Wut, eine schwierige Emotion

Künstlerin: Dörte Müller

Mit dem Thema „Wut“ setze ich mich jetzt schon seit langem vertieft auseinander. Autoimmunerkrankungen werden oft unter anderem mit (unterdrückter) Wut assoziiert. Und das wollte ich natürlich näher ergründen.

Wut und Aggression waren für mich mein Leben lang irgendwie negativ besetzte Emotionen. Sie schienen nicht kontrollierbar und machten mir Angst. Wütende Menschen neigen dazu, andere zu verletzen. So etwas wollte ich nicht. Ich wollte eine Welt der Liebe und Harmonie. Also versuchte ich, mir eine solche zu basteln. Je mehr ich mich mit dem Thema beschäftigte, desto deutlicher wurde mir aber, dass das SO irgendwie nicht funktioniert … .

Vor einigen Monaten dann begegnete ich dem Thema „Kriegsenkel„. Und ich erkannte, wie sehr ich bereits in ein Energiefeld hineingeboren worden war, in dem (unterdrückte) Wut und auch verletzter Stolz omnipräsent waren. Meine Eltern haben beide als Kinder / Teenager den 2. Weltkrieg erleben müssen. Inklusive aller Schrecken von Flucht / Vertreibung (den „Rachegelüsten“ der vormaligen „Feinde“ im Grunde schutzlos ausgeliefert); Verlust der alten Heimat und des Besitzes; Ankunft im Lager; Einquartierung bei Menschen, bei denen sie alles andere als willkommen waren. Was macht so etwas mit einem heranwachsenden Kind?! Später dann Neuanfang bei Null. Ein Beruf, der nach Sicherheit und nicht nach Neigung gewählt wurde. Und insbesondere bei meinem Vater das Gefühl der Verantwortung für die Familie mit der gleichzeitigen ständigen Angst im Nacken, dass ihm wieder plötzlich alles genommen werden könnte. Natürlich war da viel Wut bei ihm und für den Rest der Familie die ständige Gefahr, dass diese Wut explodierte. Meine Mutter hingegen zeigte keinerlei Wut nach außen. Sie schien so etwas gar nicht zu können. Und war damit mein Vorbild im Traum von Harmonie.

Natürlich war Wut bei mir entsprechend negativ besetzt – und gleichzeitig in jeder meiner Zellen präsent.

Wut wird in gewisser Weise vererbt. Und – das ist bei den heutigen Flüchtlingen nicht anders – sie wird viel zu wenig erkannt. Der Gesellschaft reicht es, wenn sich jemand nach außen arrangiert und „integriert“ wirkt. Hilfestellung zur Bewältigung der Traumata wird wenig geboten. Immer noch besteht wenig Verständnis für Traumata und die Vererbung dieser Traumata. Menschen, die nicht klar kommen, gelten als selbst schuld. Sie „sollen sich am Riemen reißen“ oder werden gar bekämpft, was ihre Wut dann nicht gerade reduziert. Für mich sind diese nie bearbeiteten Traumata eine der Ursachen für Radikalisierungen von Menschen, ob nach rechts, links, islamistisch oder was auch immer. In Traumatherapien müsste aus meiner Sicht gesellschaftlich viel mehr investiert werden.

Wut, die aus Traumata entstanden ist, ist eine schwierige Emotion, weil sie sich im Ursprung gegen etwas aus der Vergangenheit richtet, was nicht mehr zu ändern ist. Es ist aber auch leider nicht so, dass man einfach die willentliche Entscheidung treffen könnte, diese Wut loszulassen – und puff, weg ist sie. Meines Erachtens funktioniert es auch nicht mit Kampfsport, auch wenn das oft versucht und propagiert wird. Körperliches Ausagieren kann ein kurzzeitiges Ventil sein, aber keine Heilung. Und es besteht immer die Gefahr, dass sich die Wut gegen völlig Unbeteiligte richtet.

