„Gesundheit geht vor.“ Oder …???

Künstlerin: Dörte Müller

„Gesundheit geht vor.“ Das höre ich seit Monaten sehr oft. Es ist DIE Begründung für die Corona-Maßnahmen. Als grundsätzlich kritischer und v.a. als seit vielen Jahren chronisch (schwer) kranker Mensch bin ich mir da allerdings nicht ganz so sicher. Geht sie das?? Wessen Gesundheit? Und vor was geht sie?

Gerade habe ich mal wieder ein Buch ausgelesen, das davon handelte, wie man Krankheiten wie Demenz und insbesondere Alzheimer möglichst vermeiden oder zumindest hinauszögern kann. (Brant Cortright, Das Bessere Gehirn, in deutsch 2017 im Scorpio-Verlag erschienen.)

Man weiß inzwischen, dass das Gehirn prinzipiell lebenslang zur Neurogenese, also zur Neubildung von Hirnzellen, in der Lage ist. Man kennt Möglichkeiten, diese Neurogenese zu fördern. Und man weiß, was man vermeiden sollte, weil es den gegenteiligen Effekt hat.

Im Grunde ist es einfach, sagt der Autor: „Was will das Gehirn? Es will mit der Welt in Beziehung treten und seine Fähigkeiten nutzen, um sein Potential auszuschöpfen. Es will, dass es uns gut geht, dass wir lieben und unser Leben auf allen Ebenen genießen: Mit Körper, Herz, Geist und Bewusstsein. Warum sollten wir uns dem widersetzen?“ Tja, dachte ich, genau, warum sollten wir das tun?? Gesundheit geht schließlich vor … .

Was sollte man aus Sicht der Gehirngesundheit unbedingt vermeiden?

Isolation und Einsamkeit; Mangel an intellektueller Stimulation; mangelndes Gefühl von Sinnhaftigkeit; mangelnden Zugang zu spirituellen Praktiken bzw. Menschen.

Der Grund: Neurogenese braucht zwingend Stimulation, denn nur dann bleiben neu gebildete Hirnzellen bestehen. Wenn man ältere Menschen Isolation und Einsamkeit aussetzt, nimmt die Neurogenese zwingend ab. Und das ist kein vorübergehendes Phänomen. Mehrere Monate Isolation sind in jedem Alter extrem schädlich für das Gehirn und die Gesundheit. Bei alten Menschen richten sie nicht wieder gut zu machende Schäden an.

Geht Gesundheit vor, wenn wir Isolation und Einsamkeit gerade Älterer und auch kranker Menschen über Monate in erheblichem Maße fördern? Geradezu erzwingen?

Ein weiterer Hauptrisikofaktor ist chronischer Stress. Dieser fördert u.a. chronische Entzündungen, aber auch Depressionen, was sich beides negativ auf das Gehirn auswirkt.

Geht Gesundheit vor, wenn die unter dieser Überschrift ergriffenen Maßnahmen viele Menschen um ihre wirtschaftliche Existenz bangen lassen?? Wenn Maßnahmen, die strenge Kontrolle ihrer Einhaltung, und die Berichterstattung über Maßnahmen und Virus Angst und Stress verbreiten? Über Monate?? Wenn Mechanismen zum Stressabbau wie Sport, Tanzen, Kultur, menschliche Nähe im Gegenzug stark eingeschränkt bis nahezu unmöglich gemacht worden sind??

Wie anfällig das Gehirn eines Menschen für Stress ist, wird teilweise bereits im Mutterleib – oder noch davor – entschieden. Denn traumatisierte Mütter (und Väter) können sich nicht so um ihren Nachwuchs kümmern, wie dieser es gerade in den ersten zwei Lebensjahren für eine optimale Gehirnentwicklung bräuchte. Die für Angst zuständigen Gehirnregionen dieser Kinder sind von Beginn an sehr viel stärker ausgeprägt, als bei mit viel Liebe und Körperkontakt betreuten Babys. Ob sich das im späteren Leben jemals komplett ausgleichen lässt, ist offen.

Es ist davon auszugehen, dass auch ein großer Teil der in dieser Pandemie handelnden Personen in diesem Punkt eine schlechte Ausgangslage hat. Es ist die Generation, deren Eltern oder Großeltern durch den 2. Weltkrieg traumatisiert wurde. Vielleicht ist auch das ein Grund, warum viele Entscheidungen in dieser Pandemie aus einem anscheinend eher negativen Menschen- und Weltbild heraus und nicht ganz so besonnen getroffen werden, wie ich es mir wünschen würde?

