Kraftvolle Weiblichkeit?

Künstlerin: Dörte Müller

Kraftvolle Weiblichkeit, das hat etwas zu tun mit Dunkelheit. Mit Nacht. Mit Magischem und Geheimnisvollem. Mit Intuition und Weisheit. Mit Fruchtbarkeit und Feuchtigkeit. Mit Morast und Sumpf. Mit Tiefe und mit Ruhe. Mit der Fähigkeit zur Trauer. Mit den Zyklen des Lebens. Mit dem Zyklus von Geburt und Tod und Wiedergeburt.

All diese Attribute werden gemeinhin dem „weiblichen Element“, dem Yin zugeordnet.

Und fast all diese Attribute haben bei uns keinen besonders guten Ruf. Sowohl die drei großen monotheistischen patriarchalischen Religionen wie auch der ihnen nachgefolgte „moderne“ Wissenschafts- und Technik-„gläubige“ Atheismus setz(t)en andere Prioritäten:

Hatte der biblische Gott Jahwe im alten Israel / Juda (in der Zeit vor der babylonischen Gefangenschaft) wohl für viele Gläubige mit Aschera noch eine weibliche Gefährtin, so findet diese im Alten Testament nur noch in negativer Form Erwähnung. Als zu bekämpfender Kult. Aschera war die Göttin der Fruchtbarkeit und des Meeres. Dass diese weibliche Seite „verloren gegangen“ ist (ihr Kult bekämpft wurde), war für die Frauen dieser Welt sicher kein Segen. Zwar wurde in der katholischen Kirche Maria sozusagen als „Ersatz“ für das fehlende weibliche Element aufgenommen, aber indem mann sie zur Jungfrau gemacht hat, wurde sie eines großen Teils ihrer natürlichen Kraft beraubt (aus meiner Sicht).

Für mich persönlich gibt es das Göttliche, aber es steht außerhalb unserer Dualität. Deshalb ist das Göttliche für mich weder männlich noch weiblich, sondern die Urquelle allen Seins. Und weil es für mich die Urquelle allen Seins ist, glaube ich auch nicht an Unterschiede in der Wertigkeit dieses Seins.

Gesellschaftlich aber bestehen diese unterschiedlichen Bewertungen leider in vielerlei Hinsicht fort. Und das zeigt sich längst nicht nur in den inzwischen ja durchaus bekämpften „Privilegien“ des heterosexuellen „weißen Mannes“ gegenüber allen anderen Gruppierungen dieser Welt. Es zeigt sich auch auf viel subtileren Ebenen. Und dies gerade auch in der Wissenschaft.

Nicht nur, dass diese in unserer heutigen Gesellschaft einen sehr hohen Status genießt und sich vielfach auch selbst als eine Art Elite ansieht, also für „wichtiger“ hält, als andere Menschen. Sogar das ihr unmittelbar Innewohnende, das, worüber sich Wissenschaft heutzutage definiert, setzt diese Bewertungen fort: Da wird der Verstand hofiert, Gefühle hingegen will man nicht. Da wird das Unterbewusstsein als etwas Störendes angesehen, was man lieber ausblendet. Und vor allem schreibt man sich da „Objektivität“ auf die Fahnen (ohne zuzugeben, dass man diese nicht einhalten kann). Das Subjektive hält man für suspekt.

Kraftvolles Yin aber entzieht sich der angeblichen Objektivität, Messbarkeit und Wiederholbarkeit. Es führt diese ad absurdum. In einem zyklischen sich entwickelnden Universum wiederholt sich Vieles und ist doch niemals gleich. Messungen und Versuche, denen die Weisheit fehlt, sind starr, sinn- und bedeutungslos, oft sogar schädlich. Das Subjektive erst kann einer Messung Sinn und Bedeutung verleihen. Weisheit erst ihr zu einem sich positiv auswirkenden Ergebnis verhelfen.

