J. B-Mann* erklärt sich solidarisch…

gemalt von Dörte Müller

… mit den über 980.000 Menschen, die im letzten Jahr in Deutschland verstorben sind.
Also genau genommen wohl nicht mit all diesen Verstorbenen.

Mit den Angehörigen von fast 1 Million Menschen, von denen ein großer Teil ihre Lieben in den letzten Wochen, manchmal auch Monaten, ihres Lebens nicht begleiten durfte? Sie nicht sehen durfte, ihre Hand nicht halten durfte?
Ja – also genau genommen wohl auch nicht so wirklich.

Mit den Menschen, die seit Jahren im Pflegeberuf immer an ihren Grenzen arbeiten? In den Archiven recherchiert, wie oft Krankenhäuser und Intensivstationen in den letzten Jahren immer wieder mal an ihre Grenzen kamen, überfüllt waren, weil Intensivstationen sich finanziell nur lohnen, wenn sie zu gut 75 % ausgelastet sind? In Deutschland gibt es vergleichsweise viele Intensivbetten, so dass es für manche Krankenhäuser schwierig war / ist, diese Auslastung zu erreichen. Man hat deshalb bekanntermaßen auch in 2020 etliche Intensivbetten in Deutschland abgebaut. Trotzdem wird in Deutschland vermutlich zu schnell und zu oft in Intensivbetten verlegt, denn diese müssen eben gefüllt werden.
J. B-Mann fordert deshalb, endlich die Art der Finanzierung unseres Gesundheitssystems grundlegend umzugestalten, um die finanziellen Anreize in diesem System besser und menschenfreundlicher zu setzen?!

Oder habe ich da etwas missverstanden? Er erklärt sich gar nicht solidarisch, er erklärt sich empört?
Empört über all die, die zu den Corona-Maßnahmen eine andere Ansicht haben als er, weil sie sich z.B. mit den o.g. Angehörigen solidarisch fühlen? Oder mit all den Menschen, die seit vielen Monaten einsam sind? Oder den Kindern / Jugendlichen etc.?

Ach nein, das habe ich jetzt auch wieder missverstanden, denn mit denen darf ich mich zwar solidarisch fühlen – aber nur, wenn ich dazu sage: „Schlimm, aber es geht ja leider nicht anders“.

Häh?
Selbstverständlich geht das anders: Wir heben all diese Maßnahmen einfach auf! Sorgen aber für besseren Schutz, mehr Betten, mehr Personal und mehr Einzelzimmer (aber auch die Möglichkeit von mehr den meisten Kranken gut tuendem Besuch) in Krankenhäusern, und anderen Orten, wo Menschen nun einmal besonders gefährdet sind.

Das gehe nicht, denn das „gefährde Menschenleben“?!
Wenn es dafür tatsächlich Beweise gebe, und nicht Modellrechnungen, würde ich das glauben. Tatsächlich gibt es aber deutlich mehr Belege für das Gegenteil: Erhöhte Sterblichkeit während Lockdowns. Alles andere sind Hypothesen und Spekulationen.

Ich frage mich, warum werden Menschen, die an (oder mit) Corona verstorben sind von Vielen (einschließlich unserem Bundespräsidenten) so dargestellt, als handele es sich um qualitativ andere Tote, als all die anderen?
Weil ihr Tod „vermeidbar“ gewesen wäre?! Ja, das könnte ich mir auch gut vorstellen, dass das vermeidbar gewesen wäre, – wenn es keine Forscher gäbe, die z.B. GoF-Forschung betreiben. Diese Leute hätte ich tatsächlich alle metaphorisch in die Wüste geschickt. Stattdessen sitzen sie weiterhin auf ihren gut dotierten Posten – und werben für Lockdowns und Impfungen…. .

Aber man sehe doch in China, dass der Lockdown so erfolgreich gewesen sei?

Häh? Also wie in China: Das hätte geheißen, beim ersten Fall in Bayern und dann v.a.in Ischgl Komplettabriegelung der entsprechenden Ortschaft oder Teilortschaft für mindestens drei Wochen. Wenn jemand dort verhungern sollte, der Müll zum Problem wird o.ä., macht nichts, zeigt den heroischen Einsatz für den Schutz der Bevölkerung. Anschließend macht man alles wieder auf, testet nicht mehr oder nur noch sehr wenig – und erklärt die Pandemie in Deutschland für beendet. Macht Volksfeiern und schickt Bilder davon um die Welt.
Klar gibt es Chinesen mit Superkräften, das sieht man in jedem mystischen KungFu-Film, wie Tiger & Dragon ;-). Und denen gelingt es dann natürlich auch, ein Virus, das um die gesamte Welt wandert, im eigenen Land auf wenige Punkte zu konzentrieren und dort gezielt zu vernichten. So macht man das als KungFu-Kämpfer.
Ich mag China und die Chinesen, aber die Superkräfte beziehen sich vielleicht doch eher auf eine gute Beherrschung der öffentlichen Berichterstattung, würde ich sagen … .

Also, vielleicht es den republikanisch regierten Bundesstaaten der USA nachmachen, von denen die meisten wohl teilweise schon länger wieder alles geöffnet haben, und auch keine Masken mehr vorschreiben? Komischerweise ohne dass irgendein Horrorszenario eingetreten ist… ?

Aber, wenn man jetzt öffnen würde: – Es kein Horrorszenario gibt, sondern den Leuten wohlmöglich sogar besser geht,… wie soll man dann noch diese Impfungen verkaufen?!

Tja … . Die Empörten sind also solidarisch mit Pfizer und Co.?

Ja, vermutlich ist es karrieretechnisch deutlich geschickter, sich mit denen solidarisch zu erklären, die das Geld haben, als als Schauspieler*in mutig den Kopf für eine andere Solidarität in die Kamera zu halten… .

Wie heißt es so schön, es ist wichtig, dass der Beifall von der „richtigen“ Seite kommt … .

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*Hinweis: J. B-Mann steht hier für mich stellvertretend für all die, die die Videos der gut 50 Schauspieler*innen, die sich auf satirische Art mit den als absurd empfundenen Conora-Maßnahmen auseinander gesetzt haben, reflexartig als zynisch und geschmacklos kritisiert haben. Das wiederum konnte ich meinerseits leider nicht unkommentiert lassen, weil mir die Argumentation dahinter einfach falsch erscheint…. . Für gewisse Überspitzungen meinerseits bitte ich um Nachsicht und distanziere mich vorsorglich. Das macht man heutzutage so … .;-)