Aus Blei Gold machen

gemalt von Dörte Müller

Ich habe so einen kindlichen Drang in mir. Wenn man mir sagt: „Geh da nicht hin, schau dir das nicht an, das ist nur alberner Quatsch. Etwas für Spinner und Außenseiter.“, dann weckt das nahezu unwiderstehlich meine Neugier. Ich will wissen, warum das Gelände verboten ist. Und wenn mich die Antwort nicht befriedigt, dann laufe ich los. Und inspiziere, was da so herumliegt. Es scheint ja etwas zu sein, von dem jemand nicht will, dass es andere sehen… . Und das sich vielleicht gerade deshalb zu sehen lohnt.

Und nach der Rückkehr von deinen Exkursionen willst Du zeigen, was Du entdeckt hast?

Klar, es könnte ja auch für andere interessant sein. Die meisten drehen sich freilich weg. Sie haben vielleicht Angst, selber als Spinner und Außenseiter tituliert zu werden, wenn sie hinschauen auf das, was ihnen doch ausdrücklich verboten wurde.

Neudeutsch nennt man das, was da passiert ist, Framing. Und der Begriff „Esoterik“ unterliegt heutzutage so vielen Frames, dass wahrscheinlich jede*r aufschreit, wenn Du jetzt damit kommst. Die einen, weil sie sich nie damit beschäftigt haben und einfach nur den Frames glauben. Die anderen, weil sie sich noch viel mehr, als Du damit beschäftigt haben, und etwas Anderes darunter verstehen, als Du.

Ja, stimmt. Letztlich ist „Esoterik“ ja auch nur ein Überbegriff, unter den man verschiedenste Strömungen fassen kann. Und das, was ich dazu sage, hat auch keinerlei Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Es ist lediglich meine Interpretation. Und bei dem Thema wirkt ohnehin alles so verdreht, dass es ganz schwer ist, das irgendwie darzustellen.

Bleiben wir einfach erstmal bei der Wortbedeutung: „Dem inneren Bereich zugeordnet“. Warum gilt das als „albern“?

Die heutige Zeit ist fixiert auf das Äußere und das Außen. Das unsichtbare Innere gilt tendenziell als wertlos.  

Anders die Esoterik. Die das Innere als Potential ansieht, als das, was den Menschen in seinem Wesen ausmacht. Für die das Äußere eher ein Widerschein des Inneren ist.
– Und für deren spirituelle Ausrichtungen die unsterbliche menschliche Seele der eigentliche Kern ist.
 

Von einem Begriff wie „Seele“ wendet sich der „moderne Mensch“ mit Grausen… .

Aber, wenn man das Innere verleugnet, bleiben leere Hüllen: Wissen, dem die Weisheit fehlt. Oberflächlichkeit, die nutzlosen Tand produziert. Menschliche Hüllen, die sich leer fühlen, und nicht wissen, wie sie diese Leere füllen können. Die von der Erde und von anderen nehmen und nehmen. Die nicht merken, dass sie dabei zerstören. Oder denen dies egal ist, weil sie dem, was sie zerstören, ohnehin keinen tieferen Sinn zubilligen. Ist das erstrebenswert?
Warum kann man Wissenschaft und Esoterik nicht verbinden? Ging doch früher auch! Warum bekämpft „moderne Wissenschaft“ alles „Esoterische“ so vehement?     

Die „moderne Wissenschaft“ wollte sich ursprünglich von der Religion abgrenzen, indem sie nur das Beweisbare anerkennt. Allerdings hat sie letztlich wohl gerade wegen dieser scharfen Abgrenzung mittlerweile genau die Verhaltensweisen übernommen, die sie eigentlich bekämpft hatte: So hat die „moderne Wissenschaft“ sich immer mehr von offener Neugier entfernt und stattdessen Dogmen und Tabus aufgebaut. Sie ist dadurch selbst zu einer Art Religion geworden, deren Priester so tun, als verkündeten sie „objektive Wahrheiten“. Wer diese hinterfragt, betreibe „Desinformation“, sei ein zu bekämpfender Ketzer. Ein Spalter. Und wird mit einem „Bann“ belegt. Diese „moderne Wissenschaftsreligion“ geht davon aus, dass die gesamte Schöpfung einschließlich uns Menschen Zufallsprodukte seien, und nur das „wahr“ sei, was sichtbar- oder messbar und damit „bewiesen“ sei.

