Meinungsfreiheit? Ein kleiner Zwischenruf…

Ein stacheliges Thema… ; Künstlerin: Dörte Müller

Was verstehen wir eigentlich heutzutage unter „Meinungsfreiheit“? Die Frage kam mir gestern im Zusammenhang mit dem Auftritt des Kabarettisten Florian Schröder auf einer Demonstration gegen die Corona-Regeln.

Was war passiert? Anscheinend war Florian Schröder von den Veranstaltern der Demonstration (wohl aufgrund eines von ihnen missverstandenen Satirebeitrags von Herrn Schröder) eingeladen worden, bei der Demonstration in Stuttgart als Redner aufzutreten. Er hatte die Einladung angenommen. Gestern (die Veranstaltung war am Samstag) wurde darüber in dem öffentlich rechtlichen Radiosender berichtet, den ich normalerweise höre: Nachdem man zunächst etwas „verstört“ gewesen sei, dass Herr Schröder „dort“ aufgetreten war, wurde nun positiv hervorgehoben, dass er den Demonstranten „den Spiegel vorgehalten habe“. Er hatte dort offenbar gesagt, dass er für Meinungsfreiheit sei – und deshalb jetzt frei sage, dass er FÜR Maskenpflicht und die übrigen „Corona-Regeln“ eintrete. Die Demonstrierenden hätten mit Buh-Rufen reagiert. Was zeige, dass sie selber es nicht so sehr mit der „Meinungsfreiheit“ hätten. [Allerdings haben sie ihn offenbar weder mit irgendetwas beworfen, noch von der Bühne gejagt oder ähnliches, sondern lediglich verbal ihre andere Meinung ausgedrückt.]

Florian Schröder ist ein erfolgreicher Kabarettist und Satiriker, der sowohl im öffentlich rechtlichen Fernsehen, wie auch Radio gerne gebucht wird. Wie alle Kabarettisten und Satiriker, die heutzutage „Erfolg“ haben, vertritt er im Wesentlichen Mehrheitsmeinungen.

Im Zusammenhang mit der Demonstration betont er, dass es in Deutschland Meinungsfreiheit gebe, sonst hätten die Leute in Stuttgart ja gar nicht demonstrieren dürfen.

Was ist Meinungsfreiheit? Meinungsfreiheit ist in Artikel 5 des Grundgesetztes garantiert und richtet sich gegen hoheitliche Eingriffe des Staates. Ich darf also sagen, dass ich gegen die offizielle Corona-Politik bin, ohne deshalb gleich meine Verhaftung befürchten zu müssen. Insofern gibt es in Deutschland Meinungsfreiheit, ja!

ABER… :

Ich habe mich gefragt, was wohl passiert wäre, wenn Herr Schröder sich in Stuttgart gegen Maskenpflicht etc. ausgesprochen hätte, klar gesagt hätte, dass diese Maßnahmen aus seiner Sicht übertrieben und wenig sinnvoll seien, erst recht im Hochsommer.

Wäre darüber überhaupt in den offiziellen Medien berichtet worden? Falls ja, wie? Hätte Herr Schröder in Kürze wieder einen Auftritt in einer öffentlich rechtlichen Fernsehsendung bekommen? Hätte er überhaupt jemals wieder einen Auftritt im öffentlich rechtlichen Fernsehen als Satiriker oder Kabarettist angeboten bekommen? Wäre er jemals wieder im öffentlich rechtlichen Radio gespielt und seine Auftritte oder sein Podcast beworben worden? Hätte irgendjemand aus dem Bereich Medien oder auch von seinen Kolleg*innen zu ihm gehalten? Oder hätten sich alle angewidert abgewendet und beteuert, sich in dem Mann offenbar furchtbar geirrt gehabt zu haben? Mit so einem wolle man nichts mehr zu tun haben? Hätte Herr Schröder mit dem Beruf, den er bis dato ausgeübt hatte, noch den Hauch einer Chance gehabt?

Was, lieber Herr Florian Schröder, hätten Sie wohl über Meinungsfreiheit in Deutschland gedacht, wenn Sie sich in Stuttgart gegen Maskenpflicht ausgesprochen hätten?

Das würde mich wirklich mal interessieren … .

Demonstrationen gegen „Corona-Regeln“ und andere „Ungeheuer“lichkeiten

Mal in den Schuhen der anderen laufen … oder auch mal barfuß…? Künstlerin: Dörte Müller

In meinen Beiträgen „Die Welt ist eine sichere, oder…?“ und „November“ hatte ich es bereits anklingen lassen: Aus meiner Sicht leidet diese Welt unter einem „überschießenden Yang“. Einer völligen Überbetonung des „männlichen Elements“. Yang sieht überall Bedrohungen von außen. Gegner. „Ungeheuer“. Yang steht für Abgrenzung, Ausgrenzung, Krieg und Kampf. Für Härte und Strenge. Stärke und Machtdemonstration. Vernichtung des Gegners, auch wenn man dabei Kollateralschäden in Kauf nehmen muss.

So führen wir jetzt seit Monaten „Krieg“ gegen einen Virus. Und jede Person, die diesen „Krieg“ für übertrieben hält, wird gleich mit zum Gegner und ebenfalls bekämpft.

Letztes Wochenende gab es in Berlin eine größere Demo, deren Teilnehmer*innen deutlich machten, dass sie dieses Virus als für uns Menschen nicht ganz so bedrohlich ansehen. Die Empörung in Medien und Politik war riesig. Von allen Seiten wurden „harte Strafen“ gefordert. Auch dafür steht Yang.

Einfach mal ein Stück in den Schuhen der anderen laufen, also sich in deren Perspektive begeben, das ist dem Yang fremd. Barfuß, also versuchen, gar nicht zu urteilen / zu verurteilen, erst recht. Die Leute haben sich nicht an „die Regeln gehalten“, also sind sie zu bestrafen. Punkt. Gerade in Berlin sieht man es mit vielen Regeln sonst nicht immer ganz so eng. Aber bei Corona-Regeln, da gibt es kein Pardon.

Nun gibt es zugegebenermaßen ein zusätzliches Problem: Bei diesen Demos laufen anscheinend auch teilweise einige Menschen mit, die eine nationalistische Gesinnung zur Schau tragen.

Nationalismus (und auch Patriotismus) ist aus meiner Sicht komplett überschießendes Yang. Weil er Menschen bewertet, und Menschen der eigenen Nation für wertvoller hält, als Menschen anderer Herkunft. Weil er ausgrenzt. „Gegner“ im Außen zu brauchen scheint, die dann bekämpft werden. Ich halte so etwas für einen Irrweg.

Allerdings finde ich die mediale Reaktion darauf ebenfalls irgendwie merkwürdig. Da stellt sich eine*r nach dem oder der anderen in den Medien hin, zeigt mit den Fingern auf diese Leute und sagt mit großer Vehemenz und Verachtung: „Pfui, die sind böse!“ Und alle anderen Demonstrant*innen ebenfalls, weil sie sich nicht „abgegrenzt“ und diese Leute der Demonstration verwiesen hätten, was das Mindeste gewesen sei. Nun wäre es wahrscheinlich nicht so einfach gewesen, „diese Leute“ der Demonstration zu verweisen. Aber davon unabhängig stellt sich für mich noch eine andere Frage.

Die interviewten Politiker*innen und Journalist*innen scheinen es für ihre moralische Pflicht zu halten, diese Menschen als „böse“ zu bezeichnen. Abgrenzung, Ausgrenzung, „klare Kante gegen rechts“ gilt bei uns automatisch als gut und ganz wichtig. Das ist aufgrund der Gräueltaten von Nazis im 2. Weltkrieg verständlich und in Deutschland ein entsprechend schwieriges Thema.

Gerade, weil ich kein Fan rechtsnationalen Gedankenguts bin, möchte ich dieses Thema trotzdem aufwerfen. Weil ich mir nicht so sicher bin, dass das pauschale Ausgrenzen von Menschen die Beste aller Herangehensweise ist. Sich von Meinungen und Verhaltensweise abgrenzen, die man für eindeutig falsch hält, ja! Aber den ganzen Menschen ausgrenzen?

Bin ich denn wirklich moralisch höher stehender (als „die“), wenn ich ja letztlich ebenfalls andere Menschen als „böse“ bezeichne und ausgrenze? In dem Fall schon, weil ja klar ist, dass „solche Leute“ „böse“ sind? Durch und durch? Ich habe das auch lange gedacht und geäußert, aber inzwischen bin ich mir nicht mehr so sicher, ob mir dieses Urteil wirklich zusteht. Wenn ich Menschen, die ich nicht einmal kenne, ausgrenze und als durch und durch „böse“ herabwürdige mit der Begründung, dass diese andere Menschen ausgrenzen und herabwürdigen, schaue ich da nicht einfach nur in einen Spiegel?

Und vor allem: Glaubt wirklich irgendjemand, er oder sie würde auch nur eine*n Rechtsradikale*n „bekehren“, indem er oder sie mit dem Finger auf diese Person zeigt und ruft „Böse!“? Besteht nicht eher die Gefahr, dass genau das Gegenteil passiert, sich Strukturen verfestigen? Dass man Menschen, die sich ohnehin schon als außerhalb der (Mehrheits-)Gesellschaft stehend und unverstanden wahrnehmen, erst recht in diese Ecke drängt? Müsste man Menschen, die sich „verirrt“ zu haben scheinen, nicht gerade ganz anders begegnen, wenn man Rechtsradikalismus wirklich eindämmen möchte? Sich viel mehr die Ursachen anschauen?

Ähnlich wie bei Erkrankungen des menschlichen Körpers, bin ich auch bei gesellschaftlichen Erkrankungen sehr dafür, nicht nur Symptome zu unterdrücken und zu bekämpfen, sondern Ursachen zu suchen, damit Körper bzw. Gesellschaft wirklich heilen können. Und dann bräuchte man auch nicht mehr so viel Angst vor einem Wiederaufflammen zu haben.

Natürlich kann ich Meinungen und Verhaltensweisen anderer Menschen teilweise „unerträglich“ finden. Und das auch sagen. Aber ich muss sie ja auch nicht „tragen“. Nicht einmal, wenn dieser Mensch zufällig mit mir in der gleichen Demonstration herumlaufen sollte, es in dieser Demonstration aber um ein ganz anderes Thema geht. (Normalerweise werden z.B. in 1. Mai-Demonstrationen all die friedlich Demonstrierenden auch nicht für möglicherweise mitlaufende Leute „des schwarzen Blocks“ und deren eventuelle Straftaten verantwortlich gemacht.)

