J. B-Mann* erklärt sich solidarisch…

gemalt von Dörte Müller

… mit den über 980.000 Menschen, die im letzten Jahr in Deutschland verstorben sind.
Also genau genommen wohl nicht mit all diesen Verstorbenen.

Mit den Angehörigen von fast 1 Million Menschen, von denen ein großer Teil ihre Lieben in den letzten Wochen, manchmal auch Monaten, ihres Lebens nicht begleiten durfte? Sie nicht sehen durfte, ihre Hand nicht halten durfte?
Ja – also genau genommen wohl auch nicht so wirklich.

Mit den Menschen, die seit Jahren im Pflegeberuf immer an ihren Grenzen arbeiten? In den Archiven recherchiert, wie oft Krankenhäuser und Intensivstationen in den letzten Jahren immer wieder mal an ihre Grenzen kamen, überfüllt waren, weil Intensivstationen sich finanziell nur lohnen, wenn sie zu gut 75 % ausgelastet sind? In Deutschland gibt es vergleichsweise viele Intensivbetten, so dass es für manche Krankenhäuser schwierig war / ist, diese Auslastung zu erreichen. Man hat deshalb bekanntermaßen auch in 2020 etliche Intensivbetten in Deutschland abgebaut. Trotzdem wird in Deutschland vermutlich zu schnell und zu oft in Intensivbetten verlegt, denn diese müssen eben gefüllt werden.
J. B-Mann fordert deshalb, endlich die Art der Finanzierung unseres Gesundheitssystems grundlegend umzugestalten, um die finanziellen Anreize in diesem System besser und menschenfreundlicher zu setzen?!

Oder habe ich da etwas missverstanden? Er erklärt sich gar nicht solidarisch, er erklärt sich empört?
Empört über all die, die zu den Corona-Maßnahmen eine andere Ansicht haben als er, weil sie sich z.B. mit den o.g. Angehörigen solidarisch fühlen? Oder mit all den Menschen, die seit vielen Monaten einsam sind? Oder den Kindern / Jugendlichen etc.?

Ach nein, das habe ich jetzt auch wieder missverstanden, denn mit denen darf ich mich zwar solidarisch fühlen – aber nur, wenn ich dazu sage: „Schlimm, aber es geht ja leider nicht anders“.

Häh?
Selbstverständlich geht das anders: Wir heben all diese Maßnahmen einfach auf! Sorgen aber für besseren Schutz, mehr Betten, mehr Personal und mehr Einzelzimmer (aber auch die Möglichkeit von mehr den meisten Kranken gut tuendem Besuch) in Krankenhäusern, und anderen Orten, wo Menschen nun einmal besonders gefährdet sind.

Das gehe nicht, denn das „gefährde Menschenleben“?!
Wenn es dafür tatsächlich Beweise gebe, und nicht Modellrechnungen, würde ich das glauben. Tatsächlich gibt es aber deutlich mehr Belege für das Gegenteil: Erhöhte Sterblichkeit während Lockdowns. Alles andere sind Hypothesen und Spekulationen.

Ich frage mich, warum werden Menschen, die an (oder mit) Corona verstorben sind von Vielen (einschließlich unserem Bundespräsidenten) so dargestellt, als handele es sich um qualitativ andere Tote, als all die anderen?
Weil ihr Tod „vermeidbar“ gewesen wäre?! Ja, das könnte ich mir auch gut vorstellen, dass das vermeidbar gewesen wäre, – wenn es keine Forscher gäbe, die z.B. GoF-Forschung betreiben. Diese Leute hätte ich tatsächlich alle metaphorisch in die Wüste geschickt. Stattdessen sitzen sie weiterhin auf ihren gut dotierten Posten – und werben für Lockdowns und Impfungen…. .

Aber man sehe doch in China, dass der Lockdown so erfolgreich gewesen sei?