Wesentlicher Kern des weiblichen Elements ist der natürliche Kreislauf von Geburt, Tod und Neugeburt. Und das ist in heutiger Zeit vielleicht zugleich ein Hauptgrund für die fortwährende Ablehnung der Elemente des Yin. Wir leben in einer Gesellschaft, die den Tod nicht als Teil des Lebens ansieht, sondern als einen mit allen Mitteln zu bekämpfenden Feind. DEN Feind schlechthin. Das geht aktuell sogar so weit, dass man DAS LEBEN mehr oder weniger verbietet – sogar und gerade auch Kindern – in dem vermeintlichen Glauben, damit den Tod zu bekämpfen. Für mich die ultimative Verirrung einer Wissenschaft, die nicht bemerkt hat, dass sie ohne das Yin – mit ihrer Ablehnung des Yin – hohl geworden ist. Dass sie Wissen anhäuft. Ihr aber Weisheit, also das tiefgehende Verständnis von Zusammenhängen in Natur, Leben und Gesellschaft, längst abhanden gekommen ist. Dass sie nicht (mehr) dem Leben dient, sondern einer starr gewordenen Guss-Form ohne Lebendigkeit, die sie für ein Abbild des Lebens zu halten scheint.

Der „weibliche Weg“ ist nicht der einfache. Aber, wer Tiefe, Ruhe und auch Trauer auszuhalten vermag, wird mit einer exzellenten Intuition belohnt. Vielfach wird diese Intuition, die jedem Menschen inne wohnt, von außen klein geredet. Menschen wird eingeredet, sie sollten lieber auf andere hören, als auf sich. Zusätzlich wird versucht, die Intuition mit permanenten Berieselungen zuzuschütten. Aber: Kraftvolles Yin lässt sich nicht berieseln und nicht beirren. Kraftvolles Yin FÜHLT.

Ich wünsche mir also, dass wir es schaffen, dem Yin, dem weiblichen Element, seine ursprüngliche natürliche Kraft und sein Ansehen wieder zu geben und dieses zu leben. Und dass wir so auch unsere Wissenschaft in die Lage versetzen, das dort angehäufte „Wissen“ wieder mit Weisheit zu füllen.

Zum Segen für die Menschen und für das Leben.

Samenkörner für eine menschlichere Welt -geträumte Visionen

Ulli´s geträumtes Alphabet und meine daraus geträumte Stadt – Ich lache mich gesund

In dem verlinkten Beitrag habe ich eingeladen, mitzuträumen für eine menschlichere Welt. Zu meiner Freude haben einige von euch spontan „JA“ zu der Idee gesagt! Daher: Wer einen entsprechenden Beitrag auf seinem Blog veröffentlichen mag, den bitte ich, den link dazu hier in einem Kommentar zu hinterlassen. Ich würde diese links in diesen Beitrag aufnehmen, so dass jede*r Interessierte sie dann zusammenhängend hier finden kann, als eine Art Sammlung unterschiedlicher Samenkörner :-). Ein Zeitlimit gibt es selbstverständlich nicht. Ich freue mich über eure Träume in einem halben Jahr noch genauso wie über zeitnahe positive Zukunfts-Träume!

Es wäre toll, wenn einige Samenkörner zusammenkommen und auf fruchtbaren Boden fallen können! Vielleicht können daraus dann sogar irgendwann erste Knospen und Triebe entstehen… .

*****************************

Als Start hier ein „Fundstück“, das mir gestern in einem anderen Blog über den Weg gelaufen ist: Über uns | Verlag Meiga (verlag-meiga.org).

Ulli´s geträumtes Alphabet und meine daraus geträumte Stadt

Träume; Künstlerin: Dörte Müller

Vor einiger Zeit hatte Ulli von Café Weltenall einen Beitrag zum „geträumten Alphabet“ gepostet. Daraus war die Idee einer Meditation zu den einzelnen Buchstaben – und den daraus von Ulli erträumten Wörtern – geboren ( Erinnerung an das Alphabet des mutigen Träumens | (wordpress.com)). Jede*r für sich, zur gleichen Zeit 26 Abende lang.

Das erste Wort war Allgemeinwohl. Aus diesem Wort erstand vor meinen geschlossenen Augen eine kleine Stadt, in der sich alle Bewohner einfach WOHL fühlen. Also eine Stadt, in der das allgemeine Wohlbefinden für alle an allererster Stelle steht. Diese Stadt baute sich dann Buchstabe für Buchstabe in meinen abendlichen Meditationen weiter auf. Und das ist das Ergebnis:

Ich wandre durch die Straßen. Rechts und links stehen Häuser. Sie sind aus recycelten und recycelbaren oder rein natürlichen Materialien erbaut. Die meisten Fassaden und Dächer sind begrünt und bunt bepflanzt. Durch die Straßen schwirren Schmetterlinge in den verschiedensten Farben. Singvögel trällern fröhlich ihre Lieder. Der Duft von Blütennektar hängt in der Luft. Und lockt Bienen und andere bestäubende Insekten. Die Straßen sind nicht geteert, sondern wie Fußwege mit Platten gepflastert, damit Regen in den Rillen versickern kann. Viele Platten sind mit Kunstwerken verziert.

