Corona – und die illusionäre Sehnsucht nach Sicherheit im Außen

Künstlerin: Dörte Müller

Ich fühle mich in den letzten Wochen oft an bestimmte Aspekte meiner Kindheit erinnert: Wenn Papa sagte „Ich weiß (besser als Du), was gut für Dich ist! Tu dies oder jenes (oder dies oder jenes nicht)!“ Diskussionen darüber ließ er nicht zu. Es war für ihn klar, dass er aufgrund seiner größeren Lebenserfahrung recht hatte. Ich war ja nur das kleine unwissende Kind. Und meine Gefühle, mein Wunsch und Willen zählten nicht. Er setzte seine Sicht autoritär durch. Er meinte es gut und wollte mich schützen. Aber: Er KONNTE nicht wissen, was gut für mich war. Denn er konnte die Welt nur aus der Brille seiner vielfältigen traumatischen Erfahrungen in seiner Kindheit sehen, insbesondere in der Kriegs- und Nachkriegszeit, in der er als Flüchtling Ablehnung, Herabwürdigung und wahrscheinlich noch Schlimmeres erleben musste. Für ihn stand Sicherheit an erster Stelle. Seine Weltsicht war von Angst vor äußeren Bedrohungen geprägt. Diese Weltsicht war aus seinen Lebenserfahrungen äußerst verständlich. Uns Kindern tat sie nicht gut. Aber es gab für mich keine Möglichkeit, dagegen anzukommen.

Seit Wochen höre ich in den Medien, es sei gut und wichtig für mich, Abstand von anderen zu halten, mir ständig die Hände zu desinfizieren und einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Ich würde damit „Leben retten“. Diese Meinung entstammt einer Weltsicht, die an Wissenschaft und Politik die Verantwortung delegiert hat, für „Sicherheit“ zu sorgen. Und die es als Zumutung empfindet, wenn ihr illusionäres Sicherheitsgefühl plötzlich in Frage gestellt wird durch eine „Bedrohung“, die unberechenbar erscheint (ob „Terrorakte“ oder Viren). Sogenannte wissenschaftliche Expert/innen haben in dieser Weltsicht die Aufgabe, klar vorzugeben, was „richtig“ und was „falsch“ ist. Was „gut“ ist, und was „böse“. Zwischentöne machen die Dinge kompliziert und sind daher nicht erwünscht. Diese „Experten“ geben Richtschnur, Halt und Sicherheit. Ihre Meinung zu hinterfragen, ist ein Tabu, denn damit wäre die Sicherheit weg. Kritik an ihnen wird dementsprechend mit gesellschaftlicher Ausgrenzung sanktioniert. Sie haben damit eine ähnliche Funktion, wie Priester in früheren Gesellschaften.

Diese Weltsicht sieht Viren und Bakterien als böse und zu bekämpfenden „Feind“ an. Menschen sind in dieser Weltsicht tendenziell Objekte, die in der „Standardeinstellung“ alle gleich funktionieren. So wird man z.B. ab einem bestimmten Alter pauschal als „Corona-Risikogruppe“ definiert. Covid19 wurde zur gefährlichsten Bedrohung der Menschheit erklärt , die Auswirkungen gar mit dem 2. Weltkrieg verglichen.

Diskussionen über den Umgang mit Corona werden nicht zugelassen. Die „Experten“ (bestimmte Experten, andere werde nicht angehört ) wüssten kraft ihrer höheren Weisheit und mehr (oder im Fall von Corona eher weniger) wissenschaftlichen Studien, was gut für mich und die Menschheit sei. Die „Corona-Regeln“ werden autoritär mit staatlichen Machtmitteln durchgesetzt. Mein Gefühl, mein Wunsch und Wille zählen nicht. Ich bin ja nur die kleine unwissende Laiin. …

Aber: KANN irgendjemand wirklich besser wissen, was gut für mich und meine Gesundheit ist, als ich selber? Ist diese Annahme nicht ziemlich anmaßend? Für mich entspringen die Corona-Regeln einer Weltsicht, die ich nicht teile. Viren und Bakterien gehören für mich zum Leben dazu. Sie ermöglichen unser Leben erst. Schließlich beherbergen unsere Körper weitaus mehr Bakterien und Viren als menschliche Zellen. Krankheit entsteht für mich aus einem Verlust des Gleichgewichts. Innerhalb unserer individuellen Körper, unserer Psyche und unserer Umwelt. Für mich ist es sinnlos und irgendwie dumm, Viren oder Bakterien bekämpfen oder gar ausrotten zu wollen, um Gesundheit zu erzielen. Für mich ist es sinnvoll, an einem Gleichgewicht zu arbeiten, um Gesundheit zu erzielen. Der Versuch des „Kampfes“ gegen einen Virus, ob durch „Abstandsregeln“, übertriebenes Desinfizieren oder Impfungen verstärkt bestehende Ungleichgewichte eher, als dass er langfristig die Gesundheit fördern kann. Krieg und Kampf sind für mich keine geeigneten Mittel zur Heilung. Sie machen nicht „ganz“, sondern spalten und zerstören. Gegen „das Böse“ zu kämpfen, mag einem hehr erscheinen. Aber „Gut“ und „Böse“ lassen sich in meiner Weltsicht nicht so einfach auseinanderhalten, wie uns das so gerne suggeriert wird: „Abstandsregeln“ können möglicherweise in gewissem Maß vor Ansteckung schützen – und verstärken gleichzeitig Depressionen und auch Ängste und schwächen so das Immunsystem vieler Menschen. Antibiotika können in bestimmten Fällen ein Segen sein. Ihr unkritischer und massenhafter Gebrauch ist längst zum Fluch geworden. Desinfektionsmittel in Krankenhäusern sind wichtig. Ständiges Desinfizieren der Hände und aller möglichen Flächen etc. wie es derzeit praktiziert wird, schädlich. Impfungen können in bestimmten Fällen sinnvoll sein, wegen der Risiken aufgrund der sogenannten „Impfhilfsstoffe“ (und des kaum vorhandenen Wissens unserer „Experten“ über das Immunsystem als System) sind Risiken und Nutzen aber in jedem einzelnen Fall genau abzuwägen. Ein Darm-Bakterium kann für viele Funktionen wichtig und im Übermaß dennoch schädlich sein. Eine wissenschaftliche Herangehensweise an Probleme erleichtert vieles. Eine Überhöhung wissenschaftlicher „Studien“ zu einer Art „Ersatzreligion“, die uns angeblich „objektive Wahrheiten“ und „eindeutige Fakten“ verspricht, ist gefährlich. Eine Sichtweise, wonach es „vernünftige und rücksichtsvolle“ Menschen gebe, die sich an die vorgegebenen Maßnahmen kritiklos halten, wenige Menschen, die sich „berechtigte“ Sorgen machten, und einen abzulehnenden Mix von Kritikern der Corona-Maßnahmen aus „Verschwörungstheoretiker/innen“, „Esoteriker/innen“, „Impfgegner/innen“ und „Rechtsradikalen“, finde ich mehr als bedenklich. Wer meint denn, Menschen in Kategorien einteilen und beurteilen zu dürfen, wer „berechtigt“ sei, Kritik zu äußern – und wer nicht?!!!!!

