Mit der Natur …

Künstlerin: Dörte Müller

Ich habe die Schmetterlinge vermisst dieses Jahr. Unser Schmetterlingsflieder, der Salbeistrauch und manch anderes wirkten dieses Jahr so seltsam leer. Sonst tummelten sich da viele bunte Schönheiten. Doch diesen Sommer glänzten sie weitgehend durch Abwesenheit.

Wenigstens bekommen wir noch Besuch von verhältnismäßig vielen Vögel. „Unsere“ Vögel, wie ich sie zu nennen pflege, weil sie uns oft schon lange treu sind: Das Starenpaar, das bereits seit mehreren Jahren regelmäßig zum Brüten wieder kommt. Die verschiedenen Meisenarten, die sich auch gerade jetzt wieder in unseren Vögelbädern putzen und dabei auch richtig putzig aussehen. Die Rotkehlchen; die Buntspechte, die sich immer mal wieder laut bemerkbar machen. Der oder die Kleiber. Die klugen Elstern und einige mehr. Nachdem ich bei dem informativen Blog von Linsenfutter gesehen habe, wie ein Grünspecht aussieht, bin ich mir ziemlich sicher, sogar ein solches Exemplar schon einmal hier gesehen zu haben.

Eine „unserer“ Tauben muss im Frühsommer gerissen worden sein, die Federn inklusive all der inneren Flaumfedern lagen verteilt auf unserer kleinen Wiese. Ich war erst ein wenig traurig ob des Dramas, das sich abgespielt haben musste. Aber dann rückte „unsere“ gut zehnköpfige Spatzenbrigade an … – und fein säuberlich wurde Feder für Feder in kleinen Schnäbeln abtransportiert. Wohl, um damit die eigenen Nester schön zu polstern. Süß sah das aus und ich war wieder versöhnt :-). Ja, und jetzt ist die Spatzenbrigade noch etwas größer und unsere Vogelfutterstellen sind noch schneller leer gefressen … .

Die Natur gab mir in diesem Jahr noch mehr Gelegenheiten, ihr Recyclingkonzept zu bewundern: Vermutlich war es ein Fuchs, der nachts recht dicht bei der Terassentür eine nicht gerade hübsch anzusehende Hinterlassenschaft abgelegt hatte. Reste von einer Maus waren noch in dem Haufen zu erkennen. Ich war wenig begeistert. Aber: Wie aus dem Nichts kam der Entsorgungstrupp angeflogen. Schmeißfliegen, die den Haufen innerhalb von zwei Tagen restlos beseitigten. Seitdem sehe ich diese Art Fliegen mit ganz anderen Augen ;-). Was für arbeitsame Tierchen! :-).

Es gab Verluste. Das Nest der Drosseln mit den vier Eiern darin war zu sichtbar, zu gut zu erreichen für Eichhörnchen oder „unsere“ Eichelhäherfamilie. Auch der Nachwuchs der Rotschwänzchen vor einigen Jahren, von den Eltern damals treu umsorgt, hat es möglicherweise nicht geschafft. Denn die Eichelhäher, die auch damals selbst Nachwuchs zu versorgen hatten, hatten den Nistkasten entdeckt…. . Nun ja, auch das ist Natur.

Wir füttern bisher nicht das ganze Jahr zu für die Vögel. Aber wir versuchen, den Vögeln ansonsten viel zu bieten: Es gibt eine Wildbeerenhecke und einige andere Leckereien an Strauch, Baum und Busch. Wir haben keinen Rasen, sondern eine kleine Wiese, in der alles wachsen darf, was will (und teilweise auf unserem Speiseplan landet). Verblühte Blumen von Rosen etc. schneiden wir nicht ab. Sie werden gerne von Insekten besucht und damit auch von den Vögeln. Und auch unsere Ecken mit Totholz sind alles andere als tot.

Klingt nach viel Natur? Ist es aber nicht … . Das Grundstück ist klein. Und vollständig umgeben von Nachbarn, die alle sehr viel Wert legen auf einen gepflegten grünen Rasen als Garten. Sie betreiben viel Aufwand dafür. Da wird vertikutiert und ab Blätterfall den gesamten Herbst laubgepustet und – gesaugt. In den immer regenärmeren Sommern jeden Abend gewässert. Fast jede Woche gemäht, immer mal wieder gedüngt und wohl leider manchmal auch gespritzt. Und keine Ahnung, was sonst noch alles. Irgendwas scheint für so einen grünen Rasen immer zu tun zu sein. Komischerweise macht ihnen das gar keinen Spaß, aber es ist ihnen wichtig.

Während mir völlig unverständlich ist, warum man sich so viel ungeliebte Arbeit macht und so viel Aufwand betreibt, um die Natur vor seiner Tür „zu bekämpfen“, ist den Nachbarn völlig unverständlich, wie man sich in unserem Chaos wohl fühlen kann. Zum Glück sind sie tolerant genug, sich nicht über unser „Unkraut“ zu beschweren. Jedenfalls nicht uns gegenüber … .

Wo sind nur die schönen bunten Schmetterlinge geblieben?!

Erziehung

In Reih und Glied…. ; Künstlerin: Dörte Müller

„Du mit deinem moralischen Zeigefinger…“, sagt mein Mann immer liebevoll, wenn ich mal wieder predige, dass man Menschen dazu bringen müsse, mehr zum Schutz ihrer Umwelt zu tun. (Dass ich zum „moralischen Zeigefinger“ neige, sieht man z.B. deutlich in meinem Beitrag „Die Krone der Schöpfung“ …;-)). Dabei kannst gerade Du es überhaupt nicht haben, wenn jemand Dich „erziehen“ will!“

Das stimmt. Es ist ein Grund, warum ich auf diese Corona-Diskussion so stark reagiere. Ich kann es nicht ausstehen, wenn ich das Gefühl habe, dass Leute meinen, mich erziehen zu müssen. Mich in ihrem Sinne „verbessern“ wollen: Hin zu mehr „Gehorsam“ und weniger Unabhängigkeit. Das geht gar nicht!

Aber beim Umweltschutz … wenigstens so ein klein wenig… . Das müsste doch möglich sein. Wäre schließlich zum Nutzen aller…!

Erziehung? Vom Verstand her weiß ich, dass das nicht klappen wird. Ich kann Menschen meine Bedürfnisse und Gefühle mitteilen. Aber, ob sie meinen Bedürfnissen folgen wollen, muss ich wohl ihnen überlassen. Denn sie haben möglicherweise ganz andere Bedürfnisse, sehen etwas ganz anderes als „zum Nutzen aller“ an. Arbeitsplätze zu schaffen und zu erhalten, zum Beispiel. Manch eine*r braucht auch einen „ordentlichen“ Garten, mag weder „Unkraut“ noch Insekten. Oder ärgert sich – so wie ich die letzten Wochen …-, wenn die Vögel doch tatsächlich ganz dreist alle Trauben wegfressen, bevor sie reif sind.;-).

Dennoch: Fast alle Menschen neigen dazu, andere „erziehen“ zu wollen. Jede*r ist immer der Meinung, genau zu wissen, was für andere (oder für alle) gut ist.

Erziehungsformen

Erziehung läuft über Strafe. Tatsächlich scheinen erschreckend viele Menschen es sehr zu mögen, andere zu bestrafen. Wer sich nicht „an die Regeln hält“, müsse bestraft werden. So heißt es bei diesen „Corona-Regeln“ oft. Ob eine Regel sinnvoll ist oder nicht – und wer eigentlich bestimmt, ob sie sinnvoll ist, das sind zweitrangige Fragen. Die Regel ist da. Also muss sie eingehalten werden. Und wer sie nicht einhält, ist zu erziehen, indem er bestraft wird. Und wenn die Regel noch gar nicht da ist, wie die Maskenpflicht bei den Großdemonstrationen im Freien gegen die Corona-Regeln, dann wird sie eben im Nachhinein geschaffen. Auch eine Art Strafmaßnahme (denn die Infektionszahlen hatten ja gar nicht zugenommen nach den Demos, Infektionsschutz konnte also nicht wirklich die Begründung sein…).

Selbst gegenüber anderen Staaten ist diese Art des Erziehungsversuchs sehr beliebt. Zumindest was Russland angeht, meinen erstaunlich viele Politiker*innen, sie müssten dieses Land „erziehen“ über Strafmaßnahmen (Sanktionen).

Solche Art „Erziehung“ überzeugt die „zu Erziehenden“ allerdings so gut wie nie. Sie tun vielleicht kurzzeitig, was von ihnen erwartet wird (andere Staaten tun auch das eher selten). Aber nicht, weil sie es nunmehr aus ganzem Herzen tun wollen, sondern weil sie die Strafe vermeiden wollen. Die innere Auflehnung gegen die „Erziehenden“ nimmt hingegen meistens zu.

