Außerirdisch…?

gemalt von Dörte Müller

Eine Satire … .

[Hinweis: Die kursiv gedruckten Passagen geben seine (E`s) Gedanken wieder.]

Er öffnet die Augen. Neben ihm an seinem Bett sitzt in etwas Abstand seine Frau. Jedenfalls nimmt er an, dass es seine Frau ist. Denn aus irgendwelchen für ihn unerfindlichen Gründen hat sie eine Art Tüte über Mund und Nase gezogen, so dass er nur ihre Augen erkennen kann.

Er war vor einigen Wochen aufgewacht. In einem Bett. Angeschlossen an viele Schläuche und Maschinen. Als er die Augen geöffnet hatte, standen mehrere ganz aufgeregt wirkende Wesen um ihn herum, die in einer Art „Marsmännchen-Ganzkörperanzügen“ steckten. Ihre Gesichter konnte er nicht erkennen, sie waren komplett in diesen Anzügen versteckt. Diese Wesen erklärten ihm, dass er einen sehr schweren Unfall gehabt hatte vor zwei Jahren, seitdem im Koma gelegen und kaum jemand noch Hoffnung für ihn gehabt hatte. Sie schienen zu erwarten, dass er sich freut, aber er hatte Angst. Wegen der Maschinen, der Schläuche und dieser Wesen, die auf ihn wirkten wie Außerirdische… Zum Glück waren die Schläuche und die Maschinen ständig weniger geworden. Dennoch hatte er mit diesen Wesen an seinem Bett vorsichtshalber nicht gesprochen, obwohl er sprechen konnte. Ohnehin schlief er noch viel.

Heute war er in einem anderen Zimmer aufgewacht. Und statt dieser Wesen war jetzt plötzlich seine(?) Frau da.

E: „Bea? Warum hast du so ein komisches Ding im Gesicht?“

Sie (B) schien erleichtert: „Du sprichst! … Das ist eine FFP2-Maske, die ist hier Pflicht.“

E: „Eine WAS?!“

B: „Na, so eine Staubfiltermaske. Das muss man jetzt tragen wegen Corona.“

(E: Staubfiltermaske…  Corona.. .??.)

E: „Wer ist Corona?“

B: „Ein Virus. Ein ganz fieses. Ach, du hast so viel verpasst. Wegen diesem blöden Virus waren wir jetzt fast 1 ½ Jahre mehr oder weniger im Lockdown. Furchtbar.“

E: „Im WAS??!“

B: „Lockdown. Alles war geschlossen, jedenfalls im Winter und alle sollten möglichst Zuhause bleiben, damit wir uns nicht anstecken. Aber jetzt im Sommer sind die Inzidenzen zum Glück sehr gesunken, und jetzt dürfen wir wieder raus.“

E: „Die WAS??!“

B: „Inzidenzen. Die 7-Tages-Inzidenzen. Das ist so ein Wert halt, auf den kommt es irgendwie an, was wir machen dürfen. Erst kam es auf den R-Wert an und jetzt eben auf den Inzidenzwert. Warum genau, weiß ich ehrlich gesagt auch nicht.“

(E: R-Wert… Inzidenzwert…Was soll das?… Ein Code? Wo bin ich??)

E: „Was ist denn das für ein Wert …?“

B: „Na, der sagt, wie viele Menschen von 100.000 sich infiziert haben, oder jedenfalls positiv getestet wurden.“

E: „Positiv getestet wurden?“

B: „Ja, man muss sich jetzt erstmal testen lassen, wenn man irgendwo hin möchte. Ich bin auch getestet, sonst hätte ich dich nicht besuchen dürfen.“

(E: Lieber Himmel, wo bin ich…? Was machen die für Tests mit den Leuten hier? Und mit mir… ?)

B: „Für die Inzidenzen zählen aber wohl nur die PCR-Tests, nicht so ein Schnelltest, wie ich ihn gerade habe machen lassen, aber sicher bin ich mir da nicht. Die Regeln wechseln ohnehin ständig.“

(E: Angst! )

E: „PCR-Test. Schnelltest. Regeln. Wovon zum Teufel sprichst du?“

B: „So genau verstehe ich die Unterschiede auch nicht. Jedenfalls musst du in Quarantäne, wenn der PCR-Test positiv ist. Wenn der Schnelltest positiv ist, darfst du aber noch einen PCR-Test danach machen. Wenn der dann negativ ist, darfst du wieder raus. Umgekehrt geht das nicht.“

(E: Das muss wohl eine Art Spiel sein von diesen Außerirdischen, bei denen ich hier gelandet bin. …?)

