Fakt, Fake-News oder beides?

Wir bauen uns die Welt, wie sie uns gefällt – oder vielmehr, wie wir sie sehen… ; Künstlerin: Dörte Müller

Man müsse sich entscheiden, so wird es mir in Medien, Politik und auch in vielen Blogs etc. suggeriert: „Vernünftige“ Menschen glauben an „harte wissenschaftliche Fakten“ und legen diese ihrer Weltsicht zugrunde. „Die anderen“, das sind „weltfremde Esoteriker*innen“, oder gar „Verschwörungstheoretiker*innen“, die ihren Gefühlen mehr trauen, als den „Fakten“, – und denen man deshalb nicht trauen könne… . Und die man bekehren müsse. Hin zu einer „wissenschaftlichen“ Weltsicht.

Frühere Geistesgrößen wie Pythagoras und Platon (auf die die Begriff der „Esoterik“ möglicherweise zurückgeht) oder auch Newton hätten eine solche Ab- und Ausgrenzung vermutlich absurd und sicherlich nicht besonders „vernünftig“ gefunden, denn sie waren beides. Wissenschaftler und Esoteriker. Und hoch intelligent. Und ich nehme an, dass sie ihre Bewertung dessen, was sie wahrnahmen, auch nicht zwingend als die einzig „richtige“ Bewertung ansahen.

Eine einfache Weltsicht

Heutzutage ist Abgrenzung hingegen en vogue. Nicht nur zwischen Meinungen, sondern insbesondere auch zwischen Menschen. Eine Wissenschaft, die in ihrer Fixierung auf das messbare Detail immer einseitiger wurde, brauchte einen Gegenpol, so scheint es. Esoterik gilt heute als Synonym für „unwissenschaftlich“ und damit als „Unsinn“. Eine „Wissenschaft“, die sich ausschließlich auf das Außen konzentrierte, versucht(e) sich aufzuwerten, indem sie „das Innere“ abwertet(e). Inzwischen pocht in unserer Gesellschaft nahezu jede*r auf vermeintliche äußere „Fakten“, die niemand in Frage stellen dürfe. Wer sich auf „Fakten“ beruft, will in der Regel „wissenschaftlich“ und klug erscheinen. Wer die „Fakten leugnet“, ist damit automatisch „unwissenschaftlich“ und „dumm“. So wird es ständig suggeriert. Eine einfache Weltsicht.

Leider unterscheidet dabei kaum jemand zwischen „Fakten“ und „Bewertungen“. Es wird als selbstverständlich unterstellt, dass es unumstößliche und bewertungsfreie Fakten gibt und zwar jede Menge. Es ist der Traum von der „objektiven Wahrheit“.

Wahrheit? Oder Wahrnehmung?

Was gilt denn bei uns als Fakt?

Etwas, was durch eine „wissenschaftliche Studie eindeutig belegt ist“?

Ist es nicht bereits eine Bewertung, wozu ich eine Studie mache – und wozu nicht? Folge ich nicht bei dem Design der Studie und bei meiner Interpretation automatisch meiner Weltsicht, die ich ohnehin habe? Kann das dann „objektiv“, „wahr“, „nicht hinterfragbar“ sein?

Ich interessiere mich seit vielen Jahren für das Thema „gesunde Ernährung“ und finde es häufig geradezu lustig: Ob „vegan“, „Paleo“, „Rohkost“, „Vollwert“, usw., jede*r kann für die von ihm / ihr propagierte Ernährungsform auf Hunderte von Studien verweisen, wonach genau diese Ernährungsform jeweils die Gesündeste von allen sei. Manchmal werden für gegenteilige Ernährungsformen sogar die gleichen Studien zitiert, nur jeweils gegensätzlich interpretiert. Fakt? Oft heißt es auch: „Vor ein paar Jahren dachten wir noch aufgrund entsprechender Studien, z.B. zum Thema „Fette“, dass „gesättigte Fette“ sehr ungesund sind; heute „wissen“ wir aufgrund anderer Studien, dass das so nicht stimmt …“ . „Wissen?“ Es ist jeweils der aktuelle Stand der Forschung im Außen, der sich jederzeit wieder ändern kann. Natürlich ist es gut, wenn Forschung sich weiter entwickelt. Aber das heißt eben auch, was wir jetzt glauben, werden wir in einigen Jahren vielleicht schon nicht mehr glauben. Denn wir Menschen „wissen“ längst nicht so viel, wie viele Menschen „glauben“ (sorry, ich liebe solche Wortspielereien…). Ein Grund dafür könnte sein, dass die meisten Menschen heutzutage denken, es wäre klug, äußeren „Fakten“ und Bewertungen von „Experten“ mehr zu trauen, als der inneren Weisheit.

Wissen? Oder Manipulation?

Wünschenswert wäre für mich, wenn von diesen „Experten“ zumindest offen gelegt würde, was sie „wissen“, und was nicht. Wenn sie die Ganzheit des Systems jeweils ebenso im Blick haben würden, wie das Detail. Wenn sie „Weisheit“ genauso gelten lassen würden, wie äußere Messungen. Und wenn sie aufhören würden aus der Tatsache, dass es zu etwas keine Studien gibt, den logisch fehlerhaften Umkehrschluss zu ziehen, dass es das dann auch nicht gebe. Man kann z.B. aus fehlenden Langzeitstudien zu Impfnebenwirkungen nicht den Schluss ziehen, es gebe keine unerwünschten Langzeitwirkungen. Weil es für solche Wirkungen ja keine „Beweise“ gebe. Während man für die Gefährlichkeit von COVID-19 vermutlich bald „Beweise“ präsentieren wird. So etwas sind klassische (interessengeleitete) Zirkelschlüsse, die aber unter Verweis auf den „positivistischen“ Wissenschaftsbegriff bei uns als normal gelten und wenig hinterfragt werden. „Fakt“?

