen Viren (wie zur Zeit weltweit), gegen Bakterien oder gegen körpereigene Zellen. Ihr habt immer noch das darwinistische Bild von Konkurrenz und Kampf und dem Recht des Stärkeren im Kopf. Und dieses Bild prägt Eure Medizin immer noch ebenso, wie es die weltweite Wirtschaft prägt.

Für mich hingegen war diese darwinistische Theorie noch nie logisch. Für mich ist der menschliche Körper ein Gesamtkunstwerk, das gerade bei Krankheit immer in seiner Gesamtheit betrachtet werden muss. Meinen Körper zu einem „Schlachtfeld“ zu machen, halte ich nicht (mehr) für eine gute Idee. Wie soll ich so „heil“ werden? Ganz werden?

Ich halte es für weise, mir vor einer Maßnahme zu überlegen, ob ich damit Kollateralschäden anrichte – und ob diese nicht vielleicht in ihren Auswirkungen das Ganze viel schlimmer machen.

Weisheit

Weisheit, liebe Mediziner*innen, ist etwas, was ich mir bei Eurer Vorgehensweise in deutlich größerem Ausmaß wünschen würde. Ihr habt so unglaublich viel Wissen angehäuft über irgendwelche Details, dass Ihr vor lauter Stolz über all die kleinsten Komponenten, die Ihr jetzt „kennt“, oft nicht mehr merkt, dass das ganze Wesen ein MENSCH ist. Ihr spezialisiert und spezialisiert Euch. Haltet Euch dann für hervorragende Expert*innen auf Eurem Gebiet und merkt nicht, dass Ihr zu eindimensional unterwegs seid und den Blick aufs Ganze verloren habt.

Ihr macht Euch lustig über Medizinsysteme, die Ihr für „primitiv“ oder „unwissenschaftlich“ haltet. Ob Schamanismus, TCM, Ayurveda, Homöopathie, Anthroposophie, Reiki, „Geistheilung“, biophysikalische Methoden usw., Ihr neigt dazu, all das zu belächeln. Als nicht belegt oder Humbug abzutun. Ihr merkt dabei nicht, dass Ihr mit dem, was Ihr für „wissenschaftlich“ haltet, bei Descartes und Darwin hängen geblieben seid. Dass Ihr grundlegende physikalische Erkenntnisse der letzten hundert Jahre vollständig ignoriert, weil sie nicht in Euer Weltbild passen. Ihr geht immer noch davon aus, dass Euer materialistisches, mechanistisches Weltbild die „Wirklichkeit“ widerspiegele. Und weigert Euch beharrlich, alle Evidenz dagegen auch nur zur Kenntnis zu nehmen.

Ihr seid fasziniert von Genetik und gebt Milliarden aus für Biotechnologie und die Erforschung von Antitumormitteln sowie von Impfstoffen, die an den Genen ansetzen. M-RNA, das ist gerade das Zauberwort für Eure Corona-Impfung. Ihr ignoriert dabei, dass die Epigenetik seit längerem zeigt, dass es die Umgebung ist, die über die Genexpression bestimmt – und nicht umgekehrt. Zytoplasma, wohl auch Darmflora und natürlich die Psyche. Es ist das „Milieu“, das in den meisten Fällen über Gesundheit oder Krankheit entscheidet. Die von Euch so verlachten medizinischen System wussten / wissen das alle.

All diese System bezogen Weisheit und Beobachtung in ihr Wissen ein. Ihr hingegen lehnt alles ab, was mit Bewusstsein, Weisheit, innerem Wissen zu tun hat, mit der Begründung, es sei nicht wissenschaftlich, weil man es nicht messen könne.

Ehrlich gesagt kommt mir Eure Wissenschaft so vor, als würdet Ihr ein Buch lesen, indem Ihr gewissenhaft jeden Buchstaben auf jeder Seite zählt und vermesst. So dass Ihr am Ende des Buches haargenau sagen könnt, wie oft welcher Buchstabe vorkam. Wie groß die Buchstaben jeweils waren, wie breit, welche Schriftart und wie viel Druckerschwärze welcher Qualität sie enthielten. Und vielleicht würdet Ihr noch eine Schätzung abgeben, wie lange es etwa brauchen werde, bis die Buchstaben auf dem Papier verblassten – und was man ggfs. dagegen tun könne.

Nur den Inhalt des Buches und die enthaltenen Gedanken, die hättet Ihr nicht bemerkt oder für irrelevant gehalten … . Schließlich konntet Ihr die nicht messen.

Wäre es nicht an der Zeit, das System wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen?

Liebe Mediziner*innen für Patient*innen wie mich ist es nicht so wichtig, ob „das Kind einen Namen hat“, wie Ihr mit Eurer ausgeklügelten Diagnostik oft zu glauben scheint. Denn diese Diagnostik dient selten der Ursachensuche, sondern der Auswahl der für diese Diagnose vorgesehenen Medikamente. Ich pfeife auf „leitliniengerechte“ Medizin (ich weiß, dass dürft Ihr nicht einfach tun, sonst bekommt Ihr erhebliche Unannehmlichkeiten). Diese „Leitlinien“ finde ich im Gegenteil sehr problematisch, weil sie im Prinzip vorschreiben, dass jeder Mensch mit gleichen Symptomen gleich behandelt werden müsse. Die bei Descartes und seiner Maschinenvorstellung des Menschen hängen gebliebene Medizin…. .

Liebe Mediziner*innen, Ihr könnt natürlich fragen, warum ich Euch überhaupt aufsuche, wenn ich das, was Ihr zu bieten habt, nicht will. Tatsächlich suche ich Euch inzwischen auch normalerweise nicht mehr auf, weil mir Euer Angebot eben so begrenzt erscheint.

Aber der Punkt ist: Ich HÄTTE ja durchaus gerne Hilfe. Denn ich habe natürlich auch sehr sehr viele „alternative“ Heilmethoden ausprobiert, arbeite viel an meinem Bewusstsein, mit Ernährung ohnehin schon seit sehr vielen Jahren, habe Ausbildungen mit verschiedenen gesundheitlichen Ansätzen selbst absolviert – und habe dennoch DEN Schlüssel, mit dem ich die vor vielen Jahren erfolgte „Fehlprogrammierung“ in meinem System rückgängig gemacht bekomme, (noch) nicht gefunden. Entgegen der schulmedizinischen Prognosen bin ich immer noch überzeugt, dass ein solches Rückgängigmachen prinzipiell möglich ist. Und ich würde mir von Euch, liebe Mediziner*innen eben auch immer noch wünschen, dass Ihr genau in diese Richtung Eure künftigen Forschungsbemühungen lenkt.

Ja genau: In Richtung Bewusstsein, Energiekörper, Chakren, Frequenzen, Wasserstrukturen in lebenden Systemen, Energiequalitäten, Zusammenwirken von Psyche und Körper usw. Warum nur sind viele von Euch immer noch so verbohrt und ignorant, all das so pauschal abzulehnen?

„Eine psychosomatisch wirkende Therapie? Das ist doch nichts für Sie! Sie sind doch RICHTIG krank.“

Auch das ist ein wörtliches Zitat eines Arztes, der diese Aussage mit einem Gesichtsausdruck verband, als habe er mir ein Kompliment gemacht. Wenn ich der Meinung bin, dass meine Erkrankung auch etwas mit meiner Psyche zu tun hat, bin ich FALSCH krank??

Warum denkt Ihr immer noch, dass Psyche und Körper voneinander getrennt zu behandelnde Gebilde und alles, was mit der Psyche zu tun hat, irgendwie peinlich sei???

Und mit so etwas wie Chakren brauche ich Euch in aller Regel natürlich schon mal gar nicht zu kommen.

Liebe Mediziner*innen, merkt Ihr nicht, dass Ihr Euch mit dieser mauernden Einstellung von Teilen der Bevölkerung immer weiter weg bewegt? Ihr habt bei chronischen Erkrankungen wenig zu bieten. Und Ihr weigert Euch, das zu ändern? WARUM?

Ursachen?

Ja, es stimmt, Ihr habt in der Tumortherapie in den letzten Jahren beachtliche Fortschritte erzielt und Ihr seid – zu Recht – stolz darauf. Aber der eigentlichen Frage, WARUM Tumorerkrankungen und Autoimmunerkrankungen seit Jahren so dramatisch zunehmen, der geht Ihr aus dem Weg. Stattdessen tut Ihr so, als sei Euer (Entschuldigung!) blödes Corona die Seuche des Jahrtausends, in deren Bekämpfung jetzt alle Anstrengungen gerichtet werden müssten. Haltet Ihr Tumor- oder Autoimmunerkrankungen für harmloser und weniger belastend als eine COViD-19-Erkrankung??? Was soll dieses Theater?

Müsstet Ihr Eure Anstrengungen und Forschungsbemühungen nicht viel mehr auf die Suche der möglichen Ursachen von Krebs und sonstigen schwerwiegenden Erkrankungen des Immunsystems richten, wenn Ihr der Menschheit wirklich einen großen Dienst erweisen wollt? Ihr behauptet zu wissen, was zumindest NICHT für die Zunahme dieser Erkrankungen verantwortlich sein könne: z.B. Impfungen, Zunahme elektromagnetischer Strahlung, 5G. Aber es sind Behauptungen, die mit „Wissenschaft“ nichts zu tun haben. Sie halten Euren eigenen wissenschaftlichen Standards nicht stand. Wieso wundert Ihr Euch, dass Menschen wie ich Euch diese Behauptungen nicht einfach so glauben?

Ja, ich weiß, Ihr seid eingebunden in die Zwänge von Pharmaindustrie, Gesundheitspolitik (die in Wahrheit Wirtschaftspolitik ist), und sonstigen wirtschaftlichen Vorgaben. Und dennoch: IST ES NICHT OFT AUCH EUER DENKEN, das Euch begrenzt? Und das eine echte Kommunikation mit Menschen wie mir nahezu unmöglich macht?

Liebe Mediziner*innen, die meisten von Euch WOLLEN doch helfen. Wieso weigert Ihr Euch dann so sehr, Euch in eine Richtung zu öffnen, die Euch bisher noch fremd ist? Wieso weigert Ihr Euch, wenigstens in Erwägung zu ziehen, dass genau dort vielleicht das wahre Potential für die Medizin der Zukunft liegen könnte???

abc-Etüden

Nachdem ich jetzt schon so viele schöne Geschichten unter den „abc-Etüden“ gelesen habe, habe ich Lust bekommen, auch selbst mitzumachen. Hier also mein Debüt zu der Wortspende: „Pilze – traurig – schlafen“

Langsam entspannte er sich, als der moosige Duft des Waldes ihn umfing. Er wusste, wo er finden würde, was er suchte, aber er ließ sich Zeit. Genoss das Geflüster des Waldes und hielt Zwiesprache mit den dortigen Wesenheiten. Entschuldigte sich bei ihnen für das, was er gleich zerstören würde. Er fand, das gehörte dazu. 

Es dämmerte bereits, als er Nachhause zurück kehrte. Seine Frau erwartete ihn schon. Schlecht gelaunt wie immer in den letzten Wochen, seit … . Bald würde er sich darüber keine Sorgen mehr machen müssen, dachte er, während er in die Küche ging. Mit einem kurzen Lächeln zu seiner Frau versuchte er zu kaschieren, wie viel Ekel er empfand, wenn er daran dachte, was er in Kürze mit ihr machen würde. Mit viel Sorgfalt bereitete er das Rezept für sie zu. 

Nach dem Abendessen beobachtete er sie gespannt. Wie würde die Wirkung sein? Würde er eine deutliche Reaktion an ihrer Haut sehen? Würde sie vielleicht ein Kribbeln spüren? 

Drei Stunden später: NICHTS. Keine Reaktion. Sie gingen zu Bett. Traurig spürte er, wie sie neben ihm weinte. Auch er konnte nicht schlafen .

Er hatte sich so viel Mühe gegeben. Aber das mit viel Liebe zubereitete Eichenblättergerbsäurefußbad hatte ebensowenig geholfen wie alles andere, was sie schon gemeinsam probiert hatten. Würde denn nichts helfen gegen diese verdammten Fuß-Pilze, die sie sich vor 4 Wochen im städtischen Schwimmbad zugezogen hatte?!

