Was ist eigentlich Glück? Der Sinn des Lebens, meine ich!!!

Glück ist eine Frage der eigenen Einstellung sagen die meisten spirituellen Lehrer. Ich stimme zu.

Für Menschen mit chronischen Erkrankungen ist es besonders wichtig, sich möglichst viele Glücksmomente zu verschaffen. Kleine und große. Denn nichts ist schlechter für die eigene Gesundheit, als ständig sein Unglück zu beklagen. „Warum gerade ich?“ „Total unfair so etwas!“ bringt einen nicht wirklich weiter … . Und nervt andere. Ich zumindest kann es gar nicht leiden, wenn mir jemand im „Jammermodus“ begegnet. Schmerzen werden stärker, wenn man sich auf sie fokussiert. Leicht führt das Ganze dann zu einer Abwärtsspirale – und irgendwann lebt man die Krankheit.

Muss nicht sein, finde ich! Lachen ist eine der besten Methoden, sich schnell Glücksmomente zu verschaffen. Denn es „gaukelt“ dem Gehirn und damit auch dem Körper sofort Fröhlichkeit vor, auch wenn wir ursprünglich gar nicht in fröhlicher Stimmung waren. Aus der Gehirnforschung weiß man, dass das Gehirn da nicht wirklich unterscheidet. .. Und das ist äußerst praktisch! :-).

Sich längerfristig glücklich zu fühlen, erfordert eine entsprechende Lebenseinstellung. Denn sich glücklich zu fühlen, hat weder mit Reichtum, noch mit Gesundheit so viel zu tun, wie die meisten Menschen denken. Ein Grundlevel an Geld und auch an Gesundheit ist hilfreich, mehr macht aber nicht glücklicher. Das ist heutzutage alles durch zahllose Studien belegt.

Es gibt bestimmte Faktoren, die zum Glücksgefühl beitragen. Dazu zählen laut wissenschaftlicher Forschung: Positive Emotionen spüren, sich für etwas engagieren, Verbundensein mit anderen Menschen erfahren, Sinn in unserem Tun finden und merken, dass wir etwas bewegen können (vgl. Martin Seligman in „Flourish – Wie Menschen aufblühen“, der diese Faktoren allerdings ausdrücklich nicht als Voraussetzungen zum „glücklich sein“, sondern für „Wohlbefinden“ definiert.).

Ich finde diese Art der Forschung natürlich spannend, weiche aber insofern von Seligman ab, als meiner Ansicht nach von diesen Faktoren für ein längerfristiges Glücksgefühl der „Sinn“ das Entscheidende ist. Die anderen vier Faktoren haben für mich als Voraussetzung, dass ich „Sinn“ spüre (bzw machen nur dann glücklich).

Dabei geht es aus meiner Sicht nicht nur darum, dass wir einen Sinn in unserem Tun finden, sondern vor allem auch darum, dass wir einen Sinn in unserem Leben sehen.

Das ist heutzutage gar nicht so einfach. Ich persönlich bin strengstens katholisch erzogen worden, und hatte es insofern einfacher, als für mich immer klar war, dass der wichtigste Faktor des Menschen seine Seele ist. Für mich ist das keine Frage des Glaubens, sondern des Spürens. Und damit letztlich des (inneren) Wissens.

Aber auch ich habe mich im Laufe von Ausbildung und Berufsleben irgendwie immer weiter sozusagen „distanziert“ von meiner Seele. Jura ist ein Fach, das das Distanzieren sehr erleichtert…. Man widmet sich den Schwachpunkten der „Gegenseite“, und in den meisten Berufen, wo Juristen gebraucht werden, gibt es eine „Gegenseite“. Seele, wie ich sie verstehe, strebt aber nach Verbundenheit und gerade nicht nach Distanzierung und Gegnerschaften…..

„Lebenssinn“ oder gar „Seele“ wird unter Jurist(inn)en normalerweise nicht diskutiert. Man hält die Behauptung, dass wir „Zufallsprodukte“ der Evolution seien, die aus dem Nichts auftauchen und nach dem Tod wieder im Nichts verschwinden für wissenschaftlich erwiesen (tatsächlich ist heutzutage wissenschaftlich erwiesen, dass beide Behauptungen so nicht stimmen können). Laut Seligman ist die Juristerei der Beruf mit den höchsten Selbstmordraten. Das sagt Einiges aus… Tatsächlich ist es genau der Punkt, der mich an meinem Beruf auch gestört hat: Es fehlte mir der Sinn, der Nutzen für die Welt.