Nur Studien und Statistiken gelten zu lassen, hat für „interessierte Kreise“ den Vorteil, dass sie so anlegen und auslegen lassen können, wie es ihnen gefällt. Wenn sie das entsprechende Geld dazu habe. Sonst eher nicht, denn zu kleine Studien sind natürlich schon wegen der nicht repräsentativen Gruppe immer angreifbar.

Zahlen gelten bei uns gern als unumstößlicher Fakt. Was könnte „objektiver“ sein? Die gleiche Zahl kann allerdings je nachdem, in welchen Zusammenhang ich sie setze – oder eben nicht setze -, eine völlig andere Aussage beinhalten. Auch das sieht man in der Corona-Diskussion deutlich. „Objektiv“?

Geht so heutzutage „Wissenschaft“? Geht es wohlmöglich hauptsächlich darum, mit meinen Studien den Anschein zu erwecken, ich arbeite seriös und „faktenorientiert“?

Dogmatisch

Keine komische „Esoterik“, sondern „echte harte Wissenschaft“! Da glaubt man doch gleich viel mehr dran… . Wie das so ist mit dem „Glauben“ … ;-). Denn tatsächlich scheint mir persönlich das, was heutzutage so als „Wissenschaft“ verkauft wird, oft viel mehr mit Glauben zu tun zu haben, als mit Wissenschaft. Manches scheint gar sehr dogmatisch geworden zu sein. Ich habe im Internet unter „brandeins“ eine schöne Definition dazu gefunden: „Dogmatismus ist ein unselbständiges, von Glaubenslehren – den Dogmen – abhängiges Denken, im sozialpsychologischen Sinne eine Einstellung mit der starken Neigung, Auffassungen, die der eigenen widersprechen, strikt zurückzuweisen, ohne die Fähigkeit zu haben, Informationen anderer für sich selbst zu verwenden.“

Dogmatisches Denken wird von „Wissenschaftsjünger*innen“ gerne „Esoteriker*innen“ unterstellt, die angeblich irgendwelchen Gurus hinterher liefen und deren Glaubenslehren unhinterfragt übernähmen.

Aber, wenn ich mit dem Finger auf andere zeige, zeigen immer vier Finger auf mich selbst… . Die allermeisten „Wissenschaftsjünger*innen“ scheinen mir die Lehren ihrer Gurus (ebenfalls) völlig unhinterfragt zu übernehmen. Gar nicht auf den Gedanken zu kommen, dass vielleicht nicht alles ganz so „wissenschaftlich“ ist, wie es daher zu kommen scheint. Aber sehr empört zu sein, wenn andere diese „Wissenschaftlichkeit“ zu hinterfragen wagen. („Der Mann ist schließlich Virologe, wie können Sie dessen Aussagen in Zweifel ziehen…?“)

Mit dem Label „Fake-News“ wird dann versucht, die Auffassung, die der eigenen widerspricht, als „absichtlich falsch“ zu brandmarken und damit als etwas, woran nur „Dummköpfe“ glauben.

Echte Wissenschaft oder interessengeleitete Überheblichkeit?

Haben „echte“ Wissenschaftler*innen so etwas nötig? Würden „echte“ Wissenschaftler*innen jemals unterstellen, dass nur die eigene Auffassung „richtig“ sein kann? Würden sie nicht eher den Diskurs lieben? Die Blickrichtung von außen, die immer die Chance bietet, die eigene Wahrnehmung zu erweitern? Statt zu versuchen, sich mit vermeintlich unhinterfragbaren Fakten in einer Wagenburg zu verschanzen? Braucht man das? Warum? Warum besteht heutzutage in Wissenschaft, Politik und auch Medien so eine Angst vor dem gleichberechtigten Diskurs?

Meiner Ansicht nach lassen sich Fakten und Fake-News nicht mehr seriös voneinander trennen, sobald ich einen „Fakt“ mit einer Bewertung verbinde, – was nahezu immer der Fall ist. wenn ich dann unterstelle, dass meine Bewertung die einzig Richtige ist und von niemandem in Frage gestellt werden kann, dann wird der Fakt zu Fake-News. So gibt es z.B. in der Maskenfrage wissenschaftliche Versuche unter Laborbedingungen, die für bestimmte Masken zeigen, dass sie die Verbreitung von Tröpfchen und manche sogar von Aerosolen einzudämmen vermögen. Daraus den Schluss zu ziehen, dass ohne Masken die Infektionsrate signifikant steigen würde, ist jedoch unwissenschaftlich, denn für eine Infektion spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. So hat sich nach den Demonstrationen am 1.8. oder am letzten Wochenende sowie bei einer Techno-Boots-Party in diesem Sommer in Berlin gezeigt, dass sich die Infektionsrate nach keiner der Veranstaltungen signifikant oder überhaupt erhöht hatte. Obwohl auf allen diesen Veranstaltungen große Menschenmengen waren, kaum Masken getragen wurden und auch der „Abstand“ nicht immer eingehalten wurde. (Da alle Veranstaltungen im Freien stattfanden, war eine Erhöhung der Infektionsrate aus meiner Sicht auch kaum zu erwarten.) Auch die verbreitete Aussage, dass Deutschland wegen der Maskenpflicht „so gut durch die Krise gekommen sei“, ist durch nichts belegt. Es handelt sich um eine bloße Behauptung, dass zwischen den beiden Fakten (Maskenpflicht und wenig an COVID-19 Verstorbene) eine Kausalität bestünde. Es gibt bei vielen Menschen den Wunsch, dass es da eine Kausalität gibt, weil sie damit das Gefühl haben, etwas „gegen Corona“ tun zu können. Und sie glauben daher gern, dass es sich um einem „Fakt“ handele.