All diese Maßnahmen und Annahmen der „herrschenden Meinung“ entspringen für mich einer engen, auf die Illusion äußerer Sicherheit fixierten Weltsicht, die ich zwar in gewissen Umfang verstehen kann, die ich aber nicht teile. Dass versucht wird, diese mit Machtmitteln durchzusetzen, gegen die ich im Grunde nicht ankomme, macht mir Angst.

Corona-"Krise"

Künstlerin: Dörte Müller

Wenn ich abends die Nachrichten einschalte, erschrecke ich mich: Nahezu einziges Thema der Nachrichten ist seit geraumer Zeit, dass wir uns in einer „schlimmen Krise“ befänden.

Ich erschrecke mich, weil ich das Gefühl habe, dass unsere gesamte Journalistenschaft – vielleicht, weil viele zu jung sind; offensichtlich, weil sie alle sehr angepasst sind – sich nicht (mehr) als kritisch hinterfragende Journalist*innen zu verstehen scheinen. Sondern ausschließlich als Sprachrohr für eine „herrschende“ Meinung. Herrschend im Sinne von „beherrschend“ und andere Meinungen unterdrückend.

Ich erschrecke mich, weil sie nicht zu wissen scheinen, wie das Unterbewusstsein funktioniert, und was Hypnose ist. (Den Menschen jeden Tag stundenlang – und mit entsprechenden Bildern hinterlegt – einzutrichtern, dass sie Angst haben sollen, ist eine äußerst wirkungsvolle und sehr grausame Hypnose. Eine Hypnose, die in der Langzeitauswirkung extremistischen Strömungen zugute kommen dürfte – und auch deshalb für mich so erschreckend ist.)

Ich erschrecke mich, weil diese Journalist*innen jeden Abend fragen, ob es wohlmöglich „immer noch Menschen gebe, die sich nicht an die Vorschriften“ halten – und weil sie zu meinen scheinen, dass diese Menschen „bestraft“ werden müssten. Ich erschrecke mich nicht, weil ICH mich nicht „an die Vorschriften halte“ (ich kann das Haus wegen meiner Grunderkrankung ohnehin nur schwer verlassen), sondern weil mich solche Fragen ungut an Denunziantentum erinnern: Wer sich nicht 100 %ig an die Vorschriften einer Obrigkeit hält, ist zu bestrafen.

Ich bin irritiert, weil der Mann vom Robert-Koch-Institut, der offenbar derjenige ist, dessen Empfehlungen die Politik folgt, nahezu in Tränen ausbricht vor Empörung, dass es immer noch Menschen gebe (darunter auch Ärzte), die „ihm nicht glauben“. Sprich, die seine Wahrnehmung und Sicht der Dinge nicht für die einzig Mögliche und auch nicht unbedingt für die Richtige halten.

Ich bin irritiert, als die Medien fast stolz vom zweiten „Corona-Toten“ in Berlin berichten. In einer Großstadt wie Berlin sterben jeden Tag Menschen. Junge und Alte. An allem Möglichen. Der erste „Corona-Tote“, war über 90 Jahre alt und multimorbid, also an verschiedenen Erkrankungen leidend. In meinem ganzen Leben hatte ich noch nicht erlebt, dass über den Tod eines über 90-Jährigen – nicht prominent in der Öffentlichkeit stehenden – multimorbiden Menschen in den Medien berichtet wurde … . Corona machts möglich … . Auch der zweite Tote war offenbar ein älterer Mann. Gestern Abend wurde in den Regionalnachrichten ein kurzer Ausschnitt aus einer Sitzung gezeigt, in der die Berliner Gesundheitssenatorin mit hysterischer Stimme eine Quarantäne für alle über 70ig-Jährigen fordert. In was für einem schlechten Film bin ich da gelandet?!!! Hatten Filme wie „Outbreak“ so einen fatalen Einfluss auf das Unterbewusstsein der Menschen, dass sie weltweit völlig aus der Balance geraten zu sein scheinen?

„Seid solidarisch! Lasst Menschen, insbesondere alte und kranke Menschen vereinsamen! Nähert Euch ihnen nicht! Gebt ihnen keine Umarmung! Berührt sie nicht!“ Was geht in Menschen vor, die solche menschenverachtenden Vorgaben machen – und das auch noch ausrechnet als „Solidarität“ verkaufen? Ist es diesen Menschen egal, wenn alte Leute an Einsamkeit leiden und sterben? Machen sie ihre eigene Todesangst zum Maßstab aller Dinge?

Menschen sterben – irgendwann. Alle. Der Tod gehört nun einmal zum Leben, auch wenn uns das nicht passt. Viren gehören ebenfalls zum Leben, manche haben sogar wichtige „Funktionen“ für uns und unser Leben. Bakterien ohnehin. Einen „Kampf“ gegen einen Virus kann man nicht gewinnen, ohne große Kollateralschäden anzurichten. Aber: Man kann für Heilung sorgen. In sich und in der Umwelt. Zum Nutzen aller.