Erziehung

In Reih und Glied…. ; Künstlerin: Dörte Müller

„Du mit deinem moralischen Zeigefinger…“, sagt mein Mann immer liebevoll, wenn ich mal wieder predige, dass man Menschen dazu bringen müsse, mehr zum Schutz ihrer Umwelt zu tun. (Dass ich zum „moralischen Zeigefinger“ neige, sieht man z.B. deutlich in meinem Beitrag „Die Krone der Schöpfung“ …;-)). Dabei kannst gerade Du es überhaupt nicht haben, wenn jemand Dich „erziehen“ will!“

Das stimmt. Es ist ein Grund, warum ich auf diese Corona-Diskussion so stark reagiere. Ich kann es nicht ausstehen, wenn ich das Gefühl habe, dass Leute meinen, mich erziehen zu müssen. Mich in ihrem Sinne „verbessern“ wollen: Hin zu mehr „Gehorsam“ und weniger Unabhängigkeit. Das geht gar nicht!

Aber beim Umweltschutz … wenigstens so ein klein wenig… . Das müsste doch möglich sein. Wäre schließlich zum Nutzen aller…!

Erziehung? Vom Verstand her weiß ich, dass das nicht klappen wird. Ich kann Menschen meine Bedürfnisse und Gefühle mitteilen. Aber, ob sie meinen Bedürfnissen folgen wollen, muss ich wohl ihnen überlassen. Denn sie haben möglicherweise ganz andere Bedürfnisse, sehen etwas ganz anderes als „zum Nutzen aller“ an. Arbeitsplätze zu schaffen und zu erhalten, zum Beispiel. Manch eine*r braucht auch einen „ordentlichen“ Garten, mag weder „Unkraut“ noch Insekten. Oder ärgert sich – so wie ich die letzten Wochen …-, wenn die Vögel doch tatsächlich ganz dreist alle Trauben wegfressen, bevor sie reif sind.;-).

Dennoch: Fast alle Menschen neigen dazu, andere „erziehen“ zu wollen. Jede*r ist immer der Meinung, genau zu wissen, was für andere (oder für alle) gut ist.

Erziehungsformen

Erziehung läuft über Strafe. Tatsächlich scheinen erschreckend viele Menschen es sehr zu mögen, andere zu bestrafen. Wer sich nicht „an die Regeln hält“, müsse bestraft werden. So heißt es bei diesen „Corona-Regeln“ oft. Ob eine Regel sinnvoll ist oder nicht – und wer eigentlich bestimmt, ob sie sinnvoll ist, das sind zweitrangige Fragen. Die Regel ist da. Also muss sie eingehalten werden. Und wer sie nicht einhält, ist zu erziehen, indem er bestraft wird. Und wenn die Regel noch gar nicht da ist, wie die Maskenpflicht bei den Großdemonstrationen im Freien gegen die Corona-Regeln, dann wird sie eben im Nachhinein geschaffen. Auch eine Art Strafmaßnahme (denn die Infektionszahlen hatten ja gar nicht zugenommen nach den Demos, Infektionsschutz konnte also nicht wirklich die Begründung sein…).

Selbst gegenüber anderen Staaten ist diese Art des Erziehungsversuchs sehr beliebt. Zumindest was Russland angeht, meinen erstaunlich viele Politiker*innen, sie müssten dieses Land „erziehen“ über Strafmaßnahmen (Sanktionen).

Solche Art „Erziehung“ überzeugt die „zu Erziehenden“ allerdings so gut wie nie. Sie tun vielleicht kurzzeitig, was von ihnen erwartet wird (andere Staaten tun auch das eher selten). Aber nicht, weil sie es nunmehr aus ganzem Herzen tun wollen, sondern weil sie die Strafe vermeiden wollen. Die innere Auflehnung gegen die „Erziehenden“ nimmt hingegen meistens zu.

Erziehung läuft über Verbote. „Mit denen lässt DU dich nicht auf der Straße blicken! Wir sind schließlich eine anständige Familie. Und mit solchem „Gesindel“ wollen wir nichts zu tun haben!“

Erziehung läuft über Angst machen. Das mag bei Kindern funktionieren: „Wenn du auf die heiße Herdplatte fast, wirst du großes Aua haben.“ Wenn das Kind die Liebe spürt, die hinter der Aussage steckt, wird es sich vielleicht von sich aus daran halten. Erwachsenen zu sagen, „Wenn du keine Maske trägst, wirst du dich mit einer ganz furchtbar gefährlichen Krankheit infizieren.“, ist anscheinend für viele, aber durchaus nicht für jede*n überzeugend. Erwachsene, die sich die Zeit nehmen, Statistiken zu lesen, nachzudenken und Fragen zu stellen, könnten sich hier als „schwer erziehbar“ erweisen. Zumal Liebe hinter der Aussage auch nicht wirklich spürbar ist. …

Erziehung läuft über Beschämung. Auslachen. Lächerlich machen. Auch das ist immer wieder sehr beliebt. Was gibt es nur alles für „absurde Verschwörungstheorien“, ha ha … ! Wie dumm manche Leute sind, ha ha … !

Erziehung läuft über Manipulation. Angst machen gehört dazu. Aber auch Schuldzuweisungen: „Du bist schuld, dass Mami traurig ist, wenn DU …“. „Du bist schuld, wenn andere sterben, weil DU keine Maske trägst.“

Erziehung läuft über Belohnungen. Lob. Anerkennung. Den Wunsch, „dazu zu gehören“.

Viele dieser „Erziehungsformen“ scheinen zunächst zu funktionieren. Menschen, denen man Angst gemacht hat, sind oft sehr bereit, alles Mögliche zu tun, was von ihnen erwartet wird. Wenn sie damit ihre Angst reduzieren können.

Aber wehe, sie kommen irgendwann auf den Gedanken, dass sie manipuliert wurden… ! Wenn ich das Gefühl habe, dass jemand versucht hat, mir Angst zu machen, um mich zu manipulieren und für eigene Ziele zu instrumentalisieren, werde ich zum einen wütend und neige zum zweiten dazu, diesem jemand nie wieder irgendetwas zu glauben. Und das geht sicher nicht nur mir so.

Schuldzuweisungen und Beschämungen führen bei den so „Behandelten“ ohnehin normalerweise nicht dazu, dass sie sich den „Erziehenden“ verbunden fühlen und künftig von ganzen Herzen auf deren Wünsche eingehen werden. Mit dieser „Erziehungsform“ schreckt man vielleicht die schweigende Mehrheit ab, sich wohlmöglich bei nächster Gelegenheit genauso zu verhalten, wie die Beschämten. Das kommt auf den persönlichen Charakter der Leute in der „schweigenden Mehrheit“ an. Manch eine*r macht gerne mit bei den Schuldzuweisungen und Beschämungen (Teile der sogenannten Comedy-Szene scheinen gar davon zu leben nach meinem Eindruck). Manch eine*r fühlt aber auch den eigenen Gerechtigkeitssinn angesprochen und solidarisiert sich „jetzt erst recht“ mit den „Ausgestoßenen“.

Belohnungen, Lob und Anerkennung funktionieren begrenzt, schleifen sich aber ab. Selbst schon bei Kindern, erst recht bei Erwachsenen.

Tja, irgendwie: Andere „zu erziehen“ erscheint den meisten Erwachsenen wichtig. Aber sobald man als Erwachsene*r merkt, dass andere einen selbst „erziehen“ wollen, reagieren die wenigsten Erwachsenen erfreut. Denn als „Erziehende*r“ maßt man sich ja immer an, es besser zu wissen / klüger zu sein, als die zu Erziehenden. Und diese empfinden die Ansicht, dass sie „erzogen“ werden müssten, dann eben meist auch als Anmaßung und Beleidigung – und sind entsprechend empört.

Deshalb ist es m.E. eher kontraproduktiv, wenn die Verantwortlichen in öffentlich rechtlichen Medien denken, sie müssten einen „Erziehungsauftrag“ erfüllen. Von wem auch immer sie meinen, diesen „Auftrag“ erhalten zu haben. Komischerweise wundern sie sich oft sehr, wenn die, die sie „erziehen“ wollten, darüber gar nicht so begeistert zu sein scheinen. Und finden deren Empörung dann wieder total unverschämt, denn schließlich wollten sie ja „nur das Beste“ für alle. Und selbstverständlich wissen sie auch ganz genau, was dieses Beste ist. … .

Was wollen wir erreichen mit unserer „Erziehung“?

Eigentlich streben die meisten Menschen doch an, glücklich zu sein. Und wollen das auch für ihre Kinder. Ist unsere Art, andere zu erziehen, vor diesem Hintergrund wirklich so toll? Ich habe den Verdacht, dass meist nicht einmal den „Erziehenden“ ihre Erziehungsversuche wirkliche Freude machen, wenn ich deren sorgenvollen und ernsten Gesichtsausdrücke bei ihren Äußerungen betrachte…(obwohl sie sich dabei natürlich sehr wichtig vorkommen). Denen, die Adressaten dieser Versuche sind, machen diese Erziehungsversuche meist noch viel weniger Freude. Als Kind kann man oft wenig dagegen tun und fügt sich mehr oder weniger. Es scheint halt dazu zu gehören. Als Erwachsener hingegen ist man verärgert, wenn man sich als Adressat eines Erziehungsversuchs anderer Erwachsener sieht, und fügt sich in der Regel nicht.

Denn Erziehung, wie wir sie praktizieren, fokussiert fast immer auf das, was wir als „Schwächen“ anderer Personen (oder auch von uns selbst) wahrnehmen. Wir beurteilen, was eine Schwäche oder ein Fehlverhalten einer anderen Person sei, und wollen diese „ausmerzen“. Das Fehlverhalten macht uns Sorgen. Wir spüren die „Last der Verantwortung“, dieses Fehlverhalten korrigieren zu müssen. Selbstverständlich zum Besten der betreffenden Person. Und zum Besten aller. So rechtfertigen wir unsere Erziehungsversuche.

Was genau aber ist ein „Fehlverhalten„? Und wer bestimmt das? Ich persönlich neige dazu zu sagen, Fehlverhalten ist alles, was andere Lebewesen quält (auch über Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen), – also z.B. Massentierhaltung … . Andere sehen dies ganz anders. Und würden sich von mir mit dieser Aussage schwer beleidigt fühlen. Insbesondere, wenn ich dann wohlmöglich auch noch behaupte, die Abschaffung der Massentierhaltung wäre auch zu ihrem Besten und würde sicherlich auch ihrem Charakter gut tun… . Und dem Planeten sowieso.

Gerade die Debatte um die Landwirtschaft zeigt es m.E. gut: Mit „moralischem Zeigefinger“ erreicht man nichts, sondern erzeugt verärgerte Landwirte. Mit „freiwilligen Selbstverpflichtungen“ erreicht man auch nichts, wenn diese nicht aus dem eigenen Wunsch der betreffenden Menschen heraus entstehen, wirklich etwas verändern zu wollen. Dieser Wunsch wiederum hat etwas mit den eigenen Werten und Bewertungen zu tun, denke ich.

Natürlich kann man eigene Werte den eigenen Kindern vermitteln, indem man sie ihnen vorlebt. Und bei anderen Erwachsenen? Denen kann man sie ebenfalls vorleben. Aber zwangsweise „überbraten“? Aus solchen Versuchen sind furchtbare Religions- und Ideologiekriege entstanden. Weil Menschen meinten, ihre Werte anderen (gewaltsam) aufdrängen zu müssen. Und sich dabei noch eingebildet haben, sie täten ein gutes Werk.

Wenn wir mit unserer „Erziehung“ wirklich eine bessere Welt anstreben, vielleicht sollten wir es genau anders herum versuchen? Vielleicht ist der gesamte Gedanke mit der schwächenorientierten Erziehung eigentlich ein „Fehlgedanke“? Ich mag die positive Psychologie, die ganz klar davon ausgeht, dass Erziehung stärkenorientiert sein sollte. Aus dieser Sicht sollten Erziehende vorhandene Stärken fördern bei den ihnen Anvertrauten, statt zu versuchen, deren echte oder vermeintliche „Schwächen“ auszumerzen.

