Aus Blei Gold machen

gemalt von Dörte Müller

Ich habe so einen kindlichen Drang in mir. Wenn man mir sagt: „Geh da nicht hin, schau dir das nicht an, das ist nur alberner Quatsch. Etwas für Spinner und Außenseiter.“, dann weckt das nahezu unwiderstehlich meine Neugier. Ich will wissen, warum das Gelände verboten ist. Und wenn mich die Antwort nicht befriedigt, dann laufe ich los. Und inspiziere, was da so herumliegt. Es scheint ja etwas zu sein, von dem jemand nicht will, dass es andere sehen… . Und das sich vielleicht gerade deshalb zu sehen lohnt.

Und nach der Rückkehr von deinen Exkursionen willst Du zeigen, was Du entdeckt hast?

Klar, es könnte ja auch für andere interessant sein. Die meisten drehen sich freilich weg. Sie haben vielleicht Angst, selber als Spinner und Außenseiter tituliert zu werden, wenn sie hinschauen auf das, was ihnen doch ausdrücklich verboten wurde.

Neudeutsch nennt man das, was da passiert ist, Framing. Und der Begriff „Esoterik“ unterliegt heutzutage so vielen Frames, dass wahrscheinlich jede*r aufschreit, wenn Du jetzt damit kommst. Die einen, weil sie sich nie damit beschäftigt haben und einfach nur den Frames glauben. Die anderen, weil sie sich noch viel mehr, als Du damit beschäftigt haben, und etwas Anderes darunter verstehen, als Du.

Ja, stimmt. Letztlich ist „Esoterik“ ja auch nur ein Überbegriff, unter den man verschiedenste Strömungen fassen kann. Und das, was ich dazu sage, hat auch keinerlei Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Es ist lediglich meine Interpretation. Und bei dem Thema wirkt ohnehin alles so verdreht, dass es ganz schwer ist, das irgendwie darzustellen.

Bleiben wir einfach erstmal bei der Wortbedeutung: „Dem inneren Bereich zugeordnet“. Warum gilt das als „albern“?

Die heutige Zeit ist fixiert auf das Äußere und das Außen. Das unsichtbare Innere gilt tendenziell als wertlos.  

Anders die Esoterik. Die das Innere als Potential ansieht, als das, was den Menschen in seinem Wesen ausmacht. Für die das Äußere eher ein Widerschein des Inneren ist.
– Und für deren spirituelle Ausrichtungen die unsterbliche menschliche Seele der eigentliche Kern ist.
 

Von einem Begriff wie „Seele“ wendet sich der „moderne Mensch“ mit Grausen… .

Aber, wenn man das Innere verleugnet, bleiben leere Hüllen: Wissen, dem die Weisheit fehlt. Oberflächlichkeit, die nutzlosen Tand produziert. Menschliche Hüllen, die sich leer fühlen, und nicht wissen, wie sie diese Leere füllen können. Die von der Erde und von anderen nehmen und nehmen. Die nicht merken, dass sie dabei zerstören. Oder denen dies egal ist, weil sie dem, was sie zerstören, ohnehin keinen tieferen Sinn zubilligen. Ist das erstrebenswert?
Warum kann man Wissenschaft und Esoterik nicht verbinden? Ging doch früher auch! Warum bekämpft „moderne Wissenschaft“ alles „Esoterische“ so vehement?     

Die „moderne Wissenschaft“ wollte sich ursprünglich von der Religion abgrenzen, indem sie nur das Beweisbare anerkennt. Allerdings hat sie letztlich wohl gerade wegen dieser scharfen Abgrenzung mittlerweile genau die Verhaltensweisen übernommen, die sie eigentlich bekämpft hatte: So hat die „moderne Wissenschaft“ sich immer mehr von offener Neugier entfernt und stattdessen Dogmen und Tabus aufgebaut. Sie ist dadurch selbst zu einer Art Religion geworden, deren Priester so tun, als verkündeten sie „objektive Wahrheiten“. Wer diese hinterfragt, betreibe „Desinformation“, sei ein zu bekämpfender Ketzer. Ein Spalter. Und wird mit einem „Bann“ belegt. Diese „moderne Wissenschaftsreligion“ geht davon aus, dass die gesamte Schöpfung einschließlich uns Menschen Zufallsprodukte seien, und nur das „wahr“ sei, was sichtbar- oder messbar und damit „bewiesen“ sei.

