Erdüberlastungstag

Der einsame Rufer… Künstlerin: Dörte Müller

Vor 1 1/2 Monaten war „Erdüberlastungstag“. Der Tag, an dem rein rechnerisch für dieses Jahr die nachwachsenden Ressourcen aufgebraucht sind, die die Erde in einem Jahr zur Verfügung stellt. An dem entsprechenden Tag wurde das in vielen Nachrichtensendungen erwähnt. Auch die Tatsache, dass wir drei Erden bräuchten, wenn alle Menschen auf der Erde so leben würden, wie die Deutschen – und fünf, wenn sie so leben würden wie die Amerikaner.

Die Erkenntnis ist nicht neu. Was folgt darauf??? In den Nachrichtensendungen, die ich gesehen habe, folgte darauf ein Satz zur Klimadebatte.

Klimaschutz ist unbedingt notwendig, aber ja nur ein Teilaspekt des Themas. Tatsache ist, dass die Industrienationen über ihre Verhältnisse leben. Nicht nur über ihre, sondern über die globalen Verhältnisse. Zum Schaden aller. Ganz im Sinne eines „America first“ gingen die USA dabei bereits lange lange vor Trump mit äußerst schlechtem Beispiel voran.

Wir wissen alle längst, dass es so nicht weiter geht. Nicht weiter gehen kann – und wir fördern gnadenlos den Konsum. Wirtschaftswachstum einschränken zugunsten der globalen Ressourcen? Urrrgh!! Geht gar nicht …

Wer zumindest ein schlechtes Gewissen hat, und dieses beruhigen will, versucht sich in der Illusion des ressourcenschonenden Wachstums. Letztendlich ist das ein Widerspruch in sich.

Aber immerhin: Es gibt inzwischen mehr ökologisch hergestellte Kleidung und diese gilt auch nicht mehr als langweilig. Es gibt viele kleinere Projekte zum Energiesparen und auch sonst viele gute Ideen von Privatleuten bzw. kleinen Unternehmen, wie man in Zukunft ressourcenschonender leben kann. Es gibt begrünte Städte, energieautarke Dörfer und ähnliche Leuchtturmprojekte.

Leider werden die Erkenntnisse daraus nicht flächendeckend umgesetzt. Der kommende Strukturwandel in der Lausitz gebe eine gute Möglichkeit, hier eine echte Modellregion entstehen zu lassen, alles umzusetzen, was man auf dem Gebiet der Ökologie bisher weiß. Leider scheint das zu weit von der Wirklichkeit entfernt zu sein, um in die politische Debatte auch nur einbezogen zu werden. Dabei gebe es den Menschen dort einen neuen Grund, stolz auf sich und die Region zu sein (den Menschen dort nur zu sagen, dass der Bergbau, für den sie teilweise seit Generationen geschuftet haben, nicht mehr gebraucht werde, ist demgegenüber wenig wertschätzend… und es erscheint mir persönlich auch wenig überraschend, dass sich das in den Wahlergebnissen niederschlägt.).

Das Hauptproblem in den Industrienationen ist aber, dass wir uns insgesamt viel zu viel Kleidung, Elektronik, Auto`s usw. „gönnen“. Unser totaler Überkonsum wird nicht wirklich in Frage gestellt. Schließlich gilt insbesondere die Autoindustrie als Rückgrat unseres Wohlstands.

Gerade gab es viele Berichte über die Internationale Funkausstellung in Berlin. Mit sooo vielen „tollen“ neuen Produkten. Hersteller berichten stolz, dass die Menschen bereit wären, ihre alten noch funktionstüchtigen Haushaltsmaschinen wegzugeben zugunsten etwas energiesparender neuerer Produkte. So bekommt der Konsum ein „grünes Label“. Tatsache ist aber, dass das Wegwerfen noch funktionsfähiger Produkte Müll erzeugt, Plastikmüll, Elektronikschrott, „Sondermüll“. Die Produktion neuer Produkte verbraucht Ressourcen, die es auf diesem Planeten eben nicht unbegrenzt gibt. Der Verkauf dieser Produkte dient eben nicht der Umwelt oder gar dem Klima, sondern der Wirtschaft.

Auch was die Land- und Forstwirtschaft angeht, sind die Weichen weltweit nicht auf Ökologie, sondern nach wie vor voll auf Ökonomie gestellt. Wider besseres Wissen! Und Europa kann gegenüber einem brasilianischen Präsidenten, der der Meinung ist, der Regenwald gehöre ihm bzw. „seinem Land“, nicht wirklich glaubwürdig auftreten, so lange auch hier ganz klar gilt „economy first“.

Klimaschutz wird nur dort wirklich gefördert, wo es nicht zulasten des Wirtschaftswachstums geht. Das gilt für die Umstellung auf erneuerbare Energie ebenso wie für die Vermarktung von Elektromobilität. Elektromobilität hat mit Ressourcenschonung nur bedingt etwas zu tun, der ständige Bau neuer Fahrzeuge gar nichts.

Echter Umwelt– und Klimaschutz wird Wohlstandsverluste bedingen. Ich warte immer noch auf den Tag, wo man endlich beginnt darüber zu diskutieren. Denn: Wäre das wirklich sooo furchtbar? Ja, ich weiß: Für Menschen ist es ganz schlimm, etwas zu verlieren, was sie einmal hatten. Da nehmen sie lieber in Kauf, die ganze Erde zu verlieren, dass bemerkt man schließlich nicht so schnell…

Aber Tatsache ist doch, dass die Menschen in den Industrienationen nicht wirklich glücklicher sind, als in ärmeren Staaten. Als würden sie den Zustand der Erde spiegeln (aus meiner Sicht tun sie dies auch), sind viele völlig überlastet. Fühlen sich ausgebrannt und müde vom ständigen Stress. Suchen verzweifelt nach Glück, Zufriedenheit und Ruhe. All das fände man in der intakten Natur. Und ganz sicher nicht im Konsum!!!

Das Problem ist, wir haben bisher kein Modell für eine andere Wirtschafts- und Lebensweise, als die, die wir gewohnt sind. Aber wäre es nicht endlich an der Zeit, mit Entwürfen zu beginnen?? Bevor die Erde an der einen Seite überschwemmt und an der anderen ausgedörrt und abgebrannt ist???

Diese Welt ist eine sichere, oder? -Oder nicht?

Künstlerin: Dörte Müller

Während ich mehr oder weniger geduldig warte, dass sich meine Körperstatik wieder verbessert (s. meine Beiträge zum Atlaswirbel), mache ich natürlich auch noch vieles andere für meine Gesundheit. Ich experimentiere mit kleinen Mengen Wasserstoffperoxid und mit Wasserstoffwasser. Ich arbeite mit Phantasiereisen, Familienaufstellung etc., und ich werde nochmal einen neuen Homöopathieversuch machen. Vor allem arbeite ich aber an den geistig seelischen Hintergründen meiner Erkrankung:

Es gibt bei Autoimmunerkrankungen gewissermaßen nahe liegende Themen, wie unterdrückte Wut (oft schon über mehrere Generationen im Familiensystem) und starke – aber ebenfalls unterdrückte – Autonomiebestrebungen. Wenn man die Symbolik der Erkrankung betrachtet, kann man beide Themen herauslesen: Das Immunsystem möchte das „Selbst“ aggressiv schützen, kann aber zwischen „eigen“ und „fremd“ nicht mehr unterscheiden. Man will Autonomie, weiß aber nicht wie. Die Wut richtet sich nicht nach außen, sondern der „Kampf“ spielt sich im eigenen Körper ab.

Aus meiner persönlichen Sicht steht dahinter im Grunde das Thema „Sicherheit“. Und dieses Thema hat aus meiner Sicht nicht nur mit meiner Erkrankung, sondern auch mit der politischen Lage weltweit und damit auch mit dem Zustand unseres Planeten eine Menge zu tun.

Warum? Nun, meine Eltern z.B. gehören zu der Generation, die den zweiten Weltkrieg als Kinder noch erlebt haben, inklusive Flucht / Vertreibung, also Verlust der Heimat und des gesamten Besitzes. Meine Großeltern haben auch den ersten Weltkrieg noch erlebt. Die Welt war für meine Vorfahren von frühester Kindheit an eine zutiefst unsichere und beängstigende. Ähnlich, wie auch heute noch in allen Kriegs- und Krisengebieten. In der Nachkriegszeit galt also alles Bestreben dem Thema Sicherheit: Zuvorderst ein sicherer Arbeitsplatz (ob der den eigenen Neigungen entsprach, war unwichtig), eine bescheidene aber eigene Wohnung. Der Versuch, so viel wie möglich zu sparen, um den Kindern den Start in eine sicherere Zukunft zu ermöglichen.

Was den Kindern vor diesem Hintergrund natürlich nicht vermittelt werden konnte, war das Gefühl von Sicherheit. Urvertrauen. Ein „Du lebst in einer sicheren Welt. Alles ist gut!“. Ganz im Gegenteil, indem die Sicherheit in Schutzmaßnahmen im Außen gesucht wurde, wurde implizit ganz klar vermittelt, dass die Welt an sich furchtbar unsicher und gefährlich ist, und man Angst haben muss, wenn man nicht sehr vorsichtig ist und sich gut schützt. Das ist völlig verständlich, da die Welt der Eltern und Großeltern ja auch genau so war.

Auch heute noch suchen sehr sehr viele Menschen die Sicherheit im Außen. In irgendwelchen „Schutzmaßnahmen“. Sie bauen Mauern, lehnen Flüchtlinge und Fremde ab – und geben oft an, das zum Schutz ihrer Kinder zu tun. Das erscheint gewissermaßen wie eine Verwechslung, denn sie geben ihren Kindern damit ihre Angst weiter – und eben gerade keinen echten Schutz. Keine Selbst-Sicherheit. Und schon gar nicht so etwas wie Gefühle von Geborgenheit und Glück. Auch das Bestreben der meisten Eltern, ihren Kindern zu einer möglichst „erfolgreichen“ Laufbahn zu verhelfen, damit sie in materiellem Wohlstand – und damit vermeintlich „sicher“ leben, hat aus meiner Sicht ihren Hintergrund in der von den Vorfahren erlebten Existenzangst.

