Ein kleiner Pieks. Zuallererst nicht schaden?

Künstlerin: Dörte Müller

Wir Menschen sind sterblich. Wir werden aber nicht gerne daran erinnert. Die Bilder, die uns bei Verbreitung eines Virus wie Ebola oder jetzt Corona regelmäßig erreichen, tun genau das: Menschen in Schutzanzügen, die den Menschen darin nur noch erahnen lassen. Bilder von überfüllten Krankenhäusern. Gräber. Trauernde Angehörige. Zwar war Corona in den meisten Verläufen längst nicht so dramatisch wie Ebola, aber plötzlich auch hier bei uns „heimisch“ und nicht „nur“ in Afrika oder Asien. Also herrschten ebenso plötzlich Panik und Hysterie hier bei uns.

Infektionskrankheiten lösen bei vielen Menschen ganz offensichtlich besondere Ängste aus. Anders als andere „vorzeitige Todesarten“ wie z.B. durch Krieg, über mit Pestiziden verseuchtes Trinkwasser, Luft- und Bodenverschmutzung, Medikamentenfehlgebrauch, denaturierte Industrienahrung, Verkehrstote usw. erscheinen Infektionen nicht Menschengemacht. Menschengemachte Tote akzeptieren wir.

Aber Viren?! Die scheinen aus der Natur zu kommen und nicht von uns. Heimtückisch und gemein. Viren sind böse. Die bekämpfen wir mit allem, was wir haben. Denen erklären wir den „Krieg“, denn Kriege mögen wir. Kriege finden wir zumindest völlig normal.

Tatsächlich sind Viren nicht per se böse. Und auch bei potentiell schädlichen Viren kommt es auf viele verschiedene Ursachen an, ob man sich ansteckt, und wie schwer man ggfs. daran erkrankt. Diese anderen Ursachen interessieren aber niemanden, denn dann müsste sich an unserem Lebensstil vieles grundlegend ändern. Außerdem sind solche Überlegungen den meisten Menschen viel zu komplex.

Und wozu haben wir schließlich die Wissenschaftler? Wir leben in einem Wissenschaftsstaat. Die Wissenschaft hat bei uns den höchsten Status, den es zu vergeben gibt. Wissenschaftlern glaubt man, Wissenschaftlern vertraut man. Das sind schließlich Experten. Die werden es richten!

Unsere Medizin unterliegt schon lange einem Machbarkeitswahn, der gar nicht so selten dazu führt, dass Menschen mit Behandlungen zu Tode gebracht werden, obwohl sie ganz ohne medizinische Behandlung oder mit minimalen Interventionen deutlich bessere Chancen gehabt hätten. Auch bei einigen der „Corona-Toten“ dürfte das eine Rolle gespielt haben. Unsere Medizin sieht es als Versagen an, einen Menschen nicht zu behandeln. Man macht daher im Zweifelsfall eher Unsinniges, als gar nichts. Tatsächlich erwarten die meisten Menschen auch eine Behandlung und Medikamente, wenn sie zum Arzt oder gar in die Klinik gehen. „Zuallererst nicht schaden“ gilt daher in der heutigen Medizin nicht mehr viel. „Machen“, das ist die Devise in unserer Yang-dominierten Welt (Yang aus dem chinesischen Yin-/ Yang-Symbol).

Die Wissenschaft sieht es (verständlicherweise) als Ansporn an, einen Impfstoff und Medikamente gegen Covid 19 zu entwickeln. Der Politik erscheint es (für mich deutlich weniger verständlicherweise) als selbstverständlich, dass dies gelingt. Es werden viele Milliarden Steuergelder dafür zur Verfügung gestellt (was hätte man damit alles Sinnvolleres machen können…, seufz). Schließlich wollen wir endlich zurück zur „Normalität“. „Normalität“, das bedeutet, alles so weiter machen, wie bisher. Lehren aus der Anfälligkeit für so einen Virus? Sich anschauen, was genau die Ursache für eine erhöhte Sterblichkeit an dem Virus in bestimmten Ländern war? Eher nicht. Wir werden ja die Impfung bekommen. Und wenn der Virus mutiert oder in zwei Jahren der nächste um die Ecke kommt, dann sind wir ja in der Impfstoffforschung schon viel weiter und bestimmt noch viel schneller, als jetzt.

Bereits bei Covid 19 werden die Impfstoffstudien in geradezu beängstigender Geschwindigkeit durchgepeitscht. Sicherheit? Aber natürlich! Ich persönlich halte es für höchstwahrscheinlich, dass das Paul-Ehrlich-Institut irgendeinen Impfstoff in nicht allzu ferner Zeit für „sicher“ erklären wird. Der Druck ist einfach zu groß … .

Wann gilt eine Impfung als „sicher“? Wenn das Immunsystem der Geimpften ausreichend (wie auch immer man das definiert) Antikörper gegen den Virus produziert. [Für die Impfstoffforschung scheint man 100 % funktionierende Antikörpertests zu haben, die ja ansonsten (für all die Personen, die die Erkrankung bereits hatten) irgendwie nicht zur Verfügung stehen.] Und: Wenn die Geimpften keine schweren Nebenwirkungen aufweisen. Gemeint sind Nebenwirkungen, die unmittelbar im Zusammenhang mit der Impfung auftreten. Unerwünschte Wirkungen, die später kommen, werden nicht einbezogen, denn sie können ja nicht zwingend kausal ausschließlich auf die Impfung zurück geführt werden.

Das ist die Praxis bei jeder „sicheren“ Impfung bisher. Ich höre das immer wieder: „Machen Sie sich keine Sorgen. Die Impfung ist sicher, und gerade Sie mit Ihrem problematischen Immunsystem würden davon besonders profitieren.“ Aha.

WIRKLICH???

Tatsächlich bin ich natürlich jahrelang vorschriftsmäßig geimpft worden und auch als Erwachsene war ich durchaus froh, vor einer Fernreise noch eine Impfung gegen auf mich dort möglicherweise zukommende Erreger zu erhalten. Ich hatte direkt nach einer Impfung nie Probleme. Nicht einmal die berühmte „Rötung an der Einstichstelle“. Impfungen erschienen mir sinnvoll und segensreich. Ich sah gar keinen Grund, die entsprechenden Behauptungen der „Experten“ zu hinterfragen und hatte zudem auch keine Zeit, mich näher mit dem Thema zu beschäftigen. Ich „glaubte“. Und das trotz eines aufgrund meiner schweren Autoimmunerkrankung mit Medikamenten unterdrückten Immunsystems. Denn auch bezüglich dieser Medikamente vertraute ich damals der Medizin.

Leider haben diese Medikamente keine heilende Wirkung, … aber eine Reihe schwerer Nebenwirkungen. Heilende Wirkung können die verfügbaren Medikamente nicht haben, und seien sie noch so „modern“, denn man kennt die Ursache der Autoimmunerkrankungen nicht.

Niemand. Kein einziger Experte auf dieser Welt.

Man weiß nicht, warum diese Erkrankungen zunehmen. Ebenso wie Tumorerkrankungen und teilweise Allergien. Es sind alles Erkrankungen, die mit dem Immunsystem zusammenhängen.

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Die Ursachen aller dieser Erkrankungen und die Ursachen ihrer Zunahme sind keinem einzigen Experten dieser Welt bekannt!

Was weiß „die Wissenschaft“ heutzutage über das Immunsystem? Sie weiß eine Menge über bestimmte Stoffe und Faktoren im Blut, die mit dem Immunsystem zusammenhängen – und wie man früher dachte, dieses ausmachen. Man weiß inzwischen, dass das zu kurz gesprungen ist. Erheblich zu kurz. Man weiß, dass die Darmflora eine wichtige Rolle für das Immunsystem spielt. Man weiß nur nicht so genau, welche. Man weiß, dass das Nervensystem eine wichtige Rolle spielt. Man weiß nur nicht genau, welche. Man weiß, dass Stress ein entscheidender Faktor ist. Man weiß, dass das Knochensystem auf das Immunsystem wirkt und umgekehrt. Um genau zu sein, hängt bei unseren körperlichen Systemen jedes mit jedem zusammen. Irgendwie. Nur wie, weiß niemand bisher.

