Annehmen

Künstlerin: Dörte Müller

Seit gut 30 Jahren habe ich nun „meine“ chronische Autoimmunerkrankung. Viele Jahre habe ich starke Medikamente genommen, um weiter „zu funktionieren“. – Die Erkrankung wurde schlimmer. Dann habe ich beschlossen, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Und habe zig Dinge im sogenannten alternativ medizinischen Bereich ausprobiert.

Oft hatte ich in den letzten Jahren das Gefühl: Jetzt! Jetzt habe ich endlich den richtigen Ansatzpunkt! Die Schmerzen gingen deutlich zurück, die Beweglichkeit nahm zu. Das musste gefeiert werden. Ich habe es gleich allen erzählt, mich im Fitnessstudio angemeldet oder sonst irgendwas geplant, was ich jetzt endlich wieder würde machen können.

Tja, und dann kamen jedes Mal nach kurzer Zeit wieder diese „Schmerzschüsse“. Manchmal schon am nächsten Tag. Aus völlig heiterem Himmel. Wieder ging nichts mehr. Wieder der absolute Frust.

Gleichzeitig werde ich ständig kraftloser. Das ständige „gegenan“ gehen kostet mich unglaublich viel Kraft.

Wie oft habe ich gelesen, gehört oder mir auch selber gesagt: „Du musst die Erkrankung annehmen! Es nutzt nichts dagegen anzukämpfen.“ Ich wusste einfach gar nicht, wie. Wie soll man oder frau denn so eine Erkrankung „annehmen“? Mich „in mein Schicksal ergeben“?, sozusagen passives Opfer? Nein, geht gar nicht! Und überhaupt, ich WILL die Erkrankung schließlich weghaben. Was denn sonst?

Vor zwei Tagen kam jemand zu Besuch. Der hatte einen anderen Ansatzpunkt. Einen sanften. Es gehe nicht ums wegmachenwollen. Sondern um einen sanften Impuls, der meinem vor vielen Jahren „aus der Ordnung“ geratenen System helfe, sich wieder in Richtung der ursprünglichen Ordnung auszurichten. Und die Natur brauche nun einmal Zeit. „Ja, stimmt“ dachte ich mir. Ich war an die Behandlung meiner Erkrankung im Prinzip genauso herangegangen wie die von mir für die Behandlung von chronischen Erkrankungen eigentlich als ungeeignet angesehene Schulmedizin das tut: Alles probieren, um nur bloß möglichst schnell diese äußerst unangenehmen und störenden Symptome loszuwerden.

Und dann wurde mir plötzlich auch klar, was das eigentlich heißt: „Annehmen“ statt „bekämpfen“. Denn tatsächlich hilft mir die Erkrankung ja dabei, geistig seelische Themen zu erkennen, die bearbeitet und gelöst werden wollen. Und es ist eben nicht nur ein Thema. Vieles habe ich schon bearbeitet und Einiges gelöst. Das weiß ich. Aber, wenn dann doch wieder heftige Symptome da sind, dann heißt das eben auch: „Da ist noch was, was gelöst werden will“. Wie eine Zwiebel, Schicht für Schicht. Und insofern hat die Erkrankung wirklich auch etwas sehr Positives. Sie ist eine Art Warnmeldesystem, das mir sagt, „hey, nicht zudecken und weiter so, sondern hinschauen und bearbeiten“!

Also eine echte Hilfe für geistig seelisches Wachstum. Und ist es nicht genau das, worum es in dieser Welt geht? Möglichst glücklich zu sein – und geistig-seelisches Wachstum anzustreben?

In diesem Sinne wünsche ich allen Leser*innen meines Blogs ein geistig – be-Sinn-liches Weihnachtsfest.

November

Künstlerin: Dörte Müller

Ende November: Die Tage sind kurz geworden. Die Nächte lang. Der Himmel ist grau, die Luft feucht. Die Blätter der Bäume sind zu Boden gefallen. Die Natur kommt zur Ruhe.

November: Zeit der inneren Einkehr, der Stille. Der Besinnung.

Im chinesischen Yin/Yang-Symbol (das ich sehr liebe) ausgedrückt, repräsentiert der November in vielen seiner Facetten das Yin. Das weibliche Element in dieser Welt.

Nur leider hat dieses weibliche Element bereits seit Langem einen sehr schlechten Stand in fast allen Gesellschaften dieser Erde.

Denn wir haben gar keine Zeit für Rückzug, innere Einkehr und Muße. Wir müssen arbeiten, Geld verdienen, Geld ausgeben, erst recht vor Weihnachten! Stille mögen wir sowieso nicht. Langeweile ist doof. Müßiggang ist Faulheit. Und die gefallenen Blätter müssen so schnell wie möglich mit einem irgendwie anscheinend Potenz suggerierenden 😉 Laubbläser weggepustet werden. Das erledigt auch gleich jede Form von Stille…. Alles andere wäre schließlich unordentlich. Und dieses Novembergrau ist ja auch irgendwie nichts Halbes und nichts Ganzes. Weder schwarz noch weiß. Irgend so was Komisches dazwischen. Viel zu komplex solche Zwischentöne.

All das haben wir so gelernt. Warum auch immer.

Wir lieben das Yang. Und zwar ausschließlich! Im chinesischen Symbol ausgedrückt, ist das Yin in unserer Welt ein kleiner an den Rand gedrückter Strich. Der Yin-Kern im Yang immer wieder übermalt.

Der November: Ein Monat zum Vergessen. Kalt, grau, neblig, trübe. Am Besten fliegt man in der Zeit in den Süden, der Sonne hinterher. ODER?!

Oder man nutzt den November, um über die mangelnde Wertschätzung des weiblichen Elements in unserer Welt nachzudenken. Die mangelnde Wertschätzung der Natur (Laub z.B. bietet vielen Lebewesen einen Lebensraum. Grüner „ordentlicher“ Rasen tut dies nicht.). Über die nicht vorhandene Wertschätzung von „Mutter Erde“. Über unsere Sucht, die Erde auszubeuten, für einen oft völlig sinnlosen Konsum. Demgegenüber unsere Anbetung von Geld, Wohlstand und Macht. Unsere Angst vor einem Wohlstandsverlust und die dadurch bestehende Abhängigkeit von Wirtschaftswachstum, die echten Umweltschutz verhindert.

Ich bin mir sicher, unsere Welt wäre eine bessere, wenn wir begännen, das Yin, das weibliche Element, wieder wertzuschätzen. Das Yin wieder gleichberechtigt und harmonisch in das Symbol einzufügen. Unsere rein Yang-getriebenen Bewertungen über das Leben, die Natur und uns zu revidieren. Vielleicht wäre unsere Welt sogar richtig gut. Es liegt an uns.

Der November kann ein wundervoller Monat sein! Probieren Sie einmal, ihn aus einer Yin-Perspektive zu sehen… (vielleicht bevor Sie über den Kauf der diesjährigen Weihnachtsgeschenke nachdenken ;-)?).

Verbundenheit

Sich mit anderen verbunden zu fühlen, macht glücklich. Mit Mensch, Tier und Natur. Anderen Liebe, Dankbarkeit und Wertschätzung zu schenken, macht glücklich. Das kann so einfach sein, wie einem anderen Menschen Zeit zu schenken und zuzuhören. Einfach, weil man ihm oder ihr damit eine Freude macht. Denn die Freude, die man einem anderen Menschen schenkt, macht einen selbst glücklich.

All das ist heutzutage durch viele Forschungsergebnisse gut belegt. Man kann es überall nachlesen. Und die meisten Menschen spüren es ja auch. Das denke ich zumindest immer, in meinem grenzenlosen Optimismus. Tja, und dann stelle ich die Nachrichten an, und wundere mich … .