Die Häuser sehen unterschiedlich aus. Sie sind auch unterschiedlich groß und offenbar jeweils genau an die Bedürfnisse ihrer Bewohner angepasst. In den meisten Mehrfamilienhäusern gibt es einen großen Gemeinschaftsraum mit Zugang ins Freie. In diesen Räumen beobachte ich buntes Treiben: Mehrmals die Woche gemeinsame Veranstaltungen, Kaffee und Kuchen, gemeinsamen Gesang, Spiele o.ä.. Die Älteren und allein Lebenden, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, freuen sich besonders daran, weil sie so jederzeit Gesellschaft haben können. Man kennt sich in den Häusern, weiß um die jeweiligen Bedürfnisse und hilft sich gegenseitig.

Auf den Straßen sehe ich keine Autos. Die Leute gehen meist zu Fuß, einige fahren Fahrrad, Skates oder andere kleine Sportgeräte. Menschen, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, sind mit einer Art elektrischem Golfcabby unterwegs, die vor den Häusern zur freien Verfügung stehen und so konzipiert sind, dass sie auch von Menschen mit motorischen Einschränkungen problemlos genutzt werden können. Alle Einrichtungen der Stadt sind barrierefrei zugänglich. Für längere Wege gibt es kleine städtische Elektrobusse, die jederzeit angefordert werden können. Die Menschen haben offensichtlich Zeit. Niemand ist hektisch oder auch nur in Eile. Achtsam nehmen sie ihre Umgebung beim Gehen wahr und scheinen diese zu genießen.

In der Stadt sehe ich etliche kleine Parks mit Grünflächen und Spielplätzen sowie Sportgeräten für groß und klein. Alles ist gut besucht.

Überall sind Gemeinschaftsgärten. Man sagt mir, dass jede Person, die möchte, mithelfen kann, Gemüse und Obst zu ziehen. Alles, was über den eigenen Bedarf hinausgeht, wird jeweils in kleine Läden gebracht, wo jeder mitnehmen oder bestellen kann, was er oder sie braucht.

Ich frage, ob die Menschen nicht arbeiten müssen, und man schaut mich groß an. „Arbeit?“ Man erklärt mir, dass jede Person in der Stadt genau das tut, was sie besonders gut kann und besonders gerne mag oder auch einfach nur mal ausprobieren möchte. Alles, was dabei erzeugt und produziert wird, steht dem Allgemeinwohl zur Verfügung.

Außerhalb der kleinen Stadt erkenne ich ausgedehnte Wälder. Außerdem etliche Felder und mehrere kleine Bauernhöfe. Auch dort arbeitet jede*r mit, der oder die mag und Talent dazu hat, wird mir berichtet. Der Anbau erfolgt in Permakultur. Neben Getreide und verschiedenstem Gemüseanbau gibt es auch eine kleine Schaf- und eine kleine Kuhherde, sowie Hühner. Diese liefern Milch, Eier, Wolle und gelegentlich auch Fleisch und Leder. Geschlachtet werden die Tiere in einem Anhänger, der auf das Feld gebracht wird. Ausschließlich die Tiere, die freiwillig in diesen Anhänger gehen. Auch mal Wildschweine oder Rotwild aus dem Wald. Alle Tiere werden mit großem Respekt und mit Liebe behandelt, ihr Opfer mit Dankbarkeit angenommen. Von dem betreffenden Tier wird dann selbstverständlich alles verwendet. Da niemand in der Stadt täglich Fleisch oder Wurst essen möchte, reicht es für alle. Es gibt eine kleine Mühle, in der das Getreide vermahlen wird. Wer gerne bäckt, bäckt für die mit, die das nicht so gut können. Gleiches gilt für das Kochen. Für den Anbau „exotischer“ Produkte, wie Kaffee oder Kakao z.B., gibt es Gewächshäuser, in denen die besonderen Anbaubedingungen nachgestellt werden.
Alle, die ich treffe, wirken sehr zufrieden. Sie fragen mich, ob es tatsächlich mal eine Zeit gegeben habe, in der die Menschen überall Mangel wahrgenommen hätten? Sie können sich das nicht vorstellen, denn es sei doch überall Fülle zu sehen. Es sei doch alles da, was man brauche, um glücklich zu sein. Für alles sei so wunderbar gesorgt von „Mutter Erde“. Sie strahlen mich an. Ich erkläre ihnen, dass die Menschen einen Mangel in ihrem Innern empfunden hätten, auch dann, wenn sie materiell im Überfluss lebten, oft sogar gerade dann. Viele hätten sich selbst als „mangelhaft“ empfunden, ebenso wie die Welt um sich herum, und sich und diese Welt „optimieren“ wollen. Viele hätten geglaubt, dass ihnen Konsum bei dieser „Selbstoptimierung“ helfen könne. Man versteht nicht so ganz, wie ich das Wort „Konsum“ meine und wieso man damit einen inneren Mangel beheben können sollte.

