Ein kleiner Pieks. Zuallererst nicht schaden?

Künstlerin: Dörte Müller

Wir Menschen sind sterblich. Wir werden aber nicht gerne daran erinnert. Die Bilder, die uns bei Verbreitung eines Virus wie Ebola oder jetzt Corona regelmäßig erreichen, tun genau das: Menschen in Schutzanzügen, die den Menschen darin nur noch erahnen lassen. Bilder von überfüllten Krankenhäusern. Gräber. Trauernde Angehörige. Zwar war Corona in den meisten Verläufen längst nicht so dramatisch wie Ebola, aber plötzlich auch hier bei uns „heimisch“ und nicht „nur“ in Afrika oder Asien. Also herrschten ebenso plötzlich Panik und Hysterie hier bei uns.

Infektionskrankheiten lösen bei vielen Menschen ganz offensichtlich besondere Ängste aus. Anders als andere „vorzeitige Todesarten“ wie z.B. durch Krieg, über mit Pestiziden verseuchtes Trinkwasser, Luft- und Bodenverschmutzung, Medikamentenfehlgebrauch, denaturierte Industrienahrung, Verkehrstote usw. erscheinen Infektionen nicht Menschengemacht. Menschengemachte Tote akzeptieren wir.

Aber Viren?! Die scheinen aus der Natur zu kommen und nicht von uns. Heimtückisch und gemein. Viren sind böse. Die bekämpfen wir mit allem, was wir haben. Denen erklären wir den „Krieg“, denn Kriege mögen wir. Kriege finden wir zumindest völlig normal.

Tatsächlich sind Viren nicht per se böse. Und auch bei potentiell schädlichen Viren kommt es auf viele verschiedene Ursachen an, ob man sich ansteckt, und wie schwer man ggfs. daran erkrankt. Diese anderen Ursachen interessieren aber niemanden, denn dann müsste sich an unserem Lebensstil vieles grundlegend ändern. Außerdem sind solche Überlegungen den meisten Menschen viel zu komplex.

Und wozu haben wir schließlich die Wissenschaftler? Wir leben in einem Wissenschaftsstaat. Die Wissenschaft hat bei uns den höchsten Status, den es zu vergeben gibt. Wissenschaftlern glaubt man, Wissenschaftlern vertraut man. Das sind schließlich Experten. Die werden es richten!

Unsere Medizin unterliegt schon lange einem Machbarkeitswahn, der gar nicht so selten dazu führt, dass Menschen mit Behandlungen zu Tode gebracht werden, obwohl sie ganz ohne medizinische Behandlung oder mit minimalen Interventionen deutlich bessere Chancen gehabt hätten. Auch bei einigen der „Corona-Toten“ dürfte das eine Rolle gespielt haben. Unsere Medizin sieht es als Versagen an, einen Menschen nicht zu behandeln. Man macht daher im Zweifelsfall eher Unsinniges, als gar nichts. Tatsächlich erwarten die meisten Menschen auch eine Behandlung und Medikamente, wenn sie zum Arzt oder gar in die Klinik gehen. „Zuallererst nicht schaden“ gilt daher in der heutigen Medizin nicht mehr viel. „Machen“, das ist die Devise in unserer Yang-dominierten Welt (Yang aus dem chinesischen Yin-/ Yang-Symbol).

Die Wissenschaft sieht es (verständlicherweise) als Ansporn an, einen Impfstoff und Medikamente gegen Covid 19 zu entwickeln. Der Politik erscheint es (für mich deutlich weniger verständlicherweise) als selbstverständlich, dass dies gelingt. Es werden viele Milliarden Steuergelder dafür zur Verfügung gestellt (was hätte man damit alles Sinnvolleres machen können…, seufz). Schließlich wollen wir endlich zurück zur „Normalität“. „Normalität“, das bedeutet, alles so weiter machen, wie bisher. Lehren aus der Anfälligkeit für so einen Virus? Sich anschauen, was genau die Ursache für eine erhöhte Sterblichkeit an dem Virus in bestimmten Ländern war? Eher nicht. Wir werden ja die Impfung bekommen. Und wenn der Virus mutiert oder in zwei Jahren der nächste um die Ecke kommt, dann sind wir ja in der Impfstoffforschung schon viel weiter und bestimmt noch viel schneller, als jetzt.

Bereits bei Covid 19 werden die Impfstoffstudien in geradezu beängstigender Geschwindigkeit durchgepeitscht. Sicherheit? Aber natürlich! Ich persönlich halte es für höchstwahrscheinlich, dass das Paul-Ehrlich-Institut irgendeinen Impfstoff in nicht allzu ferner Zeit für „sicher“ erklären wird. Der Druck ist einfach zu groß … .

Wann gilt eine Impfung als „sicher“? Wenn das Immunsystem der Geimpften ausreichend (wie auch immer man das definiert) Antikörper gegen den Virus produziert. [Für die Impfstoffforschung scheint man 100 % funktionierende Antikörpertests zu haben, die ja ansonsten (für all die Personen, die die Erkrankung bereits hatten) irgendwie nicht zur Verfügung stehen.] Und: Wenn die Geimpften keine schweren Nebenwirkungen aufweisen. Gemeint sind Nebenwirkungen, die unmittelbar im Zusammenhang mit der Impfung auftreten. Unerwünschte Wirkungen, die später kommen, werden nicht einbezogen, denn sie können ja nicht zwingend kausal ausschließlich auf die Impfung zurück geführt werden.

Das ist die Praxis bei jeder „sicheren“ Impfung bisher. Ich höre das immer wieder: „Machen Sie sich keine Sorgen. Die Impfung ist sicher, und gerade Sie mit Ihrem problematischen Immunsystem würden davon besonders profitieren.“ Aha.

WIRKLICH???

Tatsächlich bin ich natürlich jahrelang vorschriftsmäßig geimpft worden und auch als Erwachsene war ich durchaus froh, vor einer Fernreise noch eine Impfung gegen auf mich dort möglicherweise zukommende Erreger zu erhalten. Ich hatte direkt nach einer Impfung nie Probleme. Nicht einmal die berühmte „Rötung an der Einstichstelle“. Impfungen erschienen mir sinnvoll und segensreich. Ich sah gar keinen Grund, die entsprechenden Behauptungen der „Experten“ zu hinterfragen und hatte zudem auch keine Zeit, mich näher mit dem Thema zu beschäftigen. Ich „glaubte“. Und das trotz eines aufgrund meiner schweren Autoimmunerkrankung mit Medikamenten unterdrückten Immunsystems. Denn auch bezüglich dieser Medikamente vertraute ich damals der Medizin.

Leider haben diese Medikamente keine heilende Wirkung, … aber eine Reihe schwerer Nebenwirkungen. Heilende Wirkung können die verfügbaren Medikamente nicht haben, und seien sie noch so „modern“, denn man kennt die Ursache der Autoimmunerkrankungen nicht.

Niemand. Kein einziger Experte auf dieser Welt.

Man weiß nicht, warum diese Erkrankungen zunehmen. Ebenso wie Tumorerkrankungen und teilweise Allergien. Es sind alles Erkrankungen, die mit dem Immunsystem zusammenhängen.

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Die Ursachen aller dieser Erkrankungen und die Ursachen ihrer Zunahme sind keinem einzigen Experten dieser Welt bekannt!

Was weiß „die Wissenschaft“ heutzutage über das Immunsystem? Sie weiß eine Menge über bestimmte Stoffe und Faktoren im Blut, die mit dem Immunsystem zusammenhängen – und wie man früher dachte, dieses ausmachen. Man weiß inzwischen, dass das zu kurz gesprungen ist. Erheblich zu kurz. Man weiß, dass die Darmflora eine wichtige Rolle für das Immunsystem spielt. Man weiß nur nicht so genau, welche. Man weiß, dass das Nervensystem eine wichtige Rolle spielt. Man weiß nur nicht genau, welche. Man weiß, dass Stress ein entscheidender Faktor ist. Man weiß, dass das Knochensystem auf das Immunsystem wirkt und umgekehrt. Um genau zu sein, hängt bei unseren körperlichen Systemen jedes mit jedem zusammen. Irgendwie. Nur wie, weiß niemand bisher.

Unsere Wissenschaftler sind gut darin, sich Details anzuschauen – und oft erschreckend schlecht darin, das Große Ganze zu sehen. Das Zusammenwirken. Die Kooperation innerhalb unseres Körpers. Also genau das, was man mit einem Eingreifen von außen oftmals eher behindert oder gar zerstört.

Was bedeutet das für Impfungen?: Man weiß nicht – man kann es gar nicht wissen -, was eine Impfung wirklich im Körper bewirkt auf längere Sicht, über die erwünschte Produktion der Antikörper hinaus!!!

Umso dramatischer erscheint es mir, dass die meisten Impfungen mit „Hilfsstoffen“ gestreckt sind. Dabei handelt es sich um für den menschlichen Körper giftige und schädliche Stoffe, die sicherstellen sollen, dass der Körper auf das mit der Impfung zugeführte abgeschwächte Antigen (das ist jetzt etwas vereinfacht, es gibt verschiedene Formen von Impfungen) wie gewünscht reagiert und möglichst viel Antikörper produziert.

Mit den meisten Impfungen werden dem Körper also Giftstoffe zugeführt (früher gerne Stoffe wie Quecksilber oder Aluminium, heute nimmt man weniger in Verruf geratene), die sich dort anreichern.

Kann es wirklich eine gute und völlig harmlose Idee sein, Giftstoffe ins Blut zu spritzen? Auch schon bei Kleinstkindern, deren Immunsystem noch gar nicht ausgebildet ist? Ein Immunsystem, das von der Natur sehr fein austariert ist und sich zunächst über die Vaginalbakterien der Mutter bei der Geburt, das Stillen und später über das in den Mund nehmen verschiedenster Substanzen durch das Kleinkind langsam aufbaut. Es entwickelt sich also in erster Linie über orale Stimulation. Giftstoffe im Blut dürften das sich entwickelnde System eher irritieren, als wirklich hilfreich zu sein. Zum Glück stecken unsere Körper recht viel weg…

Und all diese Impfungen bei jedem? Nach festgelegten Impfschemata – ohne Ansehen der Person und der individuellen Konstitution? Ist das nicht eigentlich ein Kunstfehler?