Erziehung läuft über Verbote. „Mit denen lässt DU dich nicht auf der Straße blicken! Wir sind schließlich eine anständige Familie. Und mit solchem „Gesindel“ wollen wir nichts zu tun haben!“

Erziehung läuft über Angst machen. Das mag bei Kindern funktionieren: „Wenn du auf die heiße Herdplatte fast, wirst du großes Aua haben.“ Wenn das Kind die Liebe spürt, die hinter der Aussage steckt, wird es sich vielleicht von sich aus daran halten. Erwachsenen zu sagen, „Wenn du keine Maske trägst, wirst du dich mit einer ganz furchtbar gefährlichen Krankheit infizieren.“, ist anscheinend für viele, aber durchaus nicht für jede*n überzeugend. Erwachsene, die sich die Zeit nehmen, Statistiken zu lesen, nachzudenken und Fragen zu stellen, könnten sich hier als „schwer erziehbar“ erweisen. Zumal Liebe hinter der Aussage auch nicht wirklich spürbar ist. …

Erziehung läuft über Beschämung. Auslachen. Lächerlich machen. Auch das ist immer wieder sehr beliebt. Was gibt es nur alles für „absurde Verschwörungstheorien“, ha ha … ! Wie dumm manche Leute sind, ha ha … !

Erziehung läuft über Manipulation. Angst machen gehört dazu. Aber auch Schuldzuweisungen: „Du bist schuld, dass Mami traurig ist, wenn DU …“. „Du bist schuld, wenn andere sterben, weil DU keine Maske trägst.“

Erziehung läuft über Belohnungen. Lob. Anerkennung. Den Wunsch, „dazu zu gehören“.

Viele dieser „Erziehungsformen“ scheinen zunächst zu funktionieren. Menschen, denen man Angst gemacht hat, sind oft sehr bereit, alles Mögliche zu tun, was von ihnen erwartet wird. Wenn sie damit ihre Angst reduzieren können.

Aber wehe, sie kommen irgendwann auf den Gedanken, dass sie manipuliert wurden… ! Wenn ich das Gefühl habe, dass jemand versucht hat, mir Angst zu machen, um mich zu manipulieren und für eigene Ziele zu instrumentalisieren, werde ich zum einen wütend und neige zum zweiten dazu, diesem jemand nie wieder irgendetwas zu glauben. Und das geht sicher nicht nur mir so.

Schuldzuweisungen und Beschämungen führen bei den so „Behandelten“ ohnehin normalerweise nicht dazu, dass sie sich den „Erziehenden“ verbunden fühlen und künftig von ganzen Herzen auf deren Wünsche eingehen werden. Mit dieser „Erziehungsform“ schreckt man vielleicht die schweigende Mehrheit ab, sich wohlmöglich bei nächster Gelegenheit genauso zu verhalten, wie die Beschämten. Das kommt auf den persönlichen Charakter der Leute in der „schweigenden Mehrheit“ an. Manch eine*r macht gerne mit bei den Schuldzuweisungen und Beschämungen (Teile der sogenannten Comedy-Szene scheinen gar davon zu leben nach meinem Eindruck). Manch eine*r fühlt aber auch den eigenen Gerechtigkeitssinn angesprochen und solidarisiert sich „jetzt erst recht“ mit den „Ausgestoßenen“.

Belohnungen, Lob und Anerkennung funktionieren begrenzt, schleifen sich aber ab. Selbst schon bei Kindern, erst recht bei Erwachsenen.

Tja, irgendwie: Andere „zu erziehen“ erscheint den meisten Erwachsenen wichtig. Aber sobald man als Erwachsene*r merkt, dass andere einen selbst „erziehen“ wollen, reagieren die wenigsten Erwachsenen erfreut. Denn als „Erziehende*r“ maßt man sich ja immer an, es besser zu wissen / klüger zu sein, als die zu Erziehenden. Und diese empfinden die Ansicht, dass sie „erzogen“ werden müssten, dann eben meist auch als Anmaßung und Beleidigung – und sind entsprechend empört.

Deshalb ist es m.E. eher kontraproduktiv, wenn die Verantwortlichen in öffentlich rechtlichen Medien denken, sie müssten einen „Erziehungsauftrag“ erfüllen. Von wem auch immer sie meinen, diesen „Auftrag“ erhalten zu haben. Komischerweise wundern sie sich oft sehr, wenn die, die sie „erziehen“ wollten, darüber gar nicht so begeistert zu sein scheinen. Und finden deren Empörung dann wieder total unverschämt, denn schließlich wollten sie ja „nur das Beste“ für alle. Und selbstverständlich wissen sie auch ganz genau, was dieses Beste ist. … .

Was wollen wir erreichen mit unserer „Erziehung“?

Eigentlich streben die meisten Menschen doch an, glücklich zu sein. Und wollen das auch für ihre Kinder. Ist unsere Art, andere zu erziehen, vor diesem Hintergrund wirklich so toll? Ich habe den Verdacht, dass meist nicht einmal den „Erziehenden“ ihre Erziehungsversuche wirkliche Freude machen, wenn ich deren sorgenvollen und ernsten Gesichtsausdrücke bei ihren Äußerungen betrachte…(obwohl sie sich dabei natürlich sehr wichtig vorkommen). Denen, die Adressaten dieser Versuche sind, machen diese Erziehungsversuche meist noch viel weniger Freude. Als Kind kann man oft wenig dagegen tun und fügt sich mehr oder weniger. Es scheint halt dazu zu gehören. Als Erwachsener hingegen ist man verärgert, wenn man sich als Adressat eines Erziehungsversuchs anderer Erwachsener sieht, und fügt sich in der Regel nicht.

Denn Erziehung, wie wir sie praktizieren, fokussiert fast immer auf das, was wir als „Schwächen“ anderer Personen (oder auch von uns selbst) wahrnehmen. Wir beurteilen, was eine Schwäche oder ein Fehlverhalten einer anderen Person sei, und wollen diese „ausmerzen“. Das Fehlverhalten macht uns Sorgen. Wir spüren die „Last der Verantwortung“, dieses Fehlverhalten korrigieren zu müssen. Selbstverständlich zum Besten der betreffenden Person. Und zum Besten aller. So rechtfertigen wir unsere Erziehungsversuche.

Was genau aber ist ein „Fehlverhalten„? Und wer bestimmt das? Ich persönlich neige dazu zu sagen, Fehlverhalten ist alles, was andere Lebewesen quält (auch über Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen), – also z.B. Massentierhaltung … . Andere sehen dies ganz anders. Und würden sich von mir mit dieser Aussage schwer beleidigt fühlen. Insbesondere, wenn ich dann wohlmöglich auch noch behaupte, die Abschaffung der Massentierhaltung wäre auch zu ihrem Besten und würde sicherlich auch ihrem Charakter gut tun… . Und dem Planeten sowieso.

Gerade die Debatte um die Landwirtschaft zeigt es m.E. gut: Mit „moralischem Zeigefinger“ erreicht man nichts, sondern erzeugt verärgerte Landwirte. Mit „freiwilligen Selbstverpflichtungen“ erreicht man auch nichts, wenn diese nicht aus dem eigenen Wunsch der betreffenden Menschen heraus entstehen, wirklich etwas verändern zu wollen. Dieser Wunsch wiederum hat etwas mit den eigenen Werten und Bewertungen zu tun, denke ich.

Natürlich kann man eigene Werte den eigenen Kindern vermitteln, indem man sie ihnen vorlebt. Und bei anderen Erwachsenen? Denen kann man sie ebenfalls vorleben. Aber zwangsweise „überbraten“? Aus solchen Versuchen sind furchtbare Religions- und Ideologiekriege entstanden. Weil Menschen meinten, ihre Werte anderen (gewaltsam) aufdrängen zu müssen. Und sich dabei noch eingebildet haben, sie täten ein gutes Werk.

Wenn wir mit unserer „Erziehung“ wirklich eine bessere Welt anstreben, vielleicht sollten wir es genau anders herum versuchen? Vielleicht ist der gesamte Gedanke mit der schwächenorientierten Erziehung eigentlich ein „Fehlgedanke“? Ich mag die positive Psychologie, die ganz klar davon ausgeht, dass Erziehung stärkenorientiert sein sollte. Aus dieser Sicht sollten Erziehende vorhandene Stärken fördern bei den ihnen Anvertrauten, statt zu versuchen, deren echte oder vermeintliche „Schwächen“ auszumerzen.