Meine Eltern versuchten es mit der Kirche. Mein Vater zudem mit Aufenthalten in der Natur, die ihn deutlich entspannten. Meine Mutter mit dem Beisammensein mit anderen in geselliger Runde. Im Grunde genommen alles sinnvolle Ansätze. Aber ihre tief liegenden Wunden verheilten damit nicht. Therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen, hätten sie vermutlich lächerlich und absurd gefunden. Eine Haltung, die aus ihrem Leben verständlich war, die aber leider auch heute noch weit verbreitet ist. Das Ansehen von psychisch / seelisch wirkenden Therapien ist immer noch deutlich schlechter, als das von rein körperlich wirkenden. Aus meiner Sicht ein großes gesellschaftliches Problem.

Wut, deren Ursprung erkannt und verarbeitet ist, kann m.E. durchaus auch positive Auswirkungen haben. Wenn sie zum Antrieb wird, sich konstruktiv gegen aktuelle Ungerechtigkeiten /Probleme zu richten, um so die Entstehung neuen Leids möglichst zu verhindern. Klar ist: Krieg, Gewalt (oder auch „Sanktionen“), die aus „unbearbeiteter“ Wut entstehen können, sind kein Mittel zur Problemlösung, sondern führen IMMER zu neuem Leid.

Lösen kann man sich von durch Trauma entstandener Wut wohl nur durch echte Vergebung. Aber das ist ein anderes schwieriges Thema … .

Wut ist machtvoll

Wut hat viele Facetten. Sie ist eine machtvolle Energie. Und sie hat auch nicht immer traumatische Ursprünge. Sie kann durchaus auch das sein, was man früher „heiliger Zorn“ nannte. Fast jede*r ist mal wütend. Auf sich selbst, auf andere oder auch auf „vorgegebene“ Strukturen oder Regeln. Menschen, die zu ihrer Wut stehen, wirken auf mich häufig lebendiger und authentischer als Menschen, die stets versuchen, zu allen nett und freundlich zu sein – und sich dabei zu sehr selber zurücknehmen. So wie ich das auch oft getan habe.

Braucht es nicht Wut, um Veränderungen überhaupt anzustoßen? Wenn Dinge irgendwie „falsch“ laufen, Strukturen sich verhärtet haben, Denkweisen erstarrt sind, „Mächtige“ sich zu bequem eingerichtet haben und meinen, es sei ihr „gottgegebenes“ Recht, sich über ihre Mitmenschen zu stellen. Arroganz und Ignoranz eine Kommunikation verhindern.

Zunächst ist da bei den meisten Menschen Angst. Zwar spürt man tief im Innern, dass etwas in eine ungute Richtung läuft, aber aus Angst vor Repressalien oder der Angst, aus der Gemeinschaft ausgeschlossen zu werden, arrangiert man sich. Um aufzubegehren braucht es Mut. Und der entsteht meist erst, wenn die Wut groß genug geworden ist, um die Angst zu überwinden.

Ich habe mich z.B. mit unserem medizinischen System trotz eines unguten Gefühls auch lange mehr oder weniger arrangiert. Durchaus auch aus Angst, als eine Art Idiotin dazustehen, über die man sich einfach nur lustig machen würde. Was würde es schon bewirken, wenn ICH mich gegen diese reine Medikamentenmedizin stellen würde?

Die von mir in meinem Beitrag „Auf ein Wort liebe Mediziner*innen“ zitierten Ärzt*innen waren ebenfalls ganz offensichtlich nicht glücklich mit dem derzeitigen System. Ganz im Gegenteil wirkten sie gefrustet und desillusioniert. Aber sie hatten sich dennoch arrangiert – und empfanden wahrscheinlich gerade deshalb meine Kritik von außen als besonderes Sakrileg.

Aber wie soll sich etwas Grundlegendes ändern an der Gesundheitspolitik, wenn niemand offensiv Änderungen einfordert? Weder die Patient*innen noch die Mediziner*innen selbst? Aus meiner Sicht sollten Gesundheitssystem und Pharmaindustrie den Patient*innen dienen. Für die ist das System doch eigentlich gemacht! Tatsächlich scheint es aber eher umgekehrt zu sein: Das System wird von der Pharmaindustrie beherrscht und alle anderen Player, inklusive der Patient*innen, dienen dieser Industrie. Für mich ein klarer Missstand!! Und das Ansprechen meines Ärgers darüber tat mir dann auch durchaus gut.