Unsere Wissenschaftler sind gut darin, sich Details anzuschauen – und oft erschreckend schlecht darin, das Große Ganze zu sehen. Das Zusammenwirken. Die Kooperation innerhalb unseres Körpers. Also genau das, was man mit einem Eingreifen von außen oftmals eher behindert oder gar zerstört.

Was bedeutet das für Impfungen?: Man weiß nicht – man kann es gar nicht wissen -, was eine Impfung wirklich im Körper bewirkt auf längere Sicht, über die erwünschte Produktion der Antikörper hinaus!!!

Umso dramatischer erscheint es mir, dass die meisten Impfungen mit „Hilfsstoffen“ gestreckt sind. Dabei handelt es sich um für den menschlichen Körper giftige und schädliche Stoffe, die sicherstellen sollen, dass der Körper auf das mit der Impfung zugeführte abgeschwächte Antigen (das ist jetzt etwas vereinfacht, es gibt verschiedene Formen von Impfungen) wie gewünscht reagiert und möglichst viel Antikörper produziert.

Mit den meisten Impfungen werden dem Körper also Giftstoffe zugeführt (früher gerne Stoffe wie Quecksilber oder Aluminium, heute nimmt man weniger in Verruf geratene), die sich dort anreichern.

Kann es wirklich eine gute und völlig harmlose Idee sein, Giftstoffe ins Blut zu spritzen? Auch schon bei Kleinstkindern, deren Immunsystem noch gar nicht ausgebildet ist? Ein Immunsystem, das von der Natur sehr fein austariert ist und sich zunächst über die Vaginalbakterien der Mutter bei der Geburt, das Stillen und später über das in den Mund nehmen verschiedenster Substanzen durch das Kleinkind langsam aufbaut. Es entwickelt sich also in erster Linie über orale Stimulation. Giftstoffe im Blut dürften das sich entwickelnde System eher irritieren, als wirklich hilfreich zu sein. Zum Glück stecken unsere Körper recht viel weg…

Und all diese Impfungen bei jedem? Nach festgelegten Impfschemata – ohne Ansehen der Person und der individuellen Konstitution? Ist das nicht eigentlich ein Kunstfehler?

Wie ist es mit den Autoimmunerkrankungen? Vielleicht ist das Immunsystem bei empfindlichen Menschen wie mir, nach etlichen Impfungen irgendwann so aufgeputscht, weil es so oft mit Giftstoffen „hochgefahren“ wurde, dass es das „Runterfahren“ verlernt hat. Und nur noch ein kleiner sonstiger Reiz, z.B. Stress ausreicht, damit es sich dann plötzlich gegen alles Mögliche wendet, auch gegen körpereigene Stoffe???

Vielleicht hatte jemand mit einer Birkenpollenallergie das Pech, nach irgendeiner Impfung zufällig an einer blühenden Birke vorbei gegangen zu sein. Und sein gerade mit Giftstoffen aufgeputschtes Immunsystem „wusste“ schlicht nicht, dass es nur gegen den mit der Impfung gemeinten Krankheitserreger Antikörper bilden sollte und nicht gegen die eingeatmeten Birkenpollen, die vom System ebenfalls als „fremd“ erkannt wurden?

Ist das wirklich ausgeschlossen??? Das Paul-Ehrlich-Institut sagt: „Ja, wir haben langjährige Erfahrungen.“ Aha. Aber leider nur rudimentäres Wissen über das Immunsystem als Ganzes. Und keinerlei Erklärung für die Zunahme von Autoimmunerkrankungen.

Ich behaupte nicht, dass Impfungen DIE Ursache für Autoimmunerkrankungen sind. Aber ich halte es für nicht unwahrscheinlich, dass sie EINE Ursache sind. Fast alle Erkrankungen dieser Welt beruhen auf verschiedenen Ursachen. Und ich wünschte mir, dass man hier wirklich unvoreingenommene Forschung und Debatten zulassen würde. Bisher tut man das nicht. Als Arzt eine Impfung kritisch zu hinterfragen, wird vielfach berufsrechtliche Folgen haben, mindestens aber Karriereeinbrüche.

Aus meiner Sicht gibt es durchaus Impfungen, die sinnvoll sind. Zum Beispiel bei Tetanus würde ich das im Grundsatz bejahen. Aber auch dort nicht in standardmäßig festgelegten Abständen, die bei jedem gleich sind. Meine letzte Tetanus-Impfung ist z.B. rund 15 Jahre her. Ich habe mich deshalb mit meiner Ärztin geeinigt, in dem Fall meinen Antikörpertiter bestimmen zu lassen. Er war äußerst hoch. Bei meinem aufgeputschten Immunsystem war ich nicht überrascht. Mit einer erneuten Impfung hätte ich mir und meinem Körper ganz sicher nichts Gutes getan.

Ich bin froh, dass die Politik eine Impfpflicht gegen Corona bisher vollmundig ausgeschlossen hat – und durchaus dankbar für die Demonstrationen und Proteste, die diese Aussage zur Folge hatten. (Auch wenn ich nicht gerade jeden, der auf diesen Demonstrationen mitlief, in meinem Freundeskreis würde haben wollen.) Ich hoffe sehr, dass man sich an diese Aussage auch dann halten wird, wenn sich wider Erwarten doch nicht genug Freiwillige für eine Impfung finden. Und dass es dann nicht plötzlich eine Impfpflicht durch die Hintertür gibt, indem man nur Geimpfte zu Institutionen, Veranstaltungen usw. zulässt. Die Masernimpfpflicht für Zugang zu Kitas und Schulen gibt da leider ein sehr unrühmliches Beispiel. Diese Impfpflicht war von einer massiven Kampagne in den öffentlichen Medien vorbereitet worden, die mich sprachlos zurück ließ. Impfskeptiker wurden pauschal diffamiert und herabgesetzt, teilweise übel beschimpft. Ein totes Baby, das vermutlich nicht an, sondern mit Masern gestorben war (ähnlich wie bei vielen Menschen mit Corona), wurde genutzt, um Emotionen zu schüren und die Masern zu einer der gefährlichsten Erkrankungen überhaupt zu stilisieren. Dass die Zahlen das nicht wirklich hergeben, war egal. Eine sachliche Diskussion ohnehin nicht möglich.

Es war keine Sternstunde der Demokratie, der Medien und aus meiner Sicht auch nicht der Wissenschaft. Jedenfalls nicht einer Wissenschaft, die dem Motto folgt:

ZUALLERERST NICHT SCHADEN!!!

Schwarz / Weiß

Ein philosophischer Artikel…

Künstlerin: Dörte Müller

Schwarz oder Weiß. Besser oder schlechter. Klug oder dumm. Dick oder dünn. Sportlich oder unsportlich. Gesund oder „behindert“. „Hässlich“ oder hübsch. Ordentlich oder „schlampig“. Reich oder arm.

Physische Mauern und psychisches „Mobbing“: Brauchen Menschen wirklich die Abgrenzung zu anderen? Das „Gegeneinander“ anstelle eines Miteinanders? Das Bewerten und Abwerten? Oft auch das innerliche Sichselbstabwerten?

Ich sehne mich eigentlich schon mein Leben lang nach einem Miteinander, nach vollkommener Harmonie – und neige trotzdem dazu, andere Menschen zu bewerten. Mich selbst natürlich ohnehin. Wieso tue ich das eigentlich?

Ich sehe entsetzt, dass Menschen sich nach ihrer Hautfarbe, ihrer Religion oder gar ihrer Nation bewerten. Und Menschen, die jeweils anders sind, abwerten. Das erscheint mir absurd. Schließlich hat jeder Mensch eine ganz eigene individuelle Hautfarbe, die Nation ist mehr oder weniger Zufall, und die Religion meist einfach von den Eltern übernommen. Besonders merkwürdig ist das Gegeneinander bei den drei großen monotheistischen Religionen, die doch eigentlich alle an denselben Gott glauben, aber teilweise meinen, ihr „Glaube“ sei „besser“, als ein anderer. Die „Heiligen Schriften“ werden dabei nicht auf eine Harmonie stiftende Art ausgelegt, sondern „Gott“ werden sehr menschliche (männliche) Eigenarten zugeschrieben: Wie Rachsucht, unbedingten Gehorsam erwartend, Menschen in „besser“ und „schlechter“ einteilend, Männer als „Premiummodell“ (und der weiblichen Hälfte der Bevölkerung als überlegen) ansehend.