Corona ist ein Virus und keine Krise. Die derzeitige „Krise“ ist die rasante Verbreitung von Angst. Und die ist menschengemacht.

So meine Meinung.

Loslassen

Künstlerin: Dörte Müller

Viele Menschen fasten gerade, indem sie bis Ostern auf irgendeine liebgewordene Gewohnheit verzichten. Süßigkeiten, Fernsehen etc.

Mir wurde am Wochenende klar, dass es mir auch sehr gut tun würde, etwas loszulassen: Meine Erwartungen. Meine Erwartungen, dass Dinge sich so entwickeln müssten, wie ich es gerne hätte. Meine Erwartung, dass andere Menschen sich so verhalten sollten, wie ich es für richtig halte.

Denn, wenn Dinge sich anders entwickeln, als ich es gerne hätte, stresst mich das. Wenn Menschen sich anders verhalten, ärgert mich das. Beides ist meinem eigenen Glück nicht zuträglich. Und eigentlich auch völlig unsinnig, denn ich kann das Meiste ja nicht beeinflussen.

Wenn ich meine eigenen Erwartungen loslassen könnte, – dann würde ich wohl auch aufhören, zu denken, dass ich mich nach echten oder vermeintlichen Erwartungen anderer richten müsste. Das täte mir gut.

Es wäre also eine sehr gute Idee, loszulassen. Wenn das nur nicht so verdammt schwierig wäre. Erwartungen scheinen irgendwie ein großer Teil meines Lebens zu sein. Und nicht nur meines. Wenn ich mir die Nachrichten o.ä. anschaue, hat ständig jede*r Erwartungen oder gar Forderungen an irgendwas oder irgendwen. Eigentlich alles ziemlich unsinnig.

Also habe ich mir vorgenommen, das jetzt zu üben, mit dem loslassen. Und für einen einfachen Einstieg lasse ich als Erstes die Erwartung los, dass das sofort klappt mit dem Loslassen aller Erwartungen … :-).

Annehmen

Künstlerin: Dörte Müller

Seit gut 30 Jahren habe ich nun „meine“ chronische Autoimmunerkrankung. Viele Jahre habe ich starke Medikamente genommen, um weiter „zu funktionieren“. – Die Erkrankung wurde schlimmer. Dann habe ich beschlossen, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Und habe zig Dinge im sogenannten alternativ medizinischen Bereich ausprobiert.

Oft hatte ich in den letzten Jahren das Gefühl: Jetzt! Jetzt habe ich endlich den richtigen Ansatzpunkt! Die Schmerzen gingen deutlich zurück, die Beweglichkeit nahm zu. Das musste gefeiert werden. Ich habe es gleich allen erzählt, mich im Fitnessstudio angemeldet oder sonst irgendwas geplant, was ich jetzt endlich wieder würde machen können.

Tja, und dann kamen jedes Mal nach kurzer Zeit wieder diese „Schmerzschüsse“. Manchmal schon am nächsten Tag. Aus völlig heiterem Himmel. Wieder ging nichts mehr. Wieder der absolute Frust.

Gleichzeitig werde ich ständig kraftloser. Das ständige „gegenan“ gehen kostet mich unglaublich viel Kraft.

Wie oft habe ich gelesen, gehört oder mir auch selber gesagt: „Du musst die Erkrankung annehmen! Es nutzt nichts dagegen anzukämpfen.“ Ich wusste einfach gar nicht, wie. Wie soll man oder frau denn so eine Erkrankung „annehmen“? Mich „in mein Schicksal ergeben“?, sozusagen passives Opfer? Nein, geht gar nicht! Und überhaupt, ich WILL die Erkrankung schließlich weghaben. Was denn sonst?

Vor zwei Tagen kam jemand zu Besuch. Der hatte einen anderen Ansatzpunkt. Einen sanften. Es gehe nicht ums wegmachenwollen. Sondern um einen sanften Impuls, der meinem vor vielen Jahren „aus der Ordnung“ geratenen System helfe, sich wieder in Richtung der ursprünglichen Ordnung auszurichten. Und die Natur brauche nun einmal Zeit. „Ja, stimmt“ dachte ich mir. Ich war an die Behandlung meiner Erkrankung im Prinzip genauso herangegangen wie die von mir für die Behandlung von chronischen Erkrankungen eigentlich als ungeeignet angesehene Schulmedizin das tut: Alles probieren, um nur bloß möglichst schnell diese äußerst unangenehmen und störenden Symptome loszuwerden.

Und dann wurde mir plötzlich auch klar, was das eigentlich heißt: „Annehmen“ statt „bekämpfen“. Denn tatsächlich hilft mir die Erkrankung ja dabei, geistig seelische Themen zu erkennen, die bearbeitet und gelöst werden wollen. Und es ist eben nicht nur ein Thema. Vieles habe ich schon bearbeitet und Einiges gelöst. Das weiß ich. Aber, wenn dann doch wieder heftige Symptome da sind, dann heißt das eben auch: „Da ist noch was, was gelöst werden will“. Wie eine Zwiebel, Schicht für Schicht. Und insofern hat die Erkrankung wirklich auch etwas sehr Positives. Sie ist eine Art Warnmeldesystem, das mir sagt, „hey, nicht zudecken und weiter so, sondern hinschauen und bearbeiten“!

Also eine echte Hilfe für geistig seelisches Wachstum. Und ist es nicht genau das, worum es in dieser Welt geht? Möglichst glücklich zu sein – und geistig-seelisches Wachstum anzustreben?

In diesem Sinne wünsche ich allen Leser*innen meines Blogs ein geistig – be-Sinn-liches Weihnachtsfest.

November

Künstlerin: Dörte Müller

Ende November: Die Tage sind kurz geworden. Die Nächte lang. Der Himmel ist grau, die Luft feucht. Die Blätter der Bäume sind zu Boden gefallen. Die Natur kommt zur Ruhe.

November: Zeit der inneren Einkehr, der Stille. Der Besinnung.