Auf die Bereicherung schauen, nicht auf die Schwächen

Inzwischen würde ich persönlich sogar noch einen Schritt weiter gehen. Ich finde, Erziehung sollte in erster Linie dankbarkeitsbasiert sein. Nicht versuchen, das Kind in irgendeine Richtung zu „ziehen“, von der man aus dem eigenen Leben heraus denkt, es wäre für das Kind die „richtige“. Sondern täglich zu üben, die Bereicherung wahrzunehmen, die das eigene Kind bietet und dafür ihm und der Schöpfung unendlich dankbar zu sein. Und darauf vertrauen, dass das Kind die für sie oder ihn „richtige“ Richtung selbst finden wird… . Nicht sich auf die vermeintlichen Schwächen des Kindes zu konzentrieren, von denen man denkt, dass sie seinem späteren „Erfolg“ im Leben entgegen stehen könnten. Sondern das einzigartige Wunder sehen, das jedes Kind ist.

Ich hätte es durchaus toll gefunden, so erzogen zu werden!

Kinder, denen auf diese Art Selbstliebe vermittelt aber auch gleichzeitig Dankbarkeit gegenüber der Schöpfung vorgelebt wird, werden vielleicht auch wundervolle dankbare Erwachsene werden. Die keinerlei Bedürfnis mehr haben werden, die o.g. „Erziehungsformen“ bei anderen (oder auch bei sich selbst) anzuwenden.

Utopie? Ja klar. Jedenfalls noch. Menschen in meinem Alter sind schließlich fast alle ganz anders aufgewachsen.

Und so gebe ich zu, ich muss noch ziemlich viel üben, um meinen „moralischen Zeigefinger“ zu stoppen und stattdessen die Bereicherung in den Menschen wahrzunehmen, die ihren Müll achtlos in die Gegend kippen… ! 😉 Tja, und manchmal will ich das auch gar nicht. Denn, auch wenn ich weiß, dass ich damit wenig bewirke: Manchmal tut es mir auch einfach nur saugut, meinem Ärger über Zeitgenossen, die ich als „ignorant“, „dumm“, „ihre Macht missbrauchend“ oder was auch immer ansehe, mal so richtig Luft zu machen… 🙂

Die „Krone“ der Schöpfung?

Künstlerin: Dörte Müller

Eines der Dinge, die ich an den von mir so oft gescholtenen öffentlich rechtlichen Medien ganz toll finde, sind die Naturdokus. „Planet Erde“, „Der blaue Planet“ o.ä., das sind oft spektakuläre Bilder von den Wundern dieser Erde. Die buntesten, exotischten, merkwürdigsten Geschöpfe in der Tiefsee oder auch in den Bäumen naturbelassener Wälder. Es scheint nichts zu geben, was es nicht gibt auf dieser Welt. Unglaublich faszinierend! Was für eine tolle Schöpfung!!!

„Um“welt oder „Mitwelt“?

… Und dann sehe ich die Bilder, wo über Tausende von Jahren auf dem Meeresboden gewachsene Korallensiedlungen durch Schleppnetzfischerei mal so eben unwiederbringlich zerstört wurden. Ich höre den „Umweltminister“ Brasiliens sagen, wie toll er das findet, den brasilianischen Regenwald roden lassen zu können, ohne dass großartig jemand protestiert. Der Präsident Brasiliens bezeichnet die Umweltbehörden gar als „Krebsgeschwür“.

Ich lese, wie viele Tonnen Pestizide selbst in Deutschland und sogar in Privatgärten immer noch jährlich ausgebracht werden, die unser Grundwasser vergiften. Ich höre, dass schon einer dieser Billionen von jährlich achtlos weggeworfenen Zigarettenstummeln rund 300 Liter Wasser verseuche und die Zigarettenfilter für einen großen Teil des Mikroplastiks in unseren Meeren verantwortlich seien. Ich sehe, wie viel Müll irgendwo von Leuten einfach in die Wälder oder in Gewässer gekippt wird. Wie viel Boden auch in Deutschland immer noch verdichtet wird. Wie Bohrinseln in Naturschutzgebieten stehen und weitere genehmigt werden. Wie Flüsse ausgebaggert werden, um sie für Großschifffahrt nutzbar zu machen. Wie viele Kreuzfahrtschiffe es gibt, die immer noch völlig ungefiltert ihre Abgase in die Luft blasen dürfen. Wie viel Müll jährlich produziert wird von den Industriestaaten, und wie viele als „Ressourcen“ angesehene Schätze der Erde permanent verantwortungslos ausgebeutet und verbraucht werden. Und so weiter … .

Und ich frage mich, sind Menschen die „Krone“ der Schöpfung? oder vielleicht doch eher ein „Corona-Virus“ der Schöpfung? Wobei die Corona-Viren ihren „Wirt“ normalerweise nicht zerstören. Wir Menschen hingegen tun das leider permanent und offenbar völlig gedankenlos. Haben wir nicht für die Menschheit weitaus wichtigere und drängendere Probleme zu lösen, als irgend so ein alles in allem doch eher harmloses Virus „zu bekämpfen“?

Die Natur hat uns so viele Wunder zu bieten. Und wir sehen diese nicht einmal, sondern definieren die Natur stattdessen als „bedrohlich“, „zu unterwerfen“, „zu bekämpfen“ und „auszubeuten“???

Vielleicht ist schon der Begriff „Um“welt ungünstig, weil er suggeriert, es gebe uns, und die Welt um uns herum? Statt uns als Teil dieser Welt zu sehen?

Wir beten Technik an. Und scheinen die raffiniertesten Wunder der Natur nicht einmal wahrzunehmen, es sei denn, sie können als Anregung für technische Lösungen dienen. Elon Musk, der die Grenzen der technischen Möglichkeiten immer weiter verschieben möchte, gilt als Star. Dem dann selbst im Trinkwasserschutzgebiet von Landesregierungen mit Beteiligung der „Grünen“ der rote Teppich ausgerollt wird für seine Gigafabrik. Das Ganze wird dann noch als Umweltschutz verkauft, weil er ja Elektroautos bauen will. Nur leider schützen der Bau einer Gigafabrik und der Bau von Autos die Um-/Mitwelt nicht, sondern sie verbrauchen enorm viel „Ressourcen“ (also Güter dieser Erde, von denen Menschen zu denken scheinen, sie wären ihr Eigentum). Autos gibt es auf diesem Planeten bereits eine Menge. Und sie sind für uns nicht lebenswichtig. Trinkwasser schon. Und verseuchtes Trinkwasser ist verloren. Wir haben eine Überproduktion von Autos in Deutschland. Der man nicht damit begegnen kann, dass man ständig neue Kaufanreize schafft, sondern damit, dass man die Produktion reduziert. Und dadurch diesen Planeten entlastet. Es macht keinen Sinn, ständig Dinge zu produzieren, die kein Mensch wirklich braucht, und die bald darauf wieder „verschrottet“ werden. Am sinnlosesten erscheint mir das bei Waffen. Was ist das für eine Spezies, die auf den idiotischen Gedanken kommt, etwas massenhaft zu produzieren, was bei der Produktion jede Menge „Ressourcen“ verschlingt – und keinem anderen Zweck dient, als Teile der Schöpfung zu zerstören???

Echter Mitweltschutz hätte etwas mit Konsumverzicht zu tun, nicht mit Konsumankurbelung. Und schon gar nicht mit Waffenproduktion und -export.

Natürlich will das niemand. Konsumverzicht. Exporteinschränkungen. Schon gar nicht in einer Zeit, wo die Wirtschaft wegen der weltweiten Corona-Lockdowns ohnehin zu kämpfen hat. Aber wäre es nicht an der Zeit, sich ganz verstärkt Gedanken zu machen, wie man weltweit zu einer wirklich mitweltfreundlicheren Wirtschaft kommen könnte? Umweltschutz im Sinne von Mitweltschutz ist etwas sehr viel weiter Gehendes als Klimaschutz. Längst nicht alles, was uns als Klimaschutz verkauft wird, ist Umwelt-/Mitweltschutz (s. Tesla …). Aber echter Mitweltschutz wird immer auch dem Klima gut tun.

Wäre es nicht an der Zeit, unsere Haltung zu ändern? Die Wunder der Erde viel mehr zu sehen, zu würdigen und zu schützen? Wahrzunehmen, dass Leben auf Kooperation aufbaut und alles mit allem verbunden ist? Uns keine Masken vor das Gesicht zu hängen, sondern die Düfte der Natur mit allen Sinnen wahrzunehmen – und dafür zu sorgen, dass wir die Luft, die wir zum Atmen brauchen, nicht ständig verschmutzen? Zu erkennen, dass wir reines klares Wasser zum Leben brauchen – und es kaum etwas Dümmeres gibt, als dieses Geschenk der Natur zu verunreinigen? Zu erkennen, dass Kampf und Krieg gegen andere Menschen und / oder die Natur ziemlich schlechte Ideen sind, die enorm viel Schaden anrichten?

Wäre es nicht an der Zeit, Abstand zu üben? Nicht von anderen Menschen oder der Natur, sondern von einer Haltung, die von Geldgier und Gier nach Macht über andere geprägt ist???

Natürlich geht all das nicht zwangsweise. Man wird weder Brasiliens Machtclique noch Landwirtschaftsgroßbetrieben mit Massentierhaltung in Deutschland eine andere Haltung „verordnen“ können. Man könnte Anreize anders setzen, also durch die Subventionspolitik in der Landwirtschaft nicht ausgerechnet die großen Betriebe fördern. Handelsabkommen mit Brasilien und anderen Staaten so ausgestalten, dass der Schutz natürlicher Ressourcen im Vordergrund steht.

Wie man an diesen Beispielen schon sieht, ist es meist nicht die „Schuld“ Einzelner, dass die Welt so ist, wie sie ist. Sondern weltweit steht für die meisten Menschen immer noch die Wirtschaft im Vordergrund und nicht der Schutz der Mitwelt. Jedenfalls nicht, wenn dieser zulasten der Wirtschaftsleistung gehen könnte.

Entfremdung

Für mich ist der Umgang mit diesem Virus ja auch ein Zeichen für unsere Entfremdung von unserer Mitwelt – und ein Grund, warum ich auf die verordneten Maßnahmen so negativ reagiere. Masken, Desinfizieren von allem Möglichen und Unmöglichem – und warten auf den vermeintlich „erlösenden“ Impfstoff: Die Um-/Mitwelt scheint extrem gefährlich. Der andere Mensch ebenso. Nur die von Menschen erfundene „Technik“, der Impfstoff, kann angeblich „retten“. Wenn jemand immunstärkende Mittel aus der Natur empfiehlt, Knoblauch, Thymian, Beeren, Cistustee, Vitamin D (Sonne) usw., gilt das als lächerlich. Man habe dann die „Gefährlichkeit“ des Virus nicht erkannt, verharmlose dieses auf „unverantwortliche“ Weise. So geht Entfremdung von allem Natürlichen.

Chancen?

Aber das Virus bietet zumindest die Chance, über einige Dinge nachzudenken, die vorher als völlig normal hingenommen wurden. Ob die Zustände in unserer Fleischindustrie, oder die schon lange kaputt gesparten Gesundheitssysteme in den meisten Staaten dieser Welt. Ob sich da wohl jetzt etwas tun wird zum Besseren?

Und vielleicht werden die Milliarden, die derzeit in die Forschung für einen Impfstoff gegen Corona fließen, künftig auch „sinnvoller“ ausgegeben: Zum Beispiel, im Einsatz für saubereres Trinkwasser weltweit? Da könnten Technik und Mitweltschutz vielleicht wirklich einmal segensreich zusammen spielen. Es müsste nur jemand bezahlen. Vielleicht wäre Elon Musk für eine entsprechende Aktion zu gewinnen… ;-)? Wer weiß!

Ich glaube ja schon, dass Menschen eigentlich sehr „machtvolle“ Wesen sind. Und als solche vielleicht auch das „Sahnehäubchen der Schöpfung“. Ich finde diesen Begriff schöner, als den der Krone, denn Sahne verbindet sich mit dem Gericht. Und macht dieses gleichzeitig ein bisschen feiner. Aber unsere volle Macht als Menschen werden wir wohl nur ausschöpfen können, wenn wir auch unsere Herzen nutzen und nicht nur unsere Gehirne. Da geht weltweit sicher noch Einiges… .

