Gesicht zeigen…?

Lächeln und das Bunte genießen…! Künstlerin: Dörte Müller

Gesicht zeigen. Das galt vor nicht allzu langer Zeit noch als etwas Positives, durchaus auch Mutiges. Mutig ist es immer noch. Aber plötzlich in einem ganz anderen Sinn…. . In den Medien und vielen Kommentaren, werden Menschen wie ich, die sich keine Masken vor das Gesicht hängen möchten, heutzutage immer wieder als „unsolidarisch“, „unverbesserlich“, „Idioten“, „Verschwörungstheoretiker“ oder gar „rechtsradikal“ bezeichnet.

Weil ich der Meinung bin, dass man auch bei „dem neuartigen Corona-Virus“ die Kirche im Dorf lassen sollte, und weil ich es sehr unangenehm und meiner ohnehin stark eingeschränkten Gesundheit nicht zuträglich finde, meine Sauerstoffzufuhr durch eine Maske zu beeinträchtigen? Weil ich außerdem Menschen als bunt und vielfältig und normalerweise liebenswürdig ansehe – und nicht als potentielle Virenschleuderzeitbombe? Bin ich deshalb plötzlich eine Idiotin oder rechtsradikal??

Die mediale Welle rollt

Ich muss zugeben, aus politischer Sicht habe ich sogar ein gewisses Verständnis für all die „zum Schutz vor Corona“ getroffenen Maßnahmen: Zwar war zum Zeitpunkt des Lockdowns in Deutschland bereits deutlich ersichtlich, dass das Virus bei weitem so gefährlich und tödlich war, wie zwischenzeitlich mal befürchtet worden war. Aber, es starben (und sterben) Menschen. Ob an oder mit dem Virus wurde nie so genau untersucht. Schon gar nicht wurde das mit den „normalen Todeszahlen“ in anderen Jahren verglichen. Die Bilder aus China hatten in vielen Köpfen Horrorszenarien verankert. Das reichte. In den Medien wurde der Lockdown aus irgendwelchen Gründen schnell herbeigeredet. Für die Politik war zu befürchten, dass es skandalös aufgemachte Stories geben würde, über Menschen, die laut Story eventuell noch leben könnten, wenn die Regierung „rechtzeitig gehandelt“ hätte. Da wir in einer Kultur leben, in der immer jemand „schuld“ sein muss, wäre man als Politiker*in dann in den Augen der Öffentlichkeit schuld gewesen, am Tod dieser Menschen. Solche Schlagzeilen kann sich kein*e Politiker*in leisten, erst recht nicht ein Jahr vor der Wahl, also „beweist man Handlungsfähigkeit“ und beschließt den Lockdown, hält jede Menge Intensiv- und Krankenhausbetten frei etc. Ob die Todesfälle an / mit dem Virus (die ja in Deutschland hauptsächlich Menschen in Pflegeeinrichtungen etc. betrafen) durch den Lockdown signifikant abnahmen, wurde nicht wirklich geprüft. Dass das Freihalten der Intensiv- und Krankenhausbetten überflüssig war, zeigte sich schnell, wurde aber nicht so laut gesagt.

Lockdown – Erfolgsmodell, oder totes Pferd?

Der Lockdown wurde als wirksam gepriesen und mehrfach verlängert. Natürlich. Wenn ich mich einmal entschieden habe als Politiker*in, auf ein Pferd aufzuspringen, kann ich nicht kurze Zeit später wieder absteigen, mit der Begründung, dass ich festgestellt hätte, dass das Pferd tot war. Ein*e solche*r Politiker*in würde medial zerrissen bei uns und von der Öffentlichkeit für unfähig gehalten. Je nach persönlicher Präferenz, entweder, weil er die wahre Bedrohung nicht erkannt habe und die Bevölkerung „nicht schütze“, oder weil er überhaupt erst den Lockdown beschlossen habe, obwohl das Pferd auch zu dem Zeitpunkt schon tot gewesen sei. Es blieb also kaum etwas übrig, als das Pferd mit Vehemenz weiter zu reiten, selbst wenn ein*e Politiker*in es selber für tot gehalten hätte.