Abgrenzung ist ein Mittel der Identitätsstiftung, so heißt es in der Psychologie. Manche nehmen dazu ihren Fußballverein, andere gleich die ganze Nation.

Bei mir sind es meine Meinungen und Ansichten, mit denen ich mich von anderen abzugrenzen suche. Und das ist nicht nur bei mir so. In nahezu jeder Kabarettsendung kann ich beobachten, wie Menschen mit „anderen Ansichten“ pauschal herabgewürdigt werden. Der „Aluhut“ (eine Art „Anti-Auszeichnung“) ist für mich geradezu ein Synonym dafür geworden, wie Menschen mit einer rein materialistisch „wissenschaftlichen“ Ansicht versuchen, Menschen mit vollständig anderen Ansichten lächerlich zu machen. Natürlich scheint es wirklich manch krude Meinung zu geben. Na und? Die rein materialistische Ansicht ist mit der physikalischen Forschung der letzten hundert Jahre schon lange nicht mehr so ganz vereinbar. Wo ist also das Recht ihrer Anhänger, sich über andere Ansichten lustig zu machen? Der Gegensatz „Wissenschaft“ – „Esoterik“ ist längst veraltet, denn viele neuere wissenschaftliche Erkenntnisse bestätigen uralte „esoterische“ Weisheiten. Es gibt daher auch immer mehr Physiker, die zeigen, dass Wissenschaft und Spiritualität vereinbar sein können. Das ist allerdings im sogenannten „Mainstream“ noch nicht wirklich angekommen, weil es nicht zu dem dortigen Weltbild passt.

Wir leben in einer Welt der Dualität: 0 oder 1. Richtig oder falsch. Schwarz oder weiß. Männlich oder weiblich. Yin oder Yang. Aber: Schon bei „männlich“ oder „weiblich“ zeigt sich deutlich, dass es Zwischentöne gibt. „Richtig“ oder „Falsch“ ist immer eine Frage der subjektiven Wahrnehmung und Bewertung. Das mit den „objektiven Fakten“ ist so eine Sache… . erst recht in einem Universum, von dem für uns 95 % buchstäblich im „Dunkeln“ liegen. Wir also nur 5 % unserer Umgebung (und damit auch von uns selbst) bisher halbwegs verstehen. Vielleicht ist das mit der Dualität zu einfach gedacht. Unserem Wunsch entsprungen, uns abzugrenzen.

Wenn wir lernen würden, Zwischentöne zuzulassen, bräuchten wir keine „Experten“ mehr, die uns erklären, was ihrer Ansicht nach „richtig“ oder „falsch“ ist. Es ist das, was mich an unseren heutigen Medien und an der Politik am meisten aufregt: Ich habe das Gefühl, mir soll vorgegeben werden, was ich für „richtig“ oder „falsch“ zu halten habe. Und solche Vorgaben, die halte ich tatsächlich für falsch. Warum sollte ich mir die Wahrnehmung irgendeines anderen Menschen zu eigen machen, wenn sie meiner eigenen Wahrnehmung nicht entspricht?

Ich liebe das chinesische Yin-/Yang-Symbol: Ja, es gibt Unterschiede (0 und 1…), aber diese ergänzen sich zu perfekter Harmonie. Keiner ist „besser“ oder „schlechter“, „wertvoller“ oder „minderwertiger“. Schwarz ist genauso gut wie weiß und im Grunde genommen ist beides bunt.

Wir haben auf dieser Welt seit langem eine starke Überbewertung des Yang: Aktivität zählt mehr, als Muße. Konkurrenz deutlich mehr, als Kooperation. Technik deutlich mehr als Natur. Der sogenannte „Verstand“ mehr als Gefühle. Letzteres ist vermutlich eines der Hauptmissverständnisse unserer Zeit (jedenfalls aus meiner Sicht): Bewusstseinsforscher gehen davon aus, dass der Mensch zu rund 95 % von seinem Unterbewusstsein gesteuert wird (für mich ist es kein Zufall, dass die Zahl identisch ist mit dem, was Kosmologen und Physiker als den für uns nicht sichtbaren Anteil des Universums identifiziert haben). Also letztlich von seinen Gefühlen. Zu 95 %! Unser Verstand kontrolliert unsere Gefühle nicht, sondern unsere Gefühle steuern, was wir wahrnehmen und entscheiden.

Und ja, das ist vielleicht das, was uns Menschen wirklich ausmacht, was uns unsere Identität gibt: Unsere Gefühle. Angst, Wut, vielleicht auch Trauer. Die darunter liegende Sehnsucht nach Liebe. Solange wir das für „Schwächen“ halten, und möglichst „stark“ sein wollen, suchen wir Menschen unsere Identität vermutlich in der Abgrenzung nach außen. Und denken, es könnte ein irgendwie erstrebenswertes Ziel sein, „to make America (oder was oder wen auch immer) great again“.

Regeln – oder: Verschiebt Corona unsere moralischen Bewertungen?

Künstlerin: Dörte Müller

Es gibt Regeln, die erscheinen den meisten Menschen intuitiv richtig und wichtig:

– Du sollst andere Menschen nicht (absichtlich) töten oder verletzten!

– Du sollst die natürlichen Lebensgrundlagen achten – und so mit den natürlichen Ressourcen umgehen, dass auch nachfolgende Generationen noch eine lebenswerte Umwelt vorfinden!

Ich zumindest würde das unterschreiben. Und tatsächlich gibt es bei Punkt 1 auch mehr oder weniger hohe Strafen, wenn jemand nachweisbar gegen dieses Gebot verstößt. Das gilt allerdings nur, wenn das Töten und Verletzen in einem relativ überschaubaren Maßstab bleibt – und einzelnen Personen zugeordnet werden kann. Gibt es wie in Syrien, dem Jemen oder manch afrikanischem Staat jahrelange Kriege mit Tausenden von Toten und Verletzten, scheint das niemanden so richtig zu interessieren, denn es mischen jede Menge Staaten mit – aus finanziellen oder machtpolitischen Interessen. In Deutschland sind diese Kriege nur dann wirklich auf der Agenda, wenn die Menschen, die aus der Kriegshölle geflohen sind, plötzlich bei uns landen. Die einen finden das dann unerwünscht. Die anderen meinen, dass diese Menschen nun schnell ihre traumatischen Erfahrungen „vergessen“ (leider funktioniert das so nicht), sich hier „integrieren“ und uns ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen sollten. Die Ursachen für die Fluchtbewegungen will man eigentlich nicht so genau wissen, als Weltgemeinschaft wirklich an Verbesserungen für die Situation in Afrika etc. arbeiten, schon gar nicht. Wäre auch viel zu teuer. Wer soll das bezahlen? Und überhaupt: Haben wir nicht ein Recht darauf, dass wir hier besser leben? Weil, ja weil … wir doch nun einmal hier leben – und „technologisch fortschrittlicher“ sind.