Wie ist es mit den Autoimmunerkrankungen? Vielleicht ist das Immunsystem bei empfindlichen Menschen wie mir, nach etlichen Impfungen irgendwann so aufgeputscht, weil es so oft mit Giftstoffen „hochgefahren“ wurde, dass es das „Runterfahren“ verlernt hat. Und nur noch ein kleiner sonstiger Reiz, z.B. Stress ausreicht, damit es sich dann plötzlich gegen alles Mögliche wendet, auch gegen körpereigene Stoffe???

Vielleicht hatte jemand mit einer Birkenpollenallergie das Pech, nach irgendeiner Impfung zufällig an einer blühenden Birke vorbei gegangen zu sein. Und sein gerade mit Giftstoffen aufgeputschtes Immunsystem „wusste“ schlicht nicht, dass es nur gegen den mit der Impfung gemeinten Krankheitserreger Antikörper bilden sollte und nicht gegen die eingeatmeten Birkenpollen, die vom System ebenfalls als „fremd“ erkannt wurden?

Ist das wirklich ausgeschlossen??? Das Paul-Ehrlich-Institut sagt: „Ja, wir haben langjährige Erfahrungen.“ Aha. Aber leider nur rudimentäres Wissen über das Immunsystem als Ganzes. Und keinerlei Erklärung für die Zunahme von Autoimmunerkrankungen.

Ich behaupte nicht, dass Impfungen DIE Ursache für Autoimmunerkrankungen sind. Aber ich halte es für nicht unwahrscheinlich, dass sie EINE Ursache sind. Fast alle Erkrankungen dieser Welt beruhen auf verschiedenen Ursachen. Und ich wünschte mir, dass man hier wirklich unvoreingenommene Forschung und Debatten zulassen würde. Bisher tut man das nicht. Als Arzt eine Impfung kritisch zu hinterfragen, wird vielfach berufsrechtliche Folgen haben, mindestens aber Karriereeinbrüche.

Aus meiner Sicht gibt es durchaus Impfungen, die sinnvoll sind. Zum Beispiel bei Tetanus würde ich das im Grundsatz bejahen. Aber auch dort nicht in standardmäßig festgelegten Abständen, die bei jedem gleich sind. Meine letzte Tetanus-Impfung ist z.B. rund 15 Jahre her. Ich habe mich deshalb mit meiner Ärztin geeinigt, in dem Fall meinen Antikörpertiter bestimmen zu lassen. Er war äußerst hoch. Bei meinem aufgeputschten Immunsystem war ich nicht überrascht. Mit einer erneuten Impfung hätte ich mir und meinem Körper ganz sicher nichts Gutes getan.

Ich bin froh, dass die Politik eine Impfpflicht gegen Corona bisher vollmundig ausgeschlossen hat – und durchaus dankbar für die Demonstrationen und Proteste, die diese Aussage zur Folge hatten. (Auch wenn ich nicht gerade jeden, der auf diesen Demonstrationen mitlief, in meinem Freundeskreis würde haben wollen.) Ich hoffe sehr, dass man sich an diese Aussage auch dann halten wird, wenn sich wider Erwarten doch nicht genug Freiwillige für eine Impfung finden. Und dass es dann nicht plötzlich eine Impfpflicht durch die Hintertür gibt, indem man nur Geimpfte zu Institutionen, Veranstaltungen usw. zulässt. Die Masernimpfpflicht für Zugang zu Kitas und Schulen gibt da leider ein sehr unrühmliches Beispiel. Diese Impfpflicht war von einer massiven Kampagne in den öffentlichen Medien vorbereitet worden, die mich sprachlos zurück ließ. Impfskeptiker wurden pauschal diffamiert und herabgesetzt, teilweise übel beschimpft. Ein totes Baby, das vermutlich nicht an, sondern mit Masern gestorben war (ähnlich wie bei vielen Menschen mit Corona), wurde genutzt, um Emotionen zu schüren und die Masern zu einer der gefährlichsten Erkrankungen überhaupt zu stilisieren. Dass die Zahlen das nicht wirklich hergeben, war egal. Eine sachliche Diskussion ohnehin nicht möglich.

Es war keine Sternstunde der Demokratie, der Medien und aus meiner Sicht auch nicht der Wissenschaft. Jedenfalls nicht einer Wissenschaft, die dem Motto folgt:

ZUALLERERST NICHT SCHADEN!!!

Regeln – oder: Verschiebt Corona unsere moralischen Bewertungen?

Künstlerin: Dörte Müller

Es gibt Regeln, die erscheinen den meisten Menschen intuitiv richtig und wichtig:

– Du sollst andere Menschen nicht (absichtlich) töten oder verletzten!

– Du sollst die natürlichen Lebensgrundlagen achten – und so mit den natürlichen Ressourcen umgehen, dass auch nachfolgende Generationen noch eine lebenswerte Umwelt vorfinden!

Ich zumindest würde das unterschreiben. Und tatsächlich gibt es bei Punkt 1 auch mehr oder weniger hohe Strafen, wenn jemand nachweisbar gegen dieses Gebot verstößt. Das gilt allerdings nur, wenn das Töten und Verletzen in einem relativ überschaubaren Maßstab bleibt – und einzelnen Personen zugeordnet werden kann. Gibt es wie in Syrien, dem Jemen oder manch afrikanischem Staat jahrelange Kriege mit Tausenden von Toten und Verletzten, scheint das niemanden so richtig zu interessieren, denn es mischen jede Menge Staaten mit – aus finanziellen oder machtpolitischen Interessen. In Deutschland sind diese Kriege nur dann wirklich auf der Agenda, wenn die Menschen, die aus der Kriegshölle geflohen sind, plötzlich bei uns landen. Die einen finden das dann unerwünscht. Die anderen meinen, dass diese Menschen nun schnell ihre traumatischen Erfahrungen „vergessen“ (leider funktioniert das so nicht), sich hier „integrieren“ und uns ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen sollten. Die Ursachen für die Fluchtbewegungen will man eigentlich nicht so genau wissen, als Weltgemeinschaft wirklich an Verbesserungen für die Situation in Afrika etc. arbeiten, schon gar nicht. Wäre auch viel zu teuer. Wer soll das bezahlen? Und überhaupt: Haben wir nicht ein Recht darauf, dass wir hier besser leben? Weil, ja weil … wir doch nun einmal hier leben – und „technologisch fortschrittlicher“ sind.

Und damit komme ich unmittelbar zum zweiten Punkt. Denn was heißt „technologisch fortschrittlicher“, wenn es um die Achtung der natürlichen Lebensgrundlagen geht? Was (ver)brauchen wir für diesen „Fortschritt“ und ist das wirklich immer ein „Fortschritt“? Oder schreiten wir v.a. fort von einer Harmonie mit unserer Umwelt? Immer weiter fort? Warum ist uns unsere Umwelt so egal? Wo bleibt der weltweite kontinuierliche medienwirksam unterstützte Aufschrei über die Zerstörung der Regenwälder? Wo bleibt der Aufschrei über die ständige weitere Verdichtung von Flächen in den Industrieländern? Wo der über umweltschädigen Abbau von Rohstoffen weltweit für einen oft völlig sinnfreien Konsum? Wo der über die Vergiftung unserer Böden und Grundwasser (das kostbarste Gut dieser Erde überhaupt!) durch den Pestizideinsatz und die Überdüngung in der konventionellen Landwirtschaft? Wo bleiben die täglichen allabendlichen Sondersendungen zu diesen Themen?! Wo der Ruf nach wirklich umweltfreundlichen Regeln und Einhaltung dieser Regeln? Die industrielle Landwirtschaft mit umweltschädlichen Monokulturen, die in erster Linie dem Tierfutteranbau dienen, wird nicht nur nicht sanktioniert,- sie wird subventioniert. Mit Steuergeldern. All das scheint kaum jemand zu stören.

Die von mir als Punkt 2 genannte Regel, bei der es um den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen geht, ist uns vielleicht abstrakt wichtig. Sehr abstrakt. Und sehr theoretisch. Alles viel zu teuer. Und JETZT auf irgendetwas verzichten, nur für spätere Generationen? Ziemlich viel verlangt, oder?!

Und jetzt kommt plötzlich Corona. Und auf einmal hat man auf die Schnelle ganz viele Regeln beschlossen, um „das Virus einzudämmen“. Und alle scheinen mitzumachen.

Plötzlich erscheint nichts zu teuer und kein Verzicht zu schwierig. Warum? Zu Beginn der Infektionswelle war eine gewisse Vorsicht nachvollziehbar, da man die Gefährlichkeit des Virus nicht wirklich einschätzen konnte. Aber ein „Lock-Down“ wegen der „vielen Toten“?! Wie viele Menschen tatsächlich an dem Virus gestorben sind, und nicht nur „in Zusammenhang mit dem Virus“ wird vermutlich immer ein Geheimnis bleiben, man hat das vorsichtshalber nicht untersucht. Ein offenes Geheimnis ist jedoch, dass Covid 19 nur deshalb überhaupt zu einer „Pandemie“ werden konnte, weil die WHO im Zusammenhang mit der Schweinegrippe vor etlichen Jahren die Definition der „Pandemie“ geändert hat, so dass auch milde Verläufe einer Infektionswelle zur Pandemie werden konnten. (In einem Pandemie-Fall wird der Erforschung eines Impfstoffs absoluter Vorrang eingeräumt.)

Natürlich steckt hinter jedem Todesfall ein Schicksal. Hinter JEDEM! Schaue ich die Nachrichten, scheint plötzlich nur noch hinter einem sogenannten Corona-Todesfall oder einer schwereren Erkrankung im Zusammenhang mit Corona ein Schicksal zu stecken. In Deutschland sterben laut Statistischem Bundesamt jedes Jahr rund 900.000 Menschen. Aber wer nicht „in Zusammenhang mit Corona“ stirbt, ist uninteressant (und war dies im Grunde schon immer). Natürlich führte der „Lock-Down“ dazu, dass in Deutschland insgesamt seitdem weniger Menschen gestorben sind, als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das ist nicht verwunderlich. Wenn wir von heute auf Morgen das Rauchen, den Alkohol und das Autofahren verbieten würden, würde das die Todeszahlen sicher nochmal drastisch senken …. . Aber Menschen, die an so einer „banalen“ Todesursache sterben, sind nicht wirklich interessant, so scheint es.