E: „Aah jaaa… . Und was heißt „positiv?“

B: „Na, dann hast du dieses Virus. Also dann bist du krank.“

E: „Du bist krank, weil irgendein „PCR-Test“, wie du ihn nennst, „positiv“ ist …?“

(E: Auf diesem Planeten ist man nicht krank, weil man krank ist, sondern weil man einen Test nicht bestanden hat…? Wobei „positiv“ eigentlich so klingt, als hätte man bestanden. Vielleicht ist krank hier positiv, also irgendwie vorteilhaft….? )

B: „Nicht zwingend krank. Das ist ja das perfide. Viele merken gar nichts von ihrer Infektion. Aber wohlmöglich sind sie trotzdem Superspreader.“

E: „Superspreader…???!“

B: „Das sind Leute, die ganz viele andere anstecken. Wegen denen tragen wir auch diese Gesichtsmasken. Und natürlich wegen den Asymptomatischen.“

E: „Den „Superspreadern“ und den „Asymptomatischen“… . Gibt es viele davon auf diesem Planeten?“

B: „Nein, das sind wohl eher wenige. Vielleicht gibt es diese Asymptomatischen auch gar nicht. Jedenfalls gibt es Leute, die das behaupten. Aber es gibt auch Leute, die behaupten, dass es diese ganze Pandemie gar nicht gebe.“

E: „Pandemie?“

B: „Ja, die WHO hat vor 1 ½ Jahren eine globale Pandemie ausgerufen wegen Corona.“

E: „Was heißt denn das, wenn die so was ausrufen? Dass Menschen in den Straßen sterben weltweit? Pandemie klingt nicht gut.“

B: „Ne, klingt nicht gut. Hauptsächlich sind Menschen in Altenheimen, Pflegeheimen und bereits Schwerkranke in Krankenhäusern gestorben an diesem Virus. Aber auch einige Jüngere. Jedenfalls sind insgesamt wohl etwas mehr Menschen gestorben als in anderen Jahren. Jedenfalls in den meisten Ländern. Zumindest nachdem diese Lockdowns schon lange anhielten, denn viele litten sehr darunter, nicht raus zu dürfen, sich nicht zu bewegen, niemanden treffen zu dürfen. Viele verloren ihre Arbeit, gerade in ärmeren Ländern. Und für die Alten, die weitgehend isoliert waren, war das sicher auch nicht schön. Und die Jungen litten auch. Wegen dem Homeschooling usw. … Und es gibt Langzeitfolgen. Die einen leiden unter den Langzeitfolgen von dem Virus. Die anderen unter denen von dem Lockdown, oder beidem. Jedenfalls hat man die Pandemie ausgerufen, damals. Also damals gab es eigentlich noch kaum Menschen, die an dem Virus gestorben sind. Aber Leute, die wegen irgendwelcher Berechnungen unheimlich viele Tote vorhergesagt hatten. Und deshalb hat man dann diese Lockdowns verhängt. Jedenfalls in den meisten Ländern.“

(E: Bea war immer eine vernünftige geerdete Frau. IST das hier wirklich Bea…? Die Frau da tut so, als wäre das, was sie mir hier erzählt, völlig normal… Wahrscheinlich sitzt hier eine Art Klon von Bea. Das könnte auch erklären, warum sie soweit weg sitzt und diese komische Tüte anhat. Das dient alles dazu, dass ich sie nicht so genau erkennen und nicht so gut verstehen kann… .)

E: „Und wie geht es jetzt weiter?“ fragt er schüchtern.

B: „Na, zum Glück gibt es ja jetzt die Impfungen.“

E: „Impfungen?“

B: „Ja, m-RNA-Impfungen, neuartige Technologie. Unglaublich, was die heutzutage alles hinbekommen. Und in was für einer Geschwindigkeit. Früher hat so etwas weit über 10 Jahre gedauert.“