Das, was jemand als Fakt ansieht, ist in aller Regel keine „objektive Wahrheit“, sondern seine Wahrnehmung der Welt. Also seine subjektive Wahrheit. An und für sich ist das bekannt für jede*n, der / die sich für Kognitionswissenschaften interessiert. Leider tun das offenbar die wenigsten Politiker*innen und Journalist*innen.

Was hindert, die Wahrnehmungen anderer Menschen, einfach stehen zu lassen? Warum werden die Leute mit der anderen Ansicht bekämpft und versucht, sie „zu bekehren“? Oder, wenn sie die „Bekehrung“ nicht zulassen, sie in die Ecke zu drängen? Ihnen symbolisch einen „Aluhut“ aufzusetzen mit der Absicht, sie so als „dumm“ zu erniedrigen?

Aus meiner Sicht gibt es dafür nur eine Erklärung: Weil es nämlich „in Wahrheit“ auch bei den „Verleihern“ des Aluhuts, den „Faktencheckern“ und denen, die so gerne mit dem Label der „Verschwörungstheoretiker*innen“ bei der Hand sind, um Gefühle geht. Und gerade nicht um Fakten. Es geht meines Erachtens um Angst und Irritation:

Esoteriker*innen“ im Wortsinn, also Menschen, die vor allem auf die eigene innere Wahrnehmung hören, irritieren in einer Welt, die die äußere Sicherheit „eindeutiger Fakten“ braucht. In einer Welt, die „gut“ und „böse“ eindeutig unterscheiden können möchte. Die „das Böse“ im Außen bekämpfen möchte – und nicht im eigenen Innern.

Leute, die nicht so richtig in irgendeine Schublade passen, die mehr auf ihre Gefühle und ihre innere Stimme hören, als auf das, was man ihnen sagt, scheinen wie ein störender Stachel zu wirken in dieser Gesellschaft.

Zumindest, solange der größte Teil dieser Gesellschaft wenig Zugang zu den eigenen Gefühlen und Bedürfnissen hat. Und deshalb bereitwillig den äußeren Vorgaben folgt.

Ich persönlich bin jemand, die noch übt mit dem Zugang zu den eigenen Gefühlen. Aber durchaus schon jetzt am liebsten auf die eigene innere Stimme hört. Das gilt für die Ernährung ebenso wie für die Medizin und erst recht für Impfungen!

Denn das mit den „Fakten“, das erscheint mir persönlich leider viel zu manipulierbar. Natürlich sind auch Gefühle manipulierbar. Bei Angst geschieht das (nicht nur derzeit) in großem Stil. Häufig werden für diese Manipulation angebliche „Fakten“ genutzt. Auch bei Wut oder Hass geht das. Diese Manipulation ist aber nur möglich bei Menschen, deren Wahrnehmung im Wesentlichen nach außen gerichtet ist, die „Gurus“ oder „Experten“ brauchen, die ihnen sagen, was „richtig“ und was „falsch“ sei.

Ist das das eigentliche Problem? Das plötzlich immer mehr Menschen auftauchen, die ihrer eigenen Wahrnehmung folgen? Und sich nicht mehr so viel von außen sagen lassen? „Unverbesserlich“ sind? (Diesen Ausdruck des Berliner Bürgermeisters fand ich sehr vielsagend … .)

Wer Zugang zur eigenen (Körper-)Weisheit hat, braucht keine Ernährungsstudien. Und vermutlich auch keine Impfung gegen COVID-19. Er muss sich nicht sagen lassen, welchen „Fakten“-Bewertungen er zu glauben hat, und welchen nicht. Er traut sich, der eigenen inneren Bewertung zu folgen.

Fakt? Oder Fake-News? Selbst schon die Auswahl, wie oft ein „Fakt“ (wie z.B. ein Video) gezeigt wird, und welche „Fakten“ überhaupt gezeigt werden, und welche nicht, sind Bewertungen. Und als solche wirken sie manipulativ.

Die problematischen Fake-News, das sind für mich deshalb nicht die eindeutigen „Falschaussagen“, Theorien von „Echsenmenschen“, oder was auch immer es da gibt. Da ist für mich unmittelbar erkennbar, ob ich das nachvollziehbar finde, oder nicht. Problematisch finde ich die Aussagen, die so tun, als seien sie faktenbasiert und wissenschaftlich und unzweifelhaft „richtig“, mir unter diesem Mantel aber im Grunde nur eine bestimmte Bewertung „verkaufen“ wollen. Meine Wahrnehmung in eine bestimmte Richtung drängen wollen. Denn da brauche ich Zeit, die Möglichkeit zum Nachdenken und oft auch etwas Hintergrundwissen, um zu erkennen, dass man die Sache vielleicht auch ganz anders sehen könnte.