Und nachdem man dann die Pandemie ausgerufen und viele Menschen furchtbar verunsichert und verängstigt hat, hat man ganz viele neue Regeln eingeführt. Regeln, die jeden Menschen zuallererst zur potentiellen Infektionsgefahr stempeln. Kommen Sie sich bloß nicht zu nahe!!!

Lange hat man diskutiert, ob man neben den „Abstandsregeln“, dem Gebot des exzessiven Händewaschens und Desinfizierens von allem Möglichen, auch nach einen „Mund-Nasen-Schutz“ einführen sollte. All diese „Gebote“ wirken recht merkwürdig, wenn man sich überlegt, wie Infektionen generell nur übertragen werden können (Einatmung, Zuführen über den Mund, offene Wunden oder Geschlechtsverkehr). Bei Covid 19 offenbar Einatmung einer gewissen Virenmenge über einen gewissen Zeitraum. Abstand macht Sinn gegenüber Menschen, die stark immungeschwächt sind. Auch das Händewaschen und Desinfizieren ist sinnvoll, wenn ich anschließend jemanden anfasse, der krank, verwundet oder immungeschwächt ist (weniger wegen Covid-19, das kaum jemand an den Händen tragen dürfte). Es ist also wichtig für Personal und Besucher in Krankenhäusern, Arztpraxen, Pflegeheimen usw. Für Kinder in Kita und Schule z.B. ist es völlig unsinnig, zerstört den natürlichen Säureschutzmantel der Haut und macht daher auf die Dauer anfälliger für kleinere Wunden und damit auch für Infektionen. Und der „Mund-Nasen-Schutz“? Lange wurde über die Einführung diskutiert. Viele „Experten“ rieten davon ab (und das will bei dem Corona-Hype schon etwas heißen). Man hat eine gewisse Pflicht dann trotzdem eingeführt. Nicht weil das Ding nachgewiesenermaßen vor Ansteckung schützt, sondern weil es anscheinend eine Art „Beruhigungspille“ für in Panik geratene Menschen war. Nachdem man ständig die angebliche Gefährlichkeit des Virus propagiert und mit entsprechenden Bildern unterlegt hatte, sind viele dafür anfällige Menschen in Panik geraten, dass sie jeden Moment sterben könnten. Da das Virus sich in Deutschland insgesamt kaum verbreitet hat (ich gelte im Bekanntenkreis immer noch als Star, weil die meisten niemanden sonst kennen, der das tatsächlich hatte….), ist der Mundschutz objektiv gesehen unsinnig. Er ist nicht nur unsinnig, er erschwert das Atmen, die zwischenmenschliche Kommunikation, verhindert das (gesehene) Lächeln und ist für jemand wie mich, die auf frische Luft angewiesen ist, äußerst unangenehm. Jeder Mensch beherbergt natürlicherweise in Mund- und Nasenraum etliche Viren und Bakterien, die dort normalerweise nicht stören. Wenn ich diese jedoch ständig in den Mundschutz puste, in dem ein feuchtwarmes Klima herrscht, werden einige sich gerne vermehren und vielleicht auch mit welchen austauschen, mit denen sie sonst keinen Kontakt gehabt hätten. Diesen Cocktail atme ich dann ein. Sinnvoll?

Tja, aber jetzt gibt es diese „Regeln“. Und in den Medien wird ständig gezeigt, dass es doch tatsächlich Menschen gebe, die sich an diese Regeln nicht halten. Leute werden immer wieder gefragt, ob es Strafen geben solle. Und zu meinem Entsetzen sagen ein Großteil: „Ja, wenn es Regeln gibt, die nicht eingehalten werden, sollte das bestraft werden.“ Es geht nicht darum, ob eine Regel sinnvoll ist, sondern einzig und allein darum, dass es eine Regel gibt. Es gibt einige erschreckende psychologische Experimente, in der Menschen die Möglichkeit gegeben wurde, andere zu bestrafen. Es zeigt sich: Dieses „Bestrafenwollen“ von Andersdenkenden scheint fast eine Art menschliches Grundbedürfnis zu sein. Das erklärt den Erfolg von Diktaturen. Leider ist es auch in unserer „aufgeklärten westlichen demokratischen Gesellschaft“ sehr verbreitet: Interessant war der Aufschrei, als irgendein Fußballprofi zum Start der Liga ein Video in der Kabine gemacht hat, bei dem Hände geschüttelt wurden und es weitere „Regelverstöße“ gab. Skandal!!! Der Mann bekam „selbstverständlich“ Sanktionen zu spüren. Dass von den Spielern erwartet wurde, danach auf dem Fußballfeld in Zweikämpfe und Körperkontakt zu gehen, die Ansteckungsgefahr bei einem Handschlag ohnehin äußerst gering ist – und die Spieler alle auf Corona getestet worden waren, war irrelevant. In den letzten Wochen gab es in Berlin mehrere große Demonstrationen, bei denen „die Abstandsregeln“ nicht immer eingehalten wurden. Skandal! Große Besorgnis!!!! Ich nehme an, danach sind die Ansteckungs- und die Todeszahlen an Corona in Berlin in dramatischer Weise gestiegen. Oder? Oder …- nicht?! Völlig egal! Gerade in Deutschland gilt: Wo es Regeln gibt, sind diese einzuhalten. Kollateralschäden sind in Kauf zu nehmen. Wenn wir uns erstmal entschieden haben, dass ein Virus höchstgefährlich ist, dann IST es höchstgefährlich. Punkt. Wer das anders sieht, ist ein „Verschwörungstheoretiker“ o.ä.. Punkt. Für unsere Überzeugung stehen wir ein, und sind auch bereit, Tausende von wirtschaftlichen Existenzen zu vernichten. Einfach mal so. Weil das Virus eben so gefährlich ist…. Und irgendwo kommen dann plötzlich auch Milliarden an Euro´s her, um zumindest die größeren Betriebe über Wasser zu halten. Für viele kleinere wird es trotz aller (dann „versenkter“) Hilfen nicht reichen: Das „Erlebnis“ in Hotel und Restaurant etc. mit Masken, Abstand und ständigem Desinfizieren ist eben kein Erlebnis, was besonders verlockend scheint. Gleiches gilt für die zahlreichen kleinen Dienstleistungsbetriebe, Boutiquen etc.

Woher kommen diese Milliarden eigentlich plötzlich? Und warum waren die nie da für Umweltschutzprogramme, oder zur Friedenssicherung in den vielen Krisengebieten dieser Welt? Weil uns all das völlig egal ist?

Hauptsache WIR stecken uns nicht an einem Virus an, der – wie die meisten Infektionskrankheiten in bestimmten Fällen zu Komplikationen führen kann, die auch tödlich sein können. Insofern ist diese merkwürdige Ellbogenbegrüßung seit Corona vielleicht auch ein Sinnbild unserer Ellbogengesellschaft. Was gehen uns künftige Generationen an, wenn wir doch JETZT Gefahr laufen, uns an einem Virus anzustecken? Alles andere ist Peanuts dagegen, so scheint es.

Wann fangen wir an, nicht mehr ständig eine neue Sau durchs mediale Dorf zu treiben (Schweinegrippe, EHEC, Ebola …Corona)? Wann widmen wir uns in Politik, Medien und Gesellschaft endlich den Themen, die die Welt wirklich zu einer besseren umgestalten können? Wann fangen wir an, uns wirklich um unsere Umwelt zu kümmern? Und Umweltschutz heißt nicht nur Klimaschutz!!!! Fangen wir damit überhaupt irgendwann an – oder sind wir einfach zu „skandalgeil“, um konstruktiv sein zu können?

Annehmen

Künstlerin: Dörte Müller

Seit gut 30 Jahren habe ich nun „meine“ chronische Autoimmunerkrankung. Viele Jahre habe ich starke Medikamente genommen, um weiter „zu funktionieren“. – Die Erkrankung wurde schlimmer. Dann habe ich beschlossen, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Und habe zig Dinge im sogenannten alternativ medizinischen Bereich ausprobiert.

Oft hatte ich in den letzten Jahren das Gefühl: Jetzt! Jetzt habe ich endlich den richtigen Ansatzpunkt! Die Schmerzen gingen deutlich zurück, die Beweglichkeit nahm zu. Das musste gefeiert werden. Ich habe es gleich allen erzählt, mich im Fitnessstudio angemeldet oder sonst irgendwas geplant, was ich jetzt endlich wieder würde machen können.

Tja, und dann kamen jedes Mal nach kurzer Zeit wieder diese „Schmerzschüsse“. Manchmal schon am nächsten Tag. Aus völlig heiterem Himmel. Wieder ging nichts mehr. Wieder der absolute Frust.

Gleichzeitig werde ich ständig kraftloser. Das ständige „gegenan“ gehen kostet mich unglaublich viel Kraft.

Wie oft habe ich gelesen, gehört oder mir auch selber gesagt: „Du musst die Erkrankung annehmen! Es nutzt nichts dagegen anzukämpfen.“ Ich wusste einfach gar nicht, wie. Wie soll man oder frau denn so eine Erkrankung „annehmen“? Mich „in mein Schicksal ergeben“?, sozusagen passives Opfer? Nein, geht gar nicht! Und überhaupt, ich WILL die Erkrankung schließlich weghaben. Was denn sonst?

Vor zwei Tagen kam jemand zu Besuch. Der hatte einen anderen Ansatzpunkt. Einen sanften. Es gehe nicht ums wegmachenwollen. Sondern um einen sanften Impuls, der meinem vor vielen Jahren „aus der Ordnung“ geratenen System helfe, sich wieder in Richtung der ursprünglichen Ordnung auszurichten. Und die Natur brauche nun einmal Zeit. „Ja, stimmt“ dachte ich mir. Ich war an die Behandlung meiner Erkrankung im Prinzip genauso herangegangen wie die von mir für die Behandlung von chronischen Erkrankungen eigentlich als ungeeignet angesehene Schulmedizin das tut: Alles probieren, um nur bloß möglichst schnell diese äußerst unangenehmen und störenden Symptome loszuwerden.