Im chinesischen Yin/Yang-Symbol (das ich sehr liebe) ausgedrückt, repräsentiert der November in vielen seiner Facetten das Yin. Das weibliche Element in dieser Welt.

Nur leider hat dieses weibliche Element bereits seit Langem einen sehr schlechten Stand in fast allen Gesellschaften dieser Erde.

Denn wir haben gar keine Zeit für Rückzug, innere Einkehr und Muße. Wir müssen arbeiten, Geld verdienen, Geld ausgeben, erst recht vor Weihnachten! Stille mögen wir sowieso nicht. Langeweile ist doof. Müßiggang ist Faulheit. Und die gefallenen Blätter müssen so schnell wie möglich mit einem irgendwie anscheinend Potenz suggerierenden 😉 Laubbläser weggepustet werden. Das erledigt auch gleich jede Form von Stille…. Alles andere wäre schließlich unordentlich. Und dieses Novembergrau ist ja auch irgendwie nichts Halbes und nichts Ganzes. Weder schwarz noch weiß. Irgend so was Komisches dazwischen. Viel zu komplex solche Zwischentöne.

All das haben wir so gelernt. Warum auch immer.

Wir lieben das Yang. Und zwar ausschließlich! Im chinesischen Symbol ausgedrückt, ist das Yin in unserer Welt ein kleiner an den Rand gedrückter Strich. Der Yin-Kern im Yang immer wieder übermalt.

Der November: Ein Monat zum Vergessen. Kalt, grau, neblig, trübe. Am Besten fliegt man in der Zeit in den Süden, der Sonne hinterher. ODER?!

Oder man nutzt den November, um über die mangelnde Wertschätzung des weiblichen Elements in unserer Welt nachzudenken. Die mangelnde Wertschätzung der Natur (Laub z.B. bietet vielen Lebewesen einen Lebensraum. Grüner „ordentlicher“ Rasen tut dies nicht.). Über die nicht vorhandene Wertschätzung von „Mutter Erde“. Über unsere Sucht, die Erde auszubeuten, für einen oft völlig sinnlosen Konsum. Demgegenüber unsere Anbetung von Geld, Wohlstand und Macht. Unsere Angst vor einem Wohlstandsverlust und die dadurch bestehende Abhängigkeit von Wirtschaftswachstum, die echten Umweltschutz verhindert.

Ich bin mir sicher, unsere Welt wäre eine bessere, wenn wir begännen, das Yin, das weibliche Element, wieder wertzuschätzen. Das Yin wieder gleichberechtigt und harmonisch in das Symbol einzufügen. Unsere rein Yang-getriebenen Bewertungen über das Leben, die Natur und uns zu revidieren. Vielleicht wäre unsere Welt sogar richtig gut. Es liegt an uns.

Der November kann ein wundervoller Monat sein! Probieren Sie einmal, ihn aus einer Yin-Perspektive zu sehen… (vielleicht bevor Sie über den Kauf der diesjährigen Weihnachtsgeschenke nachdenken ;-)?).

Verbundenheit

Sich mit anderen verbunden zu fühlen, macht glücklich. Mit Mensch, Tier und Natur. Anderen Liebe, Dankbarkeit und Wertschätzung zu schenken, macht glücklich. Das kann so einfach sein, wie einem anderen Menschen Zeit zu schenken und zuzuhören. Einfach, weil man ihm oder ihr damit eine Freude macht. Denn die Freude, die man einem anderen Menschen schenkt, macht einen selbst glücklich.

All das ist heutzutage durch viele Forschungsergebnisse gut belegt. Man kann es überall nachlesen. Und die meisten Menschen spüren es ja auch. Das denke ich zumindest immer, in meinem grenzenlosen Optimismus. Tja, und dann stelle ich die Nachrichten an, und wundere mich … .

Denn das, was ich da höre, vermittelt mir jedesmal den Eindruck, dass eine übergroße Mehrheit der Menschen Verbundenheit nur noch über Abgrenzung zu spüren scheint. Verbunden mit Menschen, die der gleichen Ansicht sind, wie man selbst – gegen Menschen, die aus irgendwelchen Gründen anderer Ansicht sind. Die Gründe für die jeweils andere Ansicht scheinen nicht wirklich zu interessieren. Das „gegen“ ist entscheidend. Es ermöglicht, eigenen Frust nach draußen zu transportieren. Und außerdem: „Draufhauen“ macht offenbar Spaß. Manche Leute werden dafür Hooligan im Fußballverein, andere verbreiten Hetze im Internet, wieder andere werden Politiker oder Kabarettist oder gar Präsident eines Landes … und die Mehrheit lacht oder schimpft halt einfach nur so über Dritte. Dritte, denen man sich ganz klar überlegen fühlt. Warum auch immer.

Natürlich gibt auch all das eine gewisse Form der Verbundenheit. Eine Verbundenheit mit der eigenen peer Group und eine ungute Verbindung mit den Opfern / Gegnern, die manchmal über Generationen andauern kann und beide Seiten viel Energie kostet.

Wirklich glücklich macht diese Form der Verbundenheit nicht. Menschen sind so anfällig dafür, weil (siegreicher) Kampf gegen Dritte zu einem Dopaminausstoß führt (er aktiviert also das Belohnungszentrum im Gehirn). Das Dumme daran ist, Dopamin macht süchtig. Und bedarf eines immer größeren „Kicks“, um noch die gleiche Wirkung zu erzielen. Auch das ist bekannt. Und es ist in unserer Welt (leider) gut zu beobachten… . Jeden Abend wieder in den Nachrichten.

Wer hat Lust, mal die andere Form der Verbundenheit zu üben? Die positive? Die, bei der es um Nächstenliebe geht, Harmonie, Mitgefühl, Dankbarkeit und Wertschätzung? Gemeinsam miteinander lachen in kindlicher Freude. Nicht übereinander! Üben, das Positive im anderen zu sehen, nicht das Negative! Auf das Gute im eigenen Leben zu blicken und dafür dankbar zu sein! Und nicht auf das, was vermeintlich schlecht läuft, oder ungerecht erscheint! Die Natur und den eigenen Körper wieder wertzuschätzen – und nicht zu versuchen, beides zu „optimieren“!