Echte Wissenschaft heißt für mich deshalb Fragen zuzulassen. Alles immer und immer wieder auch selbst zu hinterfragen. Ein*e echte*r Wissenschaftler*in wird für mich skeptisch, wenn jemand etwas als „unumstößlichen Fakt“ darstellt. Und echte Wissenschaft ist für mich kein Gegensatz zu Esoterik. Warum denn?

Dieses Bedürfnis, Menschen in „gut“ und „böse“, „vernünftig“ und „unvernünftig“, „klug“ und „dumm“, „wissenschaftlich faktenorientiert“ und „esoterisch verschwörungstheoretisch“ zu trennen, das Politik und Medien zu haben scheinen, halte ich für fatal. Solche Entwertungen anderer Menschen haben schon viel Leid auf dieser Welt hervor gebracht. Und sie erscheinen mir so unnötig!

Ein kleiner Pieks. Zuallererst nicht schaden?

Künstlerin: Dörte Müller

Wir Menschen sind sterblich. Wir werden aber nicht gerne daran erinnert. Die Bilder, die uns bei Verbreitung eines Virus wie Ebola oder jetzt Corona regelmäßig erreichen, tun genau das: Menschen in Schutzanzügen, die den Menschen darin nur noch erahnen lassen. Bilder von überfüllten Krankenhäusern. Gräber. Trauernde Angehörige. Zwar war Corona in den meisten Verläufen längst nicht so dramatisch wie Ebola, aber plötzlich auch hier bei uns „heimisch“ und nicht „nur“ in Afrika oder Asien. Also herrschten ebenso plötzlich Panik und Hysterie hier bei uns.

Infektionskrankheiten lösen bei vielen Menschen ganz offensichtlich besondere Ängste aus. Anders als andere „vorzeitige Todesarten“ wie z.B. durch Krieg, über mit Pestiziden verseuchtes Trinkwasser, Luft- und Bodenverschmutzung, Medikamentenfehlgebrauch, denaturierte Industrienahrung, Verkehrstote usw. erscheinen Infektionen nicht Menschengemacht. Menschengemachte Tote akzeptieren wir.

Aber Viren?! Die scheinen aus der Natur zu kommen und nicht von uns. Heimtückisch und gemein. Viren sind böse. Die bekämpfen wir mit allem, was wir haben. Denen erklären wir den „Krieg“, denn Kriege mögen wir. Kriege finden wir zumindest völlig normal.

Tatsächlich sind Viren nicht per se böse. Und auch bei potentiell schädlichen Viren kommt es auf viele verschiedene Ursachen an, ob man sich ansteckt, und wie schwer man ggfs. daran erkrankt. Diese anderen Ursachen interessieren aber niemanden, denn dann müsste sich an unserem Lebensstil vieles grundlegend ändern. Außerdem sind solche Überlegungen den meisten Menschen viel zu komplex.

Und wozu haben wir schließlich die Wissenschaftler? Wir leben in einem Wissenschaftsstaat. Die Wissenschaft hat bei uns den höchsten Status, den es zu vergeben gibt. Wissenschaftlern glaubt man, Wissenschaftlern vertraut man. Das sind schließlich Experten. Die werden es richten!

Unsere Medizin unterliegt schon lange einem Machbarkeitswahn, der gar nicht so selten dazu führt, dass Menschen mit Behandlungen zu Tode gebracht werden, obwohl sie ganz ohne medizinische Behandlung oder mit minimalen Interventionen deutlich bessere Chancen gehabt hätten. Auch bei einigen der „Corona-Toten“ dürfte das eine Rolle gespielt haben. Unsere Medizin sieht es als Versagen an, einen Menschen nicht zu behandeln. Man macht daher im Zweifelsfall eher Unsinniges, als gar nichts. Tatsächlich erwarten die meisten Menschen auch eine Behandlung und Medikamente, wenn sie zum Arzt oder gar in die Klinik gehen. „Zuallererst nicht schaden“ gilt daher in der heutigen Medizin nicht mehr viel. „Machen“, das ist die Devise in unserer Yang-dominierten Welt (Yang aus dem chinesischen Yin-/ Yang-Symbol).

Die Wissenschaft sieht es (verständlicherweise) als Ansporn an, einen Impfstoff und Medikamente gegen Covid 19 zu entwickeln. Der Politik erscheint es (für mich deutlich weniger verständlicherweise) als selbstverständlich, dass dies gelingt. Es werden viele Milliarden Steuergelder dafür zur Verfügung gestellt (was hätte man damit alles Sinnvolleres machen können…, seufz). Schließlich wollen wir endlich zurück zur „Normalität“. „Normalität“, das bedeutet, alles so weiter machen, wie bisher. Lehren aus der Anfälligkeit für so einen Virus? Sich anschauen, was genau die Ursache für eine erhöhte Sterblichkeit an dem Virus in bestimmten Ländern war? Eher nicht. Wir werden ja die Impfung bekommen. Und wenn der Virus mutiert oder in zwei Jahren der nächste um die Ecke kommt, dann sind wir ja in der Impfstoffforschung schon viel weiter und bestimmt noch viel schneller, als jetzt.

Bereits bei Covid 19 werden die Impfstoffstudien in geradezu beängstigender Geschwindigkeit durchgepeitscht. Sicherheit? Aber natürlich! Ich persönlich halte es für höchstwahrscheinlich, dass das Paul-Ehrlich-Institut irgendeinen Impfstoff in nicht allzu ferner Zeit für „sicher“ erklären wird. Der Druck ist einfach zu groß … .