Leider ist das mit dem Lebenssinn aus meiner Sicht aber nicht nur den Juristen, sondern ganz vielen Menschen weltweit abhanden gekommen. Irgendwo im Innern spürt man deutlich, dass etwas nicht stimmt. Aber nach außen folgt man dem, was einem alle ständig erzählen: Der Lebenssinn liege in „möglichst viel Geld verdienen und Spaß haben“. Denn „man lebe nur einmal“. Der „Spaß“ wird dabei in aller Regel in Konsum gesehen (also in allen Tätigkeiten, die in irgendeiner Form die natürlichen Ressourcen dieses Planeten angreifen), deshalb will und braucht man ja das Geld. Dass die Ressourcen des Planeten irgendwann verbraucht sind, ist aus dieser egoistischen Sicht unproblematisch, denn „man lebt ja nur einmal“.

Das Tolle an einer schwereren Erkrankung ist, dass man mehr Zeit hat, über den Lebenssinn nachzudenken. Dass man beginnt, viel mehr zu hinterfragen von dem, was einem so erzählt wird. Und dass einem sofort klar wird: Im Karriere machen und möglichst viel Geld verdienen. liegt der Lebenssinn ganz sicher nicht! Rücksichtsloser Konsum erscheint im Gegenteil plötzlich furchtbar sinnentleert. Gibt mir vielleicht ein ganz kurzes Gefühl des „ich habe es“, einen schnellen Dopaminkick und ist kurz danach schon wieder uninteressant. Glück ist ganz sicher etwas anderes. Etwas, was tiefer geht, etwas, was keine Leere hinterlässt. Etwas, was länger anhält.

Spaß haben, ist gut, aber nur, solange dies nicht zulasten anderer und insbesondere nicht zulasten unserer Umwelt und der natürlichen Ressourcen unseres Planeten geht.

Nach fast 40 Jahren Nachdenken über den Lebenssinn und rund 30 Jahren Erkrankung, glaube ich nunmehr tatsächlich, den möglichen Lebenssinn gefunden zu haben. Und das Lachen hat mir dabei sehr geholfen!

Ich glaube, dass der Sinn des Lebens darin liegt, wahrhaft glücklich zu sein – und möglichst vielen Menschen dieses Glück weiter zu geben.

Es geht für mich darum, die Art Glücksgefühl zu generieren, die man spürt, wenn man jemand anderem eine große Freude gemacht hat. Wenn man sich ehrenamtlich engagiert. Wenn man Verbundenheit mit anderen spürt. Es geht um das Glücksgefühl, das mit Wertschätzung, Dankbarkeit, Nächstenliebe, Toleranz und Mitgefühl zu tun hat.

Glück hat mit Geben zu tun und nicht mit Nehmen!!! Wow!!!

Glück ist also nichts, was einem zufällig widerfährt, sondern ich habe es selbst in der Hand! Wahnsinn!!! Und im Grunde genommen doch auch so einfach (und trotzdem auch so schwer, denn aus irgendwelchen Gründen ist das mit Wertschätzung, Dankbarkeit, Nächstenliebe, Toleranz und Mitgefühl gar nicht so leicht…).

Fröhliches Lachen, das man mit anderen teilt, kann ein erster Schritt hin zu dieser Art Glücksgefühl und damit letztlich zu mehr Lebenssinn sein. Für mich ist das ein guter Weg. Und mein dabei entstehendes Gefühl, dem Lebenssinn näher zu kommen, fühlt sich absolut großartig an!!!

Lachen und Autoimmun-erkrankung oder: Meine etwas andere Theorie zur Entstehung von „Autoimmun-erkrankungen“

Was heißt das eigentlich: „Sie haben eine Autoimmunerkrankung.“?

Das ist ein Satz, den in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer mehr Menschen von ihren Ärzten hören. Es handele sich um eine Erkrankung, bei der das eigene Immunsystem aus „unerfindlichen Gründen“ beginnt, körpereigenes Gewebe anzugreifen und zu zerstören. („Auto“ hat in dem Fall nichts mit einem Kraftfahrzeug zu tun, sondern bedeutet „selbst“ und bezieht sich darauf, dass es sich um körpereigenes Gewebe handelt.) Ein solcher „Angriff“ kann sich auf die unterschiedlichsten körpereigenen Gewebe beziehen. Bei mir sind es die Gelenke. Die Erkrankung kann sich aber prinzipiell jederzeit auch auf weitere Bereiche bzw. innere Organe ausdehnen.