Diese Lehre hat unübersehbare Schwächen: Das mit dem Zufall ist nach der eigenen Mathematik unmöglich, und damit keineswegs „bewiesen“. Der eigene positivistische Wissenschaftsbegriff wird daher bei dem Fundament dieser Lehre gar nicht eingehalten. Für die Frage, was Leben eigentlich ist – und wo es herkommt, gibt es keinerlei Erklärung. Man fokussiert sich darauf, möglichst viele Details der Hülle zu erforschen. Das, was diese Hülle belebt, wird ignoriert, weil es sich der „Beweisbarkeit“ entzieht.
Und diese Ignoranz wird im Grunde genommen auch allen anderen verordnet, denen man sagt, Esoterik sei für „albern“ zu halten.

Esoterik knüpft sozusagen am Gegenpol an: Das Bewusstsein, der lebendige Geist, steht im Vordergrund, aus dem sich dann erst Materie entwickelt hat. Materie, die dann wieder Rückwirkungen auf das (Gesamt)-Bewusstsein hat. Für die „spirituelle Esoterik“ gibt es ein schon immer da gewesenes Urbewusstsein: Gott. Und einen „göttlichen Funken“ in jedem Menschen: Die menschliche Seele. Beides ist nicht messbar, aber erfahrbar, wenn man dies zulässt.

Hat die Wissenschaft sich mit ihrer Festlegung auf die Materie nicht eigentlich selbst amputiert? Nur noch wenige scheinen in der Lage zu sein, größere Zusammenhänge zu sehen und zu verstehen. Viele scheinen nur noch in einer Art „Kleingeistigkeit“ auf ihr jeweiliges Fachgebiet zu starren. Nur wenige sich dafür zu interessieren, was die Welt (und sie selbst) im Innersten zusammenhält, und was sie verbindet. Erstaunlich viele Leute verehren „Geistesgrößen“ wie Platon, Pythagoras, Newton, Shakespeare, Goethe, Mozart und viele andere. Und bezeichnen gleichzeitig „Esoterik“ als „albern“, „spinnert“ oder „dumm“. So, als würden sie gar nicht zu bemerken, wo diese Menschen ihre „Geistesgröße“ hernahmen.

Eine Wissenschaft, die den schöpferischen Geist verleugnet oder zumindest für vernachlässigbar hält, kann vermutlich nicht besonders schöpferisch und vielleicht auch nur bedingt geistvoll sein. Und ist damit fast gezwungen, alles „Schöpferische“ für „unwissenschaftlich“ zu halten.

Die Wissenschaft“ nimmt in unserer Gesellschaft einen extrem hohen Stellenwert ein, wird aber im Grunde genommen durch ihre sich selbst einschränkenden Definitionen und Dogmen künstlich klein gehalten. Obwohl z.B. die Erkenntnisse der Quantenphysik ja durchaus andere Weltbilder zulassen würden.

Ob das Absicht sein könnte?  

Jetzt wird es interessant. Und kompliziert… ..

Aus Blei Gold machen. Was verstehst DU darunter?  

Für mich bezieht sich das auf das Ziel einer Art „innerer Vervollkommnung“. Auf den Antrieb zur Beschreitung des inneren Seelenwegs. Den Antrieb zur „Heldenreise“.
Aus irgendeinem Grund wandeln wir Menschen  nicht von Natur aus als nach allen Seiten strahlende Edelsteine hier auf der Erde. Ich bin aber überzeugt, dass wir alle theoretisch das Potential haben, zu einem strahlenden Edelstein zu werden. Dass wir aber dafür den „profanen“ Stein, in den dieser eingebettet ist, zunächst aufknacken müssen – und dann noch das Innere polieren müssen, damit es glänzen und strahlen kann. Für mich ist das die ursprüngliche Interpretation der Esoterik: Dem inneren Bereich zugeordnet. Mit der Aufgabe, im eigenen Inneren „aufzuräumen“. Harmonie im eigenen Inneren herzustellen. Denn nur, wenn möglichst viele Menschen das schaffen, dann kann sich auch im Außen die ersehnte Harmonie manifestieren.

