Die richtige Richtung?

gemalt von Dörte Müller

„Uns bleibt keine Zeit darauf zu warten, dass die Evolution aus uns intelligente und gutartige Wesen macht (…). Wir werden in der Lage sein, unsere DNA selbst zu verändern und zu verbessern.“ So wurde Stephen Hawking gestern in einem Blog zitiert.

Mich gruselt es, wenn ich so etwas lese. Da ging jemand, der als Top-Wissenschaftler gilt, davon aus, dass wir Menschen weder intelligente, noch gutartige Wesen seien. Dass wir aber in der Lage sein werden, unsere derartige Minderwertigkeit selbst zu verändern, indem wir „technische Verbesserungen“ an uns vornehmen. Ist das nicht bereits in sich widersprüchlich?

Er hat dann wohl (später?) noch gesagt, dass wir uns in der Konsequenz selber vernichten werden, weil es „Supermenschen“ geben werde und andere, „nicht verbesserte“, die dann aussterben würden oder unwichtig würden, weil sie mit den „Supermenschen“ nicht konkurrieren könnten. Dass Verbote solcher Forschung aber nichts nutzen würden, weil es trotzdem immer Menschen geben werde, die an so etwas forschen.

Es ist das Bild des Menschen als einer Art unvollkommener Maschine. Ein Bild, das aber aus irgendwelchen Gründen gleichzeitig einigen dieser Maschinen die Fähigkeit zuspricht, die menschlichen Defizite auf technische Art ausmerzen zu können. Es sieht Konkurrenz (nicht etwa Kooperation) als das grundlegende Prinzip der Evolution an und setzt voraus, dass die Evolutionstheorie nach Darwin keine Theorie, sondern eine „Wahrheit“ sei. Die mathematische Unmöglichkeit einer solchen mehr oder weniger zufälligen Evolution wird dabei ebenso ausgeblendet, wie die Frage, was Bewusstsein – und vor allem -, was Leben eigentlich ist. Und wo es herkommt.

Es ist wohl in weiten Teilen der Wissenschaft immer noch das vorherrschende Menschenbild. Und so lange es Menschen gibt, die dem – aus meiner Sicht – Wahn anhängen, über Manipulationen der DNA „Supermenschen“ kreieren zu können, wird es auch Forscher geben, die genau das versuchen. In dem Punkt stimme ich Hawking zu.

Die Annahme, dass wir Menschen eine Art Maschine sind, die durch menschliche Eingriffe von Außen „verbessert“ werden müsse, ist nicht nur unter Wissenschaftlern weit verbreitet. Die Schönheitsindustrie lebt davon ebenso wie ein großer Teil der medizinischen Interventionen. Auch Impfungen gehen von dieser Annahme aus: Das menschliche Immunsystem benötige nahezu zwingend Unterstützung durch von Menschen erdachte Technik. Und selbst, wenn es diese nicht „benötigt“, wäre es in jedem Fall besser, die „Technik“ anzuwenden, als das Risiko einzugehen, für eine gewisse Zeit nicht arbeiten zu können. Bei einem als neuartig empfundenen Virus kann ich diese Annahme sogar irgendwie nachvollziehen. Man fürchtet, dass das Immunsystem bisher ja noch keine Chance hatte, sich mit etwas ähnlichem auseinanderzusetzen, und dem „Neuen“ daher unter Umständen nicht gewachsen sein könnte.
Vielleicht geht man aber auch davon aus, dass der Mensch IMMER technische Unterstützung benötige. Gegen alles und jeden. Also gegen die Natur – und auch gegen den Menschen selber. Technische Unterstützung, die von einer Menschheit kommt, die nach dieser Sichtweise doch eigentlich bösartig und wenig intelligent ist.

Mit Ausnahme der „Techniker…“???

Erstaunlich viele Menschen sind geradezu begeistert bereit, sich einem weltweiten Experiment zu unterziehen, das letztlich vor allem der Weiterführung der gentechnischen Forschung dienen dürfte. (Wenn es einen anderen Zweck hätte, bräuchte man keine „Durchimpfungsrate“ von 70 %, und ganz sicher keine Impfung von Kindern und Jugendlichen.) DAS entsetzt mich tatsächlich irgendwie.