Häh? Also wie in China: Das hätte geheißen, beim ersten Fall in Bayern und dann v.a.in Ischgl Komplettabriegelung der entsprechenden Ortschaft oder Teilortschaft für mindestens drei Wochen. Wenn jemand dort verhungern sollte, der Müll zum Problem wird o.ä., macht nichts, zeigt den heroischen Einsatz für den Schutz der Bevölkerung. Anschließend macht man alles wieder auf, testet nicht mehr oder nur noch sehr wenig – und erklärt die Pandemie in Deutschland für beendet. Macht Volksfeiern und schickt Bilder davon um die Welt.
Klar gibt es Chinesen mit Superkräften, das sieht man in jedem mystischen KungFu-Film, wie Tiger & Dragon ;-). Und denen gelingt es dann natürlich auch, ein Virus, das um die gesamte Welt wandert, im eigenen Land auf wenige Punkte zu konzentrieren und dort gezielt zu vernichten. So macht man das als KungFu-Kämpfer.
Ich mag China und die Chinesen, aber die Superkräfte beziehen sich vielleicht doch eher auf eine gute Beherrschung der öffentlichen Berichterstattung, würde ich sagen … .

Also, vielleicht es den republikanisch regierten Bundesstaaten der USA nachmachen, von denen die meisten wohl teilweise schon länger wieder alles geöffnet haben, und auch keine Masken mehr vorschreiben? Komischerweise ohne dass irgendein Horrorszenario eingetreten ist… ?

Aber, wenn man jetzt öffnen würde: – Es kein Horrorszenario gibt, sondern den Leuten wohlmöglich sogar besser geht,… wie soll man dann noch diese Impfungen verkaufen?!

Tja … . Die Empörten sind also solidarisch mit Pfizer und Co.?

Ja, vermutlich ist es karrieretechnisch deutlich geschickter, sich mit denen solidarisch zu erklären, die das Geld haben, als als Schauspieler*in mutig den Kopf für eine andere Solidarität in die Kamera zu halten… .

Wie heißt es so schön, es ist wichtig, dass der Beifall von der „richtigen“ Seite kommt … .

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*Hinweis: J. B-Mann steht hier für mich stellvertretend für all die, die die Videos der gut 50 Schauspieler*innen, die sich auf satirische Art mit den als absurd empfundenen Conora-Maßnahmen auseinander gesetzt haben, reflexartig als zynisch und geschmacklos kritisiert haben. Das wiederum konnte ich meinerseits leider nicht unkommentiert lassen, weil mir die Argumentation dahinter einfach falsch erscheint…. . Für gewisse Überspitzungen meinerseits bitte ich um Nachsicht und distanziere mich vorsorglich. Das macht man heutzutage so … .;-)

„Gesundheit geht vor.“ Oder …???

Künstlerin: Dörte Müller

„Gesundheit geht vor.“ Das höre ich seit Monaten sehr oft. Es ist DIE Begründung für die Corona-Maßnahmen. Als grundsätzlich kritischer und v.a. als seit vielen Jahren chronisch (schwer) kranker Mensch bin ich mir da allerdings nicht ganz so sicher. Geht sie das?? Wessen Gesundheit? Und vor was geht sie?

Gerade habe ich mal wieder ein Buch ausgelesen, das davon handelte, wie man Krankheiten wie Demenz und insbesondere Alzheimer möglichst vermeiden oder zumindest hinauszögern kann. (Brant Cortright, Das Bessere Gehirn, in deutsch 2017 im Scorpio-Verlag erschienen.)

Man weiß inzwischen, dass das Gehirn prinzipiell lebenslang zur Neurogenese, also zur Neubildung von Hirnzellen, in der Lage ist. Man kennt Möglichkeiten, diese Neurogenese zu fördern. Und man weiß, was man vermeiden sollte, weil es den gegenteiligen Effekt hat.

Im Grunde ist es einfach, sagt der Autor: „Was will das Gehirn? Es will mit der Welt in Beziehung treten und seine Fähigkeiten nutzen, um sein Potential auszuschöpfen. Es will, dass es uns gut geht, dass wir lieben und unser Leben auf allen Ebenen genießen: Mit Körper, Herz, Geist und Bewusstsein. Warum sollten wir uns dem widersetzen?“ Tja, dachte ich, genau, warum sollten wir das tun?? Gesundheit geht schließlich vor … .

Was sollte man aus Sicht der Gehirngesundheit unbedingt vermeiden?

Isolation und Einsamkeit; Mangel an intellektueller Stimulation; mangelndes Gefühl von Sinnhaftigkeit; mangelnden Zugang zu spirituellen Praktiken bzw. Menschen.