Warum ist das so schwierig?

Weil es im Außen seit Jahrtausenden aus den verschiedensten Gründen und Interessen viele gegenläufige Kräfte gibt. Und das Außen eben auch auf das Innen jedes Menschen zurückwirkt.

Außerdem sind Menschen, die auf diesem Seelenweg unterwegs sind, schwerer manipulierbar und verführbar. Gerade solche Menschen liefen damit schon immer Gefahr, bekämpft zu werden, denn sie waren und sind ein Störfaktor für diejenigen, deren Ziel Reichtum und / oder Macht über andere war / ist.  

Das wiederum waren und sind nicht selten Menschen, die sich mit „Esoterik“, also dem „inneren Bereich“ gut auskennen. Die ihr Wissen um die Zusammenhänge zwischen Geist und Materie aber zum eigenen materiellen Vorteil nutz(t)en, – und nicht, um ihre Seele erstrahlen zu lassen.

Oder die dachten, es würde ihre Seele erstrahlen lassen, wenn sie ihre eigenen Vorstellungen anderen – notfalls mit Gewalt – aufdrängen.

Wer sich mit Esoterik auskennt, weiß, dass er den Faktor überwinden muss, der das menschliche Potential am effektivsten begrenzt: Angst. Egal, was man erreichen möchte, Angst wird immer hinderlich sein. Sie ist nicht lebensrettend. Nie. Auch nicht vor dem „Säbelzahntiger“. Eine gute Risikoeinschätzung ist lebensrettend. Angst hingegen ist lähmend und schadet. Sie ist also kein „evolutionärer Vorteil“, sondern aus esoterischer Sicht eine zu meisternde Herausforderung auf unserem Weg.  
Es gibt esoterische Vereinigungen, die die ihr Zugehörigen dabei unterstützen wollen, ihre (Todes-)Angst zu überwinden. (Teilweise wohl angelehnt an das, was man über die Einweihungsriten in Kulte alter Hochkulturen weiß.)  
Ich nehme an, dass z.B. Vereinigungen wie die Sculls and Bones, aus deren Reihen ja bekanntlich unter anderem mehrere US-Präsidenten und andere hochrangige US-Politiker hervorgingen, Entsprechendes trainieren.

Ja, wenig Angst zu haben, kann man für durchaus „weltliche“ Ziele einsetzen. Und wir Menschen streben Dinge wie Macht, Lust, Ruhm, Ansehen schon deshalb an, weil sie unser körpereigenes Belohnungssystem anwerfen: Sie führen zu einem Dopaminausstoß.

Das Problem daran ist: Dopamin ist ein Suchtstoff. Der Kick muss immer größer werden, um noch den gleich hohen Dopaminausstoß und damit die gleiche Befriedigung zu erreichen. Das treibt dazu, immer mehr Reichtum, Macht oder Ruhm zu wollen. Und kann zu einem Teufelskreis werden. Man muss bei diesen Verlockungen sehr aufpassen, dass man ihrem Suchtpotential nicht unterliegt, sie zum Selbstzweck werden, dem man dann sein gesamtes Leben widmet und unterordnet.

Dass einen eine solche Sucht „auffressen“ kann liegt auf „geistiger“ Ebene daran, dass Menschen, die Macht über andere ausüben, oder von anderen bewundert und stark verehrt werden, sich der Energien ihrer „Untergebenen“, ihrer Bewunderer bedienen. Sie haben oft kein gesundes eigenes Ego, sondern ein völlig unausgewogenes, das sich durch die Energien der anderen unnatürlich vergrößert hat. Wenn die Bewunderung der anderen plötzlich wegfiele, wäre da ein Loch. Viele Popstars sind schon an diesem Problem zerbrochen – und haben dieses Loch dann manchmal mit Drogen und Alkohol zu füllen versucht. Für Menschen, die von Bewunderung leben, ist es sehr schwer, wenn diese wegfällt.  