Für Kinder, die Autonomie anstreben, ist das schwierig. Sie erleben, dass die wohlmeinenden und geliebten Eltern sie in eine Richtung drängen, in die sie eigentlich gar nicht selbst wollen. Sie bekommen vermittelt, dass Autonomie und „anders sein“ etwas ganz Gefährliches ist in dieser unsicheren Welt. Und irgendwann wissen sie gar nicht mehr, was sie eigentlich selbst wollen, welche Wünsche und Vorstellungen „eigen“ sind, und welche „fremd“. Sie sind sich ihrer selbst nicht (mehr) sicher. Sicher scheint nur zu sein, dass die Welt unsicher ist. Je nach Temperament kann es sein, dass Kinder diese Verwirrung nach außen tragen, oder nach innen und z.B. mit einer Autoimmunerkrankung reagieren.

Heutzutage gibt es Hunderte von Erziehungsratgebern, die einem sagen, dass es ganz wichtig ist, den Kindern von Geburt an (bzw. bereits in der Schwangerschaft) Urvertrauen und Sicherheit zu vermitteln. Und sie dann ab der Pubertät langsam ihren eigenen Weg gehen zu lassen, den man liebevoll begleitet, aber nicht zu lenken versucht. Für einen gelungenen und selbst-sicheren Start in das Leben, wäre das für Kinder tausendmal wichtiger, als noch so viel Geld auf dem Konto der Eltern.

Aber wie viele Eltern schaffen es schon, ihren Kindern dieses Sicherheitsgefühl mitzugeben? Ein Sicherheitsgefühl, das man in aller Regel selbst nicht hat?

Solange Eltern die Welt selbst als unsicher begreifen – und materiellen Wohlstand als Schutz vor dieser Unsicherheit ansehen -, werden wir diese Erde weiter ausbeuten. Kriege um begrenzte Ressourcen führen und einen Konsum weiter antreiben, dessen Ausmaß den Planeten zerstört. Leute werden Parteien wählen, die ihnen Sicherheit versprechen, indem sie Fremde ablehnen. In Wahrheit verstärken sie mit dieser Politik das Unsicherheitsgefühl ihrer Wähler. Denn plötzlich werden alle Fremden generell zu einer Bedrohung, vor der man Angst haben muss. Die Bereicherung, die fremde Menschen und Kulturen einem bieten, nimmt man dann gar nicht mehr wahr. Auch im Körper ist ja „fremd“ nicht automatisch gefährlich. Ganz im Gegenteil, beherbergen unsere Körper ja wohl mehr „fremde“ Mikroorganismen als „eigene“ Zellen und könnten ohne diese hilfreichen Winzlinge auch gar nicht überleben. Anders, als es in der Wahrnehmung vieler Menschen ist, sind Bakterien in aller Regel keine „unerwünschten Eindringlinge“ in die Integrität unseres Körpers, sondern für uns lebensnotwendige „Mitgeschöpfe“. Auch hier besteht viel Verwirrung.

Das Szenario eines Wohlstandsverlustes löst ohnehin in allen politischen Parteien Panik aus. Umweltschutz zulasten des Wirtschaftswachstums gilt als „no go“. Leider werden wir die Erde in nicht allzu ferner Zukunft zerstört haben, wenn wir so weiter machen. Eine Art Autoimmunerkrankung der gesamten Menschheit: Wir wissen, dass wir unsere eigenen Lebensgrundlagen zerstören, schaffen es aber nicht, damit aufzuhören. Lieber nehmen wir die Schmerzen in Kauf und versuchen, einen Teil der Symptome zu unterdrücken, als die Ursachen anzugehen. Denn man weiß nicht, ob das nicht noch schmerzhafter wäre.

Eine Verwirrung der Menschheit, die materiellen Wohlstand mit Glück verwechselt, weil sie ihr Sicherheitsgefühl verloren hat. Kriege sind menschengemacht. Aus meiner idealistischen Sicht könnten Menschen sich stattdessen auch ein Paradies erschaffen. Sie müssten sich nur tief im Innern sicher fühlen.

Gibt es eine Verbindung zwischen meinem Atlaswirbel und meiner Auto-immunerkrankung? – Teil 2

groß, nicht mehr ganz frisch – und vielleicht künftig etwas weniger fragil…?!

Jetzt ist es schon fast vier Wochen her … – Mein „Abenteuer“ Atlaswirbeltherapie.

Ich war nicht erstaunt, als der Therapeut nach kurzer Untersuchung feststellte, dass mein Atlaswirbel um rund 2 cm verschoben war. Die Therapie selbst war nicht besonders angenehm, aber gut aushaltbar. Es war für mich unmittelbar spürbar, als die Wirbel wieder richtig aufeinander saßen und ich fühlte mich irgendwie erleichtert. Es hieß, ich könne die nächsten Tage so etwas wie Muskelkater im Rücken spüren. In der Erwartung ging ich also nachhause.

Ich bin auch noch gut Zuhause angekommen. Aber dann gingen die Schmerzen los. Heftigste Knieschmerzen. Dann irgendwann wieder etwas besser. Dann eine Schulter. Dann die andere. Dann wieder ein Knie. Der Muskelkater im Rücken fühlte sich demgegenüber eher harmlos an (besteht aber immer noch…). Ich hatte und habe nachwievor das Gefühl, der Körper richtet sich neu aus. Das ist gut. Das das von heftigen kreischenden Schmerzen begleitet ist, ist weniger schön. Die Schmerzen fühlen sich dabei nicht wie typische Rheumaschmerzen an, sondern eher, als hätte es was mit meinem Nervensystem zu tun. Die Schmerzen sind heftigst, entstehen vor allem bei Belastung (auch leichter), halten über mehrere Stunden an, bis sich plötzlich irgendetwas ganz leicht zu verschieben scheint – und alles ist gut. So lange, bis es dann wieder von vorne los geht. Oft an anderer Stelle.

Nun habe ich ja das Problem, dass ich bereits mit einem schiefen Atlaswirbel laufen gelernt habe. Das heißt, seit mein Körper aufgerichtet ist, kennt er gar nichts anderes, als die Notwendigkeit, eine vom Kopf her schiefe Statik auszugleichen. Alle meine Muskeln und Faszien sind entsprechend unglaublich verhärtet. Ich gehe seit mehreren Jahren regelmäßig zur Rolfing-Therapie, aber da mein Atlaswirbel ja so schief war, hatte das immer nur begrenzte Wirkung. Auch wenn sich mein Therapeut intensivst meinen Nackenmuskeln gewidmet hatte, waren die kurz darauf schon wieder genauso steinhart wie vorher, ohne dass ich mir das damals so richtig erklären konnte. Wirklich weich und durchlässig ist mein System auch jetzt natürlich noch lange nicht, aber die Schmerzen zeigen ja immerhin auch an, dass sich was tut.

Und der verschobene Atlaswirbel hatte ja nicht nur Auswirkungen auf mein Bewegungssystem: Ich habe schon sehr zufrieden festgestellt, dass ich jetzt erstmals auch rückwärts im Bus sitzen kann, ohne sofort mit Schwindelgefühlen und Übelkeit zu reagieren! Wow!!!

Ich hoffe, dass auch mein Gehör noch etwas besser wird. Den Eindruck einer leichten Besserung habe ich bereits auch hier: Bisher hatte ich in größeren Gruppen immer Probleme, einem konkreten Gespräch zu folgen. Denn bei entsprechendem Hintergrundlärm war ich oft nicht in der Lage, das, was meine Gesprächspartnerin sagte, aus diesem Hintergrundlärm herauszufiltern. Das Ganze war für mich mit großer Anstrengung verbunden, und Treffen in größeren Gruppen haben mich daher in gewisser Weise immer gestresst.

Auch meine damit verbundene sehr starke Lärmempfindlichkeit scheint zumindest ein klein wenig nachgelassen zu haben. Ich bin gespannt, wie es weiter geht. Ich habe mir bereits mehrere Bücher gekauft, um Gehör und Augen zu trainieren, in der Hoffnung, hier jetzt noch etwas mehr rauszuholen (also die dazu gehörenden Nerven anzuregen bzw. zu stabilisieren).

Ich warte jetzt also, dass sich in meinem gesamten körperlichen System alles etwas stabilisiert und setzt. Aber ich warte natürlich nicht nur. Geduld ist ja nicht so ganz meine starke Seite … ;-), und daher versuche ich auf verschiedenen Wegen, mein System dabei zu unterstützen, sich zu regenerieren und neu auszurichten. Dazu dann mehr in den folgenden Beiträgen …

Gibt es eine Verbindung zwischen meinem Atlaswirbel und meiner Autoimmun-Erkrankung?

groß, duftend, nicht ganz perfekt, nicht mehr ganz frisch und sehr fragil ….

Wenn man wie ich gestrickt ist, gibt man sich mit der Diagnose „Autoimmunerkrankung“ und den damit verbundenen Aussagen der Schulmedizin „Ursache unbekannt“ und „unheilbar“ nicht zufrieden.

Die beiden Aussagen bedeuten für mich in erster Linie, dass man bisher über die umfassenderen Zusammenhänge im Immunsystem noch nicht viel weiß. Insbesondere über den Zusammenhang des Immunsystems mit allen anderen körperlichen (und psychischen) Systemen. Dass es hier vielfältige Zusammenhänge gibt, ist heutzutage unbestritten. Es gibt inzwischen sogar eigene Fachrichtungen, die sich damit beschäftigen. In der gängigen (ambulanten) Therapie dieser Erkrankungen werden diese Zusammenhänge nach meiner persönlichen Erfahrung allerdings dennoch weitestgehend ausgeblendet, was vermutlich zum einen an der Spezialisierung in unserer Medizin, v.a. aber an der Kostenpolitik in unserem Gesundheitswesen liegen dürfte. Und natürlich an dem Hang, in all unseren wissenschaftlichen Systemen immer Einzelteile und nicht Gesamtheiten zu betrachten.