Wann gilt eine Impfung als „sicher“? Wenn das Immunsystem der Geimpften ausreichend (wie auch immer man das definiert) Antikörper gegen den Virus produziert. [Für die Impfstoffforschung scheint man 100 % funktionierende Antikörpertests zu haben, die ja ansonsten (für all die Personen, die die Erkrankung bereits hatten) irgendwie nicht zur Verfügung stehen.] Und: Wenn die Geimpften keine schweren Nebenwirkungen aufweisen. Gemeint sind Nebenwirkungen, die unmittelbar im Zusammenhang mit der Impfung auftreten. Unerwünschte Wirkungen, die später kommen, werden nicht einbezogen, denn sie können ja nicht zwingend kausal ausschließlich auf die Impfung zurück geführt werden.

Das ist die Praxis bei jeder „sicheren“ Impfung bisher. Ich höre das immer wieder: „Machen Sie sich keine Sorgen. Die Impfung ist sicher, und gerade Sie mit Ihrem problematischen Immunsystem würden davon besonders profitieren.“ Aha.

WIRKLICH???

Tatsächlich bin ich natürlich jahrelang vorschriftsmäßig geimpft worden und auch als Erwachsene war ich durchaus froh, vor einer Fernreise noch eine Impfung gegen auf mich dort möglicherweise zukommende Erreger zu erhalten. Ich hatte direkt nach einer Impfung nie Probleme. Nicht einmal die berühmte „Rötung an der Einstichstelle“. Impfungen erschienen mir sinnvoll und segensreich. Ich sah gar keinen Grund, die entsprechenden Behauptungen der „Experten“ zu hinterfragen und hatte zudem auch keine Zeit, mich näher mit dem Thema zu beschäftigen. Ich „glaubte“. Und das trotz eines aufgrund meiner schweren Autoimmunerkrankung mit Medikamenten unterdrückten Immunsystems. Denn auch bezüglich dieser Medikamente vertraute ich damals der Medizin.

Leider haben diese Medikamente keine heilende Wirkung, … aber eine Reihe schwerer Nebenwirkungen. Heilende Wirkung können die verfügbaren Medikamente nicht haben, und seien sie noch so „modern“, denn man kennt die Ursache der Autoimmunerkrankungen nicht.

Niemand. Kein einziger Experte auf dieser Welt.

Man weiß nicht, warum diese Erkrankungen zunehmen. Ebenso wie Tumorerkrankungen und teilweise Allergien. Es sind alles Erkrankungen, die mit dem Immunsystem zusammenhängen.

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Die Ursachen aller dieser Erkrankungen und die Ursachen ihrer Zunahme sind keinem einzigen Experten dieser Welt bekannt!

Was weiß „die Wissenschaft“ heutzutage über das Immunsystem? Sie weiß eine Menge über bestimmte Stoffe und Faktoren im Blut, die mit dem Immunsystem zusammenhängen – und wie man früher dachte, dieses ausmachen. Man weiß inzwischen, dass das zu kurz gesprungen ist. Erheblich zu kurz. Man weiß, dass die Darmflora eine wichtige Rolle für das Immunsystem spielt. Man weiß nur nicht so genau, welche. Man weiß, dass das Nervensystem eine wichtige Rolle spielt. Man weiß nur nicht genau, welche. Man weiß, dass Stress ein entscheidender Faktor ist. Man weiß, dass das Knochensystem auf das Immunsystem wirkt und umgekehrt. Um genau zu sein, hängt bei unseren körperlichen Systemen jedes mit jedem zusammen. Irgendwie. Nur wie, weiß niemand bisher.

Unsere Wissenschaftler sind gut darin, sich Details anzuschauen – und oft erschreckend schlecht darin, das Große Ganze zu sehen. Das Zusammenwirken. Die Kooperation innerhalb unseres Körpers. Also genau das, was man mit einem Eingreifen von außen oftmals eher behindert oder gar zerstört.

Was bedeutet das für Impfungen?: Man weiß nicht – man kann es gar nicht wissen -, was eine Impfung wirklich im Körper bewirkt auf längere Sicht, über die erwünschte Produktion der Antikörper hinaus!!!

Umso dramatischer erscheint es mir, dass die meisten Impfungen mit „Hilfsstoffen“ gestreckt sind. Dabei handelt es sich um für den menschlichen Körper giftige und schädliche Stoffe, die sicherstellen sollen, dass der Körper auf das mit der Impfung zugeführte abgeschwächte Antigen (das ist jetzt etwas vereinfacht, es gibt verschiedene Formen von Impfungen) wie gewünscht reagiert und möglichst viel Antikörper produziert.

Mit den meisten Impfungen werden dem Körper also Giftstoffe zugeführt (früher gerne Stoffe wie Quecksilber oder Aluminium, heute nimmt man weniger in Verruf geratene), die sich dort anreichern.

Kann es wirklich eine gute und völlig harmlose Idee sein, Giftstoffe ins Blut zu spritzen? Auch schon bei Kleinstkindern, deren Immunsystem noch gar nicht ausgebildet ist? Ein Immunsystem, das von der Natur sehr fein austariert ist und sich zunächst über die Vaginalbakterien der Mutter bei der Geburt, das Stillen und später über das in den Mund nehmen verschiedenster Substanzen durch das Kleinkind langsam aufbaut. Es entwickelt sich also in erster Linie über orale Stimulation. Giftstoffe im Blut dürften das sich entwickelnde System eher irritieren, als wirklich hilfreich zu sein. Zum Glück stecken unsere Körper recht viel weg…

Und all diese Impfungen bei jedem? Nach festgelegten Impfschemata – ohne Ansehen der Person und der individuellen Konstitution? Ist das nicht eigentlich ein Kunstfehler?