Aber es tut sich auch Einiges. So bin ich immer ganz begeistert, wenn ich in vielen Blogs lese (und auch in den Medien sehe), wie viele Menschen sich für andere Menschen und auch für die Natur engagieren. Sich als Teil der Schöpfung empfinden und diese Schöpfung als etwas sehen, was es zu bewahren und zu schützen gilt. Und nicht, als etwas, was man sich „untertan machen“, verbrauchen oder gar bekämpfen sollte.

DANKE Euch allen, die Ihr Euch engagiert für das Wohlbefinden anderer! Ob privat oder im Rahmen Eures Berufs oder auch mit kleinen Gedichten, Geschichten oder schönen Fotos in Euren Blogs, mit denen Ihr ein Lächeln auf die Gesichter Eurer Mitmenschen zaubert!!! Ich finde, Ihr seid die Sahnehäubchen der „Schöpfungsspeise“ und sorgt dafür, dass diese auf die Dauer immer feiner wird!!!

Fakt, Fake-News oder beides?

Wir bauen uns die Welt, wie sie uns gefällt – oder vielmehr, wie wir sie sehen… ; Künstlerin: Dörte Müller

Man müsse sich entscheiden, so wird es mir in Medien, Politik und auch in vielen Blogs etc. suggeriert: „Vernünftige“ Menschen glauben an „harte wissenschaftliche Fakten“ und legen diese ihrer Weltsicht zugrunde. „Die anderen“, das sind „weltfremde Esoteriker*innen“, oder gar „Verschwörungstheoretiker*innen“, die ihren Gefühlen mehr trauen, als den „Fakten“, – und denen man deshalb nicht trauen könne… . Und die man bekehren müsse. Hin zu einer „wissenschaftlichen“ Weltsicht.

Frühere Geistesgrößen wie Pythagoras und Platon (auf die die Begriff der „Esoterik“ möglicherweise zurückgeht) oder auch Newton hätten eine solche Ab- und Ausgrenzung vermutlich absurd und sicherlich nicht besonders „vernünftig“ gefunden, denn sie waren beides. Wissenschaftler und Esoteriker. Und hoch intelligent. Und ich nehme an, dass sie ihre Bewertung dessen, was sie wahrnahmen, auch nicht zwingend als die einzig „richtige“ Bewertung ansahen.

Eine einfache Weltsicht

Heutzutage ist Abgrenzung hingegen en vogue. Nicht nur zwischen Meinungen, sondern insbesondere auch zwischen Menschen. Eine Wissenschaft, die in ihrer Fixierung auf das messbare Detail immer einseitiger wurde, brauchte einen Gegenpol, so scheint es. Esoterik gilt heute als Synonym für „unwissenschaftlich“ und damit als „Unsinn“. Eine „Wissenschaft“, die sich ausschließlich auf das Außen konzentrierte, versucht(e) sich aufzuwerten, indem sie „das Innere“ abwertet(e). Inzwischen pocht in unserer Gesellschaft nahezu jede*r auf vermeintliche äußere „Fakten“, die niemand in Frage stellen dürfe. Wer sich auf „Fakten“ beruft, will in der Regel „wissenschaftlich“ und klug erscheinen. Wer die „Fakten leugnet“, ist damit automatisch „unwissenschaftlich“ und „dumm“. So wird es ständig suggeriert. Eine einfache Weltsicht.

Leider unterscheidet dabei kaum jemand zwischen „Fakten“ und „Bewertungen“. Es wird als selbstverständlich unterstellt, dass es unumstößliche und bewertungsfreie Fakten gibt und zwar jede Menge. Es ist der Traum von der „objektiven Wahrheit“.

Wahrheit? Oder Wahrnehmung?

Was gilt denn bei uns als Fakt?

Etwas, was durch eine „wissenschaftliche Studie eindeutig belegt ist“?

Ist es nicht bereits eine Bewertung, wozu ich eine Studie mache – und wozu nicht? Folge ich nicht bei dem Design der Studie und bei meiner Interpretation automatisch meiner Weltsicht, die ich ohnehin habe? Kann das dann „objektiv“, „wahr“, „nicht hinterfragbar“ sein?

Ich interessiere mich seit vielen Jahren für das Thema „gesunde Ernährung“ und finde es häufig geradezu lustig: Ob „vegan“, „Paleo“, „Rohkost“, „Vollwert“, usw., jede*r kann für die von ihm / ihr propagierte Ernährungsform auf Hunderte von Studien verweisen, wonach genau diese Ernährungsform jeweils die Gesündeste von allen sei. Manchmal werden für gegenteilige Ernährungsformen sogar die gleichen Studien zitiert, nur jeweils gegensätzlich interpretiert. Fakt? Oft heißt es auch: „Vor ein paar Jahren dachten wir noch aufgrund entsprechender Studien, z.B. zum Thema „Fette“, dass „gesättigte Fette“ sehr ungesund sind; heute „wissen“ wir aufgrund anderer Studien, dass das so nicht stimmt …“ . „Wissen?“ Es ist jeweils der aktuelle Stand der Forschung im Außen, der sich jederzeit wieder ändern kann. Natürlich ist es gut, wenn Forschung sich weiter entwickelt. Aber das heißt eben auch, was wir jetzt glauben, werden wir in einigen Jahren vielleicht schon nicht mehr glauben. Denn wir Menschen „wissen“ längst nicht so viel, wie viele Menschen „glauben“ (sorry, ich liebe solche Wortspielereien…). Ein Grund dafür könnte sein, dass die meisten Menschen heutzutage denken, es wäre klug, äußeren „Fakten“ und Bewertungen von „Experten“ mehr zu trauen, als der inneren Weisheit.

Wissen? Oder Manipulation?

Wünschenswert wäre für mich, wenn von diesen „Experten“ zumindest offen gelegt würde, was sie „wissen“, und was nicht. Wenn sie die Ganzheit des Systems jeweils ebenso im Blick haben würden, wie das Detail. Wenn sie „Weisheit“ genauso gelten lassen würden, wie äußere Messungen. Und wenn sie aufhören würden aus der Tatsache, dass es zu etwas keine Studien gibt, den logisch fehlerhaften Umkehrschluss zu ziehen, dass es das dann auch nicht gebe. Man kann z.B. aus fehlenden Langzeitstudien zu Impfnebenwirkungen nicht den Schluss ziehen, es gebe keine unerwünschten Langzeitwirkungen. Weil es für solche Wirkungen ja keine „Beweise“ gebe. Während man für die Gefährlichkeit von COVID-19 vermutlich bald „Beweise“ präsentieren wird. So etwas sind klassische (interessengeleitete) Zirkelschlüsse, die aber unter Verweis auf den „positivistischen“ Wissenschaftsbegriff bei uns als normal gelten und wenig hinterfragt werden. „Fakt“?

Nur Studien und Statistiken gelten zu lassen, hat für „interessierte Kreise“ den Vorteil, dass sie so anlegen und auslegen lassen können, wie es ihnen gefällt. Wenn sie das entsprechende Geld dazu habe. Sonst eher nicht, denn zu kleine Studien sind natürlich schon wegen der nicht repräsentativen Gruppe immer angreifbar.

Zahlen gelten bei uns gern als unumstößlicher Fakt. Was könnte „objektiver“ sein? Die gleiche Zahl kann allerdings je nachdem, in welchen Zusammenhang ich sie setze – oder eben nicht setze -, eine völlig andere Aussage beinhalten. Auch das sieht man in der Corona-Diskussion deutlich. „Objektiv“?

Geht so heutzutage „Wissenschaft“? Geht es wohlmöglich hauptsächlich darum, mit meinen Studien den Anschein zu erwecken, ich arbeite seriös und „faktenorientiert“?

Dogmatisch

Keine komische „Esoterik“, sondern „echte harte Wissenschaft“! Da glaubt man doch gleich viel mehr dran… . Wie das so ist mit dem „Glauben“ … ;-). Denn tatsächlich scheint mir persönlich das, was heutzutage so als „Wissenschaft“ verkauft wird, oft viel mehr mit Glauben zu tun zu haben, als mit Wissenschaft. Manches scheint gar sehr dogmatisch geworden zu sein. Ich habe im Internet unter „brandeins“ eine schöne Definition dazu gefunden: „Dogmatismus ist ein unselbständiges, von Glaubenslehren – den Dogmen – abhängiges Denken, im sozialpsychologischen Sinne eine Einstellung mit der starken Neigung, Auffassungen, die der eigenen widersprechen, strikt zurückzuweisen, ohne die Fähigkeit zu haben, Informationen anderer für sich selbst zu verwenden.“

Dogmatisches Denken wird von „Wissenschaftsjünger*innen“ gerne „Esoteriker*innen“ unterstellt, die angeblich irgendwelchen Gurus hinterher liefen und deren Glaubenslehren unhinterfragt übernähmen.

Aber, wenn ich mit dem Finger auf andere zeige, zeigen immer vier Finger auf mich selbst… . Die allermeisten „Wissenschaftsjünger*innen“ scheinen mir die Lehren ihrer Gurus (ebenfalls) völlig unhinterfragt zu übernehmen. Gar nicht auf den Gedanken zu kommen, dass vielleicht nicht alles ganz so „wissenschaftlich“ ist, wie es daher zu kommen scheint. Aber sehr empört zu sein, wenn andere diese „Wissenschaftlichkeit“ zu hinterfragen wagen. („Der Mann ist schließlich Virologe, wie können Sie dessen Aussagen in Zweifel ziehen…?“)

Mit dem Label „Fake-News“ wird dann versucht, die Auffassung, die der eigenen widerspricht, als „absichtlich falsch“ zu brandmarken und damit als etwas, woran nur „Dummköpfe“ glauben.

Echte Wissenschaft oder interessengeleitete Überheblichkeit?

Haben „echte“ Wissenschaftler*innen so etwas nötig? Würden „echte“ Wissenschaftler*innen jemals unterstellen, dass nur die eigene Auffassung „richtig“ sein kann? Würden sie nicht eher den Diskurs lieben? Die Blickrichtung von außen, die immer die Chance bietet, die eigene Wahrnehmung zu erweitern? Statt zu versuchen, sich mit vermeintlich unhinterfragbaren Fakten in einer Wagenburg zu verschanzen? Braucht man das? Warum? Warum besteht heutzutage in Wissenschaft, Politik und auch Medien so eine Angst vor dem gleichberechtigten Diskurs?

Meiner Ansicht nach lassen sich Fakten und Fake-News nicht mehr seriös voneinander trennen, sobald ich einen „Fakt“ mit einer Bewertung verbinde, – was nahezu immer der Fall ist. wenn ich dann unterstelle, dass meine Bewertung die einzig Richtige ist und von niemandem in Frage gestellt werden kann, dann wird der Fakt zu Fake-News. So gibt es z.B. in der Maskenfrage wissenschaftliche Versuche unter Laborbedingungen, die für bestimmte Masken zeigen, dass sie die Verbreitung von Tröpfchen und manche sogar von Aerosolen einzudämmen vermögen. Daraus den Schluss zu ziehen, dass ohne Masken die Infektionsrate signifikant steigen würde, ist jedoch unwissenschaftlich, denn für eine Infektion spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. So hat sich nach den Demonstrationen am 1.8. oder am letzten Wochenende sowie bei einer Techno-Boots-Party in diesem Sommer in Berlin gezeigt, dass sich die Infektionsrate nach keiner der Veranstaltungen signifikant oder überhaupt erhöht hatte. Obwohl auf allen diesen Veranstaltungen große Menschenmengen waren, kaum Masken getragen wurden und auch der „Abstand“ nicht immer eingehalten wurde. (Da alle Veranstaltungen im Freien stattfanden, war eine Erhöhung der Infektionsrate aus meiner Sicht auch kaum zu erwarten.) Auch die verbreitete Aussage, dass Deutschland wegen der Maskenpflicht „so gut durch die Krise gekommen sei“, ist durch nichts belegt. Es handelt sich um eine bloße Behauptung, dass zwischen den beiden Fakten (Maskenpflicht und wenig an COVID-19 Verstorbene) eine Kausalität bestünde. Es gibt bei vielen Menschen den Wunsch, dass es da eine Kausalität gibt, weil sie damit das Gefühl haben, etwas „gegen Corona“ tun zu können. Und sie glauben daher gern, dass es sich um einem „Fakt“ handele.

