Schatten (Beitrag zu Myriades Impulswerkstatt)

„Oh ist das herrlich hier im Wasser! So schön erfrischend!
Uuuhh, kalt! … Komm, spritz mich nass! ….
Schau, die Kinder, sie freuen sich auch am Wasser“!

„Hier ist gar kein Wasser, Pauline.“

„Nein…? –
Und die Kinder…?“

„Hier sind auch keine Kinder, Pauline. Wir sind allein.“

„Oh! …
Mir ist so schwindelig, Liebster.
Sieh da!!! Ein Baum!
Ein ermordeter Baum!
Er blutet.
Eine kreisrunde Wunde und so viel Blut!“

„Da ist kein Blut, Pauline.“

„DOCH!!
Und da, da,… ein Riesenrad! …
Die Wagen stürzen herunter, auf mich zu! Und diese Lampe! HILFE!“

„Wagen und Lampe stehen still, Pauline.“

„NEIN!!! Es kippt! Alles!!!
Und alles so Dunkel! Gar nichts ist bunt hier…
Und DA!!!… Das große Dunkle da. Siehst du es denn nicht???
Es kommt näher!!!“

„Es sind nur Schatten, Pauline.“

„HIIILFEEE!!!
Ich ich tue alles, was du willst, verschone mich!
Verschone mich!!!! BITTE!!!“

„Steh auf, Pauline.
Ich halte dich! Ich bin bei dir.
Mach einen Schritt zu auf das Dunkle. Ich halte deine Hand. Ich schütze dich.
…. Besser, Pauline?“

„Es wird kleiner, das Dunkle… .
Und jetzt, jetzt …, urgghhh, ahhh…!
Mein Gott!!!!
Ich konnte hindurch gehen!!!
Es war nur ein Schatten!
Juchhuuu!!!

Danke Liebster!!!! Ich liebe dich! Und vielleicht sogar auch ein kleines bisschen mich… .“

„Das ist gut, Pauline! Ich liebe dich auch! Lass uns jetzt schwimmen gehen. In richtigem Wasser.“

„Au ja, Wasser! Reines klares Wasser. Das wird mir gut tun jetzt.“

Szenenwechsel:

„Was ist denn, mein Täuberich? Du drehst dich so beleidigt von mir weg?“

„Du warst so lang unterwegs…!“

„Ich war bei Pauline, mein Täuberich. Sie hat unser Geschenk angenommen.“

„Sie hat den Hanf geraucht?“

„Ja. Es ging ihr gar nicht gut.“

„Die Menschen müssen lernen, ihre Ängste und Schatten zu durchschreiten, wie du immer sagst, mein Täubchen.“

„Ja, wenn das mehr Menschen könnten, anstatt vor ihren Schatten davon zu laufen – oder sie in anderen zu bekämpfen -, dann hätten wir mehr Frieden auf der Welt!“

„Ja, mein Täubchen.“

„Und wir helfen ein wenig dabei. Zumindest allen, die uns so liebevoll füttern, wie Pauline das immer tut.“

„Ja, mein Täubchen. Wie gut, dass Hanfsamen so gut keimen, besonders, wenn sie durch unseren Magen gelaufen sind und mit unserem guten Dünger versehen….“

Ja, mein Täuberich. Wir düngen für den Frieden 💝!“

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Inspiriert durch eine Buchrezension bei Ulrike zu einer wunderschönen uralten Kulturpflanze 😉, die in immer mehr Gärten plötzlich überraschend aufzutauchen scheint: https://leselebenszeichen.wordpress.com/2021/09/02/hanf/

Ich selbst habe allerdings großen Respekt vor bewusstseinsverändernden Substanzen, und daher trotz meiner Affinität zur Hippiekultur 😉🌺 (bisher …) keine persönlichen Erfahrungen … .

Mit Dank an Myriade für Eröffnung und liebevolle Betreuung der Impulswerkstatt, deren aktuelle Einladung mit den von ihr zur Verfügung gestellten Bildern hier zu finden ist: https://laparoleaetedonneealhomme.wordpress.com/2021/09/03/einladung-zur-impulswerkstatt-september-oktober-2021/

Gedanken einer Kinderseele (Beitrag zu Myriades Impulswerkstatt)

Ich habe eine Faszination für Religionen. Ich mag es, wenn mir Menschen von ihrer Religion erzählen, und ich mag es, Texte über die Inhalte der unterschiedlichsten Religionen zu lesen: Judentum, Christentum, Islam, Buddhismus, Hinduismus, „Schamanismus“, Daoismus, vedische Texte und manchmal sogar Texte über Quantenphysik.