Auf die Bereicherung schauen, nicht auf die Schwächen

Inzwischen würde ich persönlich sogar noch einen Schritt weiter gehen. Ich finde, Erziehung sollte in erster Linie dankbarkeitsbasiert sein. Nicht versuchen, das Kind in irgendeine Richtung zu „ziehen“, von der man aus dem eigenen Leben heraus denkt, es wäre für das Kind die „richtige“. Sondern täglich zu üben, die Bereicherung wahrzunehmen, die das eigene Kind bietet und dafür ihm und der Schöpfung unendlich dankbar zu sein. Und darauf vertrauen, dass das Kind die für sie oder ihn „richtige“ Richtung selbst finden wird… . Nicht sich auf die vermeintlichen Schwächen des Kindes zu konzentrieren, von denen man denkt, dass sie seinem späteren „Erfolg“ im Leben entgegen stehen könnten. Sondern das einzigartige Wunder sehen, das jedes Kind ist.

Ich hätte es durchaus toll gefunden, so erzogen zu werden!

Kinder, denen auf diese Art Selbstliebe vermittelt aber auch gleichzeitig Dankbarkeit gegenüber der Schöpfung vorgelebt wird, werden vielleicht auch wundervolle dankbare Erwachsene werden. Die keinerlei Bedürfnis mehr haben werden, die o.g. „Erziehungsformen“ bei anderen (oder auch bei sich selbst) anzuwenden.

Utopie? Ja klar. Jedenfalls noch. Menschen in meinem Alter sind schließlich fast alle ganz anders aufgewachsen.

Und so gebe ich zu, ich muss noch ziemlich viel üben, um meinen „moralischen Zeigefinger“ zu stoppen und stattdessen die Bereicherung in den Menschen wahrzunehmen, die ihren Müll achtlos in die Gegend kippen… ! 😉 Tja, und manchmal will ich das auch gar nicht. Denn, auch wenn ich weiß, dass ich damit wenig bewirke: Manchmal tut es mir auch einfach nur saugut, meinem Ärger über Zeitgenossen, die ich als „ignorant“, „dumm“, „ihre Macht missbrauchend“ oder was auch immer ansehe, mal so richtig Luft zu machen… 🙂

Die „Krone“ der Schöpfung?

Künstlerin: Dörte Müller

Eines der Dinge, die ich an den von mir so oft gescholtenen öffentlich rechtlichen Medien ganz toll finde, sind die Naturdokus. „Planet Erde“, „Der blaue Planet“ o.ä., das sind oft spektakuläre Bilder von den Wundern dieser Erde. Die buntesten, exotischten, merkwürdigsten Geschöpfe in der Tiefsee oder auch in den Bäumen naturbelassener Wälder. Es scheint nichts zu geben, was es nicht gibt auf dieser Welt. Unglaublich faszinierend! Was für eine tolle Schöpfung!!!

„Um“welt oder „Mitwelt“?

… Und dann sehe ich die Bilder, wo über Tausende von Jahren auf dem Meeresboden gewachsene Korallensiedlungen durch Schleppnetzfischerei mal so eben unwiederbringlich zerstört wurden. Ich höre den „Umweltminister“ Brasiliens sagen, wie toll er das findet, den brasilianischen Regenwald roden lassen zu können, ohne dass großartig jemand protestiert. Der Präsident Brasiliens bezeichnet die Umweltbehörden gar als „Krebsgeschwür“.

Ich lese, wie viele Tonnen Pestizide selbst in Deutschland und sogar in Privatgärten immer noch jährlich ausgebracht werden, die unser Grundwasser vergiften. Ich höre, dass schon einer dieser Billionen von jährlich achtlos weggeworfenen Zigarettenstummeln rund 300 Liter Wasser verseuche und die Zigarettenfilter für einen großen Teil des Mikroplastiks in unseren Meeren verantwortlich seien. Ich sehe, wie viel Müll irgendwo von Leuten einfach in die Wälder oder in Gewässer gekippt wird. Wie viel Boden auch in Deutschland immer noch verdichtet wird. Wie Bohrinseln in Naturschutzgebieten stehen und weitere genehmigt werden. Wie Flüsse ausgebaggert werden, um sie für Großschifffahrt nutzbar zu machen. Wie viele Kreuzfahrtschiffe es gibt, die immer noch völlig ungefiltert ihre Abgase in die Luft blasen dürfen. Wie viel Müll jährlich produziert wird von den Industriestaaten, und wie viele als „Ressourcen“ angesehene Schätze der Erde permanent verantwortungslos ausgebeutet und verbraucht werden. Und so weiter … .

Und ich frage mich, sind Menschen die „Krone“ der Schöpfung? oder vielleicht doch eher ein „Corona-Virus“ der Schöpfung? Wobei die Corona-Viren ihren „Wirt“ normalerweise nicht zerstören. Wir Menschen hingegen tun das leider permanent und offenbar völlig gedankenlos. Haben wir nicht für die Menschheit weitaus wichtigere und drängendere Probleme zu lösen, als irgend so ein alles in allem doch eher harmloses Virus „zu bekämpfen“?

Die Natur hat uns so viele Wunder zu bieten. Und wir sehen diese nicht einmal, sondern definieren die Natur stattdessen als „bedrohlich“, „zu unterwerfen“, „zu bekämpfen“ und „auszubeuten“???

Vielleicht ist schon der Begriff „Um“welt ungünstig, weil er suggeriert, es gebe uns, und die Welt um uns herum? Statt uns als Teil dieser Welt zu sehen?

Wir beten Technik an. Und scheinen die raffiniertesten Wunder der Natur nicht einmal wahrzunehmen, es sei denn, sie können als Anregung für technische Lösungen dienen. Elon Musk, der die Grenzen der technischen Möglichkeiten immer weiter verschieben möchte, gilt als Star. Dem dann selbst im Trinkwasserschutzgebiet von Landesregierungen mit Beteiligung der „Grünen“ der rote Teppich ausgerollt wird für seine Gigafabrik. Das Ganze wird dann noch als Umweltschutz verkauft, weil er ja Elektroautos bauen will. Nur leider schützen der Bau einer Gigafabrik und der Bau von Autos die Um-/Mitwelt nicht, sondern sie verbrauchen enorm viel „Ressourcen“ (also Güter dieser Erde, von denen Menschen zu denken scheinen, sie wären ihr Eigentum). Autos gibt es auf diesem Planeten bereits eine Menge. Und sie sind für uns nicht lebenswichtig. Trinkwasser schon. Und verseuchtes Trinkwasser ist verloren. Wir haben eine Überproduktion von Autos in Deutschland. Der man nicht damit begegnen kann, dass man ständig neue Kaufanreize schafft, sondern damit, dass man die Produktion reduziert. Und dadurch diesen Planeten entlastet. Es macht keinen Sinn, ständig Dinge zu produzieren, die kein Mensch wirklich braucht, und die bald darauf wieder „verschrottet“ werden. Am sinnlosesten erscheint mir das bei Waffen. Was ist das für eine Spezies, die auf den idiotischen Gedanken kommt, etwas massenhaft zu produzieren, was bei der Produktion jede Menge „Ressourcen“ verschlingt – und keinem anderen Zweck dient, als Teile der Schöpfung zu zerstören???

Echter Mitweltschutz hätte etwas mit Konsumverzicht zu tun, nicht mit Konsumankurbelung. Und schon gar nicht mit Waffenproduktion und -export.

Natürlich will das niemand. Konsumverzicht. Exporteinschränkungen. Schon gar nicht in einer Zeit, wo die Wirtschaft wegen der weltweiten Corona-Lockdowns ohnehin zu kämpfen hat. Aber wäre es nicht an der Zeit, sich ganz verstärkt Gedanken zu machen, wie man weltweit zu einer wirklich mitweltfreundlicheren Wirtschaft kommen könnte? Umweltschutz im Sinne von Mitweltschutz ist etwas sehr viel weiter Gehendes als Klimaschutz. Längst nicht alles, was uns als Klimaschutz verkauft wird, ist Umwelt-/Mitweltschutz (s. Tesla …). Aber echter Mitweltschutz wird immer auch dem Klima gut tun.

Wäre es nicht an der Zeit, unsere Haltung zu ändern? Die Wunder der Erde viel mehr zu sehen, zu würdigen und zu schützen? Wahrzunehmen, dass Leben auf Kooperation aufbaut und alles mit allem verbunden ist? Uns keine Masken vor das Gesicht zu hängen, sondern die Düfte der Natur mit allen Sinnen wahrzunehmen – und dafür zu sorgen, dass wir die Luft, die wir zum Atmen brauchen, nicht ständig verschmutzen? Zu erkennen, dass wir reines klares Wasser zum Leben brauchen – und es kaum etwas Dümmeres gibt, als dieses Geschenk der Natur zu verunreinigen? Zu erkennen, dass Kampf und Krieg gegen andere Menschen und / oder die Natur ziemlich schlechte Ideen sind, die enorm viel Schaden anrichten?