Diese Lehre hat unübersehbare Schwächen: Das mit dem Zufall ist nach der eigenen Mathematik unmöglich, und damit keineswegs „bewiesen“. Der eigene positivistische Wissenschaftsbegriff wird daher bei dem Fundament dieser Lehre gar nicht eingehalten. Für die Frage, was Leben eigentlich ist – und wo es herkommt, gibt es keinerlei Erklärung. Man fokussiert sich darauf, möglichst viele Details der Hülle zu erforschen. Das, was diese Hülle belebt, wird ignoriert, weil es sich der „Beweisbarkeit“ entzieht.
Und diese Ignoranz wird im Grunde genommen auch allen anderen verordnet, denen man sagt, Esoterik sei für „albern“ zu halten.

Esoterik knüpft sozusagen am Gegenpol an: Das Bewusstsein, der lebendige Geist, steht im Vordergrund, aus dem sich dann erst Materie entwickelt hat. Materie, die dann wieder Rückwirkungen auf das (Gesamt)-Bewusstsein hat. Für die „spirituelle Esoterik“ gibt es ein schon immer da gewesenes Urbewusstsein: Gott. Und einen „göttlichen Funken“ in jedem Menschen: Die menschliche Seele. Beides ist nicht messbar, aber erfahrbar, wenn man dies zulässt.

Hat die Wissenschaft sich mit ihrer Festlegung auf die Materie nicht eigentlich selbst amputiert? Nur noch wenige scheinen in der Lage zu sein, größere Zusammenhänge zu sehen und zu verstehen. Viele scheinen nur noch in einer Art „Kleingeistigkeit“ auf ihr jeweiliges Fachgebiet zu starren. Nur wenige sich dafür zu interessieren, was die Welt (und sie selbst) im Innersten zusammenhält, und was sie verbindet. Erstaunlich viele Leute verehren „Geistesgrößen“ wie Platon, Pythagoras, Newton, Shakespeare, Goethe, Mozart und viele andere. Und bezeichnen gleichzeitig „Esoterik“ als „albern“, „spinnert“ oder „dumm“. So, als würden sie gar nicht zu bemerken, wo diese Menschen ihre „Geistesgröße“ hernahmen.

Eine Wissenschaft, die den schöpferischen Geist verleugnet oder zumindest für vernachlässigbar hält, kann vermutlich nicht besonders schöpferisch und vielleicht auch nur bedingt geistvoll sein. Und ist damit fast gezwungen, alles „Schöpferische“ für „unwissenschaftlich“ zu halten.

Die Wissenschaft“ nimmt in unserer Gesellschaft einen extrem hohen Stellenwert ein, wird aber im Grunde genommen durch ihre sich selbst einschränkenden Definitionen und Dogmen künstlich klein gehalten. Obwohl z.B. die Erkenntnisse der Quantenphysik ja durchaus andere Weltbilder zulassen würden.

Ob das Absicht sein könnte?  

Jetzt wird es interessant. Und kompliziert… ..

Aus Blei Gold machen. Was verstehst DU darunter?  

Für mich bezieht sich das auf das Ziel einer Art „innerer Vervollkommnung“. Auf den Antrieb zur Beschreitung des inneren Seelenwegs. Den Antrieb zur „Heldenreise“.
Aus irgendeinem Grund wandeln wir Menschen  nicht von Natur aus als nach allen Seiten strahlende Edelsteine hier auf der Erde. Ich bin aber überzeugt, dass wir alle theoretisch das Potential haben, zu einem strahlenden Edelstein zu werden. Dass wir aber dafür den „profanen“ Stein, in den dieser eingebettet ist, zunächst aufknacken müssen – und dann noch das Innere polieren müssen, damit es glänzen und strahlen kann. Für mich ist das die ursprüngliche Interpretation der Esoterik: Dem inneren Bereich zugeordnet. Mit der Aufgabe, im eigenen Inneren „aufzuräumen“. Harmonie im eigenen Inneren herzustellen. Denn nur, wenn möglichst viele Menschen das schaffen, dann kann sich auch im Außen die ersehnte Harmonie manifestieren.

