Verbundenheit

Sich mit anderen verbunden zu fühlen, macht glücklich. Mit Mensch, Tier und Natur. Anderen Liebe, Dankbarkeit und Wertschätzung zu schenken, macht glücklich. Das kann so einfach sein, wie einem anderen Menschen Zeit zu schenken und zuzuhören. Einfach, weil man ihm oder ihr damit eine Freude macht. Denn die Freude, die man einem anderen Menschen schenkt, macht einen selbst glücklich.

All das ist heutzutage durch viele Forschungsergebnisse gut belegt. Man kann es überall nachlesen. Und die meisten Menschen spüren es ja auch. Das denke ich zumindest immer, in meinem grenzenlosen Optimismus. Tja, und dann stelle ich die Nachrichten an, und wundere mich … .

Denn das, was ich da höre, vermittelt mir jedesmal den Eindruck, dass eine übergroße Mehrheit der Menschen Verbundenheit nur noch über Abgrenzung zu spüren scheint. Verbunden mit Menschen, die der gleichen Ansicht sind, wie man selbst – gegen Menschen, die aus irgendwelchen Gründen anderer Ansicht sind. Die Gründe für die jeweils andere Ansicht scheinen nicht wirklich zu interessieren. Das „gegen“ ist entscheidend. Es ermöglicht, eigenen Frust nach draußen zu transportieren. Und außerdem: „Draufhauen“ macht offenbar Spaß. Manche Leute werden dafür Hooligan im Fußballverein, andere verbreiten Hetze im Internet, wieder andere werden Politiker oder Kabarettist oder gar Präsident eines Landes … und die Mehrheit lacht oder schimpft halt einfach nur so über Dritte. Dritte, denen man sich ganz klar überlegen fühlt. Warum auch immer.

Natürlich gibt auch all das eine gewisse Form der Verbundenheit. Eine Verbundenheit mit der eigenen peer Group und eine ungute Verbindung mit den Opfern / Gegnern, die manchmal über Generationen andauern kann und beide Seiten viel Energie kostet.

Wirklich glücklich macht diese Form der Verbundenheit nicht. Menschen sind so anfällig dafür, weil (siegreicher) Kampf gegen Dritte zu einem Dopaminausstoß führt (er aktiviert also das Belohnungszentrum im Gehirn). Das Dumme daran ist, Dopamin macht süchtig. Und bedarf eines immer größeren „Kicks“, um noch die gleiche Wirkung zu erzielen. Auch das ist bekannt. Und es ist in unserer Welt (leider) gut zu beobachten… . Jeden Abend wieder in den Nachrichten.

Wer hat Lust, mal die andere Form der Verbundenheit zu üben? Die positive? Die, bei der es um Nächstenliebe geht, Harmonie, Mitgefühl, Dankbarkeit und Wertschätzung? Gemeinsam miteinander lachen in kindlicher Freude. Nicht übereinander! Üben, das Positive im anderen zu sehen, nicht das Negative! Auf das Gute im eigenen Leben zu blicken und dafür dankbar zu sein! Und nicht auf das, was vermeintlich schlecht läuft, oder ungerecht erscheint! Die Natur und den eigenen Körper wieder wertzuschätzen – und nicht zu versuchen, beides zu „optimieren“!

Der Versuch, die Welt zu einer glücklicheren zu machen. Wer macht mit?!

Eine neue Ein-/ Vorstellung…

Künstlerin: Dörte Müller

Sie haben es vielleicht schon am Beitrag „Erdüberlastungstag“ bemerkt: In letzter Zeit war mir nicht immer so nach Lachen zumute … . Das hat was mit dem globalen Klima zu tun (in beiderlei Wortsinn…) und dem allgemeinen Verhältnis der Menschen zu unserer Umwelt. Oder vielfach eben leider Nicht-Verhältnis… Ich weiß ja, dass Lachyoga auch hier helfen kann, weil es einfach gute Schwingungen in die Welt sendet :-), aber manchmal tue ich mich trotzdem schwer.

Natürlich ist es da auch nicht hilfreich, dass bei meinen Lachyogaübungen in letzter Zeit so oft ein plötzlicher Schmerzschuss in die Knie fährt (wahrscheinlich immer noch eine Nachwirkung der Atlaswirbeltherapie). Und zu allem Überfluss habe ich dann auch noch angefangen, mir in allen Details auszumalen, dass das auch bei den Lachyogastunden passieren könnte, die ich in der nächsten Zeit geben werde. Wie blöd das wäre, und überhaupt, was da alles schief gehen könne.

Damit habe ich die sicherste Art gewählt, mir die eigene Vorfreude und den Spaß daran zu vermiesen… . Warum auch immer.