Der Grund: Neurogenese braucht zwingend Stimulation, denn nur dann bleiben neu gebildete Hirnzellen bestehen. Wenn man ältere Menschen Isolation und Einsamkeit aussetzt, nimmt die Neurogenese zwingend ab. Und das ist kein vorübergehendes Phänomen. Mehrere Monate Isolation sind in jedem Alter extrem schädlich für das Gehirn und die Gesundheit. Bei alten Menschen richten sie nicht wieder gut zu machende Schäden an.

Geht Gesundheit vor, wenn wir Isolation und Einsamkeit gerade Älterer und auch kranker Menschen über Monate in erheblichem Maße fördern? Geradezu erzwingen?

Ein weiterer Hauptrisikofaktor ist chronischer Stress. Dieser fördert u.a. chronische Entzündungen, aber auch Depressionen, was sich beides negativ auf das Gehirn auswirkt.

Geht Gesundheit vor, wenn die unter dieser Überschrift ergriffenen Maßnahmen viele Menschen um ihre wirtschaftliche Existenz bangen lassen?? Wenn Maßnahmen, die strenge Kontrolle ihrer Einhaltung, und die Berichterstattung über Maßnahmen und Virus Angst und Stress verbreiten? Über Monate?? Wenn Mechanismen zum Stressabbau wie Sport, Tanzen, Kultur, menschliche Nähe im Gegenzug stark eingeschränkt bis nahezu unmöglich gemacht worden sind??

Wie anfällig das Gehirn eines Menschen für Stress ist, wird teilweise bereits im Mutterleib – oder noch davor – entschieden. Denn traumatisierte Mütter (und Väter) können sich nicht so um ihren Nachwuchs kümmern, wie dieser es gerade in den ersten zwei Lebensjahren für eine optimale Gehirnentwicklung bräuchte. Die für Angst zuständigen Gehirnregionen dieser Kinder sind von Beginn an sehr viel stärker ausgeprägt, als bei mit viel Liebe und Körperkontakt betreuten Babys. Ob sich das im späteren Leben jemals komplett ausgleichen lässt, ist offen.

Es ist davon auszugehen, dass auch ein großer Teil der in dieser Pandemie handelnden Personen in diesem Punkt eine schlechte Ausgangslage hat. Es ist die Generation, deren Eltern oder Großeltern durch den 2. Weltkrieg traumatisiert wurde. Vielleicht ist auch das ein Grund, warum viele Entscheidungen in dieser Pandemie aus einem anscheinend eher negativen Menschen- und Weltbild heraus und nicht ganz so besonnen getroffen werden, wie ich es mir wünschen würde?

Gerade hörte ich einen Wissenschaftler im Radio stolz bemerken, dass er mit einer Studie festgestellt habe, dass Kinder und Jugendliche sich in der „Corona-Krise“ Sorgen machten um das Wohlergehen ihrer Eltern und Großeltern, und Angst hätten, diese wohlmöglich anzustecken. Das sei verantwortungsbewusst von der jungen Generation.

Ist es verantwortungsbewusst von den Erwachsenen, insbesondere von Wissenschaftler, auszublenden, was solche Ängste und Sorgen in Psyche und Gehirn von Kindern und Jugendlichen anrichten, auch langfristig? Und auch in Psyche und Gehirnen von Erwachsenen, insbesondere, wenn diese ohnehin anfällig sein sollten für Depressionen oder Angststörungen? Gesundheit geht vor…??

Was mich persönlich seit Monaten am meisten stört, sind gar nicht mal unbedingt die Maßnahmen an sich (jedenfalls nicht alle). Sondern die mit dem „Verkaufen“ dieser Maßnahmen einhergehende Bewusstseinsvermüllung.

Ich wünsche mir ein Programm, das es mir ermöglicht, zum Stichwort „Corona“ ausschließlich sachliche Informationen zu bekommen (Todesfälle im Vergleich zu anderen Erkrankungen und anderen Jahren um dieselbe Zeit; Intensivbettenbelegungen im Vergleich zu anderen Erkrankungen und Jahren im Herbst / Winter etc.) und sonst bitte nichts!
Ich will nicht „getröstet“ werden, weil – aufgrund der „unsichtbaren Bedrohung“ – „die Zeiten so schwer“ seien. Schon gar nicht von Leuten, die das, was für mich „diese Zeiten schwer“ macht, durch ihre eigenen Entscheidungen oder das „Promoten“ dieser Entscheidungen selbst herbei geführt haben und dies ständig weiter tun.