Warum ist das so schwierig?

Weil es im Außen seit Jahrtausenden aus den verschiedensten Gründen und Interessen viele gegenläufige Kräfte gibt. Und das Außen eben auch auf das Innen jedes Menschen zurückwirkt.

Außerdem sind Menschen, die auf diesem Seelenweg unterwegs sind, schwerer manipulierbar und verführbar. Gerade solche Menschen liefen damit schon immer Gefahr, bekämpft zu werden, denn sie waren und sind ein Störfaktor für diejenigen, deren Ziel Reichtum und / oder Macht über andere war / ist.  

Das wiederum waren und sind nicht selten Menschen, die sich mit „Esoterik“, also dem „inneren Bereich“ gut auskennen. Die ihr Wissen um die Zusammenhänge zwischen Geist und Materie aber zum eigenen materiellen Vorteil nutz(t)en, – und nicht, um ihre Seele erstrahlen zu lassen.

Oder die dachten, es würde ihre Seele erstrahlen lassen, wenn sie ihre eigenen Vorstellungen anderen – notfalls mit Gewalt – aufdrängen.

Wer sich mit Esoterik auskennt, weiß, dass er den Faktor überwinden muss, der das menschliche Potential am effektivsten begrenzt: Angst. Egal, was man erreichen möchte, Angst wird immer hinderlich sein. Sie ist nicht lebensrettend. Nie. Auch nicht vor dem „Säbelzahntiger“. Eine gute Risikoeinschätzung ist lebensrettend. Angst hingegen ist lähmend und schadet. Sie ist also kein „evolutionärer Vorteil“, sondern aus esoterischer Sicht eine zu meisternde Herausforderung auf unserem Weg.  
Es gibt esoterische Vereinigungen, die die ihr Zugehörigen dabei unterstützen wollen, ihre (Todes-)Angst zu überwinden. (Teilweise wohl angelehnt an das, was man über die Einweihungsriten in Kulte alter Hochkulturen weiß.)  
Ich nehme an, dass z.B. Vereinigungen wie die Sculls and Bones, aus deren Reihen ja bekanntlich unter anderem mehrere US-Präsidenten und andere hochrangige US-Politiker hervorgingen, Entsprechendes trainieren.

Ja, wenig Angst zu haben, kann man für durchaus „weltliche“ Ziele einsetzen. Und wir Menschen streben Dinge wie Macht, Lust, Ruhm, Ansehen schon deshalb an, weil sie unser körpereigenes Belohnungssystem anwerfen: Sie führen zu einem Dopaminausstoß.

Das Problem daran ist: Dopamin ist ein Suchtstoff. Der Kick muss immer größer werden, um noch den gleich hohen Dopaminausstoß und damit die gleiche Befriedigung zu erreichen. Das treibt dazu, immer mehr Reichtum, Macht oder Ruhm zu wollen. Und kann zu einem Teufelskreis werden. Man muss bei diesen Verlockungen sehr aufpassen, dass man ihrem Suchtpotential nicht unterliegt, sie zum Selbstzweck werden, dem man dann sein gesamtes Leben widmet und unterordnet.

Dass einen eine solche Sucht „auffressen“ kann liegt auf „geistiger“ Ebene daran, dass Menschen, die Macht über andere ausüben, oder von anderen bewundert und stark verehrt werden, sich der Energien ihrer „Untergebenen“, ihrer Bewunderer bedienen. Sie haben oft kein gesundes eigenes Ego, sondern ein völlig unausgewogenes, das sich durch die Energien der anderen unnatürlich vergrößert hat. Wenn die Bewunderung der anderen plötzlich wegfiele, wäre da ein Loch. Viele Popstars sind schon an diesem Problem zerbrochen – und haben dieses Loch dann manchmal mit Drogen und Alkohol zu füllen versucht. Für Menschen, die von Bewunderung leben, ist es sehr schwer, wenn diese wegfällt.  