Und dann wurde mir plötzlich auch klar, was das eigentlich heißt: „Annehmen“ statt „bekämpfen“. Denn tatsächlich hilft mir die Erkrankung ja dabei, geistig seelische Themen zu erkennen, die bearbeitet und gelöst werden wollen. Und es ist eben nicht nur ein Thema. Vieles habe ich schon bearbeitet und Einiges gelöst. Das weiß ich. Aber, wenn dann doch wieder heftige Symptome da sind, dann heißt das eben auch: „Da ist noch was, was gelöst werden will“. Wie eine Zwiebel, Schicht für Schicht. Und insofern hat die Erkrankung wirklich auch etwas sehr Positives. Sie ist eine Art Warnmeldesystem, das mir sagt, „hey, nicht zudecken und weiter so, sondern hinschauen und bearbeiten“!

Also eine echte Hilfe für geistig seelisches Wachstum. Und ist es nicht genau das, worum es in dieser Welt geht? Möglichst glücklich zu sein – und geistig-seelisches Wachstum anzustreben?

In diesem Sinne wünsche ich allen Leser*innen meines Blogs ein geistig – be-Sinn-liches Weihnachtsfest.

Diese Welt ist eine sichere, oder? -Oder nicht?

Künstlerin: Dörte Müller

Während ich mehr oder weniger geduldig warte, dass sich meine Körperstatik wieder verbessert (s. meine Beiträge zum Atlaswirbel), mache ich natürlich auch noch vieles andere für meine Gesundheit. Ich experimentiere mit kleinen Mengen Wasserstoffperoxid und mit Wasserstoffwasser. Ich arbeite mit Phantasiereisen, Familienaufstellung etc., und ich werde nochmal einen neuen Homöopathieversuch machen. Vor allem arbeite ich aber an den geistig seelischen Hintergründen meiner Erkrankung:

Es gibt bei Autoimmunerkrankungen gewissermaßen nahe liegende Themen, wie unterdrückte Wut (oft schon über mehrere Generationen im Familiensystem) und starke – aber ebenfalls unterdrückte – Autonomiebestrebungen. Wenn man die Symbolik der Erkrankung betrachtet, kann man beide Themen herauslesen: Das Immunsystem möchte das „Selbst“ aggressiv schützen, kann aber zwischen „eigen“ und „fremd“ nicht mehr unterscheiden. Man will Autonomie, weiß aber nicht wie. Die Wut richtet sich nicht nach außen, sondern der „Kampf“ spielt sich im eigenen Körper ab.

Aus meiner persönlichen Sicht steht dahinter im Grunde das Thema „Sicherheit“. Und dieses Thema hat aus meiner Sicht nicht nur mit meiner Erkrankung, sondern auch mit der politischen Lage weltweit und damit auch mit dem Zustand unseres Planeten eine Menge zu tun.

Warum? Nun, meine Eltern z.B. gehören zu der Generation, die den zweiten Weltkrieg als Kinder noch erlebt haben, inklusive Flucht / Vertreibung, also Verlust der Heimat und des gesamten Besitzes. Meine Großeltern haben auch den ersten Weltkrieg noch erlebt. Die Welt war für meine Vorfahren von frühester Kindheit an eine zutiefst unsichere und beängstigende. Ähnlich, wie auch heute noch in allen Kriegs- und Krisengebieten. In der Nachkriegszeit galt also alles Bestreben dem Thema Sicherheit: Zuvorderst ein sicherer Arbeitsplatz (ob der den eigenen Neigungen entsprach, war unwichtig), eine bescheidene aber eigene Wohnung. Der Versuch, so viel wie möglich zu sparen, um den Kindern den Start in eine sicherere Zukunft zu ermöglichen.

Was den Kindern vor diesem Hintergrund natürlich nicht vermittelt werden konnte, war das Gefühl von Sicherheit. Urvertrauen. Ein „Du lebst in einer sicheren Welt. Alles ist gut!“. Ganz im Gegenteil, indem die Sicherheit in Schutzmaßnahmen im Außen gesucht wurde, wurde implizit ganz klar vermittelt, dass die Welt an sich furchtbar unsicher und gefährlich ist, und man Angst haben muss, wenn man nicht sehr vorsichtig ist und sich gut schützt. Das ist völlig verständlich, da die Welt der Eltern und Großeltern ja auch genau so war.

Auch heute noch suchen sehr sehr viele Menschen die Sicherheit im Außen. In irgendwelchen „Schutzmaßnahmen“. Sie bauen Mauern, lehnen Flüchtlinge und Fremde ab – und geben oft an, das zum Schutz ihrer Kinder zu tun. Das erscheint gewissermaßen wie eine Verwechslung, denn sie geben ihren Kindern damit ihre Angst weiter – und eben gerade keinen echten Schutz. Keine Selbst-Sicherheit. Und schon gar nicht so etwas wie Gefühle von Geborgenheit und Glück. Auch das Bestreben der meisten Eltern, ihren Kindern zu einer möglichst „erfolgreichen“ Laufbahn zu verhelfen, damit sie in materiellem Wohlstand – und damit vermeintlich „sicher“ leben, hat aus meiner Sicht ihren Hintergrund in der von den Vorfahren erlebten Existenzangst.

Für Kinder, die Autonomie anstreben, ist das schwierig. Sie erleben, dass die wohlmeinenden und geliebten Eltern sie in eine Richtung drängen, in die sie eigentlich gar nicht selbst wollen. Sie bekommen vermittelt, dass Autonomie und „anders sein“ etwas ganz Gefährliches ist in dieser unsicheren Welt. Und irgendwann wissen sie gar nicht mehr, was sie eigentlich selbst wollen, welche Wünsche und Vorstellungen „eigen“ sind, und welche „fremd“. Sie sind sich ihrer selbst nicht (mehr) sicher. Sicher scheint nur zu sein, dass die Welt unsicher ist. Je nach Temperament kann es sein, dass Kinder diese Verwirrung nach außen tragen, oder nach innen und z.B. mit einer Autoimmunerkrankung reagieren.

Heutzutage gibt es Hunderte von Erziehungsratgebern, die einem sagen, dass es ganz wichtig ist, den Kindern von Geburt an (bzw. bereits in der Schwangerschaft) Urvertrauen und Sicherheit zu vermitteln. Und sie dann ab der Pubertät langsam ihren eigenen Weg gehen zu lassen, den man liebevoll begleitet, aber nicht zu lenken versucht. Für einen gelungenen und selbst-sicheren Start in das Leben, wäre das für Kinder tausendmal wichtiger, als noch so viel Geld auf dem Konto der Eltern.

Aber wie viele Eltern schaffen es schon, ihren Kindern dieses Sicherheitsgefühl mitzugeben? Ein Sicherheitsgefühl, das man in aller Regel selbst nicht hat?

Solange Eltern die Welt selbst als unsicher begreifen – und materiellen Wohlstand als Schutz vor dieser Unsicherheit ansehen -, werden wir diese Erde weiter ausbeuten. Kriege um begrenzte Ressourcen führen und einen Konsum weiter antreiben, dessen Ausmaß den Planeten zerstört. Leute werden Parteien wählen, die ihnen Sicherheit versprechen, indem sie Fremde ablehnen. In Wahrheit verstärken sie mit dieser Politik das Unsicherheitsgefühl ihrer Wähler. Denn plötzlich werden alle Fremden generell zu einer Bedrohung, vor der man Angst haben muss. Die Bereicherung, die fremde Menschen und Kulturen einem bieten, nimmt man dann gar nicht mehr wahr. Auch im Körper ist ja „fremd“ nicht automatisch gefährlich. Ganz im Gegenteil, beherbergen unsere Körper ja wohl mehr „fremde“ Mikroorganismen als „eigene“ Zellen und könnten ohne diese hilfreichen Winzlinge auch gar nicht überleben. Anders, als es in der Wahrnehmung vieler Menschen ist, sind Bakterien in aller Regel keine „unerwünschten Eindringlinge“ in die Integrität unseres Körpers, sondern für uns lebensnotwendige „Mitgeschöpfe“. Auch hier besteht viel Verwirrung.

Das Szenario eines Wohlstandsverlustes löst ohnehin in allen politischen Parteien Panik aus. Umweltschutz zulasten des Wirtschaftswachstums gilt als „no go“. Leider werden wir die Erde in nicht allzu ferner Zukunft zerstört haben, wenn wir so weiter machen. Eine Art Autoimmunerkrankung der gesamten Menschheit: Wir wissen, dass wir unsere eigenen Lebensgrundlagen zerstören, schaffen es aber nicht, damit aufzuhören. Lieber nehmen wir die Schmerzen in Kauf und versuchen, einen Teil der Symptome zu unterdrücken, als die Ursachen anzugehen. Denn man weiß nicht, ob das nicht noch schmerzhafter wäre.

Eine Verwirrung der Menschheit, die materiellen Wohlstand mit Glück verwechselt, weil sie ihr Sicherheitsgefühl verloren hat. Kriege sind menschengemacht. Aus meiner idealistischen Sicht könnten Menschen sich stattdessen auch ein Paradies erschaffen. Sie müssten sich nur tief im Innern sicher fühlen.

Gibt es eine Verbindung zwischen meinem Atlaswirbel und meiner Auto-immunerkrankung? – Teil 2

groß, nicht mehr ganz frisch – und vielleicht künftig etwas weniger fragil…?!

Jetzt ist es schon fast vier Wochen her … – Mein „Abenteuer“ Atlaswirbeltherapie.

Ich war nicht erstaunt, als der Therapeut nach kurzer Untersuchung feststellte, dass mein Atlaswirbel um rund 2 cm verschoben war. Die Therapie selbst war nicht besonders angenehm, aber gut aushaltbar. Es war für mich unmittelbar spürbar, als die Wirbel wieder richtig aufeinander saßen und ich fühlte mich irgendwie erleichtert. Es hieß, ich könne die nächsten Tage so etwas wie Muskelkater im Rücken spüren. In der Erwartung ging ich also nachhause.

Ich bin auch noch gut Zuhause angekommen. Aber dann gingen die Schmerzen los. Heftigste Knieschmerzen. Dann irgendwann wieder etwas besser. Dann eine Schulter. Dann die andere. Dann wieder ein Knie. Der Muskelkater im Rücken fühlte sich demgegenüber eher harmlos an (besteht aber immer noch…). Ich hatte und habe nachwievor das Gefühl, der Körper richtet sich neu aus. Das ist gut. Das das von heftigen kreischenden Schmerzen begleitet ist, ist weniger schön. Die Schmerzen fühlen sich dabei nicht wie typische Rheumaschmerzen an, sondern eher, als hätte es was mit meinem Nervensystem zu tun. Die Schmerzen sind heftigst, entstehen vor allem bei Belastung (auch leichter), halten über mehrere Stunden an, bis sich plötzlich irgendetwas ganz leicht zu verschieben scheint – und alles ist gut. So lange, bis es dann wieder von vorne los geht. Oft an anderer Stelle.