Ich lebe seit 30 Jahren mit teilweise starken Schmerzen (im Grunde nie wirklich schmerzfrei) und kontinuierlich schlimmer werdenden Bewegungseinschränkungen. Und dieses Gejammere über das „böse Virus, das so viel Schweres erzwingt“ nervt mich, – zumal ein Virus nichts erzwingen kann. Ich bin ein empathischer Mensch. Ich höre zu, wenn mir jemand erzählt, dass es ihm / ihr schlecht geht und nehme Anteil. Wenn mir aber in Nachrichtensendungen emotional rührselig aufbereitete Geschichten über Leute aufgezwungen werden, die Corona überstanden haben – und immer noch leiden, weil es so schlimm war… Dann reagiere ich aggressiv! Nicht gegenüber diesen Leuten, aber gegenüber den Journalist*innen, die deren Schicksal für ihre Zwecke missbrauchen.
Und ich will auch nicht täglich Zahlen zu Corona ohne jeden Zusammenhang und Bilder von einem beatmeten Menschen auf der Intensivstation vorgesetzt bekommen.
So etwas sind für mich keine journalistisch sachlich informativen Nachrichten, sondern Müll. Journalistische Quacksalberei mit dem einzigen Ziel, Menschen in ANGST zu halten. Gesundheit geht vor? Dass ich nicht lache … .

Von den „Corona-Maßnahmen“ selbst bin ich dabei an und für sich kaum betroffen. Ich bin aufgrund meiner Erkrankung, die sich dieses Jahr nochmal verschlimmert hat, inzwischen so stark bewegungseingeschränkt, dass ich das Haus wegen der damit für mich verbundenen Anstrengung ohnehin nur selten verlasse. Meinen Versuch, im Fitnessstudio dem Muskelverfall entgegen zu wirken, hatte ich schon vor dem 1. Lockdown nahezu aufgegeben. Danach komplett. Ich war noch nie eine große Arztgängerin, insofern stört es mich auch nicht, dass ich meine Hausärztin seit diesen „Hygiene-Maßnahmen“ nicht besuchen könnte. Denn ich müsste auf dem Flur anstehen und warten, bis es in der Praxis leer genug ist für alle Abstände. Ich kann nicht längere Zeit stehen. Und um den Block laufen ist für mich auch keine mögliche Option, wenn Sitzbänke Fehlanzeige oder (aus Abstandsgründen) gesperrt sind. Das wird Menschen, die Arztbesuche dringender bräuchten, als ich, möglicherweise nicht anders gehen. Ich kann auch nicht vor Läden anstehen und warten, bis es dort leer genug ist, damit ich rein darf. Macht nichts. Wir bekommen schon seit Jahren unsere Gemüsekiste vom Ökohof geliefert. Aber andere?

„Gesundheit geht vor.“

Was mir fehlt, sind meine Cafébesuche. Bisher hatte ich Wartezeiten zwischen Terminen in kleinen Cafés überbrückt. Dort gab es Stammkundschaft meist älterer Menschen. Einige freuten sich immer, wenn ich auftauchte, denn ich bin (trotz meiner chronischen Schmerzen) ein fröhlicher Mensch. Ihre Freude freute mich dann wiederum. Ob es diese Cafés noch gibt, weiß ich nicht. Ob es den 90-jährigen Stammgast noch gibt, für den sein täglicher Besuch dort DAS Highlight war, auch nicht. Er war bis auf seine Schwerhörigkeit körperlich und geistig sehr fit, hatte sicher keine Angst vor Corona und vor dem Tod ohnehin nicht. Aber er war sehr einsam seit dem Tod seiner Frau.

„Wir schützen die Alten.“ Tun wir das…???

Ich persönlich mag es ja sogar, dass die Adventszeit dieses Jahr besinnlicher wirkt. Menschen, die bisher allerdings hauptsächlich aktivistisch nach außen gerichtet gelebt haben (und das ist in unserer Zeit deutlich die Mehrheit), macht das erzwungene Aufsichzurückgeworfensein oft unruhig und aggressiv. Wenn das ohnehin schon unruhig aufgewühlte Bewusstsein dann noch täglich medial mit diesen Geschichten rund um Corona vollgemüllt wird, macht es das nicht besser.