Wäre es nicht an der Zeit, Abstand zu üben? Nicht von anderen Menschen oder der Natur, sondern von einer Haltung, die von Geldgier und Gier nach Macht über andere geprägt ist???

Natürlich geht all das nicht zwangsweise. Man wird weder Brasiliens Machtclique noch Landwirtschaftsgroßbetrieben mit Massentierhaltung in Deutschland eine andere Haltung „verordnen“ können. Man könnte Anreize anders setzen, also durch die Subventionspolitik in der Landwirtschaft nicht ausgerechnet die großen Betriebe fördern. Handelsabkommen mit Brasilien und anderen Staaten so ausgestalten, dass der Schutz natürlicher Ressourcen im Vordergrund steht.

Wie man an diesen Beispielen schon sieht, ist es meist nicht die „Schuld“ Einzelner, dass die Welt so ist, wie sie ist. Sondern weltweit steht für die meisten Menschen immer noch die Wirtschaft im Vordergrund und nicht der Schutz der Mitwelt. Jedenfalls nicht, wenn dieser zulasten der Wirtschaftsleistung gehen könnte.

Entfremdung

Für mich ist der Umgang mit diesem Virus ja auch ein Zeichen für unsere Entfremdung von unserer Mitwelt – und ein Grund, warum ich auf die verordneten Maßnahmen so negativ reagiere. Masken, Desinfizieren von allem Möglichen und Unmöglichem – und warten auf den vermeintlich „erlösenden“ Impfstoff: Die Um-/Mitwelt scheint extrem gefährlich. Der andere Mensch ebenso. Nur die von Menschen erfundene „Technik“, der Impfstoff, kann angeblich „retten“. Wenn jemand immunstärkende Mittel aus der Natur empfiehlt, Knoblauch, Thymian, Beeren, Cistustee, Vitamin D (Sonne) usw., gilt das als lächerlich. Man habe dann die „Gefährlichkeit“ des Virus nicht erkannt, verharmlose dieses auf „unverantwortliche“ Weise. So geht Entfremdung von allem Natürlichen.

Chancen?

Aber das Virus bietet zumindest die Chance, über einige Dinge nachzudenken, die vorher als völlig normal hingenommen wurden. Ob die Zustände in unserer Fleischindustrie, oder die schon lange kaputt gesparten Gesundheitssysteme in den meisten Staaten dieser Welt. Ob sich da wohl jetzt etwas tun wird zum Besseren?

Und vielleicht werden die Milliarden, die derzeit in die Forschung für einen Impfstoff gegen Corona fließen, künftig auch „sinnvoller“ ausgegeben: Zum Beispiel, im Einsatz für saubereres Trinkwasser weltweit? Da könnten Technik und Mitweltschutz vielleicht wirklich einmal segensreich zusammen spielen. Es müsste nur jemand bezahlen. Vielleicht wäre Elon Musk für eine entsprechende Aktion zu gewinnen… ;-)? Wer weiß!

Ich glaube ja schon, dass Menschen eigentlich sehr „machtvolle“ Wesen sind. Und als solche vielleicht auch das „Sahnehäubchen der Schöpfung“. Ich finde diesen Begriff schöner, als den der Krone, denn Sahne verbindet sich mit dem Gericht. Und macht dieses gleichzeitig ein bisschen feiner. Aber unsere volle Macht als Menschen werden wir wohl nur ausschöpfen können, wenn wir auch unsere Herzen nutzen und nicht nur unsere Gehirne. Da geht weltweit sicher noch Einiges… .

Aber es tut sich auch Einiges. So bin ich immer ganz begeistert, wenn ich in vielen Blogs lese (und auch in den Medien sehe), wie viele Menschen sich für andere Menschen und auch für die Natur engagieren. Sich als Teil der Schöpfung empfinden und diese Schöpfung als etwas sehen, was es zu bewahren und zu schützen gilt. Und nicht, als etwas, was man sich „untertan machen“, verbrauchen oder gar bekämpfen sollte.

DANKE Euch allen, die Ihr Euch engagiert für das Wohlbefinden anderer! Ob privat oder im Rahmen Eures Berufs oder auch mit kleinen Gedichten, Geschichten oder schönen Fotos in Euren Blogs, mit denen Ihr ein Lächeln auf die Gesichter Eurer Mitmenschen zaubert!!! Ich finde, Ihr seid die Sahnehäubchen der „Schöpfungsspeise“ und sorgt dafür, dass diese auf die Dauer immer feiner wird!!!

Loslassen

Künstlerin: Dörte Müller

Viele Menschen fasten gerade, indem sie bis Ostern auf irgendeine liebgewordene Gewohnheit verzichten. Süßigkeiten, Fernsehen etc.

Mir wurde am Wochenende klar, dass es mir auch sehr gut tun würde, etwas loszulassen: Meine Erwartungen. Meine Erwartungen, dass Dinge sich so entwickeln müssten, wie ich es gerne hätte. Meine Erwartung, dass andere Menschen sich so verhalten sollten, wie ich es für richtig halte.

Denn, wenn Dinge sich anders entwickeln, als ich es gerne hätte, stresst mich das. Wenn Menschen sich anders verhalten, ärgert mich das. Beides ist meinem eigenen Glück nicht zuträglich. Und eigentlich auch völlig unsinnig, denn ich kann das Meiste ja nicht beeinflussen.

Wenn ich meine eigenen Erwartungen loslassen könnte, – dann würde ich wohl auch aufhören, zu denken, dass ich mich nach echten oder vermeintlichen Erwartungen anderer richten müsste. Das täte mir gut.

Es wäre also eine sehr gute Idee, loszulassen. Wenn das nur nicht so verdammt schwierig wäre. Erwartungen scheinen irgendwie ein großer Teil meines Lebens zu sein. Und nicht nur meines. Wenn ich mir die Nachrichten o.ä. anschaue, hat ständig jede*r Erwartungen oder gar Forderungen an irgendwas oder irgendwen. Eigentlich alles ziemlich unsinnig.

Also habe ich mir vorgenommen, das jetzt zu üben, mit dem loslassen. Und für einen einfachen Einstieg lasse ich als Erstes die Erwartung los, dass das sofort klappt mit dem Loslassen aller Erwartungen … :-).

November

Künstlerin: Dörte Müller

Ende November: Die Tage sind kurz geworden. Die Nächte lang. Der Himmel ist grau, die Luft feucht. Die Blätter der Bäume sind zu Boden gefallen. Die Natur kommt zur Ruhe.

November: Zeit der inneren Einkehr, der Stille. Der Besinnung.

Im chinesischen Yin/Yang-Symbol (das ich sehr liebe) ausgedrückt, repräsentiert der November in vielen seiner Facetten das Yin. Das weibliche Element in dieser Welt.

Nur leider hat dieses weibliche Element bereits seit Langem einen sehr schlechten Stand in fast allen Gesellschaften dieser Erde.

Denn wir haben gar keine Zeit für Rückzug, innere Einkehr und Muße. Wir müssen arbeiten, Geld verdienen, Geld ausgeben, erst recht vor Weihnachten! Stille mögen wir sowieso nicht. Langeweile ist doof. Müßiggang ist Faulheit. Und die gefallenen Blätter müssen so schnell wie möglich mit einem irgendwie anscheinend Potenz suggerierenden 😉 Laubbläser weggepustet werden. Das erledigt auch gleich jede Form von Stille…. Alles andere wäre schließlich unordentlich. Und dieses Novembergrau ist ja auch irgendwie nichts Halbes und nichts Ganzes. Weder schwarz noch weiß. Irgend so was Komisches dazwischen. Viel zu komplex solche Zwischentöne.

All das haben wir so gelernt. Warum auch immer.

Wir lieben das Yang. Und zwar ausschließlich! Im chinesischen Symbol ausgedrückt, ist das Yin in unserer Welt ein kleiner an den Rand gedrückter Strich. Der Yin-Kern im Yang immer wieder übermalt.

Der November: Ein Monat zum Vergessen. Kalt, grau, neblig, trübe. Am Besten fliegt man in der Zeit in den Süden, der Sonne hinterher. ODER?!

Oder man nutzt den November, um über die mangelnde Wertschätzung des weiblichen Elements in unserer Welt nachzudenken. Die mangelnde Wertschätzung der Natur (Laub z.B. bietet vielen Lebewesen einen Lebensraum. Grüner „ordentlicher“ Rasen tut dies nicht.). Über die nicht vorhandene Wertschätzung von „Mutter Erde“. Über unsere Sucht, die Erde auszubeuten, für einen oft völlig sinnlosen Konsum. Demgegenüber unsere Anbetung von Geld, Wohlstand und Macht. Unsere Angst vor einem Wohlstandsverlust und die dadurch bestehende Abhängigkeit von Wirtschaftswachstum, die echten Umweltschutz verhindert.