Nun habe ich ja das Problem, dass ich bereits mit einem schiefen Atlaswirbel laufen gelernt habe. Das heißt, seit mein Körper aufgerichtet ist, kennt er gar nichts anderes, als die Notwendigkeit, eine vom Kopf her schiefe Statik auszugleichen. Alle meine Muskeln und Faszien sind entsprechend unglaublich verhärtet. Ich gehe seit mehreren Jahren regelmäßig zur Rolfing-Therapie, aber da mein Atlaswirbel ja so schief war, hatte das immer nur begrenzte Wirkung. Auch wenn sich mein Therapeut intensivst meinen Nackenmuskeln gewidmet hatte, waren die kurz darauf schon wieder genauso steinhart wie vorher, ohne dass ich mir das damals so richtig erklären konnte. Wirklich weich und durchlässig ist mein System auch jetzt natürlich noch lange nicht, aber die Schmerzen zeigen ja immerhin auch an, dass sich was tut.

Und der verschobene Atlaswirbel hatte ja nicht nur Auswirkungen auf mein Bewegungssystem: Ich habe schon sehr zufrieden festgestellt, dass ich jetzt erstmals auch rückwärts im Bus sitzen kann, ohne sofort mit Schwindelgefühlen und Übelkeit zu reagieren! Wow!!!

Ich hoffe, dass auch mein Gehör noch etwas besser wird. Den Eindruck einer leichten Besserung habe ich bereits auch hier: Bisher hatte ich in größeren Gruppen immer Probleme, einem konkreten Gespräch zu folgen. Denn bei entsprechendem Hintergrundlärm war ich oft nicht in der Lage, das, was meine Gesprächspartnerin sagte, aus diesem Hintergrundlärm herauszufiltern. Das Ganze war für mich mit großer Anstrengung verbunden, und Treffen in größeren Gruppen haben mich daher in gewisser Weise immer gestresst.

Auch meine damit verbundene sehr starke Lärmempfindlichkeit scheint zumindest ein klein wenig nachgelassen zu haben. Ich bin gespannt, wie es weiter geht. Ich habe mir bereits mehrere Bücher gekauft, um Gehör und Augen zu trainieren, in der Hoffnung, hier jetzt noch etwas mehr rauszuholen (also die dazu gehörenden Nerven anzuregen bzw. zu stabilisieren).

Ich warte jetzt also, dass sich in meinem gesamten körperlichen System alles etwas stabilisiert und setzt. Aber ich warte natürlich nicht nur. Geduld ist ja nicht so ganz meine starke Seite … ;-), und daher versuche ich auf verschiedenen Wegen, mein System dabei zu unterstützen, sich zu regenerieren und neu auszurichten. Dazu dann mehr in den folgenden Beiträgen …

Gibt es eine Verbindung zwischen meinem Atlaswirbel und meiner Autoimmun-Erkrankung?

groß, duftend, nicht ganz perfekt, nicht mehr ganz frisch und sehr fragil ….

Wenn man wie ich gestrickt ist, gibt man sich mit der Diagnose „Autoimmunerkrankung“ und den damit verbundenen Aussagen der Schulmedizin „Ursache unbekannt“ und „unheilbar“ nicht zufrieden.

Die beiden Aussagen bedeuten für mich in erster Linie, dass man bisher über die umfassenderen Zusammenhänge im Immunsystem noch nicht viel weiß. Insbesondere über den Zusammenhang des Immunsystems mit allen anderen körperlichen (und psychischen) Systemen. Dass es hier vielfältige Zusammenhänge gibt, ist heutzutage unbestritten. Es gibt inzwischen sogar eigene Fachrichtungen, die sich damit beschäftigen. In der gängigen (ambulanten) Therapie dieser Erkrankungen werden diese Zusammenhänge nach meiner persönlichen Erfahrung allerdings dennoch weitestgehend ausgeblendet, was vermutlich zum einen an der Spezialisierung in unserer Medizin, v.a. aber an der Kostenpolitik in unserem Gesundheitswesen liegen dürfte. Und natürlich an dem Hang, in all unseren wissenschaftlichen Systemen immer Einzelteile und nicht Gesamtheiten zu betrachten.

Egal. Ich bin eh Fan von Eigenverantwortung. Meiner Ansicht nach liegt der Schlüssel zu einer besseren Gesundheit genau darin: Die Verantwortung nicht beim Arzt abzugeben – oder gar bei der Pharmaindustrie (auch wenn letztere sich darüber sehr freut … ;-)). Denn wer, wenn nicht die betroffene Person selbst, könnte die Gesamtheit bzgl. des eigenen Körpers und eigenen Lebens besser einschätzen?

Aus meiner Sicht ist ja im Körper, wie auch in unserer Gesellschaft, in unserer Umwelt und letztlich in unserem ganzen Universum alles mit allem verbunden. Das bedeutet, dass es immer Auswirkungen auf das Ganze hat, wenn ein Teil aus dem Gleichgewicht gerät. Heilung kann immer nur geschehen, wenn man das Gesamtgleichgewicht wieder herstellt. Und niemals, wenn man nur an Symptomen herumdoktert und bestehende Ungleichgewichte dabei weiter verstärkt. Das gilt für unseren Planeten genauso wie für meinen Körper. Davon bin ich überzeugt. Daher ist die in unserem Gesundheitssystem herrschende Herangehensweise, die bei jedem Symptom die medikamentöse Therapie weit über alle anderen Therapiemöglichkeiten stellt, aus meiner Sicht keine wirklich gute Lösung.

Meine Erkrankung sehe ich als Zeichen, dass etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist (vgl. auch meinen Beitrag „Meine etwas andere Theorie zur Entstehung von Autoimmunerkrankungen“).

Aber was ist aus dem Gleichgewicht geraten? Das ist Detektivarbeit. Im Grunde ist es genau diese Detektivarbeit, die mich an der Medizin fasziniert. Gleichzeitig ist diese Faszination ein Grund, warum ich nicht Medizin studiert habe und auch nicht hätte studieren wollen. Denn unser Gesundheitssystem ermöglicht es Ärzt(inn)en nicht, sich die Zeit für Detektivarbeit zu nehmen.

Also, wo könnten die Probleme herkommen?

Die Ernährung liegt immer nahe, und ist sicher bei sehr vielen Menschen auch tatsächlich der wesentliche Faktor für eine Erkrankung. Nun ist gesunde Ernährung aber eines meiner Spezialgebiete. Bei uns wird jeden Abend frisch gekocht. Industrielle Fertignahrung lehne ich ab, soweit es irgend geht. Fettige und oftmals übersüßte Fast Food-Gerichte mag ich nicht. Unser Essen (und Trinken) ist so naturbelassen wie möglich. Gemüse spielt die klare Hauptrolle. Brot gibt es nur zum Wochenendfrühstück und wird von uns selbst gebacken. Ich achte auf die Zufuhr von gesunden Fetten. Wir besitzen weder Industriezucker noch Industriesalz, aber ein reichhaltiges Gewürz- und Kräutersortiment. Vieles stammt superfrisch aus dem eigenen Garten. Auch Wildkräuter wie Löwenzahn, Brennnesseln etc. landen bei uns selbstverständlich auf dem Tisch. Gehören sogar zu meinen Lieblingen, für deren kostenlose Bereitstellung ich der Natur dankbar bin :-). Überhaupt bin ich Fan von Bitterstoffen in der Nahrung. Zwar mache ich unterwegs oder bei Einladungen durchaus Kompromisse, in letzter Zeit sogar deutlich mehr. Dennoch ist meine Ernährung ziemlich sicher nicht der „Übeltäter“.

Der Darm? Ich habe viel Mühe darein gesteckt, meine Darmschleimhaut wieder einigermaßen zu regenerieren. Nachdem ich ja nun einmal viele Jahre viele verschiedene Medikamente eingenommen oder gespritzt habe, war meine Darmschleimhaut (und meine Darmflora) ziemlich im Eimer. Für das Immunsystem spielt der Darm bekanntermaßen eine sehr wichtige Rolle. Aber meine dahingehenden Probleme waren wohl eher Folge der Erkrankung bzw. genauer gesagt, der Medikamente gegen diese Erkrankung, als ihre Ursache.

Die Zähne? Hier war ich lange etwas zu nachlässig. Bereits in der Kindheit hatte ich sehr schlechte Zähne (obwohl das durch die Ernährung nicht zu erklären war) – und entsprechend viele Amalgamfüllungen bekommen. Zu lange habe ich den Beteuerungen vieler Zahnärzte geglaubt, dass Amalgam kein Problem sei. Und erst vor nicht allzu langer Zeit die letzte dementsprechende Füllung entfernen lassen. Dass ich damit so lange gewartet hatte, war sicher dumm, weil die Quecksilber-Metallverbindungen des Amalgam natürlich ein zusätzlicher Toxizitätsfaktor für meinen ohnehin geschwächten Körper waren.

Impfungen? Wie für die Amalgamfüllungen kann auch für die Impf“Hilfsstoffe“ gelten, dass sie einen zusätzlichen Toxizitätsfaktor darstellten, zumal man zumindest früher da gerne Quecksilber- oder Aluminiumverbindungen oder ähnliches verwendet hat. (Auch heutige „Hilfsstoffe“ in Impfungen sind in gewisser Weise für den Körper toxisch. Das ist ihr Sinn, sie sollen das Immunsystem „hochfahren“.) Aber Auslöser der Erkrankung? Wohl allenfalls im Sinne des Tropfens, der das Fass zum Überlaufen bringen kann.

Stress? Ja! Ich hatte ja schon in „Meine etwas andere Theorie zur Entstehung von Autoimmunerkrankungen“ von meinem dauerangespannten Nervensystem geschrieben. Stress also bei mir nicht im Sinne von Arbeitsstress oder ähnlichem, sondern als Grundmodus, seit ich denken kann. Ich hatte ja auch beschrieben, dass ich darüber zur Beschäftigung mit dem Vagusnerv kam. Und das wiederum war der Auslöser, mich auch nochmal mit den anderen Hirnnerven zu beschäftigen.