Auch für Herrn Drosten oder Herrn Wieler blieben vermutlich im Grunde nicht viele Optionen: Es wäre sicherlich schlimmer gewesen, wenn Herr Drosten, der anscheinend als Hauptberater für die politischen Entscheidungen fungierte, die Gefährlichkeit des Virus dramatisch unterschätzt statt dramatisch überschätzt hätte. Insofern gehört ein gewisser Alarmismus wohl zu seinem Job dazu und erscheint mir okay. Für problematischer halte ich es, dass wir in einer Welt leben, in der es für „Experten“ fast unmöglich ist, zuzugeben, sich geirrt zu haben. Nachdem die Prognosen von Drosten, wonach das Virus so gefährlich sei, dass es Millionen Tote alleine in Deutschland fordern könne, öffentlich geworden waren, wäre es für ihn kaum möglich gewesen, kurze Zeit später eine (öffentliche) Kehrtwende zu vollziehen. Er hätte sein Renommee verspielt, in der Öffentlichkeit hätte es künftig geheißen: „Ja der, der hat doch das letzte Mal schon total daneben gelegen. Was ist denn das für ein „Experte“?“ Also blieb auch für ihn kaum etwas anderes übrig, als das Pferd weiter zu reiten, vor der Gefährlichkeit des Virus, den unbekannten Langzeitwirkungen einer Erkrankung, der „zweiten Welle“ etc. weiter zu warnen, selbst dann, wenn er davon selbst nicht (mehr) überzeugt gewesen sein sollte.

Auch Herr Wieler hätte sich kaum irgendwann hinstellen können und sagen können, „Die Zahlen, die wir Ihnen jeden Tag präsentieren, sind eigentlich ohne jede Aussagekraft. Da wir nie flächendeckend getestet haben (in repräsentativen Stichproben der Gesellschaft), und zu Beginn und Hauptzeit der „Pandemie“ sogar äußerst restriktiv getestet haben, haben wir keine belastbaren Zahlen über die tatsächliche Aktivität des Infektionsgeschehens. Abgesehen davon, dass wir nicht genau wissen, wie sicher diese Tests eigentlich sind. Nach allem, was wir sehen, scheint das Virus relativ ansteckend zu sein, bei einem großen Teil der Infizierten aber harmlos oder sogar weitgehend symptomfrei zu verlaufen. Die Dunkelziffer der Infektionen vor dem Lockdown dürfte also weitaus höher gewesen sein, als die von uns veröffentlichten Zahlen. Was bedeutet, dass die Sterblichkeit an dem Virus (gemessen an der Zahl der Infektionen) vermutlich noch weitaus niedriger war, als von uns angegeben. Wir wissen all das nicht wirklich, aber es liegt nahe.“ Der Mann wäre vermutlich seinen Job los geworden, wenn er so etwas gesagt hätte…. .

Maskenpflicht

Ich habe sogar aus politischer Sicht gewisses Verständnis dafür, dass man dann diese Maskenpflicht eingeführt hat. Nachdem man sich zunächst vorsichtig vorgetastet hatte (zuerst wurden noch recht viele „Experten“-Stimmen öffentlich, die nicht so überzeugt schienen), wurde schnell klar, dass weite Teile der Öffentlichkeit durch die permanente mediale Angstmaschinerie so besorgt waren, dass sie der Maskenpflicht positiv gegenüber standen. Es gab ihnen das Gefühl, selbst etwas „gegen das heimtückische Virus tun“ zu können. Diesem nicht machtlos ausgeliefert zu sein. Für viele war das so eine Art Rettungsanker. Gleichzeitig gab es durch die Maskenpflicht für die Politik die Chance, relativ elegant aus dem Lockdown herauszukommen, ohne dass zu viele Fragen gestellt würden. Denn jetzt hatte man ja einen anderen „Schutz“. Natürlich muss dieser nun „konsequent durchgesetzt“ werden mit vielen Kontrollen und Bußgeldern. Dann bleibt man als Politiker*in weiterhin „Macher*in“. Und so etwas wollen „die Leute“. Jedenfalls, wenn man ihnen genug permanente Angst gemacht hat.