Ich halte es für sehr wichtig, sich dagegen zu wehren, wenn jemand versucht, mir oder anderen seine radikale Gesinnung aufzuzwingen, mit dem Anspruch, dass ich diese zu teilen haben. Straftaten aus dem radikalen Milieu („rechts“ aber auch „links“) erheben ja oftmals diesen Anspruch, angeblich für „eine gerechte Sache zu kämpfen“. Was doch jede*r teilen müsse. Nein, ich teile das nicht! Ich finde solche Straftaten schlimm!

Ich mag es generell nicht, wenn jemand mir seine oder ihre Meinung aufzwingen möchte. Ich diese „mitzutragen“ habe. Was Meinungen und fremde Wahrnehmungen angeht, bin ich sehr Yang. Da halte ich es für wichtig, meine eigenen Grenzen zu verteidigen. Möglichst aber ohne den Menschen, der die andere Meinung hat, deswegen zu verurteilen und zu bekämpfen. Da versuche ich zumindest, Yin zu sein. (Auch, wenn das nicht immer klappt.)

Und das gilt auch gegenüber Politik und Medien. Auch deren Meinung möchte ich mir nicht aufzwingen lassen (ohne deshalb die dort arbeitenden Leute zu bekämpfen oder zu bespucken). Den Anspruch der öffentlich rechtlichen Medien, dass jeder „vernünftige“ Mensch die dort vertretenen Meinungen zu teilen habe, halte ich für vermessen. Ich „trage“ meine eigene Meinung und Wahrnehmung von der Welt.

Und meine Meinung bezüglich des Corona-Virus ist, dass die Bedeutung, die diesem durch Lock-down, „Corona-Regeln“ und tägliche Berichterstattung für unser Leben gegeben wurde und wird, weit überdimensioniert und in dieser „überschießenden“ Form für uns sehr schädlich ist.

Dafür halte ich das, was uns überall als „DER RETTER“ präsentiert wird, für sehr viel problematischer, als es gemeinhin dargestellt wird: Ein vermutlich in Windeseile durchgepeitschter „neuartiger“ Impfstoff, dessen Nebenwirkungen und Langzeitwirkungen auf das Immunsystem der Geimpften in keinster Weise absehbar sind (vgl. hierzu auch meinen Beitrag „Ein kleiner Pieks…„).

Selbstverständlich muss niemand meine Meinung teilen. Aber von öffentlich rechtlichen Medien, die sich auch nur einen Hauch des Anspruchs auf „neutrale“ Berichterstattung bewahrt haben, würde ich schon erwarten, dass sie sich auch nicht verteufeln…. . Ein wenig mehr Yin gerade auch in Politik und Medien täte dieser Welt gut, finde ich …. !

Hierarchie der Ängste – Angst vor Corona als erwünschtes Vorbild?

Das Unterbewusstsein und die Wellen … ; Künstlerin: Dörte Müller

In den letzten Jahren gab es zwei Sorten von Ängsten, über die bei uns sehr viel geredet und geschrieben wurde / wird: Die Angst vor Fremden (Migranten / Flüchtlingen) und die Angst vor Corona.

Vor fünf Jahren war oft von „Flüchtlingsströmen“ die Rede. „Flüchtlingswellen“, die uns „überrollen“ und uns gefährlich werden. Es wurden „Obergrenzen“ diskutiert. Und viele Menschen hatten Angst.

Seit gut sechs Monaten findet nunmehr in Politik und Medien eigentlich nichts anderes mehr statt, als Corona. Jeden einzelnen Tag gibt es eine neue Welle. Also nicht eine Welle im Sinne stark erhöhter Infektionszahlen, sondern eine mediale Welle. Und was für eine … .

Ich persönlich habe im Allgemeinen keine Angst vor Fremden. Ich bin früher, als ich noch fitter war, gerne gereist, weil ich fremde Kulturen spannend finde. Ich habe auch keine Angst vor Viren. Weder den Masern noch Covid 19.

Aber ich verstehe, dass das bei vielen Menschen anders ist:

Fremde, die plötzlich in großer Anzahl im „eigenen“ Land auftauchten, verheißten im Laufe der Menschheitsgeschichte selten bis nie etwas Gutes. Die schlechten Erfahrungen, die gemacht wurden (vielleicht auch von den eigenen Vorfahren gemacht wurden), sind im kollektiven Menschheitsgedächtnis abgespeichert. Fast bei allen Menschen überall auf der Welt gibt es daher eine latente Angst und ein Gefühl von Unwohlsein, wenn plötzlich ganz viele Fremde dort ankommen. Erst, wenn man diese Fremden kennen gelernt hat, sie einem also nicht mehr wirklich „fremd“ sind, hat diese Angst eine Chance, sich zu verlieren.

Auch die Angst vor Infektionen ist im kollektiven Menschheitsgedächtnis abgespeichert. Es gab eben immer mal wieder Infektionswellen, denen eine große Anzahl Menschen zum Opfer gefallen ist. Meist in Zeiten, in denen ohnehin aufgrund von Kriegen, Hungersnöten, verseuchtem Trinkwasser und mangelnder Möglichkeiten für persönliche Hygiene, das natürliche Gleichgewicht in Mensch und Umwelt völlig aus dem Tritt geraten war. Diese Angst hätte vermutlich eine Chance, sich zu verlieren, wenn wir Menschen am Gleichgewicht in uns und um uns herum arbeiten würden.

Das tun wir nicht. Natürlich nicht.

Mir erscheinen beide Ängste in gewisser Weise ähnlich. Aber merkwürdigerweise bekommen wir inzwischen einen deutlichen Wertunterschied zwischen den beiden genannten Ängsten vermittelt:

Menschen mit Angst vor Fremden gelten in Deutschland als irgendwie dubios. Wer diese Angst zu laut äußert, läuft Gefahr, als „rechts“ und „intolerant“ beschimpft zu werden. So, als würden die Schimpfenden erwarten, dass man seine Angst wie einen Mantel einfach ablegen könne und das jetzt gefälligst mal tun solle.

Ich habe eine Menge Ängste, die ich gerne los würde. Leider funktioniert das mit dem Ablegen wie einen Mantel nicht … . Und dabei ist es natürlich völlig egal, ob eine Angst „objektiv gerechtfertigt“ ist, oder nicht. Ängste sind nicht „objektiv“ und auch nicht „rational“ und es hilft herzlich wenig, ihnen so begegnen zu wollen. Wer das denkt, hat von der Natur der Angst wenig verstanden. Ängste haben etwas mit unserem Unterbewusstsein zu tun. Sie sprechen besonders auf emotionsgeladene Bilder an, die sich unserem Unterbewusstsein einprägen. Auch häufige Wiederholung prägt sich natürlich ein und ist ein gutes Mittel, um Ängste weiter zu schüren und zu vergrößern. Ein emotional erzähltes persönliches Schicksal, mit dem wir in Resonanz gehen können. All das wirkt angstverstärkend. Es handelt sich im Grunde um eine Form von Massenhypnose, wie sie bei uns selbstverständlich geworden ist.

Ängste haben in unserer Gesellschaft dennoch normalerweise ein eher schlechtes Image. Angst steht einem strahlenden Erfolg, wie er bei uns als erstrebenswert gilt, tendenziell entgegen. Man solle Ängste also möglichst „loslassen“. Viele Menschen scheinen zu denken, es wäre eine Willensentscheidung, ob man Angst hat, oder nicht.

Nur bei Corona, da ist alles ganz anders. Da hat die Angst plötzlich ein vorzügliches Image. Und man soll sie auch unter keinen Umständen „loslassen“. Da gilt es als rational und vernünftig, so viel Angst, wie nur irgend möglich zu haben. Da werden jeden Tag Bilder gezeigt, die diese Angst immer fester im Unterbewusstsein untermauern sollen. Bilder von überfüllten Krankenhäusern, Friedhöfen bis hin zu Sargträgern, die in voller Schutzmontur einen Sarg zum Friedhof tragen: Ein Virus, das so gefährlich und heimtückisch ist, dass es noch aus dem Sarg krabbeln könnte …, so scheint es suggeriert zu werden.

Menschen, die ohnehin latente Angst vor Infektionen haben, werden so jeden Tag neu angetriggert. Sie besprühen alles Mögliche und Unmögliche mit Desinfektionsmitteln, waschen sich tausendmal die Hände, tragen Masken und Visiere – und empören sich über jede Person, die keine Angst hat. Sie sehen diese Menschen als Gefahr für sich an. So werden Menschen zu Gegnern. Stellvertretend für das unsichtbare Virus.

Und auch das wird jeden Tag in den Medien geschürt: Feiernde Jugendliche ohne Abstand und Maske?! Das muss bestraft werden! So hart, wie möglich! Überhaupt müsse viel mehr kontrolliert werden.

Abstand und Maske werden zur höchsten Staatsbürgerpflicht. Politiker*innen und Journalist*innen, die Videoüberwachungen in sogenannten kriminalitätsgefährdeten Standorten früher kritisch kommentiert haben, werden zu Kontrollfreaks, die ständige Polizeipräsenz fordern, damit jeder Verstoß gegen „Corona-Regeln“ geahndet werde. „Was denken die sich denn?! Sehen die keine Nachrichten?“ empört sich die Berliner Gesundheitssenatorin über die Feiernden. Genau! Es ist ein Virus, das in weiten Teilen (nur) in den Nachrichten und sonstigen Medien stattfindet. Wie in einer Art Parallelrealität. Selbst für mich. Obwohl ich ja schon „positiv“ war. Ohne diesen alles entscheidenden Test wäre ich eben einfach davon ausgegangen, mir irgendeinen „normalen“ Infekt eingefangen zu haben, wie es schon mal passiert, wenn man aus dem Gleichgewicht geraten ist. Ich war dann eigentlich ganz zufrieden, dass der Test „positiv“ war, denn das hieß, dass mich dieser ganze Hype von jetzt an überhaupt gar nichts mehr anginge. Was sollte ein besserer Schutz sein, als eine durchgemachte Infektion? Dachte ich, aber da habe ich die Rechnung ohne den Wirt gemacht: Bei Corona müsse zunächst ein „zuverlässiger“ Antikörpertest her. Die derzeitigen seien nicht „zuverlässig“. Also für die Impfstudien natürlich schon, sonst könnte man die schlecht durchführen. Aber ansonsten völlig unzuverlässig. Und eine durchgemachte Infektion? Ja, die schützt, natürlich, normalerweise, klar, aber bei Corona…? Da warten wir dann doch besser auf die Impfung, denn DA ist der Schutz dann natürlich erwiesen… (Ein Schelm, wer Böses dabei denkt …).