E: „m-RNA??“

B: „Ja, weißt du, das Gefährliche an dem Virus ist hauptsächlich sein Spike-Protein. Das führt nämlich dazu, dass es leichter in menschliche Zellen eindringt. Coronaviren selbst gab es nämlich schon immer. Diese Erkältungsdinger, meist harmlos. Aber dieses Protein führt wohl dazu, dass das Ding für Vorgeschädigte, insbesondere mit Herz-Kreislauferkrankungen, gefährlich sein kann. Und deshalb haben die von dem Spike-Protein des Virus eine m-RNA extrahiert und die chemisch so bearbeitet, dass das angeborene Immunsystem sie nicht erkennt. Und das wird dann verimpft. Und führt dazu, dass der Körper dann selbst Bestandteile dieses Spike-Proteins erstellt, auf Grundlage der m-RNA. Und dann Antikörper dagegen herstellt. Und wenn die geimpfte Person dann dem „echten“ Spike-Protein ausgesetzt ist, dann hat sie schon Antikörper – und wird nicht mehr schwer krank. Sagen die.“

(E: Spike-Protein. M-RNA. Chemisch bearbeitet.
Wo bin ich bloß…?

Versuchen, mir nichts anmerken zu lassen…! Wer weiß, was das hier ist, und was die mit mir noch vorhaben … .)

E: „Klingt total logisch … . Die Leute bekommen also etwas gespritzt, was ihr angeborenes Immunsystem austricksen soll, damit ihr Körper dann selbst etwas für sie Schädliches herstellt, was ihr Körper dann wieder bekämpfen soll… .“

B: „Den meisten ist es ohnehin egal, was in der Spritze ist. Sie wollen einfach wieder alles machen dürfen, wie vor der Pandemie.“

E: „Und was hat das eine mit dem anderen zu tun?“

B: „Wenn sie geimpft sind, dürfen sie wieder alles. Also nicht ganz alles, aber jedenfalls wieder mehr. Erstmal jedenfalls. Aber es gibt ja auch schon wieder neue Virusvarianten. Und dann muss man sich höchstwahrscheinlich wieder neue Spritzen geben lassen.“

E: „Virusvarianten?“

B: „Ja, jetzt heißt es gerade, die Delta-Variante sei furchtbar gefährlich.“

E: „Delta? Kommt die aus einem Flussdelta?“

B: „Nein, ich glaube es ist die Variante, die vorher Indien-Variante hieß.“

E: „Hat man „Indien“ in „Delta“ umgetauft??“

B: „Nein, man benennt die Variante jetzt nicht mehr nach Ländern, sondern nach dem griechischen Alphabet.“

E: „Aha. Und was sind jetzt diese Varianten? Und warum braucht man ständig Spritzen?“

B: „Na, das sind Mutanten! Und die entgehen vielleicht der Abwehr. Da reicht der Schutz nicht. Sagen die Experten.“

Sie schaut auf die Uhr.

B: „Ich muss los, Schatz, die Besuchszeit ist um. Ich bin so glücklich, dass du wieder aufgewacht bist – UND dein Gehirn ganz normal funktioniert!“

Er sieht ihr nach.
(E: Abwehr … Experten … MEIN Gehirn … normal… normal? … )

E: „Mutanten…!“
(E: Himmel! Wenn ich bloß wüsste, WO ich gelandet bin, und vor allem, ob es eine Chance gibt, diesen Außerirdischen hier zu entkommen – und wieder zurück auf meiner Erde zu landen… . )  

Meermann (Beitrag zu Myriades Impulswerkstatt)

Dieser Beitrag knüpft an an Myriades Beitrag Impulswerkstatt – Müssen es Menschen sein ? – MYRIADE – La parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée (wordpress.com) , in der wir von der Meerfrau, ihrer Sicht auf diese Welt, und ihrer kurzen Affäre mit dem Meermann erfahren haben. Hier folgt jetzt die Sicht des „Meermannes“ ;-):

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Gedankenversunken schwamm der Meermann vor sich hin. Dann und wann mal eine Robbe erschreckend oder einen Fischschwarm verwirrend.
Einfach nur so. Weil er es konnte. Aber wirklich Spaß machte es ihm eigentlich schon lange nicht mehr. Es war mehr so eine Angewohnheit geworden. Eine klitzekleine Machtdemonstration.

Vor einigen Tagen war er an der Südwestküste eines Landes gewesen, das die Menschen England nannten und manchmal auch irgendwas mit „Groß“. Er hatte vernommen, dass sich dort die mächtigsten Menschen der Welt treffen würden aus den wichtigsten Ländern. Die Wörter „Macht“ und „wichtig“ hatten große Anziehungskraft auf ihn – und so war er voller Erwartungen hingeschwommen … .