Natürlich ist man als „Macher*in“ wenig begeistert, wenn plötzlich mehr und mehr Leute auftauchen und fragen, ob das so vehement gerittene Pferd nicht wohlmöglich schon lange tot und die Maßnahmen entsprechend unsinnig seien. Diese Stimmen will man nicht hören, schon gar nicht will man ihre Verbreitung, also macht man die Leute möglichst schlecht.

All das kann ich in gewisser Weise verstehen, auch wenn ich persönlich es nicht gut finde. Wenn mediale Wellen erstmal rollen, bekommen Dinge eine gewisse Eigendynamik, der auch Politiker*innen dann relativ machtlos ausgeliefert sind. „Gesicht zeigen“, indem man sich als Politiker*in einer solchen medialen Welle entgegen stellt, grenzt in unserer Gesellschaft leider an politischen Selbstmord.

Neutraler kritischer Journalismus???

Und genau das ist der Punkt. Denn, wofür ich kein Verständnis habe, ist die Unterdrückung und sogar aktive Bekämpfung von Meinungsvielfalt bei diesem Thema durch die Medien. Zu Beginn war durchaus noch einigermaßen neutral berichtet worden, dass davon ausgegangen werde, dass das Virus bei rund 80 % der Infizierten harmlos verlaufen werde, bei rund 20 % schwerere Verläufe zu erwarten seien und in Einzelfällen (insbesondere bei alten Menschen und Menschen mit schweren Vorerkrankungen) auch tödliche Verläufe zu erwarten seien. Das entspräche wohl ungefähr dem Bild wie bei vielen anderen Viruserkrankungen auch. Und es entspricht für mich auch dem Bild, das sich dann auch tatsächlich gezeigt hat. Zu Beginn kamen auch noch zumindest ganz gelegentlich Expert*innen zu Wort, die sich kritisch hinsichtlich der grassierenden Panikmache äußerten, weil sie das Virus keineswegs als „Killer-Virus“ ansahen.

Dann stand plötzlich der Lockdown in Rede, und das mediale Bild änderte sich. Kritische Expert*innen bekamen keinerlei Gehör mehr. Sie wurden diffamiert und mundtot gemacht, wohingegen alles, was die angeblich unglaublich große Gefährlichkeit des Virus belegen sollte, völlig kritiklos und unhinterfragt von den Medien übernommen wurde.

Wenn man in den Medien von Anfang an Runden mit Wissenschaftler*innen gemacht hätte, in denen diejenigen, die das Virus als höchstgefährlich ansahen, offen und gleichberechtigt mit denen hätten diskutieren können, die das anders sahen, hätte die Bevölkerung in Deutschland weitaus weniger Angst gehabt. Die Leute hätten sich ihre Meinung selber bilden können auf der Grundlage verschiedener „Experten“-Ansichten und unterschiedlicher Interpretationen der wenigen vorliegenden Daten (vielleicht hätte man bei einer neutraleren Herangehensweise auch mehr Daten gehabt…). Wissenschaftler*innen hätten frei das sagen können, was sie wirklich denken. Und nicht das, von dem sie denken, dass sie es sagen müssen, um ihre Karriere nicht zu gefährden. An irgendeiner Institution beschäftigte Wissenschaftler*innen sind allerdings nicht nur wegen möglicher Medienhetze nicht frei in ihren Äußerungen, sondern v.a. auch deshalb, weil die meisten Forschungs-Institutionen und Krankenhäuser abhängig sind von Drittmitteln, also in aller Regel von Geld der Pharmaindustrie. Zudem wird sich ein eventuelles Interesse einer Institution, an der Herstellung eines Impfstoffes mitzuwirken, auf die Einschätzung der Gefährlichkeit des Virus durch die dort tätigen „Experten“ natürlich unmittelbar auswirken. Eine Massenimpfung gegen eine Erkrankung ist schließlich nur dann möglich, wenn die Menschen möglichst viel Angst vor der betreffenden Erkrankung haben. Kritischer neutraler Journalismus müsste meiner Ansicht nach genau solche möglichen Verflechtungen unter die Lupe nehmen. Damit für die Öffentlichkeit in solchen Fällen deutlich wird: Was ist echte „Experten“-Meinung und was möglicherweise in erster Linie nur interessengeleitet?