Egal. Ich bin eh Fan von Eigenverantwortung. Meiner Ansicht nach liegt der Schlüssel zu einer besseren Gesundheit genau darin: Die Verantwortung nicht beim Arzt abzugeben – oder gar bei der Pharmaindustrie (auch wenn letztere sich darüber sehr freut … ;-)). Denn wer, wenn nicht die betroffene Person selbst, könnte die Gesamtheit bzgl. des eigenen Körpers und eigenen Lebens besser einschätzen?

Aus meiner Sicht ist ja im Körper, wie auch in unserer Gesellschaft, in unserer Umwelt und letztlich in unserem ganzen Universum alles mit allem verbunden. Das bedeutet, dass es immer Auswirkungen auf das Ganze hat, wenn ein Teil aus dem Gleichgewicht gerät. Heilung kann immer nur geschehen, wenn man das Gesamtgleichgewicht wieder herstellt. Und niemals, wenn man nur an Symptomen herumdoktert und bestehende Ungleichgewichte dabei weiter verstärkt. Das gilt für unseren Planeten genauso wie für meinen Körper. Davon bin ich überzeugt. Daher ist die in unserem Gesundheitssystem herrschende Herangehensweise, die bei jedem Symptom die medikamentöse Therapie weit über alle anderen Therapiemöglichkeiten stellt, aus meiner Sicht keine wirklich gute Lösung.

Meine Erkrankung sehe ich als Zeichen, dass etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist (vgl. auch meinen Beitrag „Meine etwas andere Theorie zur Entstehung von Autoimmunerkrankungen“).

Aber was ist aus dem Gleichgewicht geraten? Das ist Detektivarbeit. Im Grunde ist es genau diese Detektivarbeit, die mich an der Medizin fasziniert. Gleichzeitig ist diese Faszination ein Grund, warum ich nicht Medizin studiert habe und auch nicht hätte studieren wollen. Denn unser Gesundheitssystem ermöglicht es Ärzt(inn)en nicht, sich die Zeit für Detektivarbeit zu nehmen.

Also, wo könnten die Probleme herkommen?

Die Ernährung liegt immer nahe, und ist sicher bei sehr vielen Menschen auch tatsächlich der wesentliche Faktor für eine Erkrankung. Nun ist gesunde Ernährung aber eines meiner Spezialgebiete. Bei uns wird jeden Abend frisch gekocht. Industrielle Fertignahrung lehne ich ab, soweit es irgend geht. Fettige und oftmals übersüßte Fast Food-Gerichte mag ich nicht. Unser Essen (und Trinken) ist so naturbelassen wie möglich. Gemüse spielt die klare Hauptrolle. Brot gibt es nur zum Wochenendfrühstück und wird von uns selbst gebacken. Ich achte auf die Zufuhr von gesunden Fetten. Wir besitzen weder Industriezucker noch Industriesalz, aber ein reichhaltiges Gewürz- und Kräutersortiment. Vieles stammt superfrisch aus dem eigenen Garten. Auch Wildkräuter wie Löwenzahn, Brennnesseln etc. landen bei uns selbstverständlich auf dem Tisch. Gehören sogar zu meinen Lieblingen, für deren kostenlose Bereitstellung ich der Natur dankbar bin :-). Überhaupt bin ich Fan von Bitterstoffen in der Nahrung. Zwar mache ich unterwegs oder bei Einladungen durchaus Kompromisse, in letzter Zeit sogar deutlich mehr. Dennoch ist meine Ernährung ziemlich sicher nicht der „Übeltäter“.

Der Darm? Ich habe viel Mühe darein gesteckt, meine Darmschleimhaut wieder einigermaßen zu regenerieren. Nachdem ich ja nun einmal viele Jahre viele verschiedene Medikamente eingenommen oder gespritzt habe, war meine Darmschleimhaut (und meine Darmflora) ziemlich im Eimer. Für das Immunsystem spielt der Darm bekanntermaßen eine sehr wichtige Rolle. Aber meine dahingehenden Probleme waren wohl eher Folge der Erkrankung bzw. genauer gesagt, der Medikamente gegen diese Erkrankung, als ihre Ursache.

Die Zähne? Hier war ich lange etwas zu nachlässig. Bereits in der Kindheit hatte ich sehr schlechte Zähne (obwohl das durch die Ernährung nicht zu erklären war) – und entsprechend viele Amalgamfüllungen bekommen. Zu lange habe ich den Beteuerungen vieler Zahnärzte geglaubt, dass Amalgam kein Problem sei. Und erst vor nicht allzu langer Zeit die letzte dementsprechende Füllung entfernen lassen. Dass ich damit so lange gewartet hatte, war sicher dumm, weil die Quecksilber-Metallverbindungen des Amalgam natürlich ein zusätzlicher Toxizitätsfaktor für meinen ohnehin geschwächten Körper waren.

Impfungen? Wie für die Amalgamfüllungen kann auch für die Impf“Hilfsstoffe“ gelten, dass sie einen zusätzlichen Toxizitätsfaktor darstellten, zumal man zumindest früher da gerne Quecksilber- oder Aluminiumverbindungen oder ähnliches verwendet hat. (Auch heutige „Hilfsstoffe“ in Impfungen sind in gewisser Weise für den Körper toxisch. Das ist ihr Sinn, sie sollen das Immunsystem „hochfahren“.) Aber Auslöser der Erkrankung? Wohl allenfalls im Sinne des Tropfens, der das Fass zum Überlaufen bringen kann.

Stress? Ja! Ich hatte ja schon in „Meine etwas andere Theorie zur Entstehung von Autoimmunerkrankungen“ von meinem dauerangespannten Nervensystem geschrieben. Stress also bei mir nicht im Sinne von Arbeitsstress oder ähnlichem, sondern als Grundmodus, seit ich denken kann. Ich hatte ja auch beschrieben, dass ich darüber zur Beschäftigung mit dem Vagusnerv kam. Und das wiederum war der Auslöser, mich auch nochmal mit den anderen Hirnnerven zu beschäftigen.

Vor etlichen Jahren hatte ich mir schon das Buch „Schwachstelle Genick“ von Dr. Bodo Kuklinski und Dr. Anja Schemionek gekauft, konnte mir aber damals nicht so recht vorstellen, dass so viele unterschiedlichste Krankheiten mit dem Genick zusammenhängen sollten, und fand das Buch auch etwas zu „marktschreierisch“. Jetzt nahm ich mir dieses Buch noch einmal vor. Und mir fiel auf, dass meine chronischen Kopfschmerzen in der Kindheit, die dauernden Nasennebenhöhlenentzündungen (die leider immer mit den damals so modernen Breitbandantibiotika behandelt wurden, was meinem Immunsystem sicher nicht gut getan hat), meine Übelkeit bei Autofahrten oder gar auf See, die mich seit frühester Kindheit begleitet hat, und viele Symptome mehr, – eine gemeinsame Ursache haben könnten. Eine Ursache, die auch meine Daueranspannung erklären könnte.

Ich habe seit frühester Kindheit einen gestörten Gleichgewichtssinn. Der hat nicht nur Karussellfahrten für mich statt als Vergnügen als Foltermethode erscheinen lassen. Er hat mir bereits das Laufenlernen erschwert und mich zu einem ängstlichen und nach eigenem Empfinden auch oft etwas ungeschickten Kind gemacht, was manuelle Fertigkeiten oder Sport anging. Als Erwachsene habe ich verschiedenste Untersuchungen machen lassen, um meine Schwindelattacken abzuklären. Selbstverständlich ohne Befund. Die Diagnose lautete damals „gutartiger Lagerungsschwindel“ und ich hielt das für plausibel. Noch vor kurzer Zeit habe ich mich gefragt, warum ich in starker Dunkelheit in Panik verfalle. Dabei ist das leicht erklärt: Ich kann mich im Raum nicht richtig verorten, wenn das Auge nicht hilft. Tja, und jetzt kam mir die Vermutung, dass all diese Symptome damit zusammenhängen können, dass bestimmte Hirnnerven bei mir nicht ganz „korrekt“ arbeiten.

Diese Vermutung erschien tatsächlich auch nicht aus der Luft gegriffen, denn ich hatte in meinem Leben eine Reihe von Unfällen, die sich ganz erheblich auf Kopf und Genick ausgewirkt haben. Ich wusste von meiner Mama, dass der erste Unfall dieser Art bereits im Kleinstkindalter passiert und wohl auch relativ heftig war.

Im Teenageralter kamen weitere Unfälle hinzu. Irgendwann nahm ich an, dass sich das mit den Kopfschmerzen etwas „verwachsen“ hätte, da ich nicht mehr ganz so stark und häufig mit Kopfschmerzen und Übelkeit kämpfte. Für beides blieb ich allerdings weiterhin sehr anfällig. Ja, und dann kam das Rheuma. Also die Bewegungseinschränkungen und Gelenkdeformitäten.

Mein Körper hat eine komplett schiefe Statik – und ich musste immer enorme Muskelkraft aufbringen, um mich trotzdem irgendwie auf den Beinen zu halten. Dafür fehlt die Muskelkraft, um mich vorwärts zu bewegen. Ich hielt die schiefe Statik immer für eine Folge des Rheuma`s. Aber vielleicht stimmt das gar nicht, vielleicht ist es in Wahrheit eine Ursache?!

Nachdem ich all die o.g. Tatsachen miteinander in Zusammenhang gebracht habe, habe ich mir diese Frage gestellt – und mir einen Therapeuten für eine Atlaswirbelkorrektur nach Arlen gesucht.