Denn das, was ich da höre, vermittelt mir jedesmal den Eindruck, dass eine übergroße Mehrheit der Menschen Verbundenheit nur noch über Abgrenzung zu spüren scheint. Verbunden mit Menschen, die der gleichen Ansicht sind, wie man selbst – gegen Menschen, die aus irgendwelchen Gründen anderer Ansicht sind. Die Gründe für die jeweils andere Ansicht scheinen nicht wirklich zu interessieren. Das „gegen“ ist entscheidend. Es ermöglicht, eigenen Frust nach draußen zu transportieren. Und außerdem: „Draufhauen“ macht offenbar Spaß. Manche Leute werden dafür Hooligan im Fußballverein, andere verbreiten Hetze im Internet, wieder andere werden Politiker oder Kabarettist oder gar Präsident eines Landes … und die Mehrheit lacht oder schimpft halt einfach nur so über Dritte. Dritte, denen man sich ganz klar überlegen fühlt. Warum auch immer.

Natürlich gibt auch all das eine gewisse Form der Verbundenheit. Eine Verbundenheit mit der eigenen peer Group und eine ungute Verbindung mit den Opfern / Gegnern, die manchmal über Generationen andauern kann und beide Seiten viel Energie kostet.

Wirklich glücklich macht diese Form der Verbundenheit nicht. Menschen sind so anfällig dafür, weil (siegreicher) Kampf gegen Dritte zu einem Dopaminausstoß führt (er aktiviert also das Belohnungszentrum im Gehirn). Das Dumme daran ist, Dopamin macht süchtig. Und bedarf eines immer größeren „Kicks“, um noch die gleiche Wirkung zu erzielen. Auch das ist bekannt. Und es ist in unserer Welt (leider) gut zu beobachten… . Jeden Abend wieder in den Nachrichten.

Wer hat Lust, mal die andere Form der Verbundenheit zu üben? Die positive? Die, bei der es um Nächstenliebe geht, Harmonie, Mitgefühl, Dankbarkeit und Wertschätzung? Gemeinsam miteinander lachen in kindlicher Freude. Nicht übereinander! Üben, das Positive im anderen zu sehen, nicht das Negative! Auf das Gute im eigenen Leben zu blicken und dafür dankbar zu sein! Und nicht auf das, was vermeintlich schlecht läuft, oder ungerecht erscheint! Die Natur und den eigenen Körper wieder wertzuschätzen – und nicht zu versuchen, beides zu „optimieren“!

Der Versuch, die Welt zu einer glücklicheren zu machen. Wer macht mit?!

Eine neue Ein-/ Vorstellung…

Künstlerin: Dörte Müller

Sie haben es vielleicht schon am Beitrag „Erdüberlastungstag“ bemerkt: In letzter Zeit war mir nicht immer so nach Lachen zumute … . Das hat was mit dem globalen Klima zu tun (in beiderlei Wortsinn…) und dem allgemeinen Verhältnis der Menschen zu unserer Umwelt. Oder vielfach eben leider Nicht-Verhältnis… Ich weiß ja, dass Lachyoga auch hier helfen kann, weil es einfach gute Schwingungen in die Welt sendet :-), aber manchmal tue ich mich trotzdem schwer.

Natürlich ist es da auch nicht hilfreich, dass bei meinen Lachyogaübungen in letzter Zeit so oft ein plötzlicher Schmerzschuss in die Knie fährt (wahrscheinlich immer noch eine Nachwirkung der Atlaswirbeltherapie). Und zu allem Überfluss habe ich dann auch noch angefangen, mir in allen Details auszumalen, dass das auch bei den Lachyogastunden passieren könnte, die ich in der nächsten Zeit geben werde. Wie blöd das wäre, und überhaupt, was da alles schief gehen könne.

Damit habe ich die sicherste Art gewählt, mir die eigene Vorfreude und den Spaß daran zu vermiesen… . Warum auch immer.

Bei meiner letzten Lachyoga-Stunde hatte ich vorher heftigste Knieschmerzen. Trotzdem hat es super geklappt, und die Stunde hatte auch die übliche schmerzlindernde Wirkung bei mir. Also alles super, sollte man meinen. Aber was mache ich, statt mich einfach nur zu freuen? Ich analysiere natürlich im Nachgang vor allem, ob nicht noch irgendetwas besser hätte laufen können. Mein „innerer Kritiker“ und sein großer Auftritt!

Und mein „innerer Kritiker“ ist besonders perfide: Er analysiert nicht nur, ob ich was hätte besser machen können. Nein, er stellt sich auch noch hin und fragt mich dummdreist, warum ich mich eigentlich so viel mit „positiver Psychologie“ und ähnlichen Konzepten beschäftige, wenn ich doch offenbar nicht in der Lage sei, das bei mir selbst auch anzuwenden? Er erklärt mir, dass ich doch anderen so gerne predige, auf ihre Stärken zu schauen (ihre und die ihrer Mitmenschen – und nicht auf vermeintliche Schwächen). Dass ich doch genau wisse, dass man die innere Haltung tatsächlich über die Körperhaltung beeinflussen könne. Aber irgendwie offenbar zu blöd sei, all mein Wissen bei mir selbst umzusetzen.

Wie ein Cowboy steht mein mächtiger „innerer Kritiker“ dabei breitbeinig da, lacht mich hämisch an, und sagt, dass er meine „inneren Verbündeten“ eingeschlossen habe und mir den Zutritt verwehre , hä häh hä … .

Die Vorstellung mit dem Cowboy bringt mich zum Lachen. Ne, denke ich mir, was will so ein Macho-Cowboy denn ausgerechnet in meinem Kopf?! Ich kann Wildwest-Filme nicht leiden! Der Typ hat bei mir nichts zu suchen! Und überhaupt, was denkt der sich, wer er ist?!

Die Vorstellung hilft: Ich merke, wie meine Vorfreude auf die nächsten Lachyoga-Stunden steigt. Und, dass es überhaupt nichts zu „analysieren“ gab beim letzten Mal. … . Wundervoll! Weiter so! Der soll mir bloß wieder kommen, dieser Typ, dieser Cowboy ;-)!

Letztens habe ich es ihm so richtig gegeben: Ich hatte meine Wasserkaraffe gereinigt – mit Hilfe von ganz vielen ganz kleinen Kupferkügelchen. Die Kügelchen werden anschließend getrocknet und dann wieder in ihre Aufbewahrungsdose zurück verfrachtet. In der Theorie.

Ich habe sie nach dem Trocknen stattdessen mit einer unbeabsichtigten Bewegung mit großem Schwung in der ganzen Küche verteilt … .

Meine erste Sofort-Reaktion war ein innerer Wutanfall über meine Schusseligkeit. Mich jetzt innerlich nieder zu machen, hätte die Kügelchen allerdings nicht wieder in die Dose verfrachtet. Also habe ich tief Luft geholt.

– Und mir dann vorgestellt, dass mein Unterbewusstsein offenbar der Meinung war, dass es bestimmt total lustig und bewegungsfördernd für mich sei, jetzt das „Such die Kügelchen-Spiel“ zu spielen. Mit dieser Vorstellung im Kopf habe ich dann kichernd die Kügelchen wieder eingesammelt, soweit ich sie gefunden habe. Tatsächlich war es irgendwie lustig. Und ich muss immer noch grinsen, wenn ich das ein oder andere versprengte Kügelchen finde … .

Und das Beste: Mein „innerer Kritiker“ / Cowboy hatte keine Chance! Peng!!!

Erdüberlastungstag

Der einsame Rufer… Künstlerin: Dörte Müller

Vor 1 1/2 Monaten war „Erdüberlastungstag“. Der Tag, an dem rein rechnerisch für dieses Jahr die nachwachsenden Ressourcen aufgebraucht sind, die die Erde in einem Jahr zur Verfügung stellt. An dem entsprechenden Tag wurde das in vielen Nachrichtensendungen erwähnt. Auch die Tatsache, dass wir drei Erden bräuchten, wenn alle Menschen auf der Erde so leben würden, wie die Deutschen – und fünf, wenn sie so leben würden wie die Amerikaner.

Die Erkenntnis ist nicht neu. Was folgt darauf??? In den Nachrichtensendungen, die ich gesehen habe, folgte darauf ein Satz zur Klimadebatte.