Das Verlangen nach immer mehr Macht, Reichtum, Ruhm etc. kann leider auch dazu führen, dass die betreffende Person oder Institution zur Erreichung dieses „immer mehr“ das Bewusstsein anderer (absichtlich) manipuliert, um sich daraus Vorteile zu verschaffen.  
Angst ist dabei ein entscheidender Schlüsselfaktor. Schon die Kirche hat dies gezielt eingesetzt.   

Auch heute: Ob über Mobbing, Bedrohungen durch Straßengangs, oder gleich durch ganze Staaten. Dafür zu sorgen, dass andere Menschen mehr Angst haben, als man selbst, ist DAS Machtmittel schlechthin.

Das gezielt einzusetzen, hat für mich etwas Dämonisches. Man versucht, die eigene Energie zu vergrößern, indem man den Menschen, denen man Angst macht, Energie abzieht und diese für sich nutzt.

Ja, Menschen „erschaffen“ mit dem Einsatz von Gewalt echte Dämonen. Energieformen, die sich von Angst und Wut nähren. Solche Energieformen können über Generationen Wirkung entfalten. Das geschieht auch, wenn sich die betreffenden Personen nie mit Esoterik beschäftigt haben, und diese Energieformen „nur“ durch den mit entsprechenden Handlungen belebten sehnlichen Wunsch nach Macht entstanden sind – und sich dann wie in einer Spirale immer mehr vergrößert haben.  
Solche Energieformen sind höchst gefährlich. Sie „fressen“ ihre Schöpfer auf. Irgendwann tun diese alles, um an der Macht zu bleiben, tun alles für diese Energieform und sind innerlich selbst leer. Bei vielen Machthabern konnte und kann man Solches beobachten: Die Augen sind leer und stumpf. Die eigene Lebendigkeit ist weg, die Seele hat Schaden genommen. Irgendetwas anderes hat übernommen.

Es gibt esoterische Vereinigungen / Traditionen, die arbeiten sogar mit bewusst von ihnen künstlich erschaffenen Energieformen. Die ihnen helfen sollen, z.B. mehr Macht zu bekommen. Wenn solchen bewusst erschaffenen Dämonen viel Energie gegeben wurde, haben sie nicht nur für ihre Schöpfer, sondern auch für viele andere furchtbare Folgen. Und solche Energien sterben leider keineswegs mit ihren Schöpfern. Hitler, Stalin oder Mao mit ihren jeweiligen Gefolgsleuten sind bekannte Beispiele solcher „Schöpfer“ verheerender Energien, die immer noch Wirkung entfalten.

Solche Energieformen bekommen umso mehr Energie, je mehr Menschen sich daran beteiligen. Je stärker diese Menschen den erschaffenen Dämon durch Emotionen, die noch mit Ritualen und Symbolen weiter verstärkt werden, aufladen. Je öfter solche Rituale wiederholt werden, je mehr die Symbole selber (emotional) aufgeladen werden. Je größere Bedeutung diese Menschen dem Dämon beimessen.  

Bei jedem totalitären Regime gibt es solche Elemente. Und auch bei dieser derzeitigen „Pandemie“ sind sie allzu leicht auszumachen, um „Zufall“ sein zu können: Rituale wie die albernen „AHA-Regeln“, erniedrigende Symbole, wie die Maske und die Tests, die den Menschen die „Bedrohung“ aber auch ihre angebliche Minderwertigkeit und Krankheitsbehaftung bildhaft vor Augen führen sollen. Die ständige unsägliche Angstmacherei über entsprechende Bilder, die der emotionalen Aufladung dienen. Die dauernde Wiederholung und besondere Betonung des C-Worts und jetzt des I-Worts in jeden Nachrichten. Und das Ganze nahezu weltweit… .