Vor etlichen Jahren hatte ich mir schon das Buch „Schwachstelle Genick“ von Dr. Bodo Kuklinski und Dr. Anja Schemionek gekauft, konnte mir aber damals nicht so recht vorstellen, dass so viele unterschiedlichste Krankheiten mit dem Genick zusammenhängen sollten, und fand das Buch auch etwas zu „marktschreierisch“. Jetzt nahm ich mir dieses Buch noch einmal vor. Und mir fiel auf, dass meine chronischen Kopfschmerzen in der Kindheit, die dauernden Nasennebenhöhlenentzündungen (die leider immer mit den damals so modernen Breitbandantibiotika behandelt wurden, was meinem Immunsystem sicher nicht gut getan hat), meine Übelkeit bei Autofahrten oder gar auf See, die mich seit frühester Kindheit begleitet hat, und viele Symptome mehr, – eine gemeinsame Ursache haben könnten. Eine Ursache, die auch meine Daueranspannung erklären könnte.

Ich habe seit frühester Kindheit einen gestörten Gleichgewichtssinn. Der hat nicht nur Karussellfahrten für mich statt als Vergnügen als Foltermethode erscheinen lassen. Er hat mir bereits das Laufenlernen erschwert und mich zu einem ängstlichen und nach eigenem Empfinden auch oft etwas ungeschickten Kind gemacht, was manuelle Fertigkeiten oder Sport anging. Als Erwachsene habe ich verschiedenste Untersuchungen machen lassen, um meine Schwindelattacken abzuklären. Selbstverständlich ohne Befund. Die Diagnose lautete damals „gutartiger Lagerungsschwindel“ und ich hielt das für plausibel. Noch vor kurzer Zeit habe ich mich gefragt, warum ich in starker Dunkelheit in Panik verfalle. Dabei ist das leicht erklärt: Ich kann mich im Raum nicht richtig verorten, wenn das Auge nicht hilft. Tja, und jetzt kam mir die Vermutung, dass all diese Symptome damit zusammenhängen können, dass bestimmte Hirnnerven bei mir nicht ganz „korrekt“ arbeiten.

Diese Vermutung erschien tatsächlich auch nicht aus der Luft gegriffen, denn ich hatte in meinem Leben eine Reihe von Unfällen, die sich ganz erheblich auf Kopf und Genick ausgewirkt haben. Ich wusste von meiner Mama, dass der erste Unfall dieser Art bereits im Kleinstkindalter passiert und wohl auch relativ heftig war.

Im Teenageralter kamen weitere Unfälle hinzu. Irgendwann nahm ich an, dass sich das mit den Kopfschmerzen etwas „verwachsen“ hätte, da ich nicht mehr ganz so stark und häufig mit Kopfschmerzen und Übelkeit kämpfte. Für beides blieb ich allerdings weiterhin sehr anfällig. Ja, und dann kam das Rheuma. Also die Bewegungseinschränkungen und Gelenkdeformitäten.

Mein Körper hat eine komplett schiefe Statik – und ich musste immer enorme Muskelkraft aufbringen, um mich trotzdem irgendwie auf den Beinen zu halten. Dafür fehlt die Muskelkraft, um mich vorwärts zu bewegen. Ich hielt die schiefe Statik immer für eine Folge des Rheuma`s. Aber vielleicht stimmt das gar nicht, vielleicht ist es in Wahrheit eine Ursache?!

Nachdem ich all die o.g. Tatsachen miteinander in Zusammenhang gebracht habe, habe ich mir diese Frage gestellt – und mir einen Therapeuten für eine Atlaswirbelkorrektur nach Arlen gesucht.

Obwohl wahrscheinlich gar nicht so wenig Menschen von dieser Therapie profitieren könnten (sie wird insbesondere empfohlen bei Migräne, Tinnitus, Blutdruckproblemen und Schwindel), gibt es nicht viele Therapeuten für diese Methode. Die Therapie ist nicht ganz billig und wird von den Krankenkassen selbstverständlich nicht bezahlt.

Vor rund zwei Wochen bin ich dann da also hin. Voller Erwartung – und vielleicht auch etwas naiv…

Fortsetzung folgt …. ;-).

Lachen und Autoimmun-erkrankung oder: Meine etwas andere Theorie zur Entstehung von „Autoimmun-erkrankungen“

Was heißt das eigentlich: „Sie haben eine Autoimmunerkrankung.“?

Das ist ein Satz, den in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer mehr Menschen von ihren Ärzten hören. Es handele sich um eine Erkrankung, bei der das eigene Immunsystem aus „unerfindlichen Gründen“ beginnt, körpereigenes Gewebe anzugreifen und zu zerstören. („Auto“ hat in dem Fall nichts mit einem Kraftfahrzeug zu tun, sondern bedeutet „selbst“ und bezieht sich darauf, dass es sich um körpereigenes Gewebe handelt.) Ein solcher „Angriff“ kann sich auf die unterschiedlichsten körpereigenen Gewebe beziehen. Bei mir sind es die Gelenke. Die Erkrankung kann sich aber prinzipiell jederzeit auch auf weitere Bereiche bzw. innere Organe ausdehnen.

Autoimmunerkrankungen gelten in der Schulmedizin als unheilbar. Die Ursache dieser Erkrankungen ist unbekannt. Auch die Gründe, warum diese Erkrankungen immer mehr zunehmen, sind unbekannt. Ziemlich viele Dinge, die mit dem Immunsystem zusammenhängen, sind aus schulmedizinischer Sicht „unbekannt“.

Was man weiß, bezieht sich fast nur auf die biochemisch im Blut nachweisbaren Faktoren des Immunsystems. Das führt dazu, dass die schulmedizinische Behandlung auch ausschließlich dort ansetzt: Die modernsten Mittel für die Behandlung sind gentechnisch hergestellte Medikamente, mit denen jeweils bestimmte Entzündungsbotenstoffe unterdrückt werden. Das gilt als state of the art. Als Goldstandard. Die entsprechenden Medikamente, sogenannte Biologicals sind wegen des aufwendigen Herstellungsprozesses sauteuer. Sie helfen meist eine Zeitlang, die Entzündung zu unterdrücken, weil sie die „Boten ausschalten“.

Wie man bereits an dieser Wortwahl erkennt, kann das aus meiner Sicht keine gute Lösung sein. Denn die Boten sind ja nicht das eigentliche Problem. (Tatsächlich habe ich diese „Lösung“ natürlich trotzdem viele Jahre lang gewählt, mit relativ verheerenden Folgen…).

Über die Gesamtzusammenhänge des Immunsystems weiß man in der Schulmedizin bis heute im Grunde herzlich wenig. Man weiß, dass Immunsystem und Nervensystem eng zusammenhängen. Man weiß, dass die Darmflora (und damit auch die Ernährung) ganz erheblichen Einfluss auf das Immunsystem hat und umgekehrt. Man weiß, dass negativer Stress starke Auswirkungen hat. Nur wie das alles genau zusammenhängt, das weiß bisher tatsächlich kein Mensch. Also beschränkt sich unsere Medikamentenmedizin auf das, was im Blut sichtbar und messbar ist, und blendet den Rest weitgehend aus.

Dass das nicht die beste aller Herangehensweisen ist, habe ich an meinem Körper eindrücklich zu spüren bekommen … .

Tja, und dann fiel mir vor einiger Zeit das Buch „Der Selbstheilungsnerv“ von Stanley Rosenberg in die Hände. Es geht in dem Buch um den Vagusnerv, also um den Nerv, der maßgeblich für unsere Entspannung zuständig ist.

Ich wusste ja längst, dass ich dauer-angespannt bin. Seit frühester Kindheit, also seit ich mich erinnern kann, laufe ich in diesem Modus herum. Ich war immer der Meinung, dass ich diesen Modus sozusagen epigenetisch von meinem Papa übernommen habe. Mein Papa hat als Jugendlicher den Zweiten Weltkrieg erlebt mit allem damit zusammenhängenden Schrecken und Leid, inklusive dem Verlust der Heimat. Er hat nie viel darüber gesprochen, aber ich könnte mir gut vorstellen, dass die damals erlebten Traumata bei ihm zu einer dauerhaften Anspannung geführt haben. Kinder nehmen so etwas natürlich wahr und auf. Das habe ich getan – mich selbst angespannt und diese Anspannung nach innen gerichtet.

Natürlich habe ich schon Tausend Sachen probiert, um mich zu ENT-SPANNEN (über das ein oder andere werde ich sicher noch berichten.). Aber egal, was ich gemacht habe, mein Körper blieb fest wie ein Korsett. Erst mit den Übungen aus dem Buch zum Vagusnerv habe ich plötzlich gespürt, tatsächlich, da tut sich was! Und das, was sich da tut, dieses Gefühl der Entspannung, wirkt sich auch unmittelbar positiv auf meine Gelenke aus!

Auch, wenn der Effekt mit den Übungen nicht von Dauer ist, hat mich das Thema Vagusnerv und Entspannung so fasziniert, dass ich von da an mein Hauptaugenmerk darauf gerichtet habe. Und so kam ich dann auch zum Lachyoga. Und das „Wunder“ geschah: Die Entzündungswerte gingen genauso stark zurück wie damals, als ich das Biological neu bekam und meine Ärzte ganz begeistert waren, wie toll dieses „Wundermittel“ anschlägt! Anders, als es bei diesem Biological der Fall war, hat das Lachyoga bei mir aber keine äußerst unangenehmen Neben- und Langzeitwirkungen.

Super, oder? Tja, und dann erschien es mir plötzlich ganz offensichtlich: Meine „Autoimmunerkrankung“ ist überhaupt keine „Autoimmunerkrankung“! Es ist überhaupt keine Erkrankung des Immunsystems! Das Immunsystem reagiert nur. Und das mit durchaus tiefer Körperweisheit. Denn wo eine Daueranspannung ist, scheint irgendetwas nicht zu stimmen. Irgendetwas scheint bekämpft werden zu müssen, sonst wäre das Wesen, um das es geht (in dem Fall also ich) ja nicht ständig überangespannt. Also fährt der Körper das Immunsystem hoch. Komplett folgerichtig. Und eben die Folge eines ganz anderen Problems.

