Passivität

gemalt von Dörte Müller

Ich liebe ja das daoistische Prinzip des wu wei. Wu wei wird im Deutschen meist übersetzt mit „nichts tun“ oder „Passivität“.

Beides hat hier einen schlechten Ruf. Meist wird es gleichgesetzt mit „faul“, „träge“, „alles mit sich machen lassen“ oder ähnlichen negativ besetzten Worten.

„Passivität“ entspricht im chinesischen Yin/Yang-Symbol dem weiblichen Prinzip – und ist mindestens ebenso wichtig, wie das aktive männliche Prinzip.
Leider ist das Verständnis für Passivität heutzutage verloren gegangen.

Passivität im ursprünglichen Sinn meint, sich dem Fluss des Lebens hingeben.
Dem Leben vertrauen.

Wir leben heute in einer Welt, die dem Fluss des Lebens aus irgendwelchen Gründen zutiefst misstraut.
Der Sinn des Lebens scheint heutzutage für viele darin zu bestehen, den Fluss ständig nach Felsbrocken absuchen zu lassen (und/oder selbst abzusuchen), an denen möglicherweise irgendwann jemand zerschellen könnte.
Da wird dann das Flussbett mit großem Aufwand umgeleitet, und überall werden Verbots- und Vorsichtsschilder aufgestellt, damit auch ja nie jemand vergessen kann, wie gefährlich das Leben ist.

Hört jemand davon, dass irgendwo jemand von einem Fisch gebissen und übel verletzt worden sei, dann fängt der heutige Mensch nahezu zwangsläufig (und zwanghaft) an, den gesamten Fluss zu vergiften. Es wird alles getan, damit auch bestimmt alle gefährlichen Fische erwischt und getötet werden – und so etwas nie wieder passieren kann.
Dass auch alles andere dadurch getötet wird – und auch der Mensch dann in einer Giftbrühe schwimmt -, das ist für den aktiv aktionistischen Menschen zweitrangig.
Besser, als „nichts tun“ – und wohlmöglich auch gebissen werden. Denn dann würde jeder sagen: „Das hätte doch verhindert werden können / müssen!“

Der Mensch, der nach dem aktiven Prinzip lebt, macht sich ständig Sorgen. Er widmet sein Leben zu einem großen Teil der Angst vor dem Verlust und vor dem Tod. („Bleib gesund! …“)

Der Mensch, der dem passiven Prinzip folgt, genießt es hingegen, sich von dem Wasser des Flusses tragen zu lassen. Er nimmt wahr, was es um ihn herum an Schönheit gibt und erfreut sich daran.

Er macht sich keine Sorgen darum, dass irgendwo nach 200 km vielleicht ein Felsbrocken im Wasser sein – und er daran zerschellen könnte. Warum sollte er sich um etwas Sorgen machen, was eventuell eintritt, und sich mit solchen sinnlosen Sorgen und Grübeleien sein Leben im Jetzt verderben?

Er WEISS, dass er diesen Fluss irgendwann auf die ein oder andere Art wieder verlassen wird. Aber er ist nicht in diesen Fluss gestiegen, um die Zeit, die er darin hat, hauptsächlich damit zu verbringen, Angst davor zu haben, diesen Fluss irgendwann wieder verlassen zu müssen.

Was hätte er dann überhaupt davon, in diesem Fluss zu sein? Er würde niemals auf die Idee kommen, in einer Giftbrühe schwimmen zu wollen, nur weil es gefährliche Fische geben könnte.
Und er würde sich auch nicht seine schöne Aussicht auf die Umgebung mit lauter Verbotsschildern zustellen. Mit Schildern, deren Sinn es ist, Angst zu machen.

Er vertraut dem Leben. Und er genießt es.

Warum nur fällt das der heutigen Menschheit derartig schwer?

Selbstwert

Gerade fällt mich das Thema „Selbstwert“ an – und ich merke, da hat sich Zündstoff angesammelt in mir:

Wieso meinen Menschen, gegen meinen Willen, mit einer Nadel in meinen Körper eindringen zu dürfen??

Wieso meinen Menschen, mein „NEIN!“ nicht akzeptieren zu müssen??