Durch die Stadt schlängelt sich ein Fluss mit Wasser so klar und sauber, das es jederzeit als Trinkwasser verwendet werden kann. Ich genieße das gurgelnde Plätschern, das der Fluss von sich gibt, während ich ein Stück an seinem natürlichen Ufer entlang spaziere. Er speist mehrere kleinere natürliche Seen, die im Sommer zum Baden und im Winter zum Schlittschuhlaufen einladen. Jetzt im Frühjahr sind nur wenige Menschen beim Schwimmen im kalten Wasser zu sehen.

Ich frage nach Schulen und man erklärt mir, dass die Kinder in den ersten Jahren eine Art gemeinsamen Grundlagenunterricht bekommen, der im Wesentlichen draußen im Wald und in der Natur stattfindet und Mathematik, Musik, Kunst, Bewegungselemente sowie Lese- und Schreibunterricht umfasst. In welchem Alter sie beginnen möchten, suchen sich die Kinder mit ihren Eltern zusammen selbst aus. Für die älteren Kinder gibt es überall unterschiedliche Lernangebote, die sie sich selbst je nach Lust und Neigung und Talent aussuchen können. Jede Person, die etwas besonders gut kann oder weiß, bietet an, Interessierte darin zu unterrichten. Auch Kinder, die eine besondere Begabung in einer Sache haben, können andere Kinder (und Erwachsene) darin unterrichten, wenn sie dies möchten. Zensuren gibt es nicht. Niemand wird „beurteilt“. Der Unterricht erfolgt individuell und liebevoll und ist im Wesentlichen ein begleitetes Selbstlernen, Erkunden und Ausprobieren. Das Wichtigste sei es, die natürliche Kreativität und Neugier der Kinder nicht zu beschneiden durch irgendwelche Vorgaben, sondern sie zu ermuntern. Wert lege man aber darauf, den Kindern zu zeigen, dass man mit gleichberechtigter Kooperation meist weiter komme, als wenn man etwas alleine tut.

Beim Spazieren durch die Stadt bemerke ich viele kleine Bühnen. Auf einigen wird Theater gespielt, auf manchen gesungen. Man sagt mir, einige Bühnen werden jeden Nachmittag oder Abend bespielt, für die anderen gilt: Alle, die wollen, können etwas aufführen, Theater, Musik, Sport, Zauberkunst etc.. Es gibt ein Stadtkommunikationssystem, in dem man die Aufführung bekannt geben kann. Wer gern zuschauen oder zuhören möchte und selbst nicht so mobil ist, kann dies anmelden und wird dann dort hingebracht.

Anderswo gibt es Möglichkeiten zum gemeinsamen Tanz oder gemeinsamem Gesang. Alles wird gern genutzt. Niemand stört sich an „falschen“ Klängen oder Tanzschritten. Ich bleibe zum Abend und erlebe, wie die Abende widerhallen von Musik und dem fröhlichen Lachen der Menschen.

***

Die einzelnen Buchstaben fügen sich in dieser Stadt wie folgt:

Bruttosozialglück: Es gibt in dieser Stadt kein Geld. Denn niemand ist interessiert daran, Eigentum zu vermehren. Stattdessen wollen alle das gemeinsame und damit auch das eigene Glück vermehren.

Die Stadt strahlt Charme aus und vibriert voller Lebensenergie (chi).

Die Menschen begegnen der Natur, der Erde und allen ihren Geschöpfen mit Demut und Dankbarkeit. Niemand hält sich für „besser“ oder „wichtiger“ als andere.

Alle wichtigen Entscheidungen werden gemeinsam getroffen. Jeder kann die eigenen Ideen einbringen. Nichts wird als abwegig angesehen. Nichts wird verlacht. Es gibt kein „ja, aber…“. Sondern jeweils ein JA!. Ideen bauen aufeinander auf. Werden weiter geführt, zusammen gemischt. Verbunden. Bis etwas Tragfähiges daraus entstanden ist = Einigung.