Und damit komme ich unmittelbar zum zweiten Punkt. Denn was heißt „technologisch fortschrittlicher“, wenn es um die Achtung der natürlichen Lebensgrundlagen geht? Was (ver)brauchen wir für diesen „Fortschritt“ und ist das wirklich immer ein „Fortschritt“? Oder schreiten wir v.a. fort von einer Harmonie mit unserer Umwelt? Immer weiter fort? Warum ist uns unsere Umwelt so egal? Wo bleibt der weltweite kontinuierliche medienwirksam unterstützte Aufschrei über die Zerstörung der Regenwälder? Wo bleibt der Aufschrei über die ständige weitere Verdichtung von Flächen in den Industrieländern? Wo der über umweltschädigen Abbau von Rohstoffen weltweit für einen oft völlig sinnfreien Konsum? Wo der über die Vergiftung unserer Böden und Grundwasser (das kostbarste Gut dieser Erde überhaupt!) durch den Pestizideinsatz und die Überdüngung in der konventionellen Landwirtschaft? Wo bleiben die täglichen allabendlichen Sondersendungen zu diesen Themen?! Wo der Ruf nach wirklich umweltfreundlichen Regeln und Einhaltung dieser Regeln? Die industrielle Landwirtschaft mit umweltschädlichen Monokulturen, die in erster Linie dem Tierfutteranbau dienen, wird nicht nur nicht sanktioniert,- sie wird subventioniert. Mit Steuergeldern. All das scheint kaum jemand zu stören.

Die von mir als Punkt 2 genannte Regel, bei der es um den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen geht, ist uns vielleicht abstrakt wichtig. Sehr abstrakt. Und sehr theoretisch. Alles viel zu teuer. Und JETZT auf irgendetwas verzichten, nur für spätere Generationen? Ziemlich viel verlangt, oder?!

Und jetzt kommt plötzlich Corona. Und auf einmal hat man auf die Schnelle ganz viele Regeln beschlossen, um „das Virus einzudämmen“. Und alle scheinen mitzumachen.

Plötzlich erscheint nichts zu teuer und kein Verzicht zu schwierig. Warum? Zu Beginn der Infektionswelle war eine gewisse Vorsicht nachvollziehbar, da man die Gefährlichkeit des Virus nicht wirklich einschätzen konnte. Aber ein „Lock-Down“ wegen der „vielen Toten“?! Wie viele Menschen tatsächlich an dem Virus gestorben sind, und nicht nur „in Zusammenhang mit dem Virus“ wird vermutlich immer ein Geheimnis bleiben, man hat das vorsichtshalber nicht untersucht. Ein offenes Geheimnis ist jedoch, dass Covid 19 nur deshalb überhaupt zu einer „Pandemie“ werden konnte, weil die WHO im Zusammenhang mit der Schweinegrippe vor etlichen Jahren die Definition der „Pandemie“ geändert hat, so dass auch milde Verläufe einer Infektionswelle zur Pandemie werden konnten. (In einem Pandemie-Fall wird der Erforschung eines Impfstoffs absoluter Vorrang eingeräumt.)

Natürlich steckt hinter jedem Todesfall ein Schicksal. Hinter JEDEM! Schaue ich die Nachrichten, scheint plötzlich nur noch hinter einem sogenannten Corona-Todesfall oder einer schwereren Erkrankung im Zusammenhang mit Corona ein Schicksal zu stecken. In Deutschland sterben laut Statistischem Bundesamt jedes Jahr rund 900.000 Menschen. Aber wer nicht „in Zusammenhang mit Corona“ stirbt, ist uninteressant (und war dies im Grunde schon immer). Natürlich führte der „Lock-Down“ dazu, dass in Deutschland insgesamt seitdem weniger Menschen gestorben sind, als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das ist nicht verwunderlich. Wenn wir von heute auf Morgen das Rauchen, den Alkohol und das Autofahren verbieten würden, würde das die Todeszahlen sicher nochmal drastisch senken …. . Aber Menschen, die an so einer „banalen“ Todesursache sterben, sind nicht wirklich interessant, so scheint es.

Und nachdem man dann die Pandemie ausgerufen und viele Menschen furchtbar verunsichert und verängstigt hat, hat man ganz viele neue Regeln eingeführt. Regeln, die jeden Menschen zuallererst zur potentiellen Infektionsgefahr stempeln. Kommen Sie sich bloß nicht zu nahe!!!

Lange hat man diskutiert, ob man neben den „Abstandsregeln“, dem Gebot des exzessiven Händewaschens und Desinfizierens von allem Möglichen, auch nach einen „Mund-Nasen-Schutz“ einführen sollte. All diese „Gebote“ wirken recht merkwürdig, wenn man sich überlegt, wie Infektionen generell nur übertragen werden können (Einatmung, Zuführen über den Mund, offene Wunden oder Geschlechtsverkehr). Bei Covid 19 offenbar Einatmung einer gewissen Virenmenge über einen gewissen Zeitraum. Abstand macht Sinn gegenüber Menschen, die stark immungeschwächt sind. Auch das Händewaschen und Desinfizieren ist sinnvoll, wenn ich anschließend jemanden anfasse, der krank, verwundet oder immungeschwächt ist (weniger wegen Covid-19, das kaum jemand an den Händen tragen dürfte). Es ist also wichtig für Personal und Besucher in Krankenhäusern, Arztpraxen, Pflegeheimen usw. Für Kinder in Kita und Schule z.B. ist es völlig unsinnig, zerstört den natürlichen Säureschutzmantel der Haut und macht daher auf die Dauer anfälliger für kleinere Wunden und damit auch für Infektionen. Und der „Mund-Nasen-Schutz“? Lange wurde über die Einführung diskutiert. Viele „Experten“ rieten davon ab (und das will bei dem Corona-Hype schon etwas heißen). Man hat eine gewisse Pflicht dann trotzdem eingeführt. Nicht weil das Ding nachgewiesenermaßen vor Ansteckung schützt, sondern weil es anscheinend eine Art „Beruhigungspille“ für in Panik geratene Menschen war. Nachdem man ständig die angebliche Gefährlichkeit des Virus propagiert und mit entsprechenden Bildern unterlegt hatte, sind viele dafür anfällige Menschen in Panik geraten, dass sie jeden Moment sterben könnten. Da das Virus sich in Deutschland insgesamt kaum verbreitet hat (ich gelte im Bekanntenkreis immer noch als Star, weil die meisten niemanden sonst kennen, der das tatsächlich hatte….), ist der Mundschutz objektiv gesehen unsinnig. Er ist nicht nur unsinnig, er erschwert das Atmen, die zwischenmenschliche Kommunikation, verhindert das (gesehene) Lächeln und ist für jemand wie mich, die auf frische Luft angewiesen ist, äußerst unangenehm. Jeder Mensch beherbergt natürlicherweise in Mund- und Nasenraum etliche Viren und Bakterien, die dort normalerweise nicht stören. Wenn ich diese jedoch ständig in den Mundschutz puste, in dem ein feuchtwarmes Klima herrscht, werden einige sich gerne vermehren und vielleicht auch mit welchen austauschen, mit denen sie sonst keinen Kontakt gehabt hätten. Diesen Cocktail atme ich dann ein. Sinnvoll?