Wieso meinen Menschen, mich für mein „NEIN!“ verurteilen zu dürfen?? Spinnen die???

Wieso meinen Menschen, mir meine Haltung und meine Meinung vorschreiben zu dürfen??

Wieso meinen Menschen, mich kritisieren oder gar beschimpfen zu dürfen, nur weil ich anderer Meinung bin, als sie?

Wieso meinen Menschen, auf mich herabschauen zu dürfen, nur weil ich eine „Minderheitsmeinung“ vertrete?

Wieso meinen Menschen, die mich überhaupt nicht kennen, mir erzählen zu dürfen, ich sei „unsolidarisch“??

Wieso meinen Menschen, von mir fordern zu dürfen, dafür zu sorgen, dass SIE sich gut fühlen?

Wieso meinen Menschen, auf meinen Gefühlen herumtrampeln zu dürfen??

Menschen wie ich neigen dazu, sich „zurückzuhalten“, um andere nicht zu verletzen.

Ich komme mehr und mehr zu dem Eindruck, diese Zurückhaltung ist eine Schwäche, die in heutiger Zeit einfach nur ausgenutzt wird. Und das macht mich gerade ziemlich wütend.

Nein, ich bin nicht für Gewalt. Ganz und gar nicht. Und ich bin auch absolut dagegen, Gewalt mit Gewalt zu beantworten.

Aber mit einem klaren Bekenntnis zum eigenen Wert. Und das heißt für mich:
Behaltet eure Ängste und Aggressionen endlich da, wo sie hingehören: ZU EUCH!
Hört auf, sie auf mich oder andere zu projizieren, die damit nichts zu tun haben.
Redet über eure Ängste und Aggressionen in „Ich-Botschaften“ und hört endlich auf, euch hinter anderen zu verstecken!!!

Und bitte, kommt mir nicht mit eurer „DIE-WISSENSCHAFT“-Religion. Es ist mir völlig egal, woran ihr glaubt, solange ihr von mir und anderen nicht verlangt, euren Glauben zu teilen!

Zu eurer Übergriffigkeit, euren Grenzüberschreitungen, eurer Art, andere im Grunde vergewaltigen zu wollen – und euren Versuchen, andere zu manipulieren:
NEIN!!!

Bizarr

gefertigt von Dörte Müller

Da schrieb ich irgendwo einen Kommentar, weil ich mich über „Hetze“ gegen Andersdenkende ärgerte – und jemand antwortete mir mit einem Bonhoeffer-Zitat.

Auf mich wirkte das bizarr. Sich ausgerechnet auf Bonhoeffer berufen, um Ausgrenzung und Schikanierung einer anders denkenden Minderheit zu rechtfertigen, bzw. sogar für „moralisch geboten“ zu erklären??? !
Dann hörte ich die Tage im Radio einen Kommentar eines sogenannten „Terrorismusexperten“ – und ich verstand etwas besser, wie die Denke dahinter sein könnte:

Wenn ich absolut überzeugt bin, in der besten Demokratie zu leben, die Deutschland je hatte. Der Meinung bin, dass diese im Großen und Ganzen Volkes Willen repräsentiert – und dass wir einen voll funktionsfähigen Rechtsstaat haben.
Dann würde ich Menschen, die genau das in Frage stellen, doch vermutlich auch als Menschen ansehen, die etwas eigentlich Perfektes aus Eigennutz oder Dummheit zerstören wollen?

Dann hätte ich das Virus vielleicht als eine Art „Naturkatastrophe“ angesehen, die völlig überraschend über die Welt hereinbrach – und von Regierungen und privaten Organisationen sofort verantwortungsvoll zugunsten der Menschheit bekämpft wurde. Dass im Oktober 2019 in New York eine Pandemie-Übung zu einem weltweiten Corona-Ausbruch stattfand, deren Veranstalter die Bill- und Melinda-Gates-Stiftung, das WEF und die John Hopkins-University waren (https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/503951/Event-201-Eine-sonderbare-Pandemie-UEbung-kurz-vor-Ausbruch-der-Corona-Krise) , hätte ich vermutlich ignoriert oder zumindest nicht in Zusammenhang mit den weiteren Ereignissen gebracht. Dass es nicht das erste Planspiel dieser Art war, hätte ich als „vorausschauende Gesundheitspolitik“ angesehen und positiv bewertet. Ebenso wie ich vielleicht gain of function-Forschung an Viren als „vorausschauend“ bewertet hätte.