Das, was jemand als Fakt ansieht, ist in aller Regel keine „objektive Wahrheit“, sondern seine Wahrnehmung der Welt. Also seine subjektive Wahrheit. An und für sich ist das bekannt für jede*n, der / die sich für Kognitionswissenschaften interessiert. Leider tun das offenbar die wenigsten Politiker*innen und Journalist*innen.

Was hindert, die Wahrnehmungen anderer Menschen, einfach stehen zu lassen? Warum werden die Leute mit der anderen Ansicht bekämpft und versucht, sie „zu bekehren“? Oder, wenn sie die „Bekehrung“ nicht zulassen, sie in die Ecke zu drängen? Ihnen symbolisch einen „Aluhut“ aufzusetzen mit der Absicht, sie so als „dumm“ zu erniedrigen?

Aus meiner Sicht gibt es dafür nur eine Erklärung: Weil es nämlich „in Wahrheit“ auch bei den „Verleihern“ des Aluhuts, den „Faktencheckern“ und denen, die so gerne mit dem Label der „Verschwörungstheoretiker*innen“ bei der Hand sind, um Gefühle geht. Und gerade nicht um Fakten. Es geht meines Erachtens um Angst und Irritation:

Esoteriker*innen“ im Wortsinn, also Menschen, die vor allem auf die eigene innere Wahrnehmung hören, irritieren in einer Welt, die die äußere Sicherheit „eindeutiger Fakten“ braucht. In einer Welt, die „gut“ und „böse“ eindeutig unterscheiden können möchte. Die „das Böse“ im Außen bekämpfen möchte – und nicht im eigenen Innern.

Leute, die nicht so richtig in irgendeine Schublade passen, die mehr auf ihre Gefühle und ihre innere Stimme hören, als auf das, was man ihnen sagt, scheinen wie ein störender Stachel zu wirken in dieser Gesellschaft.

Zumindest, solange der größte Teil dieser Gesellschaft wenig Zugang zu den eigenen Gefühlen und Bedürfnissen hat. Und deshalb bereitwillig den äußeren Vorgaben folgt.

Ich persönlich bin jemand, die noch übt mit dem Zugang zu den eigenen Gefühlen. Aber durchaus schon jetzt am liebsten auf die eigene innere Stimme hört. Das gilt für die Ernährung ebenso wie für die Medizin und erst recht für Impfungen!

Denn das mit den „Fakten“, das erscheint mir persönlich leider viel zu manipulierbar. Natürlich sind auch Gefühle manipulierbar. Bei Angst geschieht das (nicht nur derzeit) in großem Stil. Häufig werden für diese Manipulation angebliche „Fakten“ genutzt. Auch bei Wut oder Hass geht das. Diese Manipulation ist aber nur möglich bei Menschen, deren Wahrnehmung im Wesentlichen nach außen gerichtet ist, die „Gurus“ oder „Experten“ brauchen, die ihnen sagen, was „richtig“ und was „falsch“ sei.

Ist das das eigentliche Problem? Das plötzlich immer mehr Menschen auftauchen, die ihrer eigenen Wahrnehmung folgen? Und sich nicht mehr so viel von außen sagen lassen? „Unverbesserlich“ sind? (Diesen Ausdruck des Berliner Bürgermeisters fand ich sehr vielsagend … .)

Wer Zugang zur eigenen (Körper-)Weisheit hat, braucht keine Ernährungsstudien. Und vermutlich auch keine Impfung gegen COVID-19. Er muss sich nicht sagen lassen, welchen „Fakten“-Bewertungen er zu glauben hat, und welchen nicht. Er traut sich, der eigenen inneren Bewertung zu folgen.

Fakt? Oder Fake-News? Selbst schon die Auswahl, wie oft ein „Fakt“ (wie z.B. ein Video) gezeigt wird, und welche „Fakten“ überhaupt gezeigt werden, und welche nicht, sind Bewertungen. Und als solche wirken sie manipulativ.

Die problematischen Fake-News, das sind für mich deshalb nicht die eindeutigen „Falschaussagen“, Theorien von „Echsenmenschen“, oder was auch immer es da gibt. Da ist für mich unmittelbar erkennbar, ob ich das nachvollziehbar finde, oder nicht. Problematisch finde ich die Aussagen, die so tun, als seien sie faktenbasiert und wissenschaftlich und unzweifelhaft „richtig“, mir unter diesem Mantel aber im Grunde nur eine bestimmte Bewertung „verkaufen“ wollen. Meine Wahrnehmung in eine bestimmte Richtung drängen wollen. Denn da brauche ich Zeit, die Möglichkeit zum Nachdenken und oft auch etwas Hintergrundwissen, um zu erkennen, dass man die Sache vielleicht auch ganz anders sehen könnte.

Echte Wissenschaft heißt für mich deshalb Fragen zuzulassen. Alles immer und immer wieder auch selbst zu hinterfragen. Ein*e echte*r Wissenschaftler*in wird für mich skeptisch, wenn jemand etwas als „unumstößlichen Fakt“ darstellt. Und echte Wissenschaft ist für mich kein Gegensatz zu Esoterik. Warum denn?

Dieses Bedürfnis, Menschen in „gut“ und „böse“, „vernünftig“ und „unvernünftig“, „klug“ und „dumm“, „wissenschaftlich faktenorientiert“ und „esoterisch verschwörungstheoretisch“ zu trennen, das Politik und Medien zu haben scheinen, halte ich für fatal. Solche Entwertungen anderer Menschen haben schon viel Leid auf dieser Welt hervor gebracht. Und sie erscheinen mir so unnötig!

Bedürfnisse

Künstlerin: Dörte Müller

Es handelt sich hier um einen Nachtrag zu meinem Beitrag: Warum versuchen wir es nicht mal mit Kommunikations-Regeln statt mit Corona-Regeln?“

Es ist mir jetzt doch ein Bedürfnis…, noch einmal meine Bedürfnisse ausdrücklich zu benennen, die meine Haltung in dieser Corona-Geschichte prägen:

  1. Ich hätte das Gefühl haben wollen, zu Dingen, die das (Zusammen)Leben relativ stark beeinflussen, in den öffentlich rechtlichen Medien neutral, sachlich und ausgewogen informiert zu werden. Dazu hätte für mich z.B. gehört, dass man die täglich als „Infektionszahl“ veröffentlichte Zahl positiver Testergebnisse immer ins Verhältnis setzt mit der Anzahl der insgesamt an diesem Tag Getesteten. Die bloße Zahl der positiven Testergebnisse ermöglicht keine Aussage zum Infektionsgeschehen. Dazu hätte für mich auch gehört, dass man nicht pauschal von „Tausenden Toten“ spricht, die an dem Virus gestorben seien, sondern auch hier die Zahlen ins Verhältnis setzt. Also z.B.: In den 6 Monaten mit SARS-CoV2 in Deutschland sind unter den rund 450.000 insgesamt in diesem Zeitraum in Deutschland Verstorbenen rund 9.000 Verstorbene, die das Virus in sich trugen. Ob sie an (und nicht nur „mit“) dem Virus verstorben sind, ist bekannt bei … % Der Altersdurchschnitt verteilt sich wie folgt: …; bei … waren folgende Vorerkrankungen bekannt…. . Bei … % sind Beatmungen erfolgt. Beatmungen erfolgen bei CoVid-19 nach folgenden Kriterien … (Letzte Aussage fände ich deshalb wichtig, weil nach Kritiker*innen bei COVID-19 zu oft und zu schnell und damit auch zu lange beatmet wird, was für die Betroffenen u.U. ein höheres Risiko darstelle, als die Erkrankung an sich.)
  2. Ich hätte das Gefühl haben wollen, dass vor weitreichenden politischen Entscheidungen, die unser aller Leben treffen, verschiedenste Expert*innen aus unterschiedlichen Richtungen angehört werden. Und dass man in diesen Runden in sachlichen unaufgeregten Gesprächen offen diskutiert, welche Maßnahmen in der Situation sinnvoll und gut sein könnten. Und die Ergebnisse entsprechend öffentlich kommuniziert und begründet.
  3. Ich hätte nicht das Gefühl haben wollen, dass in dieser Sache von Beginn an medial in großem Stil Angst geschürt wird, und verbal mit Beschimpfungen und mehr oder weniger passenden Zuschreibungen Stimmung gemacht wird gegen Andersdenkende. So dass sich das Aggressionspotential auf beiden Seiten ständig weiter erhöht hat.
  4. Ein weiteres Bedürfnis von mir ist, meine Sauerstoffzufuhr nicht durch eine Maske vor meinem Gesicht erheblich behindern zu müssen. So etwas bewirkt bei mir leichte Panikanfälle und ist bei meiner ohnehin bestehenden schweren Autoimmunerkrankung für mich ein großes zusätzliches Erschwernis. Auch möchte ich gerne mal wieder das Lächeln meiner Mitmenschen in den öffentlichen Verkehrsmitteln sehen … ;-).
  5. Ja, und mir ist es auch ein großes Bedürfnis, mein ohnehin überschießendes Immunsystem nicht durch eine Impfung zusätzlich reizen zu müssen – mit für mich unabsehbaren Folgen. (Bei der bisherigen offiziellen Rhetorik zu Corona, halte ich die Einführung der Pflichtimpfung leider für mehr als wahrscheinlich.)
  6. Und schlussendlich ist es mir ein Bedürfnis, dass in dieser Welt auch eine andere Haltung möglich wird: Eine Haltung, die Viren und Bakterien nicht pauschal als „böse“ und zu bekämpfen ansieht, sondern als etwas, was zu unserem Leben dazu gehört. Bakterien ermöglichen uns überhaupt erst unser Leben und auch längst nicht jedes Virus ist einfach nur schädlich. Im übrigen leben wir bekanntermaßen seit langem mit Corona-Viren und auch COVID19 wird uns wohl weiter begleiten.

Warum versuchen wir es nicht mal mit „Kommunikations-Regeln“ statt mit „Corona-Regeln“?

Gerne auch „sanktionsbewehrt“: Bei Verstoß 50 Ct in die Kaffeekasse…;-)?; Künstlerin: Dörte Müller

„Wir sollten mehr mit- als übereinander reden.“ Den Satz habe ich schon oft gehört. Nur erleben tue ich ihn selten – und schon gar nicht beim Thema „Corona“.

Miteinander ist etwas anderes als GEGENeinander!

Um mit einem heutzutage offenbar klassischen Missverständnis aufzuräumen: Miteinander reden heißt nicht, dass ich dem Gegenüber jetzt mal ordentlich die (eigene) Meinung sage, ihm sozusagen mit der eigenen Meinungskeule eins überbrate, damit auch dieser „Idiot“ endlich versteht, dass ICH recht habe…!

Ich habe dann nämlich gerade nicht versucht, MIT dem anderen zu reden, sondern GEGEN ihn. Es erscheint wenig verwunderlich, dass das dem Gegenüber meist nicht gefällt. Er holt seine eigene „Keule“ heraus, und das war’s dann mit der „Kommunikation“. Übrig bleibt dann nur die Erkenntnis, dass man mit dem / der anderen sowieso nicht reden könne – und der Streit, wer „schuld“ ist.

Echte Kommunikation hat viel mit Zuhören zu tun. Natürlich möchte man „die anderen“ von der eigenen Meinung überzeugen. Das liegt vermutlich in der Natur der Menschen. Und ich will das natürlich auch (schon alleine deshalb, damit diese Alltags-Gesichtsmasken endlich der Vergangenheit angehören… ;-)). Aber ich versuche zu verstehen, was die Menschen mit der „anderen Meinung“ antreiben könnte. Menschen, die so vehement die „Corona-Sicherheitsregeln“ einfordern, sie verschärfen und ständig kontrollieren wollen. Immer höhere Sanktionen gegen jede*n fordern, der / die gegen diese „Regeln“ verstößt.