Ich bin mir sicher, unsere Welt wäre eine bessere, wenn wir begännen, das Yin, das weibliche Element, wieder wertzuschätzen. Das Yin wieder gleichberechtigt und harmonisch in das Symbol einzufügen. Unsere rein Yang-getriebenen Bewertungen über das Leben, die Natur und uns zu revidieren. Vielleicht wäre unsere Welt sogar richtig gut. Es liegt an uns.

Der November kann ein wundervoller Monat sein! Probieren Sie einmal, ihn aus einer Yin-Perspektive zu sehen… (vielleicht bevor Sie über den Kauf der diesjährigen Weihnachtsgeschenke nachdenken ;-)?).

Verbundenheit

Sich mit anderen verbunden zu fühlen, macht glücklich. Mit Mensch, Tier und Natur. Anderen Liebe, Dankbarkeit und Wertschätzung zu schenken, macht glücklich. Das kann so einfach sein, wie einem anderen Menschen Zeit zu schenken und zuzuhören. Einfach, weil man ihm oder ihr damit eine Freude macht. Denn die Freude, die man einem anderen Menschen schenkt, macht einen selbst glücklich.

All das ist heutzutage durch viele Forschungsergebnisse gut belegt. Man kann es überall nachlesen. Und die meisten Menschen spüren es ja auch. Das denke ich zumindest immer, in meinem grenzenlosen Optimismus. Tja, und dann stelle ich die Nachrichten an, und wundere mich … .

Denn das, was ich da höre, vermittelt mir jedesmal den Eindruck, dass eine übergroße Mehrheit der Menschen Verbundenheit nur noch über Abgrenzung zu spüren scheint. Verbunden mit Menschen, die der gleichen Ansicht sind, wie man selbst – gegen Menschen, die aus irgendwelchen Gründen anderer Ansicht sind. Die Gründe für die jeweils andere Ansicht scheinen nicht wirklich zu interessieren. Das „gegen“ ist entscheidend. Es ermöglicht, eigenen Frust nach draußen zu transportieren. Und außerdem: „Draufhauen“ macht offenbar Spaß. Manche Leute werden dafür Hooligan im Fußballverein, andere verbreiten Hetze im Internet, wieder andere werden Politiker oder Kabarettist oder gar Präsident eines Landes … und die Mehrheit lacht oder schimpft halt einfach nur so über Dritte. Dritte, denen man sich ganz klar überlegen fühlt. Warum auch immer.

Natürlich gibt auch all das eine gewisse Form der Verbundenheit. Eine Verbundenheit mit der eigenen peer Group und eine ungute Verbindung mit den Opfern / Gegnern, die manchmal über Generationen andauern kann und beide Seiten viel Energie kostet.

Wirklich glücklich macht diese Form der Verbundenheit nicht. Menschen sind so anfällig dafür, weil (siegreicher) Kampf gegen Dritte zu einem Dopaminausstoß führt (er aktiviert also das Belohnungszentrum im Gehirn). Das Dumme daran ist, Dopamin macht süchtig. Und bedarf eines immer größeren „Kicks“, um noch die gleiche Wirkung zu erzielen. Auch das ist bekannt. Und es ist in unserer Welt (leider) gut zu beobachten… . Jeden Abend wieder in den Nachrichten.

Wer hat Lust, mal die andere Form der Verbundenheit zu üben? Die positive? Die, bei der es um Nächstenliebe geht, Harmonie, Mitgefühl, Dankbarkeit und Wertschätzung? Gemeinsam miteinander lachen in kindlicher Freude. Nicht übereinander! Üben, das Positive im anderen zu sehen, nicht das Negative! Auf das Gute im eigenen Leben zu blicken und dafür dankbar zu sein! Und nicht auf das, was vermeintlich schlecht läuft, oder ungerecht erscheint! Die Natur und den eigenen Körper wieder wertzuschätzen – und nicht zu versuchen, beides zu „optimieren“!

Der Versuch, die Welt zu einer glücklicheren zu machen. Wer macht mit?!

Eine neue Ein-/ Vorstellung…

Künstlerin: Dörte Müller

Sie haben es vielleicht schon am Beitrag „Erdüberlastungstag“ bemerkt: In letzter Zeit war mir nicht immer so nach Lachen zumute … . Das hat was mit dem globalen Klima zu tun (in beiderlei Wortsinn…) und dem allgemeinen Verhältnis der Menschen zu unserer Umwelt. Oder vielfach eben leider Nicht-Verhältnis… Ich weiß ja, dass Lachyoga auch hier helfen kann, weil es einfach gute Schwingungen in die Welt sendet :-), aber manchmal tue ich mich trotzdem schwer.

Natürlich ist es da auch nicht hilfreich, dass bei meinen Lachyogaübungen in letzter Zeit so oft ein plötzlicher Schmerzschuss in die Knie fährt (wahrscheinlich immer noch eine Nachwirkung der Atlaswirbeltherapie). Und zu allem Überfluss habe ich dann auch noch angefangen, mir in allen Details auszumalen, dass das auch bei den Lachyogastunden passieren könnte, die ich in der nächsten Zeit geben werde. Wie blöd das wäre, und überhaupt, was da alles schief gehen könne.

Damit habe ich die sicherste Art gewählt, mir die eigene Vorfreude und den Spaß daran zu vermiesen… . Warum auch immer.

Bei meiner letzten Lachyoga-Stunde hatte ich vorher heftigste Knieschmerzen. Trotzdem hat es super geklappt, und die Stunde hatte auch die übliche schmerzlindernde Wirkung bei mir. Also alles super, sollte man meinen. Aber was mache ich, statt mich einfach nur zu freuen? Ich analysiere natürlich im Nachgang vor allem, ob nicht noch irgendetwas besser hätte laufen können. Mein „innerer Kritiker“ und sein großer Auftritt!

Und mein „innerer Kritiker“ ist besonders perfide: Er analysiert nicht nur, ob ich was hätte besser machen können. Nein, er stellt sich auch noch hin und fragt mich dummdreist, warum ich mich eigentlich so viel mit „positiver Psychologie“ und ähnlichen Konzepten beschäftige, wenn ich doch offenbar nicht in der Lage sei, das bei mir selbst auch anzuwenden? Er erklärt mir, dass ich doch anderen so gerne predige, auf ihre Stärken zu schauen (ihre und die ihrer Mitmenschen – und nicht auf vermeintliche Schwächen). Dass ich doch genau wisse, dass man die innere Haltung tatsächlich über die Körperhaltung beeinflussen könne. Aber irgendwie offenbar zu blöd sei, all mein Wissen bei mir selbst umzusetzen.

Wie ein Cowboy steht mein mächtiger „innerer Kritiker“ dabei breitbeinig da, lacht mich hämisch an, und sagt, dass er meine „inneren Verbündeten“ eingeschlossen habe und mir den Zutritt verwehre , hä häh hä … .

Die Vorstellung mit dem Cowboy bringt mich zum Lachen. Ne, denke ich mir, was will so ein Macho-Cowboy denn ausgerechnet in meinem Kopf?! Ich kann Wildwest-Filme nicht leiden! Der Typ hat bei mir nichts zu suchen! Und überhaupt, was denkt der sich, wer er ist?!

Die Vorstellung hilft: Ich merke, wie meine Vorfreude auf die nächsten Lachyoga-Stunden steigt. Und, dass es überhaupt nichts zu „analysieren“ gab beim letzten Mal. … . Wundervoll! Weiter so! Der soll mir bloß wieder kommen, dieser Typ, dieser Cowboy ;-)!

Letztens habe ich es ihm so richtig gegeben: Ich hatte meine Wasserkaraffe gereinigt – mit Hilfe von ganz vielen ganz kleinen Kupferkügelchen. Die Kügelchen werden anschließend getrocknet und dann wieder in ihre Aufbewahrungsdose zurück verfrachtet. In der Theorie.

Ich habe sie nach dem Trocknen stattdessen mit einer unbeabsichtigten Bewegung mit großem Schwung in der ganzen Küche verteilt … .

Meine erste Sofort-Reaktion war ein innerer Wutanfall über meine Schusseligkeit. Mich jetzt innerlich nieder zu machen, hätte die Kügelchen allerdings nicht wieder in die Dose verfrachtet. Also habe ich tief Luft geholt.