Wie stark diese Energieform wirkt, sieht man daran, dass es völlig vergebliche Liebesmüh ist, mit Menschen, die damit in Resonanz gegangen sind, über das Thema diskutieren zu wollen. Es fühlt sich an, als prallt man an etwas ab, was den „Zutritt“ zu der anderen Person verwehrt. Bei dem Thema gibt es gar kein gegenseitiges Verstehen können mehr. Gar kein Anhören / Zuhören wollen. Während man sich bei anderen Themen mit kontroversen Meinungen durchaus schon mal zugesteht: „Vielleicht hast du da einen Punkt.“ Oder: „So habe ich das noch nie gesehen, das ist interessant.“ Oder schlicht: „Das wusste ich gar nicht.“ Geht hier sofort eine Art Klappe nach unten. Statt „Das wusste ich nicht.“ Heißt es: „Fake-News!“. Statt „So habe ich das noch nicht gesehen.“ „Verschwörungstheorie!“ Egal, was man sagt.    

Apropos: Es scheint inzwischen belegt zu sein, dass bereits das Virus selbst eine absichtlich geschaffene. also künstlich erzeugte, Energie war. Von der klar war, dass sie auf der körperlichen Ebene (insbesondere vorerkrankter) Menschen Schaden anrichten würde, sollten sie damit in Berührung kommen. Ob diese „Berührung“ geplant war, oder versehentlich geschah, weiß ich nicht. Zumindest war sie offenbar einkalkuliert.

Offenbar, denn man hat ja das Vorgehen für den Fall der Fälle vorher detailliert geübt. Die Art und Weise dieser „Übungen“ und ihre Umsetzung tragen aus meiner Sicht klar die Handschrift von Menschen mit „esoterischem“ Wissen (oder zumindest sehr gutem psychologischen Wissen). Welches Ziel auch immer diese (oder ihre Auftraggeber) erreichen wollten.
Vielleicht hatten die Urheber sogar das Ziel, die Welt „zu verbessern“? Ich halte das für nicht einmal unwahrscheinlich. Menschen, denen es gelungen ist, ihre Ängste zu meistern, und dadurch vermeintlich „Großes“ zu erreichen – großen Reichtum, Ruhm, Macht – halten sich nicht selten für etwas „Besseres“, als andere, denen das nicht gelingt. Sie scheinen daraus teilweise ein Recht, manche vielleicht sogar eine Art Pflicht, abzuleiten, andere nach ihren Vorstellungen zu formen, weil sie denken, sie wüssten, was „das Beste für alle ist“.

Auch aus dem eigentlich guten Ziel, die Welt zu verbessern, kann viel Unheil entstehen. Selbst dann, wenn man an die Seele und an Gott glaubt. Sich aber nicht daran macht, im eigenen Innern die Verhärtungen zu knacken, um den eigenen inneren Edelstein erstrahlen zu lassen, sondern stattdessen „das Böse“ nur im Außen sieht. [Und es dann noch als Gottes Willen definiert, dass man dieses Böse im Außen bekämpft.]  

Ja, unabhängig von der jeweiligen Religion gibt es starke Tendenzen, unerwünschte Eigenschaften oder gar „das Böse“ immer nur bei anderen zu sehen. Leute meinen, das „Böse“ im Außen ausradieren zu können, indem sie andere Menschen bekämpfen, ihnen vorschreiben, wie sie zu sein haben. Die Gewalttätigkeit, die dahinter steht, kann wiederum die oben beschriebenen Dämonen erst erschaffen. So dass sich dann tatsächlich „Böses“ im Außen bildet.  
Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass das auch der (Irr)-Glaube ist, der hinter den Vorstellungen des „Great Reset“ steht: Der Glaube, in der Lage zu sein, das „Böse“ aus dem Gesamtbewusstsein entfernen zu können. Durch rigide Vorgaben welche Gedanken (und Handlungen) „erlaubt“ sind und welche nicht. Zensur von Veröffentlichungen mit „falschen“ Worten und Gedanken. Gleichzeitig greifen sie auf körperlicher Ebene ein, wollen über Gentechnik künstlich „bessere“ Menschen erschaffen. Menschen, die dann der „bösen“ Natur und „bösen“ Einflüsterungen gegenüber „immun“ sein sollen.