Warum ist all das nicht passiert??? Es hätte uns vermutlich viel erspart … . Warum hatte man stattdessen plötzlich in den Medienanstalten eine solche Angst vor der anderen Meinung, dass man sie nur noch diffamiert? Dass man über kritische Stimmen / Demonstrationen möglichst wenig berichtet, und wenn nur so, als seien das alles Idioten? Verschwörungs-theoretiker*innen oder gar Rechtsradikale?

Ich bin überzeugt, dass es auch unter den Journalist*innen viele gibt, die gerne eine ausgewogene Sendung zu dem Thema veranstaltet hätten und vielleicht auch noch gerne veranstalten würden. Aber auch sie würden damit ihre Karriere und ihr Ansehen aufs Spiel setzen. Was passiert da gerade in unserem Land??? Ich zahle GEZ-Gebühren, weil damit die „Vielfalt und Qualität des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in unserem Land sicher gestellt werden soll“. Wenn diese Vielfalt und Qualität offenbar nicht mehr gewährleistet wird, kann ich meine Gebühr dann einbehalten … ;-)?

Lachen und Wertschätzung in Politik und Gesellschaft

Und noch einmal Wertschätzung. Aber diesmal geht es mir um Politik. Um das Denken in unseren Gesellschaften. Fehlende Wertschätzung ist aus meiner Sicht das, was maßgeblich für die „Erkrankung“ unserer Gesellschaften verantwortlich ist. Denn auch global gesehen empfinde ich eine Art „Autoimmunerkrankung“. „Entzündungen“. Sichtbar an der Klimaerwärmung, zunehmenden Klimakatastrophen, wie Dürren oder Überflutungen, Waldbränden, aber auch an zunehmenden Radikalisierungen verschiedenster Art von Menschen in eigentlich wohlhabenden Staaten.

Da ich überzeugt bin, dass auf dieser Welt alles miteinander zusammenhängt (und die moderne Physik bestätigt das ja auch), finde ich den Vergleich mit den zunehmenden Autoimmunerkrankungen bei Menschen in den Industriestaaten gar nicht so abwegig. Ähnlich wie ich es auch in „Meine etwas andere Theorie zur Entstehung von Autoimmunerkrankungen“ beschrieben habe, scheinen mir aber auch hier die Überwärmung und die Überreaktionen Symptom und nicht Ursache einer Erkrankung zu sein.

Ursache ist aus meiner Sicht tatsächlich die in den Industriestaaten verbreitete „Religion“, wonach der Mensch ein Zufallsprodukt der Evolution sei, irgendwie zufällig entstanden, zufällig hat er dann auch noch ein Bewusstsein entwickelt (das ist besonders merkwürdig), und nach dem Tod im Nichts versinkt er ins Nichts. Oder so ähnlich. Die Seele sei eine Illusion, ein Phantasieprodukt von leicht beeindruckbaren Menschen, die irgendeine Hoffnung für sich bräuchten, um das Leben nicht als sinnlos zu empfinden.

Diese „Religion“ scheint mir dabei nicht ganz zufällig entstanden zu sein. Sie war Voraussetzung für das äußerst materialistische und konsumorientierte Denken in den Industriestaaten, in denen alles der Priorität untergeordnet wird, den materiellen Wohlstand zu sichern.

Ich empfinde die Pfeiler, auf denen diese „Religion“ steht, als sehr wackelig: Mathematisch ist das mit dem Zufall schlichtweg unmöglich (das gilt für die ganze Evolution). Physikalisch kann ein Urknall, der ja als Entstehung unseres Universums gilt, nicht aus einem „Nichts“ entstanden sein. Wie denn? Und unser Bewusstsein, das ja nun einmal eine Energie ist, kann nach unserem Tod auch nicht einfach so verschwinden. Das widerspräche dem Grundsatz der Energieerhaltung der Physik.

Die Prinzipien, auf denen unsere angeblich so objektive wissenschaftliche Weltsicht gründet, erscheinen mir persönlich also weder objektiv noch wissenschaftlich.