Alles finde ich interessant. Und dann pflege ich alles in meinem Kopf zu vermischen und zu schauen: „Wo ist das Gemeinsame?“

Denn das Gemeinsame zwischen all den Unterschieden, das finde ich spannend. DAS scheint mir das Eigentliche zu sein. Das Echte. Die Essenz.

Und dann sehe ich mir Bilder wie diese beiden an, und das Kind in mir fragt, warum Menschen stattdessen so oft auf das schauen, was sie trennt in ihren Vorstellungen.

„Ja“, seufzt die Erwachsene, „Je dichter bestimmte Vorstellungen eigentlich beieinander liegen, desto wichtiger scheint das Trennende, die Abgrenzung zu werden. Oft zeigen Menschen diese sogar gerne nach Außen durch bestimmte Kleidervorschriften, Rituale und Symbole, mit denen man sich von anderen zu unterscheiden sucht. Das Befolgen gerade der trennend wirkenden religiösen Vorschriften wird zu einer Art Identität.

Aber auch anders herum haben wir es erlebt: Sich selbst religiös überhöht Habende, die anderen gewaltsam die Abgrenzung aufdrängen. Die diese zwingen, Symbole zu tragen. Symbole, die ausdrücken sollen „Ihr gehört nicht zu uns. Ihr seid „schlechter“ als wir, „wertloser“.“ Die gleichzeitig versuchen, Symbole und Versammlungsmöglichkeiten der anderen Religion zu zerstören. Die gar so weit gingen, zu versuchen, die anderen ganz zu vernichten – und nicht verstanden, dass sie die Wunden, die sie dabei verursach(t)en, den anderen UND sich selbst zufügen. Und zwar auf viele Generationen.“

„Aber bestimmt haben die Menschen daraus gelernt?“, fragt das Kind.

Die Erwachsene windet sich etwas: „Nun ja, ich glaube, sie sind dabei, zu lernen. Jedenfalls viele. Tief im Inneren suchen die meisten Menschen das Einigende, glaube ich.“

„Warum ist es so schwierig, das zu finden?“, fragt das Kind.

„Das weiß ich auch nicht so genau. Manchmal denke ich, es liegt an den „Schöpfungen“ der Menschen. Menschen haben Gedankengebäude erschaffen und Institutionen. Sie haben sogar ihre Religionen zu Institutionen gemacht. Sie haben Geld erschaffen, Unternehmen und Börsen. Sie haben „Eigentum“ erschaffen und Waffen, um dieses „Eigentum“ zu „sichern“.
Sie lieben es, zu erschaffen.
Und das sie das Erschaffen lieben, ist eigentlich auch gut,… glaube ich.  

Sie versuchen dabei, von der Natur abzuschauen. Auch das finde ich gut.

Aber mir scheint, ein großer Teil von uns Menschen hat noch nicht wirklich gelernt, dass es in der Natur einen ausgewogenen Zyklus von Leben / Wachstum und Begrenzung / Sterben gibt.

Menschen geben ihren Schöpfungen oft viel zu viel und viel zu lange Energie. Sie wollen nicht gerne zulassen, dass diese wie in einem natürlichen Zyklus sterben und junge neue Schöpfungen entstehen. Und je mehr Energie sie hineingeben, desto stärker entwickeln diese Schöpfungen ein Eigenleben.
So lange die Menschen es nicht schaffen, ihnen die Energie zu entziehen, wachsen solche Schöpfungen ungebremst immer weiter.

Dann werden Organisationen und Institutionen immer größer, wachsen ineinander, wuchern – und haben die Tendenz, alles andere zu verdrängen. Manche werden zu Weltorganisationen oder -konzernen. Und sie wollen dann bestimmen, welche neuen Organisationen entstehen und „leben“ dürfen, und welche nicht.
Solch ungebremstes Wachstum von einigen Organisationen und Institutionen macht das Gesamtwesen Menschheit / Erde aber zwingend krank. Denn es führt zu einer erheblichen Störung der natürlichen Zyklen der Natur.