Aus spirituell-esoterischer Sicht hat eine solche „Vision“ etwas extrem Dämonisches, weil sie im ganz großen Stil im Gesamtbewusstsein der Menschheit (unter Einsatz von Gewalttätigkeit und Verängstigung) gezielt herumpfuschen will. Die Schöpfer solcher „Visionen“ erschaffen (negative) Energien, die sie nicht werden beherrschen können.

Was also tun? Der esoterische Ansatz sagt ja: Wie Innen, so Außen.
Der spirituell-esoterische Seelenweg strebt die Vereinigung der gegensätzlichen Pole im eigenen Innern an. Die Vereinigung der Gegensätze, die (Wieder)-Herstellung der göttlichen Urharmonie im eigenen Innern, im eigenen Herzen, gilt als Ziel. Manche haben das früher wohl als „heiligen Gral“ bezeichnet, den es zu suchen gilt. Oder eben das „Gold“. Oder die Öffnung des „Herz-Chakras“.

Deshalb bleibt aus spirituell-esoterischer Sicht wohl nur die Option, daran zu arbeiten, mit dem Denken dieser Menschen und den von ihnen geschaffenen Energien nicht in Resonanz zu gehen. –
Und sich gleichzeitig darin zu üben, diesen Menschen Nächstenliebe zu schicken und für ihr Seelenheil zu beten, so schwer das ist. Denn sie zu verdammen, verstärkt letztlich nur die negativen Energien.

[Ich persönlich habe übrigens – zumindest in diesem Leben – keinerlei esoterische Schulung oder Einweihung erhalten. Aber schon sehr lange ein starkes Interesse an diesen Themen. Und den Wunsch, in diesem Leben, zumindest ein kleines Stück auf meinem inneren Seelenweg Richtung „Gold“ voranzukommen, was mir allerdings alles andere als einfach vorkommt … 😉.]

Beitrag zu Myriades Impulswerkstatt

Nachdem ich sozusagen eine Extra-Einladung bekommen habe ;-), will ich dieser natürlich nachkommen. Hier also mein erster Beitrag zu Myriades Impulswerkstatt Juni-Einladung, deren Regeln hier Impulswerkstatt – Einladung für Juni – MYRIADE – La parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée (wordpress.com) zu finden sind. Ich habe mich von den von Myriade ausgesuchten Bildern zu einer Geschichte inspirieren lassen, die alle vier Bilder umfasst. Danke für den Impuls!

Hier die Bilder (in der Reihenfolge meiner Erzählung):

Und hier die Geschichte:

Sie saß am Ufer und blickte auf die Brücke, die sie in Kürze würde betreten müssen. Während sie dort saß – und zögerte, kamen die Erinnerungen, wie in einer Art Film:

Sie, mit ihrer geliebten Mutter.

Ihre Mutter war Harfenspielerin gewesen. Und hatte sie als Kind oft mitgenommen zu ihren Konzerten. Als sie noch ein Baby war, und ihre Mama keine Konzertangebote annehmen konnte, hatte sie manchmal, wenn das Wetter schön war, im nahe gelegenen Park gespielt. Ihre Mutter hatte den Duft der Rosen dort geliebt, und sich mit ihrer Harfe immer vor einen Rosenbusch platziert, ihr Baby -sie- im Kinderwagen dabei.

Sie hatte eine glückliche Kindheit gehabt.

Doch dann – sie war gerade mal 16 – war ihre Mutter plötzlich und unerwartet verstorben. Ihr Vater hatte sich einer anderen Frau zugewandt. Und sie mit ihrem Schmerz allein gelassen.

