abc-Etüde; Textwochen 47.48.20

Ich stöbere in alten Erinnerungen und spüre den Schmerz. 
Fühle die Quelle der Trauer – und mir schmerzt das Herz. 

Warum habe ich ihr nicht mehr Dankbarkeit und Liebe gegeben?
Damals, als sie noch weilte in diesem Leben?

Warum war ich so oft griesgrämig und urteilte hart? 
Fühlte mich nicht ausreichend geliebt, war wenig zart?

Habe ihr heimlich Vorwürfe gemacht
und dabei doch nur an mich gedacht?

Ihr Bemühen gar nicht gesehen? 
Nicht wirklich versucht, sie zu verstehen?

Ich konnte nicht anders. Das weiß ich genau. 
Bin weder Übermensch noch Überfrau.

Was geschehen ist, ist geschehen. 
Und doch fällt es mir so schwer, es einzusehen. 

Es ist nicht meine Schuld, ich konnte nichts dafür. 
Warum nur klopfen diese Schuldgefühle an meine Tür? 

Ich will sie nicht. Ich weiß, dass sie unberechtigt sind:
Sie kommen von meinem – sich zu oft schuldig fühlenden – inneren Kind.

Dank wie immer an Christiane für die Schreibeinladung (https://wordpress.com/read/feeds/23737740/posts/3023061134) und an Cafe Weltenall für die Wortspende!