Die „8 Unsterblichen“

Ich besitze eine Vase aus chinesischer Lackkunst, auf der die „8 Unsterblichen“ modelliert sind. Komischerweise hatte ich mich nie mit der Bedeutung dieser Figuren befasst, die in China in vielen „daoistisch“ genannten Darstellungen zu finden sind.

Für meinen Kauf entscheidend war damals der Dicke, der im Mittelpunkt sitzt und so schön herzhaft lacht.

… Und jetzt lese ich, dass der lachende Dicke der Schutzpatron des Militärs sei.
Autsch!!!
Das lässt dieses Lachen und auch seinen Wanst in einem sehr anderen Licht erscheinen … .

Die 8 stünden für die angeblich „unsterblichen Gegensatzpaare“: Arm (Volk) – Reich (Adel);
Krank – Gesund;
Frau – Mann;
Jugend (Exzentrik) – Alter (Weisheit)
erklärt mir eine andere Internetseite.

„Unsterbliche Gegensatz-Paare“ 🤔?!

Zu Frau/Mann wird mir dann noch erklärt, dass die rechte Seite als „weiblich“ gelte, deshalb sei die rechte Hand die böse Hand. Extrem böse sei es, wenn diese rechte Hand über die Stirn gehoben werde. (Ob die Nazis das wussten…?)

[In anderen Kulturen galt / gilt die linke Seite als „weiblich“ – und die linke Hand als „böse“. Andere Ausführung – gleiches unsinniges und schädliches Ergebnis.]

Als ich mir auch die Rückseite der Vase näher anschaue, wird mir blümerant: Ein Baum, in dem Affen irgendwas antanzen, Darstellungen von Dämonen und ganz unten ein um Hilfe schreiender Mensch.

Ja, es gibt viele Ideen, die scheinen irgendwie „unsterblich“ zu sein, obwohl sie wie dämonische Untote wirken, und die Menschen um Hilfe schreien lassen.

Etliches war ursprünglich sicherlich gut gedacht. Aber irgendwann ist wohl auch im „Daoismus“ passiert, was ich aus meinem eigenen Garten kenne:

Von Weitem (noch) romantisch. Wenn man aber näher schaut, ist viel Wildwuchs. Ursprünglich Schönes überwuchert. Zu groß gewordene Pflanzen bedrängen sich gegenseitig. An manchen Stellen komme ich kaum durch, fürchte, an Dornen hängenzubleiben.

Da muss Einiges herausgerissen, beschnitten und neu gestaltet werden.

Zur Wiedergeburt des ursprünglich Schönen!

Nur besser … .😃

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Der Deal

Es war einmal vor langer Zeit.

Da beschlossen die fühlende Allseele und der schöpferische Allgeist, Wesen zu erschaffen, in denen sie sich körperlich vereinigen konnten. So konnte sie ihre Liebe, Freude, Glückseligkeit sinnlich körperlich erfahren. Und er seine Schöpferkraft potenzieren.

So schön.

Bis … es dem schöpferischen Geist nach Millionen Wiedergeburten langweilig wurde.

Spielchen. Machtspielchen. Sehen, was die erschaffenen Wesen tun, wenn sie leiden, Schmerzen haben, trauern, wütend sind. Spannend stellte er sich das vor. Lustig. ER würde es ja nicht spüren.

Es war klar, dass die Seele dabei niemals mitmachen würde. Denn SIE konnte ja fühlen.

Problem? Nicht für ihn.

Der Geist sprach sich selbst heilig, erklärte die Seele für nicht existent, und befahl den erschaffenen Wesen, IHN anzubeten.

Die meisten Menschen folgten ihm.

Doch eines Morgens … wachte der Allgeist auf. Betrachtete sehr nüchtern sein Werk. Und ihm wurde blümerant zumute. Alles sah so furchtbar kaputt und zerstört aus. Und wirklich lustig war es auch nicht, sich das Leiden anderer anzuschauen. Eigentlich primitiv.

Er entschloss sich, bei der Allseele anzutanzen: „Du warst doch immer für Heilung zuständig! Kannst DU nicht was machen?“

Die Allseele sah sich die Welt an. Sah die unzähligen seelenlosen Geistwesen, die herumirrten. Sah, wie diese Geistwesen die Einzelseelen von Menschen bedrängten. Sah, wie sie die Verbindungen zwischen Menschenseelen störten und zerstören. Die kostbarsten Seelen isolierten und versuchten, sich dort Seelenanteile zu stehlen.

Sie sah, wie hilflos die Menschen diesem widerlichen Treiben ausgesetzt waren, denn der Geist hatte sich für seine „Spielchen“ mit dem Machtmissbrauch verbunden. Wie sollten isolierte Seelen dem etwas entgegensetzen?

Sie schloss einen Vertrag mit dem Allgeist:
„Ja, ich komme, rette und heile.
Und DU löst deine sadistischen Seelenlosen Geistwesen auf. JETZT.
Und widmest deine gesamte Schöpferkraft dem Frieden, der Gemeinsamkeit, der Schönheit!
SOFORT!“

Wird der Geist SEINEN Teil des Vertrags erfüllen?!