Die äußerst schnelle Bereitstellung eines Tests auf das neuartige Virus hätte ich begrüßt. Kritischen Stimmen, die darauf hinwiesen, dass der PCR-Test nicht zur Diagnose geeignet ist, dass er nie „normiert“ wurde, dass bis heute keine einheitlichen Vorgaben hinsichtlich ct-Wert und sonstiger Handhabung vorliegen – und dass das Cormann-Drosten-Protokoll zu diesem Test den üblichen wissenschaftlichen Standards nicht genüge, hätte ich keinen Glauben geschenkt.

Die merkwürdige Berichterstattung über „Inzidenzen„, ohne dass jemals Bezugsgrößen genannt wurden, oder jemals zwischen „positiven Tests“ und Erkrankung unterschieden worden wäre, hätte ich vielleicht als handwerklichen Fehler angesehen. Der in der Hektik und Panik einer Pandemiebekämpfung schon mal passieren könne.

Die Unsummen, die der Pharma- und Biotec-Branche aus öffentlichen Steuermitteln zur Verfügung gestellt wurden, hätte ich möglicherweise begrüßt. Ebenso wie die äußerst schnelle Bereitstellung eines „rettenden“ Impfstoffes durch diese Unternehmen.

Denn ich hätte all die Berichte 2020 über überlastete Krankenhäuser und mit Covid-19-Patienten überbelegte Intensivstationen mit ständig drohender Triage sicherlich geglaubt.
Wenn mir dann (in 2021) jemand diesen Link https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/C/Coronavirus/Analyse_Leistungen_Ausgleichszahlungen_2020_Corona-Krise.pdf geschickt hätte, und darauf hingewiesen hätte, dass dort auf Seite 4 zur bundesweiten Bettenauslastung in deutschen Krankenhäusern bzgl. des Zeitraumes 1.1. – 31.12. 2020 folgendes steht: „... sank die Bettenauslastung auf ein Allzeittiefpunkt von 67,3% (und 68,6% auf den Intensivstationen). Dies berücksichtigt bereits die Versorgung der COVID-19-Patienten, für deren stationäre Versorgung im Jahresschnitt unter Berücksichtigung der Überlieger 2% aller Betten und knapp 4% der Intensivbetten benötigt wurden, natürlich mit zeitlichen und geographischen Spitzen.“, hätte ich das als „Fake News“ abgetan, und ignoriert, dass es in einem Gutachten für das Bundesgesundheitsministerium (und auf dessen Seiten) steht.
Ich hätte die Zahl der „Corona-Toten“ von rund 80.000 im Kopf gehabt, die im letzten Jahr ständig genannt wurde. Und ich würde wohl nicht glauben, dass in dem Gutachten von einer Zahl von rund 30.000 in dem Jahr in Krankenhäusern an Corona Verstorbenen die Rede ist. Und dass das RKI eine Gesamtzahl (Krankenhäuser plus Pflegeheime etc.) von rund 40.000 an Corona Verstorbenen für das Jahr genannt hat (S.13 des Gutachtens, s.a. die Fußnote). Ich könnte mir vielleicht gar nicht vorstellen, dass die Gesamtsterblichkeit des Jahres 2020 (die Gesamtjahressterblichkeit liegt in Deutschland im Schnitt bei knapp 900.000 Menschen), durch Covid nicht beeinträchtigt wurde.