Autoimmunerkrankungen gelten in der Schulmedizin als unheilbar. Die Ursache dieser Erkrankungen ist unbekannt. Auch die Gründe, warum diese Erkrankungen immer mehr zunehmen, sind unbekannt. Ziemlich viele Dinge, die mit dem Immunsystem zusammenhängen, sind aus schulmedizinischer Sicht „unbekannt“.

Was man weiß, bezieht sich fast nur auf die biochemisch im Blut nachweisbaren Faktoren des Immunsystems. Das führt dazu, dass die schulmedizinische Behandlung auch ausschließlich dort ansetzt: Die modernsten Mittel für die Behandlung sind gentechnisch hergestellte Medikamente, mit denen jeweils bestimmte Entzündungsbotenstoffe unterdrückt werden. Das gilt als state of the art. Als Goldstandard. Die entsprechenden Medikamente, sogenannte Biologicals sind wegen des aufwendigen Herstellungsprozesses sauteuer. Sie helfen meist eine Zeitlang, die Entzündung zu unterdrücken, weil sie die „Boten ausschalten“.

Wie man bereits an dieser Wortwahl erkennt, kann das aus meiner Sicht keine gute Lösung sein. Denn die Boten sind ja nicht das eigentliche Problem. (Tatsächlich habe ich diese „Lösung“ natürlich trotzdem viele Jahre lang gewählt, mit relativ verheerenden Folgen…).

Über die Gesamtzusammenhänge des Immunsystems weiß man in der Schulmedizin bis heute im Grunde herzlich wenig. Man weiß, dass Immunsystem und Nervensystem eng zusammenhängen. Man weiß, dass die Darmflora (und damit auch die Ernährung) ganz erheblichen Einfluss auf das Immunsystem hat und umgekehrt. Man weiß, dass negativer Stress starke Auswirkungen hat. Nur wie das alles genau zusammenhängt, das weiß bisher tatsächlich kein Mensch. Also beschränkt sich unsere Medikamentenmedizin auf das, was im Blut sichtbar und messbar ist, und blendet den Rest weitgehend aus.

Dass das nicht die beste aller Herangehensweisen ist, habe ich an meinem Körper eindrücklich zu spüren bekommen … .

Tja, und dann fiel mir vor einiger Zeit das Buch „Der Selbstheilungsnerv“ von Stanley Rosenberg in die Hände. Es geht in dem Buch um den Vagusnerv, also um den Nerv, der maßgeblich für unsere Entspannung zuständig ist.

Ich wusste ja längst, dass ich dauer-angespannt bin. Seit frühester Kindheit, also seit ich mich erinnern kann, laufe ich in diesem Modus herum. Ich war immer der Meinung, dass ich diesen Modus sozusagen epigenetisch von meinem Papa übernommen habe. Mein Papa hat als Jugendlicher den Zweiten Weltkrieg erlebt mit allem damit zusammenhängenden Schrecken und Leid, inklusive dem Verlust der Heimat. Er hat nie viel darüber gesprochen, aber ich könnte mir gut vorstellen, dass die damals erlebten Traumata bei ihm zu einer dauerhaften Anspannung geführt haben. Kinder nehmen so etwas natürlich wahr und auf. Das habe ich getan – mich selbst angespannt und diese Anspannung nach innen gerichtet.

Natürlich habe ich schon Tausend Sachen probiert, um mich zu ENT-SPANNEN (über das ein oder andere werde ich sicher noch berichten.). Aber egal, was ich gemacht habe, mein Körper blieb fest wie ein Korsett. Erst mit den Übungen aus dem Buch zum Vagusnerv habe ich plötzlich gespürt, tatsächlich, da tut sich was! Und das, was sich da tut, dieses Gefühl der Entspannung, wirkt sich auch unmittelbar positiv auf meine Gelenke aus!

Auch, wenn der Effekt mit den Übungen nicht von Dauer ist, hat mich das Thema Vagusnerv und Entspannung so fasziniert, dass ich von da an mein Hauptaugenmerk darauf gerichtet habe. Und so kam ich dann auch zum Lachyoga. Und das „Wunder“ geschah: Die Entzündungswerte gingen genauso stark zurück wie damals, als ich das Biological neu bekam und meine Ärzte ganz begeistert waren, wie toll dieses „Wundermittel“ anschlägt! Anders, als es bei diesem Biological der Fall war, hat das Lachyoga bei mir aber keine äußerst unangenehmen Neben- und Langzeitwirkungen.