Bei Corona zähle ich plötzlich zu den „Bösen“, weil ich keine Angst habe. Obwohl ich Corona schon hatte, werde ich selbstverständlich nicht von diesen tollen Regeln ausgenommen. Damit könnte ich ja ein schlechtes Vorbild abgeben. Und die Angst, die Angst scheint auf gar keinen Fall abnehmen zu dürfen. Sie nimmt ja automatisch ab, wenn man „den Gegner“ kennt. Und Menschen, die die Erkrankung bereits hatten, sehen diesen „Gegner“ nicht mehr unbedingt als besonders gefährlich an.

Letztens gab es in den Nachrichten eine Zahl, die ich sehr interessant fand. Insbesondere die Art, wie darüber berichtet wurde: Es gebe jetzt rund 600.000 Menschen weltweit, die mit (nicht „an“, denn das weiß man nicht) Covid 19 gestorben seien. Wow, dachte ich, eigentlich doch eine schöne Nachricht. Nachdem Virologen zu Beginn der Erkrankung von Millionen Toten nur für Deutschland ausgegangen waren, gab es jetzt nach rund acht Monaten mit dem Virus nur 600.000 Menschen weltweit, die im Zusammenhang mit dem Virus gestorben waren. Verkündet wurde diese Zahl in den Nachrichten mit dem Zusatz: „Eine Zahl, die betroffen macht.“ Warum? Weil überhaupt Menschen daran sterben? Die allermeisten Menschen, die sich angesteckt haben, sterben nicht. Das weiß man längst. Vielleicht hätte man diese Zahl einfach mal ins Verhältnis setzen sollen zu anderen Zahlen. Zum Beispiel zu der „normalen“ jährlichen Gesamttodeszahl, die wohl so bei 55 Millionen Menschen liegt. 55 Millionen. Denn ja, Menschen sterben. Jeden Tag. Und plötzlich kommt einem diese Zahl von 600.000 in gut acht Monaten dann nicht mehr ganz so groß vor, zumal darunter sehr viele Menschen mit Herz-Kreislauferkrankungen sein werden, die immer noch mit weitem Abstand Todesursache Nummer 1 sind (also „Corona-Tote“, die eigentlich an einer Herzerkrankung gestorben sind).

Warum erscheint die Berichterstattung hinsichtlich Corona vielfach so unseriös? Warum versucht man auf Teufel komm raus, das Ganze hochzuspielen, statt Menschen tendenziell zu beruhigen? Lust am Skandal? Machtinteressen? Oder doch die Impfung, die unbedingt durchgesetzt werden soll? (vgl meinen Beitrag „Ein kleiner Pieks – zuallererst nicht schaden“). Vermutlich alles drei – und die auch bei den handelnden Personen latente Angst vor Infektionen.

Ja, es wird mehr Infektionen geben, wenn man auf alle „Corona-Regeln“ verzichtet. Insbesondere in Krankenhäusern, in Alten- und Pflegeheimen sollte man das sicher nicht tun. Das Virus ist offenbar sehr ansteckend. Und es wird auch mehr Tote geben, wenn die Infektionszahlen stark steigen, natürlich. Vermutlich keine Massen, aber sicher mehr, als jetzt. Ich kann verstehen, dass Politiker*innen das nicht wollen.

Die Frage ist für mich, wo WILL man hin? Alles auf die Karte der Impfung zu setzen, erscheint mir ein gefährliches Spiel. Was, wenn die Impfung nicht funktioniert? Auf ewig Masken- und Abstandspflicht / Lock-Down? Oder einfach so tun, als hätte sie funktioniert – und nicht mehr drüber reden? Das könnte einen Versuch wert sein, aber dann bräuchte man die Impfung nicht, denn DAS wäre auch jetzt möglich … ;-). Und was, wenn die Impfung vermeintlich funktioniert – und man in einigen Jahren feststellt, dass es sehr ernsthafte unerwünschte Nebenwirkungen gibt? So tun, als wären es keine Nebenwirkungen der Impfung, sondern die Zunahme von Leukämie, Lymphdrüsenkrebs, Autoimmunerkrankungen, neurologischen Erkrankungen oder was sonst noch so passieren könnte, wenn man zu unbedarft ins Immunsystem eingreift, käme von irgendwoher? Aber ganz sicher nicht von der Impfung?

Immer nach dem Motto: Hauptsache, wir haben bewiesen, dass wir Infektionskrankheiten „erfolgreich bekämpfen“ können. Alles andere ist dann zweitrangig. … Und alle Ängste, die nicht mit Infektionskrankheiten zu tun haben, die kriegen wir auch noch „bekämpft“. Wir sind schließlich die Krone der Schöpfung…!

Kleine Kügelchen und große doppelt blinde Studien

Künstlerin: Dörte Müller

Es ist aus meiner Sicht auffällig, dass Menschen, die starke „Impfgläubige“ sind (vgl. hierzu meinen Beitrag „Ein kleiner Pieks …“), meist gleichzeitig als vehemente Gegner/innen der Homöopathie auftreten.

Das ist allerdings auch nicht besonders verwunderlich, denn es handelt sich um Menschen, die einer dualistischen materialistischen Weltsicht folgen, wie es vor nicht allzu langer Zeit als „wissenschaftlich“ galt. Inzwischen gibt es in der Physik vielfache Theorien zu neuen Weltbildern, die allerdings noch nicht gesichert sind. Nur eines scheint ziemlich eindeutig: Das materialistische Weltbild, das die letzten Jahrhunderte bei uns vorherrschte, stimmt so nicht. Gerade weil sich das immer deutlicher zeigt, scheinen die Anhänger dieser alten Sicht jedoch immer härtere Bandagen anzuziehen. Immer häufiger stellt sich jemand in den Medien hin, bezeichnet Homöopathie als „nachgewiesenermaßen unwissenschaftlich“ oder gar als „Abzocke“ und die Anhänger/innen dieser Methode als naiv.

Die Begründungen dieser Kritiker/innen möchte ich mir im Folgenden mal etwas genauer anschauen:

Für Menschen mit einer materialistischen Weltsicht sind „randomisierte placebokontrollierte Doppelblindstudien“ DER Goldstandard in der Medizin.

Diese Weltsicht geht davon aus, dass Menschen „in der Standardeinstellung“ alle gleichartig funktionieren. Dass die verschiedenen körperlichen „Bauteile“ gegeneinander abgegrenzt und abgrenzbar sind, man also wie bei einer Maschine defekte Teile nur austauschen brauche oder auf chemische Weise wieder in Gang setzen könne.

Diese Weltsicht sieht Menschen als Objekte. Sie interessiert sich nicht für die Ursachen einer Erkrankung, sondern sieht den Zweck der Medizin im Wesentlichen darin, störende Symptome zu beseitigen. Anders können Doppelblindstudien nicht funktionieren, denn Ursachen sind sehr individuell und können sehr unterschiedlich sein. Nur Symptome sind vergleichbar. Da Doppelblindstudien ausreichend große Vergleichsgruppen voraussetzen, kann es nur um Symptome gehen.

Diese Weltsicht blendet das Bewusstsein des Menschen aus, da sie es als zu vernachlässigen ansieht. Der Placebo-Effekt, also die Heilung allein über das Bewusstsein, wird zu etwas Minderwertigem, potentiell eher Störendem in dieser Weltsicht. Denn in dieser Weltsicht kann nur heilen, was einen (nachweisbaren) Wirkstoff besitzt.

Bereits hier zeigt sich: Etwas an dieser Weltsicht kann nicht stimmen, denn der Placebo-Effekt existiert nun einmal. Es gibt keinen einzigen (biochemischen) Wirkstoff auf dieser Welt, auf den mehr Heilungen oder Linderungen zurück geführt werden könnten, als auf den Placebo-Effekt. Der Placebo-Effekt ist mit sehr sehr weitem Abstand das mächtigste „Heilmittel“ dieser Welt, im Grunde sogar das Einzige, denn auch das tollste Medikament wird nicht wirklich helfen, wenn jemand absolut überzeugt ist, dass er an einer Krankheit sterben wird. Dazu ist der Placebo-Effekt auch noch das kostengünstigste Heilmittel der Welt.

Man könnte denken, das wäre ein Grund dafür, in der Medizin in allererster Linie auf dieses Heilmittel zu setzen: Das Mächtigste und das kostengünstigste der Welt. Für jeden Gesundheitspolitiker müsste das doch der absolute Jackpot sein.

Aber nein!

Ganz im Gegenteil scheinen diese Tatsachen irgendwie zu stören. Deshalb wird der Placebo-Effekt gerne mit dem Wort „nur“ versehen. Das war „nur“ der Placebo-Effekt, wenn bei einer „nicht anerkannten“ Therapie Heilerfolge sichtbar sind. Viele Menschen denken, der Placebo-Effekt sei etwas Minderwertiges, etwas für leicht zu beeindruckende Naivlinge, die auf ein Scheinmedikament „hereinfallen“ – und wollen selbstverständlich für sich das Medikament mit dem „echten Wirkstoff“. (Es erinnert mich ein wenig an „Markenware“, die ihren vermeintlich höheren Wert durch Marketing erhalten hat – und nur deshalb begehrter ist. Für den „echten Wirkstoff“ gibt es eben eindeutig mehr Marketing, als für das Placebo …)

Tja. Ich persönlich habe eine andere Weltsicht. Für mich sind Menschen mit einem Bewusstsein ausgestattete Subjekte und keine Objekte. Das Bewusstsein spielt in meiner Weltsicht sogar die Hauptrolle. Heilung geschieht für mich über das Bewusstsein. Ich möchte keine Symptomunterdrückung, sondern Heilung von einer Erkrankung. Dafür muss ich mich auf die Ursachensuche begeben, die sehr individuell ist. Mein Körper besteht für mich auch nicht in erster Linie aus voneinander abgrenzbaren „Bauteilen“, sondern ist gemeinsam mit meinem Bewusstsein ein Gesamtsystem. Ein Gesamtkunstwerk, in dem alles mit allem verbunden ist.

Doppelblindstudien sind für meine Weltsicht keineswegs „Goldstandard“, sondern ein für medizinische Zwecke eher ungeeignetes Instrument, das nur in bestimmten Fällen ein interessantes Hilfsmittel darstellt. Ein Hilfsmittel. Mehr nicht. „Goldstandard“ ist für mich die Heilung. Was sonst?