Und ich wünschte mir, dass „die andere Seite“ mir genau das auch mitteilt. Was ist denn das eigene Bedürfnis, das hinter diesen Forderungen steht?

Ein existenzielles Sicherheitsbedürfnis aus Angst vor dem Tod durch das Virus? Dieser Angst könnte man mit einem neutraleren Blick, einer echten wissenschaftlichen Einordnung der vorliegenden wenigen Daten und Zahlen doch möglicherweise begegnen. Indem man sich die Todeszahlen unvoreingenommen anschaut und mit der jeweiligen Einwohnerzahl, der Zahl der positiv Getesteten, der Zahl der insgesamt Getesteten und den Todeszahlen aus anderen Ursachen ins Verhältnis setzt. Wenn man das ganz unvoreingenommen machen würde, könnte man eventuell auch erkennen, ob, und was die „Corona-Regeln“ gebracht haben könnten (in jeder Richtung). Auch könnte man dieser Angst medial begegnen, wenn man in den Berichten über Covid-19 die weit überwiegende Anzahl der ohne größere Komplikationen Gesundeten in den Vordergrund stellen würde, statt ständig Einzelfälle mit schweren Verläufen zu präsentieren.

Steht hinter diesen Forderungen das Bedürfnis, die Angst vor dem unsichtbaren Virus in Wut auf einen sichtbaren Feind umwandeln zu können? Nämlich auf die „Maskenverweigerer“, die damit in der Wahrnehmung der Befürworter sozusagen selbst zum Virus geworden sind? Zum „Sündenbock“, an dem man seinen Frust abreagieren kann? (Manch einer der wütenden Personen ist früher mit jedem grippalen Infekt zur Arbeit gegangen, nachdem sie sich „etwas eingeworfen hatten“, ohne sich je Gedanken zu machen, dass jeder Infekt Menschen mit schwachem ebenso wie Menschen mit überschießendem Immunsystem gefährden kann.)

Steht dahinter (insbesondere bei Politiker*innen) das Bedürfnis nach Machterhalt, oder -erlangung? Oder dem Erhalt von Ansehen, das man befürchtet zu verlieren, wenn man zugeben würde, sich geirrt zu haben? (S. dazu meinen Beitrag „Gesicht zeigen„).

Steht hinter diesen Forderungen die Meinung, wenn etwas staatlich vorgegeben sei, könne man selbstverständlich davon ausgehen, dass es gut und richtig und zum Wohle aller sei – und Menschen, die dagegen sind, damit das „Wohle aller“ gefährdeten und folglich „bekämpft“ werden müssten? Also vielleicht das Bedürfnis, „dem Staat“ und „den Experten“ unbedingt vertrauen zu wollen? Weil alles andere hieße, dass das Gefühl äußerer Sicherheit, an dem man sich bisher immer festgehalten hat, trügerisch war (vgl. meine Beiträge „Diese Welt ist eine sichere, oder?…“ und „Corona und die illusionäre Sehnsucht nach Sicherheit im außen„)?

Oder ist es gar nur ganz profan die Lust an der Abwertung Andersdenkender, weil man sich in der Mehrheit sicher und (moralisch) überlegen fühlt?

Ist es bei manch einem „Experten“ das Interesse, an dem Impfstoff mitzuverdienen? Oder die Sorge vor sozialer Ächtung, wenn man sich gegen die Mehrheitsmeinung stellt?

So ganz deutlich wird das in der öffentlichen Kommunikation nicht. Ich bemerke wenig „Ich-Botschaften„, in denen die Menschen mit der anderen Meinung mir mitteilen, welches Bedürfnis hinter ihrer Haltung steht und welche Gefühle. Das würde mein Verständnis fördern und mir eine echte Kommunikation mit Menschen anderer Ansichten erleichtern. Stattdessen jede Menge „Du-Botschaften“ im Sinne von „Du (also in dem Fall ich … ;-)) bist blöd.“

Auch habe ich wenig den Eindruck, dass MIR und MEINEN Bedürfnissen und Gefühlen offen und unvoreingenommen ZUGEHÖRT wird von den Menschen, die anderer Ansicht sind, als ich. Ganz im Gegenteil scheinen sie meine Motivation gerade nicht hören zu wollen. Warum eigentlich nicht? Weil man die eigene Ansicht unter keinen Umständen hinterfragen möchte? Es scheint so, denn statt Zuhören erlebe ich eher jede Menge klassische „Kommunikationskiller„, die geradezu systematisch angewendet zu werden scheinen:

Gewalttätige Kommunikation

Wer sich schon einmal mit der sogenannten „gewaltfreien Kommunikation“ nach Rosenberg beschäftigt hat, wird darauf gestoßen sein, dass es bestimmte typische Verhaltensweisen gibt, die jede echte Kommunikation nahezu unweigerlich verhindern. Kommunikationskiller.

Dazu gehören „moralische Urteile„. Man gibt dem anderen die Schuld. Bestimmt, wer RECHT hat. Definiert, wie der andere IST. All das kommt mir in der aktuellen Corona-Kommunikation sehr bekannt vor… . Besonders ärgerlich empfinde ich diese Versuche, zu definieren, wie ich bin. Nahezu täglich zu hören, was ich für ein Mensch bin, wenn ich die Corona-Regeln kritisiere. Dass ich Unrecht habe, ist selbstverständlich von vorneherein klar. Und ich habe das gefälligst auch endlich einzusehen.

Ein weiterer Kommunikationskiller sind „Vergleiche„, die oft der Erniedrigung dienen, Verallgemeinerungen verwenden und / oder falsche Maßstäbe verwenden. Auch dies ist verbreitet. Da werden z.B. plötzlich die Corona-Regeln mit der Gurt-Pflicht verglichen, nach dem Motto, wer gegen die Corona-Regeln sei, müsse ja „konsequenterweise“ jede staatliche Vorgabe ablehnen. Oder selbstverständlich auch gegen Hygieneregeln in Krankenhäusern sein. Ziemlich verquer, aber derzeit alles beliebte Vergleiche, die eine echte Kommunikation sofort zunichte machen. Weil unmittelbar deutlich wird, das Gegenüber will nicht wirklich kommunizieren, sondern abwerten.

Auch „Verantwortung weiterzugeben„, indem man die eigene Verantwortung an der Situation leugnet und stattdessen versucht, beim Gegenüber ein schlechtes Gewissen zu erzeugen, killt die Kommunikation. Das mit dem schlechten Gewissen läuft gerade auf eine Art ab, die ich als besonders perfide empfinde. Nicht nur, dass von Anfang an behauptet wurde, wer keine Maske trage, sei „unsolidarisch“ und gefährde andere. Inzwischen wird das kommunikativ auch noch mehr und mehr gemischt mit den beiden anderen „Killern“, den „moralischen Urteilen“ und den „Vergleichen“, indem wieder und wieder darauf hingewiesen wird, dass auch rechtsradikale Gruppierungen Demonstrationen gegen die Corona-Regeln angemeldet hätten. Offenbar will man damit implizieren, dass alle Kritiker*innen der Corona-Regeln eine Nähe zum Rechtsradikalismus hätten. Und damit an sich schon indiskutabel sind bzw. ein äußerst schlechtes Gewissen haben sollten, wenn sie sich nicht als rechtsradikal sehen, aber trotzdem ihre Meinung vertreten wollen. Den etablierten Parteien scheint dabei nicht aufzufallen, dass sie ihren Hafen für alle Corona-Kritiker*innen verweigern. Tatsächlich fühle ich mich in dieser Frage von keiner der etablierten Parteien vertreten. Das bedeutet nicht, dass ich deshalb eine „rechte“ Partei wählen würde. Aber, dass diese Parteien versuchen, hier offensichtlich brachliegendes Wähler*innenpotential für sich zu nutzen, erscheint mir naheliegend. Mit ihrer sehr einseitigen Kommunikation servieren die etablierten Parteien ein gewisses Wähler*innenpotential geradezu auf dem Silbertablett an „rechte Parteien“. Und kommen dabei aber ganz offensichtlich nicht auf den Gedanken, dass sie für entsprechende Wahlergebnisse eine gewisse eigene Verantwortung haben könnten.

Was genau verspricht man sich denn eigentlich von dieser doch sehr gewalttätigen Kommunikation in Sachen Corona? Gewaltfreie Kommunikation ist nicht einfach. Aber muss die Kommunikation hier wirklich derart gewalttätig sein – und vor „Killern“ nur so strotzen? Das ganze Thema wird doch damit immer schwieriger, und die Gefahr, dass wirklich Gewaltbereite Leute aufspringen, die mit Freiheitsrechten und bunter Vielfalt an sich wenig am Hut haben, immer größer.

Jetzt hat man in Berlin auch noch das Mittel der absoluten Nicht-Kommunikation gewählt: Demonstrationsverbot für die für diesen Samstag angemeldeten Demos gegen die Corona-Regeln. So etwas ist politisch selten klug. Kommunikativ sendet es ein aus meiner Sicht verheerendes Signal: Nicht nur: „Wir wollen Euch nicht zuhören.“ Sondern auch noch: „Wir wollen, dass Ihr Eure Meinung möglichst gar nicht erst ausdrücken könnt.“

Es sind doch dieselben Politiker*innen und Medienleute, die in vielen anderen Kontexten vor gewalttätiger Kommunikation warnen. Warum sind diese Menschen dann selber so oft so schlechtes Vorbild??? Und scheinen das nicht einmal zu bemerken?

Liebe Politiker*innen, liebe Medienvertreter*innen, bevor Sie sich das nächste Mal über Mobbing auf Schulhöfen beklagen, habe ich einen großen Wunsch an Sie: Bitte stellen Sie sich einmal die Frage, ob Sie sich eigentlich als „Vorbild“ in der Gesellschaft sehen. Falls ja, bitte versuchen Sie einmal so unvoreingenommen, wie es Ihnen möglich ist, „in den Spiegel zu schauen“ und sich ganz ehrlich zu fragen, welches (Vor-)Bild Sie in Sachen „Kommunikation“ abgeben (wollen)!

Und bitte, liebe Kritiker*innen der Corona-Maßnahmen bleibt friedlich! Kommuniziert gewaltfrei!

Gesicht zeigen…?

Lächeln und das Bunte genießen…! Künstlerin: Dörte Müller

Gesicht zeigen. Das galt vor nicht allzu langer Zeit noch als etwas Positives, durchaus auch Mutiges. Mutig ist es immer noch. Aber plötzlich in einem ganz anderen Sinn…. . In den Medien und vielen Kommentaren, werden Menschen wie ich, die sich keine Masken vor das Gesicht hängen möchten, heutzutage immer wieder als „unsolidarisch“, „unverbesserlich“, „Idioten“, „Verschwörungstheoretiker“ oder gar „rechtsradikal“ bezeichnet.

Weil ich der Meinung bin, dass man auch bei „dem neuartigen Corona-Virus“ die Kirche im Dorf lassen sollte, und weil ich es sehr unangenehm und meiner ohnehin stark eingeschränkten Gesundheit nicht zuträglich finde, meine Sauerstoffzufuhr durch eine Maske zu beeinträchtigen? Weil ich außerdem Menschen als bunt und vielfältig und normalerweise liebenswürdig ansehe – und nicht als potentielle Virenschleuderzeitbombe? Bin ich deshalb plötzlich eine Idiotin oder rechtsradikal??

