
„Früher hat man gesagt, ein guter Verkäufer müsse Sch*… als Bonbon verkaufen können. Aber mit Bonbons locken Sie heute niemanden mehr hinterm Ofen hervor. Pralinen! Sie müssen ihr Produkt zur Praline machen! Es muss edel klingen, kostbar und zartschmelzend. Egal, was Sie verkaufen wollen. Mit Pralinen verbinden Menschen einfach positive Emotionen. Und darum geht es. Gute Verkäufer verkaufen Emotionen. Gute Gefühle. Kindheitserinnerungen. Sehnsüchte. Träume.“
Er ließ seinen Blick über die Bankreihen der Studierenden wandern. „Jens, wollen Sie mit Ihrem herzhaften Gähnen andeuten, dass ich Sie langweile?“
„Sorry, Herr Professor. Aber das ist mir irgendwie zu einfach. Was zu verkaufen, womit man positive Emotionen und Gefühle verbinden kann, das kann doch jeder Depp. Etwas zu verkaufen, obwohl das Produkt unangenehm ist oder sogar weh tut. Etwas, dessen Nutzen zweifelhaft ist und bei dem nicht einmal klar ist, ob das Produkt wohlmöglich sogar schadet. Die Leute dazu zu bringen, auf so etwas ganz wild zu sein. Sogar dafür anzustehen. Stolz jedem zu berichten, wenn sie es haben. DAS nenne ich eine Herausforderung. Man müsste vielleicht erstmal so tun, als wäre es kostenlos, also das Geld dafür sozusagen hintenrum reinholen… . Ja, das könnte ich mir gut vorstellen. Irgendwie würde es mich echt reizen, das einfach mal zu probieren, irgendwann. Das wäre so eine Herausforderung nach meinem Geschmack.“
„Ich würde mich nicht wundern, wenn Sie sogar das schaffen können, Jens. Sie haben Talent! Sie werden sicher eine große Karriere im Marketingsektor hinlegen.“
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Wie üblich mit Dank an Christiane für ihre liebevolle Betreuung der Etüden, deren Regeln hier Schreibeinladung für die Textwochen 25.26.21 | Wortspende von Allerlei Gedanken | Irgendwas ist immer (wordpress.com) zu finden sind und diesmal an Monika von Allerlei Gedanken für die Wortspende.