Und damit komme ich zu den „kleinen Kügelchen“ (oder Tropfen): Die Homöopathie ist in meiner Weltsicht insofern eine der fortschrittlichsten Heilmethoden, weil ihr Begründer Hahnemann bereits damals intuitiv geahnt zu haben scheint, dass unser Universum (und damit auch wir) auf Information beruht. Das ist eine Hypothese, die die moderne Physik mehr und mehr zu bestätigen scheint und kann daher aus meiner Sicht als äußerst moderner Ansatz gelten.

Es geht in der Homöopathie nicht darum, ob ein biochemischer Wirkstoff in einem Kügelchen nachweisbar ist, sondern um die (physikalische) Information, die dieses Kügelchen meinem erkrankten System möglicherweise gibt.

„Wissenschaftliche Studien“, die behaupten, Homöopathie könne deshalb nicht wirken, WEIL sie keinen biochemisch nachweisbaren Wirkstoff enthält, unterliegen einem klassischen Zirkelschluss: Wenn ich überzeugt bin, dass nur helfen könne, was einen „Wirkstoff“ enthält, MUSS ich zwangsläufig zu dem Ergebnis kommen, dass etwas, das keinen Wirkstoff enthält, auch nicht hilft. Eine solche „Studie“ sagt etwas über die Weltsicht der Studienleitung, aber nichts über die Wirksamkeit oder Unwirksamkeit der Homöopathie. Sie „schafft“ nicht etwa „Wissen“, sondern stützt sich auf vorgefasste einseitige Meinungen und ist damit im Grunde wertlos.

Homöopathie ist, wenn man sie kunstgerecht ausführt, nicht symptomorientiert, sondern versucht, die Ursachen der Erkrankung zu ergründen und dann darauf aufbauend einen Heilimpuls zu setzen. Eine solche vollkommen individuelle Heilkunst ist Doppelblindstudien nicht zugänglich. Das gilt auch für viele Bereiche der TCM oder des Ayurveda. Diese Heilkünste sind zutiefst individuell. Sie schauen sich den gesamten Menschen inklusive seiner Umwelt, seiner Gewohnheiten, seiner Ernährung etc. an, bevor sie eine Intervention vornehmen. Eine gleiche Behandlungen nur wegen der vordergründigen Gleichartigkeit des Symptoms ohne näheres Ansehen der Person wäre in all diesen Systemen ein grober ärztlicher Fehler. Echte Heilung ist ein sehr subjektiver Vorgang. Diesen „objektiv“ messen zu wollen, aus meiner Sicht eine Sackgasse, die einem vieles verbauen kann. Und die Menschen letztlich entmenschlicht, weil sie sie zu Objekten degradiert.

Gute Homöopathie ist schwierig. Man braucht für die Anamnese sehr gute Menschenkenntnis (auch von sich selbst) und psychologisches Geschick. Und ich würde mich auch nicht dafür verbürgen, dass die vielfach sichtbaren Erfolge der Homöopathie zwingend über den Placebo-Effekt hinausgehen. Aber: Selbst wenn die Homöopathie „nur“ ein Mittel wäre, das den Placebo-Effekt wirksam werden lässt – ohne jegliche schädliche Wirkung und mit geringen Kosten: Was könnte es Besseres geben?

Und was könnte es für einen Grund geben, Homöopathie zu bekämpfen von Seiten einiger Gesundheitspolitiker und verstärkt auch von Seiten der Medien???!

Ja, ich weiß: Wir haben das Bezahlsystem in unserem Gesundheitswesen auf Doppelblindstudien aufgebaut, es wirkte so schön objektiv und gerecht. Aber vielleicht lag genau hier ein Denkfehler? Vielleicht wäre es viel gerechter, heilungsfördernder und gesünder, z.B. menschliche Zuwendung besser zu bezahlen, statt doppelblind getesteter Medikamente???! Vielleicht sollten wir unser gesamtes Bezahlsystem im Gesundheitswesen einmal auf den Prüfstand stellen?

Und dann könnte man als Gesundheitspolitiker vielleicht auch einem „Siegeszug“ kleiner Zucker-Kügelchen ganz entspannt entgegen sehen … .

Ein kleiner Pieks. Zuallererst nicht schaden?

Künstlerin: Dörte Müller

Wir Menschen sind sterblich. Wir werden aber nicht gerne daran erinnert. Die Bilder, die uns bei Verbreitung eines Virus wie Ebola oder jetzt Corona regelmäßig erreichen, tun genau das: Menschen in Schutzanzügen, die den Menschen darin nur noch erahnen lassen. Bilder von überfüllten Krankenhäusern. Gräber. Trauernde Angehörige. Zwar war Corona in den meisten Verläufen längst nicht so dramatisch wie Ebola, aber plötzlich auch hier bei uns „heimisch“ und nicht „nur“ in Afrika oder Asien. Also herrschten ebenso plötzlich Panik und Hysterie hier bei uns.

Infektionskrankheiten lösen bei vielen Menschen ganz offensichtlich besondere Ängste aus. Anders als andere „vorzeitige Todesarten“ wie z.B. durch Krieg, über mit Pestiziden verseuchtes Trinkwasser, Luft- und Bodenverschmutzung, Medikamentenfehlgebrauch, denaturierte Industrienahrung, Verkehrstote usw. erscheinen Infektionen nicht Menschengemacht. Menschengemachte Tote akzeptieren wir.

Aber Viren?! Die scheinen aus der Natur zu kommen und nicht von uns. Heimtückisch und gemein. Viren sind böse. Die bekämpfen wir mit allem, was wir haben. Denen erklären wir den „Krieg“, denn Kriege mögen wir. Kriege finden wir zumindest völlig normal.

Tatsächlich sind Viren nicht per se böse. Und auch bei potentiell schädlichen Viren kommt es auf viele verschiedene Ursachen an, ob man sich ansteckt, und wie schwer man ggfs. daran erkrankt. Diese anderen Ursachen interessieren aber niemanden, denn dann müsste sich an unserem Lebensstil vieles grundlegend ändern. Außerdem sind solche Überlegungen den meisten Menschen viel zu komplex.

Und wozu haben wir schließlich die Wissenschaftler? Wir leben in einem Wissenschaftsstaat. Die Wissenschaft hat bei uns den höchsten Status, den es zu vergeben gibt. Wissenschaftlern glaubt man, Wissenschaftlern vertraut man. Das sind schließlich Experten. Die werden es richten!

Unsere Medizin unterliegt schon lange einem Machbarkeitswahn, der gar nicht so selten dazu führt, dass Menschen mit Behandlungen zu Tode gebracht werden, obwohl sie ganz ohne medizinische Behandlung oder mit minimalen Interventionen deutlich bessere Chancen gehabt hätten. Auch bei einigen der „Corona-Toten“ dürfte das eine Rolle gespielt haben. Unsere Medizin sieht es als Versagen an, einen Menschen nicht zu behandeln. Man macht daher im Zweifelsfall eher Unsinniges, als gar nichts. Tatsächlich erwarten die meisten Menschen auch eine Behandlung und Medikamente, wenn sie zum Arzt oder gar in die Klinik gehen. „Zuallererst nicht schaden“ gilt daher in der heutigen Medizin nicht mehr viel. „Machen“, das ist die Devise in unserer Yang-dominierten Welt (Yang aus dem chinesischen Yin-/ Yang-Symbol).

Die Wissenschaft sieht es (verständlicherweise) als Ansporn an, einen Impfstoff und Medikamente gegen Covid 19 zu entwickeln. Der Politik erscheint es (für mich deutlich weniger verständlicherweise) als selbstverständlich, dass dies gelingt. Es werden viele Milliarden Steuergelder dafür zur Verfügung gestellt (was hätte man damit alles Sinnvolleres machen können…, seufz). Schließlich wollen wir endlich zurück zur „Normalität“. „Normalität“, das bedeutet, alles so weiter machen, wie bisher. Lehren aus der Anfälligkeit für so einen Virus? Sich anschauen, was genau die Ursache für eine erhöhte Sterblichkeit an dem Virus in bestimmten Ländern war? Eher nicht. Wir werden ja die Impfung bekommen. Und wenn der Virus mutiert oder in zwei Jahren der nächste um die Ecke kommt, dann sind wir ja in der Impfstoffforschung schon viel weiter und bestimmt noch viel schneller, als jetzt.

Bereits bei Covid 19 werden die Impfstoffstudien in geradezu beängstigender Geschwindigkeit durchgepeitscht. Sicherheit? Aber natürlich! Ich persönlich halte es für höchstwahrscheinlich, dass das Paul-Ehrlich-Institut irgendeinen Impfstoff in nicht allzu ferner Zeit für „sicher“ erklären wird. Der Druck ist einfach zu groß … .

Wann gilt eine Impfung als „sicher“? Wenn das Immunsystem der Geimpften ausreichend (wie auch immer man das definiert) Antikörper gegen den Virus produziert. [Für die Impfstoffforschung scheint man 100 % funktionierende Antikörpertests zu haben, die ja ansonsten (für all die Personen, die die Erkrankung bereits hatten) irgendwie nicht zur Verfügung stehen.] Und: Wenn die Geimpften keine schweren Nebenwirkungen aufweisen. Gemeint sind Nebenwirkungen, die unmittelbar im Zusammenhang mit der Impfung auftreten. Unerwünschte Wirkungen, die später kommen, werden nicht einbezogen, denn sie können ja nicht zwingend kausal ausschließlich auf die Impfung zurück geführt werden.

Das ist die Praxis bei jeder „sicheren“ Impfung bisher. Ich höre das immer wieder: „Machen Sie sich keine Sorgen. Die Impfung ist sicher, und gerade Sie mit Ihrem problematischen Immunsystem würden davon besonders profitieren.“ Aha.

WIRKLICH???

Tatsächlich bin ich natürlich jahrelang vorschriftsmäßig geimpft worden und auch als Erwachsene war ich durchaus froh, vor einer Fernreise noch eine Impfung gegen auf mich dort möglicherweise zukommende Erreger zu erhalten. Ich hatte direkt nach einer Impfung nie Probleme. Nicht einmal die berühmte „Rötung an der Einstichstelle“. Impfungen erschienen mir sinnvoll und segensreich. Ich sah gar keinen Grund, die entsprechenden Behauptungen der „Experten“ zu hinterfragen und hatte zudem auch keine Zeit, mich näher mit dem Thema zu beschäftigen. Ich „glaubte“. Und das trotz eines aufgrund meiner schweren Autoimmunerkrankung mit Medikamenten unterdrückten Immunsystems. Denn auch bezüglich dieser Medikamente vertraute ich damals der Medizin.