Wie ist es mit den Autoimmunerkrankungen? Vielleicht ist das Immunsystem bei empfindlichen Menschen wie mir, nach etlichen Impfungen irgendwann so aufgeputscht, weil es so oft mit Giftstoffen „hochgefahren“ wurde, dass es das „Runterfahren“ verlernt hat. Und nur noch ein kleiner sonstiger Reiz, z.B. Stress ausreicht, damit es sich dann plötzlich gegen alles Mögliche wendet, auch gegen körpereigene Stoffe???

Vielleicht hatte jemand mit einer Birkenpollenallergie das Pech, nach irgendeiner Impfung zufällig an einer blühenden Birke vorbei gegangen zu sein. Und sein gerade mit Giftstoffen aufgeputschtes Immunsystem „wusste“ schlicht nicht, dass es nur gegen den mit der Impfung gemeinten Krankheitserreger Antikörper bilden sollte und nicht gegen die eingeatmeten Birkenpollen, die vom System ebenfalls als „fremd“ erkannt wurden?

Ist das wirklich ausgeschlossen??? Das Paul-Ehrlich-Institut sagt: „Ja, wir haben langjährige Erfahrungen.“ Aha. Aber leider nur rudimentäres Wissen über das Immunsystem als Ganzes. Und keinerlei Erklärung für die Zunahme von Autoimmunerkrankungen.

Ich behaupte nicht, dass Impfungen DIE Ursache für Autoimmunerkrankungen sind. Aber ich halte es für nicht unwahrscheinlich, dass sie EINE Ursache sind. Fast alle Erkrankungen dieser Welt beruhen auf verschiedenen Ursachen. Und ich wünschte mir, dass man hier wirklich unvoreingenommene Forschung und Debatten zulassen würde. Bisher tut man das nicht. Als Arzt eine Impfung kritisch zu hinterfragen, wird vielfach berufsrechtliche Folgen haben, mindestens aber Karriereeinbrüche.

Aus meiner Sicht gibt es durchaus Impfungen, die sinnvoll sind. Zum Beispiel bei Tetanus würde ich das im Grundsatz bejahen. Aber auch dort nicht in standardmäßig festgelegten Abständen, die bei jedem gleich sind. Meine letzte Tetanus-Impfung ist z.B. rund 15 Jahre her. Ich habe mich deshalb mit meiner Ärztin geeinigt, in dem Fall meinen Antikörpertiter bestimmen zu lassen. Er war äußerst hoch. Bei meinem aufgeputschten Immunsystem war ich nicht überrascht. Mit einer erneuten Impfung hätte ich mir und meinem Körper ganz sicher nichts Gutes getan.

Ich bin froh, dass die Politik eine Impfpflicht gegen Corona bisher vollmundig ausgeschlossen hat – und durchaus dankbar für die Demonstrationen und Proteste, die diese Aussage zur Folge hatten. (Auch wenn ich nicht gerade jeden, der auf diesen Demonstrationen mitlief, in meinem Freundeskreis würde haben wollen.) Ich hoffe sehr, dass man sich an diese Aussage auch dann halten wird, wenn sich wider Erwarten doch nicht genug Freiwillige für eine Impfung finden. Und dass es dann nicht plötzlich eine Impfpflicht durch die Hintertür gibt, indem man nur Geimpfte zu Institutionen, Veranstaltungen usw. zulässt. Die Masernimpfpflicht für Zugang zu Kitas und Schulen gibt da leider ein sehr unrühmliches Beispiel. Diese Impfpflicht war von einer massiven Kampagne in den öffentlichen Medien vorbereitet worden, die mich sprachlos zurück ließ. Impfskeptiker wurden pauschal diffamiert und herabgesetzt, teilweise übel beschimpft. Ein totes Baby, das vermutlich nicht an, sondern mit Masern gestorben war (ähnlich wie bei vielen Menschen mit Corona), wurde genutzt, um Emotionen zu schüren und die Masern zu einer der gefährlichsten Erkrankungen überhaupt zu stilisieren. Dass die Zahlen das nicht wirklich hergeben, war egal. Eine sachliche Diskussion ohnehin nicht möglich.

Es war keine Sternstunde der Demokratie, der Medien und aus meiner Sicht auch nicht der Wissenschaft. Jedenfalls nicht einer Wissenschaft, die dem Motto folgt:

ZUALLERERST NICHT SCHADEN!!!

Gibt es eine Verbindung zwischen meinem Atlaswirbel und meiner Autoimmun-Erkrankung?

groß, duftend, nicht ganz perfekt, nicht mehr ganz frisch und sehr fragil ….

Wenn man wie ich gestrickt ist, gibt man sich mit der Diagnose „Autoimmunerkrankung“ und den damit verbundenen Aussagen der Schulmedizin „Ursache unbekannt“ und „unheilbar“ nicht zufrieden.