Bei meiner letzten Lachyoga-Stunde hatte ich vorher heftigste Knieschmerzen. Trotzdem hat es super geklappt, und die Stunde hatte auch die übliche schmerzlindernde Wirkung bei mir. Also alles super, sollte man meinen. Aber was mache ich, statt mich einfach nur zu freuen? Ich analysiere natürlich im Nachgang vor allem, ob nicht noch irgendetwas besser hätte laufen können. Mein „innerer Kritiker“ und sein großer Auftritt!

Und mein „innerer Kritiker“ ist besonders perfide: Er analysiert nicht nur, ob ich was hätte besser machen können. Nein, er stellt sich auch noch hin und fragt mich dummdreist, warum ich mich eigentlich so viel mit „positiver Psychologie“ und ähnlichen Konzepten beschäftige, wenn ich doch offenbar nicht in der Lage sei, das bei mir selbst auch anzuwenden? Er erklärt mir, dass ich doch anderen so gerne predige, auf ihre Stärken zu schauen (ihre und die ihrer Mitmenschen – und nicht auf vermeintliche Schwächen). Dass ich doch genau wisse, dass man die innere Haltung tatsächlich über die Körperhaltung beeinflussen könne. Aber irgendwie offenbar zu blöd sei, all mein Wissen bei mir selbst umzusetzen.

Wie ein Cowboy steht mein mächtiger „innerer Kritiker“ dabei breitbeinig da, lacht mich hämisch an, und sagt, dass er meine „inneren Verbündeten“ eingeschlossen habe und mir den Zutritt verwehre , hä häh hä … .

Die Vorstellung mit dem Cowboy bringt mich zum Lachen. Ne, denke ich mir, was will so ein Macho-Cowboy denn ausgerechnet in meinem Kopf?! Ich kann Wildwest-Filme nicht leiden! Der Typ hat bei mir nichts zu suchen! Und überhaupt, was denkt der sich, wer er ist?!

Die Vorstellung hilft: Ich merke, wie meine Vorfreude auf die nächsten Lachyoga-Stunden steigt. Und, dass es überhaupt nichts zu „analysieren“ gab beim letzten Mal. … . Wundervoll! Weiter so! Der soll mir bloß wieder kommen, dieser Typ, dieser Cowboy ;-)!

Letztens habe ich es ihm so richtig gegeben: Ich hatte meine Wasserkaraffe gereinigt – mit Hilfe von ganz vielen ganz kleinen Kupferkügelchen. Die Kügelchen werden anschließend getrocknet und dann wieder in ihre Aufbewahrungsdose zurück verfrachtet. In der Theorie.

Ich habe sie nach dem Trocknen stattdessen mit einer unbeabsichtigten Bewegung mit großem Schwung in der ganzen Küche verteilt … .

Meine erste Sofort-Reaktion war ein innerer Wutanfall über meine Schusseligkeit. Mich jetzt innerlich nieder zu machen, hätte die Kügelchen allerdings nicht wieder in die Dose verfrachtet. Also habe ich tief Luft geholt.

– Und mir dann vorgestellt, dass mein Unterbewusstsein offenbar der Meinung war, dass es bestimmt total lustig und bewegungsfördernd für mich sei, jetzt das „Such die Kügelchen-Spiel“ zu spielen. Mit dieser Vorstellung im Kopf habe ich dann kichernd die Kügelchen wieder eingesammelt, soweit ich sie gefunden habe. Tatsächlich war es irgendwie lustig. Und ich muss immer noch grinsen, wenn ich das ein oder andere versprengte Kügelchen finde … .

Und das Beste: Mein „innerer Kritiker“ / Cowboy hatte keine Chance! Peng!!!

Erdüberlastungstag

Der einsame Rufer… Künstlerin: Dörte Müller

Vor 1 1/2 Monaten war „Erdüberlastungstag“. Der Tag, an dem rein rechnerisch für dieses Jahr die nachwachsenden Ressourcen aufgebraucht sind, die die Erde in einem Jahr zur Verfügung stellt. An dem entsprechenden Tag wurde das in vielen Nachrichtensendungen erwähnt. Auch die Tatsache, dass wir drei Erden bräuchten, wenn alle Menschen auf der Erde so leben würden, wie die Deutschen – und fünf, wenn sie so leben würden wie die Amerikaner.

Die Erkenntnis ist nicht neu. Was folgt darauf??? In den Nachrichtensendungen, die ich gesehen habe, folgte darauf ein Satz zur Klimadebatte.

Klimaschutz ist unbedingt notwendig, aber ja nur ein Teilaspekt des Themas. Tatsache ist, dass die Industrienationen über ihre Verhältnisse leben. Nicht nur über ihre, sondern über die globalen Verhältnisse. Zum Schaden aller. Ganz im Sinne eines „America first“ gingen die USA dabei bereits lange lange vor Trump mit äußerst schlechtem Beispiel voran.