Ob Wut eine „positive“ oder „negative“ Emotion ist, lässt sich aus meiner Sicht nicht beantworten. Sie ist wie Feuer. Hilfreich und nützlich; aber wehe, es gerät außer Kontrolle, oder es schwelt unerkannt unter der Oberfläche.

Die Herausforderung ist es, sich nicht von der Wut beherrschen zu lassen. Ähnlich wie bei Angst.

Das ist keine Kleinigkeit, denn in beide Emotionen kann man ganz schnell immer tiefer hineinrutschen. Beides wird medial gefördert, sowohl durch social media wie durch „seriöse“ Medien. In dieser Corona-Geschichte wird nach meiner Wahrnehmung interessanterweise durch dieselbe Berichterstattung je nach Menschentyp bei den einen die Angst gefördert, bei den anderen die Wut. Die Wütenden fragen sich, wie man so unvernünftig sein könne, auf so unverantwortliche Art permanent Angst und Panik in der Bevölkerung zu schüren. Die Ängstlichen fragen sich, wie man so unvernünftig sein könne, auf so unverantwortliche Art die Expertise „anerkannter“ Fachleute in Frage zu stellen. Ich neige in dieser Frage zu den Wütenden. Allerdings habe ich auch generell ein Problem mit Obrigkeit…. .

Zu viel Wut allerdings kann einen auszehren. Sie macht auch angreifbarer. Nicht nur das. Wut wird für mich immer dann zu einem Problem, wenn sie sich in erster Linie gegen bestimmte Menschen richtet und nicht gegen Strukturen. Und dann, wenn man sich in diese Wut verbeißt und gar nicht mehr loslassen kann. Denn, wer in Wut stecken bleibt und immer tiefer hinein rutscht, tut sich und anderen damit nichts Gutes. Wut kann aufgrund des damit zusammenhängenden Dopamin-Ausstoßes einen gewissen Suchtfaktor auslösen. Und Süchtige gefährden sich und andere.

Über Wut ließe sich noch ganz viel sagen und schreiben. Aber, der Beitrag ist jetzt eh schon viel zu lang geworden… . Und was solls: Auf der derzeitigen Entwicklungsstufe der Menschheit wird es vermutlich ohne Wut nicht gehen. Wut, die dann hoffentlich als Zündfunke für den Mut zu Veränderungen / Verbesserungen fungiert. Knospen einer solchen Veränderung scheinen mir sogar schon sichtbar in der Welt. Und auch in Teilen der Medizin … . Und zum Glück gibt es ja auch noch viele Möglichkeiten außerhalb der etablierten Schulmedizin. 🙂

Auf ein Wort, liebe Mediziner*innen

Nebel auf dem Weg; Künstlerin: Dörte Müller

Dieser Beitrag ist inspiriert durch einen Bericht, in dem eine Ärztin ihr Buch vorstellte, mit dem sie eine bessere Arzt-Patient*innen- Kommunikation anregen wollte. Ich habe das Buch nicht gelesen, mich aber direkt gefragt, ob es nicht an der Zeit wäre, dass Patient*innen darlegen, was SIE sich wünschen von ihrem Arzt / ihrer Ärztin. Denn bisher wird mir zu oft eher das beschrieben, von dem Ärzt*innen DENKEN, dass Patient*innen es sich wünschten. Daher nunmehr meine ganz persönlichen Gedanken dazu (ohne Anspruch auf Verallgemeinerung):

Liebe Mediziner*innen, ich habe kein Problem mit dem, was Ihr so gern als Euer „Fachchinesisch“ bezeichnet. Ich habe „meine“ Autoimmunerkrankung seit gut über 30 Jahren und kenne die meisten der medizinischen Fachbegriffe zu meinem Krankheitsbild recht gut. Ich kenne auch die meisten Eurer Therapievorstellungen zu meiner Erkrankung recht gut. Ich habe (heute würde ich sagen: leider) sehr viele davon ausprobiert. – Und sie als nicht wirklich hilfreich empfunden, ganz im Gegenteil. Ich habe in all diesen Jahren viele Erfahrungen gesammelt. Und ich möchte, dass Ihr meine Erfahrungen und meine Wünsche respektiert!