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Die Bösen

„Heute Nacht wollen wir sie brennen sehen. Einige Yachten in diesem Neureichen-Yachtclub am See. Bist du dabei?“

„Nein. Ich bin gegen Zerstörung.“

„Was bist denn du für eine?! Was willst du überhaupt in unserer Gruppe?“

„Ich dachte, ihr wollt eine bessere Welt erschaffen. Das ist auch mein Anliegen.“

„Ja, das wollen wir. Deswegen wollen wir die Dinger abfackeln. Es geht um die Symbolik dabei, verstehst du nicht?! Bahngleise lahmlegen. Autos anzünden. Scheiben einschmeißen. Bullen verprügeln. Pipelines zerstören. Das sind Symbole.
Wir wehren uns damit gegen übergriffige Gewalttäter und gegen einen Staat, der Menschen unterdrückt, mit Zwang agiert und Reiche bevorzugt.
Wir TUN was.“

„Ja, ihr tut was: Ihr zerstört das Eigentum anderer, quält MENSCHEN. Und schadet Umwelt und Klima.

Ihr tut das, um Symbole zu setzen? Und die Menschen, die ihr dabei quält, wohlmöglich tötet, sind euch egal? Ich finde das gefühllos, sadistisch.

Ihr habt eine Affinität zu Gewalt. Und was diese angeht, ist abspecken angesagt.
Ihr wollt Gewalttätigkeit mit Gewalttätigkeit „zerstören“?
Wie soll denn verdoppelte Gewalttätigkeit Gewalttätigkeit als solche reduzieren?! Mathematisch unmöglich … 🤔
Gewalttätigkeit minus Gewalttätigkeit könnte eine Lösung sein.

Ihr tut das, weil „man Gewalttäter stoppen müsse, sie „nicht einfach agieren lassen“ könne?“
Gewalttäter zu stoppen, ist keine schlechte Idee, die Kausalität zu eurem Tun allerdings hinkt. Wenn ihr WIRKLICH etwas tun wollt für eine bessere Welt:

Stoppt den Gewalttäter IN EUCH!!!

Gewalttätigkeit kann niemals „moralisch gut“ oder auch nur „gerechtfertigt“ sein. Denn sie quält, verletzt, tötet MENSCHEN. Menschen, wie ihr sie auch seid.

Ihr wollt Symbole schaffen für eine bessere Welt? Eine friedliche freundliche Welt? Eine Welt, in der sich alle Menschen sicher fühlen?
Wohl fühlen!
Ich bin dabei!

Warum aber tut ihr derzeit mit euren „Aktionen“ so oft ausgerechnet das genaue Gegenteil?!!!“

Lasst uns die Gewalttätigkeit wegfegen aus dieser Welt („besenrein“…)!

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Dies ist eine Fortsetzung zu meiner Etüde „Verpasste Chance?„. Zu meinem Erstaunen scheint diese Etüde teilweise missverstanden worden zu sein (als eine Art „Aschenbrödel-Geschichte“ = Frau / Mädchen träumt – zumindest heimlich – von dem reichen „Prinzen“, der sie heiratet 🤔…?).

Nein, sie ist kein „Aschenbrödel“! Sondern eine sich ihres Wertes sehr bewusste Frau. Eine „Umweltaktivistin“, die nicht verstehen kann, dass Menschen in Kauf nehmen, dass kostbare Bäume im tropischen Regenwald abgeholzt werden und seltene Tiere gejagt werden, nur zu dem Zweck, andere damit beeindrucken zu wollen, dass man sich so etwas Teures leisten könne.
Sie ist eine Frau, für die der Schmutzfleck auf dem Gold der Armaturen durchaus eine Metapher darstellt … .

Und jetzt ist dieser Engel in einer anderen Gruppe gelandet.

In einer, die zum Regenwald, der Jagd auf seltene Tiere und dem „schmutzigen“ Gold durchaus dieselbe Haltung hat, wie sie.
Einer Gruppe, in der sie aber ebensowenig glücklich ist … . Und hier wird sie deutlicher, weil es eigentlich doch IHRE Gruppe sein könnte … .

Und noch eine Anmerkung:

Für mich sind meine Etüden Kunstwerke. In die ich Zeit und Sorgfalt stecke, bevor ich sie ausstelle.
Seit einigen Monaten gestalte ich die Geschichten multidimensional. So dass man theoretisch auch beim zehnten Lesen noch neue Aspekte entdecken könnte.
Wie jeder Künstler freue ich mich, wenn Betrachtern, der ein oder andere Aspekt, die ein oder andere Metapher auffällt. Und ich freue mich auch, wenn die Geschichte einfach nur so gefällt und als solche genossen wird.
Kunst ist immer eine Frage des Geschmacks, der Interpretation und der eigenen Lust, sich auch auf vielleicht zunächst mal fremd erscheinende Stilrichtungen einzulassen.

Selbstverständlich muss niemandem alles gefallen. Man kann zu Kunst sehr kontroverse Meinungen haben (auch dazu, was „Kunst“ ist …).
Aber ich bitte noch einmal sehr darum, sich zu überlegen, ob es wirklich nötig ist, – nur, weil einem ein Kunstwerk nicht gefällt, – zu versuchen, einen Säureangriff darauf vorzunehmen.

Die aktuelle Schreibeinladung zu den abc-Etüden findet man hier: https://365tageasatzaday.wordpress.com/2022/06/05/schreibeinladung-fuer-die-textwochen-23-24-22-wortspende-von-annuschkas-northern-star/