Wahrscheinlich, weil ich das genau gegenteilige Menschenbild habe, von dem oben skizzierten. Für mich ist das, was uns Menschen ausmacht, unser Bewusstsein.

Wir haben die Veranlagung zum „Guten“, ebenso wie zum „Bösen“, wobei beides nicht immer ganz leicht zu unterscheiden ist.

Ich gehöre zu denen, die daran glauben, dass der Mensch nicht nur einmal auf dieser Erde inkarniert. Und dass der Sinn des Lebens darin liegen könnte, an sich selbst zu arbeiten. In sich selbst die „guten Eigenschaften“ zu fördern. Meiner Ansicht nach haben wir alle diese Anlagen – und das hat nichts mit unserer DNA zu tun.

Wir könnten vielleicht eine Art „Supermenschen“ werden: Mit viel Meditation, Hilfsbereitschaft, Nächstenliebe.
Mit „Abgrenzung“, mit Ausschluss Andersdenkender oder -sprechender, mit Mauern, Gräben und Technik werden wir hingegen sicher eher nicht die besten unserer persönlichen Eigenschaften zum Vorschein bringen.

Mit Herumpfuschen an der menschlichen DNA auch nicht. Solche Versuche haben für mich tatsächlich etwas in sich „Bösartiges“, und erscheinen mir wenig intelligent.

Die DNA ist zwar für mich nicht DIE Steuerungszentrale des Menschen, für die Wissenschaftler für Hawking (und all die anderen, die besessen sind von der Forschung an DNA und mRNA) sie halten. Aber sie hat ganz sicher wichtige Funktionen. Vielleicht sind Gene so etwas wie Schnittstellen zwischen Bewusstsein und Körper? Hier einfach mal einzugreifen, und zu schauen, was passiert, halte ich für gefährlich, da möglicherweise kaum noch umkehrbar. Für mich nicht die „richtige Richtung“ für die Menschheit.

Ich glaube nicht, dass es eine „Abkürzung“ für die persönliche Weiterentwicklung jedes einzelnen Menschen über technische Eingriffe geben wird. Aber ich fürchte, dass die Versuche in diese Richtung immer weiter voran schreiten – und in einen Abgrund führen könnten. Insoweit gebe ich Hawking dann (leider) doch wieder recht … .

„Impfgegner“

gemalt von Dörte Müller

sind Rechte, sind Nazis, so las und lese ich es immer mal wieder. Und jedes Mal tauchen bei mir große Fragezeichen auf: Wie, um Himmels Willen kommt man auf so etwas?

Impfgegner / -skeptiker das sind in der Regel Menschen, die gegen Zwang sind – und für Eigenverantwortung. Die sagen, wer sich impfen lassen möchte, kann dies selbstverständlich tun. Aber sie möchten nicht gezwungen werden, sich oder ihre Kinder zu impfen.

Eintreten für Eigenverantwortung und Selbstbestimmtheit. Typisches Nazidenken…?

Befürworter von Pflichtimpfungen sagen, diese seien erforderlich zur Erreichung eines größeren Ziels: Der Ausrottung der jeweiligen Erkrankung. Das Individuum dürfe nicht selbst entscheiden, sondern es müsse seine Interessen dem größeren Interesse, dem Staatsinteresse unterordnen. Bei mir schwingt bei „Pflichtimpfung“ im Hinterkopf immer mit, „wer sich nicht impfen lässt, gefährdet die Volksgesundheit“. Vielleicht habe ich diese Assoziation nur, weil ich schwerbehindert bin – und z.B. auch zusammenzucke, wenn ich höre, dass Ungeborene im Mutterleib auf „Defekte“ getestet werden. Hinter diesen Konzepten steckt für mich die Vorstellung, dass man Krankheiten ausrotten, und Menschen „optimieren“ könne oder gar müsse. Aus meiner Sicht ein medizinischer Allmachtswahn. Wie groß ist der Schritt von dort – hin zu so etwas wie Euthanasie?