Klimaschutz ist unbedingt notwendig, aber ja nur ein Teilaspekt des Themas. Tatsache ist, dass die Industrienationen über ihre Verhältnisse leben. Nicht nur über ihre, sondern über die globalen Verhältnisse. Zum Schaden aller. Ganz im Sinne eines „America first“ gingen die USA dabei bereits lange lange vor Trump mit äußerst schlechtem Beispiel voran.

Wir wissen alle längst, dass es so nicht weiter geht. Nicht weiter gehen kann – und wir fördern gnadenlos den Konsum. Wirtschaftswachstum einschränken zugunsten der globalen Ressourcen? Urrrgh!! Geht gar nicht …

Wer zumindest ein schlechtes Gewissen hat, und dieses beruhigen will, versucht sich in der Illusion des ressourcenschonenden Wachstums. Letztendlich ist das ein Widerspruch in sich.

Aber immerhin: Es gibt inzwischen mehr ökologisch hergestellte Kleidung und diese gilt auch nicht mehr als langweilig. Es gibt viele kleinere Projekte zum Energiesparen und auch sonst viele gute Ideen von Privatleuten bzw. kleinen Unternehmen, wie man in Zukunft ressourcenschonender leben kann. Es gibt begrünte Städte, energieautarke Dörfer und ähnliche Leuchtturmprojekte.

Leider werden die Erkenntnisse daraus nicht flächendeckend umgesetzt. Der kommende Strukturwandel in der Lausitz gebe eine gute Möglichkeit, hier eine echte Modellregion entstehen zu lassen, alles umzusetzen, was man auf dem Gebiet der Ökologie bisher weiß. Leider scheint das zu weit von der Wirklichkeit entfernt zu sein, um in die politische Debatte auch nur einbezogen zu werden. Dabei gebe es den Menschen dort einen neuen Grund, stolz auf sich und die Region zu sein (den Menschen dort nur zu sagen, dass der Bergbau, für den sie teilweise seit Generationen geschuftet haben, nicht mehr gebraucht werde, ist demgegenüber wenig wertschätzend… und es erscheint mir persönlich auch wenig überraschend, dass sich das in den Wahlergebnissen niederschlägt.).

Das Hauptproblem in den Industrienationen ist aber, dass wir uns insgesamt viel zu viel Kleidung, Elektronik, Auto`s usw. „gönnen“. Unser totaler Überkonsum wird nicht wirklich in Frage gestellt. Schließlich gilt insbesondere die Autoindustrie als Rückgrat unseres Wohlstands.

Gerade gab es viele Berichte über die Internationale Funkausstellung in Berlin. Mit sooo vielen „tollen“ neuen Produkten. Hersteller berichten stolz, dass die Menschen bereit wären, ihre alten noch funktionstüchtigen Haushaltsmaschinen wegzugeben zugunsten etwas energiesparender neuerer Produkte. So bekommt der Konsum ein „grünes Label“. Tatsache ist aber, dass das Wegwerfen noch funktionsfähiger Produkte Müll erzeugt, Plastikmüll, Elektronikschrott, „Sondermüll“. Die Produktion neuer Produkte verbraucht Ressourcen, die es auf diesem Planeten eben nicht unbegrenzt gibt. Der Verkauf dieser Produkte dient eben nicht der Umwelt oder gar dem Klima, sondern der Wirtschaft.

Auch was die Land- und Forstwirtschaft angeht, sind die Weichen weltweit nicht auf Ökologie, sondern nach wie vor voll auf Ökonomie gestellt. Wider besseres Wissen! Und Europa kann gegenüber einem brasilianischen Präsidenten, der der Meinung ist, der Regenwald gehöre ihm bzw. „seinem Land“, nicht wirklich glaubwürdig auftreten, so lange auch hier ganz klar gilt „economy first“.

Klimaschutz wird nur dort wirklich gefördert, wo es nicht zulasten des Wirtschaftswachstums geht. Das gilt für die Umstellung auf erneuerbare Energie ebenso wie für die Vermarktung von Elektromobilität. Elektromobilität hat mit Ressourcenschonung nur bedingt etwas zu tun, der ständige Bau neuer Fahrzeuge gar nichts.

Echter Umwelt– und Klimaschutz wird Wohlstandsverluste bedingen. Ich warte immer noch auf den Tag, wo man endlich beginnt darüber zu diskutieren. Denn: Wäre das wirklich sooo furchtbar? Ja, ich weiß: Für Menschen ist es ganz schlimm, etwas zu verlieren, was sie einmal hatten. Da nehmen sie lieber in Kauf, die ganze Erde zu verlieren, dass bemerkt man schließlich nicht so schnell…

Aber Tatsache ist doch, dass die Menschen in den Industrienationen nicht wirklich glücklicher sind, als in ärmeren Staaten. Als würden sie den Zustand der Erde spiegeln (aus meiner Sicht tun sie dies auch), sind viele völlig überlastet. Fühlen sich ausgebrannt und müde vom ständigen Stress. Suchen verzweifelt nach Glück, Zufriedenheit und Ruhe. All das fände man in der intakten Natur. Und ganz sicher nicht im Konsum!!!

Das Problem ist, wir haben bisher kein Modell für eine andere Wirtschafts- und Lebensweise, als die, die wir gewohnt sind. Aber wäre es nicht endlich an der Zeit, mit Entwürfen zu beginnen?? Bevor die Erde an der einen Seite überschwemmt und an der anderen ausgedörrt und abgebrannt ist???

Diese Welt ist eine sichere, oder? -Oder nicht?

Künstlerin: Dörte Müller

Während ich mehr oder weniger geduldig warte, dass sich meine Körperstatik wieder verbessert (s. meine Beiträge zum Atlaswirbel), mache ich natürlich auch noch vieles andere für meine Gesundheit. Ich experimentiere mit kleinen Mengen Wasserstoffperoxid und mit Wasserstoffwasser. Ich arbeite mit Phantasiereisen, Familienaufstellung etc., und ich werde nochmal einen neuen Homöopathieversuch machen. Vor allem arbeite ich aber an den geistig seelischen Hintergründen meiner Erkrankung:

Es gibt bei Autoimmunerkrankungen gewissermaßen nahe liegende Themen, wie unterdrückte Wut (oft schon über mehrere Generationen im Familiensystem) und starke – aber ebenfalls unterdrückte – Autonomiebestrebungen. Wenn man die Symbolik der Erkrankung betrachtet, kann man beide Themen herauslesen: Das Immunsystem möchte das „Selbst“ aggressiv schützen, kann aber zwischen „eigen“ und „fremd“ nicht mehr unterscheiden. Man will Autonomie, weiß aber nicht wie. Die Wut richtet sich nicht nach außen, sondern der „Kampf“ spielt sich im eigenen Körper ab.

Aus meiner persönlichen Sicht steht dahinter im Grunde das Thema „Sicherheit“. Und dieses Thema hat aus meiner Sicht nicht nur mit meiner Erkrankung, sondern auch mit der politischen Lage weltweit und damit auch mit dem Zustand unseres Planeten eine Menge zu tun.

Warum? Nun, meine Eltern z.B. gehören zu der Generation, die den zweiten Weltkrieg als Kinder noch erlebt haben, inklusive Flucht / Vertreibung, also Verlust der Heimat und des gesamten Besitzes. Meine Großeltern haben auch den ersten Weltkrieg noch erlebt. Die Welt war für meine Vorfahren von frühester Kindheit an eine zutiefst unsichere und beängstigende. Ähnlich, wie auch heute noch in allen Kriegs- und Krisengebieten. In der Nachkriegszeit galt also alles Bestreben dem Thema Sicherheit: Zuvorderst ein sicherer Arbeitsplatz (ob der den eigenen Neigungen entsprach, war unwichtig), eine bescheidene aber eigene Wohnung. Der Versuch, so viel wie möglich zu sparen, um den Kindern den Start in eine sicherere Zukunft zu ermöglichen.