Die mediale Welle rollt

Ich muss zugeben, aus politischer Sicht habe ich sogar ein gewisses Verständnis für all die „zum Schutz vor Corona“ getroffenen Maßnahmen: Zwar war zum Zeitpunkt des Lockdowns in Deutschland bereits deutlich ersichtlich, dass das Virus bei weitem so gefährlich und tödlich war, wie zwischenzeitlich mal befürchtet worden war. Aber, es starben (und sterben) Menschen. Ob an oder mit dem Virus wurde nie so genau untersucht. Schon gar nicht wurde das mit den „normalen Todeszahlen“ in anderen Jahren verglichen. Die Bilder aus China hatten in vielen Köpfen Horrorszenarien verankert. Das reichte. In den Medien wurde der Lockdown aus irgendwelchen Gründen schnell herbeigeredet. Für die Politik war zu befürchten, dass es skandalös aufgemachte Stories geben würde, über Menschen, die laut Story eventuell noch leben könnten, wenn die Regierung „rechtzeitig gehandelt“ hätte. Da wir in einer Kultur leben, in der immer jemand „schuld“ sein muss, wäre man als Politiker*in dann in den Augen der Öffentlichkeit schuld gewesen, am Tod dieser Menschen. Solche Schlagzeilen kann sich kein*e Politiker*in leisten, erst recht nicht ein Jahr vor der Wahl, also „beweist man Handlungsfähigkeit“ und beschließt den Lockdown, hält jede Menge Intensiv- und Krankenhausbetten frei etc. Ob die Todesfälle an / mit dem Virus (die ja in Deutschland hauptsächlich Menschen in Pflegeeinrichtungen etc. betrafen) durch den Lockdown signifikant abnahmen, wurde nicht wirklich geprüft. Dass das Freihalten der Intensiv- und Krankenhausbetten überflüssig war, zeigte sich schnell, wurde aber nicht so laut gesagt.

Lockdown – Erfolgsmodell, oder totes Pferd?

Der Lockdown wurde als wirksam gepriesen und mehrfach verlängert. Natürlich. Wenn ich mich einmal entschieden habe als Politiker*in, auf ein Pferd aufzuspringen, kann ich nicht kurze Zeit später wieder absteigen, mit der Begründung, dass ich festgestellt hätte, dass das Pferd tot war. Ein*e solche*r Politiker*in würde medial zerrissen bei uns und von der Öffentlichkeit für unfähig gehalten. Je nach persönlicher Präferenz, entweder, weil er die wahre Bedrohung nicht erkannt habe und die Bevölkerung „nicht schütze“, oder weil er überhaupt erst den Lockdown beschlossen habe, obwohl das Pferd auch zu dem Zeitpunkt schon tot gewesen sei. Es blieb also kaum etwas übrig, als das Pferd mit Vehemenz weiter zu reiten, selbst wenn ein*e Politiker*in es selber für tot gehalten hätte.

Auch für Herrn Drosten oder Herrn Wieler blieben vermutlich im Grunde nicht viele Optionen: Es wäre sicherlich schlimmer gewesen, wenn Herr Drosten, der anscheinend als Hauptberater für die politischen Entscheidungen fungierte, die Gefährlichkeit des Virus dramatisch unterschätzt statt dramatisch überschätzt hätte. Insofern gehört ein gewisser Alarmismus wohl zu seinem Job dazu und erscheint mir okay. Für problematischer halte ich es, dass wir in einer Welt leben, in der es für „Experten“ fast unmöglich ist, zuzugeben, sich geirrt zu haben. Nachdem die Prognosen von Drosten, wonach das Virus so gefährlich sei, dass es Millionen Tote alleine in Deutschland fordern könne, öffentlich geworden waren, wäre es für ihn kaum möglich gewesen, kurze Zeit später eine (öffentliche) Kehrtwende zu vollziehen. Er hätte sein Renommee verspielt, in der Öffentlichkeit hätte es künftig geheißen: „Ja der, der hat doch das letzte Mal schon total daneben gelegen. Was ist denn das für ein „Experte“?“ Also blieb auch für ihn kaum etwas anderes übrig, als das Pferd weiter zu reiten, vor der Gefährlichkeit des Virus, den unbekannten Langzeitwirkungen einer Erkrankung, der „zweiten Welle“ etc. weiter zu warnen, selbst dann, wenn er davon selbst nicht (mehr) überzeugt gewesen sein sollte.

Auch Herr Wieler hätte sich kaum irgendwann hinstellen können und sagen können, „Die Zahlen, die wir Ihnen jeden Tag präsentieren, sind eigentlich ohne jede Aussagekraft. Da wir nie flächendeckend getestet haben (in repräsentativen Stichproben der Gesellschaft), und zu Beginn und Hauptzeit der „Pandemie“ sogar äußerst restriktiv getestet haben, haben wir keine belastbaren Zahlen über die tatsächliche Aktivität des Infektionsgeschehens. Abgesehen davon, dass wir nicht genau wissen, wie sicher diese Tests eigentlich sind. Nach allem, was wir sehen, scheint das Virus relativ ansteckend zu sein, bei einem großen Teil der Infizierten aber harmlos oder sogar weitgehend symptomfrei zu verlaufen. Die Dunkelziffer der Infektionen vor dem Lockdown dürfte also weitaus höher gewesen sein, als die von uns veröffentlichten Zahlen. Was bedeutet, dass die Sterblichkeit an dem Virus (gemessen an der Zahl der Infektionen) vermutlich noch weitaus niedriger war, als von uns angegeben. Wir wissen all das nicht wirklich, aber es liegt nahe.“ Der Mann wäre vermutlich seinen Job los geworden, wenn er so etwas gesagt hätte…. .

Maskenpflicht

Ich habe sogar aus politischer Sicht gewisses Verständnis dafür, dass man dann diese Maskenpflicht eingeführt hat. Nachdem man sich zunächst vorsichtig vorgetastet hatte (zuerst wurden noch recht viele „Experten“-Stimmen öffentlich, die nicht so überzeugt schienen), wurde schnell klar, dass weite Teile der Öffentlichkeit durch die permanente mediale Angstmaschinerie so besorgt waren, dass sie der Maskenpflicht positiv gegenüber standen. Es gab ihnen das Gefühl, selbst etwas „gegen das heimtückische Virus tun“ zu können. Diesem nicht machtlos ausgeliefert zu sein. Für viele war das so eine Art Rettungsanker. Gleichzeitig gab es durch die Maskenpflicht für die Politik die Chance, relativ elegant aus dem Lockdown herauszukommen, ohne dass zu viele Fragen gestellt würden. Denn jetzt hatte man ja einen anderen „Schutz“. Natürlich muss dieser nun „konsequent durchgesetzt“ werden mit vielen Kontrollen und Bußgeldern. Dann bleibt man als Politiker*in weiterhin „Macher*in“. Und so etwas wollen „die Leute“. Jedenfalls, wenn man ihnen genug permanente Angst gemacht hat.

Natürlich ist man als „Macher*in“ wenig begeistert, wenn plötzlich mehr und mehr Leute auftauchen und fragen, ob das so vehement gerittene Pferd nicht wohlmöglich schon lange tot und die Maßnahmen entsprechend unsinnig seien. Diese Stimmen will man nicht hören, schon gar nicht will man ihre Verbreitung, also macht man die Leute möglichst schlecht.

All das kann ich in gewisser Weise verstehen, auch wenn ich persönlich es nicht gut finde. Wenn mediale Wellen erstmal rollen, bekommen Dinge eine gewisse Eigendynamik, der auch Politiker*innen dann relativ machtlos ausgeliefert sind. „Gesicht zeigen“, indem man sich als Politiker*in einer solchen medialen Welle entgegen stellt, grenzt in unserer Gesellschaft leider an politischen Selbstmord.

Neutraler kritischer Journalismus???

Und genau das ist der Punkt. Denn, wofür ich kein Verständnis habe, ist die Unterdrückung und sogar aktive Bekämpfung von Meinungsvielfalt bei diesem Thema durch die Medien. Zu Beginn war durchaus noch einigermaßen neutral berichtet worden, dass davon ausgegangen werde, dass das Virus bei rund 80 % der Infizierten harmlos verlaufen werde, bei rund 20 % schwerere Verläufe zu erwarten seien und in Einzelfällen (insbesondere bei alten Menschen und Menschen mit schweren Vorerkrankungen) auch tödliche Verläufe zu erwarten seien. Das entspräche wohl ungefähr dem Bild wie bei vielen anderen Viruserkrankungen auch. Und es entspricht für mich auch dem Bild, das sich dann auch tatsächlich gezeigt hat. Zu Beginn kamen auch noch zumindest ganz gelegentlich Expert*innen zu Wort, die sich kritisch hinsichtlich der grassierenden Panikmache äußerten, weil sie das Virus keineswegs als „Killer-Virus“ ansahen.

Dann stand plötzlich der Lockdown in Rede, und das mediale Bild änderte sich. Kritische Expert*innen bekamen keinerlei Gehör mehr. Sie wurden diffamiert und mundtot gemacht, wohingegen alles, was die angeblich unglaublich große Gefährlichkeit des Virus belegen sollte, völlig kritiklos und unhinterfragt von den Medien übernommen wurde.

Wenn man in den Medien von Anfang an Runden mit Wissenschaftler*innen gemacht hätte, in denen diejenigen, die das Virus als höchstgefährlich ansahen, offen und gleichberechtigt mit denen hätten diskutieren können, die das anders sahen, hätte die Bevölkerung in Deutschland weitaus weniger Angst gehabt. Die Leute hätten sich ihre Meinung selber bilden können auf der Grundlage verschiedener „Experten“-Ansichten und unterschiedlicher Interpretationen der wenigen vorliegenden Daten (vielleicht hätte man bei einer neutraleren Herangehensweise auch mehr Daten gehabt…). Wissenschaftler*innen hätten frei das sagen können, was sie wirklich denken. Und nicht das, von dem sie denken, dass sie es sagen müssen, um ihre Karriere nicht zu gefährden. An irgendeiner Institution beschäftigte Wissenschaftler*innen sind allerdings nicht nur wegen möglicher Medienhetze nicht frei in ihren Äußerungen, sondern v.a. auch deshalb, weil die meisten Forschungs-Institutionen und Krankenhäuser abhängig sind von Drittmitteln, also in aller Regel von Geld der Pharmaindustrie. Zudem wird sich ein eventuelles Interesse einer Institution, an der Herstellung eines Impfstoffes mitzuwirken, auf die Einschätzung der Gefährlichkeit des Virus durch die dort tätigen „Experten“ natürlich unmittelbar auswirken. Eine Massenimpfung gegen eine Erkrankung ist schließlich nur dann möglich, wenn die Menschen möglichst viel Angst vor der betreffenden Erkrankung haben. Kritischer neutraler Journalismus müsste meiner Ansicht nach genau solche möglichen Verflechtungen unter die Lupe nehmen. Damit für die Öffentlichkeit in solchen Fällen deutlich wird: Was ist echte „Experten“-Meinung und was möglicherweise in erster Linie nur interessengeleitet?

Warum ist all das nicht passiert??? Es hätte uns vermutlich viel erspart … . Warum hatte man stattdessen plötzlich in den Medienanstalten eine solche Angst vor der anderen Meinung, dass man sie nur noch diffamiert? Dass man über kritische Stimmen / Demonstrationen möglichst wenig berichtet, und wenn nur so, als seien das alles Idioten? Verschwörungs-theoretiker*innen oder gar Rechtsradikale?

Ich bin überzeugt, dass es auch unter den Journalist*innen viele gibt, die gerne eine ausgewogene Sendung zu dem Thema veranstaltet hätten und vielleicht auch noch gerne veranstalten würden. Aber auch sie würden damit ihre Karriere und ihr Ansehen aufs Spiel setzen. Was passiert da gerade in unserem Land??? Ich zahle GEZ-Gebühren, weil damit die „Vielfalt und Qualität des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in unserem Land sicher gestellt werden soll“. Wenn diese Vielfalt und Qualität offenbar nicht mehr gewährleistet wird, kann ich meine Gebühr dann einbehalten … ;-)?

Meinungsfreiheit? Ein kleiner Zwischenruf…

Ein stacheliges Thema… ; Künstlerin: Dörte Müller

Was verstehen wir eigentlich heutzutage unter „Meinungsfreiheit“? Die Frage kam mir gestern im Zusammenhang mit dem Auftritt des Kabarettisten Florian Schröder auf einer Demonstration gegen die Corona-Regeln.