Diese „Impfgegner“ glaubten nicht an „die Wissenschaft“, stellten „wissenschaftliche Fakten“ in Frage, seien wissenschaftsskeptisch, lese ich. Ja, ich bin skeptisch hinsichtlich wissenschaftlicher (oder auch sonstiger) Allmachtsphantasien. Aus gutem Grund.

Allerdings bin ich sehr interessiert an Wissenschaft. Ich schaue und höre mir Wissenschaftssendungen an, lese Bücher, die sich mit wissenschaftlichen Themen beschäftigen, schaue mir Studien an, die mich interessieren, finde es insgesamt immer spannend, Neues zu lernen und zu erfahren aus völlig unterschiedlichen Fachgebieten.
Echte Wissenschaft zeichnet für mich dabei genau dadurch aus, dass sie skeptisch ist: Skeptisch und fachübergreifend. Dass sie sich also selbst immer wieder hinterfragt. Ihre eigenen Hypothesen immer wieder auf den Prüfstand stellt. Fachübergreifendes Wissen nutzt, um den eigenen Horizont und Erfahrungsschatz zu erweitern. Details niemals ausschließlich für sich betrachtet, sondern Zusammenhänge sucht. Zu Kritik auffordert, um eigene blinde Flecken zu erkennen. Den Diskurs pflegt und fördert. Weiß und zugibt, wie wenig sie tatsächlich weiß. Zugibt, dass sie im Grunde immer nur den derzeitigen Stand des Irrtums präsentieren kann – mit dem Versprechen, sich weiter zu bilden, weiter zu entwickeln.
DAS ist für mich Wissenschaft.

Und genau aus diesem Verständnis von Wissenschaft heraus entstand meine Entwicklung zur „Impfgegnerin“, die ich die größte Zeit meines Lebens keineswegs war. Erst als ich aus guten Gründen begonnen hatte, mich näher mit der Thematik zu beschäftigen, mit den Inhaltsstoffen, möglichen Nebenwirkungen usw. Mir Studien anzusehen und Bücher zum Thema zu lesen. Und mich fragte, warum ich in den offiziellen Verlautbarungen so oft auf Behauptungen stieß und so selten auf Belege. Und vor allem, warum JEDE Kritik, JEDE Warnung, JEDE Mahnung, man müsse Nutzen und Risiken von Impfungen besser abwägen, von den verantwortlichen Institutionen, wie dem Paul-Ehrlich-Institut, im Keim erstickt wurde. Da wurde ich skeptisch.

Wenn einfach nur behauptet wird, das in früheren Impfstoffen oft enthaltene quecksilberhaltige Thiomersal sei unbedenklich, weil es nicht im Körper gespeichert werde, frage ich mich, wie man zu so einer Aussage kommt. Woher man das wissen will. Wenn mir gesagt wird, das als Hilfsstoff früher in Impfungen oft enthaltene Aluminiumhydroxid sei unbedenklich, weil die Konzentration „unterhalb toxikologischer Grenzwerte“ liege – und die in Impfungen enthaltene Menge an Formaldehyd sei so gering, dass der „physiologische Formaldehydgehalt des Muskels durch eine Impfung sogar verdünnt“ werde, dann halte ich das für eine zwar durchaus kreative aber mich leider tatsächlich nicht überzeugende Begründung. Hilfsstoffe, wie das Aluminium (heutzutage nimmt man meist anderes, Unbekannteres) werden beigegeben, WEIL sie giftig sind für den menschlichen Körper. Man will ja damit erreichen, dass die Immunantwort anspringt. Man WILL das Immunsystem irritieren. Bereits bei Säuglingen, obwohl sich deren Immunsystem noch gar nicht ausgebildet hat. Und obwohl man weiß, dass sich das physiologische Immunsystem des Menschen oral ausbildet und nicht über das Blut. Es also von der Logik her eher unwahrscheinlich erscheint, dass man dem Immunsystem und vor allem auch dem Gesamtsystem eines Säuglings mit einer Impfung etwas Gutes tut.
Wer garantiert mir, dass das, was einmal im Körper an Giftstoffen ist, dort nicht unter Umständen bleibt und sich über die Anzahl der Impfungen mehr und mehr anreichert?
Niemand.
Denn man WEISS über diese Fragen eigentlich nichts. – Und ganz offensichtlich WILL man darüber auch nichts wissen.