Das Verlangen nach immer mehr Macht, Reichtum, Ruhm etc. kann leider auch dazu führen, dass die betreffende Person oder Institution zur Erreichung dieses „immer mehr“ das Bewusstsein anderer (absichtlich) manipuliert, um sich daraus Vorteile zu verschaffen.  
Angst ist dabei ein entscheidender Schlüsselfaktor. Schon die Kirche hat dies gezielt eingesetzt.   

Auch heute: Ob über Mobbing, Bedrohungen durch Straßengangs, oder gleich durch ganze Staaten. Dafür zu sorgen, dass andere Menschen mehr Angst haben, als man selbst, ist DAS Machtmittel schlechthin.

Das gezielt einzusetzen, hat für mich etwas Dämonisches. Man versucht, die eigene Energie zu vergrößern, indem man den Menschen, denen man Angst macht, Energie abzieht und diese für sich nutzt.

Ja, Menschen „erschaffen“ mit dem Einsatz von Gewalt echte Dämonen. Energieformen, die sich von Angst und Wut nähren. Solche Energieformen können über Generationen Wirkung entfalten. Das geschieht auch, wenn sich die betreffenden Personen nie mit Esoterik beschäftigt haben, und diese Energieformen „nur“ durch den mit entsprechenden Handlungen belebten sehnlichen Wunsch nach Macht entstanden sind – und sich dann wie in einer Spirale immer mehr vergrößert haben.  
Solche Energieformen sind höchst gefährlich. Sie „fressen“ ihre Schöpfer auf. Irgendwann tun diese alles, um an der Macht zu bleiben, tun alles für diese Energieform und sind innerlich selbst leer. Bei vielen Machthabern konnte und kann man Solches beobachten: Die Augen sind leer und stumpf. Die eigene Lebendigkeit ist weg, die Seele hat Schaden genommen. Irgendetwas anderes hat übernommen.

Es gibt esoterische Vereinigungen / Traditionen, die arbeiten sogar mit bewusst von ihnen künstlich erschaffenen Energieformen. Die ihnen helfen sollen, z.B. mehr Macht zu bekommen. Wenn solchen bewusst erschaffenen Dämonen viel Energie gegeben wurde, haben sie nicht nur für ihre Schöpfer, sondern auch für viele andere furchtbare Folgen. Und solche Energien sterben leider keineswegs mit ihren Schöpfern. Hitler, Stalin oder Mao mit ihren jeweiligen Gefolgsleuten sind bekannte Beispiele solcher „Schöpfer“ verheerender Energien, die immer noch Wirkung entfalten.

Solche Energieformen bekommen umso mehr Energie, je mehr Menschen sich daran beteiligen. Je stärker diese Menschen den erschaffenen Dämon durch Emotionen, die noch mit Ritualen und Symbolen weiter verstärkt werden, aufladen. Je öfter solche Rituale wiederholt werden, je mehr die Symbole selber (emotional) aufgeladen werden. Je größere Bedeutung diese Menschen dem Dämon beimessen.  

Bei jedem totalitären Regime gibt es solche Elemente. Und auch bei dieser derzeitigen „Pandemie“ sind sie allzu leicht auszumachen, um „Zufall“ sein zu können: Rituale wie die albernen „AHA-Regeln“, erniedrigende Symbole, wie die Maske und die Tests, die den Menschen die „Bedrohung“ aber auch ihre angebliche Minderwertigkeit und Krankheitsbehaftung bildhaft vor Augen führen sollen. Die ständige unsägliche Angstmacherei über entsprechende Bilder, die der emotionalen Aufladung dienen. Die dauernde Wiederholung und besondere Betonung des C-Worts und jetzt des I-Worts in jeden Nachrichten. Und das Ganze nahezu weltweit… .

Wie stark diese Energieform wirkt, sieht man daran, dass es völlig vergebliche Liebesmüh ist, mit Menschen, die damit in Resonanz gegangen sind, über das Thema diskutieren zu wollen. Es fühlt sich an, als prallt man an etwas ab, was den „Zutritt“ zu der anderen Person verwehrt. Bei dem Thema gibt es gar kein gegenseitiges Verstehen können mehr. Gar kein Anhören / Zuhören wollen. Während man sich bei anderen Themen mit kontroversen Meinungen durchaus schon mal zugesteht: „Vielleicht hast du da einen Punkt.“ Oder: „So habe ich das noch nie gesehen, das ist interessant.“ Oder schlicht: „Das wusste ich gar nicht.“ Geht hier sofort eine Art Klappe nach unten. Statt „Das wusste ich nicht.“ Heißt es: „Fake-News!“. Statt „So habe ich das noch nicht gesehen.“ „Verschwörungstheorie!“ Egal, was man sagt.    