Leider haben diese Medikamente keine heilende Wirkung, … aber eine Reihe schwerer Nebenwirkungen. Heilende Wirkung können die verfügbaren Medikamente nicht haben, und seien sie noch so „modern“, denn man kennt die Ursache der Autoimmunerkrankungen nicht.

Niemand. Kein einziger Experte auf dieser Welt.

Man weiß nicht, warum diese Erkrankungen zunehmen. Ebenso wie Tumorerkrankungen und teilweise Allergien. Es sind alles Erkrankungen, die mit dem Immunsystem zusammenhängen.

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Die Ursachen aller dieser Erkrankungen und die Ursachen ihrer Zunahme sind keinem einzigen Experten dieser Welt bekannt!

Was weiß „die Wissenschaft“ heutzutage über das Immunsystem? Sie weiß eine Menge über bestimmte Stoffe und Faktoren im Blut, die mit dem Immunsystem zusammenhängen – und wie man früher dachte, dieses ausmachen. Man weiß inzwischen, dass das zu kurz gesprungen ist. Erheblich zu kurz. Man weiß, dass die Darmflora eine wichtige Rolle für das Immunsystem spielt. Man weiß nur nicht so genau, welche. Man weiß, dass das Nervensystem eine wichtige Rolle spielt. Man weiß nur nicht genau, welche. Man weiß, dass Stress ein entscheidender Faktor ist. Man weiß, dass das Knochensystem auf das Immunsystem wirkt und umgekehrt. Um genau zu sein, hängt bei unseren körperlichen Systemen jedes mit jedem zusammen. Irgendwie. Nur wie, weiß niemand bisher.

Unsere Wissenschaftler sind gut darin, sich Details anzuschauen – und oft erschreckend schlecht darin, das Große Ganze zu sehen. Das Zusammenwirken. Die Kooperation innerhalb unseres Körpers. Also genau das, was man mit einem Eingreifen von außen oftmals eher behindert oder gar zerstört.

Was bedeutet das für Impfungen?: Man weiß nicht – man kann es gar nicht wissen -, was eine Impfung wirklich im Körper bewirkt auf längere Sicht, über die erwünschte Produktion der Antikörper hinaus!!!

Umso dramatischer erscheint es mir, dass die meisten Impfungen mit „Hilfsstoffen“ gestreckt sind. Dabei handelt es sich um für den menschlichen Körper giftige und schädliche Stoffe, die sicherstellen sollen, dass der Körper auf das mit der Impfung zugeführte abgeschwächte Antigen (das ist jetzt etwas vereinfacht, es gibt verschiedene Formen von Impfungen) wie gewünscht reagiert und möglichst viel Antikörper produziert.

Mit den meisten Impfungen werden dem Körper also Giftstoffe zugeführt (früher gerne Stoffe wie Quecksilber oder Aluminium, heute nimmt man weniger in Verruf geratene), die sich dort anreichern.

Kann es wirklich eine gute und völlig harmlose Idee sein, Giftstoffe ins Blut zu spritzen? Auch schon bei Kleinstkindern, deren Immunsystem noch gar nicht ausgebildet ist? Ein Immunsystem, das von der Natur sehr fein austariert ist und sich zunächst über die Vaginalbakterien der Mutter bei der Geburt, das Stillen und später über das in den Mund nehmen verschiedenster Substanzen durch das Kleinkind langsam aufbaut. Es entwickelt sich also in erster Linie über orale Stimulation. Giftstoffe im Blut dürften das sich entwickelnde System eher irritieren, als wirklich hilfreich zu sein. Zum Glück stecken unsere Körper recht viel weg…

Und all diese Impfungen bei jedem? Nach festgelegten Impfschemata – ohne Ansehen der Person und der individuellen Konstitution? Ist das nicht eigentlich ein Kunstfehler?

Wie ist es mit den Autoimmunerkrankungen? Vielleicht ist das Immunsystem bei empfindlichen Menschen wie mir, nach etlichen Impfungen irgendwann so aufgeputscht, weil es so oft mit Giftstoffen „hochgefahren“ wurde, dass es das „Runterfahren“ verlernt hat. Und nur noch ein kleiner sonstiger Reiz, z.B. Stress ausreicht, damit es sich dann plötzlich gegen alles Mögliche wendet, auch gegen körpereigene Stoffe???

Vielleicht hatte jemand mit einer Birkenpollenallergie das Pech, nach irgendeiner Impfung zufällig an einer blühenden Birke vorbei gegangen zu sein. Und sein gerade mit Giftstoffen aufgeputschtes Immunsystem „wusste“ schlicht nicht, dass es nur gegen den mit der Impfung gemeinten Krankheitserreger Antikörper bilden sollte und nicht gegen die eingeatmeten Birkenpollen, die vom System ebenfalls als „fremd“ erkannt wurden?

Ist das wirklich ausgeschlossen??? Das Paul-Ehrlich-Institut sagt: „Ja, wir haben langjährige Erfahrungen.“ Aha. Aber leider nur rudimentäres Wissen über das Immunsystem als Ganzes. Und keinerlei Erklärung für die Zunahme von Autoimmunerkrankungen.

Ich behaupte nicht, dass Impfungen DIE Ursache für Autoimmunerkrankungen sind. Aber ich halte es für nicht unwahrscheinlich, dass sie EINE Ursache sind. Fast alle Erkrankungen dieser Welt beruhen auf verschiedenen Ursachen. Und ich wünschte mir, dass man hier wirklich unvoreingenommene Forschung und Debatten zulassen würde. Bisher tut man das nicht. Als Arzt eine Impfung kritisch zu hinterfragen, wird vielfach berufsrechtliche Folgen haben, mindestens aber Karriereeinbrüche.

Aus meiner Sicht gibt es durchaus Impfungen, die sinnvoll sind. Zum Beispiel bei Tetanus würde ich das im Grundsatz bejahen. Aber auch dort nicht in standardmäßig festgelegten Abständen, die bei jedem gleich sind. Meine letzte Tetanus-Impfung ist z.B. rund 15 Jahre her. Ich habe mich deshalb mit meiner Ärztin geeinigt, in dem Fall meinen Antikörpertiter bestimmen zu lassen. Er war äußerst hoch. Bei meinem aufgeputschten Immunsystem war ich nicht überrascht. Mit einer erneuten Impfung hätte ich mir und meinem Körper ganz sicher nichts Gutes getan.

Ich bin froh, dass die Politik eine Impfpflicht gegen Corona bisher vollmundig ausgeschlossen hat – und durchaus dankbar für die Demonstrationen und Proteste, die diese Aussage zur Folge hatten. (Auch wenn ich nicht gerade jeden, der auf diesen Demonstrationen mitlief, in meinem Freundeskreis würde haben wollen.) Ich hoffe sehr, dass man sich an diese Aussage auch dann halten wird, wenn sich wider Erwarten doch nicht genug Freiwillige für eine Impfung finden. Und dass es dann nicht plötzlich eine Impfpflicht durch die Hintertür gibt, indem man nur Geimpfte zu Institutionen, Veranstaltungen usw. zulässt. Die Masernimpfpflicht für Zugang zu Kitas und Schulen gibt da leider ein sehr unrühmliches Beispiel. Diese Impfpflicht war von einer massiven Kampagne in den öffentlichen Medien vorbereitet worden, die mich sprachlos zurück ließ. Impfskeptiker wurden pauschal diffamiert und herabgesetzt, teilweise übel beschimpft. Ein totes Baby, das vermutlich nicht an, sondern mit Masern gestorben war (ähnlich wie bei vielen Menschen mit Corona), wurde genutzt, um Emotionen zu schüren und die Masern zu einer der gefährlichsten Erkrankungen überhaupt zu stilisieren. Dass die Zahlen das nicht wirklich hergeben, war egal. Eine sachliche Diskussion ohnehin nicht möglich.

Es war keine Sternstunde der Demokratie, der Medien und aus meiner Sicht auch nicht der Wissenschaft. Jedenfalls nicht einer Wissenschaft, die dem Motto folgt:

ZUALLERERST NICHT SCHADEN!!!

Schwarz / Weiß

Ein philosophischer Artikel…

Künstlerin: Dörte Müller

Schwarz oder Weiß. Besser oder schlechter. Klug oder dumm. Dick oder dünn. Sportlich oder unsportlich. Gesund oder „behindert“. „Hässlich“ oder hübsch. Ordentlich oder „schlampig“. Reich oder arm.

Physische Mauern und psychisches „Mobbing“: Brauchen Menschen wirklich die Abgrenzung zu anderen? Das „Gegeneinander“ anstelle eines Miteinanders? Das Bewerten und Abwerten? Oft auch das innerliche Sichselbstabwerten?

Ich sehne mich eigentlich schon mein Leben lang nach einem Miteinander, nach vollkommener Harmonie – und neige trotzdem dazu, andere Menschen zu bewerten. Mich selbst natürlich ohnehin. Wieso tue ich das eigentlich?

Ich sehe entsetzt, dass Menschen sich nach ihrer Hautfarbe, ihrer Religion oder gar ihrer Nation bewerten. Und Menschen, die jeweils anders sind, abwerten. Das erscheint mir absurd. Schließlich hat jeder Mensch eine ganz eigene individuelle Hautfarbe, die Nation ist mehr oder weniger Zufall, und die Religion meist einfach von den Eltern übernommen. Besonders merkwürdig ist das Gegeneinander bei den drei großen monotheistischen Religionen, die doch eigentlich alle an denselben Gott glauben, aber teilweise meinen, ihr „Glaube“ sei „besser“, als ein anderer. Die „Heiligen Schriften“ werden dabei nicht auf eine Harmonie stiftende Art ausgelegt, sondern „Gott“ werden sehr menschliche (männliche) Eigenarten zugeschrieben: Wie Rachsucht, unbedingten Gehorsam erwartend, Menschen in „besser“ und „schlechter“ einteilend, Männer als „Premiummodell“ (und der weiblichen Hälfte der Bevölkerung als überlegen) ansehend.

Abgrenzung ist ein Mittel der Identitätsstiftung, so heißt es in der Psychologie. Manche nehmen dazu ihren Fußballverein, andere gleich die ganze Nation.