Wenn mir einfach nur gesagt wird, DIE Wissenschaft WISSE, dass Impfungen mehr nutzten, als schadeten, und ich DÜRFE diese These NICHT hinterfragen, dann werde ich skeptisch. Wenn mir gesagt wird, es gebe keine Belege, dass Impfungen zu mehr Autoimmunerkrankungen oder bestimmten Tumorerkrankungen führen (und auch keine Belege, dass sie dies NICHT tun…), und DESHALB seien sie sicher, dann werde ich skeptisch. Wenn, wie bei der Masernimpfkampagne, mit dem in medialer Dauerschleife erwähnten Tod eines (schwer vorerkrankten) Babys Emotionen geschürt werden, Statistiken zu tatsächlichen Risiken und Gefährdungen jedoch gar nicht oder nur verfälschend dargestellt werden, DANN werde ich skeptisch. Wenn nur über bestimmte Studien berichtet wird – und über andere nicht, DANN werde ich skeptisch. Wenn sich „Wissenschaftler“ hinstellen und Kollegen, die andere Meinungen haben, als sie selbst, als Pseudo-Experten bezeichnen, DANN werde ich skeptisch. Wenn Ärzte, die sagen, man müsse auch bei Impfungen Nutzen und Schaden abwägen, berufsrechtlich verfolgt werden, DANN werde ich skeptisch.

Denn, dann handelt es sich nicht um Wissenschaft, die hier betrieben wird, sondern um eine Ideologie. WISSENSCHAFT würde NIEMALS so mit Kritik umgehen.

Als dann die Masernimpfung zur Pflichtimpfung wurde, da wurde ich zur „Impfgegnerin“. Denn, wenn eine Ideologie zwangsverordnet wird, bin ich dagegen. Das bedeutet: Ich bin nicht pauschal gegen Impfungen, aber ich bin pauschal gegen Zwangsimpfungen.

Das, was uns heute so oft als „Wissenschaft“ verkauft wird, ist in Wahrheit eine Ideologie, der mit einigen Studien ein Deckmäntelchen umgehangen wird (manchmal, wie z.B. bei der „Null-Covid“-Ideologie erfolgt nicht einmal das). Dieses Mäntelchen erlaubt, sie vordergründig als „Wissenschaft“ zu bezeichnen, obwohl sie mit echter Wissenschaft nichts zu tun hat. Sondern im Grunde genommen sogar der Feind echter Wissenschaft ist. Denn Wissenschaft würde ihre Thesen und Hypothesen niemals zum Dogma und Kritik daran zum Tabu erklären. Ideologien freilich tun genau das.

Wie alle Ideologien trägt diese „Wissenschafts-Ideologie“ einen sehr gefährlichen Keim in sich: Sie birgt die Gefahr, ihre eigene Ideologie höher zu hängen, als das Wohl und das Leben von Menschen. Bei der Null-Covid-Ideologie, die ohne jede wissenschaftliche Evidenz und auch entgegen jeder Logik meint, man müsse Menschen nur lange genug wegsperren – und damit könne man ein Virus „besiegen“, kann man das aktuell deutlich beobachten. Dass ein satirischer Protest von Künstlern gegen diese Ideologie, bei den „Ideologen“ zu Wut, Panik und Abwehr geführt hat – und keinerlei Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit den tatsächlichen Inhalten der Kritik erkennen ließ, ist bei Ideologien nicht anders zu erwarten. Im Grunde wurde die Kritik durch die medialen Reaktionen einfach nur bestätigt.

Ideologien gibt es viele in dieser Welt. Aber:

Wenn eine Ideologie zur Staatsideologie wird und den Menschen auch gegen deren Willen oktroyiert wird, dann ist es nicht nur irgendeine Ideologie. Sondern dann wird es gefährlich.

Wenn Impfskeptiker, – sogar solche, die nur deshalb skeptisch sind, weil sie experimentelle Impfstoffe für unzulässige Menschenversuche halten,- zu einer gefährlichen Spezies erklärt werden, der man ganz selbstverständlich ihre Grundrechte wegnehmen dürfe, dann bröckelt der Rechtsstaat ganz erheblich.