Manche solcher menschlicher Schöpfungen ziehen ihre Energie sogar gerade aus Spaltung und Uneinigkeit, Wut und Angst der Menschheit. Sie versuchen daher, diese Energien zu befeuern. Geheimdienste und „Waffenschmieden“ jeglicher Art, aber auch Finanzkonzerne sind nur einige Beispiele. Solche Schöpfungen säen Spaltung und Uneinigkeit. Sie fördern Abgrenzung, Angst, Wut und Misstrauen. Denn das ist ihr Lebenselixier, das ihnen zum weiteren Wachstum verhilft.
So versuchen sie stets, die Menschen von der Suche nach dem Einigenden abzuhalten.
Und es gab und gibt viele solcher Institutionen auf dieser Welt… .“

„Aber das klingt gar nicht gut.“, sagt das Kind erschrocken. „Kann man da nichts machen?“

„Ich weiß es nicht, Kleines. Aber irgendwie glaube ich daran, dass die natürlichen Zyklen der Natur von Menschen letztendlich nur ge-stört, aber nicht völlig zerstört werden können. Und dass das auch für die Menschheit an sich gilt.
In jeder Bewegung ist die Gegenbewegung bereits enthalten.
Alles in dieser Welt durchläuft Zyklen. Keine Organisation oder Institution kann sich dem dauerhaft entziehen.  

Die Gedanken der Menschen hingegen, so sagen es manche alten Schriften, die sind unsterblich. Und vielleicht ist das sogar der Hauptzweck unserer Leben hier auf der Erde:
Zu üben, worauf man die eigenen Gedanken ausrichten möchte?

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Mit Dank an Myriade für Eröffnung und Betreuung der Impulswerkstatt, und ihre Juli-August-Einladung, die hier Einladung zur Sommer-Impulswerkstatt – Juli und August – MYRIADE – La parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée (wordpress.com) zu finden ist.

Die Spiele – Eine symbolische Betrachtung

gefertigt von Dörte Müller

„Die Spiele sind eröffnet.“ hieß es vom japanischen Kaiser.

Die Worte wurden von ihm gesprochen mit einer Maske vor seinen Atemorganen.

Auf mich wirkte das Ganze bizarr. Das große Stadion nur von einer sehr geringen Anzahl Menschen gefüllt, – alle mit Maske. Die Athlet*innen, die fahnenschwenkend ins Stadion einliefen, – ebenfalls ausnahmslos mit Maske vorm Gesicht. Zuvor eine große Inszenierung zur Eröffnung, die kaum jemand im Original sehen konnte, und die vielleicht auch kaum noch jemanden wirklich interessierte, trotz all der Arbeit und Kreativität, die darin steckte. Der Kreativdirektor ohnehin kurz vorher gefeuert wegen irgendeines „humoristischen“ Fehltritts, den er vor zwanzig Jahren begangen haben soll. „Schuld“ wirkt offenbar ewig nach dem Denken, das damit ausgedrückt wird, verzeihen gibt es nicht.

Die Maske hat für mich ja eine äußerst interessante Symbolik: Sie blockiert den Fluss des Atems – und damit den Fluss des Lebens. Atmung ist Leben.

Mit jeder Einatmung nehmen wir Leben in uns auf. Mit jeder Ausatmung geben wir Verbrauchtes, Totes aus uns ab.

Die Maske erschwert die Einatmung des Frischen und zwingt die Träger*innen, einen Teil des Verbrauchten, Toten wieder einzuatmen.
Sie huldigt so dem Todesprinzip.

Und so wirkt(e) auch die ganze Veranstaltung auf mich. Als huldige man hier etwas eigentlich Totem. Auch die lebendige Energie, die bei den Wettkämpfen durch die Zuschauer*innen hätte kommen können, hat man unterbunden, die Stadien sind weitgehend leer.

Also fragte ich mich, wofür stehen die Olympischen Spiele als solche? Was ist hier (symbolisch) im Sterben begriffen?
Körperkult? Auch. Vor allem aber steht Olympia symbolisch wohl für „Höher, schneller, weiter“. Für Konkurrenz und Wettkampf. Für ein sich gegeneinander messen.
Und längst auch: Für Sponsoren, Fernsehrechte und aussagelose Interviews.

Ist das noch lebendig? Nein, ich denke, das hat sich tatsächlich überlebt. Das sich immer weiter schraubende „höher, schneller, weiter“. Das Denken in Konkurrenz. Das Gegeneinander.
Konkret bezogen auf Olympia (und Fußball) auch: Die Verflechtung von Sport und Spaß mit finanziellen Interessen. Immer größer werdende Institutionen mit immer mehr „Funktionären“. Der Missbrauch des Sports für Werbezwecke. Exklusive Fernsehrechte und nutzlose Interviews ohnehin.