Es war eine Riesenenttäuschung ….
Bei seinen Ausflügen zu den Menschen hatte er ein Spiel kennengelernt, das sie „Schach“ nannten. Da standen so Figuren auf einem Brett. – Und die da an dieser Küste, diese „Mächtigsten“: Wie die da standen und posierten, sahen sie genauso aus wie solche Schachfiguren, fand er.

Vielleicht verstanden diese Menschen nicht, dass die Spieler beim Schach wichtiger sind, als die Figuren …? Na, egal. War ja nicht sein Problem. Aber wenigstens einige hübsche junge Frauen hätten dabei sein können, dachte er. Dann wäre der Ausflug für ihn nicht ganz so fad gewesen. Denn so was Nettes fürs Auge, da war er durchaus empfänglich für. Auch noch nach den vielen Jahrmillionen seines Lebens. Der Meermann.

Letztens da in der Türkei, da hatte es diese Demonstrationen gegeben mit ganz vielen jungen Frauen. Das hatte ihm gefallen. Und das mit den Wasserwerfern auch… .

Na ja, wenn er ganz ganz ehrlich war, war er eigentlich nur dort gewesen, weil SIE sich diese Demonstrationen angeschaut hatte.

Er seufzte. SIE …!

Damals, als er sie vor Jahrmillionen das allererste Mal gesehen hatte, da war es sofort um ihn geschehen gewesen. All sein Denken hatte sich fortan um sie gedreht. Diese Schönheit! Diese Anmut! Diese Vollkommenheit! Ach, wenn er IHR doch nahe sein könnte. Ach, wenn sie IHN doch lieben würde, so wie er sie!

Aber sie hatte ihn überhaupt nicht beachtet. Schien seine Anwesenheit nicht einmal wahrzunehmen. Sie spielte mit den Bewohnern der Meere und dem glitzernden Wasser, Wind und Wellen, und wirkte zufrieden und glücklich. Einfach so.

Ohne ihn … .

Er versuchte alles, um ihre Aufmerksamkeit zu erzielen: Brachte Unruhe in die Tierbewohner des Meeres. Buddelte im Sand, zerstörte Korallen, machte Lärm.

Sie sah ihn nicht.

Irgendwann war er auf die geniale Idee gekommen, sich selbst zur Gottheit zu erklären.

Und: Sie wurde aufmerksam!!!

Und – Sie wurde „Seine“… . 💖💖

Haaach, waren das tolle Jahrtausende! Er hatte sich so sehr gewünscht, sie würden niiiie vergehen.
Um das möglichst sicherzustellen, hatte er seine eigene Göttlichkeit immer weiter ausgebaut. Schließlich war es ja das, was sie überhaupt erst aufmerksam auf ihn gemacht hatte. Es musste ihr also gefallen. Dachte er.

Und plötzlich war ihm der Gedanke gekommen, den er damals für den besten seines langen Lebens gehalten hatte: Um sie für immer nur für sich allein zu haben, musste sie selbst ihn anbeten in seiner Göttlichkeit.

Viertausend Jahre etwa arbeitete er darauf hin … .

…..

Es wurde ein Fiasko.

Sie hatte laut gelacht, ob seines Ansinnens, ihn anzubeten. Und dann war sie auf und davon. Und fortan hatte sie ihn wieder vollkommen ignoriert,- so wie damals.

Er war maßlos wütend und verletzt. Er entfachte Erdbeben und Tsunamis in seiner wütenden Enttäuschung. Stachelte Menschen und Tiere zu Kriegen und Gemetzeln auf. Er konnte es einfach nicht ertragen, glückliche Wesen zu sehen. Wenn er keine Liebe erhielt, sollten auch alle anderen unglücklich sein!

Irgendwann über die Jahrtausende begann er dann aber doch, sich einzugestehen, dass das Unglück anderer ihn nicht glücklicher machte. Seinen Schmerz nicht linderte und die Leere in seinem Innern nicht füllte.

Manchmal, ganz selten, hörte er deshalb auf mit seinen hektischen Aktivitäten. Und erlaubte sich, ein ganz klein wenig von seinem Schmerz zu spüren.

Komischerweise war das gar nicht so furchtbar, wie er all die Jahrtausende gedacht hatte. Einmal, da hatte er sogar geweint. Heimlich natürlich. Im Wasser. Es hatte sich fast wie eine Erleichterung angefühlt. Aber natürlich war es ihm äußerst peinlich. Und er war froh, dass es niemand gesehen hatte: Er hatte zwar keinen Gottstatus mehr, aber Angst hatten die übrigen Wesen immer noch vor ihm. Und das sollte natürlich auch so bleiben.