Obwohl wahrscheinlich gar nicht so wenig Menschen von dieser Therapie profitieren könnten (sie wird insbesondere empfohlen bei Migräne, Tinnitus, Blutdruckproblemen und Schwindel), gibt es nicht viele Therapeuten für diese Methode. Die Therapie ist nicht ganz billig und wird von den Krankenkassen selbstverständlich nicht bezahlt.

Vor rund zwei Wochen bin ich dann da also hin. Voller Erwartung – und vielleicht auch etwas naiv…

Fortsetzung folgt …. ;-).

Lachen und Wertschätzung in Politik und Gesellschaft

Und noch einmal Wertschätzung. Aber diesmal geht es mir um Politik. Um das Denken in unseren Gesellschaften. Fehlende Wertschätzung ist aus meiner Sicht das, was maßgeblich für die „Erkrankung“ unserer Gesellschaften verantwortlich ist. Denn auch global gesehen empfinde ich eine Art „Autoimmunerkrankung“. „Entzündungen“. Sichtbar an der Klimaerwärmung, zunehmenden Klimakatastrophen, wie Dürren oder Überflutungen, Waldbränden, aber auch an zunehmenden Radikalisierungen verschiedenster Art von Menschen in eigentlich wohlhabenden Staaten.

Da ich überzeugt bin, dass auf dieser Welt alles miteinander zusammenhängt (und die moderne Physik bestätigt das ja auch), finde ich den Vergleich mit den zunehmenden Autoimmunerkrankungen bei Menschen in den Industriestaaten gar nicht so abwegig. Ähnlich wie ich es auch in „Meine etwas andere Theorie zur Entstehung von Autoimmunerkrankungen“ beschrieben habe, scheinen mir aber auch hier die Überwärmung und die Überreaktionen Symptom und nicht Ursache einer Erkrankung zu sein.

Ursache ist aus meiner Sicht tatsächlich die in den Industriestaaten verbreitete „Religion“, wonach der Mensch ein Zufallsprodukt der Evolution sei, irgendwie zufällig entstanden, zufällig hat er dann auch noch ein Bewusstsein entwickelt (das ist besonders merkwürdig), und nach dem Tod im Nichts versinkt er ins Nichts. Oder so ähnlich. Die Seele sei eine Illusion, ein Phantasieprodukt von leicht beeindruckbaren Menschen, die irgendeine Hoffnung für sich bräuchten, um das Leben nicht als sinnlos zu empfinden.

Diese „Religion“ scheint mir dabei nicht ganz zufällig entstanden zu sein. Sie war Voraussetzung für das äußerst materialistische und konsumorientierte Denken in den Industriestaaten, in denen alles der Priorität untergeordnet wird, den materiellen Wohlstand zu sichern.

Ich empfinde die Pfeiler, auf denen diese „Religion“ steht, als sehr wackelig: Mathematisch ist das mit dem Zufall schlichtweg unmöglich (das gilt für die ganze Evolution). Physikalisch kann ein Urknall, der ja als Entstehung unseres Universums gilt, nicht aus einem „Nichts“ entstanden sein. Wie denn? Und unser Bewusstsein, das ja nun einmal eine Energie ist, kann nach unserem Tod auch nicht einfach so verschwinden. Das widerspräche dem Grundsatz der Energieerhaltung der Physik.

Die Prinzipien, auf denen unsere angeblich so objektive wissenschaftliche Weltsicht gründet, erscheinen mir persönlich also weder objektiv noch wissenschaftlich.

Das Problem an dieser Weltsicht ist, dass ihren Anhängern der Schutz der natürlichen Ressourcen, die Wertschätzung von „Mutter Erde“ und auch die Wertschätzung anderer Menschen nicht wichtig erscheinen. Warum sollen sie auf irgendetwas Rücksicht nehmen, oder das gar wert schätzen, was rein zufällig entstanden ist und keinen tieferen Sinn hat? Warum sollen sie mit den Ressourcen der Erde sparsam umgehen, wenn sie doch nur einmal kurz leben und dabei möglichst viel „Spaß“ haben wollen? (Wie kann ein „Zufallsprodukt“ eigentlich so etwas wie Spaß empfinden...?!)

Tja, warum? Vielleicht, weil viele Menschen tief im Innern dann doch spüren, dass die Wertschätzung anderer, das Eintreten für Schwächere und für die Umwelt sich gut anfühlen. Denn glücklicherweise nimmt das ehrenamtliche Engagement in den Industriestaaten durchaus zu. Viele Menschen spüren bzw. wissen, dass die materialistische Weltsicht erhebliche Schwächen hat. Trotzdem ist sie in Politik und Gesellschaft immer noch vorherrschend. Um nicht zu sagen allein- herrschend. Politische Entscheidungen werden immer unter der Prämisse gefällt, dass auf keinen Fall unser Wirtschaftswachstum und damit unser Wohlstand gefährdet werden darf. Das gilt für jede der bekannten Parteien bei uns. Wertschätzung der Umwelt spielt in politischen Entscheidungen offensichtlich eine nachgelagerte Rolle (oder gar keine, je nach Partei).

Bezüglich Wertschätzung von Personen, scheint es die allgemeine Ansicht zu ein, dass diese sich vor allem über Geld ausdrücke. Und dass, obwohl x Studien belegen, dass Gehaltserhöhungen, Boni etc. – wenn überhaupt -, dann nur ganz kurz, zu einem höheren Zufriedenheitsgefühl beitragen.

Echte Wertschätzung drückt sich nach meinem Verständnis anders aus. Darin, dass ich der Person vermittele, dass ich sie als Person sehe und schätze. Ihre persönliche Leistung und auch die von ihr zu überwindenden Herausforderungen wahrnehme und anerkenne. Das ist leider äußerst wenig verbreitet.

Wenn ich mir Nachrichten anhöre, sehe oder lese, Interviews, Comedy, politisches Kabarett oder was auch immer. Es geht fast immer darum, andere Menschen (negativ) zu bewerten, schlecht zu machen, sich über sie lustig zu machen. Unsere Medien vermitteln, dass es cool und wichtig sei, andere zu kritisieren. Journalist(inn)en haben meist den Anspruch an sich selbst, kritischen Journalismus zu pflegen.

Leider geht es dabei aber selten um eine echte inhaltliche Auseinandersetzung mit einer Sachentscheidung. Dafür müsste man sich bei jeder wichtigen Frage anschauen, prüfen und diskutieren, welche Konsequenzen eine bestimmte Entscheidung hat, und welche eine andere hätte. Kurz- und langfristig. Auf die Umwelt und auf die betroffenen Personen.

In unserer heutigen schnelllebigen Zeit ist das natürlich idealistisches Wunschdenken, dass Entscheidungen in der Form getroffen (oder getroffene Entscheidungen in der Form hinterfragt) werden. Politiker(innen) meinen, schnelle Entscheidungen treffen zu müssen, man will schließlich „Handlungsfähigkeit beweisen“. Eine Lieblingsfrage von Journalist(inn)en ist, warum „immer noch nichts passiert sei, wo die Missstände doch bekannt seien“.

Wir lieben es, „Druck zu machen“, und wir lieben es, auf die Fehler der anderen zu schauen, und nicht auf ihre guten Seiten. Das fängt schon an bei Berufsgruppen, wie zum Beispiel der Polizei. Ich finde, die Polizei macht einen sehr harten, extrem stressigen und gefährlichen Job für eher wenig Geld und sehr wenig Wertschätzung. In den Nachrichten erscheint die Polizei vor allem dann, wenn jemand von ihnen einen Fehler gemacht hat. Natürlich müssen Fehler thematisiert werden. Aber wenn geschätzt rund 80 % gut läuft und vielleicht 20 % nicht so gut (das ist eine grobe Schätzung von mir, die nicht mit irgendwelchen Daten belegt ist), erscheint es mir wenig wert schätzend, wenn sich 90 % der Berichterstattung ausschließlich auf die Fehler fokussiert. Zumal ich denke, dass genau solch eine mangelnde Wertschätzung Mitglieder der Polizei eher in die falsche Richtung treiben.

Ähnlich ist es bei Lehrer(inne)n. Auch das eine Berufsgruppe, bei der Eltern gern jeden echten oder vermeintlichen Fehler aufspießen. Hohes Engagement hingegen für selbstverständlich halten und selten anerkennen.

Bezüglich der Paketzusteller hat sich inzwischen herum gesprochen, dass die einen anstrengenden und unterbezahlten Job machen, trotzdem nehmen die Beschwerden über diese Leute ständig zu.

Und es gibt noch zig andere Beispiele.

Sich über Politiker(innen) lustig zu machen, scheint heutzutage ohnehin zum guten Stil zu gehören. Politisches Kabarett lebt davon, diese als total unfähig darzustellen. Sich mit echten Sachfragen auseinanderzusetzen, wäre hingegen viel zu komplex und auch nicht wirklich lustig. Und die Leute mögen es, wenn sie sich über die vermeintlich Mächtigen lustig machen können. Jedenfalls im Kabarett. Im wirklichen Leben führt das vermutlich eher zu Politikverdrossenheit und Radikalisierung. Leider sind auch die meisten Politiker(innen) selbst ein katastrophales Vorbild, was gegenseitige Wertschätzung als Mensch angeht. Aber wenn man sich selbst innerhalb einer Partei nicht wert schätzt, wie kann man dann erwarten, dass die Wähler es tun?

Gegenseitige Wertschätzung von Menschen anderer Berufe, anderer Herkunft, anderer Hautfarbe, anderer Lebensgeschichten, das wäre so wichtig für das Glücksempfinden in unseren Gesellschaften!