Die Menschen haben in sich Frieden gefunden. In ihrem eigenen Inneren. Und sie leben diesen Frieden daher auch nach außen.

Güte ist ein Grundgefühl und Hilfsbereitschaft eine Selbstverständlichkeit. Niemand, der oder die Hilfe benötigt, schämt sich deshalb – oder wird beschämt. Das Gefühl der Scham im Sinne einer Erniedrigung ist den Menschen überhaupt nicht mehr bekannt.

[Da „Ideale“ für mich zu sehr die Gefahr in sich bergen, in „Ideologien“ abzurutschen, habe ich hier stattdessen „Ideenreichtum“ eingesetzt und verweise hierfür, wie auch für das „Ja“ auf den Passus zu „Einigung“.]

Das wichtigste Element der Kommunikation ist das Zuhören. Ein großer Teil der Kommunikation verläuft stumm, einfach nur über Berührungen: Hände halten, Umarmungen, streicheln.

Liebe: Die Menschen haben endlich zur Selbstliebe gefunden. Und so ist die Nächstenliebe eine ganz einfache Selbstverständlichkeit geworden. Mitgefühl ist ein Teil dessen. Menschen, die sich selbst lieben, konkurrieren nicht einmal mehr um Partner*innen miteinander. Wenn sich jemand für eine andere Person entscheidet, wird das nicht als persönliche Zurückweisung und Erniedrigung empfunden, sondern als Ausdruck der Entscheidungsfreiheit jeder Person.

Im Umgang miteinander herrscht eine erfrischende Natürlichkeit und Offenheit. Niemand versucht, etwas vorzuspielen, was er oder sie nicht ist. Jede Person weiß, dass sie schön ist, so wie sie ist. Niemand putzt sich heraus oder versteckt sich hinter Fassaden.

Durch das ganz selbstverständlich wirkende Zusammenspiel von Mensch und Natur schwingt durch die Straßen eine Art natürlicher Poesie. Belebt durch die natürliche körperliche Sinnlichkeit der Bewohner*innen, die alle Sinne ihres Körpers als Geschenk erleben und genießen.

Querdenken ist erwünscht. Niemand versucht, andere von der eigenen Meinung oder Sichtweise zu überzeugen oder diese für „richtiger“ zu halten, als andere Sichtweisen. Man weiß, dass es kein „richtig“ oder „falsch“ gibt. Meinungs- und Ideenvielfalt wird deshalb als Grundbedingung angesehen, um sich weiterzuentwickeln, und auf der Basis verschiedenster Ansätze dann zu gemeinsamen Lösungen zu kommen. Selbstverständlich sind auch Richtungswechsel jederzeit möglich, wenn die Bewohner*innen erkennen, dass eine angestrebte Lösung sich in der Praxis als doch nicht ganz so gut herausstellt. Niemals geht es dabei darum, „Schuldige“ zu benennen für einen „Fehler“. Stattdessen schaut man sich die Folgen des Handelns an, um daraus zu lernen.

Die Menschen haben ihre Träume zu Wirklichkeit werden lassen. Zuvor allerdings hat es eine Zeit der Trauer und vieler Tränen gegeben, da das Alte verabschiedet werden musste. Menschen hatten sich sehr daran gewöhnt, materielles Eigentum als wichtigstes und erstrebenswertestes Gut zu betrachten. Es kam ihnen zunächst wie ein großer Verlust vor, stattdessen auf Glück zu setzen. Es gab zunächst großen Widerstand. Man verurteilte sich gegenseitig.

Aber heute verurteilt niemand mehr einen anderen. Jeder weiß, damit würde er oder sie auch ein Stück von sich selbst verurteilen. Urteilsfreiheit ist ebenso selbstverständlich wie das Vertrauen in die Natur und in die Mitmenschen. Das Vertrauen in die Schöpfung. Und wie die Demut gegenüber dieser Schöpfung. Die Menschen geben sich dem Fluss des Lebens hin und leben im Einklang mit der Natur, weil sie wissen, dass diese es gut mit ihnen meint. Sie verschwenden ihre Kraft und Energie nicht, um gegen die Natur zu arbeiten, diese „optimieren“ zu wollen und sich Sorgen um das morgen zu machen.