Sie hatte sich in eine frühe Ehe geflüchtet. Anfangs war sie froh gewesen, dass sie wegen des Berufs ihres Mannes oft umziehen mussten. Das lenkte sie ab, hielt sie beschäftigt, so dass sie ihren Schmerz und ihre Einsamkeit nicht so stark spürte.

Aber sie fasste nirgendwo richtig Fuß. Lernte kaum Menschen kennen und spürte insgesamt immer weniger Gefühle. Sie hatte die Trauer in sich abgetötet, aber irgendwie auch ihr Leben. Oft fühlte sie sich wie ein Stein. Ein schiefer Stein. Als ihr Mann sie verließ, sackte sie buchstäblich weg. Sie hatte das Gefühl, das Leben hätte sie nun endgültig in die Knie gezwungen.
Und sie flehte dieses Leben an, bettelte regelrecht, ihr doch endlich auch mal etwas Schönes zu geben. Sie hatte doch nie etwas Schlechtes in ihrem Leben getan. Warum bekam sie so wenig? Doch das Leben hörte nicht. Lange hörte es nicht, denn das Flehen kam aus einem versteinerten Mund.

Aber dann, eines Tages, sah sie Plakate für ein Harfenkonzert in ihrer Stadt- und etwas in ihr begann zu klingen. Ganz leise und sanft. Sie kaufte sich eine Karte und besuchte das Konzert. Kurz bevor das Licht im Zuschauerraum ausging, setzte sich noch eine Frau neben sie. Und diese Frau hatte ein Parfum mit dezentem Rosenduft aufgetragen.

Als das Licht wieder anging, war sie von sich selbst verblüfft, als sie feststellte, dass sie tränenüberströmt dasaß und unter Tränen begeistert klatschte und „Bravo“ rief. Die Dame mit dem Rosenduft hatte besorgt gefragt, ob alles in Ordnung sei. Und sie hatte sie angesehen und gesagt: „Ja!!! Sie haben gerade mein Reptilienhirn aus seiner Starre geweckt. Und ich danke Ihnen so sehr!“ Das hatte die Dame neugierig gemacht und sie waren gemeinsam einen Wein trinken gegangen. Dabei hatte sie erzählt von ihrer Mutter, ihren wundervollen Erinnerungen, ihrer nie gelebten Trauer – und wie alles durch die Kombination der Harfe mit dem Rosenduft plötzlich hoch gekommen war, früheste Erinnerungen plötzlich ihr Gehirn geflutet hatten.

Die Dame war ihre beste Freundin geworden. Sie hatten viel miteinander erlebt. Ihre Freundin sagte, „Es nützt nichts, das Leben anzuflehen, Du musst es anpacken!“ Und so hatten sie manches Abenteuer zusammen bestanden. Aber selbst alleine war sie seitdem über viele Brücken gelaufen, auf die sie sich früher nie getraut hätte. Immer, wenn ihr Reptiliengehirn ihr Angst machen wollte, hatte sie Rosenduft aufgelegt. Und das Reptil in ihrem Kopf war sogleich besänftigt. In ihrer Vorstellung saß es dann auf ihrer Schulter und schnurrte zufrieden wie eine Katze. So hatte sie festgestellt, dass sie viel mehr konnte, als sie je gedacht hätte. Und das hatte sie glücklich gemacht.

Jetzt musste sie in Kürze diese letzte Brücke beschreiten. Wie würde es aussehen am anderen Ufer?

Die Tür ging auf. „Frau König, können wir noch etwas für Sie tun? Ein Schmerzmittel vielleicht?“ „Einen großen Blumenstrauß mit duftenden Rosen und eine CD mit Harfenmusik hätte ich gerne.“ antwortete sie. Sie lächelte: Ob es wohl ihre Mutter sein würde, die sie am anderen Ende der Brücke erwarten würde?