Was den Kindern vor diesem Hintergrund natürlich nicht vermittelt werden konnte, war das Gefühl von Sicherheit. Urvertrauen. Ein „Du lebst in einer sicheren Welt. Alles ist gut!“. Ganz im Gegenteil, indem die Sicherheit in Schutzmaßnahmen im Außen gesucht wurde, wurde implizit ganz klar vermittelt, dass die Welt an sich furchtbar unsicher und gefährlich ist, und man Angst haben muss, wenn man nicht sehr vorsichtig ist und sich gut schützt. Das ist völlig verständlich, da die Welt der Eltern und Großeltern ja auch genau so war.

Auch heute noch suchen sehr sehr viele Menschen die Sicherheit im Außen. In irgendwelchen „Schutzmaßnahmen“. Sie bauen Mauern, lehnen Flüchtlinge und Fremde ab – und geben oft an, das zum Schutz ihrer Kinder zu tun. Das erscheint gewissermaßen wie eine Verwechslung, denn sie geben ihren Kindern damit ihre Angst weiter – und eben gerade keinen echten Schutz. Keine Selbst-Sicherheit. Und schon gar nicht so etwas wie Gefühle von Geborgenheit und Glück. Auch das Bestreben der meisten Eltern, ihren Kindern zu einer möglichst „erfolgreichen“ Laufbahn zu verhelfen, damit sie in materiellem Wohlstand – und damit vermeintlich „sicher“ leben, hat aus meiner Sicht ihren Hintergrund in der von den Vorfahren erlebten Existenzangst.

Für Kinder, die Autonomie anstreben, ist das schwierig. Sie erleben, dass die wohlmeinenden und geliebten Eltern sie in eine Richtung drängen, in die sie eigentlich gar nicht selbst wollen. Sie bekommen vermittelt, dass Autonomie und „anders sein“ etwas ganz Gefährliches ist in dieser unsicheren Welt. Und irgendwann wissen sie gar nicht mehr, was sie eigentlich selbst wollen, welche Wünsche und Vorstellungen „eigen“ sind, und welche „fremd“. Sie sind sich ihrer selbst nicht (mehr) sicher. Sicher scheint nur zu sein, dass die Welt unsicher ist. Je nach Temperament kann es sein, dass Kinder diese Verwirrung nach außen tragen, oder nach innen und z.B. mit einer Autoimmunerkrankung reagieren.

Heutzutage gibt es Hunderte von Erziehungsratgebern, die einem sagen, dass es ganz wichtig ist, den Kindern von Geburt an (bzw. bereits in der Schwangerschaft) Urvertrauen und Sicherheit zu vermitteln. Und sie dann ab der Pubertät langsam ihren eigenen Weg gehen zu lassen, den man liebevoll begleitet, aber nicht zu lenken versucht. Für einen gelungenen und selbst-sicheren Start in das Leben, wäre das für Kinder tausendmal wichtiger, als noch so viel Geld auf dem Konto der Eltern.

Aber wie viele Eltern schaffen es schon, ihren Kindern dieses Sicherheitsgefühl mitzugeben? Ein Sicherheitsgefühl, das man in aller Regel selbst nicht hat?

Solange Eltern die Welt selbst als unsicher begreifen – und materiellen Wohlstand als Schutz vor dieser Unsicherheit ansehen -, werden wir diese Erde weiter ausbeuten. Kriege um begrenzte Ressourcen führen und einen Konsum weiter antreiben, dessen Ausmaß den Planeten zerstört. Leute werden Parteien wählen, die ihnen Sicherheit versprechen, indem sie Fremde ablehnen. In Wahrheit verstärken sie mit dieser Politik das Unsicherheitsgefühl ihrer Wähler. Denn plötzlich werden alle Fremden generell zu einer Bedrohung, vor der man Angst haben muss. Die Bereicherung, die fremde Menschen und Kulturen einem bieten, nimmt man dann gar nicht mehr wahr. Auch im Körper ist ja „fremd“ nicht automatisch gefährlich. Ganz im Gegenteil, beherbergen unsere Körper ja wohl mehr „fremde“ Mikroorganismen als „eigene“ Zellen und könnten ohne diese hilfreichen Winzlinge auch gar nicht überleben. Anders, als es in der Wahrnehmung vieler Menschen ist, sind Bakterien in aller Regel keine „unerwünschten Eindringlinge“ in die Integrität unseres Körpers, sondern für uns lebensnotwendige „Mitgeschöpfe“. Auch hier besteht viel Verwirrung.

Das Szenario eines Wohlstandsverlustes löst ohnehin in allen politischen Parteien Panik aus. Umweltschutz zulasten des Wirtschaftswachstums gilt als „no go“. Leider werden wir die Erde in nicht allzu ferner Zukunft zerstört haben, wenn wir so weiter machen. Eine Art Autoimmunerkrankung der gesamten Menschheit: Wir wissen, dass wir unsere eigenen Lebensgrundlagen zerstören, schaffen es aber nicht, damit aufzuhören. Lieber nehmen wir die Schmerzen in Kauf und versuchen, einen Teil der Symptome zu unterdrücken, als die Ursachen anzugehen. Denn man weiß nicht, ob das nicht noch schmerzhafter wäre.

Eine Verwirrung der Menschheit, die materiellen Wohlstand mit Glück verwechselt, weil sie ihr Sicherheitsgefühl verloren hat. Kriege sind menschengemacht. Aus meiner idealistischen Sicht könnten Menschen sich stattdessen auch ein Paradies erschaffen. Sie müssten sich nur tief im Innern sicher fühlen.

Gibt es eine Verbindung zwischen meinem Atlaswirbel und meiner Auto-immunerkrankung? – Teil 2

groß, nicht mehr ganz frisch – und vielleicht künftig etwas weniger fragil…?!

Jetzt ist es schon fast vier Wochen her … – Mein „Abenteuer“ Atlaswirbeltherapie.

Ich war nicht erstaunt, als der Therapeut nach kurzer Untersuchung feststellte, dass mein Atlaswirbel um rund 2 cm verschoben war. Die Therapie selbst war nicht besonders angenehm, aber gut aushaltbar. Es war für mich unmittelbar spürbar, als die Wirbel wieder richtig aufeinander saßen und ich fühlte mich irgendwie erleichtert. Es hieß, ich könne die nächsten Tage so etwas wie Muskelkater im Rücken spüren. In der Erwartung ging ich also nachhause.

Ich bin auch noch gut Zuhause angekommen. Aber dann gingen die Schmerzen los. Heftigste Knieschmerzen. Dann irgendwann wieder etwas besser. Dann eine Schulter. Dann die andere. Dann wieder ein Knie. Der Muskelkater im Rücken fühlte sich demgegenüber eher harmlos an (besteht aber immer noch…). Ich hatte und habe nachwievor das Gefühl, der Körper richtet sich neu aus. Das ist gut. Das das von heftigen kreischenden Schmerzen begleitet ist, ist weniger schön. Die Schmerzen fühlen sich dabei nicht wie typische Rheumaschmerzen an, sondern eher, als hätte es was mit meinem Nervensystem zu tun. Die Schmerzen sind heftigst, entstehen vor allem bei Belastung (auch leichter), halten über mehrere Stunden an, bis sich plötzlich irgendetwas ganz leicht zu verschieben scheint – und alles ist gut. So lange, bis es dann wieder von vorne los geht. Oft an anderer Stelle.

Nun habe ich ja das Problem, dass ich bereits mit einem schiefen Atlaswirbel laufen gelernt habe. Das heißt, seit mein Körper aufgerichtet ist, kennt er gar nichts anderes, als die Notwendigkeit, eine vom Kopf her schiefe Statik auszugleichen. Alle meine Muskeln und Faszien sind entsprechend unglaublich verhärtet. Ich gehe seit mehreren Jahren regelmäßig zur Rolfing-Therapie, aber da mein Atlaswirbel ja so schief war, hatte das immer nur begrenzte Wirkung. Auch wenn sich mein Therapeut intensivst meinen Nackenmuskeln gewidmet hatte, waren die kurz darauf schon wieder genauso steinhart wie vorher, ohne dass ich mir das damals so richtig erklären konnte. Wirklich weich und durchlässig ist mein System auch jetzt natürlich noch lange nicht, aber die Schmerzen zeigen ja immerhin auch an, dass sich was tut.