Der Versuch, die Welt zu einer glücklicheren zu machen. Wer macht mit?!

Eine neue Ein-/ Vorstellung…

Künstlerin: Dörte Müller

Sie haben es vielleicht schon am Beitrag „Erdüberlastungstag“ bemerkt: In letzter Zeit war mir nicht immer so nach Lachen zumute … . Das hat was mit dem globalen Klima zu tun (in beiderlei Wortsinn…) und dem allgemeinen Verhältnis der Menschen zu unserer Umwelt. Oder vielfach eben leider Nicht-Verhältnis… Ich weiß ja, dass Lachyoga auch hier helfen kann, weil es einfach gute Schwingungen in die Welt sendet :-), aber manchmal tue ich mich trotzdem schwer.

Natürlich ist es da auch nicht hilfreich, dass bei meinen Lachyogaübungen in letzter Zeit so oft ein plötzlicher Schmerzschuss in die Knie fährt (wahrscheinlich immer noch eine Nachwirkung der Atlaswirbeltherapie). Und zu allem Überfluss habe ich dann auch noch angefangen, mir in allen Details auszumalen, dass das auch bei den Lachyogastunden passieren könnte, die ich in der nächsten Zeit geben werde. Wie blöd das wäre, und überhaupt, was da alles schief gehen könne.

Damit habe ich die sicherste Art gewählt, mir die eigene Vorfreude und den Spaß daran zu vermiesen… . Warum auch immer.

Bei meiner letzten Lachyoga-Stunde hatte ich vorher heftigste Knieschmerzen. Trotzdem hat es super geklappt, und die Stunde hatte auch die übliche schmerzlindernde Wirkung bei mir. Also alles super, sollte man meinen. Aber was mache ich, statt mich einfach nur zu freuen? Ich analysiere natürlich im Nachgang vor allem, ob nicht noch irgendetwas besser hätte laufen können. Mein „innerer Kritiker“ und sein großer Auftritt!

Und mein „innerer Kritiker“ ist besonders perfide: Er analysiert nicht nur, ob ich was hätte besser machen können. Nein, er stellt sich auch noch hin und fragt mich dummdreist, warum ich mich eigentlich so viel mit „positiver Psychologie“ und ähnlichen Konzepten beschäftige, wenn ich doch offenbar nicht in der Lage sei, das bei mir selbst auch anzuwenden? Er erklärt mir, dass ich doch anderen so gerne predige, auf ihre Stärken zu schauen (ihre und die ihrer Mitmenschen – und nicht auf vermeintliche Schwächen). Dass ich doch genau wisse, dass man die innere Haltung tatsächlich über die Körperhaltung beeinflussen könne. Aber irgendwie offenbar zu blöd sei, all mein Wissen bei mir selbst umzusetzen.

Wie ein Cowboy steht mein mächtiger „innerer Kritiker“ dabei breitbeinig da, lacht mich hämisch an, und sagt, dass er meine „inneren Verbündeten“ eingeschlossen habe und mir den Zutritt verwehre , hä häh hä … .

Die Vorstellung mit dem Cowboy bringt mich zum Lachen. Ne, denke ich mir, was will so ein Macho-Cowboy denn ausgerechnet in meinem Kopf?! Ich kann Wildwest-Filme nicht leiden! Der Typ hat bei mir nichts zu suchen! Und überhaupt, was denkt der sich, wer er ist?!

Die Vorstellung hilft: Ich merke, wie meine Vorfreude auf die nächsten Lachyoga-Stunden steigt. Und, dass es überhaupt nichts zu „analysieren“ gab beim letzten Mal. … . Wundervoll! Weiter so! Der soll mir bloß wieder kommen, dieser Typ, dieser Cowboy ;-)!

Letztens habe ich es ihm so richtig gegeben: Ich hatte meine Wasserkaraffe gereinigt – mit Hilfe von ganz vielen ganz kleinen Kupferkügelchen. Die Kügelchen werden anschließend getrocknet und dann wieder in ihre Aufbewahrungsdose zurück verfrachtet. In der Theorie.

Ich habe sie nach dem Trocknen stattdessen mit einer unbeabsichtigten Bewegung mit großem Schwung in der ganzen Küche verteilt … .

Meine erste Sofort-Reaktion war ein innerer Wutanfall über meine Schusseligkeit. Mich jetzt innerlich nieder zu machen, hätte die Kügelchen allerdings nicht wieder in die Dose verfrachtet. Also habe ich tief Luft geholt.

– Und mir dann vorgestellt, dass mein Unterbewusstsein offenbar der Meinung war, dass es bestimmt total lustig und bewegungsfördernd für mich sei, jetzt das „Such die Kügelchen-Spiel“ zu spielen. Mit dieser Vorstellung im Kopf habe ich dann kichernd die Kügelchen wieder eingesammelt, soweit ich sie gefunden habe. Tatsächlich war es irgendwie lustig. Und ich muss immer noch grinsen, wenn ich das ein oder andere versprengte Kügelchen finde … .

Und das Beste: Mein „innerer Kritiker“ / Cowboy hatte keine Chance! Peng!!!

Erdüberlastungstag

Der einsame Rufer… Künstlerin: Dörte Müller

Vor 1 1/2 Monaten war „Erdüberlastungstag“. Der Tag, an dem rein rechnerisch für dieses Jahr die nachwachsenden Ressourcen aufgebraucht sind, die die Erde in einem Jahr zur Verfügung stellt. An dem entsprechenden Tag wurde das in vielen Nachrichtensendungen erwähnt. Auch die Tatsache, dass wir drei Erden bräuchten, wenn alle Menschen auf der Erde so leben würden, wie die Deutschen – und fünf, wenn sie so leben würden wie die Amerikaner.

Die Erkenntnis ist nicht neu. Was folgt darauf??? In den Nachrichtensendungen, die ich gesehen habe, folgte darauf ein Satz zur Klimadebatte.