Bei mir sind es meine Meinungen und Ansichten, mit denen ich mich von anderen abzugrenzen suche. Und das ist nicht nur bei mir so. In nahezu jeder Kabarettsendung kann ich beobachten, wie Menschen mit „anderen Ansichten“ pauschal herabgewürdigt werden. Der „Aluhut“ (eine Art „Anti-Auszeichnung“) ist für mich geradezu ein Synonym dafür geworden, wie Menschen mit einer rein materialistisch „wissenschaftlichen“ Ansicht versuchen, Menschen mit vollständig anderen Ansichten lächerlich zu machen. Natürlich scheint es wirklich manch krude Meinung zu geben. Na und? Die rein materialistische Ansicht ist mit der physikalischen Forschung der letzten hundert Jahre schon lange nicht mehr so ganz vereinbar. Wo ist also das Recht ihrer Anhänger, sich über andere Ansichten lustig zu machen? Der Gegensatz „Wissenschaft“ – „Esoterik“ ist längst veraltet, denn viele neuere wissenschaftliche Erkenntnisse bestätigen uralte „esoterische“ Weisheiten. Es gibt daher auch immer mehr Physiker, die zeigen, dass Wissenschaft und Spiritualität vereinbar sein können. Das ist allerdings im sogenannten „Mainstream“ noch nicht wirklich angekommen, weil es nicht zu dem dortigen Weltbild passt.

Wir leben in einer Welt der Dualität: 0 oder 1. Richtig oder falsch. Schwarz oder weiß. Männlich oder weiblich. Yin oder Yang. Aber: Schon bei „männlich“ oder „weiblich“ zeigt sich deutlich, dass es Zwischentöne gibt. „Richtig“ oder „Falsch“ ist immer eine Frage der subjektiven Wahrnehmung und Bewertung. Das mit den „objektiven Fakten“ ist so eine Sache… . erst recht in einem Universum, von dem für uns 95 % buchstäblich im „Dunkeln“ liegen. Wir also nur 5 % unserer Umgebung (und damit auch von uns selbst) bisher halbwegs verstehen. Vielleicht ist das mit der Dualität zu einfach gedacht. Unserem Wunsch entsprungen, uns abzugrenzen.

Wenn wir lernen würden, Zwischentöne zuzulassen, bräuchten wir keine „Experten“ mehr, die uns erklären, was ihrer Ansicht nach „richtig“ oder „falsch“ ist. Es ist das, was mich an unseren heutigen Medien und an der Politik am meisten aufregt: Ich habe das Gefühl, mir soll vorgegeben werden, was ich für „richtig“ oder „falsch“ zu halten habe. Und solche Vorgaben, die halte ich tatsächlich für falsch. Warum sollte ich mir die Wahrnehmung irgendeines anderen Menschen zu eigen machen, wenn sie meiner eigenen Wahrnehmung nicht entspricht?

Ich liebe das chinesische Yin-/Yang-Symbol: Ja, es gibt Unterschiede (0 und 1…), aber diese ergänzen sich zu perfekter Harmonie. Keiner ist „besser“ oder „schlechter“, „wertvoller“ oder „minderwertiger“. Schwarz ist genauso gut wie weiß und im Grunde genommen ist beides bunt.

Wir haben auf dieser Welt seit langem eine starke Überbewertung des Yang: Aktivität zählt mehr, als Muße. Konkurrenz deutlich mehr, als Kooperation. Technik deutlich mehr als Natur. Der sogenannte „Verstand“ mehr als Gefühle. Letzteres ist vermutlich eines der Hauptmissverständnisse unserer Zeit (jedenfalls aus meiner Sicht): Bewusstseinsforscher gehen davon aus, dass der Mensch zu rund 95 % von seinem Unterbewusstsein gesteuert wird (für mich ist es kein Zufall, dass die Zahl identisch ist mit dem, was Kosmologen und Physiker als den für uns nicht sichtbaren Anteil des Universums identifiziert haben). Also letztlich von seinen Gefühlen. Zu 95 %! Unser Verstand kontrolliert unsere Gefühle nicht, sondern unsere Gefühle steuern, was wir wahrnehmen und entscheiden.

Und ja, das ist vielleicht das, was uns Menschen wirklich ausmacht, was uns unsere Identität gibt: Unsere Gefühle. Angst, Wut, vielleicht auch Trauer. Die darunter liegende Sehnsucht nach Liebe. Solange wir das für „Schwächen“ halten, und möglichst „stark“ sein wollen, suchen wir Menschen unsere Identität vermutlich in der Abgrenzung nach außen. Und denken, es könnte ein irgendwie erstrebenswertes Ziel sein, „to make America (oder was oder wen auch immer) great again“.

Regeln – oder: Verschiebt Corona unsere moralischen Bewertungen?

Künstlerin: Dörte Müller

Es gibt Regeln, die erscheinen den meisten Menschen intuitiv richtig und wichtig:

– Du sollst andere Menschen nicht (absichtlich) töten oder verletzten!

– Du sollst die natürlichen Lebensgrundlagen achten – und so mit den natürlichen Ressourcen umgehen, dass auch nachfolgende Generationen noch eine lebenswerte Umwelt vorfinden!

Ich zumindest würde das unterschreiben. Und tatsächlich gibt es bei Punkt 1 auch mehr oder weniger hohe Strafen, wenn jemand nachweisbar gegen dieses Gebot verstößt. Das gilt allerdings nur, wenn das Töten und Verletzen in einem relativ überschaubaren Maßstab bleibt – und einzelnen Personen zugeordnet werden kann. Gibt es wie in Syrien, dem Jemen oder manch afrikanischem Staat jahrelange Kriege mit Tausenden von Toten und Verletzten, scheint das niemanden so richtig zu interessieren, denn es mischen jede Menge Staaten mit – aus finanziellen oder machtpolitischen Interessen. In Deutschland sind diese Kriege nur dann wirklich auf der Agenda, wenn die Menschen, die aus der Kriegshölle geflohen sind, plötzlich bei uns landen. Die einen finden das dann unerwünscht. Die anderen meinen, dass diese Menschen nun schnell ihre traumatischen Erfahrungen „vergessen“ (leider funktioniert das so nicht), sich hier „integrieren“ und uns ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen sollten. Die Ursachen für die Fluchtbewegungen will man eigentlich nicht so genau wissen, als Weltgemeinschaft wirklich an Verbesserungen für die Situation in Afrika etc. arbeiten, schon gar nicht. Wäre auch viel zu teuer. Wer soll das bezahlen? Und überhaupt: Haben wir nicht ein Recht darauf, dass wir hier besser leben? Weil, ja weil … wir doch nun einmal hier leben – und „technologisch fortschrittlicher“ sind.

Und damit komme ich unmittelbar zum zweiten Punkt. Denn was heißt „technologisch fortschrittlicher“, wenn es um die Achtung der natürlichen Lebensgrundlagen geht? Was (ver)brauchen wir für diesen „Fortschritt“ und ist das wirklich immer ein „Fortschritt“? Oder schreiten wir v.a. fort von einer Harmonie mit unserer Umwelt? Immer weiter fort? Warum ist uns unsere Umwelt so egal? Wo bleibt der weltweite kontinuierliche medienwirksam unterstützte Aufschrei über die Zerstörung der Regenwälder? Wo bleibt der Aufschrei über die ständige weitere Verdichtung von Flächen in den Industrieländern? Wo der über umweltschädigen Abbau von Rohstoffen weltweit für einen oft völlig sinnfreien Konsum? Wo der über die Vergiftung unserer Böden und Grundwasser (das kostbarste Gut dieser Erde überhaupt!) durch den Pestizideinsatz und die Überdüngung in der konventionellen Landwirtschaft? Wo bleiben die täglichen allabendlichen Sondersendungen zu diesen Themen?! Wo der Ruf nach wirklich umweltfreundlichen Regeln und Einhaltung dieser Regeln? Die industrielle Landwirtschaft mit umweltschädlichen Monokulturen, die in erster Linie dem Tierfutteranbau dienen, wird nicht nur nicht sanktioniert,- sie wird subventioniert. Mit Steuergeldern. All das scheint kaum jemand zu stören.

Die von mir als Punkt 2 genannte Regel, bei der es um den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen geht, ist uns vielleicht abstrakt wichtig. Sehr abstrakt. Und sehr theoretisch. Alles viel zu teuer. Und JETZT auf irgendetwas verzichten, nur für spätere Generationen? Ziemlich viel verlangt, oder?!

Und jetzt kommt plötzlich Corona. Und auf einmal hat man auf die Schnelle ganz viele Regeln beschlossen, um „das Virus einzudämmen“. Und alle scheinen mitzumachen.

Plötzlich erscheint nichts zu teuer und kein Verzicht zu schwierig. Warum? Zu Beginn der Infektionswelle war eine gewisse Vorsicht nachvollziehbar, da man die Gefährlichkeit des Virus nicht wirklich einschätzen konnte. Aber ein „Lock-Down“ wegen der „vielen Toten“?! Wie viele Menschen tatsächlich an dem Virus gestorben sind, und nicht nur „in Zusammenhang mit dem Virus“ wird vermutlich immer ein Geheimnis bleiben, man hat das vorsichtshalber nicht untersucht. Ein offenes Geheimnis ist jedoch, dass Covid 19 nur deshalb überhaupt zu einer „Pandemie“ werden konnte, weil die WHO im Zusammenhang mit der Schweinegrippe vor etlichen Jahren die Definition der „Pandemie“ geändert hat, so dass auch milde Verläufe einer Infektionswelle zur Pandemie werden konnten. (In einem Pandemie-Fall wird der Erforschung eines Impfstoffs absoluter Vorrang eingeräumt.)

Natürlich steckt hinter jedem Todesfall ein Schicksal. Hinter JEDEM! Schaue ich die Nachrichten, scheint plötzlich nur noch hinter einem sogenannten Corona-Todesfall oder einer schwereren Erkrankung im Zusammenhang mit Corona ein Schicksal zu stecken. In Deutschland sterben laut Statistischem Bundesamt jedes Jahr rund 900.000 Menschen. Aber wer nicht „in Zusammenhang mit Corona“ stirbt, ist uninteressant (und war dies im Grunde schon immer). Natürlich führte der „Lock-Down“ dazu, dass in Deutschland insgesamt seitdem weniger Menschen gestorben sind, als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das ist nicht verwunderlich. Wenn wir von heute auf Morgen das Rauchen, den Alkohol und das Autofahren verbieten würden, würde das die Todeszahlen sicher nochmal drastisch senken …. . Aber Menschen, die an so einer „banalen“ Todesursache sterben, sind nicht wirklich interessant, so scheint es.

Und nachdem man dann die Pandemie ausgerufen und viele Menschen furchtbar verunsichert und verängstigt hat, hat man ganz viele neue Regeln eingeführt. Regeln, die jeden Menschen zuallererst zur potentiellen Infektionsgefahr stempeln. Kommen Sie sich bloß nicht zu nahe!!!