Tja, aber jetzt gibt es diese „Regeln“. Und in den Medien wird ständig gezeigt, dass es doch tatsächlich Menschen gebe, die sich an diese Regeln nicht halten. Leute werden immer wieder gefragt, ob es Strafen geben solle. Und zu meinem Entsetzen sagen ein Großteil: „Ja, wenn es Regeln gibt, die nicht eingehalten werden, sollte das bestraft werden.“ Es geht nicht darum, ob eine Regel sinnvoll ist, sondern einzig und allein darum, dass es eine Regel gibt. Es gibt einige erschreckende psychologische Experimente, in der Menschen die Möglichkeit gegeben wurde, andere zu bestrafen. Es zeigt sich: Dieses „Bestrafenwollen“ von Andersdenkenden scheint fast eine Art menschliches Grundbedürfnis zu sein. Das erklärt den Erfolg von Diktaturen. Leider ist es auch in unserer „aufgeklärten westlichen demokratischen Gesellschaft“ sehr verbreitet: Interessant war der Aufschrei, als irgendein Fußballprofi zum Start der Liga ein Video in der Kabine gemacht hat, bei dem Hände geschüttelt wurden und es weitere „Regelverstöße“ gab. Skandal!!! Der Mann bekam „selbstverständlich“ Sanktionen zu spüren. Dass von den Spielern erwartet wurde, danach auf dem Fußballfeld in Zweikämpfe und Körperkontakt zu gehen, die Ansteckungsgefahr bei einem Handschlag ohnehin äußerst gering ist – und die Spieler alle auf Corona getestet worden waren, war irrelevant. In den letzten Wochen gab es in Berlin mehrere große Demonstrationen, bei denen „die Abstandsregeln“ nicht immer eingehalten wurden. Skandal! Große Besorgnis!!!! Ich nehme an, danach sind die Ansteckungs- und die Todeszahlen an Corona in Berlin in dramatischer Weise gestiegen. Oder? Oder …- nicht?! Völlig egal! Gerade in Deutschland gilt: Wo es Regeln gibt, sind diese einzuhalten. Kollateralschäden sind in Kauf zu nehmen. Wenn wir uns erstmal entschieden haben, dass ein Virus höchstgefährlich ist, dann IST es höchstgefährlich. Punkt. Wer das anders sieht, ist ein „Verschwörungstheoretiker“ o.ä.. Punkt. Für unsere Überzeugung stehen wir ein, und sind auch bereit, Tausende von wirtschaftlichen Existenzen zu vernichten. Einfach mal so. Weil das Virus eben so gefährlich ist…. Und irgendwo kommen dann plötzlich auch Milliarden an Euro´s her, um zumindest die größeren Betriebe über Wasser zu halten. Für viele kleinere wird es trotz aller (dann „versenkter“) Hilfen nicht reichen: Das „Erlebnis“ in Hotel und Restaurant etc. mit Masken, Abstand und ständigem Desinfizieren ist eben kein Erlebnis, was besonders verlockend scheint. Gleiches gilt für die zahlreichen kleinen Dienstleistungsbetriebe, Boutiquen etc.

Woher kommen diese Milliarden eigentlich plötzlich? Und warum waren die nie da für Umweltschutzprogramme, oder zur Friedenssicherung in den vielen Krisengebieten dieser Welt? Weil uns all das völlig egal ist?

Hauptsache WIR stecken uns nicht an einem Virus an, der – wie die meisten Infektionskrankheiten in bestimmten Fällen zu Komplikationen führen kann, die auch tödlich sein können. Insofern ist diese merkwürdige Ellbogenbegrüßung seit Corona vielleicht auch ein Sinnbild unserer Ellbogengesellschaft. Was gehen uns künftige Generationen an, wenn wir doch JETZT Gefahr laufen, uns an einem Virus anzustecken? Alles andere ist Peanuts dagegen, so scheint es.

Wann fangen wir an, nicht mehr ständig eine neue Sau durchs mediale Dorf zu treiben (Schweinegrippe, EHEC, Ebola …Corona)? Wann widmen wir uns in Politik, Medien und Gesellschaft endlich den Themen, die die Welt wirklich zu einer besseren umgestalten können? Wann fangen wir an, uns wirklich um unsere Umwelt zu kümmern? Und Umweltschutz heißt nicht nur Klimaschutz!!!! Fangen wir damit überhaupt irgendwann an – oder sind wir einfach zu „skandalgeil“, um konstruktiv sein zu können?

Corona – und die illusionäre Sehnsucht nach Sicherheit im Außen

Künstlerin: Dörte Müller

Ich fühle mich in den letzten Wochen oft an bestimmte Aspekte meiner Kindheit erinnert: Wenn Papa sagte „Ich weiß (besser als Du), was gut für Dich ist! Tu dies oder jenes (oder dies oder jenes nicht)!“ Diskussionen darüber ließ er nicht zu. Es war für ihn klar, dass er aufgrund seiner größeren Lebenserfahrung recht hatte. Ich war ja nur das kleine unwissende Kind. Und meine Gefühle, mein Wunsch und Willen zählten nicht. Er setzte seine Sicht autoritär durch. Er meinte es gut und wollte mich schützen. Aber: Er KONNTE nicht wissen, was gut für mich war. Denn er konnte die Welt nur aus der Brille seiner vielfältigen traumatischen Erfahrungen in seiner Kindheit sehen, insbesondere in der Kriegs- und Nachkriegszeit, in der er als Flüchtling Ablehnung, Herabwürdigung und wahrscheinlich noch Schlimmeres erleben musste. Für ihn stand Sicherheit an erster Stelle. Seine Weltsicht war von Angst vor äußeren Bedrohungen geprägt. Diese Weltsicht war aus seinen Lebenserfahrungen äußerst verständlich. Uns Kindern tat sie nicht gut. Aber es gab für mich keine Möglichkeit, dagegen anzukommen.

Seit Wochen höre ich in den Medien, es sei gut und wichtig für mich, Abstand von anderen zu halten, mir ständig die Hände zu desinfizieren und einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Ich würde damit „Leben retten“. Diese Meinung entstammt einer Weltsicht, die an Wissenschaft und Politik die Verantwortung delegiert hat, für „Sicherheit“ zu sorgen. Und die es als Zumutung empfindet, wenn ihr illusionäres Sicherheitsgefühl plötzlich in Frage gestellt wird durch eine „Bedrohung“, die unberechenbar erscheint (ob „Terrorakte“ oder Viren). Sogenannte wissenschaftliche Expert/innen haben in dieser Weltsicht die Aufgabe, klar vorzugeben, was „richtig“ und was „falsch“ ist. Was „gut“ ist, und was „böse“. Zwischentöne machen die Dinge kompliziert und sind daher nicht erwünscht. Diese „Experten“ geben Richtschnur, Halt und Sicherheit. Ihre Meinung zu hinterfragen, ist ein Tabu, denn damit wäre die Sicherheit weg. Kritik an ihnen wird dementsprechend mit gesellschaftlicher Ausgrenzung sanktioniert. Sie haben damit eine ähnliche Funktion, wie Priester in früheren Gesellschaften.

Diese Weltsicht sieht Viren und Bakterien als böse und zu bekämpfenden „Feind“ an. Menschen sind in dieser Weltsicht tendenziell Objekte, die in der „Standardeinstellung“ alle gleich funktionieren. So wird man z.B. ab einem bestimmten Alter pauschal als „Corona-Risikogruppe“ definiert. Covid19 wurde zur gefährlichsten Bedrohung der Menschheit erklärt , die Auswirkungen gar mit dem 2. Weltkrieg verglichen.

Diskussionen über den Umgang mit Corona werden nicht zugelassen. Die „Experten“ (bestimmte Experten, andere werde nicht angehört ) wüssten kraft ihrer höheren Weisheit und mehr (oder im Fall von Corona eher weniger) wissenschaftlichen Studien, was gut für mich und die Menschheit sei. Die „Corona-Regeln“ werden autoritär mit staatlichen Machtmitteln durchgesetzt. Mein Gefühl, mein Wunsch und Wille zählen nicht. Ich bin ja nur die kleine unwissende Laiin. …