Super, oder? Tja, und dann erschien es mir plötzlich ganz offensichtlich: Meine „Autoimmunerkrankung“ ist überhaupt keine „Autoimmunerkrankung“! Es ist überhaupt keine Erkrankung des Immunsystems! Das Immunsystem reagiert nur. Und das mit durchaus tiefer Körperweisheit. Denn wo eine Daueranspannung ist, scheint irgendetwas nicht zu stimmen. Irgendetwas scheint bekämpft werden zu müssen, sonst wäre das Wesen, um das es geht (in dem Fall also ich) ja nicht ständig überangespannt. Also fährt der Körper das Immunsystem hoch. Komplett folgerichtig. Und eben die Folge eines ganz anderen Problems.

Statt meinem Immunsystem für diesen Hinweis, dass es in meinem Leben ein gravierendes Problem zu geben scheint, im Prinzip dankbar zu sein, habe ich es dann aber leider fast 30 Jahre lang mit verschiedenen schulmedizinischen Medikamenten unterdrückt. Damit habe ich das Ursprungsproblem nicht gelöst, sondern mein armes Immunsystem völlig aus dem Tritt gebracht. Und so dem ursprünglichen Problem weitere Probleme hinzugefügt. Ärgerlich!

Und dabei ist mir völlig klar: Unterdrückung ist nie eine gute Idee!!! Und das oft hinter der Medikamenteneinnahme stehende Thema: „Ich muss (so schnell wie möglich wieder) funktionieren.“ auch nicht!

[Um nicht falsch verstanden zu werden: Es gibt Erkrankungen, wo das Immunsystem in einer Weise überreagiert, dass es unmittelbar lebensbedrohend für die betreffende Person sein kann. In diesen Fällen ist es natürlich sehr sinnvoll, erstmal mit schulmedizinischen Maßnahmen (in der Regel Cortisongaben) die heftige Entzündung einzudämmen. Aber aus meiner Sicht ist es sehr lohnenswert, immer zu schauen: Gibt es noch etwas, was hinter den in den Blutwerten sichtbaren Veränderungen des Immunsystems stehen könnte?]

Lach, und Du fühlst Dich besser!

Und jetzt also Lachyoga. Ein wundervolles Heilmittel. Und sooo einfach anzuwenden! Lachyoga. Wie kam ich eigentlich darauf?

Schon vor Jahren und immer mal wieder bin ich über kurze Berichte über Lachyoga „gestolpert“. Menschen, die in öffentlichen Parks merkwürdig aussehende Bewegungen vollführten, verbunden mit einem leicht grimassenhaft wirkenden Lachen. Meine rationale Juristenseite fand, dass das irgendwie albern aussah.

Aber ich habe eben auch andere Seiten… Und die waren schon beim ersten Bericht darüber angefixt. Etwas in mir fand das Lachyoga von Anfang an interessant und spannend, ohne dass ich viel darüber gewusst hätte. Klar, ich bin ein Mensch, der einfach gerne lacht! Albernheit und kindliche Verspieltheit liegen mir gewissermaßen im Blut.

Tatsächlich bin ich sehr dankbar, dass ich diese wundervolle Ressource von meiner Mama und meiner Oma geerbt habe. Beide haben mir auch gezeigt, dass Lachen, Fröhlichkeit und Albernheit völlig unabhängig von den äußeren Umständen und vom Alter möglich ist, und dass diese Eigenschaften für das Glücksempfinden deutlich wichtiger sind, als jeder materielle Reichtum. Deshalb wünsche ich mir oft, dass wir unsere gesellschaftlichen Anstrengungen viel mehr darauf richten, dass mehr Menschen lachen, – insbesondere auch mit ihren Kindern -, als darauf, dass mehr Menschen zu Wohlstand und entsprechenden Konsummöglichkeiten gelangen.

Das Gegenteil von Lachen sind Verbitterung und Empörung. Heutzutage nicht selten zu beobachten. Und nichts ist schädlicher für die eigene Gesundheit, als das. Auch für die Gesamtgesellschaft ist beides nicht förderlich. Menschen, die verbittert sind, können meist gar nicht mehr wirklich fröhlich lachen. Haben das Lachen verlernt.Das ist sehr bitter! Auch für ihre Umgebung.