Statt meinem Immunsystem für diesen Hinweis, dass es in meinem Leben ein gravierendes Problem zu geben scheint, im Prinzip dankbar zu sein, habe ich es dann aber leider fast 30 Jahre lang mit verschiedenen schulmedizinischen Medikamenten unterdrückt. Damit habe ich das Ursprungsproblem nicht gelöst, sondern mein armes Immunsystem völlig aus dem Tritt gebracht. Und so dem ursprünglichen Problem weitere Probleme hinzugefügt. Ärgerlich!

Und dabei ist mir völlig klar: Unterdrückung ist nie eine gute Idee!!! Und das oft hinter der Medikamenteneinnahme stehende Thema: „Ich muss (so schnell wie möglich wieder) funktionieren.“ auch nicht!

[Um nicht falsch verstanden zu werden: Es gibt Erkrankungen, wo das Immunsystem in einer Weise überreagiert, dass es unmittelbar lebensbedrohend für die betreffende Person sein kann. In diesen Fällen ist es natürlich sehr sinnvoll, erstmal mit schulmedizinischen Maßnahmen (in der Regel Cortisongaben) die heftige Entzündung einzudämmen. Aber aus meiner Sicht ist es sehr lohnenswert, immer zu schauen: Gibt es noch etwas, was hinter den in den Blutwerten sichtbaren Veränderungen des Immunsystems stehen könnte?]

Lach, und Du fühlst Dich besser!

Und jetzt also Lachyoga. Ein wundervolles Heilmittel. Und sooo einfach anzuwenden! Lachyoga. Wie kam ich eigentlich darauf?

Schon vor Jahren und immer mal wieder bin ich über kurze Berichte über Lachyoga „gestolpert“. Menschen, die in öffentlichen Parks merkwürdig aussehende Bewegungen vollführten, verbunden mit einem leicht grimassenhaft wirkenden Lachen. Meine rationale Juristenseite fand, dass das irgendwie albern aussah.

Aber ich habe eben auch andere Seiten… Und die waren schon beim ersten Bericht darüber angefixt. Etwas in mir fand das Lachyoga von Anfang an interessant und spannend, ohne dass ich viel darüber gewusst hätte. Klar, ich bin ein Mensch, der einfach gerne lacht! Albernheit und kindliche Verspieltheit liegen mir gewissermaßen im Blut.

Tatsächlich bin ich sehr dankbar, dass ich diese wundervolle Ressource von meiner Mama und meiner Oma geerbt habe. Beide haben mir auch gezeigt, dass Lachen, Fröhlichkeit und Albernheit völlig unabhängig von den äußeren Umständen und vom Alter möglich ist, und dass diese Eigenschaften für das Glücksempfinden deutlich wichtiger sind, als jeder materielle Reichtum. Deshalb wünsche ich mir oft, dass wir unsere gesellschaftlichen Anstrengungen viel mehr darauf richten, dass mehr Menschen lachen, – insbesondere auch mit ihren Kindern -, als darauf, dass mehr Menschen zu Wohlstand und entsprechenden Konsummöglichkeiten gelangen.

Das Gegenteil von Lachen sind Verbitterung und Empörung. Heutzutage nicht selten zu beobachten. Und nichts ist schädlicher für die eigene Gesundheit, als das. Auch für die Gesamtgesellschaft ist beides nicht förderlich. Menschen, die verbittert sind, können meist gar nicht mehr wirklich fröhlich lachen. Haben das Lachen verlernt.Das ist sehr bitter! Auch für ihre Umgebung.

Was meine ich mit „Lachen“? Wie meine Mama und meine Oma kann ich selten über „Witze“ lachen, über Comedians und schon gar nicht über das Ungeschick anderer. Sich über andere lustig zu machen, hat für mich weder mit Humor noch mit lustig auch nur das Geringste zu tun. Leider ist das heutzutage allerdings ziemlich verbreitet, und es gibt jede Menge Shows, Comedians, Satiriker oder Kabarettisten, die genau davon leben. Was mich persönlich eher traurig macht, weil es eine Menge über den Zustand unserer Gesellschaft aussagt.

Ich kann über mich lachen, über Situationskomik oder auch völlig ohne Anlass. Eigentlich bin ich also prädestiniert für das Lachyoga. Denn da geht es genau darum: Lachen ohne jeden Anlass. Und es braucht nicht einmal echtes Lachen zu sein.

Das Tolle am Lachyoga ist: Man fühlt sich sofort besser. Bereits als ich nur Youtube-Videos dazu angesehen – und die Übungen dabei mitgemacht habe -, habe ich den positiven Effekt sofort gespürt. Und die Videos gingen nicht einmal 10 Minuten.

Also habe ich ein Seminar (bei Alex Bannes) gebucht, um mich selbst als Lachyoga-Leiterin ausbilden zu lassen. Und die Wirkung auf meine Entzündungswerte war spektakulär….

Lachyoga wirkt unmittelbar auf das Unterbewusstsein. Und damit auf unser ganzes Wesen. Es gibt heutzutage jede Menge Studien zum Einfluss unserer Körperhaltung auf unsere eigene Stimmung und unsere Ausstrahlung. Jeder weiß, dass ein hoch erhobener Kopf anders wirkt, als hängende Schultern und nach unten gesenkter Blick. Letztere Haltung signalisiert sowohl nach außen, wie auch dem Träger dieser Körperhaltung selbst, dass er unglücklich ist, falls er das vorher noch nicht bemerkt haben sollte … .

Beim Lachyoga recken wir uns in die Höhe. Machen uns groß. Wir öffnen die Arme weit, und damit auch unser Herz. Wir umarmen sozusagen die Welt. Wir klatschen und freuen uns, hopsen und sind laut. Wir sind im gegenwärtigen Moment und teilen diesen gleichzeitig mit anderen. Über die Spiegelneuronen und die Energie im Raum wirkt das Lachen der anderen auf uns zurück und verstärkt unser eigenes Lachen. Unsere Körper schütten Glückshormone aus. Unsere Atmung vertieft sich. Unsere Energien fließen.

Beim Lachyoga haben wir den Mut, albern zu sein, auch auf die Gefahr hin, dass das auf andere „lächerlich“ wirkt. Und das ist gut so. Denn Tatsache ist ja, wenn andere meinen, sich darüber „lustig machen“ zu müssen, haben diese ein Problem. Ein Problem mit sich, ihrem eigenen Lachen und ihrem Glücksempfinden. Und mit ihrem Selbstwertgefühl. Denn, wer andere Menschen kritisch bewertet, bewertet in der Regel auch sich selbst kritisch. Meist sogar ganz besonders sich selbst. Wer sich über Lachyoga lustig macht, ist also genau der Kandidat, der vom Lachyoga ganz besonders profitieren würde. Lockerer werden würde und das eigene Selbstwertgefühl deutlich steigern könnte.

Peinlich, dieses ho ho, ha ha ha? Und viel klüger und cooler, stattdessen Schmerzmittel zu schlucken??? Tja, sehe ich anders. Mein Körper auch.

Ja, jetzt also Lachyoga. Es ist so einfach und so effektiv. Seit meiner Ausbildung beginne ich jeden neuen Tag mit einer Session nur für mich. Ich mache Lachübungen vor dem Spiegel, lache unter der Dusche. Besonders laut unter einer kalten Dusche … So starte ich gut gelaunt und fröhlich in den Tag. Sehr empfehlenswert!

Und ganz ehrlich: Ich war überhaupt nicht erstaunt, als die Blutuntersuchung nach meiner Lachyoga-Ausbildung so ein gutes Ergebnis für meine Entzündungswerte ergeben hatte. Ich wusste es.

Krankheit als Makel oder als Impuls???

Solange ich aus irgendwelchen Gründen der Idee anhänge, meine Erkrankung sei ein „Makel“ hindert mich das am Glücklichsein. Dieser Befund ist offensichtlich. Und ein „Makel“ hat noch den zusätzlichen Nachteil, dass der Raum, den er in der eigenen Wahrnehmung einnimmt, immer größer wird. Ihr kennt das vielleicht auch schon von vermeintlichen Kleinigkeiten. Man stellt morgens im Spiegel fest, dass da plötzlich ein großer Pickel am Kinn ist. Also fängt man an, ständig daran rumzumachen. Und statt wegzugehen, wird er immer größer. Draußen unterstellt man jedem, der einen ansieht, er oder sie hätte „komisch“ geschaut wegen des Pickels. Man fängt an, kaum noch hochzuschauen, um die Blicke der anderen möglichst nicht mehr wahrzunehmen. Man läuft Gefahr, dass der ganze Tag sich plötzlich um kaum was anderes dreht, als um den vermeintlichen „Makel“ am Kinn – und ist natürlich total unglücklich. Albern, oder?

Vom Verstand her weiß ich natürlich, dass es unsinnig ist, meine Krankheit als „Makel“ zu empfinden. Ja, ich habe krumme Finger, steife Handgelenke, knubbelige geschwollene Knie mit auffälligen Narben und deformierte Füße. All das ist sichtbar. All das entspricht nicht wirklich dem gängigen Schönheitsideal. Na und??? Mein Aussehen ist eben individuell. Ich richte mich sonst ja auch nicht gerade nach gängigen Schönheitsidealen oder neuesten Moden. Ich kenne diese in aller Regel gar nicht, und sie sind mir auch ziemlich schnuppe. Warum sollte ich mir von einem „Trend“ oder irgendwelchen Leuten vorschreiben lassen, wie ich auszusehen habe? Das tue ich tatsächlich nicht.

Warum ist es mir dann aber trotzdem wichtig, meine krummen Finger und knubbeligen Knie eher zu verstecken? Warum will ich, dass andere die Erkrankung möglichst wenig wahrnehmen?

Weil ich damit „anders“ bin, als die Mehrheit? „Anders“ sein weckt immer zwiespältige Gefühle. Braucht Mut. Das sind archaische Reaktionen. Denn wer „anders“ ist, läuft Gefahr, aus der sozialen Gruppe der Mehrheitsgesellschaft ausgestoßen zu werden. Auf sich allein gestellt zu sein. Wohlmöglich noch als Sündenbock herhalten zu müssen, weil Menschen dazu neigen, eigene Unzulänglichkeiten auf „Sündenböcke“ zu projizieren. Und wer ist dazu besser geeignet, als jemand, der oder die „anders“ ist…? Vielleicht ist meine Angst vor dem „anders“ sein gar nicht so archaisch, sondern erschreckend aktuell…?