Klimaschutz ist unbedingt notwendig, aber ja nur ein Teilaspekt des Themas. Tatsache ist, dass die Industrienationen über ihre Verhältnisse leben. Nicht nur über ihre, sondern über die globalen Verhältnisse. Zum Schaden aller. Ganz im Sinne eines „America first“ gingen die USA dabei bereits lange lange vor Trump mit äußerst schlechtem Beispiel voran.

Wir wissen alle längst, dass es so nicht weiter geht. Nicht weiter gehen kann – und wir fördern gnadenlos den Konsum. Wirtschaftswachstum einschränken zugunsten der globalen Ressourcen? Urrrgh!! Geht gar nicht …

Wer zumindest ein schlechtes Gewissen hat, und dieses beruhigen will, versucht sich in der Illusion des ressourcenschonenden Wachstums. Letztendlich ist das ein Widerspruch in sich.

Aber immerhin: Es gibt inzwischen mehr ökologisch hergestellte Kleidung und diese gilt auch nicht mehr als langweilig. Es gibt viele kleinere Projekte zum Energiesparen und auch sonst viele gute Ideen von Privatleuten bzw. kleinen Unternehmen, wie man in Zukunft ressourcenschonender leben kann. Es gibt begrünte Städte, energieautarke Dörfer und ähnliche Leuchtturmprojekte.

Leider werden die Erkenntnisse daraus nicht flächendeckend umgesetzt. Der kommende Strukturwandel in der Lausitz gebe eine gute Möglichkeit, hier eine echte Modellregion entstehen zu lassen, alles umzusetzen, was man auf dem Gebiet der Ökologie bisher weiß. Leider scheint das zu weit von der Wirklichkeit entfernt zu sein, um in die politische Debatte auch nur einbezogen zu werden. Dabei gebe es den Menschen dort einen neuen Grund, stolz auf sich und die Region zu sein (den Menschen dort nur zu sagen, dass der Bergbau, für den sie teilweise seit Generationen geschuftet haben, nicht mehr gebraucht werde, ist demgegenüber wenig wertschätzend… und es erscheint mir persönlich auch wenig überraschend, dass sich das in den Wahlergebnissen niederschlägt.).

Das Hauptproblem in den Industrienationen ist aber, dass wir uns insgesamt viel zu viel Kleidung, Elektronik, Auto`s usw. „gönnen“. Unser totaler Überkonsum wird nicht wirklich in Frage gestellt. Schließlich gilt insbesondere die Autoindustrie als Rückgrat unseres Wohlstands.

Gerade gab es viele Berichte über die Internationale Funkausstellung in Berlin. Mit sooo vielen „tollen“ neuen Produkten. Hersteller berichten stolz, dass die Menschen bereit wären, ihre alten noch funktionstüchtigen Haushaltsmaschinen wegzugeben zugunsten etwas energiesparender neuerer Produkte. So bekommt der Konsum ein „grünes Label“. Tatsache ist aber, dass das Wegwerfen noch funktionsfähiger Produkte Müll erzeugt, Plastikmüll, Elektronikschrott, „Sondermüll“. Die Produktion neuer Produkte verbraucht Ressourcen, die es auf diesem Planeten eben nicht unbegrenzt gibt. Der Verkauf dieser Produkte dient eben nicht der Umwelt oder gar dem Klima, sondern der Wirtschaft.

Auch was die Land- und Forstwirtschaft angeht, sind die Weichen weltweit nicht auf Ökologie, sondern nach wie vor voll auf Ökonomie gestellt. Wider besseres Wissen! Und Europa kann gegenüber einem brasilianischen Präsidenten, der der Meinung ist, der Regenwald gehöre ihm bzw. „seinem Land“, nicht wirklich glaubwürdig auftreten, so lange auch hier ganz klar gilt „economy first“.

Klimaschutz wird nur dort wirklich gefördert, wo es nicht zulasten des Wirtschaftswachstums geht. Das gilt für die Umstellung auf erneuerbare Energie ebenso wie für die Vermarktung von Elektromobilität. Elektromobilität hat mit Ressourcenschonung nur bedingt etwas zu tun, der ständige Bau neuer Fahrzeuge gar nichts.

Echter Umwelt– und Klimaschutz wird Wohlstandsverluste bedingen. Ich warte immer noch auf den Tag, wo man endlich beginnt darüber zu diskutieren. Denn: Wäre das wirklich sooo furchtbar? Ja, ich weiß: Für Menschen ist es ganz schlimm, etwas zu verlieren, was sie einmal hatten. Da nehmen sie lieber in Kauf, die ganze Erde zu verlieren, dass bemerkt man schließlich nicht so schnell…

Aber Tatsache ist doch, dass die Menschen in den Industrienationen nicht wirklich glücklicher sind, als in ärmeren Staaten. Als würden sie den Zustand der Erde spiegeln (aus meiner Sicht tun sie dies auch), sind viele völlig überlastet. Fühlen sich ausgebrannt und müde vom ständigen Stress. Suchen verzweifelt nach Glück, Zufriedenheit und Ruhe. All das fände man in der intakten Natur. Und ganz sicher nicht im Konsum!!!

Das Problem ist, wir haben bisher kein Modell für eine andere Wirtschafts- und Lebensweise, als die, die wir gewohnt sind. Aber wäre es nicht endlich an der Zeit, mit Entwürfen zu beginnen?? Bevor die Erde an der einen Seite überschwemmt und an der anderen ausgedörrt und abgebrannt ist???

Diese Welt ist eine sichere, oder? -Oder nicht?