Natürlich würde ich mich über diese Corona-Maßnahmen nicht ärgern, wenn ich den Eindruck hätte, dass damit die Zahl von Todesfällen und schweren Erkrankungen insgesamt gesenkt würde. Leider habe ich den Eindruck nicht. Die meisten Todesfälle treten in Pflegeheimen auf. In hoher Zahl während des Frühjahrs- und des Herbstlockdowns, also trotz (oder wegen?) dieser Maßnahmen. Realistischerweise wird man Infektionen in Pflegeheimen nicht völlig verhindern können. Und weitgehende Isolation macht alte Menschen nicht gerade weniger anfällig für Tod durch Covid-19 oder andere Erkrankungen. Es gibt einige Hinweise, dass man mit regelmäßigen Vitamin-D3-Gaben schwere Verläufe von Covid-19 in Pflegeheimen reduzieren oder gar verhindern könne. „Selbstverständlich“ wird diesen Hinweisen nicht nachgegangen bzw. sie werden klein geredet. Man könnte es zumindest versuchen (und mit Vitamin C zusätzlich) finde ich. Man tut es nicht. Gesundheit geht vor??

Die zugrunde liegenden und jetzt durch diese Maßnahmen so deutlich werdenden Probleme sind alle nicht neu. Es gab schon bisher erhebliche Unterschiede zwischen arm und reich, sowohl in Deutschland wie weltweit. Zwischen denen, die eine „gute Lobby“ hatten, und denen, die kaum gehört wurden. Zwischen denen, die profitieren und denen, zu deren Lasten dies geht. Die Schere ist durch die Corona-Maßnahmen eben nur nochmal deutlich weiter auseinander gegangen. Schon bisher waren die am Rand der Gesellschaft denen in der Mitte weitgehend gleichgültig. Die Hilfsangebote sind bedingt durch die Corona-Maßnahmen eben nur noch erheblich weniger geworden. Schon bisher war Alterseinsamkeit ein großes Problem, nicht nur in Pflegeheimen. Die Corona-Maßnahmen werfen nur ein Schlaglicht darauf.

Vielleicht ist das gar nicht so schlecht. Vieles wird einfach sichtbarer und damit vielleicht ein deutlicherer Anstoß zum Umdenken.

Alleinsein zu können, sich nach innen zu wenden – und das Alleinsein vielleicht sogar als All-Eins-Sein zu spüren, das muss man üben. Wer das kann, wird sich nicht isoliert fühlen. Vielleicht können diese Corona-Maßnahmen insofern sogar eine Chance sein?

Gesundheit und Wohlergehen gehen vor. Also: Radio, Fernsehen, Computer und Handy aus – und Meditieren :-)!

Ja, statt seit Monaten weltweit wie das Kaninchen auf die Schlange zu starren, und sich von einem Virus oder vielmehr den rund um dieses Virus erzählten Geschichten hypnotisieren zu lassen (und wohlmöglich auf eine fragwürdige Impfung zu warten, um wieder am Leben teilnehmen „zu dürfen“), könnten wir aus meiner Sicht Sinnvolleres tun. Denn ich bin überzeugt:

TIEF IM INNERN WISSEN WIR MENSCHEN ES LÄNGST BESSER!

Gesicht zeigen…?

Lächeln und das Bunte genießen…! Künstlerin: Dörte Müller

Gesicht zeigen. Das galt vor nicht allzu langer Zeit noch als etwas Positives, durchaus auch Mutiges. Mutig ist es immer noch. Aber plötzlich in einem ganz anderen Sinn…. . In den Medien und vielen Kommentaren, werden Menschen wie ich, die sich keine Masken vor das Gesicht hängen möchten, heutzutage immer wieder als „unsolidarisch“, „unverbesserlich“, „Idioten“, „Verschwörungstheoretiker“ oder gar „rechtsradikal“ bezeichnet.