Wenn jede Kritik dagegen im Keim erstickt wird, Richter und Ärzte, die sich kritisch äußern, mit Strafanzeigen, Hausdurchsuchungen und teilweise gar Morddrohungen drangsaliert werden, dann zerbröselt der Rechtsstaat zwischen unseren Füßen.

Ein Regime, dessen Mehrheit willkürlich bestimmte Menschengruppen für gefährlich und / oder minderwertig erklärt, ihnen ihre Rechte nimmt, sie entmenschlicht und mit beleidigenden Schimpfnamen belegt, das ist in ideologischen Systemen leider eher die Regel, als die Ausnahme. Denn Ideologien brauchen die Abgrenzung nach außen. Sie brauchen zu bekämpfende Feindbilder.
Vergleiche hinken immer. Aber, dass viele von denen, die heute aus irgendwelchen Gründen die Impfgegner als „Nazis“ beschimpfen, denen man selbstverständlich ihre Rechte nehmen dürfe, genau die sind, die gleichzeitig ihre Großeltern moralisch verurteilen für deren Verhalten damals, das wundert mich trotzdem…. .

Wie zu jeder anderen Gruppe auch, zählen zu „Impfgegnern“ natürlich nicht nur Menschen, die „echte“ Wissenschaft wollen – statt Ideologie. Selbstverständlich gibt es darunter auch Menschen, die Impfungen aus ideologischen Gründen verschiedenster Art ablehnen. In dieser Welt gibt es die unterschiedlichsten Ideologien und die unterschiedlichsten Menschen, die daran glauben. Für mich kein Problem, so lange sie mir ihre Ideologie nicht zwangsverordnen wollen.

Und natürlich gibt es unter den Impfgegnern auch viele, die religiöse Gründe für ihre Haltung haben. Viele streng gläubige Muslime oder Christen lehnen Impfungen ebenso ab, wie etliche orthodoxe Juden.

Alles Nazis?

Es gibt die verschiedensten Gründe, warum Menschen für oder gegen Impfungen sind. Viele Wissenschaftler, wie z.B. Prof. Bhakdi und auch etliche andere sind sogar expliziert FÜR Impfungen. Aber sie sind ebenso expliziert gegen weltweite Menschenversuche mit experimentellen Impfstoffen, über die man so gut wie nichts weiß. Diese Menschen sind für mich das, was ich als „Wissenschaftler“ ansehen würde, denn sie bieten all denen, die sie öffentlichkeitswirksam als „Pseudoexperten“ o.ä. tituliert haben, immer wieder einen wissenschaftlichen Dialog und Austausch an zu ihren Thesen. Also das, was Wissenschaft tun sollte.
Dass die andere Seite diesen Dialog verweigert, ist indes wenig verwunderlich. Denn Menschen, die statt einer Wissenschaft einer Ideologie folgen, brauchen diesen Austausch nicht. Sie sind schon fest in ihrer Meinung.

Ich weiß, dass es sehr optimistisch von mir ist, aber trotzdem würde ich mich freuen, wenn ich mit diesem Text dazu beitragen konnte, dass der ein oder die andere die eigene pauschale Einschätzung über die „bösen rechten Impfgegner“ und vielleicht sogar die Verwendung von Begriffen wie „Covidioten“ oder „Aluhüten“ doch nochmal überdenkt!

Auf ein Wort, liebe „Corona-Faktenchecker“

gemalt von Dörte Müller

Ja, ich glaube Euch, dass Ihr ein Bedürfnis erfüllt, das tatsächlich etliche Menschen haben:

Das Bedürfnis, dass ihnen in dieser komplexen Welt – und erst recht in einer als bedrohlich empfunden Lage – jemand sagt, was „richtig“ und was „falsch“ ist.
Das Bedürfnis, dass ihnen jemand sagt, wie sie sich verhalten sollen, damit sie geliebt werden und „dazu gehören“.
Das Bedürfnis, dass ihre Angst verstanden wird, sie an die Hand genommen werden und ihnen jemand sagt, „es ist alles gut, wir kümmern uns um euch“.

