Die Weihnachtsgeschichte

Mein Name ist Maria. Ich bin schwanger. Schon seit einiger Zeit.

Es ist eine geistig-seelische Schwangerschaft.
Leute haben solcherart Schwangerschaft als „unbefleckte Empfängnis“ bezeichnet.
So, als wäre eine körperliche Schwangerschaft „befleckt“. Was für ein Schwachsinn!

Wahre Freude werdet ihr erleben, wenn es euch gelingt, die Wunden zu heilen, die der natürlichen Weiblichkeit über Jahrtausende geschlagen worden sind!
Und ich kann euch dabei behilflich sein, diese Wunden zu heilen!
Und – Ich tue das gerne.“ lautete die Frohe Botschaft, die es von mir zu verkünden galt.

Und so zog ich durch die Lande. Um die Menschen an dem Wunder meiner Schwangerschaft teilhaben zu lassen. Ihnen Glück und Freude zu schenken.

Ich klopfte an viele Türen.

Aber sehr viele Leute wiesen mich ab.

Die geistige Herberge der meisten Menschen war schon überfüllt mit anderen Gästen.
Oft mit Gästen, die „Wunder“ versprachen, wenn man an sie glaubte und in sie investierte: „200 % Rendite und ihr müsst nichts weiter tun, als in mich investieren… ..“
Ich wies die Beherbergenden darauf hin, dass es nahe läge, dass solche Gäste Betrüger seien.
Aber ich akzeptierte es, wenn sie sich entschieden, mir nicht zuzuhören.
Denn, andere mit Druck oder Zwang dazu bringen zu wollen, MIR zu glauben, liegt MEINEM Wesen völlig fern.

Manche Leute waren gar äußerst empört über mein Anklopfen. Ich würde mir anmaßen, ihnen in einem „göttlichen Auftrag“ Glück und Freude schenken zu wollen. Dabei sei ich doch bloß Maria!
Sie schlugen und traten nach mir, und feuerten ihre Diener an, wenn diese versuchten, mich zu bespucken. Sie verstanden noch nicht, wie dumm es ist, Menschen, die sich für die Allgemeinheit einsetzen, scheitern sehen zu wollen – und zu denken, mit solchem Scheitern rechtfertigen zu können, dass sie selbst nichts für die Allgemeinheit tun!

Eine der Wunden, die den Frauen geschlagen worden war, war, ihnen die unschönen Attribute der Eifersucht und Eitelkeit anzuhängen. Und so taten viele Frauen sich sehr sehr schwer damit, zusammenzuhalten – meine Geschenke anzunehmen und mich zu unterstützen in der Heilung der Weiblichkeit. Obwohl diese ihnen und allen anderen Wesen dieser Welt sehr zugute gekommen wäre.
Stattdessen reagierten nicht wenige Frauen leider eifersüchtig auf meine besondere Ausstrahlung.
Und, statt mich in meinem Bemühen zu unterstützen, versuchten sie, meine Ausstrahlung zu zerstören.

Manche Frauen aber gaben mir ab und zu etwas zu trinken. Und einige von ihnen waren zu meiner Freude auch bereit, mir Herberge zu geben!!


Und die Männer?

Ich begegnete vielen Jammerlappen. Sie jammerten die ganze Zeit. Wie schlecht die Welt sei, wie ungerecht und böse andere Menschen.

Meine Hilfsangebote lehnten sie ab, denn ich war ja „nur“ eine Frau.

Die Performance dieser Männer war erbärmlich.
Und … lange hatte ich Erbarmen. Ich wusste ja, es war nicht ihre „Schuld“, dass sie Lügen glaubten. Denn Lügen – wie, ewig „locke das Weib“, das Weib „ist unrein“, das Weib „führe in „Sünde“ und Verderben“ -, waren tief in sie eingepflanzt worden.

Wieder und wieder reichte ich diesen Jammerlappen daher meine Hand zur Hilfe. Und wieder und wieder schlugen sie diese aus.

Wenn eine Frau sie in irgendeiner Form in diesem oder früheren Leben verletzt hatte, nahmen sie das „als Beleg“, dass Frauen böse seien und mann ihnen nicht vertrauen könne.
Wenn diese Männer aufgefordert wurden, sich anzuhören und anzuschauen, wie viele Frauen von ihnen in diesem und früheren Leben verletzt wurden, verweigerten sie dies.

Sie waren zu feige, auch nur einen Schritt aus dem Bunker herauszutreten, in den sie sich eingemauert hatten.

Aber feige Memmen, die es nicht schaffen, auf die Frauen zuzugehen, können echten Frauen keine Partner sein.

Sie werden die FREUDE einer ECHTEN Partnerschaft nie spüren können. Denn eine ECHTE Partnerschaft setzt absolute Gleichwertigkeit und absolutes Vertrauen ineinander voraus.


Heute nun wird mein Fest gefeiert.

Die Menschen haben sich einreden lassen, ich hätte heute „einen Sohn zur Welt gebracht“. Sie verstehen die alten Geschichten schon lange nicht mehr. Bilder und Allegorien sind ihnen fremd.

Man hat mich an meinem eigenen Fest in eine Rolle gedrängt, die nur winzige Facetten meines tatsächlichen Wesens enthält. Und den Rest meines Wesens hat man brutal unterdrückt.

Und die drei elenden Kreaturen, die diese Leute am heutigen Tag „feiern“, diese Kreaturen hat man zur „Heiligen Familie“ erklärt. ….

Wenn es nicht so furchtbar traurig wäre für diese Welt, könnte ich fast darüber lachen.