Wir wissen alle längst, dass es so nicht weiter geht. Nicht weiter gehen kann – und wir fördern gnadenlos den Konsum. Wirtschaftswachstum einschränken zugunsten der globalen Ressourcen? Urrrgh!! Geht gar nicht …

Wer zumindest ein schlechtes Gewissen hat, und dieses beruhigen will, versucht sich in der Illusion des ressourcenschonenden Wachstums. Letztendlich ist das ein Widerspruch in sich.

Aber immerhin: Es gibt inzwischen mehr ökologisch hergestellte Kleidung und diese gilt auch nicht mehr als langweilig. Es gibt viele kleinere Projekte zum Energiesparen und auch sonst viele gute Ideen von Privatleuten bzw. kleinen Unternehmen, wie man in Zukunft ressourcenschonender leben kann. Es gibt begrünte Städte, energieautarke Dörfer und ähnliche Leuchtturmprojekte.

Leider werden die Erkenntnisse daraus nicht flächendeckend umgesetzt. Der kommende Strukturwandel in der Lausitz gebe eine gute Möglichkeit, hier eine echte Modellregion entstehen zu lassen, alles umzusetzen, was man auf dem Gebiet der Ökologie bisher weiß. Leider scheint das zu weit von der Wirklichkeit entfernt zu sein, um in die politische Debatte auch nur einbezogen zu werden. Dabei gebe es den Menschen dort einen neuen Grund, stolz auf sich und die Region zu sein (den Menschen dort nur zu sagen, dass der Bergbau, für den sie teilweise seit Generationen geschuftet haben, nicht mehr gebraucht werde, ist demgegenüber wenig wertschätzend… und es erscheint mir persönlich auch wenig überraschend, dass sich das in den Wahlergebnissen niederschlägt.).

Das Hauptproblem in den Industrienationen ist aber, dass wir uns insgesamt viel zu viel Kleidung, Elektronik, Auto`s usw. „gönnen“. Unser totaler Überkonsum wird nicht wirklich in Frage gestellt. Schließlich gilt insbesondere die Autoindustrie als Rückgrat unseres Wohlstands.

Gerade gab es viele Berichte über die Internationale Funkausstellung in Berlin. Mit sooo vielen „tollen“ neuen Produkten. Hersteller berichten stolz, dass die Menschen bereit wären, ihre alten noch funktionstüchtigen Haushaltsmaschinen wegzugeben zugunsten etwas energiesparender neuerer Produkte. So bekommt der Konsum ein „grünes Label“. Tatsache ist aber, dass das Wegwerfen noch funktionsfähiger Produkte Müll erzeugt, Plastikmüll, Elektronikschrott, „Sondermüll“. Die Produktion neuer Produkte verbraucht Ressourcen, die es auf diesem Planeten eben nicht unbegrenzt gibt. Der Verkauf dieser Produkte dient eben nicht der Umwelt oder gar dem Klima, sondern der Wirtschaft.

Auch was die Land- und Forstwirtschaft angeht, sind die Weichen weltweit nicht auf Ökologie, sondern nach wie vor voll auf Ökonomie gestellt. Wider besseres Wissen! Und Europa kann gegenüber einem brasilianischen Präsidenten, der der Meinung ist, der Regenwald gehöre ihm bzw. „seinem Land“, nicht wirklich glaubwürdig auftreten, so lange auch hier ganz klar gilt „economy first“.

Klimaschutz wird nur dort wirklich gefördert, wo es nicht zulasten des Wirtschaftswachstums geht. Das gilt für die Umstellung auf erneuerbare Energie ebenso wie für die Vermarktung von Elektromobilität. Elektromobilität hat mit Ressourcenschonung nur bedingt etwas zu tun, der ständige Bau neuer Fahrzeuge gar nichts.

Echter Umwelt– und Klimaschutz wird Wohlstandsverluste bedingen. Ich warte immer noch auf den Tag, wo man endlich beginnt darüber zu diskutieren. Denn: Wäre das wirklich sooo furchtbar? Ja, ich weiß: Für Menschen ist es ganz schlimm, etwas zu verlieren, was sie einmal hatten. Da nehmen sie lieber in Kauf, die ganze Erde zu verlieren, dass bemerkt man schließlich nicht so schnell…

Aber Tatsache ist doch, dass die Menschen in den Industrienationen nicht wirklich glücklicher sind, als in ärmeren Staaten. Als würden sie den Zustand der Erde spiegeln (aus meiner Sicht tun sie dies auch), sind viele völlig überlastet. Fühlen sich ausgebrannt und müde vom ständigen Stress. Suchen verzweifelt nach Glück, Zufriedenheit und Ruhe. All das fände man in der intakten Natur. Und ganz sicher nicht im Konsum!!!

Das Problem ist, wir haben bisher kein Modell für eine andere Wirtschafts- und Lebensweise, als die, die wir gewohnt sind. Aber wäre es nicht endlich an der Zeit, mit Entwürfen zu beginnen?? Bevor die Erde an der einen Seite überschwemmt und an der anderen ausgedörrt und abgebrannt ist???