aimer encore

„Linksdrehend“, „rechtsdrehend“ sind das passende Begriffe, um „Gesinnungen“ von Menschen zu beschreiben?
Sie findet: Nein. Menschen als „links“ oder „rechts“ zu bezeichnen, ist das nicht völlig verkürzend – presst Menschen in Schubladen, um sie zu be-/verurteilen?

Sie fühlt, wie aufgewühlt viele Energien zur Zeit sind. Manche Menschen dampfen geradezu vor Wut, wenn andere eine Meinung vertreten, die ihnen nicht genehm ist.
Wie früher bei den Bücherverbrennungen scheint es ihnen völlig in Ordnung, wenn deren Machwerke verbrannt bzw. auf Youtube, Twitter usw. gelöscht werden. Sie rufen nicht „Halt“, sondern „Mehr löschen!“. Und manchmal wirkt es gar, als würden sie die Autoren und Produzenten der „unerwünschten“ Machwerke am liebsten gleich mit ins Feuer werfen.
Und sie fühlen sich im Recht. Es ist ein Recht, das – wie schon oft in der Geschichte – derzeit von Energien bestimmt wird, bei denen „Gerechtigkeit“ nicht an erster Stelle steht.

Und dann gibt es die anderen. Die, die nicht bereit sind, ein ihnen aufgezwungenes Korsett weiterhin zu tragen. Die frei atmen wollen. Die auf die Straße gehen und Tanzen für den Frieden, die Freiheit und die Liebe. Und bei denen alle willkommen sind, die mittanzen möchten für diese Werte, ohne Ansehen der Person. Ohne Schubladen.

Es ist fühlbar, wie schwer das für die Wütenden zu ertragen ist. Vermeintliche Gewissheiten, die Sicherheit im Außen zu geben schienen, wanken plötzlich und geben keinen Halt mehr.

Sie glaubt: Eine Sicherheit im Innern wird diese ersetzen. Irgendwann.

Und so ist sie zuversichtlich, dass der Tag kommen wird, an dem die Menschheit nicht mehr Bücher, sondern all die Maulkörbe und Korsette, allen Zwang und alle Ausgrenzung, symbolisch verbrennt. – Und stattdessen ganz selbstverständlich Respekt, Anstand und Wohlwollen gegenüber Mensch und Natur lebt.

Es wird ein großes Freudenfest werden. Die Menschen werden sich umarmen, tanzen und miteinander Frieden, Freiheit und Herzensliebe feiern.

Irgendwann.

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Wie immer mit Dank an Christiane für ihre Mühe mit den Etüden, deren Regeln hier (Schreibeinladung für die Textwochen 18.19.21 | Wortspende vom Bodenlosz-Archiv | Irgendwas ist immer (wordpress.com) ) zu finden sind. Und an Nina von Bodenlosz-Archiv für die diesmalige Wortspende!

abc-Etüde 18./19.21 – Gedanken zum Tag der Arbeit / Beltane

Die meisten „heidnischen“ Festtage des Jahreskreises wurden bekanntermaßen von kirchlichen Feiertagen „einverleibt“. Beim 1. Mai aber, meinem „Lieblingsfesttag“, da kommt noch etwas hinzu: Es wurde vor noch gar nicht so langer Zeit zusätzlich ein neuer, ein sogar sehr „heidnischer“ Feiertag auf genau diesen Tag gelegt.

Ausgerechnet der „Tag der Arbeit“.

Beltane, das ist das Fest der Sinnlichkeit, des Lebens, des Tanzes, der Fruchtbarkeit, der Freude und Genüsse. Für mich hat das Fest viel mit Weiblichkeit zu tun. Mit Freiheit und frei gelebter Weiblichkeit. Da gibt es keine Unterdrückung, da lässt sich keine lenken. Wir bestimmen selbst, auf welchen Besen wir durch die Lüfte fliegen ;-).