Aber der Name „Faktenchecker“, der trifft es nicht. Schon gar nicht zum Thema Corona.

Wenn Ihr Fakten checken würdet, würdet Ihr Euch Aussagen eines Wissenschaftlers oder Studien unvoreingenommen anschauen. Ihr würdet Eure eigene Qualifikation darstellen, und was die genaue Grundlage ist, aufgrund derer Ihr Eure Bewertung trefft. Ihr würdet deutlich machen, wo die Datenlage klar ist, wo Unsicherheiten bestehen, und wo gegebenenfalls noch weitere Forschung erforderlich sein könnte. Ihr würdet Eure eigenen Unsicherheiten offen legen. Ihr würdet Rücksprache mit den Autoren der betreffenden Studie oder mit dem Wissenschaftler, um dessen Aussagen es geht, halten, bevor Ihr etwas dazu veröffentlicht. Um sicher zu gehen, dass Ihr nichts missverstanden oder versehentlich aus dem Zusammenhang gerissen habt.

Wenn Ihr Fakten checken würdet, würdet Ihr Statistiken mit Zahlen, denen die Bezugsgröße fehlt, ebenso verwerfen, wie bloße Behauptungen, – egal, von wem sie stammen.
Wenn Ihr Fakten checken würdet, würdet Ihr hinterfragen, was ein „Inzidenzwert“ genau sein soll. Ihr würdet fragen, was für einen Aussagewert ein „Inzidenzwert“ hat, wenn ihm völlig unterschiedliche Gesamttestanzahlen zugrunde liegen. Ihr würdet fragen, welcher ct-Wert für den PCR-Test angelegt wird – und ob es zu jeder Zeit und überall derselbe ist,- und wo andernfalls eine Vergleichbarkeit herkommen sollte. Ihr würdet fragen, auf wie viele Gene der PCR-Test testet, und ob diese Anzahl immer und überall dieselbe war – und wie aussagekräftig sie ist. Ihr würdet fragen, warum man den PCR-Test als Diagnoseinstrument benutzt, obwohl er dazu doch bekanntermaßen nicht geschaffen wurde – und auch nicht geeignet ist. Ihr würdet deutlich machen, dass es grob unwissenschaftlich ist, den „Inzidenzwert“ während der Zeit des ersten Lockdowns einfach so mit dem heutigen zu vergleichen, da damals nur ein Bruchteil der jetzigen Tests gemacht wurde. Ein damals niedrigerer Inzidenzwert also nichts über die Wirksamkeit der damaligen Maßnahmen aussagt.
Wenn Ihr Fakten checken würdet, würdet Ihr Fragen zu den Todeszahlen nach Beginn der Impfkampagnen stellen. Da es sich um experimentelle Impfstoffe handelt, die auch nur im Rahmen einer sogenannten „Notfallzulassung“ verimpft werden, würdet Ihr ganz genau hinschauen. Denn es geht um Menschenleben. Da Ihr wisst, dass die Notfallzulassung nur auf den Angaben der Hersteller beruht, und diese die Rohdaten der vorab erfolgten Studien erst Ende 2022 frei geben werden, wärt Ihr besonders kritisch. Denn Hersteller haben nun einmal (finanzielle) Eigeninteressen.
Wenn Ihr Fakten checken würdet, würdet Ihr prüfen, ob es Belege gibt, dass Länder mit Lockdowns und scharfen Maßnahmen besser durch „die Krise“ gekommen sind, als Länder ohne solche Maßnahmen (oder zumindest mit deutlich weniger Maßnahmen). Oder, ob vielleicht das Gegenteil der Fall sein könnte.
Wenn Ihr Fakten checken würdet, würdet Ihr Euch die Kollateralschäden dieser Lockdowns unvoreingenommen anschauen und möglichst viele unterschiedliche Fachleute dazu anhören.
Wenn Ihr Fakten checken würdet, würdet Ihr all die vielen Studien lesen, die zeigen, dass Masken schädlich sind. Ihr würdet feststellen, dass die Studien, die Masken einen Nutzen bescheinigen, das weitestgehend nur unter Laborbedingungen tun. Und dass sehr viele Experten sagen, dass der Nutzen nur marginal ist und im Vergleich zum Schaden nicht verhältnismäßig.
Wenn Ihr Fakten checken würdet, würdet Ihr feststellen, dass Aerosolforscher und viele andere nicht erst seit Kurzem sagen, dass die Ansteckungsgefahr mit Viren im Freien zu vernachlässigen ist. Beschränkungen im Freien also ungeeignet und damit unsinnig (und verfassungswidrig) zur „Bekämpfung“ eines Virus sind. Und dass das logischerweise auch für die Maskenpflicht gilt.