Apropos: Es scheint inzwischen belegt zu sein, dass bereits das Virus selbst eine absichtlich geschaffene. also künstlich erzeugte, Energie war. Von der klar war, dass sie auf der körperlichen Ebene (insbesondere vorerkrankter) Menschen Schaden anrichten würde, sollten sie damit in Berührung kommen. Ob diese „Berührung“ geplant war, oder versehentlich geschah, weiß ich nicht. Zumindest war sie offenbar einkalkuliert.

Offenbar, denn man hat ja das Vorgehen für den Fall der Fälle vorher detailliert geübt. Die Art und Weise dieser „Übungen“ und ihre Umsetzung tragen aus meiner Sicht klar die Handschrift von Menschen mit „esoterischem“ Wissen (oder zumindest sehr gutem psychologischen Wissen). Welches Ziel auch immer diese (oder ihre Auftraggeber) erreichen wollten.
Vielleicht hatten die Urheber sogar das Ziel, die Welt „zu verbessern“? Ich halte das für nicht einmal unwahrscheinlich. Menschen, denen es gelungen ist, ihre Ängste zu meistern, und dadurch vermeintlich „Großes“ zu erreichen – großen Reichtum, Ruhm, Macht – halten sich nicht selten für etwas „Besseres“, als andere, denen das nicht gelingt. Sie scheinen daraus teilweise ein Recht, manche vielleicht sogar eine Art Pflicht, abzuleiten, andere nach ihren Vorstellungen zu formen, weil sie denken, sie wüssten, was „das Beste für alle ist“.

Auch aus dem eigentlich guten Ziel, die Welt zu verbessern, kann viel Unheil entstehen. Selbst dann, wenn man an die Seele und an Gott glaubt. Sich aber nicht daran macht, im eigenen Innern die Verhärtungen zu knacken, um den eigenen inneren Edelstein erstrahlen zu lassen, sondern stattdessen „das Böse“ nur im Außen sieht. [Und es dann noch als Gottes Willen definiert, dass man dieses Böse im Außen bekämpft.]  

Ja, unabhängig von der jeweiligen Religion gibt es starke Tendenzen, unerwünschte Eigenschaften oder gar „das Böse“ immer nur bei anderen zu sehen. Leute meinen, das „Böse“ im Außen ausradieren zu können, indem sie andere Menschen bekämpfen, ihnen vorschreiben, wie sie zu sein haben. Die Gewalttätigkeit, die dahinter steht, kann wiederum die oben beschriebenen Dämonen erst erschaffen. So dass sich dann tatsächlich „Böses“ im Außen bildet.  
Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass das auch der (Irr)-Glaube ist, der hinter den Vorstellungen des „Great Reset“ steht: Der Glaube, in der Lage zu sein, das „Böse“ aus dem Gesamtbewusstsein entfernen zu können. Durch rigide Vorgaben welche Gedanken (und Handlungen) „erlaubt“ sind und welche nicht. Zensur von Veröffentlichungen mit „falschen“ Worten und Gedanken. Gleichzeitig greifen sie auf körperlicher Ebene ein, wollen über Gentechnik künstlich „bessere“ Menschen erschaffen. Menschen, die dann der „bösen“ Natur und „bösen“ Einflüsterungen gegenüber „immun“ sein sollen.

Aus spirituell-esoterischer Sicht hat eine solche „Vision“ etwas extrem Dämonisches, weil sie im ganz großen Stil im Gesamtbewusstsein der Menschheit (unter Einsatz von Gewalttätigkeit und Verängstigung) gezielt herumpfuschen will. Die Schöpfer solcher „Visionen“ erschaffen (negative) Energien, die sie nicht werden beherrschen können.