Ich würde vermutlich glauben, dass Nebenwirkungen der Spritzen, so sie denn auftreten, präzise erfasst werden. Und es exakte Daten gibt.
Es würde mir nicht merkwürdig vorkommen, dass kreuz und quer verschiedene Stoffe gespritzt werden, was eine Zuordnung unerwünschter Wirkungen unmöglich macht.
Dass nur äußerst wenige Ärzte Nebenwirkungen überhaupt melden, würde ich für eine Lüge halten.
Dafür würde ich glauben, es lägen allen unerwünschten Nebenwirkungen und auch Todesfällen, die in zeitlichem Zusammenhang mit den Spritzen auftreten, jeweils andere Ursachen zugrunde.
Kritischen Aussagen von Ärzten und Professoren, auch wenn es sich um Nobelpreisträger oder sonstige weltweit bekannte Wissenschaftler vom Fach handeln sollte, würde ich grundsätzlich keinen Glauben schenken. Vielleicht würde ich annehmen, die wollten sich „wichtig machen“, wären möglicherweise neidisch auf die Popularität eines Prof. Drosten oder der Chemikerin Mai Thi Nguyen-Kim.

Okay, dass der Rechtsstaat seit 2020 ganz erhebliche Dellen bekommen hat, hätte ich als Juristin nicht ignorieren KÖNNEN. Auch manche Aussage von Mitgliedern eines „Ethik-Rates“ hätten mir selbst dann, wenn ich alles rund um die Pandemie für „wahr“ gehalten hätte, die Fußnägel hoch gezogen … .

Vielleicht hätte ich mir aber weniger Gedanken darum gemacht, wie fatal es sein könne, dass das Bundesverfassungsgericht in letzter Zeit immer politischer besetzt wurde und immer weniger nach Qualifikation. Dass man ausgerechnet einen Mann, der niemals in seinem Leben Richter war (auch nicht Rechtsgelehrter), sondern bis zu seiner Berufung an das Gericht Bundestagsabgeordneter für die Regierungsfraktionen (und Anwalt in einer Wirtschaftskanzlei), zum Präsidenten beruft, hätte mir trotzdem nicht gefallen. Vielleicht aber hätte ich dennoch darauf vertraut, dass er und seine Mitrichter*innen sich der „Würde ihres Amtes“ bewusst sind und versuchen, sich eine gewisse politische Unabhängigkeit zu erarbeiten. Vielleicht wäre ich dann erst bei der heutigen Entscheidung zur „Bundesnotbremse“ insoweit aus allen Wolken gefallen… .

Wenn ich also alles, was in den letzten zwei Jahren passiert ist, für völlig in Ordnung und „richtig“ gehalten hätte.
Dann würde ich Menschen, die ständig warnen, dass hier etwas ganz und gar nicht stimme, wohl für gefährliche „Spinner“ halten, deren einziges Ziel es sei, grundlos Vertrauen in den Staat (und die Demokratie) zu zerstören. „Spinner“ oder „Naivlinge“, die nicht merken, dass sie mit ihren Warnungen „Rechtsradikalen“ in die Hände spielen.

WÜRDE ICH???

Ich weiß es nicht.
Denn als Person, zu deren grundlegenden Qualifikationen es gehört, in Argumentationen Ungereimtheiten, Unlogik, Halbwahrheiten, Widersprüchlichkeiten, Lügen, Manipulationen usw. zu erkennen, war und ist es mir einfach unmöglich, für „in Ordnung“ zu halten, was da weltweit seit 2 Jahren „verkauft“ wird.

Dabei bin ich sogar der Meinung, dass dieses Deutschland, in dem wir leben, in vieler Hinsicht „besser“ ist, als so manche voran gegangene Deutschland. Ich halte die in Deutschland handelnden Personen nicht für von Grund auf „böse“. Mir liegt nichts daran, irgendjemand zur Rechenschaft zu ziehen, zu bestrafen oder zu „zerstören“.

ABER:
Völlig unabhängig davon, wer oder was hier „die Strippen zieht“: Hier wird – unter dem Deckmantel einer Pandemie – aus meiner Sicht eben tatsächlich von anderen gerade eine Menge von dem zerstört, was Demokratie und insbesondere Rechtsstaat FÜR MICH ausmacht. Und ich würde gerne (wieder) in einem Rechtsstaat leben, zu dem ich vollstes Vertrauen habe.
Menschen und Organisationen, die mit Lügen, Manipulationen und immer stärkerem Druck, also im Prinzip mit mafiösen Methoden arbeiten, zu denen habe ich kein Vertrauen!!!