Und natürlich Wertschätzung unserer Umwelt. Unserer natürlichen Ressourcen! Der Gaben, die uns von „Mutter Erde“ kostenlos zur Verfügung gestellt werden! Wertschätzung von Tieren (das schließt Massentierhaltung aus!). Gesellschaften, die das Wirtschaftswachstum an erste Stelle setzen, beuten die natürlichen Ressourcen rücksichtslos aus. Sie vermüllen Landschaften und Ozeane, vergiften das Trinkwasser, also unser aller Lebensgrundlage mit Pestiziden, Nitraten und sonstigen Chemikalien. Sie überfischen die Meere, zerstören den Regenwald, um dort billiges genmanipuliertes Tierfutter anzubauen. Bauen Kies, Sand, seltene Erden und sonstige Rohstoffe ab – ohne jede Rücksicht auf die Natur. Sie bringen das gesamte Ökosystem vollkommen aus dem Gleichgewicht, erzeugen auf diese Art von allem viel zu viel – und werfen einen großen Teil als Müll wieder weg, der dann ebenfalls in der Umwelt landet.

Zu einem großen Teil sind das die sogenannten „entwickelten“ Staaten, die als Vorbilder gelten weltweit. Vorbilder in Sachen Wertschätzung leider nicht!!!

Warum eigentlich nicht? Ach ja, wegen dem Wirtschaftswachstum… Aus irgendeinem Grund gehen die Menschen bisher fast weltweit davon aus, dass Wirtschaftswachstum das Beste für die Menschheit sei.

Ich bin hingegen überzeugt, dass gegenseitige Wertschätzung und Wertschätzung unserer Umwelt, der gesamten Natur das Beste für die Menschheit ist! Aber für mich sind Menschen auch keine seelenlosen Zufallsprodukte… (Tiere auch nicht…).

Dieser Beitrag hatte jetzt nicht so viel mit Lachen zu tun… Aber ich bin überzeugt, dass Veränderungen letztlich bei jedem einzelnen beginnen. Und wertschätzendes gemeinsames Lachen zu üben – anstelle eines sich übereinander lustig machen, kann ein Anfang sein.

Lachen und Wertschätzung

Wertschätzung ist gerade eines meiner Lieblingsthemen! Wertschätzung von sich selbst und von anderen. Ich beschäftige mich ja auch viel mit positiver Psychologie und mit den spirituellen Werten alter Kulturen. Wertschätzung und Dankbarkeit kommen in all diesen Bereichen Schlüsselfunktionen zu.

Jeder Mensch wünscht sich, wert geschätzt zu werden von seiner Umgebung. Das Gefühl, dass der Chef, die Chefin einen nicht genug wert schätzt, ist wahrscheinlich der häufigste Grund für eine innere (oder auch äußere) Kündigung. Mangelnde Wertschätzung von Partner oder Partnerin vermutlich der häufigste Scheidungsgrund. Von Menschen, die einem nahe stehen, will man „gesehen“ und wert geschätzt werden.

Wir alle haben da ein gewisses Anspruchsdenken. Ich auch!

Sehr viel seltener fängt man mit diesen Überlegungen bei sich selbst an. Wie sehr schätze ich eigentlich meine Umgebung wert? Wieviel Dankbarkeit empfinde ich gegenüber Vorgesetzten, Partner/in, Eltern, Kindern etc.?

Die alten spirituellen Kulturen (auch das Christentum) und die moderne positive Psychologie lehren uns, dass genau das der Weg ist. Und ich muss sagen, seit ich übe, diesen Weg zu gehen, bin ich begeistert von der Wirkung!

Denn, mein Anspruch, von meiner Umgebung gesehen und wert geschätzt zu werden, kam immer aus einem Mangeldenken heraus. Ich war der Meinung, nicht genug gesehen zu werden, wert geschätzt zu werden. Weil ich so in diesem Mangeldenken verhaftet war, habe ich dann die vorhandene Wertschätzung auch gar nicht wirklich wahr genommen. Sie entsprach ja nicht meinem Konzept.

Erst seit ich begonnen habe, gezielt danach zu schauen, wofür ICH eigentlich dankbar sein und andere Menschen wert schätzen kann, habe ich auch mir selbst gegenüber mehr Wertschätzung. Seit ich meine positiven Gefühle anderen gegenüber stärker pflege, kann ich auch deren positiven Gefühle mir gegenüber besser wahrnehmen und das wiederum steigert natürlich auch das eigene Selbstwertgefühl.

Mein Wunschtraum ist es, genau dieses Konzept möglichst vielen Menschen zu vermitteln, und in die Gesellschaft hineinzutragen. Denn ich bin überzeugt, dass die meisten unserer derzeitigen weltweiten Probleme mit mangelnder Wertschätzung zu tun haben. Mangelnder Wertschätzung sich selbst gegenüber, anderen Menschen gegenüber und insbesondere gegenüber der Natur, „Mutter Erde“ und all ihren Geschöpfen!

Lachen und Wertschätzung Teil 2

Leider ist das mit der Wertschätzung aber gar nicht so einfach. (vgl. auch meinen Beitrag „Krankheit als Makel???“)

Oft genug meinen wir ja sogar so eine Art Verbundenheit zu spüren, wenn wir gemeinsam über Dritte lästern oder uns gar empören. Aber diese Art des Verbundenheitsgefühls ist sehr kurzlebig. Sie mag sich in dem Moment gut anfühlen und Spaß machen, ein langweiliges Gespräch beleben. Hinterher verspüre ich aber meist einen schalen Nachgeschmack und frage mich, was die Läster-Runde vielleicht bei nächster Gelegenheit über mich sagen wird.

Lästern und sich zu empören ist einfach. Wertschätzung muss man tatsächlich üben. Immer und immer wieder.

Was hat das mit Lachen zu tun? Wie die meisten Dinge auf dieser Welt, kann auch das Lachen zwei Seiten haben. Wir Menschen können uns aussuchen, welche dieser beiden Seiten wir wählen: Die Seite, die uns und anderen gut tut, oder die andere. Sprich: Wir können uns für Wertschätzung entscheiden oder dagegen.

Echtes Lachen verbinde ich mit Fröhlichkeit. Mit Lebensfreude. Mit sprudelnder Leichtigkeit. Mit einem freudig glucksenden Baby. Mit gemeinsamem fröhlich kindlichem Spiel, bei dem es nicht um Wettkampf oder Konkurrenz geht. Es ist ein Lachen, das unmittelbar positive Gefühle vermittelt. Ein Lachen, das verbindet und nicht trennt. In diese Kategorie fällt auch Lachyoga.

Diese Art Lachen macht gesund. Biochemisch gesehen schüttet der Körper Glückshormone aus. Oft fühlt man sich lange danach noch richtig gut. Je öfter man das praktiziert, desto mehr wird es zum Grundmodus. Desto leichter fällt alles. Und desto weniger Schmerzen spürt man (ich weiß, wovon ich spreche…).

Dabei übt man auch, über sich selbst zu lachen. Und diese Fähigkeit ist eine wichtige Ressource. Wer viel lacht, nimmt die Dinge (und eben auch sich selbst) nicht zu ernst. Auch das hat aus meiner Sicht ganz viel mit Wertschätzung der eigenen Person zu tun: Erst seit ich weiß, dass ich liebenswert bin, sind kleine Patzer kein Drama mehr. Ich muss nicht jedesmal Angst davor haben, was andere Leute jetzt denken könnten. Für jede Person, die sich selbst nicht ausreichend wert schätzt, ist das das wichtigste Thema überhaupt: Was denken die anderen von mir?

Und genau hier kommt auch die andere Form des Lachens ins Spiel. Die, bei der man sich gegen Wertschätzung entschieden hat: Das Auslachen. Das hämische Lachen. Das über das Ungeschick oder gar Unglück eines anderen Menschen Lachen (Schadenfreude). Das lästern. Das sich über andere lustig machen. Also ein Lachen, dessen Zweck es ist, sich über andere zu erheben. Jemand anderen klein zu machen. Ein Lachen, das zu Mobbing werden kann, gerade für diejenigen, die sich selbst eben nicht ausreichend wert schätzen. Und – ganz ehrlich – wer tut das schon? (Der bei einigen im öffentlichen Leben stehenden Menschen nach meinem Eindruck anzutreffende Narzissmus hat nichts zu tun mit einem gesunden Selbstwertgefühl!)

Auslachen produziert weder Fröhlichkeit noch Lebensfreude. Sondern schlechte Gefühle. Bei dem oder der Ausgelachten ohnehin. Aber auch die Auslachenden wird ihr Handeln kaum glücklich machen. Und dass sie denken, es nötig zu haben, andere Menschen zu beschämen (bzw. sich von diesen abzugrenzen, um sich selbst als etwas „Besseres“ darzustellen), zeigt, dass sie sich ihres eigenen Wertes lange nicht so sicher sind, wie sie tun.

Leider ist genau dieses Lachen in unserer Gesellschaft sehr verbreitet und in unseren Medien äußerst präsent. Viele Medien leben geradezu davon. Andere Menschen klein zu machen, scheint eine unglaubliche Anziehungskraft auszuüben. Wahrscheinlich, weil es einen selbst vermeintlich größer macht. Aber eben nur vermeintlich. Denn, wenn man das braucht, um sich größer zu fühlen, ist es doch eigentlich um die eigene Größe ziemlich schlecht bestellt, oder?!

Was ist eigentlich Glück? Der Sinn des Lebens, meine ich!!!

Glück ist eine Frage der eigenen Einstellung sagen die meisten spirituellen Lehrer. Ich stimme zu.

Für Menschen mit chronischen Erkrankungen ist es besonders wichtig, sich möglichst viele Glücksmomente zu verschaffen. Kleine und große. Denn nichts ist schlechter für die eigene Gesundheit, als ständig sein Unglück zu beklagen. „Warum gerade ich?“ „Total unfair so etwas!“ bringt einen nicht wirklich weiter … . Und nervt andere. Ich zumindest kann es gar nicht leiden, wenn mir jemand im „Jammermodus“ begegnet. Schmerzen werden stärker, wenn man sich auf sie fokussiert. Leicht führt das Ganze dann zu einer Abwärtsspirale – und irgendwann lebt man die Krankheit.