Weil ich der Meinung bin, dass man auch bei „dem neuartigen Corona-Virus“ die Kirche im Dorf lassen sollte, und weil ich es sehr unangenehm und meiner ohnehin stark eingeschränkten Gesundheit nicht zuträglich finde, meine Sauerstoffzufuhr durch eine Maske zu beeinträchtigen? Weil ich außerdem Menschen als bunt und vielfältig und normalerweise liebenswürdig ansehe – und nicht als potentielle Virenschleuderzeitbombe? Bin ich deshalb plötzlich eine Idiotin oder rechtsradikal??

Die mediale Welle rollt

Ich muss zugeben, aus politischer Sicht habe ich sogar ein gewisses Verständnis für all die „zum Schutz vor Corona“ getroffenen Maßnahmen: Zwar war zum Zeitpunkt des Lockdowns in Deutschland bereits deutlich ersichtlich, dass das Virus bei weitem so gefährlich und tödlich war, wie zwischenzeitlich mal befürchtet worden war. Aber, es starben (und sterben) Menschen. Ob an oder mit dem Virus wurde nie so genau untersucht. Schon gar nicht wurde das mit den „normalen Todeszahlen“ in anderen Jahren verglichen. Die Bilder aus China hatten in vielen Köpfen Horrorszenarien verankert. Das reichte. In den Medien wurde der Lockdown aus irgendwelchen Gründen schnell herbeigeredet. Für die Politik war zu befürchten, dass es skandalös aufgemachte Stories geben würde, über Menschen, die laut Story eventuell noch leben könnten, wenn die Regierung „rechtzeitig gehandelt“ hätte. Da wir in einer Kultur leben, in der immer jemand „schuld“ sein muss, wäre man als Politiker*in dann in den Augen der Öffentlichkeit schuld gewesen, am Tod dieser Menschen. Solche Schlagzeilen kann sich kein*e Politiker*in leisten, erst recht nicht ein Jahr vor der Wahl, also „beweist man Handlungsfähigkeit“ und beschließt den Lockdown, hält jede Menge Intensiv- und Krankenhausbetten frei etc. Ob die Todesfälle an / mit dem Virus (die ja in Deutschland hauptsächlich Menschen in Pflegeeinrichtungen etc. betrafen) durch den Lockdown signifikant abnahmen, wurde nicht wirklich geprüft. Dass das Freihalten der Intensiv- und Krankenhausbetten überflüssig war, zeigte sich schnell, wurde aber nicht so laut gesagt.

Lockdown – Erfolgsmodell, oder totes Pferd?

Der Lockdown wurde als wirksam gepriesen und mehrfach verlängert. Natürlich. Wenn ich mich einmal entschieden habe als Politiker*in, auf ein Pferd aufzuspringen, kann ich nicht kurze Zeit später wieder absteigen, mit der Begründung, dass ich festgestellt hätte, dass das Pferd tot war. Ein*e solche*r Politiker*in würde medial zerrissen bei uns und von der Öffentlichkeit für unfähig gehalten. Je nach persönlicher Präferenz, entweder, weil er die wahre Bedrohung nicht erkannt habe und die Bevölkerung „nicht schütze“, oder weil er überhaupt erst den Lockdown beschlossen habe, obwohl das Pferd auch zu dem Zeitpunkt schon tot gewesen sei. Es blieb also kaum etwas übrig, als das Pferd mit Vehemenz weiter zu reiten, selbst wenn ein*e Politiker*in es selber für tot gehalten hätte.

Auch für Herrn Drosten oder Herrn Wieler blieben vermutlich im Grunde nicht viele Optionen: Es wäre sicherlich schlimmer gewesen, wenn Herr Drosten, der anscheinend als Hauptberater für die politischen Entscheidungen fungierte, die Gefährlichkeit des Virus dramatisch unterschätzt statt dramatisch überschätzt hätte. Insofern gehört ein gewisser Alarmismus wohl zu seinem Job dazu und erscheint mir okay. Für problematischer halte ich es, dass wir in einer Welt leben, in der es für „Experten“ fast unmöglich ist, zuzugeben, sich geirrt zu haben. Nachdem die Prognosen von Drosten, wonach das Virus so gefährlich sei, dass es Millionen Tote alleine in Deutschland fordern könne, öffentlich geworden waren, wäre es für ihn kaum möglich gewesen, kurze Zeit später eine (öffentliche) Kehrtwende zu vollziehen. Er hätte sein Renommee verspielt, in der Öffentlichkeit hätte es künftig geheißen: „Ja der, der hat doch das letzte Mal schon total daneben gelegen. Was ist denn das für ein „Experte“?“ Also blieb auch für ihn kaum etwas anderes übrig, als das Pferd weiter zu reiten, vor der Gefährlichkeit des Virus, den unbekannten Langzeitwirkungen einer Erkrankung, der „zweiten Welle“ etc. weiter zu warnen, selbst dann, wenn er davon selbst nicht (mehr) überzeugt gewesen sein sollte.