Gerade hörte ich einen Wissenschaftler im Radio stolz bemerken, dass er mit einer Studie festgestellt habe, dass Kinder und Jugendliche sich in der „Corona-Krise“ Sorgen machten um das Wohlergehen ihrer Eltern und Großeltern, und Angst hätten, diese wohlmöglich anzustecken. Das sei verantwortungsbewusst von der jungen Generation.

Ist es verantwortungsbewusst von den Erwachsenen, insbesondere von Wissenschaftler, auszublenden, was solche Ängste und Sorgen in Psyche und Gehirn von Kindern und Jugendlichen anrichten, auch langfristig? Und auch in Psyche und Gehirnen von Erwachsenen, insbesondere, wenn diese ohnehin anfällig sein sollten für Depressionen oder Angststörungen? Gesundheit geht vor…??

Was mich persönlich seit Monaten am meisten stört, sind gar nicht mal unbedingt die Maßnahmen an sich (jedenfalls nicht alle). Sondern die mit dem „Verkaufen“ dieser Maßnahmen einhergehende Bewusstseinsvermüllung.

Ich wünsche mir ein Programm, das es mir ermöglicht, zum Stichwort „Corona“ ausschließlich sachliche Informationen zu bekommen (Todesfälle im Vergleich zu anderen Erkrankungen und anderen Jahren um dieselbe Zeit; Intensivbettenbelegungen im Vergleich zu anderen Erkrankungen und Jahren im Herbst / Winter etc.) und sonst bitte nichts!
Ich will nicht „getröstet“ werden, weil – aufgrund der „unsichtbaren Bedrohung“ – „die Zeiten so schwer“ seien. Schon gar nicht von Leuten, die das, was für mich „diese Zeiten schwer“ macht, durch ihre eigenen Entscheidungen oder das „Promoten“ dieser Entscheidungen selbst herbei geführt haben und dies ständig weiter tun.

Ich lebe seit 30 Jahren mit teilweise starken Schmerzen (im Grunde nie wirklich schmerzfrei) und kontinuierlich schlimmer werdenden Bewegungseinschränkungen. Und dieses Gejammere über das „böse Virus, das so viel Schweres erzwingt“ nervt mich, – zumal ein Virus nichts erzwingen kann. Ich bin ein empathischer Mensch. Ich höre zu, wenn mir jemand erzählt, dass es ihm / ihr schlecht geht und nehme Anteil. Wenn mir aber in Nachrichtensendungen emotional rührselig aufbereitete Geschichten über Leute aufgezwungen werden, die Corona überstanden haben – und immer noch leiden, weil es so schlimm war… Dann reagiere ich aggressiv! Nicht gegenüber diesen Leuten, aber gegenüber den Journalist*innen, die deren Schicksal für ihre Zwecke missbrauchen.
Und ich will auch nicht täglich Zahlen zu Corona ohne jeden Zusammenhang und Bilder von einem beatmeten Menschen auf der Intensivstation vorgesetzt bekommen.
So etwas sind für mich keine journalistisch sachlich informativen Nachrichten, sondern Müll. Journalistische Quacksalberei mit dem einzigen Ziel, Menschen in ANGST zu halten. Gesundheit geht vor? Dass ich nicht lache … .

Von den „Corona-Maßnahmen“ selbst bin ich dabei an und für sich kaum betroffen. Ich bin aufgrund meiner Erkrankung, die sich dieses Jahr nochmal verschlimmert hat, inzwischen so stark bewegungseingeschränkt, dass ich das Haus wegen der damit für mich verbundenen Anstrengung ohnehin nur selten verlasse. Meinen Versuch, im Fitnessstudio dem Muskelverfall entgegen zu wirken, hatte ich schon vor dem 1. Lockdown nahezu aufgegeben. Danach komplett. Ich war noch nie eine große Arztgängerin, insofern stört es mich auch nicht, dass ich meine Hausärztin seit diesen „Hygiene-Maßnahmen“ nicht besuchen könnte. Denn ich müsste auf dem Flur anstehen und warten, bis es in der Praxis leer genug ist für alle Abstände. Ich kann nicht längere Zeit stehen. Und um den Block laufen ist für mich auch keine mögliche Option, wenn Sitzbänke Fehlanzeige oder (aus Abstandsgründen) gesperrt sind. Das wird Menschen, die Arztbesuche dringender bräuchten, als ich, möglicherweise nicht anders gehen. Ich kann auch nicht vor Läden anstehen und warten, bis es dort leer genug ist, damit ich rein darf. Macht nichts. Wir bekommen schon seit Jahren unsere Gemüsekiste vom Ökohof geliefert. Aber andere?