Muss nicht sein, finde ich! Lachen ist eine der besten Methoden, sich schnell Glücksmomente zu verschaffen. Denn es „gaukelt“ dem Gehirn und damit auch dem Körper sofort Fröhlichkeit vor, auch wenn wir ursprünglich gar nicht in fröhlicher Stimmung waren. Aus der Gehirnforschung weiß man, dass das Gehirn da nicht wirklich unterscheidet. .. Und das ist äußerst praktisch! :-).

Sich längerfristig glücklich zu fühlen, erfordert eine entsprechende Lebenseinstellung. Denn sich glücklich zu fühlen, hat weder mit Reichtum, noch mit Gesundheit so viel zu tun, wie die meisten Menschen denken. Ein Grundlevel an Geld und auch an Gesundheit ist hilfreich, mehr macht aber nicht glücklicher. Das ist heutzutage alles durch zahllose Studien belegt.

Es gibt bestimmte Faktoren, die zum Glücksgefühl beitragen. Dazu zählen laut wissenschaftlicher Forschung: Positive Emotionen spüren, sich für etwas engagieren, Verbundensein mit anderen Menschen erfahren, Sinn in unserem Tun finden und merken, dass wir etwas bewegen können (vgl. Martin Seligman in „Flourish – Wie Menschen aufblühen“, der diese Faktoren allerdings ausdrücklich nicht als Voraussetzungen zum „glücklich sein“, sondern für „Wohlbefinden“ definiert.).

Ich finde diese Art der Forschung natürlich spannend, weiche aber insofern von Seligman ab, als meiner Ansicht nach von diesen Faktoren für ein längerfristiges Glücksgefühl der „Sinn“ das Entscheidende ist. Die anderen vier Faktoren haben für mich als Voraussetzung, dass ich „Sinn“ spüre (bzw machen nur dann glücklich).

Dabei geht es aus meiner Sicht nicht nur darum, dass wir einen Sinn in unserem Tun finden, sondern vor allem auch darum, dass wir einen Sinn in unserem Leben sehen.

Das ist heutzutage gar nicht so einfach. Ich persönlich bin strengstens katholisch erzogen worden, und hatte es insofern einfacher, als für mich immer klar war, dass der wichtigste Faktor des Menschen seine Seele ist. Für mich ist das keine Frage des Glaubens, sondern des Spürens. Und damit letztlich des (inneren) Wissens.

Aber auch ich habe mich im Laufe von Ausbildung und Berufsleben irgendwie immer weiter sozusagen „distanziert“ von meiner Seele. Jura ist ein Fach, das das Distanzieren sehr erleichtert…. Man widmet sich den Schwachpunkten der „Gegenseite“, und in den meisten Berufen, wo Juristen gebraucht werden, gibt es eine „Gegenseite“. Seele, wie ich sie verstehe, strebt aber nach Verbundenheit und gerade nicht nach Distanzierung und Gegnerschaften…..

„Lebenssinn“ oder gar „Seele“ wird unter Jurist(inn)en normalerweise nicht diskutiert. Man hält die Behauptung, dass wir „Zufallsprodukte“ der Evolution seien, die aus dem Nichts auftauchen und nach dem Tod wieder im Nichts verschwinden für wissenschaftlich erwiesen (tatsächlich ist heutzutage wissenschaftlich erwiesen, dass beide Behauptungen so nicht stimmen können). Laut Seligman ist die Juristerei der Beruf mit den höchsten Selbstmordraten. Das sagt Einiges aus… Tatsächlich ist es genau der Punkt, der mich an meinem Beruf auch gestört hat: Es fehlte mir der Sinn, der Nutzen für die Welt.

Leider ist das mit dem Lebenssinn aus meiner Sicht aber nicht nur den Juristen, sondern ganz vielen Menschen weltweit abhanden gekommen. Irgendwo im Innern spürt man deutlich, dass etwas nicht stimmt. Aber nach außen folgt man dem, was einem alle ständig erzählen: Der Lebenssinn liege in „möglichst viel Geld verdienen und Spaß haben“. Denn „man lebe nur einmal“. Der „Spaß“ wird dabei in aller Regel in Konsum gesehen (also in allen Tätigkeiten, die in irgendeiner Form die natürlichen Ressourcen dieses Planeten angreifen), deshalb will und braucht man ja das Geld. Dass die Ressourcen des Planeten irgendwann verbraucht sind, ist aus dieser egoistischen Sicht unproblematisch, denn „man lebt ja nur einmal“.

Das Tolle an einer schwereren Erkrankung ist, dass man mehr Zeit hat, über den Lebenssinn nachzudenken. Dass man beginnt, viel mehr zu hinterfragen von dem, was einem so erzählt wird. Und dass einem sofort klar wird: Im Karriere machen und möglichst viel Geld verdienen. liegt der Lebenssinn ganz sicher nicht! Rücksichtsloser Konsum erscheint im Gegenteil plötzlich furchtbar sinnentleert. Gibt mir vielleicht ein ganz kurzes Gefühl des „ich habe es“, einen schnellen Dopaminkick und ist kurz danach schon wieder uninteressant. Glück ist ganz sicher etwas anderes. Etwas, was tiefer geht, etwas, was keine Leere hinterlässt. Etwas, was länger anhält.

Spaß haben, ist gut, aber nur, solange dies nicht zulasten anderer und insbesondere nicht zulasten unserer Umwelt und der natürlichen Ressourcen unseres Planeten geht.

Nach fast 40 Jahren Nachdenken über den Lebenssinn und rund 30 Jahren Erkrankung, glaube ich nunmehr tatsächlich, den möglichen Lebenssinn gefunden zu haben. Und das Lachen hat mir dabei sehr geholfen!

Ich glaube, dass der Sinn des Lebens darin liegt, wahrhaft glücklich zu sein – und möglichst vielen Menschen dieses Glück weiter zu geben.

Es geht für mich darum, die Art Glücksgefühl zu generieren, die man spürt, wenn man jemand anderem eine große Freude gemacht hat. Wenn man sich ehrenamtlich engagiert. Wenn man Verbundenheit mit anderen spürt. Es geht um das Glücksgefühl, das mit Wertschätzung, Dankbarkeit, Nächstenliebe, Toleranz und Mitgefühl zu tun hat.

Glück hat mit Geben zu tun und nicht mit Nehmen!!! Wow!!!

Glück ist also nichts, was einem zufällig widerfährt, sondern ich habe es selbst in der Hand! Wahnsinn!!! Und im Grunde genommen doch auch so einfach (und trotzdem auch so schwer, denn aus irgendwelchen Gründen ist das mit Wertschätzung, Dankbarkeit, Nächstenliebe, Toleranz und Mitgefühl gar nicht so leicht…).

Fröhliches Lachen, das man mit anderen teilt, kann ein erster Schritt hin zu dieser Art Glücksgefühl und damit letztlich zu mehr Lebenssinn sein. Für mich ist das ein guter Weg. Und mein dabei entstehendes Gefühl, dem Lebenssinn näher zu kommen, fühlt sich absolut großartig an!!!

Lachen und Autoimmun-erkrankung oder: Meine etwas andere Theorie zur Entstehung von „Autoimmun-erkrankungen“

Was heißt das eigentlich: „Sie haben eine Autoimmunerkrankung.“?

Das ist ein Satz, den in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer mehr Menschen von ihren Ärzten hören. Es handele sich um eine Erkrankung, bei der das eigene Immunsystem aus „unerfindlichen Gründen“ beginnt, körpereigenes Gewebe anzugreifen und zu zerstören. („Auto“ hat in dem Fall nichts mit einem Kraftfahrzeug zu tun, sondern bedeutet „selbst“ und bezieht sich darauf, dass es sich um körpereigenes Gewebe handelt.) Ein solcher „Angriff“ kann sich auf die unterschiedlichsten körpereigenen Gewebe beziehen. Bei mir sind es die Gelenke. Die Erkrankung kann sich aber prinzipiell jederzeit auch auf weitere Bereiche bzw. innere Organe ausdehnen.

Autoimmunerkrankungen gelten in der Schulmedizin als unheilbar. Die Ursache dieser Erkrankungen ist unbekannt. Auch die Gründe, warum diese Erkrankungen immer mehr zunehmen, sind unbekannt. Ziemlich viele Dinge, die mit dem Immunsystem zusammenhängen, sind aus schulmedizinischer Sicht „unbekannt“.

Was man weiß, bezieht sich fast nur auf die biochemisch im Blut nachweisbaren Faktoren des Immunsystems. Das führt dazu, dass die schulmedizinische Behandlung auch ausschließlich dort ansetzt: Die modernsten Mittel für die Behandlung sind gentechnisch hergestellte Medikamente, mit denen jeweils bestimmte Entzündungsbotenstoffe unterdrückt werden. Das gilt als state of the art. Als Goldstandard. Die entsprechenden Medikamente, sogenannte Biologicals sind wegen des aufwendigen Herstellungsprozesses sauteuer. Sie helfen meist eine Zeitlang, die Entzündung zu unterdrücken, weil sie die „Boten ausschalten“.

Wie man bereits an dieser Wortwahl erkennt, kann das aus meiner Sicht keine gute Lösung sein. Denn die Boten sind ja nicht das eigentliche Problem. (Tatsächlich habe ich diese „Lösung“ natürlich trotzdem viele Jahre lang gewählt, mit relativ verheerenden Folgen…).

Über die Gesamtzusammenhänge des Immunsystems weiß man in der Schulmedizin bis heute im Grunde herzlich wenig. Man weiß, dass Immunsystem und Nervensystem eng zusammenhängen. Man weiß, dass die Darmflora (und damit auch die Ernährung) ganz erheblichen Einfluss auf das Immunsystem hat und umgekehrt. Man weiß, dass negativer Stress starke Auswirkungen hat. Nur wie das alles genau zusammenhängt, das weiß bisher tatsächlich kein Mensch. Also beschränkt sich unsere Medikamentenmedizin auf das, was im Blut sichtbar und messbar ist, und blendet den Rest weitgehend aus.