Was meine ich mit „Lachen“? Wie meine Mama und meine Oma kann ich selten über „Witze“ lachen, über Comedians und schon gar nicht über das Ungeschick anderer. Sich über andere lustig zu machen, hat für mich weder mit Humor noch mit lustig auch nur das Geringste zu tun. Leider ist das heutzutage allerdings ziemlich verbreitet, und es gibt jede Menge Shows, Comedians, Satiriker oder Kabarettisten, die genau davon leben. Was mich persönlich eher traurig macht, weil es eine Menge über den Zustand unserer Gesellschaft aussagt.

Ich kann über mich lachen, über Situationskomik oder auch völlig ohne Anlass. Eigentlich bin ich also prädestiniert für das Lachyoga. Denn da geht es genau darum: Lachen ohne jeden Anlass. Und es braucht nicht einmal echtes Lachen zu sein.

Das Tolle am Lachyoga ist: Man fühlt sich sofort besser. Bereits als ich nur Youtube-Videos dazu angesehen – und die Übungen dabei mitgemacht habe -, habe ich den positiven Effekt sofort gespürt. Und die Videos gingen nicht einmal 10 Minuten.

Also habe ich ein Seminar (bei Alex Bannes) gebucht, um mich selbst als Lachyoga-Leiterin ausbilden zu lassen. Und die Wirkung auf meine Entzündungswerte war spektakulär….

Lachyoga wirkt unmittelbar auf das Unterbewusstsein. Und damit auf unser ganzes Wesen. Es gibt heutzutage jede Menge Studien zum Einfluss unserer Körperhaltung auf unsere eigene Stimmung und unsere Ausstrahlung. Jeder weiß, dass ein hoch erhobener Kopf anders wirkt, als hängende Schultern und nach unten gesenkter Blick. Letztere Haltung signalisiert sowohl nach außen, wie auch dem Träger dieser Körperhaltung selbst, dass er unglücklich ist, falls er das vorher noch nicht bemerkt haben sollte … .

Beim Lachyoga recken wir uns in die Höhe. Machen uns groß. Wir öffnen die Arme weit, und damit auch unser Herz. Wir umarmen sozusagen die Welt. Wir klatschen und freuen uns, hopsen und sind laut. Wir sind im gegenwärtigen Moment und teilen diesen gleichzeitig mit anderen. Über die Spiegelneuronen und die Energie im Raum wirkt das Lachen der anderen auf uns zurück und verstärkt unser eigenes Lachen. Unsere Körper schütten Glückshormone aus. Unsere Atmung vertieft sich. Unsere Energien fließen.

Beim Lachyoga haben wir den Mut, albern zu sein, auch auf die Gefahr hin, dass das auf andere „lächerlich“ wirkt. Und das ist gut so. Denn Tatsache ist ja, wenn andere meinen, sich darüber „lustig machen“ zu müssen, haben diese ein Problem. Ein Problem mit sich, ihrem eigenen Lachen und ihrem Glücksempfinden. Und mit ihrem Selbstwertgefühl. Denn, wer andere Menschen kritisch bewertet, bewertet in der Regel auch sich selbst kritisch. Meist sogar ganz besonders sich selbst. Wer sich über Lachyoga lustig macht, ist also genau der Kandidat, der vom Lachyoga ganz besonders profitieren würde. Lockerer werden würde und das eigene Selbstwertgefühl deutlich steigern könnte.

Peinlich, dieses ho ho, ha ha ha? Und viel klüger und cooler, stattdessen Schmerzmittel zu schlucken??? Tja, sehe ich anders. Mein Körper auch.

Ja, jetzt also Lachyoga. Es ist so einfach und so effektiv. Seit meiner Ausbildung beginne ich jeden neuen Tag mit einer Session nur für mich. Ich mache Lachübungen vor dem Spiegel, lache unter der Dusche. Besonders laut unter einer kalten Dusche … So starte ich gut gelaunt und fröhlich in den Tag. Sehr empfehlenswert!

Und ganz ehrlich: Ich war überhaupt nicht erstaunt, als die Blutuntersuchung nach meiner Lachyoga-Ausbildung so ein gutes Ergebnis für meine Entzündungswerte ergeben hatte. Ich wusste es.

Krankheit als Makel oder als Impuls???