Künstlerin: Dörte Müller

Während ich mehr oder weniger geduldig warte, dass sich meine Körperstatik wieder verbessert (s. meine Beiträge zum Atlaswirbel), mache ich natürlich auch noch vieles andere für meine Gesundheit. Ich experimentiere mit kleinen Mengen Wasserstoffperoxid und mit Wasserstoffwasser. Ich arbeite mit Phantasiereisen, Familienaufstellung etc., und ich werde nochmal einen neuen Homöopathieversuch machen. Vor allem arbeite ich aber an den geistig seelischen Hintergründen meiner Erkrankung:

Es gibt bei Autoimmunerkrankungen gewissermaßen nahe liegende Themen, wie unterdrückte Wut (oft schon über mehrere Generationen im Familiensystem) und starke – aber ebenfalls unterdrückte – Autonomiebestrebungen. Wenn man die Symbolik der Erkrankung betrachtet, kann man beide Themen herauslesen: Das Immunsystem möchte das „Selbst“ aggressiv schützen, kann aber zwischen „eigen“ und „fremd“ nicht mehr unterscheiden. Man will Autonomie, weiß aber nicht wie. Die Wut richtet sich nicht nach außen, sondern der „Kampf“ spielt sich im eigenen Körper ab.

Aus meiner persönlichen Sicht steht dahinter im Grunde das Thema „Sicherheit“. Und dieses Thema hat aus meiner Sicht nicht nur mit meiner Erkrankung, sondern auch mit der politischen Lage weltweit und damit auch mit dem Zustand unseres Planeten eine Menge zu tun.

Warum? Nun, meine Eltern z.B. gehören zu der Generation, die den zweiten Weltkrieg als Kinder noch erlebt haben, inklusive Flucht / Vertreibung, also Verlust der Heimat und des gesamten Besitzes. Meine Großeltern haben auch den ersten Weltkrieg noch erlebt. Die Welt war für meine Vorfahren von frühester Kindheit an eine zutiefst unsichere und beängstigende. Ähnlich, wie auch heute noch in allen Kriegs- und Krisengebieten. In der Nachkriegszeit galt also alles Bestreben dem Thema Sicherheit: Zuvorderst ein sicherer Arbeitsplatz (ob der den eigenen Neigungen entsprach, war unwichtig), eine bescheidene aber eigene Wohnung. Der Versuch, so viel wie möglich zu sparen, um den Kindern den Start in eine sicherere Zukunft zu ermöglichen.

Was den Kindern vor diesem Hintergrund natürlich nicht vermittelt werden konnte, war das Gefühl von Sicherheit. Urvertrauen. Ein „Du lebst in einer sicheren Welt. Alles ist gut!“. Ganz im Gegenteil, indem die Sicherheit in Schutzmaßnahmen im Außen gesucht wurde, wurde implizit ganz klar vermittelt, dass die Welt an sich furchtbar unsicher und gefährlich ist, und man Angst haben muss, wenn man nicht sehr vorsichtig ist und sich gut schützt. Das ist völlig verständlich, da die Welt der Eltern und Großeltern ja auch genau so war.

Auch heute noch suchen sehr sehr viele Menschen die Sicherheit im Außen. In irgendwelchen „Schutzmaßnahmen“. Sie bauen Mauern, lehnen Flüchtlinge und Fremde ab – und geben oft an, das zum Schutz ihrer Kinder zu tun. Das erscheint gewissermaßen wie eine Verwechslung, denn sie geben ihren Kindern damit ihre Angst weiter – und eben gerade keinen echten Schutz. Keine Selbst-Sicherheit. Und schon gar nicht so etwas wie Gefühle von Geborgenheit und Glück. Auch das Bestreben der meisten Eltern, ihren Kindern zu einer möglichst „erfolgreichen“ Laufbahn zu verhelfen, damit sie in materiellem Wohlstand – und damit vermeintlich „sicher“ leben, hat aus meiner Sicht ihren Hintergrund in der von den Vorfahren erlebten Existenzangst.

Für Kinder, die Autonomie anstreben, ist das schwierig. Sie erleben, dass die wohlmeinenden und geliebten Eltern sie in eine Richtung drängen, in die sie eigentlich gar nicht selbst wollen. Sie bekommen vermittelt, dass Autonomie und „anders sein“ etwas ganz Gefährliches ist in dieser unsicheren Welt. Und irgendwann wissen sie gar nicht mehr, was sie eigentlich selbst wollen, welche Wünsche und Vorstellungen „eigen“ sind, und welche „fremd“. Sie sind sich ihrer selbst nicht (mehr) sicher. Sicher scheint nur zu sein, dass die Welt unsicher ist. Je nach Temperament kann es sein, dass Kinder diese Verwirrung nach außen tragen, oder nach innen und z.B. mit einer Autoimmunerkrankung reagieren.

Heutzutage gibt es Hunderte von Erziehungsratgebern, die einem sagen, dass es ganz wichtig ist, den Kindern von Geburt an (bzw. bereits in der Schwangerschaft) Urvertrauen und Sicherheit zu vermitteln. Und sie dann ab der Pubertät langsam ihren eigenen Weg gehen zu lassen, den man liebevoll begleitet, aber nicht zu lenken versucht. Für einen gelungenen und selbst-sicheren Start in das Leben, wäre das für Kinder tausendmal wichtiger, als noch so viel Geld auf dem Konto der Eltern.

Aber wie viele Eltern schaffen es schon, ihren Kindern dieses Sicherheitsgefühl mitzugeben? Ein Sicherheitsgefühl, das man in aller Regel selbst nicht hat?

Solange Eltern die Welt selbst als unsicher begreifen – und materiellen Wohlstand als Schutz vor dieser Unsicherheit ansehen -, werden wir diese Erde weiter ausbeuten. Kriege um begrenzte Ressourcen führen und einen Konsum weiter antreiben, dessen Ausmaß den Planeten zerstört. Leute werden Parteien wählen, die ihnen Sicherheit versprechen, indem sie Fremde ablehnen. In Wahrheit verstärken sie mit dieser Politik das Unsicherheitsgefühl ihrer Wähler. Denn plötzlich werden alle Fremden generell zu einer Bedrohung, vor der man Angst haben muss. Die Bereicherung, die fremde Menschen und Kulturen einem bieten, nimmt man dann gar nicht mehr wahr. Auch im Körper ist ja „fremd“ nicht automatisch gefährlich. Ganz im Gegenteil, beherbergen unsere Körper ja wohl mehr „fremde“ Mikroorganismen als „eigene“ Zellen und könnten ohne diese hilfreichen Winzlinge auch gar nicht überleben. Anders, als es in der Wahrnehmung vieler Menschen ist, sind Bakterien in aller Regel keine „unerwünschten Eindringlinge“ in die Integrität unseres Körpers, sondern für uns lebensnotwendige „Mitgeschöpfe“. Auch hier besteht viel Verwirrung.