Was war passiert? Anscheinend war Florian Schröder von den Veranstaltern der Demonstration (wohl aufgrund eines von ihnen missverstandenen Satirebeitrags von Herrn Schröder) eingeladen worden, bei der Demonstration in Stuttgart als Redner aufzutreten. Er hatte die Einladung angenommen. Gestern (die Veranstaltung war am Samstag) wurde darüber in dem öffentlich rechtlichen Radiosender berichtet, den ich normalerweise höre: Nachdem man zunächst etwas „verstört“ gewesen sei, dass Herr Schröder „dort“ aufgetreten war, wurde nun positiv hervorgehoben, dass er den Demonstranten „den Spiegel vorgehalten habe“. Er hatte dort offenbar gesagt, dass er für Meinungsfreiheit sei – und deshalb jetzt frei sage, dass er FÜR Maskenpflicht und die übrigen „Corona-Regeln“ eintrete. Die Demonstrierenden hätten mit Buh-Rufen reagiert. Was zeige, dass sie selber es nicht so sehr mit der „Meinungsfreiheit“ hätten. [Allerdings haben sie ihn offenbar weder mit irgendetwas beworfen, noch von der Bühne gejagt oder ähnliches, sondern lediglich verbal ihre andere Meinung ausgedrückt.]

Florian Schröder ist ein erfolgreicher Kabarettist und Satiriker, der sowohl im öffentlich rechtlichen Fernsehen, wie auch Radio gerne gebucht wird. Wie alle Kabarettisten und Satiriker, die heutzutage „Erfolg“ haben, vertritt er im Wesentlichen Mehrheitsmeinungen.

Im Zusammenhang mit der Demonstration betont er, dass es in Deutschland Meinungsfreiheit gebe, sonst hätten die Leute in Stuttgart ja gar nicht demonstrieren dürfen.

Was ist Meinungsfreiheit? Meinungsfreiheit ist in Artikel 5 des Grundgesetztes garantiert und richtet sich gegen hoheitliche Eingriffe des Staates. Ich darf also sagen, dass ich gegen die offizielle Corona-Politik bin, ohne deshalb gleich meine Verhaftung befürchten zu müssen. Insofern gibt es in Deutschland Meinungsfreiheit, ja!

ABER… :

Ich habe mich gefragt, was wohl passiert wäre, wenn Herr Schröder sich in Stuttgart gegen Maskenpflicht etc. ausgesprochen hätte, klar gesagt hätte, dass diese Maßnahmen aus seiner Sicht übertrieben und wenig sinnvoll seien, erst recht im Hochsommer.

Wäre darüber überhaupt in den offiziellen Medien berichtet worden? Falls ja, wie? Hätte Herr Schröder in Kürze wieder einen Auftritt in einer öffentlich rechtlichen Fernsehsendung bekommen? Hätte er überhaupt jemals wieder einen Auftritt im öffentlich rechtlichen Fernsehen als Satiriker oder Kabarettist angeboten bekommen? Wäre er jemals wieder im öffentlich rechtlichen Radio gespielt und seine Auftritte oder sein Podcast beworben worden? Hätte irgendjemand aus dem Bereich Medien oder auch von seinen Kolleg*innen zu ihm gehalten? Oder hätten sich alle angewidert abgewendet und beteuert, sich in dem Mann offenbar furchtbar geirrt gehabt zu haben? Mit so einem wolle man nichts mehr zu tun haben? Hätte Herr Schröder mit dem Beruf, den er bis dato ausgeübt hatte, noch den Hauch einer Chance gehabt?

Was, lieber Herr Florian Schröder, hätten Sie wohl über Meinungsfreiheit in Deutschland gedacht, wenn Sie sich in Stuttgart gegen Maskenpflicht ausgesprochen hätten?

Das würde mich wirklich mal interessieren … .

Demonstrationen gegen „Corona-Regeln“ und andere „Ungeheuer“lichkeiten

Mal in den Schuhen der anderen laufen … oder auch mal barfuß…? Künstlerin: Dörte Müller

In meinen Beiträgen „Die Welt ist eine sichere, oder…?“ und „November“ hatte ich es bereits anklingen lassen: Aus meiner Sicht leidet diese Welt unter einem „überschießenden Yang“. Einer völligen Überbetonung des „männlichen Elements“. Yang sieht überall Bedrohungen von außen. Gegner. „Ungeheuer“. Yang steht für Abgrenzung, Ausgrenzung, Krieg und Kampf. Für Härte und Strenge. Stärke und Machtdemonstration. Vernichtung des Gegners, auch wenn man dabei Kollateralschäden in Kauf nehmen muss.

So führen wir jetzt seit Monaten „Krieg“ gegen einen Virus. Und jede Person, die diesen „Krieg“ für übertrieben hält, wird gleich mit zum Gegner und ebenfalls bekämpft.

Letztes Wochenende gab es in Berlin eine größere Demo, deren Teilnehmer*innen deutlich machten, dass sie dieses Virus als für uns Menschen nicht ganz so bedrohlich ansehen. Die Empörung in Medien und Politik war riesig. Von allen Seiten wurden „harte Strafen“ gefordert. Auch dafür steht Yang.

Einfach mal ein Stück in den Schuhen der anderen laufen, also sich in deren Perspektive begeben, das ist dem Yang fremd. Barfuß, also versuchen, gar nicht zu urteilen / zu verurteilen, erst recht. Die Leute haben sich nicht an „die Regeln gehalten“, also sind sie zu bestrafen. Punkt. Gerade in Berlin sieht man es mit vielen Regeln sonst nicht immer ganz so eng. Aber bei Corona-Regeln, da gibt es kein Pardon.

Nun gibt es zugegebenermaßen ein zusätzliches Problem: Bei diesen Demos laufen anscheinend auch teilweise einige Menschen mit, die eine nationalistische Gesinnung zur Schau tragen.

Nationalismus (und auch Patriotismus) ist aus meiner Sicht komplett überschießendes Yang. Weil er Menschen bewertet, und Menschen der eigenen Nation für wertvoller hält, als Menschen anderer Herkunft. Weil er ausgrenzt. „Gegner“ im Außen zu brauchen scheint, die dann bekämpft werden. Ich halte so etwas für einen Irrweg.

Allerdings finde ich die mediale Reaktion darauf ebenfalls irgendwie merkwürdig. Da stellt sich eine*r nach dem oder der anderen in den Medien hin, zeigt mit den Fingern auf diese Leute und sagt mit großer Vehemenz und Verachtung: „Pfui, die sind böse!“ Und alle anderen Demonstrant*innen ebenfalls, weil sie sich nicht „abgegrenzt“ und diese Leute der Demonstration verwiesen hätten, was das Mindeste gewesen sei. Nun wäre es wahrscheinlich nicht so einfach gewesen, „diese Leute“ der Demonstration zu verweisen. Aber davon unabhängig stellt sich für mich noch eine andere Frage.

Die interviewten Politiker*innen und Journalist*innen scheinen es für ihre moralische Pflicht zu halten, diese Menschen als „böse“ zu bezeichnen. Abgrenzung, Ausgrenzung, „klare Kante gegen rechts“ gilt bei uns automatisch als gut und ganz wichtig. Das ist aufgrund der Gräueltaten von Nazis im 2. Weltkrieg verständlich und in Deutschland ein entsprechend schwieriges Thema.

Gerade, weil ich kein Fan rechtsnationalen Gedankenguts bin, möchte ich dieses Thema trotzdem aufwerfen. Weil ich mir nicht so sicher bin, dass das pauschale Ausgrenzen von Menschen die Beste aller Herangehensweise ist. Sich von Meinungen und Verhaltensweise abgrenzen, die man für eindeutig falsch hält, ja! Aber den ganzen Menschen ausgrenzen?

Bin ich denn wirklich moralisch höher stehender (als „die“), wenn ich ja letztlich ebenfalls andere Menschen als „böse“ bezeichne und ausgrenze? In dem Fall schon, weil ja klar ist, dass „solche Leute“ „böse“ sind? Durch und durch? Ich habe das auch lange gedacht und geäußert, aber inzwischen bin ich mir nicht mehr so sicher, ob mir dieses Urteil wirklich zusteht. Wenn ich Menschen, die ich nicht einmal kenne, ausgrenze und als durch und durch „böse“ herabwürdige mit der Begründung, dass diese andere Menschen ausgrenzen und herabwürdigen, schaue ich da nicht einfach nur in einen Spiegel?

Und vor allem: Glaubt wirklich irgendjemand, er oder sie würde auch nur eine*n Rechtsradikale*n „bekehren“, indem er oder sie mit dem Finger auf diese Person zeigt und ruft „Böse!“? Besteht nicht eher die Gefahr, dass genau das Gegenteil passiert, sich Strukturen verfestigen? Dass man Menschen, die sich ohnehin schon als außerhalb der (Mehrheits-)Gesellschaft stehend und unverstanden wahrnehmen, erst recht in diese Ecke drängt? Müsste man Menschen, die sich „verirrt“ zu haben scheinen, nicht gerade ganz anders begegnen, wenn man Rechtsradikalismus wirklich eindämmen möchte? Sich viel mehr die Ursachen anschauen?

Ähnlich wie bei Erkrankungen des menschlichen Körpers, bin ich auch bei gesellschaftlichen Erkrankungen sehr dafür, nicht nur Symptome zu unterdrücken und zu bekämpfen, sondern Ursachen zu suchen, damit Körper bzw. Gesellschaft wirklich heilen können. Und dann bräuchte man auch nicht mehr so viel Angst vor einem Wiederaufflammen zu haben.

Natürlich kann ich Meinungen und Verhaltensweisen anderer Menschen teilweise „unerträglich“ finden. Und das auch sagen. Aber ich muss sie ja auch nicht „tragen“. Nicht einmal, wenn dieser Mensch zufällig mit mir in der gleichen Demonstration herumlaufen sollte, es in dieser Demonstration aber um ein ganz anderes Thema geht. (Normalerweise werden z.B. in 1. Mai-Demonstrationen all die friedlich Demonstrierenden auch nicht für möglicherweise mitlaufende Leute „des schwarzen Blocks“ und deren eventuelle Straftaten verantwortlich gemacht.)

Ich halte es für sehr wichtig, sich dagegen zu wehren, wenn jemand versucht, mir oder anderen seine radikale Gesinnung aufzuzwingen, mit dem Anspruch, dass ich diese zu teilen haben. Straftaten aus dem radikalen Milieu („rechts“ aber auch „links“) erheben ja oftmals diesen Anspruch, angeblich für „eine gerechte Sache zu kämpfen“. Was doch jede*r teilen müsse. Nein, ich teile das nicht! Ich finde solche Straftaten schlimm!

Ich mag es generell nicht, wenn jemand mir seine oder ihre Meinung aufzwingen möchte. Ich diese „mitzutragen“ habe. Was Meinungen und fremde Wahrnehmungen angeht, bin ich sehr Yang. Da halte ich es für wichtig, meine eigenen Grenzen zu verteidigen. Möglichst aber ohne den Menschen, der die andere Meinung hat, deswegen zu verurteilen und zu bekämpfen. Da versuche ich zumindest, Yin zu sein. (Auch, wenn das nicht immer klappt.)

Und das gilt auch gegenüber Politik und Medien. Auch deren Meinung möchte ich mir nicht aufzwingen lassen (ohne deshalb die dort arbeitenden Leute zu bekämpfen oder zu bespucken). Den Anspruch der öffentlich rechtlichen Medien, dass jeder „vernünftige“ Mensch die dort vertretenen Meinungen zu teilen habe, halte ich für vermessen. Ich „trage“ meine eigene Meinung und Wahrnehmung von der Welt.

Und meine Meinung bezüglich des Corona-Virus ist, dass die Bedeutung, die diesem durch Lock-down, „Corona-Regeln“ und tägliche Berichterstattung für unser Leben gegeben wurde und wird, weit überdimensioniert und in dieser „überschießenden“ Form für uns sehr schädlich ist.

Dafür halte ich das, was uns überall als „DER RETTER“ präsentiert wird, für sehr viel problematischer, als es gemeinhin dargestellt wird: Ein vermutlich in Windeseile durchgepeitschter „neuartiger“ Impfstoff, dessen Nebenwirkungen und Langzeitwirkungen auf das Immunsystem der Geimpften in keinster Weise absehbar sind (vgl. hierzu auch meinen Beitrag „Ein kleiner Pieks…„).

Selbstverständlich muss niemand meine Meinung teilen. Aber von öffentlich rechtlichen Medien, die sich auch nur einen Hauch des Anspruchs auf „neutrale“ Berichterstattung bewahrt haben, würde ich schon erwarten, dass sie sich auch nicht verteufeln…. . Ein wenig mehr Yin gerade auch in Politik und Medien täte dieser Welt gut, finde ich …. !