Denn genau da liegt mein Problem mit Euch: Ich verstehe etwas Anderes unter KOOPERATION, als Ihr. Für Euch heißt Kooperation: Ich habe brav genau das zu tun, was Ihr mir „vorschlagt“ (Medikamenteneinnahme in vorgeschriebener Dosis zum vorgeschriebenen Zeitpunkt) und Euch möglichst dankbar zu sein. Für mich heißt Kooperation: Wir überlegen gemeinsam, was für mich hilfreich sein könnte. Ihr beratet mich nach bestem Wissen – und ich entscheide.

Liebe Mediziner*innen, ich würde mir wünschen, dass Ihr nicht so oft so furchtbar beleidigt reagiert, wenn ich Euch sage, dass ICH die Therapieentscheidung treffe, nicht IHR, denn es geht um MEINEN Körper. Mein Leben. Und dafür bin ICH die Expertin, nicht Ihr. Ich bin ein Mensch, liebe Mediziner*innen, und kein zu behandelndes Objekt, oder irgendwie dumm, nur weil ich zufällig eine Erkrankung habe.

„Sie sind hier in einer renommierten Klinik …“

Ich würde mir wünschen, dass Ihr meine Fragen ehrlich beantwortet, also zugebt, was Ihr wisst – und was nicht. Dass Ihr aufhören würdet, zu versuchen, Nichtwissen mit Arroganz zu kaschieren. Ich reagiere nicht ehrerbietig, sondern äußerst ungehalten, wenn Ihr mir auf meine Frage nach möglichen Nebenwirkungen der von Euch empfohlenen medikamentösen Therapie antwortet: „Sie sind hier in einer renommierten Klinik, also verlassen Sie sich auf das, was Ihnen gesagt wird.“

Gut, diese Aussage ist jetzt ein Vierteljahrhundert her. Aber die Haltung, die dahinter steht, die begegnet mir immer noch. Die eine sagt mir, all ihre anderen Patient*innen wären dankbar für das, was sie ihnen anbiete, und mein Wunsch nach einer anderen Herangehensweise sei anmaßend und undankbar. Was ich überhaupt bei ihr wolle. Der andere unterstellt mir, ich WOLLE ja gar nicht gesund werden, wenn ich „die Schulmedizin ablehne“, weil ich etwas anderes wünsche, als Medikamente. Und nimmt sich erstaunliche 45 Minuten Zeit (die ihm niemand bezahlt) – … nur um mir alles Mögliche an den Kopf zu werfen und sich mit mir zu streiten.

Liebe Mediziner*innen, Ihr kennt den Nocebo-Effekt. Und Menschen wie ich, die mit Medikamenten und Operationen in ihrem bisherigen Leben eher schlechte Erfahrungen gemacht haben, reagieren auf diesen Effekt besonders stark. Warum also meint Ihr, Druck ausüben zu müssen, damit wir trotzdem unbedingt ein bestimmtes Medikament einnehmen? Und / oder uns operieren lassen?

Warum wollt Ihr alle, egal wo ich hingehe, mir immer unbedingt irgendetwas verschreiben? „Wenigstens ein Schmerzmittel! Ich verschreibe Ihnen alles. ALLES!“ Das war ein Zitat. Bei jeder Krankschreibung wegen eines Infekts hieß es: „Wollen Sie nicht doch ein Antibiotikum?“ NEIN! WILL ICH NICHT! Und ich will auch nicht, dass Ihr mir mit irgendeiner Impfung, „etwas Gutes tut“. Auch, wenn Ihr mir damit pflichtgemäß immer wieder kommt. Tatsächlich finde ich nämlich nicht, dass Ihr mir und meinem ja ohnehin aufgeputschten Immunsystem damit „etwas Gutes“ tätet.

Eine andere Herangehensweise?

Ich will eine andere Herangehensweise. Eine ganz andere. Und damit beiße ich bei Euch leider immer noch auf Granit. Und werde in Euren Augen zur „Querulantin“ und „Feindin“. Und das lasst Ihr mich durchaus auch spüren.