Und der verschobene Atlaswirbel hatte ja nicht nur Auswirkungen auf mein Bewegungssystem: Ich habe schon sehr zufrieden festgestellt, dass ich jetzt erstmals auch rückwärts im Bus sitzen kann, ohne sofort mit Schwindelgefühlen und Übelkeit zu reagieren! Wow!!!

Ich hoffe, dass auch mein Gehör noch etwas besser wird. Den Eindruck einer leichten Besserung habe ich bereits auch hier: Bisher hatte ich in größeren Gruppen immer Probleme, einem konkreten Gespräch zu folgen. Denn bei entsprechendem Hintergrundlärm war ich oft nicht in der Lage, das, was meine Gesprächspartnerin sagte, aus diesem Hintergrundlärm herauszufiltern. Das Ganze war für mich mit großer Anstrengung verbunden, und Treffen in größeren Gruppen haben mich daher in gewisser Weise immer gestresst.

Auch meine damit verbundene sehr starke Lärmempfindlichkeit scheint zumindest ein klein wenig nachgelassen zu haben. Ich bin gespannt, wie es weiter geht. Ich habe mir bereits mehrere Bücher gekauft, um Gehör und Augen zu trainieren, in der Hoffnung, hier jetzt noch etwas mehr rauszuholen (also die dazu gehörenden Nerven anzuregen bzw. zu stabilisieren).

Ich warte jetzt also, dass sich in meinem gesamten körperlichen System alles etwas stabilisiert und setzt. Aber ich warte natürlich nicht nur. Geduld ist ja nicht so ganz meine starke Seite … ;-), und daher versuche ich auf verschiedenen Wegen, mein System dabei zu unterstützen, sich zu regenerieren und neu auszurichten. Dazu dann mehr in den folgenden Beiträgen …

Gibt es eine Verbindung zwischen meinem Atlaswirbel und meiner Autoimmun-Erkrankung?

groß, duftend, nicht ganz perfekt, nicht mehr ganz frisch und sehr fragil ….

Wenn man wie ich gestrickt ist, gibt man sich mit der Diagnose „Autoimmunerkrankung“ und den damit verbundenen Aussagen der Schulmedizin „Ursache unbekannt“ und „unheilbar“ nicht zufrieden.

Die beiden Aussagen bedeuten für mich in erster Linie, dass man bisher über die umfassenderen Zusammenhänge im Immunsystem noch nicht viel weiß. Insbesondere über den Zusammenhang des Immunsystems mit allen anderen körperlichen (und psychischen) Systemen. Dass es hier vielfältige Zusammenhänge gibt, ist heutzutage unbestritten. Es gibt inzwischen sogar eigene Fachrichtungen, die sich damit beschäftigen. In der gängigen (ambulanten) Therapie dieser Erkrankungen werden diese Zusammenhänge nach meiner persönlichen Erfahrung allerdings dennoch weitestgehend ausgeblendet, was vermutlich zum einen an der Spezialisierung in unserer Medizin, v.a. aber an der Kostenpolitik in unserem Gesundheitswesen liegen dürfte. Und natürlich an dem Hang, in all unseren wissenschaftlichen Systemen immer Einzelteile und nicht Gesamtheiten zu betrachten.

Egal. Ich bin eh Fan von Eigenverantwortung. Meiner Ansicht nach liegt der Schlüssel zu einer besseren Gesundheit genau darin: Die Verantwortung nicht beim Arzt abzugeben – oder gar bei der Pharmaindustrie (auch wenn letztere sich darüber sehr freut … ;-)). Denn wer, wenn nicht die betroffene Person selbst, könnte die Gesamtheit bzgl. des eigenen Körpers und eigenen Lebens besser einschätzen?

Aus meiner Sicht ist ja im Körper, wie auch in unserer Gesellschaft, in unserer Umwelt und letztlich in unserem ganzen Universum alles mit allem verbunden. Das bedeutet, dass es immer Auswirkungen auf das Ganze hat, wenn ein Teil aus dem Gleichgewicht gerät. Heilung kann immer nur geschehen, wenn man das Gesamtgleichgewicht wieder herstellt. Und niemals, wenn man nur an Symptomen herumdoktert und bestehende Ungleichgewichte dabei weiter verstärkt. Das gilt für unseren Planeten genauso wie für meinen Körper. Davon bin ich überzeugt. Daher ist die in unserem Gesundheitssystem herrschende Herangehensweise, die bei jedem Symptom die medikamentöse Therapie weit über alle anderen Therapiemöglichkeiten stellt, aus meiner Sicht keine wirklich gute Lösung.

Meine Erkrankung sehe ich als Zeichen, dass etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist (vgl. auch meinen Beitrag „Meine etwas andere Theorie zur Entstehung von Autoimmunerkrankungen“).

Aber was ist aus dem Gleichgewicht geraten? Das ist Detektivarbeit. Im Grunde ist es genau diese Detektivarbeit, die mich an der Medizin fasziniert. Gleichzeitig ist diese Faszination ein Grund, warum ich nicht Medizin studiert habe und auch nicht hätte studieren wollen. Denn unser Gesundheitssystem ermöglicht es Ärzt(inn)en nicht, sich die Zeit für Detektivarbeit zu nehmen.

Also, wo könnten die Probleme herkommen?

Die Ernährung liegt immer nahe, und ist sicher bei sehr vielen Menschen auch tatsächlich der wesentliche Faktor für eine Erkrankung. Nun ist gesunde Ernährung aber eines meiner Spezialgebiete. Bei uns wird jeden Abend frisch gekocht. Industrielle Fertignahrung lehne ich ab, soweit es irgend geht. Fettige und oftmals übersüßte Fast Food-Gerichte mag ich nicht. Unser Essen (und Trinken) ist so naturbelassen wie möglich. Gemüse spielt die klare Hauptrolle. Brot gibt es nur zum Wochenendfrühstück und wird von uns selbst gebacken. Ich achte auf die Zufuhr von gesunden Fetten. Wir besitzen weder Industriezucker noch Industriesalz, aber ein reichhaltiges Gewürz- und Kräutersortiment. Vieles stammt superfrisch aus dem eigenen Garten. Auch Wildkräuter wie Löwenzahn, Brennnesseln etc. landen bei uns selbstverständlich auf dem Tisch. Gehören sogar zu meinen Lieblingen, für deren kostenlose Bereitstellung ich der Natur dankbar bin :-). Überhaupt bin ich Fan von Bitterstoffen in der Nahrung. Zwar mache ich unterwegs oder bei Einladungen durchaus Kompromisse, in letzter Zeit sogar deutlich mehr. Dennoch ist meine Ernährung ziemlich sicher nicht der „Übeltäter“.

Der Darm? Ich habe viel Mühe darein gesteckt, meine Darmschleimhaut wieder einigermaßen zu regenerieren. Nachdem ich ja nun einmal viele Jahre viele verschiedene Medikamente eingenommen oder gespritzt habe, war meine Darmschleimhaut (und meine Darmflora) ziemlich im Eimer. Für das Immunsystem spielt der Darm bekanntermaßen eine sehr wichtige Rolle. Aber meine dahingehenden Probleme waren wohl eher Folge der Erkrankung bzw. genauer gesagt, der Medikamente gegen diese Erkrankung, als ihre Ursache.

Die Zähne? Hier war ich lange etwas zu nachlässig. Bereits in der Kindheit hatte ich sehr schlechte Zähne (obwohl das durch die Ernährung nicht zu erklären war) – und entsprechend viele Amalgamfüllungen bekommen. Zu lange habe ich den Beteuerungen vieler Zahnärzte geglaubt, dass Amalgam kein Problem sei. Und erst vor nicht allzu langer Zeit die letzte dementsprechende Füllung entfernen lassen. Dass ich damit so lange gewartet hatte, war sicher dumm, weil die Quecksilber-Metallverbindungen des Amalgam natürlich ein zusätzlicher Toxizitätsfaktor für meinen ohnehin geschwächten Körper waren.