Lange hat man diskutiert, ob man neben den „Abstandsregeln“, dem Gebot des exzessiven Händewaschens und Desinfizierens von allem Möglichen, auch nach einen „Mund-Nasen-Schutz“ einführen sollte. All diese „Gebote“ wirken recht merkwürdig, wenn man sich überlegt, wie Infektionen generell nur übertragen werden können (Einatmung, Zuführen über den Mund, offene Wunden oder Geschlechtsverkehr). Bei Covid 19 offenbar Einatmung einer gewissen Virenmenge über einen gewissen Zeitraum. Abstand macht Sinn gegenüber Menschen, die stark immungeschwächt sind. Auch das Händewaschen und Desinfizieren ist sinnvoll, wenn ich anschließend jemanden anfasse, der krank, verwundet oder immungeschwächt ist (weniger wegen Covid-19, das kaum jemand an den Händen tragen dürfte). Es ist also wichtig für Personal und Besucher in Krankenhäusern, Arztpraxen, Pflegeheimen usw. Für Kinder in Kita und Schule z.B. ist es völlig unsinnig, zerstört den natürlichen Säureschutzmantel der Haut und macht daher auf die Dauer anfälliger für kleinere Wunden und damit auch für Infektionen. Und der „Mund-Nasen-Schutz“? Lange wurde über die Einführung diskutiert. Viele „Experten“ rieten davon ab (und das will bei dem Corona-Hype schon etwas heißen). Man hat eine gewisse Pflicht dann trotzdem eingeführt. Nicht weil das Ding nachgewiesenermaßen vor Ansteckung schützt, sondern weil es anscheinend eine Art „Beruhigungspille“ für in Panik geratene Menschen war. Nachdem man ständig die angebliche Gefährlichkeit des Virus propagiert und mit entsprechenden Bildern unterlegt hatte, sind viele dafür anfällige Menschen in Panik geraten, dass sie jeden Moment sterben könnten. Da das Virus sich in Deutschland insgesamt kaum verbreitet hat (ich gelte im Bekanntenkreis immer noch als Star, weil die meisten niemanden sonst kennen, der das tatsächlich hatte….), ist der Mundschutz objektiv gesehen unsinnig. Er ist nicht nur unsinnig, er erschwert das Atmen, die zwischenmenschliche Kommunikation, verhindert das (gesehene) Lächeln und ist für jemand wie mich, die auf frische Luft angewiesen ist, äußerst unangenehm. Jeder Mensch beherbergt natürlicherweise in Mund- und Nasenraum etliche Viren und Bakterien, die dort normalerweise nicht stören. Wenn ich diese jedoch ständig in den Mundschutz puste, in dem ein feuchtwarmes Klima herrscht, werden einige sich gerne vermehren und vielleicht auch mit welchen austauschen, mit denen sie sonst keinen Kontakt gehabt hätten. Diesen Cocktail atme ich dann ein. Sinnvoll?

Tja, aber jetzt gibt es diese „Regeln“. Und in den Medien wird ständig gezeigt, dass es doch tatsächlich Menschen gebe, die sich an diese Regeln nicht halten. Leute werden immer wieder gefragt, ob es Strafen geben solle. Und zu meinem Entsetzen sagen ein Großteil: „Ja, wenn es Regeln gibt, die nicht eingehalten werden, sollte das bestraft werden.“ Es geht nicht darum, ob eine Regel sinnvoll ist, sondern einzig und allein darum, dass es eine Regel gibt. Es gibt einige erschreckende psychologische Experimente, in der Menschen die Möglichkeit gegeben wurde, andere zu bestrafen. Es zeigt sich: Dieses „Bestrafenwollen“ von Andersdenkenden scheint fast eine Art menschliches Grundbedürfnis zu sein. Das erklärt den Erfolg von Diktaturen. Leider ist es auch in unserer „aufgeklärten westlichen demokratischen Gesellschaft“ sehr verbreitet: Interessant war der Aufschrei, als irgendein Fußballprofi zum Start der Liga ein Video in der Kabine gemacht hat, bei dem Hände geschüttelt wurden und es weitere „Regelverstöße“ gab. Skandal!!! Der Mann bekam „selbstverständlich“ Sanktionen zu spüren. Dass von den Spielern erwartet wurde, danach auf dem Fußballfeld in Zweikämpfe und Körperkontakt zu gehen, die Ansteckungsgefahr bei einem Handschlag ohnehin äußerst gering ist – und die Spieler alle auf Corona getestet worden waren, war irrelevant. In den letzten Wochen gab es in Berlin mehrere große Demonstrationen, bei denen „die Abstandsregeln“ nicht immer eingehalten wurden. Skandal! Große Besorgnis!!!! Ich nehme an, danach sind die Ansteckungs- und die Todeszahlen an Corona in Berlin in dramatischer Weise gestiegen. Oder? Oder …- nicht?! Völlig egal! Gerade in Deutschland gilt: Wo es Regeln gibt, sind diese einzuhalten. Kollateralschäden sind in Kauf zu nehmen. Wenn wir uns erstmal entschieden haben, dass ein Virus höchstgefährlich ist, dann IST es höchstgefährlich. Punkt. Wer das anders sieht, ist ein „Verschwörungstheoretiker“ o.ä.. Punkt. Für unsere Überzeugung stehen wir ein, und sind auch bereit, Tausende von wirtschaftlichen Existenzen zu vernichten. Einfach mal so. Weil das Virus eben so gefährlich ist…. Und irgendwo kommen dann plötzlich auch Milliarden an Euro´s her, um zumindest die größeren Betriebe über Wasser zu halten. Für viele kleinere wird es trotz aller (dann „versenkter“) Hilfen nicht reichen: Das „Erlebnis“ in Hotel und Restaurant etc. mit Masken, Abstand und ständigem Desinfizieren ist eben kein Erlebnis, was besonders verlockend scheint. Gleiches gilt für die zahlreichen kleinen Dienstleistungsbetriebe, Boutiquen etc.

Woher kommen diese Milliarden eigentlich plötzlich? Und warum waren die nie da für Umweltschutzprogramme, oder zur Friedenssicherung in den vielen Krisengebieten dieser Welt? Weil uns all das völlig egal ist?

Hauptsache WIR stecken uns nicht an einem Virus an, der – wie die meisten Infektionskrankheiten in bestimmten Fällen zu Komplikationen führen kann, die auch tödlich sein können. Insofern ist diese merkwürdige Ellbogenbegrüßung seit Corona vielleicht auch ein Sinnbild unserer Ellbogengesellschaft. Was gehen uns künftige Generationen an, wenn wir doch JETZT Gefahr laufen, uns an einem Virus anzustecken? Alles andere ist Peanuts dagegen, so scheint es.

Wann fangen wir an, nicht mehr ständig eine neue Sau durchs mediale Dorf zu treiben (Schweinegrippe, EHEC, Ebola …Corona)? Wann widmen wir uns in Politik, Medien und Gesellschaft endlich den Themen, die die Welt wirklich zu einer besseren umgestalten können? Wann fangen wir an, uns wirklich um unsere Umwelt zu kümmern? Und Umweltschutz heißt nicht nur Klimaschutz!!!! Fangen wir damit überhaupt irgendwann an – oder sind wir einfach zu „skandalgeil“, um konstruktiv sein zu können?

Corona – und die illusionäre Sehnsucht nach Sicherheit im Außen

Künstlerin: Dörte Müller

Ich fühle mich in den letzten Wochen oft an bestimmte Aspekte meiner Kindheit erinnert: Wenn Papa sagte „Ich weiß (besser als Du), was gut für Dich ist! Tu dies oder jenes (oder dies oder jenes nicht)!“ Diskussionen darüber ließ er nicht zu. Es war für ihn klar, dass er aufgrund seiner größeren Lebenserfahrung recht hatte. Ich war ja nur das kleine unwissende Kind. Und meine Gefühle, mein Wunsch und Willen zählten nicht. Er setzte seine Sicht autoritär durch. Er meinte es gut und wollte mich schützen. Aber: Er KONNTE nicht wissen, was gut für mich war. Denn er konnte die Welt nur aus der Brille seiner vielfältigen traumatischen Erfahrungen in seiner Kindheit sehen, insbesondere in der Kriegs- und Nachkriegszeit, in der er als Flüchtling Ablehnung, Herabwürdigung und wahrscheinlich noch Schlimmeres erleben musste. Für ihn stand Sicherheit an erster Stelle. Seine Weltsicht war von Angst vor äußeren Bedrohungen geprägt. Diese Weltsicht war aus seinen Lebenserfahrungen äußerst verständlich. Uns Kindern tat sie nicht gut. Aber es gab für mich keine Möglichkeit, dagegen anzukommen.

Seit Wochen höre ich in den Medien, es sei gut und wichtig für mich, Abstand von anderen zu halten, mir ständig die Hände zu desinfizieren und einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Ich würde damit „Leben retten“. Diese Meinung entstammt einer Weltsicht, die an Wissenschaft und Politik die Verantwortung delegiert hat, für „Sicherheit“ zu sorgen. Und die es als Zumutung empfindet, wenn ihr illusionäres Sicherheitsgefühl plötzlich in Frage gestellt wird durch eine „Bedrohung“, die unberechenbar erscheint (ob „Terrorakte“ oder Viren). Sogenannte wissenschaftliche Expert/innen haben in dieser Weltsicht die Aufgabe, klar vorzugeben, was „richtig“ und was „falsch“ ist. Was „gut“ ist, und was „böse“. Zwischentöne machen die Dinge kompliziert und sind daher nicht erwünscht. Diese „Experten“ geben Richtschnur, Halt und Sicherheit. Ihre Meinung zu hinterfragen, ist ein Tabu, denn damit wäre die Sicherheit weg. Kritik an ihnen wird dementsprechend mit gesellschaftlicher Ausgrenzung sanktioniert. Sie haben damit eine ähnliche Funktion, wie Priester in früheren Gesellschaften.

Diese Weltsicht sieht Viren und Bakterien als böse und zu bekämpfenden „Feind“ an. Menschen sind in dieser Weltsicht tendenziell Objekte, die in der „Standardeinstellung“ alle gleich funktionieren. So wird man z.B. ab einem bestimmten Alter pauschal als „Corona-Risikogruppe“ definiert. Covid19 wurde zur gefährlichsten Bedrohung der Menschheit erklärt , die Auswirkungen gar mit dem 2. Weltkrieg verglichen.