Ich will nicht Symptome unterdrücken, Schmerzen wegdrücken, mein Immunsystem supprimieren, um „zu funktionieren“. Ich sehe mein Immunsystem nicht als zu bekämpfenden Gegner an, wie Ihr es tut. Für mich sind meine Immunzellen keine Aufständischen, die ich unterdrücken muss, indem ich ihre Boten ausschalte. Das ist Euer Bild des Immunsystems: Beim Tumor schwingt sich eine „bösartige“ Zelle sozusagen zum Diktator des Gesamtsystems auf. Sie muss daher mit allen Waffen, die uns zur Verfügung stehen, aggressiv bekämpft werden. So wie man einen Diktator eben bekämpft: Mit Stahl und mit Chemie oder Strahlen. Bei der Autoimmunerkrankung sind es „aufständische Immunkrieger“, die plötzlich körpereigenes Gewebe angreifen. Die werden ebenfalls mit chemischen Waffen unterdrückt. Als „modern“ gilt es heutzutage, mit sogenannten Biologicals (gentechnisch hergestellte Medikamente mit „lebendem“ Zellmaterial) die Botenstoffe auszuschalten. Da es eine Menge Entzündungsbotenstoffe gibt, gibt es auch immer neue Medikamente in diesem finanziell sehr lukrativen Bereich.

Kollateralschäden sind bei all diesen „Kriegen“ selbstverständlich in Kauf zu nehmen. Das empfindet Ihr als normal. So geht Ihr immer vor. Für Euch ist alles Krieg. Ob gegen Viren (wie zur Zeit weltweit), gegen Bakterien oder gegen körpereigene Zellen. Ihr habt immer noch das darwinistische Bild von Konkurrenz und Kampf und dem Recht des Stärkeren im Kopf. Und dieses Bild prägt Eure Medizin immer noch ebenso, wie es die weltweite Wirtschaft prägt.

Für mich hingegen war diese darwinistische Theorie noch nie logisch. Für mich ist der menschliche Körper ein Gesamtkunstwerk, das gerade bei Krankheit immer in seiner Gesamtheit betrachtet werden muss. Meinen Körper zu einem „Schlachtfeld“ zu machen, halte ich nicht (mehr) für eine gute Idee. Wie soll ich so „heil“ werden? Ganz werden?

Ich halte es für weise, mir vor einer Maßnahme zu überlegen, ob ich damit Kollateralschäden anrichte – und ob diese nicht vielleicht in ihren Auswirkungen das Ganze viel schlimmer machen.

Weisheit

Weisheit, liebe Mediziner*innen, ist etwas, was ich mir bei Eurer Vorgehensweise in deutlich größerem Ausmaß wünschen würde. Ihr habt so unglaublich viel Wissen angehäuft über irgendwelche Details, dass Ihr vor lauter Stolz über all die kleinsten Komponenten, die Ihr jetzt „kennt“, oft nicht mehr merkt, dass das ganze Wesen ein MENSCH ist. Ihr spezialisiert und spezialisiert Euch. Haltet Euch dann für hervorragende Expert*innen auf Eurem Gebiet und merkt nicht, dass Ihr zu eindimensional unterwegs seid und den Blick aufs Ganze verloren habt.

Ihr macht Euch lustig über Medizinsysteme, die Ihr für „primitiv“ oder „unwissenschaftlich“ haltet. Ob Schamanismus, TCM, Ayurveda, Homöopathie, Anthroposophie, Reiki, „Geistheilung“, biophysikalische Methoden usw., Ihr neigt dazu, all das zu belächeln. Als nicht belegt oder Humbug abzutun. Ihr merkt dabei nicht, dass Ihr mit dem, was Ihr für „wissenschaftlich“ haltet, bei Descartes und Darwin hängen geblieben seid. Dass Ihr grundlegende physikalische Erkenntnisse der letzten hundert Jahre vollständig ignoriert, weil sie nicht in Euer Weltbild passen. Ihr geht immer noch davon aus, dass Euer materialistisches, mechanistisches Weltbild die „Wirklichkeit“ widerspiegele. Und weigert Euch beharrlich, alle Evidenz dagegen auch nur zur Kenntnis zu nehmen.