Wenn Ihr Fakten checken würdet, würdet Ihr niemals jemanden mit einer anderen Meinung als Eurer beleidigen oder diskreditieren. Denn das wäre unter Eurer Würde.

Wenn Ihr Fakten checken würdet, würdet Ihr ausschließlich sachlich argumentieren. Und andere Meinungen stets als willkommenen Anlass nehmen, Eure eigene noch einmal zu überprüfen.

Wenn Ihr Fakten checken würdet, würdet Ihr empört aufschreien, wenn Menschen, die friedlich demonstrieren und ihre Meinung kundtun, von Polizisten brutal angegangen werden – und die Politik zu noch mehr Härte aufruft.

Wenn Ihr Fakten checken würdet, wärt Ihr entsetzt, wenn politischer Druck auf unabhängige Gerichte / Richter*innen ausgeübt wird, wenn diese Entscheidungen fällen, die politisch nicht gewollt sind.

Wenn Ihr Fakten checken würdet … . WENN … .

Tatsächlich tut Ihr all dies nicht. Natürlich nicht. Denn es geht Euch nicht um das Checken von Fakten. Es geht Euch nicht darum, Hypothesen und Modellrechnungen an der Wirklichkeit, -also den tatsächlich gefundenen Daten – zu prüfen und zu messen. Sondern darum, alle Daten auf Teufel komm raus so zu interpretieren, dass sie irgendwie zu den Hypothesen und Modellrechnungen passen, die Eure Auftraggeber für „gut“ (für sich) empfinden. Egal, wie viele Verrenkungen dies erfordert.
Und es geht Euch darum, alle Menschen, die mit Hypothesen kommen, die weit besser zu den gefundenen Daten und tatsächlichen Befunden passen, mit viel Geschrei und Wutgebrüll vom Hof zu jagen.
Es geht Euch nicht um wissenschaftlichen Diskurs. Natürlich nicht. Sondern um das Gegenteil. Um das Gegenteil von Wissenschaft: Es geht Euch um mit Emotionen gesteuerte Meinungsbildung. Meinungsbildung im Sinn Eurer Auftraggeber.

Ich weiß nicht, was Euch und all die anderen „Influencer“ motiviert, und was man Euch dafür bezahlt, und es ist mir auch egal. Ihr müsst Euer Tun ja nicht vor mir, sondern vor Eurem eigenen Gewissen verantworten.

Ich glaube auch gar nicht, dass Ihr das eigentliche Problem seid, wahrscheinlich seid Ihr nur eine irgendwie sogar logische Folge des Problems. Denn das eigentliche Problem scheint mir zu sein, dass unser gesamtes Bildungs-, Medien- und Medizinsystem schon lange vor Corona daran gearbeitet haben und weiter arbeiten, die Menschen so weit von ihrer eigenen Intuition zu entfernen, dass man tatsächlich bei vielen Menschen oben genanntes Bedürfnis geschaffen hat:

Erschreckend viele Menschen trauen ihrer eigenen Intuition, ihrem Bauchgefühl, viel weniger, als irgendwelchen „Experten“. Suchen Rat und Sicherheit im Außen statt im eigenen Innern. Haben verlernt, auf ihren Körper und ihre Gefühle zu hören. Haben gar kein Körpergefühl mehr, merken nicht mehr, was ihrem Körper gut tut – und was nicht. (Bereits Kindern wird dieses Körpergefühl gerade massiv abgewöhnt, indem man ihnen sagt, sie dürften nicht auf ihr eigenes Gefühl hören, diesem nicht trauen, sondern müssten Maske tragen und Abstand halten, um andere „zu schützen“ und um den Erwachsenen zu gefallen.)