Aber: KANN irgendjemand wirklich besser wissen, was gut für mich und meine Gesundheit ist, als ich selber? Ist diese Annahme nicht ziemlich anmaßend? Für mich entspringen die Corona-Regeln einer Weltsicht, die ich nicht teile. Viren und Bakterien gehören für mich zum Leben dazu. Sie ermöglichen unser Leben erst. Schließlich beherbergen unsere Körper weitaus mehr Bakterien und Viren als menschliche Zellen. Krankheit entsteht für mich aus einem Verlust des Gleichgewichts. Innerhalb unserer individuellen Körper, unserer Psyche und unserer Umwelt. Für mich ist es sinnlos und irgendwie dumm, Viren oder Bakterien bekämpfen oder gar ausrotten zu wollen, um Gesundheit zu erzielen. Für mich ist es sinnvoll, an einem Gleichgewicht zu arbeiten, um Gesundheit zu erzielen. Der Versuch des „Kampfes“ gegen einen Virus, ob durch „Abstandsregeln“, übertriebenes Desinfizieren oder Impfungen verstärkt bestehende Ungleichgewichte eher, als dass er langfristig die Gesundheit fördern kann. Krieg und Kampf sind für mich keine geeigneten Mittel zur Heilung. Sie machen nicht „ganz“, sondern spalten und zerstören. Gegen „das Böse“ zu kämpfen, mag einem hehr erscheinen. Aber „Gut“ und „Böse“ lassen sich in meiner Weltsicht nicht so einfach auseinanderhalten, wie uns das so gerne suggeriert wird: „Abstandsregeln“ können möglicherweise in gewissem Maß vor Ansteckung schützen – und verstärken gleichzeitig Depressionen und auch Ängste und schwächen so das Immunsystem vieler Menschen. Antibiotika können in bestimmten Fällen ein Segen sein. Ihr unkritischer und massenhafter Gebrauch ist längst zum Fluch geworden. Desinfektionsmittel in Krankenhäusern sind wichtig. Ständiges Desinfizieren der Hände und aller möglichen Flächen etc. wie es derzeit praktiziert wird, schädlich. Impfungen können in bestimmten Fällen sinnvoll sein, wegen der Risiken aufgrund der sogenannten „Impfhilfsstoffe“ (und des kaum vorhandenen Wissens unserer „Experten“ über das Immunsystem als System) sind Risiken und Nutzen aber in jedem einzelnen Fall genau abzuwägen. Ein Darm-Bakterium kann für viele Funktionen wichtig und im Übermaß dennoch schädlich sein. Eine wissenschaftliche Herangehensweise an Probleme erleichtert vieles. Eine Überhöhung wissenschaftlicher „Studien“ zu einer Art „Ersatzreligion“, die uns angeblich „objektive Wahrheiten“ und „eindeutige Fakten“ verspricht, ist gefährlich. Eine Sichtweise, wonach es „vernünftige und rücksichtsvolle“ Menschen gebe, die sich an die vorgegebenen Maßnahmen kritiklos halten, wenige Menschen, die sich „berechtigte“ Sorgen machten, und einen abzulehnenden Mix von Kritikern der Corona-Maßnahmen aus „Verschwörungstheoretiker/innen“, „Esoteriker/innen“, „Impfgegner/innen“ und „Rechtsradikalen“, finde ich mehr als bedenklich. Wer meint denn, Menschen in Kategorien einteilen und beurteilen zu dürfen, wer „berechtigt“ sei, Kritik zu äußern – und wer nicht?!!!!!

All diese Maßnahmen und Annahmen der „herrschenden Meinung“ entspringen für mich einer engen, auf die Illusion äußerer Sicherheit fixierten Weltsicht, die ich zwar in gewissen Umfang verstehen kann, die ich aber nicht teile. Dass versucht wird, diese mit Machtmitteln durchzusetzen, gegen die ich im Grunde nicht ankomme, macht mir Angst.

Corona-"Krise"

Künstlerin: Dörte Müller

Wenn ich abends die Nachrichten einschalte, erschrecke ich mich: Nahezu einziges Thema der Nachrichten ist seit geraumer Zeit, dass wir uns in einer „schlimmen Krise“ befänden.

Ich erschrecke mich, weil ich das Gefühl habe, dass unsere gesamte Journalistenschaft – vielleicht, weil viele zu jung sind; offensichtlich, weil sie alle sehr angepasst sind – sich nicht (mehr) als kritisch hinterfragende Journalist*innen zu verstehen scheinen. Sondern ausschließlich als Sprachrohr für eine „herrschende“ Meinung. Herrschend im Sinne von „beherrschend“ und andere Meinungen unterdrückend.

Ich erschrecke mich, weil sie nicht zu wissen scheinen, wie das Unterbewusstsein funktioniert, und was Hypnose ist. (Den Menschen jeden Tag stundenlang – und mit entsprechenden Bildern hinterlegt – einzutrichtern, dass sie Angst haben sollen, ist eine äußerst wirkungsvolle und sehr grausame Hypnose. Eine Hypnose, die in der Langzeitauswirkung extremistischen Strömungen zugute kommen dürfte – und auch deshalb für mich so erschreckend ist.)

Ich erschrecke mich, weil diese Journalist*innen jeden Abend fragen, ob es wohlmöglich „immer noch Menschen gebe, die sich nicht an die Vorschriften“ halten – und weil sie zu meinen scheinen, dass diese Menschen „bestraft“ werden müssten. Ich erschrecke mich nicht, weil ICH mich nicht „an die Vorschriften halte“ (ich kann das Haus wegen meiner Grunderkrankung ohnehin nur schwer verlassen), sondern weil mich solche Fragen ungut an Denunziantentum erinnern: Wer sich nicht 100 %ig an die Vorschriften einer Obrigkeit hält, ist zu bestrafen.

Ich bin irritiert, weil der Mann vom Robert-Koch-Institut, der offenbar derjenige ist, dessen Empfehlungen die Politik folgt, nahezu in Tränen ausbricht vor Empörung, dass es immer noch Menschen gebe (darunter auch Ärzte), die „ihm nicht glauben“. Sprich, die seine Wahrnehmung und Sicht der Dinge nicht für die einzig Mögliche und auch nicht unbedingt für die Richtige halten.

Ich bin irritiert, als die Medien fast stolz vom zweiten „Corona-Toten“ in Berlin berichten. In einer Großstadt wie Berlin sterben jeden Tag Menschen. Junge und Alte. An allem Möglichen. Der erste „Corona-Tote“, war über 90 Jahre alt und multimorbid, also an verschiedenen Erkrankungen leidend. In meinem ganzen Leben hatte ich noch nicht erlebt, dass über den Tod eines über 90-Jährigen – nicht prominent in der Öffentlichkeit stehenden – multimorbiden Menschen in den Medien berichtet wurde … . Corona machts möglich … . Auch der zweite Tote war offenbar ein älterer Mann. Gestern Abend wurde in den Regionalnachrichten ein kurzer Ausschnitt aus einer Sitzung gezeigt, in der die Berliner Gesundheitssenatorin mit hysterischer Stimme eine Quarantäne für alle über 70ig-Jährigen fordert. In was für einem schlechten Film bin ich da gelandet?!!! Hatten Filme wie „Outbreak“ so einen fatalen Einfluss auf das Unterbewusstsein der Menschen, dass sie weltweit völlig aus der Balance geraten zu sein scheinen?

„Seid solidarisch! Lasst Menschen, insbesondere alte und kranke Menschen vereinsamen! Nähert Euch ihnen nicht! Gebt ihnen keine Umarmung! Berührt sie nicht!“ Was geht in Menschen vor, die solche menschenverachtenden Vorgaben machen – und das auch noch ausrechnet als „Solidarität“ verkaufen? Ist es diesen Menschen egal, wenn alte Leute an Einsamkeit leiden und sterben? Machen sie ihre eigene Todesangst zum Maßstab aller Dinge?

Menschen sterben – irgendwann. Alle. Der Tod gehört nun einmal zum Leben, auch wenn uns das nicht passt. Viren gehören ebenfalls zum Leben, manche haben sogar wichtige „Funktionen“ für uns und unser Leben. Bakterien ohnehin. Einen „Kampf“ gegen einen Virus kann man nicht gewinnen, ohne große Kollateralschäden anzurichten. Aber: Man kann für Heilung sorgen. In sich und in der Umwelt. Zum Nutzen aller.

Corona ist ein Virus und keine Krise. Die derzeitige „Krise“ ist die rasante Verbreitung von Angst. Und die ist menschengemacht.

So meine Meinung.

Loslassen

Künstlerin: Dörte Müller

Viele Menschen fasten gerade, indem sie bis Ostern auf irgendeine liebgewordene Gewohnheit verzichten. Süßigkeiten, Fernsehen etc.

Mir wurde am Wochenende klar, dass es mir auch sehr gut tun würde, etwas loszulassen: Meine Erwartungen. Meine Erwartungen, dass Dinge sich so entwickeln müssten, wie ich es gerne hätte. Meine Erwartung, dass andere Menschen sich so verhalten sollten, wie ich es für richtig halte.

Denn, wenn Dinge sich anders entwickeln, als ich es gerne hätte, stresst mich das. Wenn Menschen sich anders verhalten, ärgert mich das. Beides ist meinem eigenen Glück nicht zuträglich. Und eigentlich auch völlig unsinnig, denn ich kann das Meiste ja nicht beeinflussen.