Auch Herr Wieler hätte sich kaum irgendwann hinstellen können und sagen können, „Die Zahlen, die wir Ihnen jeden Tag präsentieren, sind eigentlich ohne jede Aussagekraft. Da wir nie flächendeckend getestet haben (in repräsentativen Stichproben der Gesellschaft), und zu Beginn und Hauptzeit der „Pandemie“ sogar äußerst restriktiv getestet haben, haben wir keine belastbaren Zahlen über die tatsächliche Aktivität des Infektionsgeschehens. Abgesehen davon, dass wir nicht genau wissen, wie sicher diese Tests eigentlich sind. Nach allem, was wir sehen, scheint das Virus relativ ansteckend zu sein, bei einem großen Teil der Infizierten aber harmlos oder sogar weitgehend symptomfrei zu verlaufen. Die Dunkelziffer der Infektionen vor dem Lockdown dürfte also weitaus höher gewesen sein, als die von uns veröffentlichten Zahlen. Was bedeutet, dass die Sterblichkeit an dem Virus (gemessen an der Zahl der Infektionen) vermutlich noch weitaus niedriger war, als von uns angegeben. Wir wissen all das nicht wirklich, aber es liegt nahe.“ Der Mann wäre vermutlich seinen Job los geworden, wenn er so etwas gesagt hätte…. .

Maskenpflicht

Ich habe sogar aus politischer Sicht gewisses Verständnis dafür, dass man dann diese Maskenpflicht eingeführt hat. Nachdem man sich zunächst vorsichtig vorgetastet hatte (zuerst wurden noch recht viele „Experten“-Stimmen öffentlich, die nicht so überzeugt schienen), wurde schnell klar, dass weite Teile der Öffentlichkeit durch die permanente mediale Angstmaschinerie so besorgt waren, dass sie der Maskenpflicht positiv gegenüber standen. Es gab ihnen das Gefühl, selbst etwas „gegen das heimtückische Virus tun“ zu können. Diesem nicht machtlos ausgeliefert zu sein. Für viele war das so eine Art Rettungsanker. Gleichzeitig gab es durch die Maskenpflicht für die Politik die Chance, relativ elegant aus dem Lockdown herauszukommen, ohne dass zu viele Fragen gestellt würden. Denn jetzt hatte man ja einen anderen „Schutz“. Natürlich muss dieser nun „konsequent durchgesetzt“ werden mit vielen Kontrollen und Bußgeldern. Dann bleibt man als Politiker*in weiterhin „Macher*in“. Und so etwas wollen „die Leute“. Jedenfalls, wenn man ihnen genug permanente Angst gemacht hat.

Natürlich ist man als „Macher*in“ wenig begeistert, wenn plötzlich mehr und mehr Leute auftauchen und fragen, ob das so vehement gerittene Pferd nicht wohlmöglich schon lange tot und die Maßnahmen entsprechend unsinnig seien. Diese Stimmen will man nicht hören, schon gar nicht will man ihre Verbreitung, also macht man die Leute möglichst schlecht.

All das kann ich in gewisser Weise verstehen, auch wenn ich persönlich es nicht gut finde. Wenn mediale Wellen erstmal rollen, bekommen Dinge eine gewisse Eigendynamik, der auch Politiker*innen dann relativ machtlos ausgeliefert sind. „Gesicht zeigen“, indem man sich als Politiker*in einer solchen medialen Welle entgegen stellt, grenzt in unserer Gesellschaft leider an politischen Selbstmord.

Neutraler kritischer Journalismus???