Das Szenario eines Wohlstandsverlustes löst ohnehin in allen politischen Parteien Panik aus. Umweltschutz zulasten des Wirtschaftswachstums gilt als „no go“. Leider werden wir die Erde in nicht allzu ferner Zukunft zerstört haben, wenn wir so weiter machen. Eine Art Autoimmunerkrankung der gesamten Menschheit: Wir wissen, dass wir unsere eigenen Lebensgrundlagen zerstören, schaffen es aber nicht, damit aufzuhören. Lieber nehmen wir die Schmerzen in Kauf und versuchen, einen Teil der Symptome zu unterdrücken, als die Ursachen anzugehen. Denn man weiß nicht, ob das nicht noch schmerzhafter wäre.

Eine Verwirrung der Menschheit, die materiellen Wohlstand mit Glück verwechselt, weil sie ihr Sicherheitsgefühl verloren hat. Kriege sind menschengemacht. Aus meiner idealistischen Sicht könnten Menschen sich stattdessen auch ein Paradies erschaffen. Sie müssten sich nur tief im Innern sicher fühlen.

Gibt es eine Verbindung zwischen meinem Atlaswirbel und meiner Auto-immunerkrankung? – Teil 2

groß, nicht mehr ganz frisch – und vielleicht künftig etwas weniger fragil…?!

Jetzt ist es schon fast vier Wochen her … – Mein „Abenteuer“ Atlaswirbeltherapie.

Ich war nicht erstaunt, als der Therapeut nach kurzer Untersuchung feststellte, dass mein Atlaswirbel um rund 2 cm verschoben war. Die Therapie selbst war nicht besonders angenehm, aber gut aushaltbar. Es war für mich unmittelbar spürbar, als die Wirbel wieder richtig aufeinander saßen und ich fühlte mich irgendwie erleichtert. Es hieß, ich könne die nächsten Tage so etwas wie Muskelkater im Rücken spüren. In der Erwartung ging ich also nachhause.

Ich bin auch noch gut Zuhause angekommen. Aber dann gingen die Schmerzen los. Heftigste Knieschmerzen. Dann irgendwann wieder etwas besser. Dann eine Schulter. Dann die andere. Dann wieder ein Knie. Der Muskelkater im Rücken fühlte sich demgegenüber eher harmlos an (besteht aber immer noch…). Ich hatte und habe nachwievor das Gefühl, der Körper richtet sich neu aus. Das ist gut. Das das von heftigen kreischenden Schmerzen begleitet ist, ist weniger schön. Die Schmerzen fühlen sich dabei nicht wie typische Rheumaschmerzen an, sondern eher, als hätte es was mit meinem Nervensystem zu tun. Die Schmerzen sind heftigst, entstehen vor allem bei Belastung (auch leichter), halten über mehrere Stunden an, bis sich plötzlich irgendetwas ganz leicht zu verschieben scheint – und alles ist gut. So lange, bis es dann wieder von vorne los geht. Oft an anderer Stelle.

Nun habe ich ja das Problem, dass ich bereits mit einem schiefen Atlaswirbel laufen gelernt habe. Das heißt, seit mein Körper aufgerichtet ist, kennt er gar nichts anderes, als die Notwendigkeit, eine vom Kopf her schiefe Statik auszugleichen. Alle meine Muskeln und Faszien sind entsprechend unglaublich verhärtet. Ich gehe seit mehreren Jahren regelmäßig zur Rolfing-Therapie, aber da mein Atlaswirbel ja so schief war, hatte das immer nur begrenzte Wirkung. Auch wenn sich mein Therapeut intensivst meinen Nackenmuskeln gewidmet hatte, waren die kurz darauf schon wieder genauso steinhart wie vorher, ohne dass ich mir das damals so richtig erklären konnte. Wirklich weich und durchlässig ist mein System auch jetzt natürlich noch lange nicht, aber die Schmerzen zeigen ja immerhin auch an, dass sich was tut.

Und der verschobene Atlaswirbel hatte ja nicht nur Auswirkungen auf mein Bewegungssystem: Ich habe schon sehr zufrieden festgestellt, dass ich jetzt erstmals auch rückwärts im Bus sitzen kann, ohne sofort mit Schwindelgefühlen und Übelkeit zu reagieren! Wow!!!

Ich hoffe, dass auch mein Gehör noch etwas besser wird. Den Eindruck einer leichten Besserung habe ich bereits auch hier: Bisher hatte ich in größeren Gruppen immer Probleme, einem konkreten Gespräch zu folgen. Denn bei entsprechendem Hintergrundlärm war ich oft nicht in der Lage, das, was meine Gesprächspartnerin sagte, aus diesem Hintergrundlärm herauszufiltern. Das Ganze war für mich mit großer Anstrengung verbunden, und Treffen in größeren Gruppen haben mich daher in gewisser Weise immer gestresst.

Auch meine damit verbundene sehr starke Lärmempfindlichkeit scheint zumindest ein klein wenig nachgelassen zu haben. Ich bin gespannt, wie es weiter geht. Ich habe mir bereits mehrere Bücher gekauft, um Gehör und Augen zu trainieren, in der Hoffnung, hier jetzt noch etwas mehr rauszuholen (also die dazu gehörenden Nerven anzuregen bzw. zu stabilisieren).

Ich warte jetzt also, dass sich in meinem gesamten körperlichen System alles etwas stabilisiert und setzt. Aber ich warte natürlich nicht nur. Geduld ist ja nicht so ganz meine starke Seite … ;-), und daher versuche ich auf verschiedenen Wegen, mein System dabei zu unterstützen, sich zu regenerieren und neu auszurichten. Dazu dann mehr in den folgenden Beiträgen …