Das Problem an dieser Weltsicht ist, dass ihren Anhängern der Schutz der natürlichen Ressourcen, die Wertschätzung von „Mutter Erde“ und auch die Wertschätzung anderer Menschen nicht wichtig erscheinen. Warum sollen sie auf irgendetwas Rücksicht nehmen, oder das gar wert schätzen, was rein zufällig entstanden ist und keinen tieferen Sinn hat? Warum sollen sie mit den Ressourcen der Erde sparsam umgehen, wenn sie doch nur einmal kurz leben und dabei möglichst viel „Spaß“ haben wollen? (Wie kann ein „Zufallsprodukt“ eigentlich so etwas wie Spaß empfinden...?!)

Tja, warum? Vielleicht, weil viele Menschen tief im Innern dann doch spüren, dass die Wertschätzung anderer, das Eintreten für Schwächere und für die Umwelt sich gut anfühlen. Denn glücklicherweise nimmt das ehrenamtliche Engagement in den Industriestaaten durchaus zu. Viele Menschen spüren bzw. wissen, dass die materialistische Weltsicht erhebliche Schwächen hat. Trotzdem ist sie in Politik und Gesellschaft immer noch vorherrschend. Um nicht zu sagen allein- herrschend. Politische Entscheidungen werden immer unter der Prämisse gefällt, dass auf keinen Fall unser Wirtschaftswachstum und damit unser Wohlstand gefährdet werden darf. Das gilt für jede der bekannten Parteien bei uns. Wertschätzung der Umwelt spielt in politischen Entscheidungen offensichtlich eine nachgelagerte Rolle (oder gar keine, je nach Partei).

Bezüglich Wertschätzung von Personen, scheint es die allgemeine Ansicht zu ein, dass diese sich vor allem über Geld ausdrücke. Und dass, obwohl x Studien belegen, dass Gehaltserhöhungen, Boni etc. – wenn überhaupt -, dann nur ganz kurz, zu einem höheren Zufriedenheitsgefühl beitragen.

Echte Wertschätzung drückt sich nach meinem Verständnis anders aus. Darin, dass ich der Person vermittele, dass ich sie als Person sehe und schätze. Ihre persönliche Leistung und auch die von ihr zu überwindenden Herausforderungen wahrnehme und anerkenne. Das ist leider äußerst wenig verbreitet.

Wenn ich mir Nachrichten anhöre, sehe oder lese, Interviews, Comedy, politisches Kabarett oder was auch immer. Es geht fast immer darum, andere Menschen (negativ) zu bewerten, schlecht zu machen, sich über sie lustig zu machen. Unsere Medien vermitteln, dass es cool und wichtig sei, andere zu kritisieren. Journalist(inn)en haben meist den Anspruch an sich selbst, kritischen Journalismus zu pflegen.

Leider geht es dabei aber selten um eine echte inhaltliche Auseinandersetzung mit einer Sachentscheidung. Dafür müsste man sich bei jeder wichtigen Frage anschauen, prüfen und diskutieren, welche Konsequenzen eine bestimmte Entscheidung hat, und welche eine andere hätte. Kurz- und langfristig. Auf die Umwelt und auf die betroffenen Personen.

In unserer heutigen schnelllebigen Zeit ist das natürlich idealistisches Wunschdenken, dass Entscheidungen in der Form getroffen (oder getroffene Entscheidungen in der Form hinterfragt) werden. Politiker(innen) meinen, schnelle Entscheidungen treffen zu müssen, man will schließlich „Handlungsfähigkeit beweisen“. Eine Lieblingsfrage von Journalist(inn)en ist, warum „immer noch nichts passiert sei, wo die Missstände doch bekannt seien“.

Wir lieben es, „Druck zu machen“, und wir lieben es, auf die Fehler der anderen zu schauen, und nicht auf ihre guten Seiten. Das fängt schon an bei Berufsgruppen, wie zum Beispiel der Polizei. Ich finde, die Polizei macht einen sehr harten, extrem stressigen und gefährlichen Job für eher wenig Geld und sehr wenig Wertschätzung. In den Nachrichten erscheint die Polizei vor allem dann, wenn jemand von ihnen einen Fehler gemacht hat. Natürlich müssen Fehler thematisiert werden. Aber wenn geschätzt rund 80 % gut läuft und vielleicht 20 % nicht so gut (das ist eine grobe Schätzung von mir, die nicht mit irgendwelchen Daten belegt ist), erscheint es mir wenig wert schätzend, wenn sich 90 % der Berichterstattung ausschließlich auf die Fehler fokussiert. Zumal ich denke, dass genau solch eine mangelnde Wertschätzung Mitglieder der Polizei eher in die falsche Richtung treiben.