Solange ich aus irgendwelchen Gründen der Idee anhänge, meine Erkrankung sei ein „Makel“ hindert mich das am Glücklichsein. Dieser Befund ist offensichtlich. Und ein „Makel“ hat noch den zusätzlichen Nachteil, dass der Raum, den er in der eigenen Wahrnehmung einnimmt, immer größer wird. Ihr kennt das vielleicht auch schon von vermeintlichen Kleinigkeiten. Man stellt morgens im Spiegel fest, dass da plötzlich ein großer Pickel am Kinn ist. Also fängt man an, ständig daran rumzumachen. Und statt wegzugehen, wird er immer größer. Draußen unterstellt man jedem, der einen ansieht, er oder sie hätte „komisch“ geschaut wegen des Pickels. Man fängt an, kaum noch hochzuschauen, um die Blicke der anderen möglichst nicht mehr wahrzunehmen. Man läuft Gefahr, dass der ganze Tag sich plötzlich um kaum was anderes dreht, als um den vermeintlichen „Makel“ am Kinn – und ist natürlich total unglücklich. Albern, oder?

Vom Verstand her weiß ich natürlich, dass es unsinnig ist, meine Krankheit als „Makel“ zu empfinden. Ja, ich habe krumme Finger, steife Handgelenke, knubbelige geschwollene Knie mit auffälligen Narben und deformierte Füße. All das ist sichtbar. All das entspricht nicht wirklich dem gängigen Schönheitsideal. Na und??? Mein Aussehen ist eben individuell. Ich richte mich sonst ja auch nicht gerade nach gängigen Schönheitsidealen oder neuesten Moden. Ich kenne diese in aller Regel gar nicht, und sie sind mir auch ziemlich schnuppe. Warum sollte ich mir von einem „Trend“ oder irgendwelchen Leuten vorschreiben lassen, wie ich auszusehen habe? Das tue ich tatsächlich nicht.

Warum ist es mir dann aber trotzdem wichtig, meine krummen Finger und knubbeligen Knie eher zu verstecken? Warum will ich, dass andere die Erkrankung möglichst wenig wahrnehmen?

Weil ich damit „anders“ bin, als die Mehrheit? „Anders“ sein weckt immer zwiespältige Gefühle. Braucht Mut. Das sind archaische Reaktionen. Denn wer „anders“ ist, läuft Gefahr, aus der sozialen Gruppe der Mehrheitsgesellschaft ausgestoßen zu werden. Auf sich allein gestellt zu sein. Wohlmöglich noch als Sündenbock herhalten zu müssen, weil Menschen dazu neigen, eigene Unzulänglichkeiten auf „Sündenböcke“ zu projizieren. Und wer ist dazu besser geeignet, als jemand, der oder die „anders“ ist…? Vielleicht ist meine Angst vor dem „anders“ sein gar nicht so archaisch, sondern erschreckend aktuell…?

Ich bin in vielerlei Hinsicht „anders“, als viele andere Menschen. Das bezieht sich auf meine Ansichten ebenso wie auf meine Bedürfnisse, meine Hobbies und meine Abneigungen. Mein Mann wundert sich oft, von welchem Planeten ich bloß stamme … ;-). Mit dieser Art „Andersartigkeit“ habe ich kein Problem. Die Erkrankung jedoch macht mich irgendwie verletzlich. Ich fühle mich wehrlos und unsicher auf der körperlichen Ebene. Und Unsicherheit nach außen zu zeigen, macht angreifbar. Das ist das Eine.

Idiotischerweise ist es mir aber zusätzlich auch noch irgendwie peinlich, wenn die Leute sehen, wie komisch ich gehe. Eine frühere Kollegin hat mal gesagt, wenn sie mich gehen sieht, hätte sie immer das Gefühl wie es sein müsste, wenn man plötzlich in einen „Altersanzug“ schlüpft. (Das sind Anzüge aus der Altersforschung, mit denen man als junger Mensch nachvollziehen kann, wie man sich im Alter fühlt. Die Anzüge sind mit Gewichten bestückt, so dass jeder Schritt beschwerlich ist, man sieht schlecht etc.) Mich hat dieser Vergleich ziemlich verletzt. Aber natürlich habe ich freundlich gelächelt, um mir das bloß nicht anmerken zu lassen. Denn, dass ich die Erkrankung als „Makel“ wahrnahm, musste ich natürlich auch verstecken. Schließlich wusste ich ja rein kognitiv, dass diese Art der Bewertung „dumm“ ist, und wer will schon dumm sein? Ein doppelter Energieaufwand: Die Krankheit soweit wie möglich verstecken. Und wenn sie dann doch „entdeckt“ wird, verstecken, dass mich das stört. Ein ziemlich unsinniger Energieaufwand…