– Und mir dann vorgestellt, dass mein Unterbewusstsein offenbar der Meinung war, dass es bestimmt total lustig und bewegungsfördernd für mich sei, jetzt das „Such die Kügelchen-Spiel“ zu spielen. Mit dieser Vorstellung im Kopf habe ich dann kichernd die Kügelchen wieder eingesammelt, soweit ich sie gefunden habe. Tatsächlich war es irgendwie lustig. Und ich muss immer noch grinsen, wenn ich das ein oder andere versprengte Kügelchen finde … .

Und das Beste: Mein „innerer Kritiker“ / Cowboy hatte keine Chance! Peng!!!

Erdüberlastungstag

Der einsame Rufer… Künstlerin: Dörte Müller

Vor 1 1/2 Monaten war „Erdüberlastungstag“. Der Tag, an dem rein rechnerisch für dieses Jahr die nachwachsenden Ressourcen aufgebraucht sind, die die Erde in einem Jahr zur Verfügung stellt. An dem entsprechenden Tag wurde das in vielen Nachrichtensendungen erwähnt. Auch die Tatsache, dass wir drei Erden bräuchten, wenn alle Menschen auf der Erde so leben würden, wie die Deutschen – und fünf, wenn sie so leben würden wie die Amerikaner.

Die Erkenntnis ist nicht neu. Was folgt darauf??? In den Nachrichtensendungen, die ich gesehen habe, folgte darauf ein Satz zur Klimadebatte.

Klimaschutz ist unbedingt notwendig, aber ja nur ein Teilaspekt des Themas. Tatsache ist, dass die Industrienationen über ihre Verhältnisse leben. Nicht nur über ihre, sondern über die globalen Verhältnisse. Zum Schaden aller. Ganz im Sinne eines „America first“ gingen die USA dabei bereits lange lange vor Trump mit äußerst schlechtem Beispiel voran.

Wir wissen alle längst, dass es so nicht weiter geht. Nicht weiter gehen kann – und wir fördern gnadenlos den Konsum. Wirtschaftswachstum einschränken zugunsten der globalen Ressourcen? Urrrgh!! Geht gar nicht …

Wer zumindest ein schlechtes Gewissen hat, und dieses beruhigen will, versucht sich in der Illusion des ressourcenschonenden Wachstums. Letztendlich ist das ein Widerspruch in sich.

Aber immerhin: Es gibt inzwischen mehr ökologisch hergestellte Kleidung und diese gilt auch nicht mehr als langweilig. Es gibt viele kleinere Projekte zum Energiesparen und auch sonst viele gute Ideen von Privatleuten bzw. kleinen Unternehmen, wie man in Zukunft ressourcenschonender leben kann. Es gibt begrünte Städte, energieautarke Dörfer und ähnliche Leuchtturmprojekte.

Leider werden die Erkenntnisse daraus nicht flächendeckend umgesetzt. Der kommende Strukturwandel in der Lausitz gebe eine gute Möglichkeit, hier eine echte Modellregion entstehen zu lassen, alles umzusetzen, was man auf dem Gebiet der Ökologie bisher weiß. Leider scheint das zu weit von der Wirklichkeit entfernt zu sein, um in die politische Debatte auch nur einbezogen zu werden. Dabei gebe es den Menschen dort einen neuen Grund, stolz auf sich und die Region zu sein (den Menschen dort nur zu sagen, dass der Bergbau, für den sie teilweise seit Generationen geschuftet haben, nicht mehr gebraucht werde, ist demgegenüber wenig wertschätzend… und es erscheint mir persönlich auch wenig überraschend, dass sich das in den Wahlergebnissen niederschlägt.).

Das Hauptproblem in den Industrienationen ist aber, dass wir uns insgesamt viel zu viel Kleidung, Elektronik, Auto`s usw. „gönnen“. Unser totaler Überkonsum wird nicht wirklich in Frage gestellt. Schließlich gilt insbesondere die Autoindustrie als Rückgrat unseres Wohlstands.

Gerade gab es viele Berichte über die Internationale Funkausstellung in Berlin. Mit sooo vielen „tollen“ neuen Produkten. Hersteller berichten stolz, dass die Menschen bereit wären, ihre alten noch funktionstüchtigen Haushaltsmaschinen wegzugeben zugunsten etwas energiesparender neuerer Produkte. So bekommt der Konsum ein „grünes Label“. Tatsache ist aber, dass das Wegwerfen noch funktionsfähiger Produkte Müll erzeugt, Plastikmüll, Elektronikschrott, „Sondermüll“. Die Produktion neuer Produkte verbraucht Ressourcen, die es auf diesem Planeten eben nicht unbegrenzt gibt. Der Verkauf dieser Produkte dient eben nicht der Umwelt oder gar dem Klima, sondern der Wirtschaft.

Auch was die Land- und Forstwirtschaft angeht, sind die Weichen weltweit nicht auf Ökologie, sondern nach wie vor voll auf Ökonomie gestellt. Wider besseres Wissen! Und Europa kann gegenüber einem brasilianischen Präsidenten, der der Meinung ist, der Regenwald gehöre ihm bzw. „seinem Land“, nicht wirklich glaubwürdig auftreten, so lange auch hier ganz klar gilt „economy first“.

Klimaschutz wird nur dort wirklich gefördert, wo es nicht zulasten des Wirtschaftswachstums geht. Das gilt für die Umstellung auf erneuerbare Energie ebenso wie für die Vermarktung von Elektromobilität. Elektromobilität hat mit Ressourcenschonung nur bedingt etwas zu tun, der ständige Bau neuer Fahrzeuge gar nichts.

Echter Umwelt– und Klimaschutz wird Wohlstandsverluste bedingen. Ich warte immer noch auf den Tag, wo man endlich beginnt darüber zu diskutieren. Denn: Wäre das wirklich sooo furchtbar? Ja, ich weiß: Für Menschen ist es ganz schlimm, etwas zu verlieren, was sie einmal hatten. Da nehmen sie lieber in Kauf, die ganze Erde zu verlieren, dass bemerkt man schließlich nicht so schnell…

Aber Tatsache ist doch, dass die Menschen in den Industrienationen nicht wirklich glücklicher sind, als in ärmeren Staaten. Als würden sie den Zustand der Erde spiegeln (aus meiner Sicht tun sie dies auch), sind viele völlig überlastet. Fühlen sich ausgebrannt und müde vom ständigen Stress. Suchen verzweifelt nach Glück, Zufriedenheit und Ruhe. All das fände man in der intakten Natur. Und ganz sicher nicht im Konsum!!!

Das Problem ist, wir haben bisher kein Modell für eine andere Wirtschafts- und Lebensweise, als die, die wir gewohnt sind. Aber wäre es nicht endlich an der Zeit, mit Entwürfen zu beginnen?? Bevor die Erde an der einen Seite überschwemmt und an der anderen ausgedörrt und abgebrannt ist???

Diese Welt ist eine sichere, oder? -Oder nicht?

Künstlerin: Dörte Müller

Während ich mehr oder weniger geduldig warte, dass sich meine Körperstatik wieder verbessert (s. meine Beiträge zum Atlaswirbel), mache ich natürlich auch noch vieles andere für meine Gesundheit. Ich experimentiere mit kleinen Mengen Wasserstoffperoxid und mit Wasserstoffwasser. Ich arbeite mit Phantasiereisen, Familienaufstellung etc., und ich werde nochmal einen neuen Homöopathieversuch machen. Vor allem arbeite ich aber an den geistig seelischen Hintergründen meiner Erkrankung:

Es gibt bei Autoimmunerkrankungen gewissermaßen nahe liegende Themen, wie unterdrückte Wut (oft schon über mehrere Generationen im Familiensystem) und starke – aber ebenfalls unterdrückte – Autonomiebestrebungen. Wenn man die Symbolik der Erkrankung betrachtet, kann man beide Themen herauslesen: Das Immunsystem möchte das „Selbst“ aggressiv schützen, kann aber zwischen „eigen“ und „fremd“ nicht mehr unterscheiden. Man will Autonomie, weiß aber nicht wie. Die Wut richtet sich nicht nach außen, sondern der „Kampf“ spielt sich im eigenen Körper ab.

Aus meiner persönlichen Sicht steht dahinter im Grunde das Thema „Sicherheit“. Und dieses Thema hat aus meiner Sicht nicht nur mit meiner Erkrankung, sondern auch mit der politischen Lage weltweit und damit auch mit dem Zustand unseres Planeten eine Menge zu tun.