Was also tun? Der esoterische Ansatz sagt ja: Wie Innen, so Außen.
Der spirituell-esoterische Seelenweg strebt die Vereinigung der gegensätzlichen Pole im eigenen Innern an. Die Vereinigung der Gegensätze, die (Wieder)-Herstellung der göttlichen Urharmonie im eigenen Innern, im eigenen Herzen, gilt als Ziel. Manche haben das früher wohl als „heiligen Gral“ bezeichnet, den es zu suchen gilt. Oder eben das „Gold“. Oder die Öffnung des „Herz-Chakras“.

Deshalb bleibt aus spirituell-esoterischer Sicht wohl nur die Option, daran zu arbeiten, mit dem Denken dieser Menschen und den von ihnen geschaffenen Energien nicht in Resonanz zu gehen. –
Und sich gleichzeitig darin zu üben, diesen Menschen Nächstenliebe zu schicken und für ihr Seelenheil zu beten, so schwer das ist. Denn sie zu verdammen, verstärkt letztlich nur die negativen Energien.

[Ich persönlich habe übrigens – zumindest in diesem Leben – keinerlei esoterische Schulung oder Einweihung erhalten. Aber schon sehr lange ein starkes Interesse an diesen Themen. Und den Wunsch, in diesem Leben, zumindest ein kleines Stück auf meinem inneren Seelenweg Richtung „Gold“ voranzukommen, was mir allerdings alles andere als einfach vorkommt … 😉.]

Schwarz / Weiß

Ein philosophischer Artikel…

Künstlerin: Dörte Müller

Schwarz oder Weiß. Besser oder schlechter. Klug oder dumm. Dick oder dünn. Sportlich oder unsportlich. Gesund oder „behindert“. „Hässlich“ oder hübsch. Ordentlich oder „schlampig“. Reich oder arm.

Physische Mauern und psychisches „Mobbing“: Brauchen Menschen wirklich die Abgrenzung zu anderen? Das „Gegeneinander“ anstelle eines Miteinanders? Das Bewerten und Abwerten? Oft auch das innerliche Sichselbstabwerten?

Ich sehne mich eigentlich schon mein Leben lang nach einem Miteinander, nach vollkommener Harmonie – und neige trotzdem dazu, andere Menschen zu bewerten. Mich selbst natürlich ohnehin. Wieso tue ich das eigentlich?

Ich sehe entsetzt, dass Menschen sich nach ihrer Hautfarbe, ihrer Religion oder gar ihrer Nation bewerten. Und Menschen, die jeweils anders sind, abwerten. Das erscheint mir absurd. Schließlich hat jeder Mensch eine ganz eigene individuelle Hautfarbe, die Nation ist mehr oder weniger Zufall, und die Religion meist einfach von den Eltern übernommen. Besonders merkwürdig ist das Gegeneinander bei den drei großen monotheistischen Religionen, die doch eigentlich alle an denselben Gott glauben, aber teilweise meinen, ihr „Glaube“ sei „besser“, als ein anderer. Die „Heiligen Schriften“ werden dabei nicht auf eine Harmonie stiftende Art ausgelegt, sondern „Gott“ werden sehr menschliche (männliche) Eigenarten zugeschrieben: Wie Rachsucht, unbedingten Gehorsam erwartend, Menschen in „besser“ und „schlechter“ einteilend, Männer als „Premiummodell“ (und der weiblichen Hälfte der Bevölkerung als überlegen) ansehend.

Abgrenzung ist ein Mittel der Identitätsstiftung, so heißt es in der Psychologie. Manche nehmen dazu ihren Fußballverein, andere gleich die ganze Nation.