Warum habe ich diesen Energieaufwand trotzdem betrieben? Neben den o.g. archaischen Ängsten dürfte das eine Menge mit unserer Leistungsgesellschaft zu tun haben. Bei uns zählt, wer in Geld sichtbaren Erfolg hat. Wer immer im Stress ist, ist wichtig. Leistung und Erfolg sind das Maß aller Dinge. Schon bei den kleinen Kindern. Menschen, die „anders“ sind, stören in unserer Leistungsgesellschaft. Das ist bei der völlig verfehlten Inklusion in Schule und danach deutlich zu beobachten. Wir sehen Andersartigkeit und Vielfalt nicht als Chance, sondern als Störfaktor. Menschen haben zu „funktionieren“ und zu „performen“. Der Job ist für die meisten Menschen der Lebensinhalt. Auf Parties fragt man die anderen nicht „Wer bist Du?“, sondern „Was machst Du so beruflich, bzw. was studierst Du?“. Auf die Frage „Wer bist Du?“ würden die allermeisten als erstes ihren Beruf nennen und dann vielleicht noch ihre Rolle als Eltern, Ehrenamtler o.ä. Wenn man dann nachfragt, es gehe nicht darum, was der oder die andere macht, sondern wer er oder sie ist, was für Eigenschaften man hat, wie man sich selbst sieht, dann kommen erstmal wenig Antworten. Stattdessen Irritation. Man weiß meist gar nicht, wer man ist, sondern definiert sich über seine Rollen im Leben.

Das habe ich natürlich auch so gemacht. Und wenn man Schwierigkeiten hat, weil man irgendwie eingeschränkt ist, strengt man sich natürlich doppelt an. Will möglichst noch besser sein, als die anderen in der gleichen Rolle. Es soll ja niemand die Schwierigkeiten bemerken. Im alltäglichen Konkurrenzkampf könnte das verheerende Auswirkungen haben. Und was dann? Dann bin ich wohlmöglich meinen Status los. Die Leute reden über mich, tratschen. „Ja, ja, die kann das nicht. Ist hier fehl am Platze.“ Die eigene Phantasie oder irgendwelche Kindheitstraumata lassen einen die unangenehmsten Szenarien auffahren. Szenarien, die sich in Wahrheit nur im eigenen Innern abspielen.

Ich habe es sogar geschafft, selbst Anerkennung und Lob innerlich abzuweisen mit einem „Das sagt der / die jetzt nur, weil ich ihm / ihr leid tue mit meiner Erkrankung.“ Und Mitleid war natürlich das letzte, was ich wollte.

Weil wir so wenig wissen, wer wir sind, geben und bekommen wir Anerkennung auch meist nur für unsere Rollen, und nicht für uns als Person. Zumindest denken wir das. Denn wir identifizieren und ja mit dieser Rolle. Haben Angst, ohne diese Rolle plötzlich ein „Niemand“ zu sein. Gleichzeitig nehmen wir diese Anerkennung aber oft gar nicht richtig an, sondern verbinden diese auch nur mit unserer Rolle. Wenn ich darüber nachdenke, ist das eigentlich unsinnig. Denn, wenn ich jemandem Anerkennung ausspreche, tue ich das ja nicht für seine Rolle an sich, sondern für die Art und Weise, wie er diese Rolle ausübt. Und diese Art und Weise wiederum hat eine Menge mit der Persönlichkeit des Betreffenden zu tun. Aber das ist dem Betreffenden selbst oft gar nicht so klar…

Ich habe einige meiner Rollen inzwischen abgelegt. Ich bin (auch dadurch) viel mehr an mich und meine eigentliche Persönlichkeit heran gekommen.

Ich bin meiner Erkrankung insofern für einige wichtige Erkenntnisse dankbar, zu denen ich ohne dieses „Problem“ wahrscheinlich nie gekommen wäre. Aber trotz dieser Dankbarkeit: Zur vollständigen Akzeptanz ist es noch ein Weg. Obwohl ich genau weiß, dass jeder Widerstand im Sinne eine „weg haben wollens“ der Erkrankung völlig kontraproduktiv ist, habe ich immer noch Reste von genau diesem Widerstand.