Impfungen? Wie für die Amalgamfüllungen kann auch für die Impf“Hilfsstoffe“ gelten, dass sie einen zusätzlichen Toxizitätsfaktor darstellten, zumal man zumindest früher da gerne Quecksilber- oder Aluminiumverbindungen oder ähnliches verwendet hat. (Auch heutige „Hilfsstoffe“ in Impfungen sind in gewisser Weise für den Körper toxisch. Das ist ihr Sinn, sie sollen das Immunsystem „hochfahren“.) Aber Auslöser der Erkrankung? Wohl allenfalls im Sinne des Tropfens, der das Fass zum Überlaufen bringen kann.

Stress? Ja! Ich hatte ja schon in „Meine etwas andere Theorie zur Entstehung von Autoimmunerkrankungen“ von meinem dauerangespannten Nervensystem geschrieben. Stress also bei mir nicht im Sinne von Arbeitsstress oder ähnlichem, sondern als Grundmodus, seit ich denken kann. Ich hatte ja auch beschrieben, dass ich darüber zur Beschäftigung mit dem Vagusnerv kam. Und das wiederum war der Auslöser, mich auch nochmal mit den anderen Hirnnerven zu beschäftigen.

Vor etlichen Jahren hatte ich mir schon das Buch „Schwachstelle Genick“ von Dr. Bodo Kuklinski und Dr. Anja Schemionek gekauft, konnte mir aber damals nicht so recht vorstellen, dass so viele unterschiedlichste Krankheiten mit dem Genick zusammenhängen sollten, und fand das Buch auch etwas zu „marktschreierisch“. Jetzt nahm ich mir dieses Buch noch einmal vor. Und mir fiel auf, dass meine chronischen Kopfschmerzen in der Kindheit, die dauernden Nasennebenhöhlenentzündungen (die leider immer mit den damals so modernen Breitbandantibiotika behandelt wurden, was meinem Immunsystem sicher nicht gut getan hat), meine Übelkeit bei Autofahrten oder gar auf See, die mich seit frühester Kindheit begleitet hat, und viele Symptome mehr, – eine gemeinsame Ursache haben könnten. Eine Ursache, die auch meine Daueranspannung erklären könnte.

Ich habe seit frühester Kindheit einen gestörten Gleichgewichtssinn. Der hat nicht nur Karussellfahrten für mich statt als Vergnügen als Foltermethode erscheinen lassen. Er hat mir bereits das Laufenlernen erschwert und mich zu einem ängstlichen und nach eigenem Empfinden auch oft etwas ungeschickten Kind gemacht, was manuelle Fertigkeiten oder Sport anging. Als Erwachsene habe ich verschiedenste Untersuchungen machen lassen, um meine Schwindelattacken abzuklären. Selbstverständlich ohne Befund. Die Diagnose lautete damals „gutartiger Lagerungsschwindel“ und ich hielt das für plausibel. Noch vor kurzer Zeit habe ich mich gefragt, warum ich in starker Dunkelheit in Panik verfalle. Dabei ist das leicht erklärt: Ich kann mich im Raum nicht richtig verorten, wenn das Auge nicht hilft. Tja, und jetzt kam mir die Vermutung, dass all diese Symptome damit zusammenhängen können, dass bestimmte Hirnnerven bei mir nicht ganz „korrekt“ arbeiten.

Diese Vermutung erschien tatsächlich auch nicht aus der Luft gegriffen, denn ich hatte in meinem Leben eine Reihe von Unfällen, die sich ganz erheblich auf Kopf und Genick ausgewirkt haben. Ich wusste von meiner Mama, dass der erste Unfall dieser Art bereits im Kleinstkindalter passiert und wohl auch relativ heftig war.

Im Teenageralter kamen weitere Unfälle hinzu. Irgendwann nahm ich an, dass sich das mit den Kopfschmerzen etwas „verwachsen“ hätte, da ich nicht mehr ganz so stark und häufig mit Kopfschmerzen und Übelkeit kämpfte. Für beides blieb ich allerdings weiterhin sehr anfällig. Ja, und dann kam das Rheuma. Also die Bewegungseinschränkungen und Gelenkdeformitäten.

Mein Körper hat eine komplett schiefe Statik – und ich musste immer enorme Muskelkraft aufbringen, um mich trotzdem irgendwie auf den Beinen zu halten. Dafür fehlt die Muskelkraft, um mich vorwärts zu bewegen. Ich hielt die schiefe Statik immer für eine Folge des Rheuma`s. Aber vielleicht stimmt das gar nicht, vielleicht ist es in Wahrheit eine Ursache?!

Nachdem ich all die o.g. Tatsachen miteinander in Zusammenhang gebracht habe, habe ich mir diese Frage gestellt – und mir einen Therapeuten für eine Atlaswirbelkorrektur nach Arlen gesucht.

Obwohl wahrscheinlich gar nicht so wenig Menschen von dieser Therapie profitieren könnten (sie wird insbesondere empfohlen bei Migräne, Tinnitus, Blutdruckproblemen und Schwindel), gibt es nicht viele Therapeuten für diese Methode. Die Therapie ist nicht ganz billig und wird von den Krankenkassen selbstverständlich nicht bezahlt.

Vor rund zwei Wochen bin ich dann da also hin. Voller Erwartung – und vielleicht auch etwas naiv…

Fortsetzung folgt …. ;-).

Lachen und Wertschätzung in Politik und Gesellschaft

Und noch einmal Wertschätzung. Aber diesmal geht es mir um Politik. Um das Denken in unseren Gesellschaften. Fehlende Wertschätzung ist aus meiner Sicht das, was maßgeblich für die „Erkrankung“ unserer Gesellschaften verantwortlich ist. Denn auch global gesehen empfinde ich eine Art „Autoimmunerkrankung“. „Entzündungen“. Sichtbar an der Klimaerwärmung, zunehmenden Klimakatastrophen, wie Dürren oder Überflutungen, Waldbränden, aber auch an zunehmenden Radikalisierungen verschiedenster Art von Menschen in eigentlich wohlhabenden Staaten.

Da ich überzeugt bin, dass auf dieser Welt alles miteinander zusammenhängt (und die moderne Physik bestätigt das ja auch), finde ich den Vergleich mit den zunehmenden Autoimmunerkrankungen bei Menschen in den Industriestaaten gar nicht so abwegig. Ähnlich wie ich es auch in „Meine etwas andere Theorie zur Entstehung von Autoimmunerkrankungen“ beschrieben habe, scheinen mir aber auch hier die Überwärmung und die Überreaktionen Symptom und nicht Ursache einer Erkrankung zu sein.

Ursache ist aus meiner Sicht tatsächlich die in den Industriestaaten verbreitete „Religion“, wonach der Mensch ein Zufallsprodukt der Evolution sei, irgendwie zufällig entstanden, zufällig hat er dann auch noch ein Bewusstsein entwickelt (das ist besonders merkwürdig), und nach dem Tod im Nichts versinkt er ins Nichts. Oder so ähnlich. Die Seele sei eine Illusion, ein Phantasieprodukt von leicht beeindruckbaren Menschen, die irgendeine Hoffnung für sich bräuchten, um das Leben nicht als sinnlos zu empfinden.

Diese „Religion“ scheint mir dabei nicht ganz zufällig entstanden zu sein. Sie war Voraussetzung für das äußerst materialistische und konsumorientierte Denken in den Industriestaaten, in denen alles der Priorität untergeordnet wird, den materiellen Wohlstand zu sichern.

Ich empfinde die Pfeiler, auf denen diese „Religion“ steht, als sehr wackelig: Mathematisch ist das mit dem Zufall schlichtweg unmöglich (das gilt für die ganze Evolution). Physikalisch kann ein Urknall, der ja als Entstehung unseres Universums gilt, nicht aus einem „Nichts“ entstanden sein. Wie denn? Und unser Bewusstsein, das ja nun einmal eine Energie ist, kann nach unserem Tod auch nicht einfach so verschwinden. Das widerspräche dem Grundsatz der Energieerhaltung der Physik.