Dass das nicht die beste aller Herangehensweisen ist, habe ich an meinem Körper eindrücklich zu spüren bekommen … .

Tja, und dann fiel mir vor einiger Zeit das Buch „Der Selbstheilungsnerv“ von Stanley Rosenberg in die Hände. Es geht in dem Buch um den Vagusnerv, also um den Nerv, der maßgeblich für unsere Entspannung zuständig ist.

Ich wusste ja längst, dass ich dauer-angespannt bin. Seit frühester Kindheit, also seit ich mich erinnern kann, laufe ich in diesem Modus herum. Ich war immer der Meinung, dass ich diesen Modus sozusagen epigenetisch von meinem Papa übernommen habe. Mein Papa hat als Jugendlicher den Zweiten Weltkrieg erlebt mit allem damit zusammenhängenden Schrecken und Leid, inklusive dem Verlust der Heimat. Er hat nie viel darüber gesprochen, aber ich könnte mir gut vorstellen, dass die damals erlebten Traumata bei ihm zu einer dauerhaften Anspannung geführt haben. Kinder nehmen so etwas natürlich wahr und auf. Das habe ich getan – mich selbst angespannt und diese Anspannung nach innen gerichtet.

Natürlich habe ich schon Tausend Sachen probiert, um mich zu ENT-SPANNEN (über das ein oder andere werde ich sicher noch berichten.). Aber egal, was ich gemacht habe, mein Körper blieb fest wie ein Korsett. Erst mit den Übungen aus dem Buch zum Vagusnerv habe ich plötzlich gespürt, tatsächlich, da tut sich was! Und das, was sich da tut, dieses Gefühl der Entspannung, wirkt sich auch unmittelbar positiv auf meine Gelenke aus!

Auch, wenn der Effekt mit den Übungen nicht von Dauer ist, hat mich das Thema Vagusnerv und Entspannung so fasziniert, dass ich von da an mein Hauptaugenmerk darauf gerichtet habe. Und so kam ich dann auch zum Lachyoga. Und das „Wunder“ geschah: Die Entzündungswerte gingen genauso stark zurück wie damals, als ich das Biological neu bekam und meine Ärzte ganz begeistert waren, wie toll dieses „Wundermittel“ anschlägt! Anders, als es bei diesem Biological der Fall war, hat das Lachyoga bei mir aber keine äußerst unangenehmen Neben- und Langzeitwirkungen.

Super, oder? Tja, und dann erschien es mir plötzlich ganz offensichtlich: Meine „Autoimmunerkrankung“ ist überhaupt keine „Autoimmunerkrankung“! Es ist überhaupt keine Erkrankung des Immunsystems! Das Immunsystem reagiert nur. Und das mit durchaus tiefer Körperweisheit. Denn wo eine Daueranspannung ist, scheint irgendetwas nicht zu stimmen. Irgendetwas scheint bekämpft werden zu müssen, sonst wäre das Wesen, um das es geht (in dem Fall also ich) ja nicht ständig überangespannt. Also fährt der Körper das Immunsystem hoch. Komplett folgerichtig. Und eben die Folge eines ganz anderen Problems.

Statt meinem Immunsystem für diesen Hinweis, dass es in meinem Leben ein gravierendes Problem zu geben scheint, im Prinzip dankbar zu sein, habe ich es dann aber leider fast 30 Jahre lang mit verschiedenen schulmedizinischen Medikamenten unterdrückt. Damit habe ich das Ursprungsproblem nicht gelöst, sondern mein armes Immunsystem völlig aus dem Tritt gebracht. Und so dem ursprünglichen Problem weitere Probleme hinzugefügt. Ärgerlich!

Und dabei ist mir völlig klar: Unterdrückung ist nie eine gute Idee!!! Und das oft hinter der Medikamenteneinnahme stehende Thema: „Ich muss (so schnell wie möglich wieder) funktionieren.“ auch nicht!

[Um nicht falsch verstanden zu werden: Es gibt Erkrankungen, wo das Immunsystem in einer Weise überreagiert, dass es unmittelbar lebensbedrohend für die betreffende Person sein kann. In diesen Fällen ist es natürlich sehr sinnvoll, erstmal mit schulmedizinischen Maßnahmen (in der Regel Cortisongaben) die heftige Entzündung einzudämmen. Aber aus meiner Sicht ist es sehr lohnenswert, immer zu schauen: Gibt es noch etwas, was hinter den in den Blutwerten sichtbaren Veränderungen des Immunsystems stehen könnte?]

Lach, und Du fühlst Dich besser!

Und jetzt also Lachyoga. Ein wundervolles Heilmittel. Und sooo einfach anzuwenden! Lachyoga. Wie kam ich eigentlich darauf?

Schon vor Jahren und immer mal wieder bin ich über kurze Berichte über Lachyoga „gestolpert“. Menschen, die in öffentlichen Parks merkwürdig aussehende Bewegungen vollführten, verbunden mit einem leicht grimassenhaft wirkenden Lachen. Meine rationale Juristenseite fand, dass das irgendwie albern aussah.

Aber ich habe eben auch andere Seiten… Und die waren schon beim ersten Bericht darüber angefixt. Etwas in mir fand das Lachyoga von Anfang an interessant und spannend, ohne dass ich viel darüber gewusst hätte. Klar, ich bin ein Mensch, der einfach gerne lacht! Albernheit und kindliche Verspieltheit liegen mir gewissermaßen im Blut.

Tatsächlich bin ich sehr dankbar, dass ich diese wundervolle Ressource von meiner Mama und meiner Oma geerbt habe. Beide haben mir auch gezeigt, dass Lachen, Fröhlichkeit und Albernheit völlig unabhängig von den äußeren Umständen und vom Alter möglich ist, und dass diese Eigenschaften für das Glücksempfinden deutlich wichtiger sind, als jeder materielle Reichtum. Deshalb wünsche ich mir oft, dass wir unsere gesellschaftlichen Anstrengungen viel mehr darauf richten, dass mehr Menschen lachen, – insbesondere auch mit ihren Kindern -, als darauf, dass mehr Menschen zu Wohlstand und entsprechenden Konsummöglichkeiten gelangen.

Das Gegenteil von Lachen sind Verbitterung und Empörung. Heutzutage nicht selten zu beobachten. Und nichts ist schädlicher für die eigene Gesundheit, als das. Auch für die Gesamtgesellschaft ist beides nicht förderlich. Menschen, die verbittert sind, können meist gar nicht mehr wirklich fröhlich lachen. Haben das Lachen verlernt.Das ist sehr bitter! Auch für ihre Umgebung.

Was meine ich mit „Lachen“? Wie meine Mama und meine Oma kann ich selten über „Witze“ lachen, über Comedians und schon gar nicht über das Ungeschick anderer. Sich über andere lustig zu machen, hat für mich weder mit Humor noch mit lustig auch nur das Geringste zu tun. Leider ist das heutzutage allerdings ziemlich verbreitet, und es gibt jede Menge Shows, Comedians, Satiriker oder Kabarettisten, die genau davon leben. Was mich persönlich eher traurig macht, weil es eine Menge über den Zustand unserer Gesellschaft aussagt.

Ich kann über mich lachen, über Situationskomik oder auch völlig ohne Anlass. Eigentlich bin ich also prädestiniert für das Lachyoga. Denn da geht es genau darum: Lachen ohne jeden Anlass. Und es braucht nicht einmal echtes Lachen zu sein.

Das Tolle am Lachyoga ist: Man fühlt sich sofort besser. Bereits als ich nur Youtube-Videos dazu angesehen – und die Übungen dabei mitgemacht habe -, habe ich den positiven Effekt sofort gespürt. Und die Videos gingen nicht einmal 10 Minuten.

Also habe ich ein Seminar (bei Alex Bannes) gebucht, um mich selbst als Lachyoga-Leiterin ausbilden zu lassen. Und die Wirkung auf meine Entzündungswerte war spektakulär….

Lachyoga wirkt unmittelbar auf das Unterbewusstsein. Und damit auf unser ganzes Wesen. Es gibt heutzutage jede Menge Studien zum Einfluss unserer Körperhaltung auf unsere eigene Stimmung und unsere Ausstrahlung. Jeder weiß, dass ein hoch erhobener Kopf anders wirkt, als hängende Schultern und nach unten gesenkter Blick. Letztere Haltung signalisiert sowohl nach außen, wie auch dem Träger dieser Körperhaltung selbst, dass er unglücklich ist, falls er das vorher noch nicht bemerkt haben sollte … .

Beim Lachyoga recken wir uns in die Höhe. Machen uns groß. Wir öffnen die Arme weit, und damit auch unser Herz. Wir umarmen sozusagen die Welt. Wir klatschen und freuen uns, hopsen und sind laut. Wir sind im gegenwärtigen Moment und teilen diesen gleichzeitig mit anderen. Über die Spiegelneuronen und die Energie im Raum wirkt das Lachen der anderen auf uns zurück und verstärkt unser eigenes Lachen. Unsere Körper schütten Glückshormone aus. Unsere Atmung vertieft sich. Unsere Energien fließen.

Beim Lachyoga haben wir den Mut, albern zu sein, auch auf die Gefahr hin, dass das auf andere „lächerlich“ wirkt. Und das ist gut so. Denn Tatsache ist ja, wenn andere meinen, sich darüber „lustig machen“ zu müssen, haben diese ein Problem. Ein Problem mit sich, ihrem eigenen Lachen und ihrem Glücksempfinden. Und mit ihrem Selbstwertgefühl. Denn, wer andere Menschen kritisch bewertet, bewertet in der Regel auch sich selbst kritisch. Meist sogar ganz besonders sich selbst. Wer sich über Lachyoga lustig macht, ist also genau der Kandidat, der vom Lachyoga ganz besonders profitieren würde. Lockerer werden würde und das eigene Selbstwertgefühl deutlich steigern könnte.

Peinlich, dieses ho ho, ha ha ha? Und viel klüger und cooler, stattdessen Schmerzmittel zu schlucken??? Tja, sehe ich anders. Mein Körper auch.