Wenn ich meine eigenen Erwartungen loslassen könnte, – dann würde ich wohl auch aufhören, zu denken, dass ich mich nach echten oder vermeintlichen Erwartungen anderer richten müsste. Das täte mir gut.

Es wäre also eine sehr gute Idee, loszulassen. Wenn das nur nicht so verdammt schwierig wäre. Erwartungen scheinen irgendwie ein großer Teil meines Lebens zu sein. Und nicht nur meines. Wenn ich mir die Nachrichten o.ä. anschaue, hat ständig jede*r Erwartungen oder gar Forderungen an irgendwas oder irgendwen. Eigentlich alles ziemlich unsinnig.

Also habe ich mir vorgenommen, das jetzt zu üben, mit dem loslassen. Und für einen einfachen Einstieg lasse ich als Erstes die Erwartung los, dass das sofort klappt mit dem Loslassen aller Erwartungen … :-).

Annehmen

Künstlerin: Dörte Müller

Seit gut 30 Jahren habe ich nun „meine“ chronische Autoimmunerkrankung. Viele Jahre habe ich starke Medikamente genommen, um weiter „zu funktionieren“. – Die Erkrankung wurde schlimmer. Dann habe ich beschlossen, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Und habe zig Dinge im sogenannten alternativ medizinischen Bereich ausprobiert.

Oft hatte ich in den letzten Jahren das Gefühl: Jetzt! Jetzt habe ich endlich den richtigen Ansatzpunkt! Die Schmerzen gingen deutlich zurück, die Beweglichkeit nahm zu. Das musste gefeiert werden. Ich habe es gleich allen erzählt, mich im Fitnessstudio angemeldet oder sonst irgendwas geplant, was ich jetzt endlich wieder würde machen können.

Tja, und dann kamen jedes Mal nach kurzer Zeit wieder diese „Schmerzschüsse“. Manchmal schon am nächsten Tag. Aus völlig heiterem Himmel. Wieder ging nichts mehr. Wieder der absolute Frust.

Gleichzeitig werde ich ständig kraftloser. Das ständige „gegenan“ gehen kostet mich unglaublich viel Kraft.

Wie oft habe ich gelesen, gehört oder mir auch selber gesagt: „Du musst die Erkrankung annehmen! Es nutzt nichts dagegen anzukämpfen.“ Ich wusste einfach gar nicht, wie. Wie soll man oder frau denn so eine Erkrankung „annehmen“? Mich „in mein Schicksal ergeben“?, sozusagen passives Opfer? Nein, geht gar nicht! Und überhaupt, ich WILL die Erkrankung schließlich weghaben. Was denn sonst?

Vor zwei Tagen kam jemand zu Besuch. Der hatte einen anderen Ansatzpunkt. Einen sanften. Es gehe nicht ums wegmachenwollen. Sondern um einen sanften Impuls, der meinem vor vielen Jahren „aus der Ordnung“ geratenen System helfe, sich wieder in Richtung der ursprünglichen Ordnung auszurichten. Und die Natur brauche nun einmal Zeit. „Ja, stimmt“ dachte ich mir. Ich war an die Behandlung meiner Erkrankung im Prinzip genauso herangegangen wie die von mir für die Behandlung von chronischen Erkrankungen eigentlich als ungeeignet angesehene Schulmedizin das tut: Alles probieren, um nur bloß möglichst schnell diese äußerst unangenehmen und störenden Symptome loszuwerden.

Und dann wurde mir plötzlich auch klar, was das eigentlich heißt: „Annehmen“ statt „bekämpfen“. Denn tatsächlich hilft mir die Erkrankung ja dabei, geistig seelische Themen zu erkennen, die bearbeitet und gelöst werden wollen. Und es ist eben nicht nur ein Thema. Vieles habe ich schon bearbeitet und Einiges gelöst. Das weiß ich. Aber, wenn dann doch wieder heftige Symptome da sind, dann heißt das eben auch: „Da ist noch was, was gelöst werden will“. Wie eine Zwiebel, Schicht für Schicht. Und insofern hat die Erkrankung wirklich auch etwas sehr Positives. Sie ist eine Art Warnmeldesystem, das mir sagt, „hey, nicht zudecken und weiter so, sondern hinschauen und bearbeiten“!

Also eine echte Hilfe für geistig seelisches Wachstum. Und ist es nicht genau das, worum es in dieser Welt geht? Möglichst glücklich zu sein – und geistig-seelisches Wachstum anzustreben?

In diesem Sinne wünsche ich allen Leser*innen meines Blogs ein geistig – be-Sinn-liches Weihnachtsfest.

November

Künstlerin: Dörte Müller

Ende November: Die Tage sind kurz geworden. Die Nächte lang. Der Himmel ist grau, die Luft feucht. Die Blätter der Bäume sind zu Boden gefallen. Die Natur kommt zur Ruhe.

November: Zeit der inneren Einkehr, der Stille. Der Besinnung.

Im chinesischen Yin/Yang-Symbol (das ich sehr liebe) ausgedrückt, repräsentiert der November in vielen seiner Facetten das Yin. Das weibliche Element in dieser Welt.

Nur leider hat dieses weibliche Element bereits seit Langem einen sehr schlechten Stand in fast allen Gesellschaften dieser Erde.

Denn wir haben gar keine Zeit für Rückzug, innere Einkehr und Muße. Wir müssen arbeiten, Geld verdienen, Geld ausgeben, erst recht vor Weihnachten! Stille mögen wir sowieso nicht. Langeweile ist doof. Müßiggang ist Faulheit. Und die gefallenen Blätter müssen so schnell wie möglich mit einem irgendwie anscheinend Potenz suggerierenden 😉 Laubbläser weggepustet werden. Das erledigt auch gleich jede Form von Stille…. Alles andere wäre schließlich unordentlich. Und dieses Novembergrau ist ja auch irgendwie nichts Halbes und nichts Ganzes. Weder schwarz noch weiß. Irgend so was Komisches dazwischen. Viel zu komplex solche Zwischentöne.

All das haben wir so gelernt. Warum auch immer.

Wir lieben das Yang. Und zwar ausschließlich! Im chinesischen Symbol ausgedrückt, ist das Yin in unserer Welt ein kleiner an den Rand gedrückter Strich. Der Yin-Kern im Yang immer wieder übermalt.

Der November: Ein Monat zum Vergessen. Kalt, grau, neblig, trübe. Am Besten fliegt man in der Zeit in den Süden, der Sonne hinterher. ODER?!

Oder man nutzt den November, um über die mangelnde Wertschätzung des weiblichen Elements in unserer Welt nachzudenken. Die mangelnde Wertschätzung der Natur (Laub z.B. bietet vielen Lebewesen einen Lebensraum. Grüner „ordentlicher“ Rasen tut dies nicht.). Über die nicht vorhandene Wertschätzung von „Mutter Erde“. Über unsere Sucht, die Erde auszubeuten, für einen oft völlig sinnlosen Konsum. Demgegenüber unsere Anbetung von Geld, Wohlstand und Macht. Unsere Angst vor einem Wohlstandsverlust und die dadurch bestehende Abhängigkeit von Wirtschaftswachstum, die echten Umweltschutz verhindert.

Ich bin mir sicher, unsere Welt wäre eine bessere, wenn wir begännen, das Yin, das weibliche Element, wieder wertzuschätzen. Das Yin wieder gleichberechtigt und harmonisch in das Symbol einzufügen. Unsere rein Yang-getriebenen Bewertungen über das Leben, die Natur und uns zu revidieren. Vielleicht wäre unsere Welt sogar richtig gut. Es liegt an uns.

Der November kann ein wundervoller Monat sein! Probieren Sie einmal, ihn aus einer Yin-Perspektive zu sehen… (vielleicht bevor Sie über den Kauf der diesjährigen Weihnachtsgeschenke nachdenken ;-)?).