Ich bin in vielerlei Hinsicht „anders“, als viele andere Menschen. Das bezieht sich auf meine Ansichten ebenso wie auf meine Bedürfnisse, meine Hobbies und meine Abneigungen. Mein Mann wundert sich oft, von welchem Planeten ich bloß stamme … ;-). Mit dieser Art „Andersartigkeit“ habe ich kein Problem. Die Erkrankung jedoch macht mich irgendwie verletzlich. Ich fühle mich wehrlos und unsicher auf der körperlichen Ebene. Und Unsicherheit nach außen zu zeigen, macht angreifbar. Das ist das Eine.

Idiotischerweise ist es mir aber zusätzlich auch noch irgendwie peinlich, wenn die Leute sehen, wie komisch ich gehe. Eine frühere Kollegin hat mal gesagt, wenn sie mich gehen sieht, hätte sie immer das Gefühl wie es sein müsste, wenn man plötzlich in einen „Altersanzug“ schlüpft. (Das sind Anzüge aus der Altersforschung, mit denen man als junger Mensch nachvollziehen kann, wie man sich im Alter fühlt. Die Anzüge sind mit Gewichten bestückt, so dass jeder Schritt beschwerlich ist, man sieht schlecht etc.) Mich hat dieser Vergleich ziemlich verletzt. Aber natürlich habe ich freundlich gelächelt, um mir das bloß nicht anmerken zu lassen. Denn, dass ich die Erkrankung als „Makel“ wahrnahm, musste ich natürlich auch verstecken. Schließlich wusste ich ja rein kognitiv, dass diese Art der Bewertung „dumm“ ist, und wer will schon dumm sein? Ein doppelter Energieaufwand: Die Krankheit soweit wie möglich verstecken. Und wenn sie dann doch „entdeckt“ wird, verstecken, dass mich das stört. Ein ziemlich unsinniger Energieaufwand…

Warum habe ich diesen Energieaufwand trotzdem betrieben? Neben den o.g. archaischen Ängsten dürfte das eine Menge mit unserer Leistungsgesellschaft zu tun haben. Bei uns zählt, wer in Geld sichtbaren Erfolg hat. Wer immer im Stress ist, ist wichtig. Leistung und Erfolg sind das Maß aller Dinge. Schon bei den kleinen Kindern. Menschen, die „anders“ sind, stören in unserer Leistungsgesellschaft. Das ist bei der völlig verfehlten Inklusion in Schule und danach deutlich zu beobachten. Wir sehen Andersartigkeit und Vielfalt nicht als Chance, sondern als Störfaktor. Menschen haben zu „funktionieren“ und zu „performen“. Der Job ist für die meisten Menschen der Lebensinhalt. Auf Parties fragt man die anderen nicht „Wer bist Du?“, sondern „Was machst Du so beruflich, bzw. was studierst Du?“. Auf die Frage „Wer bist Du?“ würden die allermeisten als erstes ihren Beruf nennen und dann vielleicht noch ihre Rolle als Eltern, Ehrenamtler o.ä. Wenn man dann nachfragt, es gehe nicht darum, was der oder die andere macht, sondern wer er oder sie ist, was für Eigenschaften man hat, wie man sich selbst sieht, dann kommen erstmal wenig Antworten. Stattdessen Irritation. Man weiß meist gar nicht, wer man ist, sondern definiert sich über seine Rollen im Leben.

Das habe ich natürlich auch so gemacht. Und wenn man Schwierigkeiten hat, weil man irgendwie eingeschränkt ist, strengt man sich natürlich doppelt an. Will möglichst noch besser sein, als die anderen in der gleichen Rolle. Es soll ja niemand die Schwierigkeiten bemerken. Im alltäglichen Konkurrenzkampf könnte das verheerende Auswirkungen haben. Und was dann? Dann bin ich wohlmöglich meinen Status los. Die Leute reden über mich, tratschen. „Ja, ja, die kann das nicht. Ist hier fehl am Platze.“ Die eigene Phantasie oder irgendwelche Kindheitstraumata lassen einen die unangenehmsten Szenarien auffahren. Szenarien, die sich in Wahrheit nur im eigenen Innern abspielen.

Ich habe es sogar geschafft, selbst Anerkennung und Lob innerlich abzuweisen mit einem „Das sagt der / die jetzt nur, weil ich ihm / ihr leid tue mit meiner Erkrankung.“ Und Mitleid war natürlich das letzte, was ich wollte.

Weil wir so wenig wissen, wer wir sind, geben und bekommen wir Anerkennung auch meist nur für unsere Rollen, und nicht für uns als Person. Zumindest denken wir das. Denn wir identifizieren und ja mit dieser Rolle. Haben Angst, ohne diese Rolle plötzlich ein „Niemand“ zu sein. Gleichzeitig nehmen wir diese Anerkennung aber oft gar nicht richtig an, sondern verbinden diese auch nur mit unserer Rolle. Wenn ich darüber nachdenke, ist das eigentlich unsinnig. Denn, wenn ich jemandem Anerkennung ausspreche, tue ich das ja nicht für seine Rolle an sich, sondern für die Art und Weise, wie er diese Rolle ausübt. Und diese Art und Weise wiederum hat eine Menge mit der Persönlichkeit des Betreffenden zu tun. Aber das ist dem Betreffenden selbst oft gar nicht so klar…

Ich habe einige meiner Rollen inzwischen abgelegt. Ich bin (auch dadurch) viel mehr an mich und meine eigentliche Persönlichkeit heran gekommen.

Ich bin meiner Erkrankung insofern für einige wichtige Erkenntnisse dankbar, zu denen ich ohne dieses „Problem“ wahrscheinlich nie gekommen wäre. Aber trotz dieser Dankbarkeit: Zur vollständigen Akzeptanz ist es noch ein Weg. Obwohl ich genau weiß, dass jeder Widerstand im Sinne eine „weg haben wollens“ der Erkrankung völlig kontraproduktiv ist, habe ich immer noch Reste von genau diesem Widerstand.

Ich glaube, zur Beseitigung dieses restlichen Widerstands, dieses Restgefühls des Makels, braucht es auch gesellschaftlicher Veränderungen. Statt Forderungen nach „Anpassung“ von Andersartigen: Akzeptanz und Wertschätzung von Vielfalt und Andersartigkeit. Wertschätzung des riesigen Potentials, das in Vielfalt und Kooperation in Vielfalt steckt.

Ich lache mich gesund

Vielleicht geht es Dir so ähnlich: Du bist erfolgreich im Beruf, materiell einigermaßen gut abgesichert, aber irgendwie nicht gesund. Und irgendwie auch nicht zufrieden. Oder gar glücklich.

Möglicherweise hast Du eine schwere Erkrankung. Irgendetwas, was mit dem Immunsystem zusammenhängt. Eine schwere Autoimmunerkrankung, eine Tumorerkrankung o.ä. Eine Erkrankung, bei der die Schulmedizin Dir sagt, dass sie die Ursache leider nicht kennt. Du wünscht Dir, dass diese Erkrankung endlich weggeht, und denkst, dann wärest Du glücklich.

So habe ich auch sehr lange gedacht. Die von der Schulmedizin verschriebenen Medikamente brav genommen – und gehofft, dass diese die Krankheit so weit unterdrücken, dass ich wieder „funktionieren“ kann, wie andere auch. Als klar war, dass es so nicht funktioniert …, dass die Krankheit sich höchstens begrenzte Zeit unterdrücken lässt, um dann umso heftiger wieder aufzuflammen, wurde mein Frust immer größer.

Immer mehr habe ich mein Glücksgefühl abhängig gemacht vom Weggang dieser Erkrankung. Wenn ich mich doch endlich so bewegen könnte, wie andere Menschen auch! Wenn ich Sport machen könnte! Joggen! Yogaübungen! Einen schönen beweglichen Körper hätte.

Wenn ich wenigstens schmerzfrei und ohne Probleme eine Treppe hinuntergehen könnte. Mich auf den Boden setzen / legen und von dort auch wieder aufstehen könnte … Wenn … !

Gleichzeitig sollte natürlich niemand sehen oder bemerken, dass ich irgendeine Krankheit habe. Die Krankheit war ein Makel. Und ich wollte makellos sein. Natürlich. Also habe ich immer alles versucht, mir Schmerzen und Bewegungseinschränkungen möglichst wenig anmerken zu lassen. Die dafür aufgewendete Energie fehlte mir dann im sonstigen Leben. Also eine nicht allzu geschickte Strategie. Zumal sie immer sinnloser wurde, denn die körperlichen Deformitäten und Einschränkungen wurden irgendwann einfach viel zu groß, um sie noch verstecken zu können.

Also wurden folgende Fragen dringlich: „Warum will ich die Krankheit eigentlich verstecken?“ „Warum sehe ich sie als Makel an?“ Und: „Was verstehe ich eigentlich unter glücklich sein?“ „Und was tue ich dafür, glücklich zu sein?“

Ehrlich gesagt glaube ich, dass ich nicht die einzige bin mit solchen Fragen. Und deshalb freue ich mich, andere Betroffene an meinen Erlebnissen und Erkenntnissen teilhaben zu lassen. Und deshalb gibt es diesen Blog. Du wirst viel Text finden, viele Gedanken von mir. Und vielleicht ist das ein oder andere auch für Dich fruchtbar, Ich würde mich freuen!

Es geht also darum, den Fokus zu ändern! Andersartigkeit als Bereicherung wahrzunehmen! Und sein Glück nicht darin zu suchen, dass man möglichst „in“ ist, möglichst hübsch oder möglichst angesehen im Beruf, denn dort liegt das Glück nicht.

Was also ist Glück? Und wie komme ich dorthin? Für mich gibt es hierfür eine ganze Reihe von Antworten und Wegen. Ich unterscheide zwischen kurzfristigem Glücksgefühl und langfristigem glücklich und zufrieden sein. Und das Beste ist: Beides ist letztlich völlig unabhängig davon, ob ich gesund oder krank bin, hübsch oder nach äußeren Maßstäben einen „Makel“ habe, ob ich reich oder arm bin. Und ehrlich gesagt, je mehr ich mich mit „Glück“ beschäftige, desto schleierhafter ist mir, warum wir Menschen so oft meinen, unser Glück läge in Äußerlichkeiten oder in Konsummöglichkeiten.