Dass „das normale Volk“ bei der Eröffnungsfeier (und auch sonst) bei der in dieser Form sterbenden Veranstaltung ausgesperrt war, – aber Politiker, wie Macron und Jill Biden dort waren, selbstverständlich mit Maske, hatte für mich insofern eigentlich eine fast angenehme Symbolik. Spitzenvertreter von zwei Nationen, die dazu neigen, sich (bzw. die „Eliten“ des eigenen Landes) als „Weltführer“ zu sehen.
Diese Annahme einer Art Weltführerschaft ist ein Denken, das mir im Vergangenen und tatsächlich auch im Vergehen zu sein scheint, auch wenn es derzeit noch überall sehr sichtbar ist.
Es ist ein Denken, anderen Menschen von oben herab und mit Zwang diktieren zu dürfen, wie sie zu leben und zu handeln haben.
Es ist ein Denken, das immer zentralistischer und zwanghafter wurde (und wird) – und deren Institutionen und Organisationen materiell immer reicher, immer größer und gleichzeitig immer sinnentleerter wurden und werden.

Auf einer unterschwelligen Ebene zeigt(e) die Veranstaltung für mich symbolisch sehr eindrucksvoll das Sterbende dieses Denkens. Auch das Sterbende dieser Art Institutionen und dieser Art Politik.

Olympia findet im Land der aufgehenden Sonne statt. Ein Symbol, dass gleichzeitig zu dem Sterbenden längst etwas Neues heraufdämmert?

Ich finde es wunderschön, zu sehen und zu lesen, was sich derzeit überall im Kleinen an Neuem entwickelt. An Lebendigem. Wie viele Projekte es gibt von Menschen, die regionale Lebensmittel mit lebendiger Energie anbieten (oder für sich selbst anbauen), statt weitgereister in Plastikfolie eingeschweißter toter Nahrung. Die sich um echten Umweltschutz vor Ort kümmern. Die sich für Wald und Auen und Blühwiesen einsetzen. Denen es nicht um finanziellen Reichtum geht, sondern um ideellen. Die ein gemeinwohlorientiertes Wirtschaftssystem anstreben.
Die miteinander arbeiten und nicht gegeneinander. Die keine Neiddebatten führen, sondern sich gegenseitig helfen und unterstützen. Die kreativ sind und nach neuen ganzheitlichen Lösungen suchen. Die neue Ansätze für eine humanistische Bildung suchen – ebenso wie für ein ganzheitliches und von Pharmainteressen unabhängiges Gesundheitssystem.
Die gegenseitige Wertschätzung und Dankbarkeit sich und der Natur gegenüber zu leben versuchen.

Das Alte, jetzt langsam Sterbende, neigt dazu, von oben herab zu diktieren, auszugrenzen, und mit Zwang zu arbeiten. Je mehr es die eigene Vergänglichkeit spürt, desto größer scheint die Neigung zu Zwang und Druck zu werden.

Das Neue hingegen ist eine organische, lebendige Bewegung, die von Freiwilligkeit ausgeht – und die von unten kommt. Mitten aus der Gesellschaft.

Und anders geht es aus meiner Sicht auch nicht, denn das Lebendige kann sich nur organisch bilden. Von Unten. Ohne Zwang.

Die Politik, wie sie bisher gelebt wurde – und uns bekannt ist, ist dafür nicht geeignet. Sie lebt von Vorgaben von Oben. Wenn sie keine Revolutionen heraufbeschwören möchte, bleibt ihr dabei im Grunde nur, Altes, Bekanntes immer wieder zu wiederholen und nur die technischen Formen anzupassen. „Wohlstand“ „Wachstum“, jetzt eben durch Digitalisierung.

Entsprechend enthalten die Programme aller im BT sitzenden Parteien Worthülsen, die sattsam Bekanntes und im Grunde Verbrauchtes mehr oder weniger elegant zu verpacken suchen. Aber das, was da verpackt wurde, ist eigentlich längst tot. Abgestanden, bereits ausgeatmet. Es hat seinen Lebenssinn verloren.

Neues braucht Frischluft. Neues Denken, neue Herangehensweisen.

Unter dem Deckel des Alten wächst hier bereits Vieles. Und vielleicht braucht dieses Neue sogar einen gewissen Druck zur Entfaltung. Einen Druck, der möglicherweise erstmal eher noch zunehmen wird.

Bis dann das Alte endgültig abgestorben ist und zum Dünger für das Neue werden wird … .

Wem der Text jetzt etwas zu pathetisch klingt: Es ging um Olympia … . Da schien mir etwas Pathos durchaus passend … .😎