Ja, jetzt also Lachyoga. Es ist so einfach und so effektiv. Seit meiner Ausbildung beginne ich jeden neuen Tag mit einer Session nur für mich. Ich mache Lachübungen vor dem Spiegel, lache unter der Dusche. Besonders laut unter einer kalten Dusche … So starte ich gut gelaunt und fröhlich in den Tag. Sehr empfehlenswert!

Und ganz ehrlich: Ich war überhaupt nicht erstaunt, als die Blutuntersuchung nach meiner Lachyoga-Ausbildung so ein gutes Ergebnis für meine Entzündungswerte ergeben hatte. Ich wusste es.

Krankheit als Makel oder als Impuls???

Solange ich aus irgendwelchen Gründen der Idee anhänge, meine Erkrankung sei ein „Makel“ hindert mich das am Glücklichsein. Dieser Befund ist offensichtlich. Und ein „Makel“ hat noch den zusätzlichen Nachteil, dass der Raum, den er in der eigenen Wahrnehmung einnimmt, immer größer wird. Ihr kennt das vielleicht auch schon von vermeintlichen Kleinigkeiten. Man stellt morgens im Spiegel fest, dass da plötzlich ein großer Pickel am Kinn ist. Also fängt man an, ständig daran rumzumachen. Und statt wegzugehen, wird er immer größer. Draußen unterstellt man jedem, der einen ansieht, er oder sie hätte „komisch“ geschaut wegen des Pickels. Man fängt an, kaum noch hochzuschauen, um die Blicke der anderen möglichst nicht mehr wahrzunehmen. Man läuft Gefahr, dass der ganze Tag sich plötzlich um kaum was anderes dreht, als um den vermeintlichen „Makel“ am Kinn – und ist natürlich total unglücklich. Albern, oder?

Vom Verstand her weiß ich natürlich, dass es unsinnig ist, meine Krankheit als „Makel“ zu empfinden. Ja, ich habe krumme Finger, steife Handgelenke, knubbelige geschwollene Knie mit auffälligen Narben und deformierte Füße. All das ist sichtbar. All das entspricht nicht wirklich dem gängigen Schönheitsideal. Na und??? Mein Aussehen ist eben individuell. Ich richte mich sonst ja auch nicht gerade nach gängigen Schönheitsidealen oder neuesten Moden. Ich kenne diese in aller Regel gar nicht, und sie sind mir auch ziemlich schnuppe. Warum sollte ich mir von einem „Trend“ oder irgendwelchen Leuten vorschreiben lassen, wie ich auszusehen habe? Das tue ich tatsächlich nicht.

Warum ist es mir dann aber trotzdem wichtig, meine krummen Finger und knubbeligen Knie eher zu verstecken? Warum will ich, dass andere die Erkrankung möglichst wenig wahrnehmen?

Weil ich damit „anders“ bin, als die Mehrheit? „Anders“ sein weckt immer zwiespältige Gefühle. Braucht Mut. Das sind archaische Reaktionen. Denn wer „anders“ ist, läuft Gefahr, aus der sozialen Gruppe der Mehrheitsgesellschaft ausgestoßen zu werden. Auf sich allein gestellt zu sein. Wohlmöglich noch als Sündenbock herhalten zu müssen, weil Menschen dazu neigen, eigene Unzulänglichkeiten auf „Sündenböcke“ zu projizieren. Und wer ist dazu besser geeignet, als jemand, der oder die „anders“ ist…? Vielleicht ist meine Angst vor dem „anders“ sein gar nicht so archaisch, sondern erschreckend aktuell…?

Ich bin in vielerlei Hinsicht „anders“, als viele andere Menschen. Das bezieht sich auf meine Ansichten ebenso wie auf meine Bedürfnisse, meine Hobbies und meine Abneigungen. Mein Mann wundert sich oft, von welchem Planeten ich bloß stamme … ;-). Mit dieser Art „Andersartigkeit“ habe ich kein Problem. Die Erkrankung jedoch macht mich irgendwie verletzlich. Ich fühle mich wehrlos und unsicher auf der körperlichen Ebene. Und Unsicherheit nach außen zu zeigen, macht angreifbar. Das ist das Eine.

Idiotischerweise ist es mir aber zusätzlich auch noch irgendwie peinlich, wenn die Leute sehen, wie komisch ich gehe. Eine frühere Kollegin hat mal gesagt, wenn sie mich gehen sieht, hätte sie immer das Gefühl wie es sein müsste, wenn man plötzlich in einen „Altersanzug“ schlüpft. (Das sind Anzüge aus der Altersforschung, mit denen man als junger Mensch nachvollziehen kann, wie man sich im Alter fühlt. Die Anzüge sind mit Gewichten bestückt, so dass jeder Schritt beschwerlich ist, man sieht schlecht etc.) Mich hat dieser Vergleich ziemlich verletzt. Aber natürlich habe ich freundlich gelächelt, um mir das bloß nicht anmerken zu lassen. Denn, dass ich die Erkrankung als „Makel“ wahrnahm, musste ich natürlich auch verstecken. Schließlich wusste ich ja rein kognitiv, dass diese Art der Bewertung „dumm“ ist, und wer will schon dumm sein? Ein doppelter Energieaufwand: Die Krankheit soweit wie möglich verstecken. Und wenn sie dann doch „entdeckt“ wird, verstecken, dass mich das stört. Ein ziemlich unsinniger Energieaufwand…

Warum habe ich diesen Energieaufwand trotzdem betrieben? Neben den o.g. archaischen Ängsten dürfte das eine Menge mit unserer Leistungsgesellschaft zu tun haben. Bei uns zählt, wer in Geld sichtbaren Erfolg hat. Wer immer im Stress ist, ist wichtig. Leistung und Erfolg sind das Maß aller Dinge. Schon bei den kleinen Kindern. Menschen, die „anders“ sind, stören in unserer Leistungsgesellschaft. Das ist bei der völlig verfehlten Inklusion in Schule und danach deutlich zu beobachten. Wir sehen Andersartigkeit und Vielfalt nicht als Chance, sondern als Störfaktor. Menschen haben zu „funktionieren“ und zu „performen“. Der Job ist für die meisten Menschen der Lebensinhalt. Auf Parties fragt man die anderen nicht „Wer bist Du?“, sondern „Was machst Du so beruflich, bzw. was studierst Du?“. Auf die Frage „Wer bist Du?“ würden die allermeisten als erstes ihren Beruf nennen und dann vielleicht noch ihre Rolle als Eltern, Ehrenamtler o.ä. Wenn man dann nachfragt, es gehe nicht darum, was der oder die andere macht, sondern wer er oder sie ist, was für Eigenschaften man hat, wie man sich selbst sieht, dann kommen erstmal wenig Antworten. Stattdessen Irritation. Man weiß meist gar nicht, wer man ist, sondern definiert sich über seine Rollen im Leben.

Das habe ich natürlich auch so gemacht. Und wenn man Schwierigkeiten hat, weil man irgendwie eingeschränkt ist, strengt man sich natürlich doppelt an. Will möglichst noch besser sein, als die anderen in der gleichen Rolle. Es soll ja niemand die Schwierigkeiten bemerken. Im alltäglichen Konkurrenzkampf könnte das verheerende Auswirkungen haben. Und was dann? Dann bin ich wohlmöglich meinen Status los. Die Leute reden über mich, tratschen. „Ja, ja, die kann das nicht. Ist hier fehl am Platze.“ Die eigene Phantasie oder irgendwelche Kindheitstraumata lassen einen die unangenehmsten Szenarien auffahren. Szenarien, die sich in Wahrheit nur im eigenen Innern abspielen.

Ich habe es sogar geschafft, selbst Anerkennung und Lob innerlich abzuweisen mit einem „Das sagt der / die jetzt nur, weil ich ihm / ihr leid tue mit meiner Erkrankung.“ Und Mitleid war natürlich das letzte, was ich wollte.

Weil wir so wenig wissen, wer wir sind, geben und bekommen wir Anerkennung auch meist nur für unsere Rollen, und nicht für uns als Person. Zumindest denken wir das. Denn wir identifizieren und ja mit dieser Rolle. Haben Angst, ohne diese Rolle plötzlich ein „Niemand“ zu sein. Gleichzeitig nehmen wir diese Anerkennung aber oft gar nicht richtig an, sondern verbinden diese auch nur mit unserer Rolle. Wenn ich darüber nachdenke, ist das eigentlich unsinnig. Denn, wenn ich jemandem Anerkennung ausspreche, tue ich das ja nicht für seine Rolle an sich, sondern für die Art und Weise, wie er diese Rolle ausübt. Und diese Art und Weise wiederum hat eine Menge mit der Persönlichkeit des Betreffenden zu tun. Aber das ist dem Betreffenden selbst oft gar nicht so klar…

Ich habe einige meiner Rollen inzwischen abgelegt. Ich bin (auch dadurch) viel mehr an mich und meine eigentliche Persönlichkeit heran gekommen.

Ich bin meiner Erkrankung insofern für einige wichtige Erkenntnisse dankbar, zu denen ich ohne dieses „Problem“ wahrscheinlich nie gekommen wäre. Aber trotz dieser Dankbarkeit: Zur vollständigen Akzeptanz ist es noch ein Weg. Obwohl ich genau weiß, dass jeder Widerstand im Sinne eine „weg haben wollens“ der Erkrankung völlig kontraproduktiv ist, habe ich immer noch Reste von genau diesem Widerstand.

Ich glaube, zur Beseitigung dieses restlichen Widerstands, dieses Restgefühls des Makels, braucht es auch gesellschaftlicher Veränderungen. Statt Forderungen nach „Anpassung“ von Andersartigen: Akzeptanz und Wertschätzung von Vielfalt und Andersartigkeit. Wertschätzung des riesigen Potentials, das in Vielfalt und Kooperation in Vielfalt steckt.