Corona-"Krise"

Krise…?; Künstlerin: Dörte Müller

Wenn ich abends die Nachrichten einschalte, erschrecke ich mich: Nahezu einziges Thema der Nachrichten ist seit geraumer Zeit, dass wir uns in einer „schlimmen Krise“ befänden.

Ich erschrecke mich, weil ich das Gefühl habe, dass unsere gesamte Journalistenschaft – vielleicht, weil viele zu jung sind; offensichtlich, weil sie alle sehr angepasst sind – sich nicht (mehr) als kritisch hinterfragende Journalist*innen zu verstehen scheinen. Sondern ausschließlich als Sprachrohr für eine „herrschende“ Meinung. Herrschend im Sinne von „beherrschend“ und andere Meinungen unterdrückend.

Ich erschrecke mich, weil sie nicht zu wissen scheinen, wie das Unterbewusstsein funktioniert, und was Hypnose ist. (Den Menschen jeden Tag stundenlang – und mit entsprechenden Bildern hinterlegt – einzutrichtern, dass sie Angst haben sollen, ist eine äußerst wirkungsvolle und sehr grausame Hypnose. Eine Hypnose, die in der Langzeitauswirkung extremistischen Strömungen zugute kommen dürfte – und auch deshalb für mich so erschreckend ist.)

Ich erschrecke mich, weil diese Journalist*innen jeden Abend fragen, ob es wohlmöglich „immer noch Menschen gebe, die sich nicht an die Vorschriften“ halten – und weil sie zu meinen scheinen, dass diese Menschen „bestraft“ werden müssten. Ich erschrecke mich nicht, weil ICH mich nicht „an die Vorschriften halte“ (ich kann das Haus wegen meiner Grunderkrankung ohnehin nur schwer verlassen), sondern weil mich solche Fragen ungut an Denunziantentum erinnern: Wer sich nicht 100 %ig an die Vorschriften einer Obrigkeit hält, ist zu bestrafen.

Ich bin irritiert, weil der Mann vom Robert-Koch-Institut, der offenbar derjenige ist, dessen Empfehlungen die Politik folgt, nahezu in Tränen ausbricht vor Empörung, dass es immer noch Menschen gebe (darunter auch Ärzte), die „ihm nicht glauben“. Sprich, die seine Wahrnehmung und Sicht der Dinge nicht für die einzig Mögliche und auch nicht unbedingt für die Richtige halten.

Ich bin irritiert, als die Medien fast stolz vom zweiten „Corona-Toten“ in Berlin berichten. In einer Großstadt wie Berlin sterben jeden Tag Menschen. Junge und Alte. An allem Möglichen. Der erste „Corona-Tote“, war über 90 Jahre alt und multimorbid, also an verschiedenen Erkrankungen leidend. In meinem ganzen Leben hatte ich noch nicht erlebt, dass über den Tod eines über 90-Jährigen – nicht prominent in der Öffentlichkeit stehenden – multimorbiden Menschen in den Medien berichtet wurde … . Corona machts möglich … . Auch der zweite Tote war offenbar ein älterer Mann. Gestern Abend wurde in den Regionalnachrichten ein kurzer Ausschnitt aus einer Sitzung gezeigt, in der die Berliner Gesundheitssenatorin mit hysterischer Stimme eine Quarantäne für alle über 70ig-Jährigen fordert. In was für einem schlechten Film bin ich da gelandet?!!! Hatten Filme wie „Outbreak“ so einen fatalen Einfluss auf das Unterbewusstsein der Menschen, dass sie weltweit völlig aus der Balance geraten zu sein scheinen?

„Seid solidarisch! Lasst Menschen, insbesondere alte und kranke Menschen vereinsamen! Nähert Euch ihnen nicht! Gebt ihnen keine Umarmung! Berührt sie nicht!“ Was geht in Menschen vor, die solche menschenverachtenden Vorgaben machen – und das auch noch ausrechnet als „Solidarität“ verkaufen? Ist es diesen Menschen egal, wenn alte Leute an Einsamkeit leiden und sterben? Machen sie ihre eigene Todesangst zum Maßstab aller Dinge?

Menschen sterben – irgendwann. Alle. Der Tod gehört nun einmal zum Leben, auch wenn uns das nicht passt. Viren gehören ebenfalls zum Leben, manche haben sogar wichtige „Funktionen“ für uns und unser Leben. Bakterien ohnehin. Einen „Kampf“ gegen einen Virus kann man nicht gewinnen, ohne große Kollateralschäden anzurichten. Aber: Man kann für Heilung sorgen. In sich und in der Umwelt. Zum Nutzen aller.

Corona ist ein Virus und keine Krise. Die derzeitige „Krise“ ist die rasante Verbreitung von Angst. Und die ist menschengemacht.

So meine Meinung.

Loslassen

Künstlerin: Dörte Müller

Viele Menschen fasten gerade, indem sie bis Ostern auf irgendeine liebgewordene Gewohnheit verzichten. Süßigkeiten, Fernsehen etc.