Die beiden Aussagen bedeuten für mich in erster Linie, dass man bisher über die umfassenderen Zusammenhänge im Immunsystem noch nicht viel weiß. Insbesondere über den Zusammenhang des Immunsystems mit allen anderen körperlichen (und psychischen) Systemen. Dass es hier vielfältige Zusammenhänge gibt, ist heutzutage unbestritten. Es gibt inzwischen sogar eigene Fachrichtungen, die sich damit beschäftigen. In der gängigen (ambulanten) Therapie dieser Erkrankungen werden diese Zusammenhänge nach meiner persönlichen Erfahrung allerdings dennoch weitestgehend ausgeblendet, was vermutlich zum einen an der Spezialisierung in unserer Medizin, v.a. aber an der Kostenpolitik in unserem Gesundheitswesen liegen dürfte. Und natürlich an dem Hang, in all unseren wissenschaftlichen Systemen immer Einzelteile und nicht Gesamtheiten zu betrachten.

Egal. Ich bin eh Fan von Eigenverantwortung. Meiner Ansicht nach liegt der Schlüssel zu einer besseren Gesundheit genau darin: Die Verantwortung nicht beim Arzt abzugeben – oder gar bei der Pharmaindustrie (auch wenn letztere sich darüber sehr freut … ;-)). Denn wer, wenn nicht die betroffene Person selbst, könnte die Gesamtheit bzgl. des eigenen Körpers und eigenen Lebens besser einschätzen?

Aus meiner Sicht ist ja im Körper, wie auch in unserer Gesellschaft, in unserer Umwelt und letztlich in unserem ganzen Universum alles mit allem verbunden. Das bedeutet, dass es immer Auswirkungen auf das Ganze hat, wenn ein Teil aus dem Gleichgewicht gerät. Heilung kann immer nur geschehen, wenn man das Gesamtgleichgewicht wieder herstellt. Und niemals, wenn man nur an Symptomen herumdoktert und bestehende Ungleichgewichte dabei weiter verstärkt. Das gilt für unseren Planeten genauso wie für meinen Körper. Davon bin ich überzeugt. Daher ist die in unserem Gesundheitssystem herrschende Herangehensweise, die bei jedem Symptom die medikamentöse Therapie weit über alle anderen Therapiemöglichkeiten stellt, aus meiner Sicht keine wirklich gute Lösung.

Meine Erkrankung sehe ich als Zeichen, dass etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist (vgl. auch meinen Beitrag „Meine etwas andere Theorie zur Entstehung von Autoimmunerkrankungen“).

Aber was ist aus dem Gleichgewicht geraten? Das ist Detektivarbeit. Im Grunde ist es genau diese Detektivarbeit, die mich an der Medizin fasziniert. Gleichzeitig ist diese Faszination ein Grund, warum ich nicht Medizin studiert habe und auch nicht hätte studieren wollen. Denn unser Gesundheitssystem ermöglicht es Ärzt(inn)en nicht, sich die Zeit für Detektivarbeit zu nehmen.

Also, wo könnten die Probleme herkommen?

Die Ernährung liegt immer nahe, und ist sicher bei sehr vielen Menschen auch tatsächlich der wesentliche Faktor für eine Erkrankung. Nun ist gesunde Ernährung aber eines meiner Spezialgebiete. Bei uns wird jeden Abend frisch gekocht. Industrielle Fertignahrung lehne ich ab, soweit es irgend geht. Fettige und oftmals übersüßte Fast Food-Gerichte mag ich nicht. Unser Essen (und Trinken) ist so naturbelassen wie möglich. Gemüse spielt die klare Hauptrolle. Brot gibt es nur zum Wochenendfrühstück und wird von uns selbst gebacken. Ich achte auf die Zufuhr von gesunden Fetten. Wir besitzen weder Industriezucker noch Industriesalz, aber ein reichhaltiges Gewürz- und Kräutersortiment. Vieles stammt superfrisch aus dem eigenen Garten. Auch Wildkräuter wie Löwenzahn, Brennnesseln etc. landen bei uns selbstverständlich auf dem Tisch. Gehören sogar zu meinen Lieblingen, für deren kostenlose Bereitstellung ich der Natur dankbar bin :-). Überhaupt bin ich Fan von Bitterstoffen in der Nahrung. Zwar mache ich unterwegs oder bei Einladungen durchaus Kompromisse, in letzter Zeit sogar deutlich mehr. Dennoch ist meine Ernährung ziemlich sicher nicht der „Übeltäter“.

Der Darm? Ich habe viel Mühe darein gesteckt, meine Darmschleimhaut wieder einigermaßen zu regenerieren. Nachdem ich ja nun einmal viele Jahre viele verschiedene Medikamente eingenommen oder gespritzt habe, war meine Darmschleimhaut (und meine Darmflora) ziemlich im Eimer. Für das Immunsystem spielt der Darm bekanntermaßen eine sehr wichtige Rolle. Aber meine dahingehenden Probleme waren wohl eher Folge der Erkrankung bzw. genauer gesagt, der Medikamente gegen diese Erkrankung, als ihre Ursache.

Die Zähne? Hier war ich lange etwas zu nachlässig. Bereits in der Kindheit hatte ich sehr schlechte Zähne (obwohl das durch die Ernährung nicht zu erklären war) – und entsprechend viele Amalgamfüllungen bekommen. Zu lange habe ich den Beteuerungen vieler Zahnärzte geglaubt, dass Amalgam kein Problem sei. Und erst vor nicht allzu langer Zeit die letzte dementsprechende Füllung entfernen lassen. Dass ich damit so lange gewartet hatte, war sicher dumm, weil die Quecksilber-Metallverbindungen des Amalgam natürlich ein zusätzlicher Toxizitätsfaktor für meinen ohnehin geschwächten Körper waren.