Verbundenheit

Sich mit anderen verbunden zu fühlen, macht glücklich. Mit Mensch, Tier und Natur. Anderen Liebe, Dankbarkeit und Wertschätzung zu schenken, macht glücklich. Das kann so einfach sein, wie einem anderen Menschen Zeit zu schenken und zuzuhören. Einfach, weil man ihm oder ihr damit eine Freude macht. Denn die Freude, die man einem anderen Menschen schenkt, macht einen selbst glücklich.

All das ist heutzutage durch viele Forschungsergebnisse gut belegt. Man kann es überall nachlesen. Und die meisten Menschen spüren es ja auch. Das denke ich zumindest immer, in meinem grenzenlosen Optimismus. Tja, und dann stelle ich die Nachrichten an, und wundere mich … .

Denn das, was ich da höre, vermittelt mir jedesmal den Eindruck, dass eine übergroße Mehrheit der Menschen Verbundenheit nur noch über Abgrenzung zu spüren scheint. Verbunden mit Menschen, die der gleichen Ansicht sind, wie man selbst – gegen Menschen, die aus irgendwelchen Gründen anderer Ansicht sind. Die Gründe für die jeweils andere Ansicht scheinen nicht wirklich zu interessieren. Das „gegen“ ist entscheidend. Es ermöglicht, eigenen Frust nach draußen zu transportieren. Und außerdem: „Draufhauen“ macht offenbar Spaß. Manche Leute werden dafür Hooligan im Fußballverein, andere verbreiten Hetze im Internet, wieder andere werden Politiker oder Kabarettist oder gar Präsident eines Landes … und die Mehrheit lacht oder schimpft halt einfach nur so über Dritte. Dritte, denen man sich ganz klar überlegen fühlt. Warum auch immer.

Natürlich gibt auch all das eine gewisse Form der Verbundenheit. Eine Verbundenheit mit der eigenen peer Group und eine ungute Verbindung mit den Opfern / Gegnern, die manchmal über Generationen andauern kann und beide Seiten viel Energie kostet.

Wirklich glücklich macht diese Form der Verbundenheit nicht. Menschen sind so anfällig dafür, weil (siegreicher) Kampf gegen Dritte zu einem Dopaminausstoß führt (er aktiviert also das Belohnungszentrum im Gehirn). Das Dumme daran ist, Dopamin macht süchtig. Und bedarf eines immer größeren „Kicks“, um noch die gleiche Wirkung zu erzielen. Auch das ist bekannt. Und es ist in unserer Welt (leider) gut zu beobachten… . Jeden Abend wieder in den Nachrichten.

Wer hat Lust, mal die andere Form der Verbundenheit zu üben? Die positive? Die, bei der es um Nächstenliebe geht, Harmonie, Mitgefühl, Dankbarkeit und Wertschätzung? Gemeinsam miteinander lachen in kindlicher Freude. Nicht übereinander! Üben, das Positive im anderen zu sehen, nicht das Negative! Auf das Gute im eigenen Leben zu blicken und dafür dankbar zu sein! Und nicht auf das, was vermeintlich schlecht läuft, oder ungerecht erscheint! Die Natur und den eigenen Körper wieder wertzuschätzen – und nicht zu versuchen, beides zu „optimieren“!

Der Versuch, die Welt zu einer glücklicheren zu machen. Wer macht mit?!

Eine neue Ein-/ Vorstellung…

Künstlerin: Dörte Müller

Sie haben es vielleicht schon am Beitrag „Erdüberlastungstag“ bemerkt: In letzter Zeit war mir nicht immer so nach Lachen zumute … . Das hat was mit dem globalen Klima zu tun (in beiderlei Wortsinn…) und dem allgemeinen Verhältnis der Menschen zu unserer Umwelt. Oder vielfach eben leider Nicht-Verhältnis… Ich weiß ja, dass Lachyoga auch hier helfen kann, weil es einfach gute Schwingungen in die Welt sendet :-), aber manchmal tue ich mich trotzdem schwer.

Natürlich ist es da auch nicht hilfreich, dass bei meinen Lachyogaübungen in letzter Zeit so oft ein plötzlicher Schmerzschuss in die Knie fährt (wahrscheinlich immer noch eine Nachwirkung der Atlaswirbeltherapie). Und zu allem Überfluss habe ich dann auch noch angefangen, mir in allen Details auszumalen, dass das auch bei den Lachyogastunden passieren könnte, die ich in der nächsten Zeit geben werde. Wie blöd das wäre, und überhaupt, was da alles schief gehen könne.

Damit habe ich die sicherste Art gewählt, mir die eigene Vorfreude und den Spaß daran zu vermiesen… . Warum auch immer.

Bei meiner letzten Lachyoga-Stunde hatte ich vorher heftigste Knieschmerzen. Trotzdem hat es super geklappt, und die Stunde hatte auch die übliche schmerzlindernde Wirkung bei mir. Also alles super, sollte man meinen. Aber was mache ich, statt mich einfach nur zu freuen? Ich analysiere natürlich im Nachgang vor allem, ob nicht noch irgendetwas besser hätte laufen können. Mein „innerer Kritiker“ und sein großer Auftritt!

Und mein „innerer Kritiker“ ist besonders perfide: Er analysiert nicht nur, ob ich was hätte besser machen können. Nein, er stellt sich auch noch hin und fragt mich dummdreist, warum ich mich eigentlich so viel mit „positiver Psychologie“ und ähnlichen Konzepten beschäftige, wenn ich doch offenbar nicht in der Lage sei, das bei mir selbst auch anzuwenden? Er erklärt mir, dass ich doch anderen so gerne predige, auf ihre Stärken zu schauen (ihre und die ihrer Mitmenschen – und nicht auf vermeintliche Schwächen). Dass ich doch genau wisse, dass man die innere Haltung tatsächlich über die Körperhaltung beeinflussen könne. Aber irgendwie offenbar zu blöd sei, all mein Wissen bei mir selbst umzusetzen.

Wie ein Cowboy steht mein mächtiger „innerer Kritiker“ dabei breitbeinig da, lacht mich hämisch an, und sagt, dass er meine „inneren Verbündeten“ eingeschlossen habe und mir den Zutritt verwehre , hä häh hä … .

Die Vorstellung mit dem Cowboy bringt mich zum Lachen. Ne, denke ich mir, was will so ein Macho-Cowboy denn ausgerechnet in meinem Kopf?! Ich kann Wildwest-Filme nicht leiden! Der Typ hat bei mir nichts zu suchen! Und überhaupt, was denkt der sich, wer er ist?!

Die Vorstellung hilft: Ich merke, wie meine Vorfreude auf die nächsten Lachyoga-Stunden steigt. Und, dass es überhaupt nichts zu „analysieren“ gab beim letzten Mal. … . Wundervoll! Weiter so! Der soll mir bloß wieder kommen, dieser Typ, dieser Cowboy ;-)!

Letztens habe ich es ihm so richtig gegeben: Ich hatte meine Wasserkaraffe gereinigt – mit Hilfe von ganz vielen ganz kleinen Kupferkügelchen. Die Kügelchen werden anschließend getrocknet und dann wieder in ihre Aufbewahrungsdose zurück verfrachtet. In der Theorie.

Ich habe sie nach dem Trocknen stattdessen mit einer unbeabsichtigten Bewegung mit großem Schwung in der ganzen Küche verteilt … .

Meine erste Sofort-Reaktion war ein innerer Wutanfall über meine Schusseligkeit. Mich jetzt innerlich nieder zu machen, hätte die Kügelchen allerdings nicht wieder in die Dose verfrachtet. Also habe ich tief Luft geholt.

– Und mir dann vorgestellt, dass mein Unterbewusstsein offenbar der Meinung war, dass es bestimmt total lustig und bewegungsfördernd für mich sei, jetzt das „Such die Kügelchen-Spiel“ zu spielen. Mit dieser Vorstellung im Kopf habe ich dann kichernd die Kügelchen wieder eingesammelt, soweit ich sie gefunden habe. Tatsächlich war es irgendwie lustig. Und ich muss immer noch grinsen, wenn ich das ein oder andere versprengte Kügelchen finde … .

Und das Beste: Mein „innerer Kritiker“ / Cowboy hatte keine Chance! Peng!!!