Bei mir sind es meine Meinungen und Ansichten, mit denen ich mich von anderen abzugrenzen suche. Und das ist nicht nur bei mir so. In nahezu jeder Kabarettsendung kann ich beobachten, wie Menschen mit „anderen Ansichten“ pauschal herabgewürdigt werden. Der „Aluhut“ (eine Art „Anti-Auszeichnung“) ist für mich geradezu ein Synonym dafür geworden, wie Menschen mit einer rein materialistisch „wissenschaftlichen“ Ansicht versuchen, Menschen mit vollständig anderen Ansichten lächerlich zu machen. Natürlich scheint es wirklich manch krude Meinung zu geben. Na und? Die rein materialistische Ansicht ist mit der physikalischen Forschung der letzten hundert Jahre schon lange nicht mehr so ganz vereinbar. Wo ist also das Recht ihrer Anhänger, sich über andere Ansichten lustig zu machen? Der Gegensatz „Wissenschaft“ – „Esoterik“ ist längst veraltet, denn viele neuere wissenschaftliche Erkenntnisse bestätigen uralte „esoterische“ Weisheiten. Es gibt daher auch immer mehr Physiker, die zeigen, dass Wissenschaft und Spiritualität vereinbar sein können. Das ist allerdings im sogenannten „Mainstream“ noch nicht wirklich angekommen, weil es nicht zu dem dortigen Weltbild passt.

Wir leben in einer Welt der Dualität: 0 oder 1. Richtig oder falsch. Schwarz oder weiß. Männlich oder weiblich. Yin oder Yang. Aber: Schon bei „männlich“ oder „weiblich“ zeigt sich deutlich, dass es Zwischentöne gibt. „Richtig“ oder „Falsch“ ist immer eine Frage der subjektiven Wahrnehmung und Bewertung. Das mit den „objektiven Fakten“ ist so eine Sache… . erst recht in einem Universum, von dem für uns 95 % buchstäblich im „Dunkeln“ liegen. Wir also nur 5 % unserer Umgebung (und damit auch von uns selbst) bisher halbwegs verstehen. Vielleicht ist das mit der Dualität zu einfach gedacht. Unserem Wunsch entsprungen, uns abzugrenzen.

Wenn wir lernen würden, Zwischentöne zuzulassen, bräuchten wir keine „Experten“ mehr, die uns erklären, was ihrer Ansicht nach „richtig“ oder „falsch“ ist. Es ist das, was mich an unseren heutigen Medien und an der Politik am meisten aufregt: Ich habe das Gefühl, mir soll vorgegeben werden, was ich für „richtig“ oder „falsch“ zu halten habe. Und solche Vorgaben, die halte ich tatsächlich für falsch. Warum sollte ich mir die Wahrnehmung irgendeines anderen Menschen zu eigen machen, wenn sie meiner eigenen Wahrnehmung nicht entspricht?

Ich liebe das chinesische Yin-/Yang-Symbol: Ja, es gibt Unterschiede (0 und 1…), aber diese ergänzen sich zu perfekter Harmonie. Keiner ist „besser“ oder „schlechter“, „wertvoller“ oder „minderwertiger“. Schwarz ist genauso gut wie weiß und im Grunde genommen ist beides bunt.

Wir haben auf dieser Welt seit langem eine starke Überbewertung des Yang: Aktivität zählt mehr, als Muße. Konkurrenz deutlich mehr, als Kooperation. Technik deutlich mehr als Natur. Der sogenannte „Verstand“ mehr als Gefühle. Letzteres ist vermutlich eines der Hauptmissverständnisse unserer Zeit (jedenfalls aus meiner Sicht): Bewusstseinsforscher gehen davon aus, dass der Mensch zu rund 95 % von seinem Unterbewusstsein gesteuert wird (für mich ist es kein Zufall, dass die Zahl identisch ist mit dem, was Kosmologen und Physiker als den für uns nicht sichtbaren Anteil des Universums identifiziert haben). Also letztlich von seinen Gefühlen. Zu 95 %! Unser Verstand kontrolliert unsere Gefühle nicht, sondern unsere Gefühle steuern, was wir wahrnehmen und entscheiden.

Und ja, das ist vielleicht das, was uns Menschen wirklich ausmacht, was uns unsere Identität gibt: Unsere Gefühle. Angst, Wut, vielleicht auch Trauer. Die darunter liegende Sehnsucht nach Liebe. Solange wir das für „Schwächen“ halten, und möglichst „stark“ sein wollen, suchen wir Menschen unsere Identität vermutlich in der Abgrenzung nach außen. Und denken, es könnte ein irgendwie erstrebenswertes Ziel sein, „to make America (oder was oder wen auch immer) great again“.