Warum? Nun, meine Eltern z.B. gehören zu der Generation, die den zweiten Weltkrieg als Kinder noch erlebt haben, inklusive Flucht / Vertreibung, also Verlust der Heimat und des gesamten Besitzes. Meine Großeltern haben auch den ersten Weltkrieg noch erlebt. Die Welt war für meine Vorfahren von frühester Kindheit an eine zutiefst unsichere und beängstigende. Ähnlich, wie auch heute noch in allen Kriegs- und Krisengebieten. In der Nachkriegszeit galt also alles Bestreben dem Thema Sicherheit: Zuvorderst ein sicherer Arbeitsplatz (ob der den eigenen Neigungen entsprach, war unwichtig), eine bescheidene aber eigene Wohnung. Der Versuch, so viel wie möglich zu sparen, um den Kindern den Start in eine sicherere Zukunft zu ermöglichen.

Was den Kindern vor diesem Hintergrund natürlich nicht vermittelt werden konnte, war das Gefühl von Sicherheit. Urvertrauen. Ein „Du lebst in einer sicheren Welt. Alles ist gut!“. Ganz im Gegenteil, indem die Sicherheit in Schutzmaßnahmen im Außen gesucht wurde, wurde implizit ganz klar vermittelt, dass die Welt an sich furchtbar unsicher und gefährlich ist, und man Angst haben muss, wenn man nicht sehr vorsichtig ist und sich gut schützt. Das ist völlig verständlich, da die Welt der Eltern und Großeltern ja auch genau so war.

Auch heute noch suchen sehr sehr viele Menschen die Sicherheit im Außen. In irgendwelchen „Schutzmaßnahmen“. Sie bauen Mauern, lehnen Flüchtlinge und Fremde ab – und geben oft an, das zum Schutz ihrer Kinder zu tun. Das erscheint gewissermaßen wie eine Verwechslung, denn sie geben ihren Kindern damit ihre Angst weiter – und eben gerade keinen echten Schutz. Keine Selbst-Sicherheit. Und schon gar nicht so etwas wie Gefühle von Geborgenheit und Glück. Auch das Bestreben der meisten Eltern, ihren Kindern zu einer möglichst „erfolgreichen“ Laufbahn zu verhelfen, damit sie in materiellem Wohlstand – und damit vermeintlich „sicher“ leben, hat aus meiner Sicht ihren Hintergrund in der von den Vorfahren erlebten Existenzangst.

Für Kinder, die Autonomie anstreben, ist das schwierig. Sie erleben, dass die wohlmeinenden und geliebten Eltern sie in eine Richtung drängen, in die sie eigentlich gar nicht selbst wollen. Sie bekommen vermittelt, dass Autonomie und „anders sein“ etwas ganz Gefährliches ist in dieser unsicheren Welt. Und irgendwann wissen sie gar nicht mehr, was sie eigentlich selbst wollen, welche Wünsche und Vorstellungen „eigen“ sind, und welche „fremd“. Sie sind sich ihrer selbst nicht (mehr) sicher. Sicher scheint nur zu sein, dass die Welt unsicher ist. Je nach Temperament kann es sein, dass Kinder diese Verwirrung nach außen tragen, oder nach innen und z.B. mit einer Autoimmunerkrankung reagieren.

Heutzutage gibt es Hunderte von Erziehungsratgebern, die einem sagen, dass es ganz wichtig ist, den Kindern von Geburt an (bzw. bereits in der Schwangerschaft) Urvertrauen und Sicherheit zu vermitteln. Und sie dann ab der Pubertät langsam ihren eigenen Weg gehen zu lassen, den man liebevoll begleitet, aber nicht zu lenken versucht. Für einen gelungenen und selbst-sicheren Start in das Leben, wäre das für Kinder tausendmal wichtiger, als noch so viel Geld auf dem Konto der Eltern.

Aber wie viele Eltern schaffen es schon, ihren Kindern dieses Sicherheitsgefühl mitzugeben? Ein Sicherheitsgefühl, das man in aller Regel selbst nicht hat?

Solange Eltern die Welt selbst als unsicher begreifen – und materiellen Wohlstand als Schutz vor dieser Unsicherheit ansehen -, werden wir diese Erde weiter ausbeuten. Kriege um begrenzte Ressourcen führen und einen Konsum weiter antreiben, dessen Ausmaß den Planeten zerstört. Leute werden Parteien wählen, die ihnen Sicherheit versprechen, indem sie Fremde ablehnen. In Wahrheit verstärken sie mit dieser Politik das Unsicherheitsgefühl ihrer Wähler. Denn plötzlich werden alle Fremden generell zu einer Bedrohung, vor der man Angst haben muss. Die Bereicherung, die fremde Menschen und Kulturen einem bieten, nimmt man dann gar nicht mehr wahr. Auch im Körper ist ja „fremd“ nicht automatisch gefährlich. Ganz im Gegenteil, beherbergen unsere Körper ja wohl mehr „fremde“ Mikroorganismen als „eigene“ Zellen und könnten ohne diese hilfreichen Winzlinge auch gar nicht überleben. Anders, als es in der Wahrnehmung vieler Menschen ist, sind Bakterien in aller Regel keine „unerwünschten Eindringlinge“ in die Integrität unseres Körpers, sondern für uns lebensnotwendige „Mitgeschöpfe“. Auch hier besteht viel Verwirrung.

Das Szenario eines Wohlstandsverlustes löst ohnehin in allen politischen Parteien Panik aus. Umweltschutz zulasten des Wirtschaftswachstums gilt als „no go“. Leider werden wir die Erde in nicht allzu ferner Zukunft zerstört haben, wenn wir so weiter machen. Eine Art Autoimmunerkrankung der gesamten Menschheit: Wir wissen, dass wir unsere eigenen Lebensgrundlagen zerstören, schaffen es aber nicht, damit aufzuhören. Lieber nehmen wir die Schmerzen in Kauf und versuchen, einen Teil der Symptome zu unterdrücken, als die Ursachen anzugehen. Denn man weiß nicht, ob das nicht noch schmerzhafter wäre.

Eine Verwirrung der Menschheit, die materiellen Wohlstand mit Glück verwechselt, weil sie ihr Sicherheitsgefühl verloren hat. Kriege sind menschengemacht. Aus meiner idealistischen Sicht könnten Menschen sich stattdessen auch ein Paradies erschaffen. Sie müssten sich nur tief im Innern sicher fühlen.

Lachen und Wertschätzung in Politik und Gesellschaft

Und noch einmal Wertschätzung. Aber diesmal geht es mir um Politik. Um das Denken in unseren Gesellschaften. Fehlende Wertschätzung ist aus meiner Sicht das, was maßgeblich für die „Erkrankung“ unserer Gesellschaften verantwortlich ist. Denn auch global gesehen empfinde ich eine Art „Autoimmunerkrankung“. „Entzündungen“. Sichtbar an der Klimaerwärmung, zunehmenden Klimakatastrophen, wie Dürren oder Überflutungen, Waldbränden, aber auch an zunehmenden Radikalisierungen verschiedenster Art von Menschen in eigentlich wohlhabenden Staaten.

Da ich überzeugt bin, dass auf dieser Welt alles miteinander zusammenhängt (und die moderne Physik bestätigt das ja auch), finde ich den Vergleich mit den zunehmenden Autoimmunerkrankungen bei Menschen in den Industriestaaten gar nicht so abwegig. Ähnlich wie ich es auch in „Meine etwas andere Theorie zur Entstehung von Autoimmunerkrankungen“ beschrieben habe, scheinen mir aber auch hier die Überwärmung und die Überreaktionen Symptom und nicht Ursache einer Erkrankung zu sein.

Ursache ist aus meiner Sicht tatsächlich die in den Industriestaaten verbreitete „Religion“, wonach der Mensch ein Zufallsprodukt der Evolution sei, irgendwie zufällig entstanden, zufällig hat er dann auch noch ein Bewusstsein entwickelt (das ist besonders merkwürdig), und nach dem Tod im Nichts versinkt er ins Nichts. Oder so ähnlich. Die Seele sei eine Illusion, ein Phantasieprodukt von leicht beeindruckbaren Menschen, die irgendeine Hoffnung für sich bräuchten, um das Leben nicht als sinnlos zu empfinden.

Diese „Religion“ scheint mir dabei nicht ganz zufällig entstanden zu sein. Sie war Voraussetzung für das äußerst materialistische und konsumorientierte Denken in den Industriestaaten, in denen alles der Priorität untergeordnet wird, den materiellen Wohlstand zu sichern.

Ich empfinde die Pfeiler, auf denen diese „Religion“ steht, als sehr wackelig: Mathematisch ist das mit dem Zufall schlichtweg unmöglich (das gilt für die ganze Evolution). Physikalisch kann ein Urknall, der ja als Entstehung unseres Universums gilt, nicht aus einem „Nichts“ entstanden sein. Wie denn? Und unser Bewusstsein, das ja nun einmal eine Energie ist, kann nach unserem Tod auch nicht einfach so verschwinden. Das widerspräche dem Grundsatz der Energieerhaltung der Physik.