Die Prinzipien, auf denen unsere angeblich so objektive wissenschaftliche Weltsicht gründet, erscheinen mir persönlich also weder objektiv noch wissenschaftlich.

Das Problem an dieser Weltsicht ist, dass ihren Anhängern der Schutz der natürlichen Ressourcen, die Wertschätzung von „Mutter Erde“ und auch die Wertschätzung anderer Menschen nicht wichtig erscheinen. Warum sollen sie auf irgendetwas Rücksicht nehmen, oder das gar wert schätzen, was rein zufällig entstanden ist und keinen tieferen Sinn hat? Warum sollen sie mit den Ressourcen der Erde sparsam umgehen, wenn sie doch nur einmal kurz leben und dabei möglichst viel „Spaß“ haben wollen? (Wie kann ein „Zufallsprodukt“ eigentlich so etwas wie Spaß empfinden...?!)

Tja, warum? Vielleicht, weil viele Menschen tief im Innern dann doch spüren, dass die Wertschätzung anderer, das Eintreten für Schwächere und für die Umwelt sich gut anfühlen. Denn glücklicherweise nimmt das ehrenamtliche Engagement in den Industriestaaten durchaus zu. Viele Menschen spüren bzw. wissen, dass die materialistische Weltsicht erhebliche Schwächen hat. Trotzdem ist sie in Politik und Gesellschaft immer noch vorherrschend. Um nicht zu sagen allein- herrschend. Politische Entscheidungen werden immer unter der Prämisse gefällt, dass auf keinen Fall unser Wirtschaftswachstum und damit unser Wohlstand gefährdet werden darf. Das gilt für jede der bekannten Parteien bei uns. Wertschätzung der Umwelt spielt in politischen Entscheidungen offensichtlich eine nachgelagerte Rolle (oder gar keine, je nach Partei).

Bezüglich Wertschätzung von Personen, scheint es die allgemeine Ansicht zu ein, dass diese sich vor allem über Geld ausdrücke. Und dass, obwohl x Studien belegen, dass Gehaltserhöhungen, Boni etc. – wenn überhaupt -, dann nur ganz kurz, zu einem höheren Zufriedenheitsgefühl beitragen.

Echte Wertschätzung drückt sich nach meinem Verständnis anders aus. Darin, dass ich der Person vermittele, dass ich sie als Person sehe und schätze. Ihre persönliche Leistung und auch die von ihr zu überwindenden Herausforderungen wahrnehme und anerkenne. Das ist leider äußerst wenig verbreitet.

Wenn ich mir Nachrichten anhöre, sehe oder lese, Interviews, Comedy, politisches Kabarett oder was auch immer. Es geht fast immer darum, andere Menschen (negativ) zu bewerten, schlecht zu machen, sich über sie lustig zu machen. Unsere Medien vermitteln, dass es cool und wichtig sei, andere zu kritisieren. Journalist(inn)en haben meist den Anspruch an sich selbst, kritischen Journalismus zu pflegen.

Leider geht es dabei aber selten um eine echte inhaltliche Auseinandersetzung mit einer Sachentscheidung. Dafür müsste man sich bei jeder wichtigen Frage anschauen, prüfen und diskutieren, welche Konsequenzen eine bestimmte Entscheidung hat, und welche eine andere hätte. Kurz- und langfristig. Auf die Umwelt und auf die betroffenen Personen.

In unserer heutigen schnelllebigen Zeit ist das natürlich idealistisches Wunschdenken, dass Entscheidungen in der Form getroffen (oder getroffene Entscheidungen in der Form hinterfragt) werden. Politiker(innen) meinen, schnelle Entscheidungen treffen zu müssen, man will schließlich „Handlungsfähigkeit beweisen“. Eine Lieblingsfrage von Journalist(inn)en ist, warum „immer noch nichts passiert sei, wo die Missstände doch bekannt seien“.

Wir lieben es, „Druck zu machen“, und wir lieben es, auf die Fehler der anderen zu schauen, und nicht auf ihre guten Seiten. Das fängt schon an bei Berufsgruppen, wie zum Beispiel der Polizei. Ich finde, die Polizei macht einen sehr harten, extrem stressigen und gefährlichen Job für eher wenig Geld und sehr wenig Wertschätzung. In den Nachrichten erscheint die Polizei vor allem dann, wenn jemand von ihnen einen Fehler gemacht hat. Natürlich müssen Fehler thematisiert werden. Aber wenn geschätzt rund 80 % gut läuft und vielleicht 20 % nicht so gut (das ist eine grobe Schätzung von mir, die nicht mit irgendwelchen Daten belegt ist), erscheint es mir wenig wert schätzend, wenn sich 90 % der Berichterstattung ausschließlich auf die Fehler fokussiert. Zumal ich denke, dass genau solch eine mangelnde Wertschätzung Mitglieder der Polizei eher in die falsche Richtung treiben.

Ähnlich ist es bei Lehrer(inne)n. Auch das eine Berufsgruppe, bei der Eltern gern jeden echten oder vermeintlichen Fehler aufspießen. Hohes Engagement hingegen für selbstverständlich halten und selten anerkennen.

Bezüglich der Paketzusteller hat sich inzwischen herum gesprochen, dass die einen anstrengenden und unterbezahlten Job machen, trotzdem nehmen die Beschwerden über diese Leute ständig zu.

Und es gibt noch zig andere Beispiele.

Sich über Politiker(innen) lustig zu machen, scheint heutzutage ohnehin zum guten Stil zu gehören. Politisches Kabarett lebt davon, diese als total unfähig darzustellen. Sich mit echten Sachfragen auseinanderzusetzen, wäre hingegen viel zu komplex und auch nicht wirklich lustig. Und die Leute mögen es, wenn sie sich über die vermeintlich Mächtigen lustig machen können. Jedenfalls im Kabarett. Im wirklichen Leben führt das vermutlich eher zu Politikverdrossenheit und Radikalisierung. Leider sind auch die meisten Politiker(innen) selbst ein katastrophales Vorbild, was gegenseitige Wertschätzung als Mensch angeht. Aber wenn man sich selbst innerhalb einer Partei nicht wert schätzt, wie kann man dann erwarten, dass die Wähler es tun?

Gegenseitige Wertschätzung von Menschen anderer Berufe, anderer Herkunft, anderer Hautfarbe, anderer Lebensgeschichten, das wäre so wichtig für das Glücksempfinden in unseren Gesellschaften!

Und natürlich Wertschätzung unserer Umwelt. Unserer natürlichen Ressourcen! Der Gaben, die uns von „Mutter Erde“ kostenlos zur Verfügung gestellt werden! Wertschätzung von Tieren (das schließt Massentierhaltung aus!). Gesellschaften, die das Wirtschaftswachstum an erste Stelle setzen, beuten die natürlichen Ressourcen rücksichtslos aus. Sie vermüllen Landschaften und Ozeane, vergiften das Trinkwasser, also unser aller Lebensgrundlage mit Pestiziden, Nitraten und sonstigen Chemikalien. Sie überfischen die Meere, zerstören den Regenwald, um dort billiges genmanipuliertes Tierfutter anzubauen. Bauen Kies, Sand, seltene Erden und sonstige Rohstoffe ab – ohne jede Rücksicht auf die Natur. Sie bringen das gesamte Ökosystem vollkommen aus dem Gleichgewicht, erzeugen auf diese Art von allem viel zu viel – und werfen einen großen Teil als Müll wieder weg, der dann ebenfalls in der Umwelt landet.

Zu einem großen Teil sind das die sogenannten „entwickelten“ Staaten, die als Vorbilder gelten weltweit. Vorbilder in Sachen Wertschätzung leider nicht!!!

Warum eigentlich nicht? Ach ja, wegen dem Wirtschaftswachstum… Aus irgendeinem Grund gehen die Menschen bisher fast weltweit davon aus, dass Wirtschaftswachstum das Beste für die Menschheit sei.