Ähnlich ist es bei Lehrer(inne)n. Auch das eine Berufsgruppe, bei der Eltern gern jeden echten oder vermeintlichen Fehler aufspießen. Hohes Engagement hingegen für selbstverständlich halten und selten anerkennen.

Bezüglich der Paketzusteller hat sich inzwischen herum gesprochen, dass die einen anstrengenden und unterbezahlten Job machen, trotzdem nehmen die Beschwerden über diese Leute ständig zu.

Und es gibt noch zig andere Beispiele.

Sich über Politiker(innen) lustig zu machen, scheint heutzutage ohnehin zum guten Stil zu gehören. Politisches Kabarett lebt davon, diese als total unfähig darzustellen. Sich mit echten Sachfragen auseinanderzusetzen, wäre hingegen viel zu komplex und auch nicht wirklich lustig. Und die Leute mögen es, wenn sie sich über die vermeintlich Mächtigen lustig machen können. Jedenfalls im Kabarett. Im wirklichen Leben führt das vermutlich eher zu Politikverdrossenheit und Radikalisierung. Leider sind auch die meisten Politiker(innen) selbst ein katastrophales Vorbild, was gegenseitige Wertschätzung als Mensch angeht. Aber wenn man sich selbst innerhalb einer Partei nicht wert schätzt, wie kann man dann erwarten, dass die Wähler es tun?

Gegenseitige Wertschätzung von Menschen anderer Berufe, anderer Herkunft, anderer Hautfarbe, anderer Lebensgeschichten, das wäre so wichtig für das Glücksempfinden in unseren Gesellschaften!

Und natürlich Wertschätzung unserer Umwelt. Unserer natürlichen Ressourcen! Der Gaben, die uns von „Mutter Erde“ kostenlos zur Verfügung gestellt werden! Wertschätzung von Tieren (das schließt Massentierhaltung aus!). Gesellschaften, die das Wirtschaftswachstum an erste Stelle setzen, beuten die natürlichen Ressourcen rücksichtslos aus. Sie vermüllen Landschaften und Ozeane, vergiften das Trinkwasser, also unser aller Lebensgrundlage mit Pestiziden, Nitraten und sonstigen Chemikalien. Sie überfischen die Meere, zerstören den Regenwald, um dort billiges genmanipuliertes Tierfutter anzubauen. Bauen Kies, Sand, seltene Erden und sonstige Rohstoffe ab – ohne jede Rücksicht auf die Natur. Sie bringen das gesamte Ökosystem vollkommen aus dem Gleichgewicht, erzeugen auf diese Art von allem viel zu viel – und werfen einen großen Teil als Müll wieder weg, der dann ebenfalls in der Umwelt landet.

Zu einem großen Teil sind das die sogenannten „entwickelten“ Staaten, die als Vorbilder gelten weltweit. Vorbilder in Sachen Wertschätzung leider nicht!!!

Warum eigentlich nicht? Ach ja, wegen dem Wirtschaftswachstum… Aus irgendeinem Grund gehen die Menschen bisher fast weltweit davon aus, dass Wirtschaftswachstum das Beste für die Menschheit sei.

Ich bin hingegen überzeugt, dass gegenseitige Wertschätzung und Wertschätzung unserer Umwelt, der gesamten Natur das Beste für die Menschheit ist! Aber für mich sind Menschen auch keine seelenlosen Zufallsprodukte… (Tiere auch nicht…).

Dieser Beitrag hatte jetzt nicht so viel mit Lachen zu tun… Aber ich bin überzeugt, dass Veränderungen letztlich bei jedem einzelnen beginnen. Und wertschätzendes gemeinsames Lachen zu üben – anstelle eines sich übereinander lustig machen, kann ein Anfang sein.