Sobald im Innern einer Person doch noch einmal ein gewisser Widerstand oder eine Unzufriedenheit aufkommt, z.B., weil sie sich mit anderen messen möchte, geht sie dieser Unzufriedenheit in ihrem eigenen Innern nach. Denn „Wettkampf“ gibt es in dieser Stadt vor allem gegen sich selbst, indem jeder versucht, in dem, was er oder sie besonders gut kann, noch besser zu werden. Und gleichzeitig Neues hinzuzulernen.

Das Unbekannte X steht bei mir für die Kenntnisse, die sich die Menschen inzwischen erworben haben: Zum Beispiel haben sie gelernt, wie man sich die freie Umgebungsenergie zunutze machen kann. Mit dieser betreiben sie ihr Stromsystem. Sie wissen auch, wie man Radioaktivität unschädlich machen kann. Auch für Abwasser und verbleibenden Müll haben sie intelligente Lösungen gefunden, die Planet und Menschen nicht belasten.

Der YinYangAusgleich war Grundvoraussetzung, um in dieser Stadt anzukommen.
Denn über die letzten Tausende von Jahren war das Yin immer mehr an den Rand gedrängt worden und fast nicht mehr existent. Das Yang war völlig aus dem Ruder gelaufen und hatte sogar seinen eigenen Yin-Kern versucht zu zerstören. Es wollte herrschen um jeden Preis. Es hatte Technik und Waffensysteme hervorgebracht, die Kontrolle und Macht über alle Menschen an sich reißen wollten.
Aber das Yin kam zurück. Die Menschen begannen wieder, auf ihr Inneres zu hören. Auf ihre Intuition zu vertrauen. Ihre innere Weisheit wieder wahrzunehmen. Sie hörten auf, sich im Außen von Ängsten und von irgendwelchen aufgebauten Szenarien mitreißen zu lassen. Sie besannen sich auf ihre Verbindung mit der Natur, statt sich Angst vor dieser einreden zu lassen. Sie kamen wieder in Kontakt mit der ihnen inne wohnenden Liebe. Sie kamen wieder in Kontakt mit dem nährenden weiblichen Element in ihnen. – Und sie sagten einfach „nein“ zu denen, die Macht über sie wollten.
Es wurden immer mehr, die dieses „nein“ zur Macht und „JA“ zu Liebe sagten.
Denn sie hatten verstanden, dass sie mit ihrem Inneren das Äußere gestalten. Und dass dieses von allen gemeinsam gestaltete Äußere dann wieder auf das Innere jedes Einzelnen zurückwirkte. Dass im Innern bestehende Angst, Wut und Aggression über die Rückwirkung im Außen so zu einer Spirale der Zerstörung werden kann.
Dass sich diese Spirale aber auch gegensätzlich nutzen ließ, nämlich um Liebe zu verbreiten. So gab es immer mehr Menschen, die übten, sich innerlich zu reinigen von Angst, Wut und Aggression. Und die so Platz schufen für die Liebe in ihnen. Je mehr Menschen begannen, diese Liebe nach Außen auszustrahlen, desto mehr Liebe kam zu ihnen allen zurück.
Diese Spirale der Liebe ließ sich irgendwann auch von dem machtbesessenen Yang, das sich über die Zeit so sehr selbst übersteigert hatte, nicht mehr unterdrücken.
Und so brach dieses völlig aufgeblasene künstlich erzeugte Mega-Yang endlich in sich zusammen. Und darunter kam wieder das wahre Yang zum Vorschein. Das Yang, das sich seines Yin-Kerns wohl bewusst ist und in vollkommener Harmonie mit dem Yin lebt, welches wiederum ihrerseits ihren Yang-Kern kennt und versteht.

Mit dem Zusammenbruch dieses technokratischen machtbesessenen Yang-Kolosses kam die Zuversicht der Menschen wieder. Sie zerlegten alle Waffen und Waffensysteme dieser Welt in ihre Bestandteile und nutzten die gewonnenen Rohstoffe für den Bau von Brücken, Brücken auch im übertragenen Sinn.
Und sie begannen, sich die Zukunft aufzubauen, die sie wirklich wollten.

**************************************

Vielleicht hat der ein oder die andere von euch Lust, an dieser Zukunft mitzudenken / – träumen / -bauen? Mit eigenen Visionen, Wünschen, Vorstellungen, die natürlich auch ganz anders aussehen können, als meine? Ich würde das toll finden!!!

P.S.: Den „Schlachtanhänger“, in den die Tiere freiwillig gehen, habe ich mir übrigens nicht ausgedacht, wobei es sich in dem realen Fall auf Schweine bezog.