Diskussionen über den Umgang mit Corona werden nicht zugelassen. Die „Experten“ (bestimmte Experten, andere werde nicht angehört ) wüssten kraft ihrer höheren Weisheit und mehr (oder im Fall von Corona eher weniger) wissenschaftlichen Studien, was gut für mich und die Menschheit sei. Die „Corona-Regeln“ werden autoritär mit staatlichen Machtmitteln durchgesetzt. Mein Gefühl, mein Wunsch und Wille zählen nicht. Ich bin ja nur die kleine unwissende Laiin. …

Aber: KANN irgendjemand wirklich besser wissen, was gut für mich und meine Gesundheit ist, als ich selber? Ist diese Annahme nicht ziemlich anmaßend? Für mich entspringen die Corona-Regeln einer Weltsicht, die ich nicht teile. Viren und Bakterien gehören für mich zum Leben dazu. Sie ermöglichen unser Leben erst. Schließlich beherbergen unsere Körper weitaus mehr Bakterien und Viren als menschliche Zellen. Krankheit entsteht für mich aus einem Verlust des Gleichgewichts. Innerhalb unserer individuellen Körper, unserer Psyche und unserer Umwelt. Für mich ist es sinnlos und irgendwie dumm, Viren oder Bakterien bekämpfen oder gar ausrotten zu wollen, um Gesundheit zu erzielen. Für mich ist es sinnvoll, an einem Gleichgewicht zu arbeiten, um Gesundheit zu erzielen. Der Versuch des „Kampfes“ gegen einen Virus, ob durch „Abstandsregeln“, übertriebenes Desinfizieren oder Impfungen verstärkt bestehende Ungleichgewichte eher, als dass er langfristig die Gesundheit fördern kann. Krieg und Kampf sind für mich keine geeigneten Mittel zur Heilung. Sie machen nicht „ganz“, sondern spalten und zerstören. Gegen „das Böse“ zu kämpfen, mag einem hehr erscheinen. Aber „Gut“ und „Böse“ lassen sich in meiner Weltsicht nicht so einfach auseinanderhalten, wie uns das so gerne suggeriert wird: „Abstandsregeln“ können möglicherweise in gewissem Maß vor Ansteckung schützen – und verstärken gleichzeitig Depressionen und auch Ängste und schwächen so das Immunsystem vieler Menschen. Antibiotika können in bestimmten Fällen ein Segen sein. Ihr unkritischer und massenhafter Gebrauch ist längst zum Fluch geworden. Desinfektionsmittel in Krankenhäusern sind wichtig. Ständiges Desinfizieren der Hände und aller möglichen Flächen etc. wie es derzeit praktiziert wird, schädlich. Impfungen können in bestimmten Fällen sinnvoll sein, wegen der Risiken aufgrund der sogenannten „Impfhilfsstoffe“ (und des kaum vorhandenen Wissens unserer „Experten“ über das Immunsystem als System) sind Risiken und Nutzen aber in jedem einzelnen Fall genau abzuwägen. Ein Darm-Bakterium kann für viele Funktionen wichtig und im Übermaß dennoch schädlich sein. Eine wissenschaftliche Herangehensweise an Probleme erleichtert vieles. Eine Überhöhung wissenschaftlicher „Studien“ zu einer Art „Ersatzreligion“, die uns angeblich „objektive Wahrheiten“ und „eindeutige Fakten“ verspricht, ist gefährlich. Eine Sichtweise, wonach es „vernünftige und rücksichtsvolle“ Menschen gebe, die sich an die vorgegebenen Maßnahmen kritiklos halten, wenige Menschen, die sich „berechtigte“ Sorgen machten, und einen abzulehnenden Mix von Kritikern der Corona-Maßnahmen aus „Verschwörungstheoretiker/innen“, „Esoteriker/innen“, „Impfgegner/innen“ und „Rechtsradikalen“, finde ich mehr als bedenklich. Wer meint denn, Menschen in Kategorien einteilen und beurteilen zu dürfen, wer „berechtigt“ sei, Kritik zu äußern – und wer nicht?!!!!!

All diese Maßnahmen und Annahmen der „herrschenden Meinung“ entspringen für mich einer engen, auf die Illusion äußerer Sicherheit fixierten Weltsicht, die ich zwar in gewissen Umfang verstehen kann, die ich aber nicht teile. Dass versucht wird, diese mit Machtmitteln durchzusetzen, gegen die ich im Grunde nicht ankomme, macht mir Angst.

Corona-"Krise"

Künstlerin: Dörte Müller

Wenn ich abends die Nachrichten einschalte, erschrecke ich mich: Nahezu einziges Thema der Nachrichten ist seit geraumer Zeit, dass wir uns in einer „schlimmen Krise“ befänden.

Ich erschrecke mich, weil ich das Gefühl habe, dass unsere gesamte Journalistenschaft – vielleicht, weil viele zu jung sind; offensichtlich, weil sie alle sehr angepasst sind – sich nicht (mehr) als kritisch hinterfragende Journalist*innen zu verstehen scheinen. Sondern ausschließlich als Sprachrohr für eine „herrschende“ Meinung. Herrschend im Sinne von „beherrschend“ und andere Meinungen unterdrückend.

Ich erschrecke mich, weil sie nicht zu wissen scheinen, wie das Unterbewusstsein funktioniert, und was Hypnose ist. (Den Menschen jeden Tag stundenlang – und mit entsprechenden Bildern hinterlegt – einzutrichtern, dass sie Angst haben sollen, ist eine äußerst wirkungsvolle und sehr grausame Hypnose. Eine Hypnose, die in der Langzeitauswirkung extremistischen Strömungen zugute kommen dürfte – und auch deshalb für mich so erschreckend ist.)

Ich erschrecke mich, weil diese Journalist*innen jeden Abend fragen, ob es wohlmöglich „immer noch Menschen gebe, die sich nicht an die Vorschriften“ halten – und weil sie zu meinen scheinen, dass diese Menschen „bestraft“ werden müssten. Ich erschrecke mich nicht, weil ICH mich nicht „an die Vorschriften halte“ (ich kann das Haus wegen meiner Grunderkrankung ohnehin nur schwer verlassen), sondern weil mich solche Fragen ungut an Denunziantentum erinnern: Wer sich nicht 100 %ig an die Vorschriften einer Obrigkeit hält, ist zu bestrafen.

Ich bin irritiert, weil der Mann vom Robert-Koch-Institut, der offenbar derjenige ist, dessen Empfehlungen die Politik folgt, nahezu in Tränen ausbricht vor Empörung, dass es immer noch Menschen gebe (darunter auch Ärzte), die „ihm nicht glauben“. Sprich, die seine Wahrnehmung und Sicht der Dinge nicht für die einzig Mögliche und auch nicht unbedingt für die Richtige halten.

Ich bin irritiert, als die Medien fast stolz vom zweiten „Corona-Toten“ in Berlin berichten. In einer Großstadt wie Berlin sterben jeden Tag Menschen. Junge und Alte. An allem Möglichen. Der erste „Corona-Tote“, war über 90 Jahre alt und multimorbid, also an verschiedenen Erkrankungen leidend. In meinem ganzen Leben hatte ich noch nicht erlebt, dass über den Tod eines über 90-Jährigen – nicht prominent in der Öffentlichkeit stehenden – multimorbiden Menschen in den Medien berichtet wurde … . Corona machts möglich … . Auch der zweite Tote war offenbar ein älterer Mann. Gestern Abend wurde in den Regionalnachrichten ein kurzer Ausschnitt aus einer Sitzung gezeigt, in der die Berliner Gesundheitssenatorin mit hysterischer Stimme eine Quarantäne für alle über 70ig-Jährigen fordert. In was für einem schlechten Film bin ich da gelandet?!!! Hatten Filme wie „Outbreak“ so einen fatalen Einfluss auf das Unterbewusstsein der Menschen, dass sie weltweit völlig aus der Balance geraten zu sein scheinen?

„Seid solidarisch! Lasst Menschen, insbesondere alte und kranke Menschen vereinsamen! Nähert Euch ihnen nicht! Gebt ihnen keine Umarmung! Berührt sie nicht!“ Was geht in Menschen vor, die solche menschenverachtenden Vorgaben machen – und das auch noch ausrechnet als „Solidarität“ verkaufen? Ist es diesen Menschen egal, wenn alte Leute an Einsamkeit leiden und sterben? Machen sie ihre eigene Todesangst zum Maßstab aller Dinge?

Menschen sterben – irgendwann. Alle. Der Tod gehört nun einmal zum Leben, auch wenn uns das nicht passt. Viren gehören ebenfalls zum Leben, manche haben sogar wichtige „Funktionen“ für uns und unser Leben. Bakterien ohnehin. Einen „Kampf“ gegen einen Virus kann man nicht gewinnen, ohne große Kollateralschäden anzurichten. Aber: Man kann für Heilung sorgen. In sich und in der Umwelt. Zum Nutzen aller.

Corona ist ein Virus und keine Krise. Die derzeitige „Krise“ ist die rasante Verbreitung von Angst. Und die ist menschengemacht.

So meine Meinung.

Loslassen

Künstlerin: Dörte Müller

Viele Menschen fasten gerade, indem sie bis Ostern auf irgendeine liebgewordene Gewohnheit verzichten. Süßigkeiten, Fernsehen etc.

Mir wurde am Wochenende klar, dass es mir auch sehr gut tun würde, etwas loszulassen: Meine Erwartungen. Meine Erwartungen, dass Dinge sich so entwickeln müssten, wie ich es gerne hätte. Meine Erwartung, dass andere Menschen sich so verhalten sollten, wie ich es für richtig halte.

Denn, wenn Dinge sich anders entwickeln, als ich es gerne hätte, stresst mich das. Wenn Menschen sich anders verhalten, ärgert mich das. Beides ist meinem eigenen Glück nicht zuträglich. Und eigentlich auch völlig unsinnig, denn ich kann das Meiste ja nicht beeinflussen.

Wenn ich meine eigenen Erwartungen loslassen könnte, – dann würde ich wohl auch aufhören, zu denken, dass ich mich nach echten oder vermeintlichen Erwartungen anderer richten müsste. Das täte mir gut.

Es wäre also eine sehr gute Idee, loszulassen. Wenn das nur nicht so verdammt schwierig wäre. Erwartungen scheinen irgendwie ein großer Teil meines Lebens zu sein. Und nicht nur meines. Wenn ich mir die Nachrichten o.ä. anschaue, hat ständig jede*r Erwartungen oder gar Forderungen an irgendwas oder irgendwen. Eigentlich alles ziemlich unsinnig.

Also habe ich mir vorgenommen, das jetzt zu üben, mit dem loslassen. Und für einen einfachen Einstieg lasse ich als Erstes die Erwartung los, dass das sofort klappt mit dem Loslassen aller Erwartungen … :-).