Impfungen? Wie für die Amalgamfüllungen kann auch für die Impf“Hilfsstoffe“ gelten, dass sie einen zusätzlichen Toxizitätsfaktor darstellten, zumal man zumindest früher da gerne Quecksilber- oder Aluminiumverbindungen oder ähnliches verwendet hat. (Auch heutige „Hilfsstoffe“ in Impfungen sind in gewisser Weise für den Körper toxisch. Das ist ihr Sinn, sie sollen das Immunsystem „hochfahren“.) Aber Auslöser der Erkrankung? Wohl allenfalls im Sinne des Tropfens, der das Fass zum Überlaufen bringen kann.

Stress? Ja! Ich hatte ja schon in „Meine etwas andere Theorie zur Entstehung von Autoimmunerkrankungen“ von meinem dauerangespannten Nervensystem geschrieben. Stress also bei mir nicht im Sinne von Arbeitsstress oder ähnlichem, sondern als Grundmodus, seit ich denken kann. Ich hatte ja auch beschrieben, dass ich darüber zur Beschäftigung mit dem Vagusnerv kam. Und das wiederum war der Auslöser, mich auch nochmal mit den anderen Hirnnerven zu beschäftigen.

Vor etlichen Jahren hatte ich mir schon das Buch „Schwachstelle Genick“ von Dr. Bodo Kuklinski und Dr. Anja Schemionek gekauft, konnte mir aber damals nicht so recht vorstellen, dass so viele unterschiedlichste Krankheiten mit dem Genick zusammenhängen sollten, und fand das Buch auch etwas zu „marktschreierisch“. Jetzt nahm ich mir dieses Buch noch einmal vor. Und mir fiel auf, dass meine chronischen Kopfschmerzen in der Kindheit, die dauernden Nasennebenhöhlenentzündungen (die leider immer mit den damals so modernen Breitbandantibiotika behandelt wurden, was meinem Immunsystem sicher nicht gut getan hat), meine Übelkeit bei Autofahrten oder gar auf See, die mich seit frühester Kindheit begleitet hat, und viele Symptome mehr, – eine gemeinsame Ursache haben könnten. Eine Ursache, die auch meine Daueranspannung erklären könnte.

Ich habe seit frühester Kindheit einen gestörten Gleichgewichtssinn. Der hat nicht nur Karussellfahrten für mich statt als Vergnügen als Foltermethode erscheinen lassen. Er hat mir bereits das Laufenlernen erschwert und mich zu einem ängstlichen und nach eigenem Empfinden auch oft etwas ungeschickten Kind gemacht, was manuelle Fertigkeiten oder Sport anging. Als Erwachsene habe ich verschiedenste Untersuchungen machen lassen, um meine Schwindelattacken abzuklären. Selbstverständlich ohne Befund. Die Diagnose lautete damals „gutartiger Lagerungsschwindel“ und ich hielt das für plausibel. Noch vor kurzer Zeit habe ich mich gefragt, warum ich in starker Dunkelheit in Panik verfalle. Dabei ist das leicht erklärt: Ich kann mich im Raum nicht richtig verorten, wenn das Auge nicht hilft. Tja, und jetzt kam mir die Vermutung, dass all diese Symptome damit zusammenhängen können, dass bestimmte Hirnnerven bei mir nicht ganz „korrekt“ arbeiten.

Diese Vermutung erschien tatsächlich auch nicht aus der Luft gegriffen, denn ich hatte in meinem Leben eine Reihe von Unfällen, die sich ganz erheblich auf Kopf und Genick ausgewirkt haben. Ich wusste von meiner Mama, dass der erste Unfall dieser Art bereits im Kleinstkindalter passiert und wohl auch relativ heftig war.

Im Teenageralter kamen weitere Unfälle hinzu. Irgendwann nahm ich an, dass sich das mit den Kopfschmerzen etwas „verwachsen“ hätte, da ich nicht mehr ganz so stark und häufig mit Kopfschmerzen und Übelkeit kämpfte. Für beides blieb ich allerdings weiterhin sehr anfällig. Ja, und dann kam das Rheuma. Also die Bewegungseinschränkungen und Gelenkdeformitäten.

Mein Körper hat eine komplett schiefe Statik – und ich musste immer enorme Muskelkraft aufbringen, um mich trotzdem irgendwie auf den Beinen zu halten. Dafür fehlt die Muskelkraft, um mich vorwärts zu bewegen. Ich hielt die schiefe Statik immer für eine Folge des Rheuma`s. Aber vielleicht stimmt das gar nicht, vielleicht ist es in Wahrheit eine Ursache?!

Nachdem ich all die o.g. Tatsachen miteinander in Zusammenhang gebracht habe, habe ich mir diese Frage gestellt – und mir einen Therapeuten für eine Atlaswirbelkorrektur nach Arlen gesucht.

Obwohl wahrscheinlich gar nicht so wenig Menschen von dieser Therapie profitieren könnten (sie wird insbesondere empfohlen bei Migräne, Tinnitus, Blutdruckproblemen und Schwindel), gibt es nicht viele Therapeuten für diese Methode. Die Therapie ist nicht ganz billig und wird von den Krankenkassen selbstverständlich nicht bezahlt.

Vor rund zwei Wochen bin ich dann da also hin. Voller Erwartung – und vielleicht auch etwas naiv…

Fortsetzung folgt …. ;-).