Ich bin hingegen überzeugt, dass gegenseitige Wertschätzung und Wertschätzung unserer Umwelt, der gesamten Natur das Beste für die Menschheit ist! Aber für mich sind Menschen auch keine seelenlosen Zufallsprodukte… (Tiere auch nicht…).

Dieser Beitrag hatte jetzt nicht so viel mit Lachen zu tun… Aber ich bin überzeugt, dass Veränderungen letztlich bei jedem einzelnen beginnen. Und wertschätzendes gemeinsames Lachen zu üben – anstelle eines sich übereinander lustig machen, kann ein Anfang sein.

Lachen und Wertschätzung

Wertschätzung ist gerade eines meiner Lieblingsthemen! Wertschätzung von sich selbst und von anderen. Ich beschäftige mich ja auch viel mit positiver Psychologie und mit den spirituellen Werten alter Kulturen. Wertschätzung und Dankbarkeit kommen in all diesen Bereichen Schlüsselfunktionen zu.

Jeder Mensch wünscht sich, wert geschätzt zu werden von seiner Umgebung. Das Gefühl, dass der Chef, die Chefin einen nicht genug wert schätzt, ist wahrscheinlich der häufigste Grund für eine innere (oder auch äußere) Kündigung. Mangelnde Wertschätzung von Partner oder Partnerin vermutlich der häufigste Scheidungsgrund. Von Menschen, die einem nahe stehen, will man „gesehen“ und wert geschätzt werden.

Wir alle haben da ein gewisses Anspruchsdenken. Ich auch!

Sehr viel seltener fängt man mit diesen Überlegungen bei sich selbst an. Wie sehr schätze ich eigentlich meine Umgebung wert? Wieviel Dankbarkeit empfinde ich gegenüber Vorgesetzten, Partner/in, Eltern, Kindern etc.?

Die alten spirituellen Kulturen (auch das Christentum) und die moderne positive Psychologie lehren uns, dass genau das der Weg ist. Und ich muss sagen, seit ich übe, diesen Weg zu gehen, bin ich begeistert von der Wirkung!

Denn, mein Anspruch, von meiner Umgebung gesehen und wert geschätzt zu werden, kam immer aus einem Mangeldenken heraus. Ich war der Meinung, nicht genug gesehen zu werden, wert geschätzt zu werden. Weil ich so in diesem Mangeldenken verhaftet war, habe ich dann die vorhandene Wertschätzung auch gar nicht wirklich wahr genommen. Sie entsprach ja nicht meinem Konzept.

Erst seit ich begonnen habe, gezielt danach zu schauen, wofür ICH eigentlich dankbar sein und andere Menschen wert schätzen kann, habe ich auch mir selbst gegenüber mehr Wertschätzung. Seit ich meine positiven Gefühle anderen gegenüber stärker pflege, kann ich auch deren positiven Gefühle mir gegenüber besser wahrnehmen und das wiederum steigert natürlich auch das eigene Selbstwertgefühl.

Mein Wunschtraum ist es, genau dieses Konzept möglichst vielen Menschen zu vermitteln, und in die Gesellschaft hineinzutragen. Denn ich bin überzeugt, dass die meisten unserer derzeitigen weltweiten Probleme mit mangelnder Wertschätzung zu tun haben. Mangelnder Wertschätzung sich selbst gegenüber, anderen Menschen gegenüber und insbesondere gegenüber der Natur, „Mutter Erde“ und all ihren Geschöpfen!

Lachen und Wertschätzung Teil 2

Leider ist das mit der Wertschätzung aber gar nicht so einfach. (vgl. auch meinen Beitrag „Krankheit als Makel???“)

Oft genug meinen wir ja sogar so eine Art Verbundenheit zu spüren, wenn wir gemeinsam über Dritte lästern oder uns gar empören. Aber diese Art des Verbundenheitsgefühls ist sehr kurzlebig. Sie mag sich in dem Moment gut anfühlen und Spaß machen, ein langweiliges Gespräch beleben. Hinterher verspüre ich aber meist einen schalen Nachgeschmack und frage mich, was die Läster-Runde vielleicht bei nächster Gelegenheit über mich sagen wird.

Lästern und sich zu empören ist einfach. Wertschätzung muss man tatsächlich üben. Immer und immer wieder.

Was hat das mit Lachen zu tun? Wie die meisten Dinge auf dieser Welt, kann auch das Lachen zwei Seiten haben. Wir Menschen können uns aussuchen, welche dieser beiden Seiten wir wählen: Die Seite, die uns und anderen gut tut, oder die andere. Sprich: Wir können uns für Wertschätzung entscheiden oder dagegen.

Echtes Lachen verbinde ich mit Fröhlichkeit. Mit Lebensfreude. Mit sprudelnder Leichtigkeit. Mit einem freudig glucksenden Baby. Mit gemeinsamem fröhlich kindlichem Spiel, bei dem es nicht um Wettkampf oder Konkurrenz geht. Es ist ein Lachen, das unmittelbar positive Gefühle vermittelt. Ein Lachen, das verbindet und nicht trennt. In diese Kategorie fällt auch Lachyoga.

Diese Art Lachen macht gesund. Biochemisch gesehen schüttet der Körper Glückshormone aus. Oft fühlt man sich lange danach noch richtig gut. Je öfter man das praktiziert, desto mehr wird es zum Grundmodus. Desto leichter fällt alles. Und desto weniger Schmerzen spürt man (ich weiß, wovon ich spreche…).

Dabei übt man auch, über sich selbst zu lachen. Und diese Fähigkeit ist eine wichtige Ressource. Wer viel lacht, nimmt die Dinge (und eben auch sich selbst) nicht zu ernst. Auch das hat aus meiner Sicht ganz viel mit Wertschätzung der eigenen Person zu tun: Erst seit ich weiß, dass ich liebenswert bin, sind kleine Patzer kein Drama mehr. Ich muss nicht jedesmal Angst davor haben, was andere Leute jetzt denken könnten. Für jede Person, die sich selbst nicht ausreichend wert schätzt, ist das das wichtigste Thema überhaupt: Was denken die anderen von mir?

Und genau hier kommt auch die andere Form des Lachens ins Spiel. Die, bei der man sich gegen Wertschätzung entschieden hat: Das Auslachen. Das hämische Lachen. Das über das Ungeschick oder gar Unglück eines anderen Menschen Lachen (Schadenfreude). Das lästern. Das sich über andere lustig machen. Also ein Lachen, dessen Zweck es ist, sich über andere zu erheben. Jemand anderen klein zu machen. Ein Lachen, das zu Mobbing werden kann, gerade für diejenigen, die sich selbst eben nicht ausreichend wert schätzen. Und – ganz ehrlich – wer tut das schon? (Der bei einigen im öffentlichen Leben stehenden Menschen nach meinem Eindruck anzutreffende Narzissmus hat nichts zu tun mit einem gesunden Selbstwertgefühl!)

Auslachen produziert weder Fröhlichkeit noch Lebensfreude. Sondern schlechte Gefühle. Bei dem oder der Ausgelachten ohnehin. Aber auch die Auslachenden wird ihr Handeln kaum glücklich machen. Und dass sie denken, es nötig zu haben, andere Menschen zu beschämen (bzw. sich von diesen abzugrenzen, um sich selbst als etwas „Besseres“ darzustellen), zeigt, dass sie sich ihres eigenen Wertes lange nicht so sicher sind, wie sie tun.

Leider ist genau dieses Lachen in unserer Gesellschaft sehr verbreitet und in unseren Medien äußerst präsent. Viele Medien leben geradezu davon. Andere Menschen klein zu machen, scheint eine unglaubliche Anziehungskraft auszuüben. Wahrscheinlich, weil es einen selbst vermeintlich größer macht. Aber eben nur vermeintlich. Denn, wenn man das braucht, um sich größer zu fühlen, ist es doch eigentlich um die eigene Größe ziemlich schlecht bestellt, oder?!