Und genau das ist der Punkt. Denn, wofür ich kein Verständnis habe, ist die Unterdrückung und sogar aktive Bekämpfung von Meinungsvielfalt bei diesem Thema durch die Medien. Zu Beginn war durchaus noch einigermaßen neutral berichtet worden, dass davon ausgegangen werde, dass das Virus bei rund 80 % der Infizierten harmlos verlaufen werde, bei rund 20 % schwerere Verläufe zu erwarten seien und in Einzelfällen (insbesondere bei alten Menschen und Menschen mit schweren Vorerkrankungen) auch tödliche Verläufe zu erwarten seien. Das entspräche wohl ungefähr dem Bild wie bei vielen anderen Viruserkrankungen auch. Und es entspricht für mich auch dem Bild, das sich dann auch tatsächlich gezeigt hat. Zu Beginn kamen auch noch zumindest ganz gelegentlich Expert*innen zu Wort, die sich kritisch hinsichtlich der grassierenden Panikmache äußerten, weil sie das Virus keineswegs als „Killer-Virus“ ansahen.

Dann stand plötzlich der Lockdown in Rede, und das mediale Bild änderte sich. Kritische Expert*innen bekamen keinerlei Gehör mehr. Sie wurden diffamiert und mundtot gemacht, wohingegen alles, was die angeblich unglaublich große Gefährlichkeit des Virus belegen sollte, völlig kritiklos und unhinterfragt von den Medien übernommen wurde.

Wenn man in den Medien von Anfang an Runden mit Wissenschaftler*innen gemacht hätte, in denen diejenigen, die das Virus als höchstgefährlich ansahen, offen und gleichberechtigt mit denen hätten diskutieren können, die das anders sahen, hätte die Bevölkerung in Deutschland weitaus weniger Angst gehabt. Die Leute hätten sich ihre Meinung selber bilden können auf der Grundlage verschiedener „Experten“-Ansichten und unterschiedlicher Interpretationen der wenigen vorliegenden Daten (vielleicht hätte man bei einer neutraleren Herangehensweise auch mehr Daten gehabt…). Wissenschaftler*innen hätten frei das sagen können, was sie wirklich denken. Und nicht das, von dem sie denken, dass sie es sagen müssen, um ihre Karriere nicht zu gefährden. An irgendeiner Institution beschäftigte Wissenschaftler*innen sind allerdings nicht nur wegen möglicher Medienhetze nicht frei in ihren Äußerungen, sondern v.a. auch deshalb, weil die meisten Forschungs-Institutionen und Krankenhäuser abhängig sind von Drittmitteln, also in aller Regel von Geld der Pharmaindustrie. Zudem wird sich ein eventuelles Interesse einer Institution, an der Herstellung eines Impfstoffes mitzuwirken, auf die Einschätzung der Gefährlichkeit des Virus durch die dort tätigen „Experten“ natürlich unmittelbar auswirken. Eine Massenimpfung gegen eine Erkrankung ist schließlich nur dann möglich, wenn die Menschen möglichst viel Angst vor der betreffenden Erkrankung haben. Kritischer neutraler Journalismus müsste meiner Ansicht nach genau solche möglichen Verflechtungen unter die Lupe nehmen. Damit für die Öffentlichkeit in solchen Fällen deutlich wird: Was ist echte „Experten“-Meinung und was möglicherweise in erster Linie nur interessengeleitet?

Warum ist all das nicht passiert??? Es hätte uns vermutlich viel erspart … . Warum hatte man stattdessen plötzlich in den Medienanstalten eine solche Angst vor der anderen Meinung, dass man sie nur noch diffamiert? Dass man über kritische Stimmen / Demonstrationen möglichst wenig berichtet, und wenn nur so, als seien das alles Idioten? Verschwörungs-theoretiker*innen oder gar Rechtsradikale?

Ich bin überzeugt, dass es auch unter den Journalist*innen viele gibt, die gerne eine ausgewogene Sendung zu dem Thema veranstaltet hätten und vielleicht auch noch gerne veranstalten würden. Aber auch sie würden damit ihre Karriere und ihr Ansehen aufs Spiel setzen. Was passiert da gerade in unserem Land??? Ich zahle GEZ-Gebühren, weil damit die „Vielfalt und Qualität des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in unserem Land sicher gestellt werden soll“. Wenn diese Vielfalt und Qualität offenbar nicht mehr gewährleistet wird, kann ich meine Gebühr dann einbehalten … ;-)?