Mir wurde am Wochenende klar, dass es mir auch sehr gut tun würde, etwas loszulassen: Meine Erwartungen. Meine Erwartungen, dass Dinge sich so entwickeln müssten, wie ich es gerne hätte. Meine Erwartung, dass andere Menschen sich so verhalten sollten, wie ich es für richtig halte.

Denn, wenn Dinge sich anders entwickeln, als ich es gerne hätte, stresst mich das. Wenn Menschen sich anders verhalten, ärgert mich das. Beides ist meinem eigenen Glück nicht zuträglich. Und eigentlich auch völlig unsinnig, denn ich kann das Meiste ja nicht beeinflussen.

Wenn ich meine eigenen Erwartungen loslassen könnte, – dann würde ich wohl auch aufhören, zu denken, dass ich mich nach echten oder vermeintlichen Erwartungen anderer richten müsste. Das täte mir gut.

Es wäre also eine sehr gute Idee, loszulassen. Wenn das nur nicht so verdammt schwierig wäre. Erwartungen scheinen irgendwie ein großer Teil meines Lebens zu sein. Und nicht nur meines. Wenn ich mir die Nachrichten o.ä. anschaue, hat ständig jede*r Erwartungen oder gar Forderungen an irgendwas oder irgendwen. Eigentlich alles ziemlich unsinnig.

Also habe ich mir vorgenommen, das jetzt zu üben, mit dem loslassen. Und für einen einfachen Einstieg lasse ich als Erstes die Erwartung los, dass das sofort klappt mit dem Loslassen aller Erwartungen … :-).

Annehmen

Künstlerin: Dörte Müller

Seit gut 30 Jahren habe ich nun „meine“ chronische Autoimmunerkrankung. Viele Jahre habe ich starke Medikamente genommen, um weiter „zu funktionieren“. – Die Erkrankung wurde schlimmer. Dann habe ich beschlossen, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Und habe zig Dinge im sogenannten alternativ medizinischen Bereich ausprobiert.

Oft hatte ich in den letzten Jahren das Gefühl: Jetzt! Jetzt habe ich endlich den richtigen Ansatzpunkt! Die Schmerzen gingen deutlich zurück, die Beweglichkeit nahm zu. Das musste gefeiert werden. Ich habe es gleich allen erzählt, mich im Fitnessstudio angemeldet oder sonst irgendwas geplant, was ich jetzt endlich wieder würde machen können.

Tja, und dann kamen jedes Mal nach kurzer Zeit wieder diese „Schmerzschüsse“. Manchmal schon am nächsten Tag. Aus völlig heiterem Himmel. Wieder ging nichts mehr. Wieder der absolute Frust.

Gleichzeitig werde ich ständig kraftloser. Das ständige „gegenan“ gehen kostet mich unglaublich viel Kraft.

Wie oft habe ich gelesen, gehört oder mir auch selber gesagt: „Du musst die Erkrankung annehmen! Es nutzt nichts dagegen anzukämpfen.“ Ich wusste einfach gar nicht, wie. Wie soll man oder frau denn so eine Erkrankung „annehmen“? Mich „in mein Schicksal ergeben“?, sozusagen passives Opfer? Nein, geht gar nicht! Und überhaupt, ich WILL die Erkrankung schließlich weghaben. Was denn sonst?

Vor zwei Tagen kam jemand zu Besuch. Der hatte einen anderen Ansatzpunkt. Einen sanften. Es gehe nicht ums wegmachenwollen. Sondern um einen sanften Impuls, der meinem vor vielen Jahren „aus der Ordnung“ geratenen System helfe, sich wieder in Richtung der ursprünglichen Ordnung auszurichten. Und die Natur brauche nun einmal Zeit. „Ja, stimmt“ dachte ich mir. Ich war an die Behandlung meiner Erkrankung im Prinzip genauso herangegangen wie die von mir für die Behandlung von chronischen Erkrankungen eigentlich als ungeeignet angesehene Schulmedizin das tut: Alles probieren, um nur bloß möglichst schnell diese äußerst unangenehmen und störenden Symptome loszuwerden.

Und dann wurde mir plötzlich auch klar, was das eigentlich heißt: „Annehmen“ statt „bekämpfen“. Denn tatsächlich hilft mir die Erkrankung ja dabei, geistig seelische Themen zu erkennen, die bearbeitet und gelöst werden wollen. Und es ist eben nicht nur ein Thema. Vieles habe ich schon bearbeitet und Einiges gelöst. Das weiß ich. Aber, wenn dann doch wieder heftige Symptome da sind, dann heißt das eben auch: „Da ist noch was, was gelöst werden will“. Wie eine Zwiebel, Schicht für Schicht. Und insofern hat die Erkrankung wirklich auch etwas sehr Positives. Sie ist eine Art Warnmeldesystem, das mir sagt, „hey, nicht zudecken und weiter so, sondern hinschauen und bearbeiten“!

Also eine echte Hilfe für geistig seelisches Wachstum. Und ist es nicht genau das, worum es in dieser Welt geht? Möglichst glücklich zu sein – und geistig-seelisches Wachstum anzustreben?

In diesem Sinne wünsche ich allen Leser*innen meines Blogs ein geistig – be-Sinn-liches Weihnachtsfest.