Der Tag der Arbeit aber, der hat für mich die gegenteilige Energie: Es hat irgendwie was zu tun mit Menschen, die wie Marionetten an Fäden hängen, und deren Eigner bestimmen: „Linksdrehend, rechtsdrehend, jedenfalls nach unserer Pfeife.“ Es hat was zu tun mit Menschen, die in stickigen Fabriken dampfen, in vielen Teilen der Welt auch mit giftigen Dämpfen gedämpft werden. Menschen, die dann zumindest bei uns manchmal am 1. Mai auf die Straße gehen.

Nicht etwa, um sich aus ihrem Korsett zu befreien. Sondern um mehr Geld zu fordern für ihre Arbeit in diesem Korsett – und ab und zu auch mal bessere Arbeitsbedingungen, aber das scheint immer nicht ganz so wichtig.

Dass sie freie Wesen sind, die fliegen können, die auf Besen durch die Lüfte reiten können, das hielten sie für Aberglauben und Kinderphantasie. Und ich versteh´s, denn ohne Geld kommt man in unserer Welt nicht weit. Oft genug ist man daher dankbar, ein Korsett zu haben. Denn es stützt. Dass es auch einengt und die Luft zum Atmen nehmen kann, was macht das schon? Nach kurzer Zeit spürt man es kaum noch.

Beltane ist in unserer Gesellschaft offiziell längst vergessen.

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Wie immer mit herzlichem Dank an Christiane für ihre Mühe mit den Etüden, deren Regeln hier (Schreibeinladung für die Textwochen 18.19.21 | Wortspende vom Bodenlosz-Archiv | Irgendwas ist immer (wordpress.com)) zu finden sind. Und diesmal an Nina von Bodenlosz-Archiv für die Wortspende!

abc-Etüde 16./17.21 – Redewendungen

Jemanden in die Pfanne hauen, das scheint mir ein beliebter Volkssport zu sein. Niedermachen, was einem nicht passt. Das macht Spaß, das gibt den Kick.  

Warum haut man eigentlich niemanden in den Topf? Der Volksmund trennt da feinsäuberlich: Das siedende Fett in der Pfanne wird als zerstörerischer für das zu Garende angesehen, als das kochende Wasser im Topf. Manche mögen´s heiß? Nee nee.
Vom zerstörerischen Akt des Garens in der Pfanne komme dieser Spruch. 

Beliebt ist es auch noch, jemanden zu grillen. Aber da geht man meist davon aus, dass dieser jemand wieder runter hüpfen darf vom Grill, wenn er nur erst die Wahrheit gesagt hat. Wer hingegen in die Pfanne gehauen wurde, erholt sich nicht mehr so schnell. 

In der Pfanne und auf dem Grill ist also nicht so schön.

Wenn hingegen jemand was auf der Pfanne hat, ist das gut, dachte ich. Aber weit gefehlt. Ich lerne, wer einem solchen Menschen gegenüber stand, konnte sich alles andere als glücklich schätzen, damals: Denn wer Schießpulver auf seiner Gewehrpfanne hatte, der konnte gleich los schießen. Also besser in Deckung gehen, wenn einer was auf der Pfanne hat!

Vom verrückten Hund in der Pfanne haben wir schon gelesen*, wobei eigentlich wohl der Geselle verrückt war – und den armen Hund in die Pfanne gehauen hat. 

Und dann kann man mit dem Ding auch noch jemandem eins überbraten. Oh weh!

So eine Pfanne scheint etwas sehr Gefährliches und Zerstörerisches zu sein.  

Aber vielleicht sollte ich mir da einfach ein Ei drauf backen? Im Sinne von „was interessiert`s mich“:
Ein Hoch auf die Pfanne!

Pfannkuchen machen nämlich glücklich. Jedenfalls mich :-).

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*vgl: Etüde bei Christian (Wortverdreher):abc-Etüde, Frisch gehopft – wortverdreher (wordpress.com)

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