„Gesundheit geht vor.“

Was mir fehlt, sind meine Cafébesuche. Bisher hatte ich Wartezeiten zwischen Terminen in kleinen Cafés überbrückt. Dort gab es Stammkundschaft meist älterer Menschen. Einige freuten sich immer, wenn ich auftauchte, denn ich bin (trotz meiner chronischen Schmerzen) ein fröhlicher Mensch. Ihre Freude freute mich dann wiederum. Ob es diese Cafés noch gibt, weiß ich nicht. Ob es den 90-jährigen Stammgast noch gibt, für den sein täglicher Besuch dort DAS Highlight war, auch nicht. Er war bis auf seine Schwerhörigkeit körperlich und geistig sehr fit, hatte sicher keine Angst vor Corona und vor dem Tod ohnehin nicht. Aber er war sehr einsam seit dem Tod seiner Frau.

„Wir schützen die Alten.“ Tun wir das…???

Ich persönlich mag es ja sogar, dass die Adventszeit dieses Jahr besinnlicher wirkt. Menschen, die bisher allerdings hauptsächlich aktivistisch nach außen gerichtet gelebt haben (und das ist in unserer Zeit deutlich die Mehrheit), macht das erzwungene Aufsichzurückgeworfensein oft unruhig und aggressiv. Wenn das ohnehin schon unruhig aufgewühlte Bewusstsein dann noch täglich medial mit diesen Geschichten rund um Corona vollgemüllt wird, macht es das nicht besser.

Natürlich würde ich mich über diese Corona-Maßnahmen nicht ärgern, wenn ich den Eindruck hätte, dass damit die Zahl von Todesfällen und schweren Erkrankungen insgesamt gesenkt würde. Leider habe ich den Eindruck nicht. Die meisten Todesfälle treten in Pflegeheimen auf. In hoher Zahl während des Frühjahrs- und des Herbstlockdowns, also trotz (oder wegen?) dieser Maßnahmen. Realistischerweise wird man Infektionen in Pflegeheimen nicht völlig verhindern können. Und weitgehende Isolation macht alte Menschen nicht gerade weniger anfällig für Tod durch Covid-19 oder andere Erkrankungen. Es gibt einige Hinweise, dass man mit regelmäßigen Vitamin-D3-Gaben schwere Verläufe von Covid-19 in Pflegeheimen reduzieren oder gar verhindern könne. „Selbstverständlich“ wird diesen Hinweisen nicht nachgegangen bzw. sie werden klein geredet. Man könnte es zumindest versuchen (und mit Vitamin C zusätzlich) finde ich. Man tut es nicht. Gesundheit geht vor??

Die zugrunde liegenden und jetzt durch diese Maßnahmen so deutlich werdenden Probleme sind alle nicht neu. Es gab schon bisher erhebliche Unterschiede zwischen arm und reich, sowohl in Deutschland wie weltweit. Zwischen denen, die eine „gute Lobby“ hatten, und denen, die kaum gehört wurden. Zwischen denen, die profitieren und denen, zu deren Lasten dies geht. Die Schere ist durch die Corona-Maßnahmen eben nur nochmal deutlich weiter auseinander gegangen. Schon bisher waren die am Rand der Gesellschaft denen in der Mitte weitgehend gleichgültig. Die Hilfsangebote sind bedingt durch die Corona-Maßnahmen eben nur noch erheblich weniger geworden. Schon bisher war Alterseinsamkeit ein großes Problem, nicht nur in Pflegeheimen. Die Corona-Maßnahmen werfen nur ein Schlaglicht darauf.

Vielleicht ist das gar nicht so schlecht. Vieles wird einfach sichtbarer und damit vielleicht ein deutlicherer Anstoß zum Umdenken.

Alleinsein zu können, sich nach innen zu wenden – und das Alleinsein vielleicht sogar als All-Eins-Sein zu spüren, das muss man üben. Wer das kann, wird sich nicht isoliert fühlen. Vielleicht können diese Corona-Maßnahmen insofern sogar eine Chance sein?

Gesundheit und Wohlergehen gehen vor. Also: Radio, Fernsehen, Computer und Handy aus – und Meditieren :-)!

Ja, statt seit Monaten weltweit wie das Kaninchen auf die Schlange zu starren, und sich von einem Virus oder vielmehr den rund um dieses Virus erzählten Geschichten hypnotisieren zu lassen (und wohlmöglich auf eine fragwürdige Impfung zu warten, um wieder am Leben teilnehmen „zu dürfen“), könnten wir aus meiner Sicht Sinnvolleres tun. Denn ich bin überzeugt:

TIEF IM INNERN WISSEN WIR MENSCHEN ES LÄNGST BESSER!