Ich glaube, zur Beseitigung dieses restlichen Widerstands, dieses Restgefühls des Makels, braucht es auch gesellschaftlicher Veränderungen. Statt Forderungen nach „Anpassung“ von Andersartigen: Akzeptanz und Wertschätzung von Vielfalt und Andersartigkeit. Wertschätzung des riesigen Potentials, das in Vielfalt und Kooperation in Vielfalt steckt.

Ich lache mich gesund

Vielleicht geht es Dir so ähnlich: Du bist erfolgreich im Beruf, materiell einigermaßen gut abgesichert, aber irgendwie nicht gesund. Und irgendwie auch nicht zufrieden. Oder gar glücklich.

Möglicherweise hast Du eine schwere Erkrankung. Irgendetwas, was mit dem Immunsystem zusammenhängt. Eine schwere Autoimmunerkrankung, eine Tumorerkrankung o.ä. Eine Erkrankung, bei der die Schulmedizin Dir sagt, dass sie die Ursache leider nicht kennt. Du wünscht Dir, dass diese Erkrankung endlich weggeht, und denkst, dann wärest Du glücklich.

So habe ich auch sehr lange gedacht. Die von der Schulmedizin verschriebenen Medikamente brav genommen – und gehofft, dass diese die Krankheit so weit unterdrücken, dass ich wieder „funktionieren“ kann, wie andere auch. Als klar war, dass es so nicht funktioniert …, dass die Krankheit sich höchstens begrenzte Zeit unterdrücken lässt, um dann umso heftiger wieder aufzuflammen, wurde mein Frust immer größer.

Immer mehr habe ich mein Glücksgefühl abhängig gemacht vom Weggang dieser Erkrankung. Wenn ich mich doch endlich so bewegen könnte, wie andere Menschen auch! Wenn ich Sport machen könnte! Joggen! Yogaübungen! Einen schönen beweglichen Körper hätte.

Wenn ich wenigstens schmerzfrei und ohne Probleme eine Treppe hinuntergehen könnte. Mich auf den Boden setzen / legen und von dort auch wieder aufstehen könnte … Wenn … !

Gleichzeitig sollte natürlich niemand sehen oder bemerken, dass ich irgendeine Krankheit habe. Die Krankheit war ein Makel. Und ich wollte makellos sein. Natürlich. Also habe ich immer alles versucht, mir Schmerzen und Bewegungseinschränkungen möglichst wenig anmerken zu lassen. Die dafür aufgewendete Energie fehlte mir dann im sonstigen Leben. Also eine nicht allzu geschickte Strategie. Zumal sie immer sinnloser wurde, denn die körperlichen Deformitäten und Einschränkungen wurden irgendwann einfach viel zu groß, um sie noch verstecken zu können.

Also wurden folgende Fragen dringlich: „Warum will ich die Krankheit eigentlich verstecken?“ „Warum sehe ich sie als Makel an?“ Und: „Was verstehe ich eigentlich unter glücklich sein?“ „Und was tue ich dafür, glücklich zu sein?“

Ehrlich gesagt glaube ich, dass ich nicht die einzige bin mit solchen Fragen. Und deshalb freue ich mich, andere Betroffene an meinen Erlebnissen und Erkenntnissen teilhaben zu lassen. Und deshalb gibt es diesen Blog. Du wirst viel Text finden, viele Gedanken von mir. Und vielleicht ist das ein oder andere auch für Dich fruchtbar, Ich würde mich freuen!

Es geht also darum, den Fokus zu ändern! Andersartigkeit als Bereicherung wahrzunehmen! Und sein Glück nicht darin zu suchen, dass man möglichst „in“ ist, möglichst hübsch oder möglichst angesehen im Beruf, denn dort liegt das Glück nicht.

Was also ist Glück? Und wie komme ich dorthin? Für mich gibt es hierfür eine ganze Reihe von Antworten und Wegen. Ich unterscheide zwischen kurzfristigem Glücksgefühl und langfristigem glücklich und zufrieden sein. Und das Beste ist: Beides ist letztlich völlig unabhängig davon, ob ich gesund oder krank bin, hübsch oder nach äußeren Maßstäben einen „Makel“ habe, ob ich reich oder arm bin. Und ehrlich gesagt, je mehr ich mich mit „Glück“ beschäftige, desto schleierhafter ist mir, warum wir Menschen so oft meinen, unser Glück läge in Äußerlichkeiten oder in Konsummöglichkeiten.