Es kam ihm entgegen, dass an Angst in dieser komischen Welt ohnehin kein Mangel herrschte. Dafür hatte ja nicht zuletzt er über Jahrtausende gesorgt, dachte er mit einem gewissen Stolz. Derzeit schienen die Menschenwesen sogar besonders viel Angst zu haben, fast überall, wo er vorbeischaute. Das allerdings irritierte ihn diesmal sehr, denn er verstand gar nicht, wovor. Er hatte keinen Krieg entfacht und war diesmal überhaupt ganz unschuldig.

Merkwürdigerweise war auch überhaupt nichts Gefährliches zu sehen. Nirgendwo. Es passierte gar nichts. Er hatte überall geschaut, aber da war NICHTS. Dennoch verbarrikadierten die Menschen sich in ihren Häusern und verhielten sich seltsam. So, als hätten sie ein Gespenst gesehen. Dabei hatten sie ihm seit 200 Jahren erzählt, an so etwas wie Gespenster würden sie nicht glauben. Er fragte sich, ob er vielleicht langsam alt würde, weil er dieses Menschenverhalten gar nicht mehr verstehen konnte.
Jetzt im Sommer krochen sie langsam wieder hervor aus ihren Bauten. Aber es verwirrte ihn immer noch.

Er hätte gerne mit jemandem gesprochen über diese merkwürdigen Menschen. Mit dem einzigen Wesen, das ihn verstehen könnte. Mit seinem Gegenpol. Seinem Ruhepol. Er brauchte SIE. Und so schwamm er sehnsuchtsvoll in den Bosporus, wo sie so oft war, um SIE zu sehen. Aber SIE war nicht da. Verschwunden.

Er hörte ein leises Wispern um sich herum: „Abgetaucht, um sich zu erholen.“

Aber WOHIN???    

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Mit Dank an Myriade für Eröffnung und Betreuung der Impulswerkstatt, deren Juni-Einladung hier Impulswerkstatt – Einladung für Juni – MYRIADE – La parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée (wordpress.com) zu finden ist – und natürlich für die Meerfrau-Geschichte :-).

abc-Etüde 23./24.21 – Paradies

Sie lagen auf der Picknickdecke und philosophierten verwegen vor sich hin:

„Wenn du das Paradies erschaffen könntest, Anna, wie würde es aussehen?“

„Definitiv eine Wiese mit ganz vielen verschiedenen Blumenwundern. In unterschiedlichsten Formen und Farben zum Nichtsattsehenkönnen.“

„Umschwirrt von summenden Bienen und Hummeln.“

„Jaa! Sonne, kleine Wolken am Himmel. Und – ich will eine sanfte Windbrise.“

„Lach! Ich auch! Und schattenspendende Bäume in der Nähe, falls es in der Sonne irgendwann zu warm werden sollte.“

„Duftende Rosensträucher.“

„Bunte Schmetterlinge in der Luft.“

„Und Vogelgezwitscher.“

„Unbedingt! Ein kleiner Springbrunnen nahebei und schillernde Libellen überm Wasser würden mir auch gefallen.“

„Und das Ganze, lieber Tom, zusammen mit dem wundervollsten Menschen der Welt!“

„Also eigentlich …“, freute er sich … .

„Genau! Eigentlich haargenau so, wie wir es gerade haben!“

Die zwei strahlten sich an und versanken in einem langen und innigen Kuss.

💋💋💋

Aus dem sie plötzlich aufschraken, als eine schrille Stimme in der Nähe erklang:

„HIER willst du picknicken, Karlo? Hast du wenigstens vorher recherchiert, was hier alles blüht? Ich bin Hochallergikerin! Ist das dahinten etwa eine Eiche?! Wohlmöglich ist die von diesen furchtbaren Eichenprozessionsspinnern befallen. Das wäre der Supergau für mich!
Dieses Gesumme hier macht mich wahnsinnig! Da soll ich ein Picknick genießen?! Spinnst du? Und bestimmt gibt es auf dieser Wiese auch noch Zecken?!
Ich will hier weg! Ganz schnell…!“

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Wie immer mit Dank an Christiane für ihre liebevolle Betreuung der Etüden, deren Regeln hier Schreibeinladung für die Textwochen 23.24.21 | Wortspende von nellindreams | Irgendwas ist immer (wordpress.com) zu finden sind, und an Ellen von Nellindreams für die diesmalige Wortspende.