Gibt es eine Verbindung zwischen meinem Atlaswirbel und meiner Auto-immunerkrankung? – Teil 2

groß, nicht mehr ganz frisch – und vielleicht künftig etwas weniger fragil…?!

Jetzt ist es schon fast vier Wochen her … – Mein „Abenteuer“ Atlaswirbeltherapie.

Ich war nicht erstaunt, als der Therapeut nach kurzer Untersuchung feststellte, dass mein Atlaswirbel um rund 2 cm verschoben war. Die Therapie selbst war nicht besonders angenehm, aber gut aushaltbar. Es war für mich unmittelbar spürbar, als die Wirbel wieder richtig aufeinander saßen und ich fühlte mich irgendwie erleichtert. Es hieß, ich könne die nächsten Tage so etwas wie Muskelkater im Rücken spüren. In der Erwartung ging ich also nachhause.

Ich bin auch noch gut Zuhause angekommen. Aber dann gingen die Schmerzen los. Heftigste Knieschmerzen. Dann irgendwann wieder etwas besser. Dann eine Schulter. Dann die andere. Dann wieder ein Knie. Der Muskelkater im Rücken fühlte sich demgegenüber eher harmlos an (besteht aber immer noch…). Ich hatte und habe nachwievor das Gefühl, der Körper richtet sich neu aus. Das ist gut. Das das von heftigen kreischenden Schmerzen begleitet ist, ist weniger schön. Die Schmerzen fühlen sich dabei nicht wie typische Rheumaschmerzen an, sondern eher, als hätte es was mit meinem Nervensystem zu tun. Die Schmerzen sind heftigst, entstehen vor allem bei Belastung (auch leichter), halten über mehrere Stunden an, bis sich plötzlich irgendetwas ganz leicht zu verschieben scheint – und alles ist gut. So lange, bis es dann wieder von vorne los geht. Oft an anderer Stelle.

Nun habe ich ja das Problem, dass ich bereits mit einem schiefen Atlaswirbel laufen gelernt habe. Das heißt, seit mein Körper aufgerichtet ist, kennt er gar nichts anderes, als die Notwendigkeit, eine vom Kopf her schiefe Statik auszugleichen. Alle meine Muskeln und Faszien sind entsprechend unglaublich verhärtet. Ich gehe seit mehreren Jahren regelmäßig zur Rolfing-Therapie, aber da mein Atlaswirbel ja so schief war, hatte das immer nur begrenzte Wirkung. Auch wenn sich mein Therapeut intensivst meinen Nackenmuskeln gewidmet hatte, waren die kurz darauf schon wieder genauso steinhart wie vorher, ohne dass ich mir das damals so richtig erklären konnte. Wirklich weich und durchlässig ist mein System auch jetzt natürlich noch lange nicht, aber die Schmerzen zeigen ja immerhin auch an, dass sich was tut.

Und der verschobene Atlaswirbel hatte ja nicht nur Auswirkungen auf mein Bewegungssystem: Ich habe schon sehr zufrieden festgestellt, dass ich jetzt erstmals auch rückwärts im Bus sitzen kann, ohne sofort mit Schwindelgefühlen und Übelkeit zu reagieren! Wow!!!

Ich hoffe, dass auch mein Gehör noch etwas besser wird. Den Eindruck einer leichten Besserung habe ich bereits auch hier: Bisher hatte ich in größeren Gruppen immer Probleme, einem konkreten Gespräch zu folgen. Denn bei entsprechendem Hintergrundlärm war ich oft nicht in der Lage, das, was meine Gesprächspartnerin sagte, aus diesem Hintergrundlärm herauszufiltern. Das Ganze war für mich mit großer Anstrengung verbunden, und Treffen in größeren Gruppen haben mich daher in gewisser Weise immer gestresst.

Auch meine damit verbundene sehr starke Lärmempfindlichkeit scheint zumindest ein klein wenig nachgelassen zu haben. Ich bin gespannt, wie es weiter geht. Ich habe mir bereits mehrere Bücher gekauft, um Gehör und Augen zu trainieren, in der Hoffnung, hier jetzt noch etwas mehr rauszuholen (also die dazu gehörenden Nerven anzuregen bzw. zu stabilisieren).

Ich warte jetzt also, dass sich in meinem gesamten körperlichen System alles etwas stabilisiert und setzt. Aber ich warte natürlich nicht nur. Geduld ist ja nicht so ganz meine starke Seite … ;-), und daher versuche ich auf verschiedenen Wegen, mein System dabei zu unterstützen, sich zu regenerieren und neu auszurichten. Dazu dann mehr in den folgenden Beiträgen …