Ihr seid fasziniert von Genetik und gebt Milliarden aus für Biotechnologie und die Erforschung von Antitumormitteln sowie von Impfstoffen, die an den Genen ansetzen. M-RNA, das ist gerade das Zauberwort für Eure Corona-Impfung. Ihr ignoriert dabei, dass die Epigenetik seit längerem zeigt, dass es die Umgebung ist, die über die Genexpression bestimmt – und nicht umgekehrt. Zytoplasma, wohl auch Darmflora und natürlich die Psyche. Es ist das „Milieu“, das in den meisten Fällen über Gesundheit oder Krankheit entscheidet. Die von Euch so verlachten medizinischen System wussten / wissen das alle.

All diese System bezogen Weisheit und Beobachtung in ihr Wissen ein. Ihr hingegen lehnt alles ab, was mit Bewusstsein, Weisheit, innerem Wissen zu tun hat, mit der Begründung, es sei nicht wissenschaftlich, weil man es nicht messen könne.

Ehrlich gesagt kommt mir Eure Wissenschaft so vor, als würdet Ihr ein Buch lesen, indem Ihr gewissenhaft jeden Buchstaben auf jeder Seite zählt und vermesst. So dass Ihr am Ende des Buches haargenau sagen könnt, wie oft welcher Buchstabe vorkam. Wie groß die Buchstaben jeweils waren, wie breit, welche Schriftart und wie viel Druckerschwärze welcher Qualität sie enthielten. Und vielleicht würdet Ihr noch eine Schätzung abgeben, wie lange es etwa brauchen werde, bis die Buchstaben auf dem Papier verblassten – und was man ggfs. dagegen tun könne.

Nur den Inhalt des Buches und die enthaltenen Gedanken, die hättet Ihr nicht bemerkt oder für irrelevant gehalten … . Schließlich konntet Ihr die nicht messen.

Wäre es nicht an der Zeit, das System wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen?

Liebe Mediziner*innen für Patient*innen wie mich ist es nicht so wichtig, ob „das Kind einen Namen hat“, wie Ihr mit Eurer ausgeklügelten Diagnostik oft zu glauben scheint. Denn diese Diagnostik dient selten der Ursachensuche, sondern der Auswahl der für diese Diagnose vorgesehenen Medikamente. Ich pfeife auf „leitliniengerechte“ Medizin (ich weiß, dass dürft Ihr nicht einfach tun, sonst bekommt Ihr erhebliche Unannehmlichkeiten). Diese „Leitlinien“ finde ich im Gegenteil sehr problematisch, weil sie im Prinzip vorschreiben, dass jeder Mensch mit gleichen Symptomen gleich behandelt werden müsse. Die bei Descartes und seiner Maschinenvorstellung des Menschen hängen gebliebene Medizin…. .

Liebe Mediziner*innen, Ihr könnt natürlich fragen, warum ich Euch überhaupt aufsuche, wenn ich das, was Ihr zu bieten habt, nicht will. Tatsächlich suche ich Euch inzwischen auch normalerweise nicht mehr auf, weil mir Euer Angebot eben so begrenzt erscheint.

Aber der Punkt ist: Ich HÄTTE ja durchaus gerne Hilfe. Denn ich habe natürlich auch sehr sehr viele „alternative“ Heilmethoden ausprobiert, arbeite viel an meinem Bewusstsein, mit Ernährung ohnehin schon seit sehr vielen Jahren, habe Ausbildungen mit verschiedenen gesundheitlichen Ansätzen selbst absolviert – und habe dennoch DEN Schlüssel, mit dem ich die vor vielen Jahren erfolgte „Fehlprogrammierung“ in meinem System rückgängig gemacht bekomme, (noch) nicht gefunden. Entgegen der schulmedizinischen Prognosen bin ich immer noch überzeugt, dass ein solches Rückgängigmachen prinzipiell möglich ist. Und ich würde mir von Euch, liebe Mediziner*innen eben auch immer noch wünschen, dass Ihr genau in diese Richtung Eure künftigen Forschungsbemühungen lenkt.