Blicke von Außen – Extraetüde 22.21

Wir spazierten durch das kleine Dorf. Es bestand aus einfachen Holzhütten, Baracken. Wir waren eine Sehenswürdigkeit. Gefühlt kamen alle, die gerade nichts anderes zu tun hatten, angelaufen, um uns zu bestaunen. Weiße waren offensichtlich selten dort. Und so eine große weiße Frau, wie mich, hatten sie noch nie gesehen. Kinder und Erwachsene wollten mich berühren, spüren, wie sich meine Haut anfühlt, meine langen Haare. Und freuten sich, dass ich dies gerne zuließ. Sie strahlten eine angenehme Energie aus, lachten fröhlich mit mir. Und trotz ihrer großen Armut wirkten sie auf mich irgendwie glücklich.

Einige Zeit nach unserem Aufenthalt in diesem Land hatte sich dort viel verändert. Das Land hatte sich aus dem Korsett einer Militärdiktatur befreit, und die neue Präsidentin war eine Friedensnobelpreisträgerin. Sie hatte versprochen, das Land für westliche Investoren zu öffnen, und viele sahen darin ihre Chance. Aufbruchstimmung. Aber wohin würde das Schiff dieses Landes dampfen? Wer gab den Kurs vor?

Zu meinem Entsetzen hörte ich die nächste Zeit über dieses wunderschöne Land hauptsächlich im Zusammenhang mit einer groß angelegten Verfolgung und Vertreibung der schon lange unbeliebten muslimischen Minderheit dort.

Die Proteste Europas und der USA gegen die Tötungen und Vertreibungen waren damals eher lau. Kein Vergleich mit der ans Groteske grenzenden Empörung, mit der man sich gegenüber Weißrussland und Russland gerade wegen der Festsetzung jeweils eines Oppositionellen gefiel. [Maßstab für die Empörung ist eben nie die Tat an sich, sondern, welches Verhältnis die USA zum „Täter“ haben (die für ihre eigenen „Taten“ selbstverständlich ohnehin immer ent“schuldigt“ sind…).]

Plötzlich jetzt vor Kurzem hieß es in dem betreffenden Land wieder: Militärputsch. Sozusagen rechtsdrehend zurück in die Militärdiktatur. Für mich kam das überraschend. Ich hatte mich mit dem Land nicht mehr näher beschäftigt. Die Hintergründe blieben daher für mich im Dunkeln. Aber ich hörte den amerikanischen Präsidenten Biden kurz darauf sagen: „Die USA werden ihre Interessen in der Region wahren, auf welche Art auch immer.“

Das fand ich irritierend vielsagend. Das Land grenzt an China. Die USA haben dort strategische Interessen, vermutlich auch Interesse an Rohstoffen.

Die nächsten Tage sah ich in der Tagesschau Demonstrationen aus dem Land. Ein großer Teil der Demonstrierenden hielt englischsprachige Schilder in den Händen.

Irgendwann hieß es, das Militär schieße scharf, um die Demonstrationen zu beenden. Dann wurde kaum noch berichtet aus diesem Land, das ich so wunderschön gefunden hatte.

Was mag den Menschen dort widerfahren sein? Hat sich für das kleine Dorf etwas verändert? Wurden die Leute glücklicher, als sich das Land für die westlichen Investoren öffnete?

Manche vielleicht. Manche vielleicht auch reicher. Insbesondere vermutlich die Investoren.

Was geschieht dort jetzt? Was ist die Wahrheit über das, was passiert ist? Das, was ich in der Tagesschau zu sehen bekomme, hat mit „Wahrheit“ nicht viel zu tun. So viel ist klar.

Aber selbst, wenn ich dorthin führe, würde mir nicht jeder eine andere „Wahrheit“ erzählen? Und wäre das, was ich mit meinen eigenen Augen sehen würde, nicht auch nur meine eigene „Wahrheit“?

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Wie immer mit Dank an Christiane für ihre liebevolle Betreuung der abc-Etüden, deren Regeln hier Schreibeinladung für die Textwoche 22.21 | Extraetüden | Irgendwas ist immer (wordpress.com) zu finden sind. Und an die Wortspender der letzten beiden Runden!