Die Prinzipien, auf denen unsere angeblich so objektive wissenschaftliche Weltsicht gründet, erscheinen mir persönlich also weder objektiv noch wissenschaftlich.

Das Problem an dieser Weltsicht ist, dass ihren Anhängern der Schutz der natürlichen Ressourcen, die Wertschätzung von „Mutter Erde“ und auch die Wertschätzung anderer Menschen nicht wichtig erscheinen. Warum sollen sie auf irgendetwas Rücksicht nehmen, oder das gar wert schätzen, was rein zufällig entstanden ist und keinen tieferen Sinn hat? Warum sollen sie mit den Ressourcen der Erde sparsam umgehen, wenn sie doch nur einmal kurz leben und dabei möglichst viel „Spaß“ haben wollen? (Wie kann ein „Zufallsprodukt“ eigentlich so etwas wie Spaß empfinden...?!)

Tja, warum? Vielleicht, weil viele Menschen tief im Innern dann doch spüren, dass die Wertschätzung anderer, das Eintreten für Schwächere und für die Umwelt sich gut anfühlen. Denn glücklicherweise nimmt das ehrenamtliche Engagement in den Industriestaaten durchaus zu. Viele Menschen spüren bzw. wissen, dass die materialistische Weltsicht erhebliche Schwächen hat. Trotzdem ist sie in Politik und Gesellschaft immer noch vorherrschend. Um nicht zu sagen allein- herrschend. Politische Entscheidungen werden immer unter der Prämisse gefällt, dass auf keinen Fall unser Wirtschaftswachstum und damit unser Wohlstand gefährdet werden darf. Das gilt für jede der bekannten Parteien bei uns. Wertschätzung der Umwelt spielt in politischen Entscheidungen offensichtlich eine nachgelagerte Rolle (oder gar keine, je nach Partei).

Bezüglich Wertschätzung von Personen, scheint es die allgemeine Ansicht zu ein, dass diese sich vor allem über Geld ausdrücke. Und dass, obwohl x Studien belegen, dass Gehaltserhöhungen, Boni etc. – wenn überhaupt -, dann nur ganz kurz, zu einem höheren Zufriedenheitsgefühl beitragen.

Echte Wertschätzung drückt sich nach meinem Verständnis anders aus. Darin, dass ich der Person vermittele, dass ich sie als Person sehe und schätze. Ihre persönliche Leistung und auch die von ihr zu überwindenden Herausforderungen wahrnehme und anerkenne. Das ist leider äußerst wenig verbreitet.

Wenn ich mir Nachrichten anhöre, sehe oder lese, Interviews, Comedy, politisches Kabarett oder was auch immer. Es geht fast immer darum, andere Menschen (negativ) zu bewerten, schlecht zu machen, sich über sie lustig zu machen. Unsere Medien vermitteln, dass es cool und wichtig sei, andere zu kritisieren. Journalist(inn)en haben meist den Anspruch an sich selbst, kritischen Journalismus zu pflegen.

Leider geht es dabei aber selten um eine echte inhaltliche Auseinandersetzung mit einer Sachentscheidung. Dafür müsste man sich bei jeder wichtigen Frage anschauen, prüfen und diskutieren, welche Konsequenzen eine bestimmte Entscheidung hat, und welche eine andere hätte. Kurz- und langfristig. Auf die Umwelt und auf die betroffenen Personen.

In unserer heutigen schnelllebigen Zeit ist das natürlich idealistisches Wunschdenken, dass Entscheidungen in der Form getroffen (oder getroffene Entscheidungen in der Form hinterfragt) werden. Politiker(innen) meinen, schnelle Entscheidungen treffen zu müssen, man will schließlich „Handlungsfähigkeit beweisen“. Eine Lieblingsfrage von Journalist(inn)en ist, warum „immer noch nichts passiert sei, wo die Missstände doch bekannt seien“.

Wir lieben es, „Druck zu machen“, und wir lieben es, auf die Fehler der anderen zu schauen, und nicht auf ihre guten Seiten. Das fängt schon an bei Berufsgruppen, wie zum Beispiel der Polizei. Ich finde, die Polizei macht einen sehr harten, extrem stressigen und gefährlichen Job für eher wenig Geld und sehr wenig Wertschätzung. In den Nachrichten erscheint die Polizei vor allem dann, wenn jemand von ihnen einen Fehler gemacht hat. Natürlich müssen Fehler thematisiert werden. Aber wenn geschätzt rund 80 % gut läuft und vielleicht 20 % nicht so gut (das ist eine grobe Schätzung von mir, die nicht mit irgendwelchen Daten belegt ist), erscheint es mir wenig wert schätzend, wenn sich 90 % der Berichterstattung ausschließlich auf die Fehler fokussiert. Zumal ich denke, dass genau solch eine mangelnde Wertschätzung Mitglieder der Polizei eher in die falsche Richtung treiben.

Ähnlich ist es bei Lehrer(inne)n. Auch das eine Berufsgruppe, bei der Eltern gern jeden echten oder vermeintlichen Fehler aufspießen. Hohes Engagement hingegen für selbstverständlich halten und selten anerkennen.

Bezüglich der Paketzusteller hat sich inzwischen herum gesprochen, dass die einen anstrengenden und unterbezahlten Job machen, trotzdem nehmen die Beschwerden über diese Leute ständig zu.

Und es gibt noch zig andere Beispiele.

Sich über Politiker(innen) lustig zu machen, scheint heutzutage ohnehin zum guten Stil zu gehören. Politisches Kabarett lebt davon, diese als total unfähig darzustellen. Sich mit echten Sachfragen auseinanderzusetzen, wäre hingegen viel zu komplex und auch nicht wirklich lustig. Und die Leute mögen es, wenn sie sich über die vermeintlich Mächtigen lustig machen können. Jedenfalls im Kabarett. Im wirklichen Leben führt das vermutlich eher zu Politikverdrossenheit und Radikalisierung. Leider sind auch die meisten Politiker(innen) selbst ein katastrophales Vorbild, was gegenseitige Wertschätzung als Mensch angeht. Aber wenn man sich selbst innerhalb einer Partei nicht wert schätzt, wie kann man dann erwarten, dass die Wähler es tun?

Gegenseitige Wertschätzung von Menschen anderer Berufe, anderer Herkunft, anderer Hautfarbe, anderer Lebensgeschichten, das wäre so wichtig für das Glücksempfinden in unseren Gesellschaften!

Und natürlich Wertschätzung unserer Umwelt. Unserer natürlichen Ressourcen! Der Gaben, die uns von „Mutter Erde“ kostenlos zur Verfügung gestellt werden! Wertschätzung von Tieren (das schließt Massentierhaltung aus!). Gesellschaften, die das Wirtschaftswachstum an erste Stelle setzen, beuten die natürlichen Ressourcen rücksichtslos aus. Sie vermüllen Landschaften und Ozeane, vergiften das Trinkwasser, also unser aller Lebensgrundlage mit Pestiziden, Nitraten und sonstigen Chemikalien. Sie überfischen die Meere, zerstören den Regenwald, um dort billiges genmanipuliertes Tierfutter anzubauen. Bauen Kies, Sand, seltene Erden und sonstige Rohstoffe ab – ohne jede Rücksicht auf die Natur. Sie bringen das gesamte Ökosystem vollkommen aus dem Gleichgewicht, erzeugen auf diese Art von allem viel zu viel – und werfen einen großen Teil als Müll wieder weg, der dann ebenfalls in der Umwelt landet.

Zu einem großen Teil sind das die sogenannten „entwickelten“ Staaten, die als Vorbilder gelten weltweit. Vorbilder in Sachen Wertschätzung leider nicht!!!

Warum eigentlich nicht? Ach ja, wegen dem Wirtschaftswachstum… Aus irgendeinem Grund gehen die Menschen bisher fast weltweit davon aus, dass Wirtschaftswachstum das Beste für die Menschheit sei.

Ich bin hingegen überzeugt, dass gegenseitige Wertschätzung und Wertschätzung unserer Umwelt, der gesamten Natur das Beste für die Menschheit ist! Aber für mich sind Menschen auch keine seelenlosen Zufallsprodukte… (Tiere auch nicht…).

Dieser Beitrag hatte jetzt nicht so viel mit Lachen zu tun… Aber ich bin überzeugt, dass Veränderungen letztlich bei jedem einzelnen beginnen. Und wertschätzendes gemeinsames Lachen zu üben – anstelle eines sich übereinander lustig machen, kann ein Anfang sein.