abc-Etüden; Textwoche 41.42.20

Auch ich mache jetzt mit bei Christianes Schreibeinladung. Die Wortspende kommt diesmal von Werner Kastens: Landvermesser, aussetzen, undankbar

https://wordpress.com/read/feeds/23737740/posts/2946695473

Irgendwie fühlte er sich nicht so richtig wohl hier. War er nicht undankbar, fragte er sich? Immerhin hatte man ihn ausgewählt. IHN, Udo Schröders, Landvermesser aus Deutschland. Es hatte Tausende von Bewerbern gegeben aus aller Welt, und ein verdammt hartes Auswahlverfahren. Aber zum Schluss war es eine politische Entscheidung gewesen. Jahrelang hatte man gerungen, in vielen Gremien immer wieder diskutiert. Es hatte Kriegsdrohungen gegeben und Kompromisse, auf die man sich mühsam geeinigt hatte. Und jetzt stand er hier und sollte diese Kompromisse umsetzen. Eine echte Pionierarbeit. Er würde jetzt den Mond vermessen, jedem Land der Erde ein bestimmtes Stück zuteilen. Natürlich nur den „wichtigen“ Ländern. Afrika zum Beispiel hatte nicht viel mitzureden gehabt. Das war nun einmal so auf der Erde.

Wem gehört der Mond, fragte er sich? In seinem Kopf hallte laut die Antwort: „Niemandem!“ Ebenso wie die Erde auch niemandem gehört, dachte er, auch wenn es bisher nur wenig Menschen gab, die das verstanden zu haben schienen.

„Mission aussetzen“ funkte er zur Erde, „ich kann das nicht!“ „Ja“, kam es zu seiner Überraschung zurück. „Mission aussetzen. Wir haben gerade die Nachricht erhalten, dass der amerikanische Präsident eine Neuverhandlung fordert. Er will ein größeres Stück. The greatest for the greatest, he had said.“ Udo fühlte, wie ihm übel wurde … .

Veröffentlicht von lachmitmaren

Ich bin voller Lebensfreude. Manchmal albern, manchmal ernst. Gute Zuhörerin. Vielseitig interessiert. Ich bin kritisch und hinterfrage die Dinge. Bin Volljuristin, staatlich geprüfte Heilpraktikerin, zertifizierte Lachyoga-Leiterin - Und Rheumatikerin seit gut 30 Jahren.

Beteilige dich an der Unterhaltung

10 Kommentare

  1. Am besten wäre es, den Herrn Trump Mal zu einer Besichtigung auf dem Mond einzuladen und ihn dann dort oben zu vergessen.
    Aber Spass beiseite: der Kampf um die Antarktis ist ja schon in Gang.
    Ein sehr brisanter Thema hast Du da angeschnitten!

    Gefällt 2 Personen

  2. T. dort zu vergessen, wäre bestimmt auch keine Lösung, denn binnen kürzester Zeit hätte er den Mann im Mond oder die, die auf der dark side of the moon hausen, aufgebracht – und was dann? 😉
    Nee, ich fürchte, wenn dein Protagonist derartige Skrupel hat, ist er ungeeignet für den Job und wäre gar nicht so weit gekommen …
    Sonntagabendgruß 😁🍷👍

    Gefällt 1 Person

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