Ja genau: In Richtung Bewusstsein, Energiekörper, Chakren, Frequenzen, Wasserstrukturen in lebenden Systemen, Energiequalitäten, Zusammenwirken von Psyche und Körper usw. Warum nur sind viele von Euch immer noch so verbohrt und ignorant, all das so pauschal abzulehnen?

„Eine psychosomatisch wirkende Therapie? Das ist doch nichts für Sie! Sie sind doch RICHTIG krank.“

Auch das ist ein wörtliches Zitat eines Arztes, der diese Aussage mit einem Gesichtsausdruck verband, als habe er mir ein Kompliment gemacht. Wenn ich der Meinung bin, dass meine Erkrankung auch etwas mit meiner Psyche zu tun hat, bin ich FALSCH krank??

Warum denkt Ihr immer noch, dass Psyche und Körper voneinander getrennt zu behandelnde Gebilde und alles, was mit der Psyche zu tun hat, irgendwie peinlich sei???

Und mit so etwas wie Chakren brauche ich Euch in aller Regel natürlich schon mal gar nicht zu kommen.

Liebe Mediziner*innen, merkt Ihr nicht, dass Ihr Euch mit dieser mauernden Einstellung von Teilen der Bevölkerung immer weiter weg bewegt? Ihr habt bei chronischen Erkrankungen wenig zu bieten. Und Ihr weigert Euch, das zu ändern? WARUM?

Ursachen?

Ja, es stimmt, Ihr habt in der Tumortherapie in den letzten Jahren beachtliche Fortschritte erzielt und Ihr seid – zu Recht – stolz darauf. Aber der eigentlichen Frage, WARUM Tumorerkrankungen und Autoimmunerkrankungen seit Jahren so dramatisch zunehmen, der geht Ihr aus dem Weg. Stattdessen tut Ihr so, als sei Euer (Entschuldigung!) blödes Corona die Seuche des Jahrtausends, in deren Bekämpfung jetzt alle Anstrengungen gerichtet werden müssten. Haltet Ihr Tumor- oder Autoimmunerkrankungen für harmloser und weniger belastend als eine COViD-19-Erkrankung??? Was soll dieses Theater?

Müsstet Ihr Eure Anstrengungen und Forschungsbemühungen nicht viel mehr auf die Suche der möglichen Ursachen von Krebs und sonstigen schwerwiegenden Erkrankungen des Immunsystems richten, wenn Ihr der Menschheit wirklich einen großen Dienst erweisen wollt? Ihr behauptet zu wissen, was zumindest NICHT für die Zunahme dieser Erkrankungen verantwortlich sein könne: z.B. Impfungen, Zunahme elektromagnetischer Strahlung, 5G. Aber es sind Behauptungen, die mit „Wissenschaft“ nichts zu tun haben. Sie halten Euren eigenen wissenschaftlichen Standards nicht stand. Wieso wundert Ihr Euch, dass Menschen wie ich Euch diese Behauptungen nicht einfach so glauben?

Ja, ich weiß, Ihr seid eingebunden in die Zwänge von Pharmaindustrie, Gesundheitspolitik (die in Wahrheit Wirtschaftspolitik ist), und sonstigen wirtschaftlichen Vorgaben. Und dennoch: IST ES NICHT OFT AUCH EUER DENKEN, das Euch begrenzt? Und das eine echte Kommunikation mit Menschen wie mir nahezu unmöglich macht?

Liebe Mediziner*innen, die meisten von Euch WOLLEN doch helfen. Wieso weigert Ihr Euch dann so sehr, Euch in eine Richtung zu öffnen, die Euch bisher noch fremd ist? Wieso weigert Ihr Euch, wenigstens in Erwägung zu ziehen, dass genau dort vielleicht das wahre Potential für die Medizin der Zukunft liegen könnte???