Warum trauen so wenige Menschen ihrer Intuition?

Weil man ihnen jahrelang eingeredet hat, nur „Experten“ könnten wissen, was gut für sie ist.
Weil man ihnen jahrelang eingeredet hat, es wäre besser, den Arzt zu fragen, als sich selbst.
Weil man ihnen jahrelang eingeredet hat, sie bräuchten nur ein (oder zwei oder zehn) Medikament(e) zu nehmen, und dann wäre alles wieder gut. Sie bräuchten sich nur impfen zu lassen, dann würden sie nicht krank, egal, wie sie sonst leben.
Weil man ihnen jahrelang eingeredet hat, „Experten“ WÜSSTEN (fast) alles, und sie bräuchten sich nur vertrauensvoll in deren Hände zu begeben. Die würden dann schon machen, sich kümmern, eigene Anstrengungen seien nicht wirklich erforderlich. Weil man ihnen jahrelang eingeredet hat, alles, was irgendwie nicht schön ist, könne man wegmedikamentieren: Schmerzen (Schmerzmittel), Ängste / Trauer (Antidepressiva). Niemand müsse irgendetwas als negativ Empfundenes aushalten. Die „Experten“ wüssten, wie man es weg bekommt.

Viele haben sich darauf verlassen, haben verinnerlicht, was man ihnen eingeredet hat. Haben ihr eigenes Körpergefühl so lange unterdrückt, bis sie es gar nicht mehr spüren konnten.
Und dann kommt etwas, was sie als existenzielle Krise empfinden. Und sie stellen plötzlich fest, es gibt gar nicht DIE Experten, sondern Wissenschaftler mit ganz vielen ganz verschiedenen Meinungen zum besten Vorgehen in dieser Krise, mit ganz vielen ganz unterschiedlichen Ansichten zu dieser „Krise“.
Das verwirrt! – Und viele versuchen, sich auf ihre Intuition zurück zu besinnen. Auf die eigene innere Instanz, die FÜHLT, was wahr und wahrhaftig gut für einen selbst ist. Das wiederum droht das gesamte über so lange Zeit mühsam aufgebaute Vertrauen in DIE Expertenschaft, DIE Wissenschaft ins Wanken zu bringen. Es wäre für all die, die ihre Lobbyinteressen – gerade im Bereich der Medizin – seit langem sehr erfolgreich über DIE Wissenschaft einzuspeisen pflegen, eine Katastrophe.

Also versucht Ihr, liebe Faktenchecker, mehr oder weniger panisch dieses Vertrauen in DIE Expertenschaft wieder herzustellen – und das Hören auf die eigene Intuition als eine Art „Verirrung“ darzustellen. Denn für Eure Auftraggeber steht verdammt viel auf dem Spiel.

Nicht nur im Bereich der Medizin: Wer Menschen darüber lenken möchte, dass er ihnen „Experten“ präsentiert, die die Dinge nun einmal besser einschätzen könnten, als sie selbst, kann keine „Querdenker“ brauchen. Erst recht nicht, wenn diese auch noch einen Lehrstuhl an einer renommierten Universität in dem entsprechenden Fach innehaben oder hatten und über Jahrzehnte anerkannte Fachleute auf diesem Gebiet waren. Das ist sogar richtig blöd, denn die könnten mit ihrer anderen Meinung das ganze von Pharma-, Finanz-, Digitalindustrie etc. (um nur die offensichtlichen Player zu nennen) mühsam errichtete Gebäude des „Höheren Wissens“ der von ihnen (finanziell und medial) aufgebauten und unterstützten Seite der „Wissenschaft“ zum Einsturz bringen.

Ja, für mich erklärt das durchaus die Panik, mit der Ihr aus allen Rohren schießt auf all die abweichenden und vor Impfung, Lockdown und / oder Maske warnenden Wissenschaftler*innen. Oder versucht, sie totzuschweigen, ihre Aussagen zu löschen.

Aber, liebe Faktenchecker, wie fühlt IHR EUCH dabei?