Bedürfnisse

Künstlerin: Dörte Müller

Es handelt sich hier um einen Nachtrag zu meinem Beitrag: Warum versuchen wir es nicht mal mit Kommunikations-Regeln statt mit Corona-Regeln?“

Es ist mir jetzt doch ein Bedürfnis…, noch einmal meine Bedürfnisse ausdrücklich zu benennen, die meine Haltung in dieser Corona-Geschichte prägen:

  1. Ich hätte das Gefühl haben wollen, zu Dingen, die das (Zusammen)Leben relativ stark beeinflussen, in den öffentlich rechtlichen Medien neutral, sachlich und ausgewogen informiert zu werden. Dazu hätte für mich z.B. gehört, dass man die täglich als „Infektionszahl“ veröffentlichte Zahl positiver Testergebnisse immer ins Verhältnis setzt mit der Anzahl der insgesamt an diesem Tag Getesteten. Die bloße Zahl der positiven Testergebnisse ermöglicht keine Aussage zum Infektionsgeschehen. Dazu hätte für mich auch gehört, dass man nicht pauschal von „Tausenden Toten“ spricht, die an dem Virus gestorben seien, sondern auch hier die Zahlen ins Verhältnis setzt. Also z.B.: In den 6 Monaten mit SARS-CoV2 in Deutschland sind unter den rund 450.000 insgesamt in diesem Zeitraum in Deutschland Verstorbenen rund 9.000 Verstorbene, die das Virus in sich trugen. Ob sie an (und nicht nur „mit“) dem Virus verstorben sind, ist bekannt bei … % Der Altersdurchschnitt verteilt sich wie folgt: …; bei … waren folgende Vorerkrankungen bekannt…. . Bei … % sind Beatmungen erfolgt. Beatmungen erfolgen bei CoVid-19 nach folgenden Kriterien … (Letzte Aussage fände ich deshalb wichtig, weil nach Kritiker*innen bei COVID-19 zu oft und zu schnell und damit auch zu lange beatmet wird, was für die Betroffenen u.U. ein höheres Risiko darstelle, als die Erkrankung an sich.)
  2. Ich hätte das Gefühl haben wollen, dass vor weitreichenden politischen Entscheidungen, die unser aller Leben treffen, verschiedenste Expert*innen aus unterschiedlichen Richtungen angehört werden. Und dass man in diesen Runden in sachlichen unaufgeregten Gesprächen offen diskutiert, welche Maßnahmen in der Situation sinnvoll und gut sein könnten. Und die Ergebnisse entsprechend öffentlich kommuniziert und begründet.
  3. Ich hätte nicht das Gefühl haben wollen, dass in dieser Sache von Beginn an medial in großem Stil Angst geschürt wird, und verbal mit Beschimpfungen und mehr oder weniger passenden Zuschreibungen Stimmung gemacht wird gegen Andersdenkende. So dass sich das Aggressionspotential auf beiden Seiten ständig weiter erhöht hat.
  4. Ein weiteres Bedürfnis von mir ist, meine Sauerstoffzufuhr nicht durch eine Maske vor meinem Gesicht erheblich behindern zu müssen. So etwas bewirkt bei mir leichte Panikanfälle und ist bei meiner ohnehin bestehenden schweren Autoimmunerkrankung für mich ein großes zusätzliches Erschwernis. Auch möchte ich gerne mal wieder das Lächeln meiner Mitmenschen in den öffentlichen Verkehrsmitteln sehen … ;-).
  5. Ja, und mir ist es auch ein großes Bedürfnis, mein ohnehin überschießendes Immunsystem nicht durch eine Impfung zusätzlich reizen zu müssen – mit für mich unabsehbaren Folgen. (Bei der bisherigen offiziellen Rhetorik zu Corona, halte ich die Einführung der Pflichtimpfung leider für mehr als wahrscheinlich.)
  6. Und schlussendlich ist es mir ein Bedürfnis, dass in dieser Welt auch eine andere Haltung möglich wird: Eine Haltung, die Viren und Bakterien nicht pauschal als „böse“ und zu bekämpfen ansieht, sondern als etwas, was zu unserem Leben dazu gehört. Bakterien ermöglichen uns überhaupt erst unser Leben und auch längst nicht jedes Virus ist einfach nur schädlich. Im übrigen leben wir bekanntermaßen seit langem mit Corona-Viren und auch COVID19 wird uns wohl weiter begleiten.